IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

Kategorie: IT-Security (Seite 5 von 15)

Notizen & Praxis zur IT-Sicherheit – von Responsible Disclosure bis Härtung.

Outlook Autodiscover für IMAP und SMTP konfigurieren

Vor einigen Jahren habe ich bereits etwas zu Microsoft Office Outlook Autodiscover geschrieben. Ich setze es noch immer in ähnlicher Form ein. Hier der aktuelle Stand.

Nginx-Konfiguration

Hinter autodiscover.kernel-error.de steht ein Nginx, der unter /Autodiscover/Autodiscover.xml die Konfiguration für verschiedene Maildomains ausliefert. Die Location ist überschaubar:

location ~ /(?:a|A)utodiscover/(?:a|A)utodiscover.xml {
    root /usr/local/www/autodiscover.kernel-error.de;
    try_files /autodiscover/autodiscover.php =404;
    fastcgi_split_path_info ^(.+\.php)(/.+)$;
    fastcgi_pass unix:/var/run/php-fpm.sock;
    fastcgi_index index.php;
    fastcgi_param SCRIPT_FILENAME $request_filename;
    include fastcgi_params;
    fastcgi_cache MYAPP;
    fastcgi_cache_valid 200 60m;
}

Das PHP-Script

Jede Anfrage nach /autodiscover/autodiscover.xml wird an autodiscover.php weitergeleitet. Das Script liest die im POST übermittelte E-Mail-Adresse, prüft sie und liefert die XML-Antwort mit IMAP- und SMTP-Einstellungen zurück:

<?php
// Autodiscover responder — responds to POST on /autodiscover/autodiscover.xml

$request = file_get_contents("php://input");
preg_match( "/\<EMailAddress\>(.*?)\<\/EMailAddress\>/", $request, $email );

if (filter_var($email[1], FILTER_VALIDATE_EMAIL) === false) {
	throw new Exception('Invalid E-Mail provided');
}

// IMAP settings
$imapServer = 'imap.kernel-error.de';
$imapPort   = 993;
$imapSSL    = true;

// SMTP settings
$smtpServer = 'smtp.kernel-error.de';
$smtpPort   = 465;
$smtpSSL    = true;

header( 'Content-Type: application/xml' );
?>
<?php echo '<?xml version="1.0" encoding="utf-8" ?>'; ?>
<Autodiscover xmlns="http://schemas.microsoft.com/exchange/autodiscover/responseschema/2006">
  <Response xmlns="http://schemas.microsoft.com/exchange/autodiscover/outlook/responseschema/2006a">
    <Account>
      <AccountType>email</AccountType>
      <Action>settings</Action>
      <Protocol>
        <Type>IMAP</Type>
        <Server><?php echo $imapServer; ?></Server>
        <Port><?php echo $imapPort; ?></Port>
        <LoginName><?php echo $email[1]; ?></LoginName>
        <SPA>off</SPA>
        <SSL><?php echo $imapSSL ? 'on' : 'off'; ?></SSL>
        <AuthRequired>on</AuthRequired>
      </Protocol>
      <Protocol>
        <Type>SMTP</Type>
        <Server><?php echo $smtpServer; ?></Server>
        <Port><?php echo $smtpPort; ?></Port>
        <LoginName><?php echo $email[1]; ?></LoginName>
        <SPA>off</SPA>
        <SSL><?php echo $smtpSSL ? 'on' : 'off'; ?></SSL>
        <AuthRequired>on</AuthRequired>
        <SMTPLast>off</SMTPLast>
        <UsePOPAuth>off</UsePOPAuth>
      </Protocol>
    </Account>
  </Response>
</Autodiscover>

Wichtig im SMTP-Block

Drei Zeilen machen den Unterschied:

<AuthRequired>on</AuthRequired>
<SMTPLast>off</SMTPLast>
<UsePOPAuth>off</UsePOPAuth>

Ohne diese Einträge muss man im Outlook manuell den Haken setzen bei „Gleiche Einstellungen wie für den Posteingangsserver verwenden“. Das überfordert erstaunlich viele Anwender.

