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IPv6 ULA (fd00::/8), fc00::/7 und warum die Priorität oft anders ist als erwartet

Pv6 Unique Local Address fd00::/8 vs IPv4 – Priorität, Prefix Policy und Default Address Selection

Unique Local IPv6 Addresses sind eines dieser Themen, über die man meist erst stolpert, wenn man IPv6 ernsthaft benutzt. Nicht beim ersten „IPv6 ist an“-Häkchen, sondern dann, wenn man anfängt, Netze sauber zu trennen, VPNs aufzubauen, interne Services umzuziehen oder einfach keine Lust mehr auf NAT und IPv4-Private hat. Wer die IPv6-Grundlagen auffrischen will, findet dort den Einstieg.

ULA sollen genau das sein: lokal, eindeutig genug, nicht global routbar. Im Prinzip der IPv6-Nachfolger von 10/8 & Co. Klingt simpel. Ist es auch – bis man merkt, dass Betriebssysteme mit ULA manchmal Dinge tun, die man nicht intuitiv erwartet.

Fangen wir vorne an.

Der reservierte Adressraum für ULA ist fc00::/7. Das liest man oft so, und formal ist das auch korrekt. Praktisch relevant ist davon aber nur fd00::/8. Das sogenannte L-Bit (local) muss gesetzt sein. Der andere Teil, also fc00::/8, ist bis heute nicht weiter definiert und sollte in realen Netzen schlicht nicht verwendet werden. Wenn man ULA nutzt, dann immer fd….

Eine typische ULA sieht dann so aus:

fdXX:XXXX:XXXX::/48

Aufgeschlüsselt:

| 8 Bit | 40 Bit    | 16 Bit | 64 Bit        |
| fd    | Global ID | Subnet | Interface ID |
  • fd → Local-Bit gesetzt
  • Global ID → pseudozufällig, soll Kollisionen vermeiden
  • Subnet → klassische Subnetzstruktur
  • Interface ID → wie bei anderen IPv6-Unicast-Adressen

Die Global ID ist nicht „zentral vergeben“, sondern wird lokal generiert. Ziel ist nicht Sicherheit, sondern praktische Eindeutigkeit, falls Netze später zusammengeführt werden. In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut.

Bis hierhin ist alles noch harmlos. Die eigentliche Verwirrung beginnt in dem Moment, in dem ein Host mehrere mögliche Wege zum Ziel hat.

Dual-Stack ist heute der Normalfall. IPv4 und IPv6 gleichzeitig. Und plötzlich steht ein System vor der Frage:
Nehme ich IPv4? Nehme ich IPv6? Und wenn IPv6 – welche Adresse eigentlich?

Die Antwort darauf regelt RFC 6724. Dort ist die Default Address Selection definiert. Vereinfacht gesagt: eine Prioritätenliste für Adresspräfixe. Jedes Präfix bekommt eine Präzedenz. Höher gewinnt.

Und genau hier liegt der Punkt, der viele überrascht:
IPv6 ULA haben nach RFC 6724 eine niedrigere Priorität als IPv4.

Das heißt ganz konkret:
Ist ein Ziel sowohl über IPv4 als auch über IPv6-ULA erreichbar, wird IPv4 bevorzugt.

Das fühlt sich erstmal kontraintuitiv an. IPv6 ist doch „das Neue“. Aber aus Sicht des Standards ist die Logik klar: ULA sind bewusst lokal begrenzt. IPv4 ist – trotz aller Altlasten – global eindeutig. Also gewinnt IPv4.

In der Praxis sieht man dieses Verhalten regelmäßig, vor allem auf Linux- und FreeBSD-Systemen, die sich sehr nah am RFC orientieren. Windows und Apple-Systeme mischen zusätzlich noch Happy-Eyeballs-Mechanismen hinein, was das Verhalten manchmal schwerer nachvollziehbar macht, am Grundprinzip aber nichts ändert.

Wenn man verstehen will, was ein System tatsächlich tut, hilft ein Blick in die jeweilige Prefix-Policy.

Diagnose: Welche Prioritäten nutzt mein System?

Linux:

ip -6 addr show
ip -6 route show
ip -f inet6 addrlabel show

Interessant ist vor allem die Ausgabe der Address-Labels. Dort sieht man, mit welcher Präzedenz fd00::/8, IPv4-Mapped-Adressen und andere Präfixe bewertet werden.

Windows:

netsh interface ipv6 show prefixpolicies

Hier sieht man sehr direkt, welche Präzedenz Windows den einzelnen Präfixen zuordnet. In der Default-Konfiguration liegt ULA unter IPv4.

FreeBSD:

ip6addrctl

Auch hier ist die RFC-6724-Policy gut sichtbar.

Spätestens an dieser Stelle wird klar, warum ein interner Dienst trotz sauber konfigurierter IPv6-ULA plötzlich doch über IPv4 angesprochen wird. Das System macht exakt das, was der Standard vorsieht.

Nun kann man sagen: „Okay, verstanden.“
Oder man kann sagen: „Das ist nicht das Verhalten, das ich will.“

Beides ist legitim.

Anpassung: ULA bewusst höher priorisieren

Wenn ULA für interne Kommunikation wichtiger sind als IPv4 – etwa in reinen IPv6-Infrastrukturen mit IPv4 nur als Fallback – kann man die Präzedenz anpassen.

