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Schlagwort: Hardening (Seite 3 von 5)

Postfix MTA-STS Resolver für FreeBSD mit Logfile einrichten

Ich habe heute auch mal den postfix-mta-sts-resolver auf meinem privaten System zugeschaltet. Einfach um es mal zu „probieren“.

Tut einfach und wie beschrieben, ist so aber sicher nicht für größeren und produktiven Betrieb gedacht. So wie der resolver kommt schreibt er alle Meldungen leider nur in die Konsole, es gibt keinen File-Logger. Ich ähm will/brauch den aber!

Also habe ich einen Fork erstellt und ihn überredet in eine Datei zu loggen und direkt noch ein sehr rudimentäres rc.d init script beigelegt: https://github.com/Kernel-Error/postfix-mta-sts-resolver

Wer es also ebenfalls mal probieren möchte, viel Spaß.

Der mta-sts-daemon loggt nun per default in /var/log/mta-sts.log. Config über yml ist ebenfalls nun drin genau wie die Konfiguration per Startparameter. Das rc.d script für FreeBSD könnte sicher schöner sein und hätte gerne im default den Benutzer mta-sts im System. Wir wollen es ja nicht als Root laufen lassen, hm?

Das einzelne Programm mta-sts-query greift auf den gleichen Logger zu, gibt damit also nichts mehr in der Konsole aus sondern auch im Logfile. Vielleicht passe ich dieses noch an, wenn dann mache ich auch einen pull request. Sonst gehe ich mal davon aus, dass es eh bald im postifx ist *daumen-drück*


Update

Habe ich jetzt gemacht. Pullrequest wurde angenommen und das neue Release ist auch schon gemacht. Jetzt also mit Logfile und rc.d script für FreeBSD.

Fragen? Dann fragen.

Siehe auch: MTA-STS einrichten

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MTA-STS einrichten: Transportverschlüsselung für E-Mail erzwingen

SMTP überträgt E-Mails standardmäßig im Klartext. Mit STARTTLS lässt sich die Verbindung verschlüsseln, aber kein sendender Server ist gezwungen das auch zu tun. Schlimmer noch: Ein Angreifer im Netzwerk kann die STARTTLS-Antwort einfach unterdrücken und die Verbindung bleibt unverschlüsselt. MTA-STS (RFC 8461) löst dieses Problem: Der Empfänger veröffentlicht eine Policy, die sendenden Servern sagt „hier wird nur verschlüsselt zugestellt, mit gültigem Zertifikat, an genau diesen MX“.

MTA-STS vs. DANE

Es gibt zwei Wege, Transportverschlüsselung für E-Mail zu erzwingen: DANE und MTA-STS. DANE nutzt DNSSEC und TLSA-Records im DNS. Das ist technisch sauberer, setzt aber DNSSEC auf der Empfängerseite voraus. Viele große Provider (Google, Microsoft) haben kein DNSSEC. MTA-STS funktioniert ohne DNSSEC: Die Policy liegt als Textdatei auf einem Webserver, abgesichert durch ein normales TLS-Zertifikat. Wer beides kann, sollte beides einsetzen. DANE für die Server die DNSSEC können, MTA-STS für den Rest.

Die drei Komponenten

MTA-STS besteht aus drei Teilen: einem DNS-Record, einer Policy-Datei auf einem Webserver und optional TLS Reporting.

1. DNS TXT-Record

Ein TXT-Record unter _mta-sts.domain.de signalisiert, dass eine Policy existiert:

_mta-sts.kernel-error.de.  IN TXT  "v=STSv1;id=20260115130000Z;"

Die id ist ein beliebiger String. Sendende Server cachen die Policy und prüfen über die ID ob sich etwas geändert hat. Bei jeder Policy-Änderung muss die ID aktualisiert werden. Ich verwende dafür einen Zeitstempel, das macht es nachvollziehbar.

2. Policy-Datei

Die eigentliche Policy liegt unter https://mta-sts.domain.de/.well-known/mta-sts.txt. Wichtig: Der Webserver muss ein gültiges TLS-Zertifikat haben und unter genau diesem Hostnamen erreichbar sein.

version: STSv1
mode: enforce
mx: smtp.kernel-error.de
max_age: 2419200
modeenforce = nur verschlüsselt zustellen. testing = wie enforce, aber bei Fehlern trotzdem zustellen (gut zum Einstieg). none = Policy deaktiviert.
mxAn welche MX-Server zugestellt werden darf. Mehrere Einträge möglich (je eine Zeile). Wildcards gehen: *.kernel-error.de
max_ageWie lange die Policy gecacht wird, in Sekunden. 2419200 = 28 Tage.

Der empfohlene Weg: Mit mode: testing anfangen und die TLS-Reports auswerten. Wenn alles sauber ist, auf enforce umstellen.