Mehrere Domains per SRV-Record

Damit Autodiscover nicht nur für kernel-error.de funktioniert, gibt es in den anderen DNS-Zonen SRV-Records, die auf die zentrale Autodiscover-Domain verweisen:

$ dig _autodiscover._tcp.kernel-error.com IN SRV +short
0 0 443 autodiscover.kernel-error.de.

Outlook zeigt beim ersten Mal eine Warnmeldung, ob man dem Verweis folgen möchte:

Screenshot vom Outlook Client beim Konto hinzufügen. Frage ob die Konfiguration der Servereinstellungen von einer Webseite zugelassen werden soll.

Einmal bestätigt, ist die Konfiguration abgeschlossen. Man könnte die Meldung auch per Registry-Key unterdrücken, aber für die meisten Benutzer reicht ein Klick.

Screenshot vom Outlook Client beim Konto hinzufügen. Vorgang wurde erfolgreich abgeschlossen.

Update März 2026: Aufgeräumt und abgesichert

Das Grundprinzip funktioniert seit 2019 unverändert. Outlook bekommt per POST seine Konfiguration, der Benutzer muss nur E-Mail-Adresse und Passwort eingeben. Ein paar Dinge habe ich aber überarbeitet.

PHP-Script: GET-Requests und fehlende Eingaben abfangen

Das alte Script hat bei GET-Requests oder einem leeren POST-Body mit HTTP 500 geantwortet. Es versuchte auf eine Variable zuzugreifen, die bei fehlendem XML-Body nicht existiert. Monitoring-Tools und neugierige Browser liefen damit gegen die Wand.

Die korrigierte Version prüft jetzt sauber:

<?php
// Nur POST erlauben
if ($_SERVER["REQUEST_METHOD"] !== "POST") {
    header("HTTP/1.1 405 Method Not Allowed");
    header("Allow: POST");
    exit;
}

$request = file_get_contents("php://input");
preg_match("/\<EMailAddress\>(.*?)\<\/EMailAddress\>/", $request, $email);

if (empty($email[1]) || filter_var($email[1], FILTER_VALIDATE_EMAIL) === false) {
    header("HTTP/1.1 400 Bad Request");
    exit;
}

// XSS-Schutz: E-Mail fuer XML-Ausgabe escapen
$loginName = htmlspecialchars($email[1], ENT_XML1, "UTF-8");

GET liefert jetzt 405, ein POST ohne gültigen Body gibt 400. Die E-Mail-Adresse wird zusätzlich mit htmlspecialchars() escaped, bevor sie in die XML-Antwort geschrieben wird.

Nginx: Kein Cache für dynamische Antworten

In der ursprünglichen Konfiguration steckt fastcgi_cache MYAPP mit 60 Minuten Gültigkeit. Das ist für Autodiscover falsch. Die Antwort enthält die E-Mail-Adresse des anfragenden Benutzers als <LoginName>. Mit Cache bekommt der zweite Benutzer die Adresse des ersten. Ohne Cache:

location ~* ^/autodiscover/autodiscover\.xml$ {
    try_files /autodiscover/autodiscover.php =404;
    fastcgi_pass  unix:/var/run/php-fpm.sock;
    fastcgi_index index.php;
    fastcgi_param SCRIPT_FILENAME $document_root/autodiscover/autodiscover.php;
    include       fastcgi_params;
}

Das ~* macht den Match case-insensitive, kürzer als die alte Regex mit (?:a|A).

Thunderbird Autoconfig auf dem gleichen Host

Inzwischen bedient autodiscover.kernel-error.de nicht mehr nur Outlook, sondern auch Thunderbird per Autoconfig. Dazu reicht eine zusätzliche Location im gleichen Server-Block:

location /mail/ {
    alias /usr/local/www/autoconfig-mail/mail/;
}

Thunderbird fragt https://autoconfig.<domain>/mail/config-v1.1.xml. Für jede Maildomain gibt es einen autoconfig.* CNAME und einen eigenen HTTPS-Server-Block. Outlook nutzt weiterhin den POST-Endpoint, Thunderbird die statische XML.