3. TLS Reporting

Wie bei DMARC gibt es auch für MTA-STS ein Reporting-System: SMTP TLS Reporting (RFC 8460). Ein weiterer DNS TXT-Record teilt Absendern mit, wohin sie Berichte über TLS-Verbindungsprobleme schicken sollen:

_smtp._tls.kernel-error.de.  IN TXT  "v=TLSRPTv1;rua=mailto:postmaster@kernel-error.de"

Die Reports kommen als JSON per Mail und enthalten Informationen über fehlgeschlagene TLS-Verbindungen, ungültige Zertifikate oder MX-Mismatches. Google und Microsoft schicken diese Reports zuverlässig.

Postfix und MTA-STS

Postfix prüft von Haus aus keine MTA-STS-Policies. Für die ausgehende Seite braucht es postfix-mta-sts-resolver, ein Policy-Daemon der sich als smtp_tls_policy_maps in Postfix einhängt. Der Daemon cached die Policies und liefert Postfix die passende TLS-Konfiguration pro Zieldomain.

# /usr/local/etc/postfix/main.cf
smtp_tls_policy_maps = socketmap:unix:/var/run/mta-sts-daemon/mta-sts-daemon.sock:postfix

Die eingehende Seite braucht keine Software. Die drei DNS-Records und die Policy-Datei auf dem Webserver reichen aus. Sendende Server wie Gmail, Outlook oder Yahoo werten die Policy selbständig aus.

Testen

# DNS-Records prüfen
dig TXT _mta-sts.kernel-error.de +short
dig TXT _smtp._tls.kernel-error.de +short

# Policy abrufen
curl https://mta-sts.kernel-error.de/.well-known/mta-sts.txt

Siehe auch: internet.nl: Mailserver-Sicherheit testen mit dem niederländischen Standard, TLS 1.3 für Postfix & Dovecot: Einrichtung und Konfiguration, internet.nl verschärft die TLS-Anforderungen für Mailserver

Zusammen mit SPF, DKIM, DMARC und DANE ergibt MTA-STS eine lückenlose Absicherung: Authentifizierung (wer darf senden), Integrität (DKIM-Signatur) und Transportverschlüsselung (DANE/MTA-STS). Fragen? Einfach melden.

TLS 1.3 für Postfix & Dovecot: Einrichtung und Konfiguration

TLS 1.3 ist im Mailbetrieb der Normalfall. Sobald Postfix und Dovecot gegen ein aktuelles OpenSSL gelinkt sind, wird es ohne Zutun verwendet. Die Konfigurationsarbeit dreht sich nicht mehr darum, TLS 1.3 zu aktivieren, sondern darum, die alten Protokollversionen sauber abzuschalten und für den verbleibenden TLS-1.2-Fallback eine kontrollierte Cipher-Policy zu definieren.

Illustration zu TLS 1.3 im Mailbetrieb: Symbolische Darstellung von Postfix und Dovecot mit Schloss und Schlüssel vor Server-Hintergrund, steht für verschlüsselte SMTP- und IMAP-Verbindungen mit modernen TLS-Standards.

Voraussetzungen

Auf jedem aktuellen Linux oder BSD ist OpenSSL 3.x längst Default. OpenSSL 1.1.1 ist seit September 2023 End-of-Life und sollte nicht mehr im Einsatz sein. Postfix und Dovecot übernehmen den TLS-Stack vollständig aus der Library, eine eigene Aktivierung von TLS 1.3 entfällt. Welche Version tatsächlich verwendet wird, lässt sich auf dem Server eindeutig prüfen:

postconf -a | grep -i tls
dovecot --version
ldd $(which dovecot) | grep ssl
openssl version

Erscheint OpenSSL 3.x, ist alles an Bord was man braucht. Auch ältere 1.1.1-Builds beherrschen TLS 1.3, sind heute aber kein Argument mehr.

Postfix

Postfix verwendet TLS 1.3 automatisch, sobald die Gegenstelle es anbietet. Wichtig ist die Mindestversion. TLS 1.0 und TLS 1.1 sind kryptografisch tot und gehören aus der Aushandlung ausgeschlossen. Für Submission auf 587 und 465 ist heute realistisch sogar TLS 1.3 only sinnvoll, weil dort nur Mail-Clients hochkommen die eine moderne Library mitbringen. Für SMTP-Relay auf Port 25 zwischen Mailservern bleibt TLS 1.2 als Fallback notwendig, weil die Internet-Realität dort heterogener ist.

Eine solide Basis-Konfiguration für Postfix sieht so aus:

smtpd_tls_protocols = >=TLSv1.2
smtp_tls_protocols  = >=TLSv1.2

smtpd_tls_security_level = may
smtp_tls_security_level  = may

smtpd_tls_cert_file = /etc/letsencrypt/live/DOMAIN/fullchain.pem
smtpd_tls_key_file  = /etc/letsencrypt/live/DOMAIN/privkey.pem

Die Cipher-Optionen in Postfix wirken ausschließlich auf TLS 1.2 und älter. TLS 1.3 hat eine fest definierte Liste von AEAD-Cipher-Suites und ignoriert die Postfix-Optionen vollständig. Trotzdem ist es sinnvoll, für den Fallback eine saubere Policy zu setzen:

tls_preempt_cipherlist = yes

smtpd_tls_ciphers = high
smtp_tls_ciphers  = high

smtpd_tls_mandatory_ciphers = high
smtp_tls_mandatory_ciphers  = high

Damit greifen ausschließlich AEAD-Cipher mit Forward Secrecy. Welche das konkret sind, regelt OpenSSL über seine Defaults der jeweiligen Distribution. Für die Submission-Ports darf man strenger sein und auf encrypt oder secure hochziehen, während Port 25 mit may opportunistisch bleibt.