Siehe auch: Thunderbird Autoconfig

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Postfix: Verschleierung nur für SASL-Benutzer einrichten

Wie man bei allen ausgehenden E-Mails dafür sorgt, dass die Client IP Adresse sowie der eingesetzte Mailclient vom Postfix verschleiert wird… Ja dieses habe ich bereits geschrieben. Postfix soll verschleiern…

Nun kann es dennoch Sinn ergeben dieses nicht für jede E-Mail zu tun, welche den Mailserver verlässt. Wenn man dieses nur auf E-Mails anwenden möchte, welche von angemeldeten Benutzern versendet werden, funktioniert es wie folgt.

Man erstellt in der master.cf vom Postfix einen neuen Service:

anonym unix n       -       -       -       0       cleanup
  -o header_checks=pcre:/usr/local/etc/postfix/header_cleanup

Nun sorgt man in der gleichen Konfigurationsdatei noch dafür, dass am Ende vom Submission und smtps Service in diesen neuen Service gesprungen wird:

submission inet n       -       n       -       -       smtpd
[...]
  -o cleanup_service_name=anonym
[...]
smtps     inet  n       -       n       -       -       smtpd
[...]
  -o cleanup_service_name=anonym

Der Inhalt unserer /usr/local/etc/postfix/header_cleanup ist dabei weiterhin gleich:

/^(Received: from)[^\n]*(.*)/ REPLACE $1 ::88 (YOUR MOM [::88])$2
/^X-Originating-IP/ IGNORE
/^User-Agent*(.*)/ REPLACE User-Agent: YOUR MOMS MAILER
/^X-Mailer*(.*)/ REPLACE X-Mailer: YOUR MOMS MAILER

Nach einem Restart vom Postifx hat man nun den gewünschten Zustand. Natürlich dürfen nun die smtp_header_checks nicht mehr in der main.cf sein:

#smtp_header_checks = pcre:/usr/local/etc/postfix/header_cleanup

Viel Spaß

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FreeBSD OpenSSH: OS-Banner sicher entfernen

Im Standard ist der OpenSSH Server auf einem FreeBSD so konfiguriert, dass er jeweils die aktuelle Betriebssystemversion mit ausliefert.

Dieses sieht dann im Beispiel so aus:

telnet bsd01.testsystem 22
Trying 1.2.3.4...
Connected to bsd01.testsystem.
Escape character is '^]'.
SSH-2.0-OpenSSH_7.8 FreeBSD-20180909

Um hier zumindest die genaue OS Version zu verstecken reicht folgendes in der /etc/sshd_config:

#VersionAddendum FreeBSD-20180909
VersionAddendum DemMeisterSeinRennAuto

Testet man nun noch mal sieht man nur noch die Version:

telnet bsd01.testsystem 22
Trying 1.2.3.4...
Connected to bsd01.testsystem.
Escape character is '^]'.
SSH-2.0-OpenSSH_7.8 DemMeisterSeinRennAuto

Auf einem Debian basierten System wäre es hingegen:

DebianBanner no

Siehe auch: SSH-Server absichern

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GhostBSD und FreeBSD: GNOME-Keyring automatisch entsperren

Ich nutze auf meinen Desktops GhostBSD und FreeBSD Systeme zusammen mit Mate und LightDM. Ebenfalls verwende ich für ein paar Kleinigkeiten den gnome-keyring. Dabei „stört“ es mich diesen nach der Anmeldung am Desktop gesondert entsperren zu müssen. Es gibt aber eine Möglichkeit dieses von pam nach der Anmeldung automatisch entsperren zu lassen. Dafür müssen nur folgende Zeilen in der /usr/local/etc/pam.d/lightdm ergänzt werden:
auth        optional    pam_gnome_keyring.so
session        optional        pam_gnome_keyring.so    auto_start