Session-Caching reduziert Handshake-Overhead und sollte aktiv sein:

smtpd_tls_session_cache_database = btree:${data_directory}/smtpd_scache
smtp_tls_session_cache_database  = btree:${data_directory}/smtp_scache

Dovecot

Dovecot nutzt TLS 1.3 ebenfalls automatisch, sofern OpenSSL es liefert. Konfiguriert wird die minimale Protokollversion, alles darunter wird hart abgeschaltet:

ssl = required
ssl_min_protocol = TLSv1.2

Wer nur noch moderne Clients erwartet, kann das auf TLSv1.3 heben. Eigene Praxiserfahrung: für IMAPS auf 993 und Submission auf 587/465 ist das auf einem privat betriebenen Server problemlos machbar. Auf öffentlichen Hostern mit unbekannter Client-Basis lieber bei TLS 1.2 als Untergrenze bleiben.

Die Cipher-Liste betrifft auch in Dovecot nur TLS 1.2 und älter. Eine restriktive Liste verhindert unsaubere Fallbacks bei alten Clients:

ssl_cipher_list = \
ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:\
ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:\
ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:\
ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384

ssl_prefer_server_ciphers = yes

Zertifikate werden wie gewohnt eingebunden:

ssl_cert = </etc/letsencrypt/live/DOMAIN/fullchain.pem
ssl_key  = </etc/letsencrypt/live/DOMAIN/privkey.pem

TLS 1.3 und Cipher-Suites

TLS 1.3 unterscheidet sich grundlegend von älteren Versionen. Die Cipher-Suites sind in RFC 8446 fest definiert und bestehen ausschließlich aus AEAD-Verfahren mit integrierter Authentifizierung und Forward Secrecy. Der Mailbetrieb sieht in der Praxis vor allem drei Suites: TLS_AES_256_GCM_SHA384, TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256 und TLS_AES_128_GCM_SHA256.

Postfix und Dovecot bieten keine Möglichkeit, diese Cipher direkt anzusteuern. Die Auswahl erfolgt während des Handshakes durch OpenSSL. Das ist kein Mangel, sondern Absicht und reduziert Fehlkonfigurationen erheblich.

Wer trotzdem versucht, TLS-1.3-Cipher über Applikationsoptionen zu beeinflussen, konfiguriert in Wahrheit nur TLS 1.2.

Der vollständige Mail-Crypto-Stack

TLS 1.3 alleine schützt eine SMTP-Verbindung nur dann zuverlässig, wenn die Gegenstelle die Verschlüsselung auch wirklich erwartet. Bei opportunistischem TLS auf Port 25 entscheidet jeder Server selbst, ob er sich auf eine unverschlüsselte Verbindung einlässt. Damit das nicht passiert, gibt es zwei Mechanismen die heute zum Standard gehören:

  • DANE nutzt DNSSEC und einen TLSA-Record, um den erwarteten Zertifikat-Fingerprint im DNS zu hinterlegen. Postfix kann das nativ verifizieren, sobald smtp_dns_support_level = dnssec und smtp_tls_security_level = dane gesetzt sind. Voraussetzung ist eine funktionierende DNSSEC-Validierung im lokalen Resolver.
  • MTA-STS publiziert die TLS-Erwartung über HTTPS und einen DNS-TXT-Record. Während DANE auf DNSSEC angewiesen ist, kommt MTA-STS ohne aus und wird daher von Anbietern wie Google, Microsoft und Apple breit unterstützt.
  • TLS-RPT liefert die Reports zurück, wenn ein Empfangsserver die TLS-Erwartung gerissen hat. Ohne TLS-RPT merkt man Konfigurationsdrift nur durch Zufall, mit TLS-RPT als JSON-Bericht ins Postfach.

In der Praxis lohnt sich keiner der drei Mechanismen alleine. DANE, MTA-STS und TLS-RPT bilden zusammen die durchgängige Kette aus Erwartung, Verifikation und Auditing. Wer nur einen davon hat, verliert eine Etappe.

Logging, Monitoring und Adoption messen

Ohne TLS-Logging fliegt man blind. Postfix bringt das frei Haus mit:

smtpd_tls_loglevel = 1
smtp_tls_loglevel  = 1

Damit landet pro Verbindung eine Zeile im Log mit Protokoll, Cipher und Schlüsselaustausch. Aus diesen Zeilen lässt sich auch die TLS-Adoption auswerten, also wer mit welcher Version und welchem Cipher kommt. Das gleiche Vorgehen habe ich für die Webseite mit dem Beitrag Post-Quantum TLS auf Nginx: 15 Tage $ssl_curve ausgewertet dokumentiert. Für SMTP funktioniert das analog, der einzige Unterschied ist die Logquelle.

Bei Dovecot reicht ein verbose_ssl = yes in der relevanten Service-Sektion, wenn man im Detail wissen will, was der TLS-Handshake gerade tut. Im Normalbetrieb genügt der Default.

Verifikation

Ob TLS 1.3 wirklich genutzt wird, lässt sich von außen sauber prüfen.

SMTP mit STARTTLS:

openssl s_client -starttls smtp -connect mail.example.com:25 -tls1_3

Submission und IMAPS direkt:

openssl s_client -starttls smtp -connect mail.example.com:587 -tls1_3
openssl s_client -connect mail.example.com:465 -tls1_3
openssl s_client -connect mail.example.com:993 -tls1_3

Wird der Handshake mit einem AEAD-Cipher aufgebaut, ist TLS 1.3 aktiv. Fällt die Verbindung auf TLS 1.2 zurück, greift die konfigurierte Cipher-Liste.

Für eine zweite Meinung lohnt sich ein Blick auf Hardenize oder internet.nl. Beide testen den Mail-Stack inklusive DANE, MTA-STS, TLS-RPT und Cipher-Set in einem Rutsch.

Wohin geht die Reise

TLS 1.2 wird in den nächsten Jahren auch im Mail-Bereich aussterben. Auf der Web-Seite ist das praktisch schon passiert, im SMTP-Relay zwischen Mailservern dauert es länger, weil dort die langsameren Migrationszyklen großer Provider den Takt vorgeben. Wer heute neu konfiguriert, sollte TLS 1.0 und 1.1 hart raushalten und TLS 1.2 als reine Fallback-Etappe behandeln.

Die nächste Stufe ist Post-Quantum-Kryptografie. X25519MLKEM768 ist bei mir auf dem Mail-Server seit Anfang 2026 produktiv und ich habe das Setup im Beitrag Post-Quantum TLS für E-Mail dokumentiert. Auf der Webseite habe ich die Adoption über 15 Tage gemessen und die Ergebnisse in 15 Tage $ssl_curve ausgewertet aufgeschrieben. Für den Mail-Stack steht eine analoge Auswertung noch aus, das Setup dafür ist aber identisch.

Fazit

TLS 1.3 erfordert in Postfix und Dovecot keine Sonderbehandlung. Was zählt, ist eine moderne OpenSSL-Version, eine klare Mindest-TLS-Policy, eine saubere Cipher-Liste für den TLS-1.2-Fallback und das Zusammenspiel aus DANE, MTA-STS und TLS-RPT für die Transport-Verschlüsselung im Internet.

Kein Feature-Flag.
Keine Magie.
Nur korrekte Defaults, bewusst begrenzt.

Siehe auch: Post-Quantum TLS für E-Mail mit X25519MLKEM768, MTA-STS einrichten, DNSSEC und DANE: TLS-Zertifikate mit TLSA-Records absichern und Rspamd: Automatisches Spam/Ham-Lernen mit Dovecot und IMAPSieve.

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TLS 1.0 und 1.1 abschalten: Postfix, Dovecot und Nginx auf TLS 1.2+ umstellen

TLS 1.0 stammt von 1999, TLS 1.1 von 2006. Beide Versionen haben bekannte Schwächen (BEAST, POODLE, fehlende AEAD-Cipher) und werden seit 2020 von keinem Browser mehr unterstützt. Qualys SSL Labs vergibt seit 2020 maximal ein B-Rating wenn TLS 1.0 oder 1.1 aktiv ist. Es gibt keinen Grund mehr, diese Protokolle anzubieten.

Postfix

In der main.cf die Mindestversion auf TLS 1.2 setzen. Die Einstellungen gelten getrennt für eingehende (smtpd) und ausgehende (smtp) Verbindungen:

# Eingehend (smtpd)
smtpd_tls_mandatory_protocols = >=TLSv1.2
smtpd_tls_protocols = >=TLSv1.2

# Ausgehend (smtp)
smtp_tls_mandatory_protocols = >=TLSv1.2
smtp_tls_protocols = >=TLSv1.2

Die Syntax >=TLSv1.2 gibt es seit Postfix 3.6. Bei älteren Versionen muss man die alten Protokolle einzeln ausschließen: !SSLv2, !SSLv3, !TLSv1, !TLSv1.1. Wenn OpenSSL 1.1.1+ oder neuer installiert ist, wird TLS 1.3 automatisch unterstützt und bevorzugt.

Dovecot

In conf.d/10-ssl.conf:

ssl_min_protocol = TLSv1.2
ssl_cipher_list = ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256
ssl_prefer_server_ciphers = yes

ssl_min_protocol gibt es seit Dovecot 2.3.15. In älteren Versionen heißt es ssl_protocols = !SSLv3 !TLSv1 !TLSv1.1. Die Cipher-Liste enthält nur AEAD-Cipher mit Forward Secrecy.