Meine sieht nun also wie folgt aus:

#
# PAM configuration for the "lightdm" service
#

# auth
auth		sufficient	pam_self.so		no_warn
auth		include		system
auth		optional	pam_gnome_keyring.so

# account
account		requisite	pam_securetty.so
account		required	pam_nologin.so
account		include		system

# session
session		include		system
session		optional	pam_gnome_keyring.so	auto_start

# password
password	include		system

Nach dem nächsten Login habe ich nun die Möglichkeit, beim Entsperren des Keyrings, einen Haken zu setzten und schon wird bei jedem Login mein Keyring automatisch geöffnet.

Siehe auch: FreeBSD Desktop mit MATE, GhostBSD 19.09 Ports benutzen, Bluetooth-Audio unter FreeBSD und GhostBSD: Workaround mit Creative BT-W2

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DNS over TLS (DoT) mit BIND, Stunnel und Android 9 einrichten

Die Zeit ging weiter, die Entwicklung bei BIND und DNS ebenfalls. Daher gibt es nun einen neuen Beitrag, der das aktuelle Setup mit BIND 9.20 auf FreeBSD 15 beschreibt – inklusive sauberer Trennung von authoritative DNS (Port 53) und öffentlichem Resolver (DoT/DoH) sowie reproduzierbaren CLI-Tests für IPv4 und IPv6. Bitte dort weiterlesen.

Die eigenen DNS Anfragen über eine Verschlüsselte Verbindung an einen DNS Server zu schicken welchem man vertraut, dieses liest sich schon gut oder? Keiner verfolgt mein Surfverhalten und zusammen mit DNSSEC schiebt mir so schnell keiner falsche Records unter.

Am ehesten vertraue ich meinem eigenen DNS Server (ns1.kernel-error.de). Auf diesem arbeitet ein Bind und vor diesen habe ich für DoT stunnel gestellt. Die Konfiguration vom stunnel sieht dabei grob wie folgt aus:

[dns4]
accept = 853
connect = 127.0.0.1:53
cert = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.crt
key = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.key
CAfile = /usr/local/etc/stunnel/ssl/ca.crt
ciphers = ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-SHA256
options = NO_SSLv2
options = NO_SSLv3
options = NO_TLSv1
options = NO_TLSv1.1
options = CIPHER_SERVER_PREFERENCE
options = DONT_INSERT_EMPTY_FRAGMENTS
renegotiation = no
TIMEOUTclose = 0

[dns6]
accept = 2a03:4000:38:20e::53:853 connect = ::1:53 cert = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.crt key = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.key CAfile = /usr/local/etc/stunnel/ssl/ca.crt ciphers = ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-SHA256 options = NO_SSLv2 options = NO_SSLv3 options = NO_TLSv1 options = NO_TLSv1.1 options = CIPHER_SERVER_PREFERENCE options = DONT_INSERT_EMPTY_FRAGMENTS renegotiation = no 

Die TLS Konfiguration ergibt dabei nun folgendes Bild: https://tls.imirhil.fr/tls/ns1.kernel-error.de:853

Auf einem Android 9 Gerät kann ich also nun unter den Einstellungen ==> Netzwerk & Internet ==> Erweitert ==> Privates DNS meinen Nameserver eintragen.

Screenshot der Konfigurationseinstellungen für DoT auf einem Android 9.

Jetzt sieht mir keiner mehr beim meinen DNS Abfragen zu.

Siehe auch: RFC 7858 – DNS over Transport Layer Security, DNS over TLS mit Stunnel und BIND9: Eigenen DoT-Server einrichten, DNS over TLS mit BIND, Stunnel und Android 9: Eigener DoT-Server

Tool der europäischen Kommission zur E-Mail Sicherheit MECSA

Die Europäische Kommission hat ein online Tool veröffentlicht, welches jedem Benutzer eines E-Mail Dienstes ermöglichen soll den eingesetzten E-Mail Dienst zu „prüfen“.