Nginx

ssl_protocols TLSv1.2 TLSv1.3;
ssl_ciphers TLS_AES_256_GCM_SHA384:TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256:TLS_AES_128_GCM_SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256;
ssl_prefer_server_ciphers on;

Die TLS-1.3-Cipher (TLS_AES_*) werden von OpenSSL automatisch bevorzugt und lassen sich nicht über ssl_ciphers deaktivieren. Die Reihenfolge in der Cipher-Liste gilt nur für TLS 1.2.

stunnel

Wer stunnel als TLS-Wrapper nutzt (z.B. für DNS over TLS):

options = NO_SSLv3
options = NO_TLSv1
options = NO_TLSv1.1

Prüfen

Nach der Umstellung prüfen ob die alten Protokolle wirklich deaktiviert sind:

# TLS 1.0 testen (sollte fehlschlagen)
openssl s_client -connect smtp.example.de:25 -starttls smtp -tls1 2>&1 | grep "Protocol"

# TLS 1.2 testen (sollte funktionieren)
openssl s_client -connect smtp.example.de:25 -starttls smtp -tls1_2 2>&1 | grep "Protocol"

Für Webserver hilft Qualys SSL Labs. Wer noch einen Schritt weitergehen will: Mit ECDSA-Zertifikaten wird der Handshake schneller und mit Post-Quantum Key Exchange ist der Schlüsselaustausch auch gegen Quantencomputer abgesichert. Fragen? Einfach melden.

FreeBSD: Verschlüsseltes ZFS-Backup auf USB-Platte mit geli

FreeBSD-Notebook erstellt per ZFS-Snapshot und zfs send ein verschlüsseltes Backup auf eine USB-Platte mit geli, Schlüsseldatei, Passphrase und sicherem Aushängen.

Ein Notebook mit Full-Disk-Encryption verdient auch ein verschlüsseltes Backup. Plan: ZFS-Snapshots per zfs send auf eine USB-Platte schieben, die komplett mit geli verschlüsselt ist. Schlüssel und Passphrase sicher aufbewahren, fertig.

Hinweis: Seit OpenZFS 2.0 (FreeBSD 13+) gibt es native ZFS-Verschlüsselung (zfs create -o encryption=aes-256-gcm). Damit entfällt geli als Zwischenschicht. Auf älteren Systemen oder wenn man die gesamte Platte unabhängig vom Dateisystem verschlüsseln will, bleibt geli die richtige Wahl.

USB-Platte verschlüsseln

Platte einstecken und per dmesg das Device identifizieren, in diesem Fall da0. Dann mit gpart eine neue GPT-Partitionstabelle anlegen und eine Partition erstellen.

geli braucht einen Schlüssel aus Zufallsdaten:

dd if=/dev/random of=./backup-key bs=256 count=1

Mit diesem Schlüssel die verschlüsselte Partition einrichten:

geli init -s 4096 -K ./backup-key -l 256 /dev/da0s1
Enter new passphrase:
Reenter new passphrase:

Metadata backup can be found in /var/backups/da0s1.eli and
can be restored with the following command:

    # geli restore /var/backups/da0s1.eli /dev/da0s1

Partition öffnen:

geli attach -k ./backup-key /dev/da0s1
Enter passphrase:

ZFS-Pool anlegen

Auf der geöffneten geli-Partition (da0s1.eli) den ZFS-Pool erstellen:

zpool create usb-backup /dev/da0s1.eli

zpool list
NAME         SIZE  ALLOC   FREE  CAP  HEALTH
zroot        460G   184G   276G  40%  ONLINE
usb-backup   928G   296K   928G   0%  ONLINE

Backup starten

Initiales Vollbackup per zfs send -R (rekursiv, alle Datasets und Snapshots):

zfs send -R zroot@auto-2015-05-23-21-00-00 | zfs recv -u usb-backup/notebook

Die Option -R sendet alles rekursiv. Die Option -u beim Empfänger verhindert, dass die Datasets auf der USB-Platte gemountet werden. Bei allen folgenden Backups muss nur noch die Differenz zwischen zwei Snapshots übertragen werden.

Platte sicher aushängen

Drei Schritte in der richtigen Reihenfolge:

  • Sync erzwingen, alle Daten sicher auf die Platte schreiben
  • ZFS-Pool exportieren
  • geli-Partition schließen
sync
zpool export usb-backup
geli detach /dev/da0s1

Wichtig: Den Schlüssel (backup-key) an einem dritten Ort aufbewahren, weder auf dem Notebook noch auf der Backup-Platte. Ohne Schlüssel und Passphrase sind die Daten nicht wiederherstellbar.

Mehr zu ZFS-Backups: Automatische ZFS-Snapshots und ZFS send/recv Fehler beheben. Fragen? Einfach melden.

OPENPGPKEY: GPG-Schlüssel direkt im DNS veröffentlichen

OPENPGPKEY-Record für einen GPG-Schlüssel im DNS mit Hash des E-Mail-Localparts, DNSSEC-Schutz, Base64-kodiertem Public Key und automatischem Abruf per GnuPG.

Schon länger kann man GPG-Schlüssel per CERT-Record im DNS hinterlegen, allerdings nur als Verweis auf einen Ort, an dem der Schlüssel liegt. Mit dem OPENPGPKEY Resource Record (RFC 7929) geht es einen Schritt weiter: Der komplette öffentliche Schlüssel steckt direkt im DNS-Record. Ist die Zone per DNSSEC gesichert, kann der Schlüssel nicht gefälscht werden, unabhängig von Keyservern und den dort möglicherweise kursierenden Fake-Keys.

Aufbau des Records

Der Hostname des OPENPGPKEY-Records wird aus der E-Mail-Adresse abgeleitet. Aus dem Localpart (alles vor dem @) wird ein SHA-256-Hash gebildet und die ersten 56 Zeichen davon als Subdomain unter _openpgpkey.domain verwendet. Für user@example.de:

echo -n "user" | sha256sum
# Ergebnis: 04f8996da763b7a969b1028ee3007569eaf3a635486ddab211d512c85b9df8fb
# Die ersten 56 Zeichen des Hashes werden zum Hostnamen:
04f8996da763b7a969b1028ee3007569eaf3a635486ddab211d512c85b._openpgpkey.example.de. IN OPENPGPKEY <base64-encoded-key>

Der Wert des Records ist der GPG Public Key im Binärformat, Base64-kodiert.

Record erzeugen

Den Hash des Localparts berechnen:

echo -n "kernel-error" | sha256sum | cut -c1-56
# 4e1543e4c2a42754aa23025a940a30d0d3d106025c9e03be8e525ac4

Den Public Key exportieren und Base64-kodieren:

gpg --export --export-options export-minimal kernel-error@kernel-error.com \
  | base64 -w 0

Beides zusammen ergibt den Zoneneintrag:

4e1543e4c2a42754aa23025a940a30d0d3d106025c9e03be8e525ac4._openpgpkey.kernel-error.com. IN OPENPGPKEY mQINBF...==

Zugegeben, der Record sprengt etwas die Zonenlesbarkeit. Ein GPG-Schlüssel hat schnell mehrere Kilobyte, das wird im Zonefile eine lange Zeile. BIND kommt damit problemlos klar.

Schlüssel automatisch aus dem DNS holen

GnuPG ab Version 2.1 kann OPENPGPKEY-Records direkt abfragen. Will man eine E-Mail verschlüsseln und hat den Schlüssel des Empfängers noch nicht, reicht:

gpg --auto-key-locate dane --locate-keys kernel-error@kernel-error.com

GnuPG sucht den OPENPGPKEY-Record im DNS, prüft die DNSSEC-Signatur und importiert den Schlüssel automatisch. Kein Keyserver nötig, kein manueller Import.

Testen

Ob der Record korrekt im DNS steht, lässt sich online prüfen: openpgpkey.info, E-Mail-Adresse eingeben, der Dienst fragt den OPENPGPKEY-Record ab und zeigt den gefundenen Schlüssel an.

OPENPGPKEY vs. CERT-Record

Der ältere CERT-Record enthält nur eine URL zum Schlüssel, der Client muss den Schlüssel dann von dort herunterladen. OPENPGPKEY packt den kompletten Schlüssel ins DNS. Vorteil: Ein einziger DNS-Lookup genügt, kein zusätzlicher HTTP-Request nötig. Nachteil: Große DNS-Antworten, die bei UDP-Transport fragmentiert werden können, aber mit passender EDNS-Konfiguration kein Problem.

Siehe auch: GPG-Schlüssel per PKA im DNS, GPG: E-Mails signieren und verschlüsseln mit GnuPG, Der sichere GPG-Schlüssel

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Openfire: Unsichere TLS-Cipher und Protokolle über Java deaktivieren

Openfire bringt in der Stable-Version keine Möglichkeit mit, schwache TLS-Cipher oder veraltete Protokolle wie SSLv3 zu deaktivieren. Die Nightly Builds haben das bereits im Default behoben, die Stable hinkt hinterher. Da Openfire auf Java läuft, lässt sich das Problem über die Java-Security-Konfiguration lösen.

Openfire Logo

java.security anpassen

Die Datei /usr/lib/jvm/java-8-oracle/jre/lib/security/java.security (Pfad je nach Distribution und Java-Version) enthält zwei relevante Einstellungen. Beide dürfen nur einmal in der Datei vorkommen.

Schwache Algorithmen für Zertifikatsketten deaktivieren:

jdk.certpath.disabledAlgorithms=MD2, RSA keySize < 1024

Unsichere TLS-Cipher und Protokolle deaktivieren. Die Liste verbietet SSLv3, alle RC4-Cipher, alle Export-Cipher, alle anonymen DH-Cipher und veraltete 3DES-Varianten:

jdk.tls.disabledAlgorithms=SSLv3, RC4, DES, DESede, \
  SSL_DH_anon_EXPORT_WITH_DES40_CBC_SHA, \
  SSL_DH_anon_EXPORT_WITH_RC4_40_MD5, \
  SSL_DH_anon_WITH_3DES_EDE_CBC_SHA, \
  SSL_DH_anon_WITH_DES_CBC_SHA, \
  SSL_DH_anon_WITH_RC4_128_MD5, \
  SSL_RSA_EXPORT_WITH_DES40_CBC_SHA, \
  SSL_RSA_EXPORT_WITH_RC2_CBC_40_MD5, \
  SSL_RSA_EXPORT_WITH_RC4_40_MD5, \
  SSL_RSA_WITH_NULL_MD5, \
  SSL_RSA_WITH_NULL_SHA, \
  TLS_ECDHE_RSA_WITH_3DES_EDE_CBC_SHA, \
  TLS_ECDH_anon_WITH_RC4_128_SHA

Das ist eine gekürzte Liste der wichtigsten Einträge. Je nach Sicherheitsanforderung kann man weitere Cipher hinzufügen. Oracle dokumentiert die Optionen unter den Stichworten "Java Algorithm restrictions for SSL/TLS" und "certification path processing".