Natürlich kann man sich nicht blind auf so einen Test verlassen aber dieses Tool gibt einem eine ganz gute Übersicht. Diese wird dabei in drei Bereiche unterteilt:

1. Confidential Delivery
2. Phishing and Identity Theft
3. Integrity of Messages

Dazu habe ich für euch sogar ein >>Youtube Video<<.

Zum Tool selbst geht es hier lang: https://mecsa.jrc.ec.europa.eu/en/

Dort kann man nun seine E-Mail Adresse eintragen, zu dieser sendet das Tool nun eine E-Mail und bittet darum auf die Mail zu antworten. Hat man dies erledigt bekommt man seinen Code zur Auswertung. Diesen kann man nun auf der gleichen Seite eintragen und sich seine Auswertung anschauen.

Mein Identifier vom Report heute ist zum Beispiel: 19a837a05e4b7e04a3dea8cea29bd355

Prüft also ruhig einmal euer eingesetztes Mailsystem und fragt ggf. bei eurem Anbieter/Admin nach, wenn ich beim Ergebnis unsicher seit.

Siehe auch: MTA-STS einrichten

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Ersatz für www.dnsinspect.com: Alternatives DNS-Tool im Vergleich

Lange Zeit war dnsinspect eine wunderbare Anlaufstelle um „mal eben“ eine DNS Zone sowie deren Nameserver auf die gröbsten Probleme hinsichtlich ihrer Konfiguration zu prüfen. Schon vor Monaten ging dann dnsinspect in threatintelligenceplatform auf… Hier kann man (mit Account) zwar noch immer prüfen, es ist für mich nur nicht mehr so flüssig, simpel und detailreich wie ich es gerne hätte. Daher musste ein Ersatz hier und dieser ist https://zonemaster.net/

Dieses erfüllt alle meine Wünsche und hat genau einen Zweck und Nutzen. Schaut einfach mal drauf!

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FreeBSD: Native ZFS Encryption einrichten und nutzen

Seit FreeBSD 13 steht native ZFS Encryption zur Verfügung. Datasets lassen sich mit AES-256-GCM verschlüsseln, ohne dass der gesamte Pool verschlüsselt sein muss. Die Verschlüsselung greift pro Dataset und vererbt sich auf Kind-Datasets.

Verschlüsseltes Dataset anlegen

Ein neues Dataset mit Passphrase-Abfrage:

zfs create -o encryption=aes-256-gcm -o keyformat=passphrase usbpool/test01
Enter passphrase:
Re-enter passphrase:

Das Dataset wird sofort gemountet und ist einsatzbereit. Alles was hineingeschrieben wird, liegt verschlüsselt auf der Platte:

zfs list usbpool/test01
NAME             USED  AVAIL     REFER  MOUNTPOINT
usbpool/test01    99K   899G       99K  /usbpool/test01

zfs get encryption usbpool/test01
NAME            PROPERTY    VALUE        SOURCE
usbpool/test01  encryption  aes-256-gcm  -

Nach einem Reboot

Bei einem Passphrase-geschützten Dataset hat ZFS nach einem Reboot den Schlüssel nicht mehr. Das Dataset existiert, ist aber nicht gemountet:

zfs get mounted usbpool/test01
NAME            PROPERTY  VALUE    SOURCE
usbpool/test01  mounted   no       -

Mit zfs mount -l wird der Schlüssel geladen und das Dataset eingehängt:

zfs mount -l usbpool/test01
Enter passphrase for 'usbpool/test01':

zfs get mounted usbpool/test01
NAME            PROPERTY  VALUE    SOURCE
usbpool/test01  mounted   yes      -

Keyfile statt Passphrase

Statt einer Passphrase-Abfrage kann der Schlüssel auch in einer Datei liegen. Praktisch für Server die ohne Interaktion booten sollen:

zfs create -o encryption=aes-256-gcm \
  -o keyformat=passphrase \
  -o keylocation=file:///root/keys/pool.key \
  zroot/encrypted-data

Die Key-Datei enthält das Passphrase als Text. Wichtig: Die Datei muss beim Boot erreichbar sein, also auf einem unverschlüsselten Dataset liegen. Berechtigungen auf 0400 setzen.