JCE Unlimited Strength

Standardmäßig begrenzt Java die Schlüssellänge auf 128 Bit. Für AES-256 braucht man die JCE Unlimited Strength Jurisdiction Policy Files. Bei neueren Java-Versionen (ab 8u161) ist das per Default aktiv, bei älteren müssen die Policy-Dateien manuell installiert werden.

Aktivieren

Openfire neu starten. Die Änderungen in java.security wirken sofort beim nächsten Java-Start. Danach sollte ein TLS-Test nur noch aktuelle Cipher und Protokolle zeigen.

XMPP IM Observatory Score A

Wer zusätzlich Probleme mit S2S-Verbindungen hat: Im Beitrag zum 404 Remote Server Not Found ist das Thema fehlende Intermediate-Zertifikate beschrieben.

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Postfix: TLS-Protokoll und Cipher-Infos im E-Mail-Header anzeigen​

Als kleiner Postfix Tipp am Rande…. Wenn man gerade mit seinen TLS Einstellungen „herumspielt“, kann es helfen die groben Informationen für jede E-Mail nicht immer aus dem Logfile sammeln zu müssen.

Postfix bietet die schnelle Möglichkeit, genau diese Informationen einfach mit in den Mail Header zu packen.

Folgende Konfigurationserweiterung ist dafür nötig:

/etc/postfix/main.cf:
smtpd_tls_received_header = yes

Ab diesem Moment finden sich Informationen wie die unten stehende in eingehenden E-Mails.

So long….

Received: from mx01.domain.de (mx01.domain.de [1.2.3.4])
    (using TLSv1.2 with cipher DHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits))
    (No client certificate requested)
    by smtp.kernel-error.de (Postfix) with ESMTPS id 245478112D9
    for <kernel-error@kernel-error.com>; Wed, 17 Dec 2014 05:15:10 +0100 (CET)

Siehe auch: Client-Initiated Renegotiation deaktivieren

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IP Reverse Map Delegation: Einrichtung und Fehlerbehebung

IP-Reverse-Map-Delegation nach RFC 2317 mit Provider-Zone, Kunden-Subzone, CNAME-Verweisen, PTR-Antwort und Troubleshooting-Hinweisen.

Reverse Map Delegation nach RFC 2317 klingt komplizierter als es ist. Es löst ein konkretes Problem: Wer ein kleines IP-Netz hat (kleiner als /24), kann normalerweise keine eigene PTR-Zone betreiben. Mit Reverse Map Delegation geht es doch.

Warum man es braucht

In der guten alten Zeit bekam man ein /24 (256 Adressen). Da legt man einfach eine Zone 3.2.1.in-addr.arpa. an und fertig. Heute bekommt man, wenn überhaupt, ein /29 (8 Adressen). Und da liegt das Problem: DNS-Zonen werden am Punkt getrennt. Bei einem /24 passt das, bei einem /29 gibt es keinen Punkt an dem man die Zone aufteilen kann.

Der Provider behält also die /24-Zone und richtet für das kleine Subnetz CNAMEs ein, die auf eine „Sub-Zone“ des Kunden zeigen. Der Kunde kann dann seine PTR-Records selbst verwalten.

Die Provider-Seite

In der /24-Zone des Providers wird für das Subnetz 1.2.3.0/29 eine Delegation eingerichtet. Jede IP-Adresse bekommt einen CNAME in die Sub-Zone des Kunden:

$ORIGIN 3.2.1.in-addr.arpa.
$TTL 1D
@   1D IN SOA ns1.kernel-error.de. hostmaster.kernel-error.de. (
              2014101701 ; serial
              6H         ; refresh
              30M        ; retry
              2W         ; expiry
              1D )       ; minimum

         IN NS  ns1.kernel-error.de.
         IN NS  ns2.kernel-error.org.

; Delegation für 1.2.3.0/29 an den Kunden
0/29     IN NS    ns1.vandemeer.de.
0/29     IN NS    ns2.vandemeer.de.
0        IN CNAME 0.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
1        IN CNAME 1.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
2        IN CNAME 2.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
3        IN CNAME 3.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
4        IN CNAME 4.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
5        IN CNAME 5.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
6        IN CNAME 6.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
7        IN CNAME 7.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.

Die Kunden-Seite

Der Kunde richtet auf seinem DNS-Server die Sub-Zone ein und kann dort seine PTR-Records setzen wie gewohnt:

$ORIGIN 0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
$TTL 1D
@   1D IN SOA ns1.vandemeer.de. hostmaster.vandemeer.de. (
              2014101701 ; serial
              6H         ; refresh
              30M        ; retry
              2W         ; expiry
              1D )       ; minimum

         IN NS  ns1.vandemeer.de.
         IN NS  ns2.vandemeer.de.