Bestehende Datasets verschlüsseln

Verschlüsselung lässt sich nicht nachträglich auf ein bestehendes Dataset aktivieren. Man muss die Daten per zfs send | zfs receive in ein neues, verschlüsseltes Dataset migrieren. Die komplette Anleitung dafür steht im Beitrag ZFS-Dataset nachträglich verschlüsseln.

Eine Übersicht über alle ZFS-Funktionen gibt es im ZFS-Überblick. Wer sich für ZFS Encryption unter Solaris/OpenIndiana interessiert, findet die Anleitung unter ZFS Encryption unter Solaris. Fragen? Einfach melden.

Ich kann dir keine E-Mail schicken. Ich bekomme immer einen Fehler

Icon E-Mail Icon wird verdeckt von einem roten Kreis mit einem weißen Kreutz, welches verdeutlichen soll, dass E-Mail nicht funktioniert.

Einer der Vorteile eines eigenen Mailservers ist, dass man hier so restriktiv in seiner Konfiguration sein kann wie man es selbst für sich und seine Zwecke für richtig erachtet. So habe ich für mich entschieden, dass ich nur E-Mails annehmen möchte, welche über eine Transportverschlüsselung (TLS) bei mir eingeliefert werden. Wer also die folgende Meldung in seiner Errormail hat, dessen Mailserver hat sicher probiert die E-Mail bei mir ohne Transportverschlüsselung (also im Klartext) abzuliefern.

[...]
530-5.7.0 Must issue a STARTTLS command first
530 5.7.0 For assistance, visit https://matrix.to/#/@kernel-error:kernel-error.com
[...]

Transportverschlüsselung ist dabei bitte nicht zu verwechseln mit einer signierten oder gar verschlüsselten E-Mail. Ich nehme auch E-Mails an, welche weder signiert oder verschlüsselt sind. Die Transportverschlüsselung ist hier etwas wie das s bei httpS://. Das Mitlesen der E-Mail auf dem Weg zwischen eurem und meinem Mailserver soll damit nach Möglichkeit verhindert werden.

Möglichst verhindert werden? Ja, einen 100%tigen Schutz gibt es selbstverständlich nicht. Man kann nur versuchen sich diesem zu nähern. Dieses Nähern betrifft nun den zweiten Punkt welcher verhindern könnte, dass ihr mir eine E-Mail senden könnt. Die eingesetzte Transportverschlüsselung muss nämlich als „sicher“ gelten. Ich nehme also keine SSLv3 RC4 MD5 bla Verbindungen an. Wer also etwas wie das Folgende oder halt „Verbindung nicht möglich“ bekommt, dessen Mailserver ist nicht in der Lage eine „sichere“ TLS Verbindung aufzubauen.

warning: TLS library problem: error:1417A0C1:SSL routines:tls_post_process_client_hello:no shared ciphe

warning: TLS library problem: error:14209102:SSL routines:tls_early_post_process_client_hello:unsupported protocol

warning: TLS library problem: error:142090FC:SSL routines:tls_early_post_process_client_hello:unknown protocol

Warum macht dieses nun nicht jeder so? Nun… Möchte man als Unternehmen Geld damit verdienen, dass man in irgendeiner Form Benutzer dazu bringt bei einem einen E-Mail Service zu nutzen, dann möchte man natürlich seinen Kunden einen möglichst reibungsfreien Austausch ermöglichen. Denn der normale Benutzer wird es kaum verstehen und sicher einfach einen Anbieter wählen bei dem es „funktioniert“. Dieses könnte man daher als Grund anführen warum nicht jeder so restriktiv in seinen Empfangseinstellungen ist. Davon abgesehen hindert es kein Unternehmen daran, seinem Mailserver für ausgehende E-Mails die Möglichkeit zu schaffen gutes TLS zu sprechen. Ok, es sei denn dieser Server steht in China oder Nordkorea. Mein Mailserver ist also weit davon entfernt etwas Unmögliches zu verlangen!!!