0        IN PTR netzadresse.vandemeer.de.
1        IN PTR router.vandemeer.de.
2        IN PTR mailin.vandemeer.de.
3        IN PTR imap.vandemeer.de.
4        IN PTR webserver.vandemeer.de.
5        IN PTR frei.vandemeer.de.
6        IN PTR frei.vandemeer.de.
7        IN PTR broadcastadresse.vandemeer.de.

Ergebnis

Eine Reverse-Lookup-Abfrage für 1.2.3.4 läuft jetzt über den CNAME zum DNS des Kunden und liefert den gewünschten PTR-Record:

dig -x 1.2.3.4 +short
4.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
webserver.vandemeer.de.

Probleme

Wäre ja zu schön, wenn es keine gäbe.

Laut RFC darf ein PTR-Record eigentlich kein CNAME sein, außer in genau diesem Fall. Das RFC ist von 1998, aber es hat sich nicht überall herumgesprochen. Man muss seinem Gegenüber gelegentlich RFC 2317 erklären, bevor die Diskussion weitergeht.

Außerdem macht Postfix Ärger, wenn man reject_unknown_client in den smtpd_restrictions hat. Diese Prüfung erwartet, dass PTR und A/AAAA-Record zueinander passen. Bei Reverse Map Delegation tun sie das nicht, weil der CNAME dazwischen steht:

450 4.7.1 Client host rejected: cannot find your hostname, [4.5.6.7]

Wer einen größeren Mailserver betreibt, sollte auf der Mail-IP kein Reverse Map Delegation einsetzen, sondern den PTR direkt beim Provider setzen lassen. Spart Arbeit und Ärger.

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TLSA- und DANE-Records manuell prüfen: Schritt für Schritt mit OpenSSL

Es gibt inzwischen viele Webtools die TLSA-Records prüfen. Aber wer es einmal von Hand gemacht hat, versteht was dabei passiert. Der Ablauf ist immer gleich: Zertifikat vom Server holen, Hash berechnen, mit dem DNS-Record vergleichen.

Zertifikat holen

Verbindung zum Mailserver aufbauen und das Zertifikat per STARTTLS abholen:

openssl s_client -starttls smtp -connect smtp.kernel-error.de:25 \
  -servername smtp.kernel-error.de 2>/dev/null | \
  openssl x509 -outform PEM > /tmp/server.crt

Das Zertifikat liegt jetzt in /tmp/server.crt.

Hash berechnen

Welchen Hash man berechnen muss, hängt vom TLSA-Record ab. Die drei Felder im Record bestimmen das:

Usage0 = CA, 1 = End-Entity (Kette muss gültig sein), 2 = Trust Anchor, 3 = End-Entity (keine Kettenprüfung)
Selector0 = ganzes Zertifikat, 1 = nur Public Key (SPKI)
Matching Type0 = exakter Vergleich, 1 = SHA-256, 2 = SHA-512

Am häufigsten sieht man 3 1 1 (End-Entity, nur Public Key, SHA-256) oder 3 0 1 (End-Entity, ganzes Zertifikat, SHA-256). Zuerst den TLSA-Record aus dem DNS holen um zu sehen was erwartet wird:

dig _25._tcp.smtp.kernel-error.de TLSA +short

Dann den passenden Hash berechnen. Bei Selector 0 (ganzes Zertifikat) und Matching Type 1 (SHA-256):

# Selector 0 (Full Certificate), SHA-256
openssl x509 -in /tmp/server.crt -outform DER | openssl sha256
# Ausgabe: SHA2-256(stdin)= 94c8e1bd...

Bei Selector 1 (nur SPKI, Public Key) und SHA-256:

# Selector 1 (SPKI), SHA-256
openssl x509 -in /tmp/server.crt -noout -pubkey | \
  openssl pkey -pubin -outform DER | openssl sha256

Den berechneten Hash mit dem Wert aus dem TLSA-Record vergleichen. Stimmen sie überein, ist der Record korrekt.

Schnelltest mit posttls-finger

Wer nicht alles von Hand machen will: posttls-finger (Teil von Postfix) prüft den kompletten DANE-Ablauf in einem Schritt:

posttls-finger -t30 -T180 -c -L verbose,summary kernel-error.de

In der Ausgabe steht am Ende entweder Verified TLS connection established (DANE-Prüfung bestanden) oder eine Fehlermeldung mit dem konkreten Problem. Das Tool löst die MX-Records auf, holt den TLSA-Record, baut die TLS-Verbindung auf und vergleicht alles automatisch.

Wer DANE für den eigenen Mailserver einrichten will, findet die Anleitung unter Postfix mit DANE und DNSSEC absichern. Die Grundlagen zu DANE und TLSA-Records erklärt der Beitrag DNSSEC und DANE: TLS-Zertifikate mit TLSA-Records absichern. Fragen? Einfach melden.

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