Sprecht also mal mit der zuständigen Person eures Mailservers und fragt aus welchem Grund euer Mailserver nicht in der Lage ist sicheres TLS zu sprechen und ob man dieses nicht vielleicht doch ändern könnte!

Um mich in der Zwischenzeit dennoch irgendwie zu erreichen gibt es verschiedene Möglichkeiten welche man >>hier<< findet. Am einfachsten sicher über Matrix/Riot: @kernel-error:kernel-error.com.

Bis dahin.

Siehe auch: SPF-Record einrichten | DKIM einrichten

Postfix: Eingehende E-Mails ohne TLS ablehnen

Standardmäßig nimmt Postfix E-Mails auch ohne Transportverschlüsselung an. Mit smtpd_tls_security_level = may bietet der Server TLS an, erzwingt es aber nicht. Das bedeutet: Wenn die Gegenseite kein STARTTLS kann oder will, wird die Mail trotzdem im Klartext übertragen.

Man kann das ändern und E-Mails ohne TLS komplett ablehnen. Die Frage ist ob man sich das leisten kann.

Konfiguration

# /usr/local/etc/postfix/main.cf
smtpd_tls_security_level = encrypt

Mit encrypt verweigert Postfix die Annahme wenn der sendende Server kein STARTTLS aushandelt. Die Gegenseite bekommt einen temporären Fehler (454) und kann es später nochmal versuchen. Im Log steht dann:

postfix/smtpd: NOQUEUE: reject: RCPT from mail.example.de[...]: 454 4.7.0 TLS is required but was not offered

Vorher prüfen

Bevor man TLS erzwingt, sollte man wissen wie viele Mails betroffen wären. Im Postfix-Log lässt sich das auswerten:

# Anteil TLS vs. Klartext bei eingehenden Verbindungen
grep "TLS connection established" /var/log/maillog | wc -l
grep "connect from" /var/log/maillog | wc -l

In der Praxis liegt der TLS-Anteil bei den meisten Mailservern über 95 Prozent. Die letzten paar Prozent sind oft schlecht gewartete Systeme, Onlineshop-Bestätigungen oder Geräte aus Asien die sich nie um TLS gekümmert haben. Ob das ein Problem ist, hängt davon ab wessen Mails man bereit ist zu verlieren.

Ausgehend erzwingen

Für ausgehende Mails ist die Situation anders. Mit smtp_tls_security_level = encrypt verweigert Postfix die Zustellung wenn die Gegenseite kein TLS anbietet. Das ist riskant, weil man keine Kontrolle darüber hat ob der Empfänger-Server TLS kann.

Der bessere Weg für ausgehende Mails: MTA-STS und DANE prüfen automatisch ob die Zieldomain TLS verlangt und welches Zertifikat erwartet wird. Damit erzwingt man TLS nur dort wo die Gegenseite es auch unterstützt und verifiziert gleichzeitig die Identität.

# Ausgehend: opportunistisch, aber DANE wenn verfügbar
smtp_tls_security_level = dane
smtp_dns_support_level = dnssec

Mit dane als Security-Level nutzt Postfix DANE/TLSA-Records aus dem DNS. Ist ein TLSA-Record vorhanden, wird TLS erzwungen und das Zertifikat verifiziert. Ohne TLSA-Record bleibt es bei opportunistischem TLS. Zusammen mit dem Abschalten von TLS 1.0/1.1 ergibt das eine saubere Konfiguration. Fragen? Einfach melden.

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