Linux (/etc/gai.conf):

# IPv6 ULA höher priorisieren als IPv4
precedence fd00::/8  45

Nach einem Reload des Stacks oder Neustart gilt die neue Reihenfolge.

Windows:

netsh interface ipv6 set prefixpolicy fd00::/8 precedence=45 label=1

Damit liegt ULA über IPv4. Windows speichert diese Einstellung persistent.

FreeBSD:

Je nach Version über ip6addrctl oder entsprechende rc-Settings.

Wichtig: Das ist keine rein kosmetische Änderung. Man greift hier bewusst in die Adressauswahl ein. Das sollte man nur tun, wenn man das Netzdesign verstanden hat und weiß, warum man es will.

ULA sind kein Ersatz für Global Unicast Addresses. Sie sind auch kein Allheilmittel. Sie sind ein Werkzeug. Ein gutes – aber eben eines mit klar definiertem Scope.

Spannend ist, dass es inzwischen Entwürfe gibt, die das Verhalten von RFC 6724 weiterentwickeln. Ziel ist unter anderem, ULA-zu-ULA-Kommunikation besser zu priorisieren und bestimmte unerwünschte IPv4-Fallbacks zu vermeiden (ähnlich dem Problem mit Carrier Grade NAT und IPv6). Stand heute ist das aber noch nicht flächendeckend umgesetzt. Man sollte sich also nicht darauf verlassen, sondern das Verhalten der eigenen Systeme prüfen.

Am Ende bleibt:

ULA funktionieren. Sie sind sauber spezifiziert. Aber ihre Priorität ist kein Zufall, sondern eine bewusste Designentscheidung. Wer sie einsetzt, sollte wissen, warum IPv4 manchmal „gewinnt“ – und dann entscheiden, ob das so bleiben soll oder nicht.

Wie so oft bei IPv6 liegt das eigentliche Problem nicht im Protokoll, sondern in den Erwartungen, die man aus der IPv4-Welt mitbringt.

Siehe auch: IPv6 Grundlagen

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FreeBSD Kernel Quellen installieren | How to install FreeBSD kernel sources

Wie immer wenn mich eine Frage oft erreicht, gibt es hier dazu eine kurze Erklärung. Dieser Beitrag wird wirklich extrem kurz, denn um die Kernel Quellen für sein FreeBSD zu installieren nutze ich selbst immer folgenden Einzeiler:

# sudo svn checkout https://svn.freebsd.org/base/releng/`uname -r | cut -d'-' -f1,1` /usr/src

Tja, ich sag doch… Einfach und kurz. Viel Spaß

root@errortest:/etc/X11 # cd /usr/ports/graphics/drm-current-kmod/ && make install clean
===>  drm-current-kmod-4.16.g20190430 requires kernel source files in /usr/src.
*** Error code 1

Stop.
make: stopped in /usr/ports/graphics/drm-current-kmod

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FreeBSD Jail Upgrade: Wenn freebsd-update die Version nicht erkennt

FreeBSD-Jails lassen sich mit freebsd-update genauso upgraden wie das Host-System. Der Parameter -b gibt den Pfad zur Jail an:

# Normales Jail-Upgrade
freebsd-update -r 14.2-RELEASE upgrade -b /zroot/jails/myjail
freebsd-update install -b /zroot/jails/myjail
service jail restart myjail
freebsd-update install -b /zroot/jails/myjail
# Pakete aktualisieren
jexec myjail pkg upgrade
freebsd-update install -b /zroot/jails/myjail

Das Problem: Falsche Versionserkennung

Manchmal ist freebsd-update davon überzeugt, dass die Jail bereits auf der Zielversion läuft, obwohl sie es nicht ist. Prüft man manuell, steht da noch die alte Version:

jexec myjail freebsd-version
13.2-RELEASE-p9

Das passiert typischerweise wenn die Jail schon Patches bekommen hat oder wenn der Host auf einer anderen Version läuft als die Jail. freebsd-update liest die Version aus Dateien im Jail-Dateisystem und kommt durcheinander.

Die Lösung: –currently-running

Mit --currently-running gibt man freebsd-update die aktuelle Version explizit vor:

freebsd-update -b /zroot/jails/myjail --currently-running 13.2-RELEASE-p9 -r 14.2-RELEASE upgrade

Danach läuft das Upgrade normal durch. Die Version, die man bei --currently-running angibt, muss exakt der Ausgabe von freebsd-version in der Jail entsprechen, inklusive Patchlevel.

Tipp: Vor dem Upgrade einen ZFS-Snapshot der Jail anlegen. Falls etwas schiefgeht, ist ein Rollback in Sekunden erledigt.

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bhyve und vm-bhyve: Windows-VM auf FreeBSD einrichten

bhyve und vm-bhyve auf FreeBSD mit Windows-VM, ZFS-Storage, virtuellem Netzwerk, ISO-Import, VNC-Zugriff, RDP-Nutzung und VM-Verwaltung.

FreeBSD bringt seit Version 10.0 einen eigenen Typ-2-Hypervisor mit: bhyve. Für den täglichen Umgang empfiehlt sich vm-bhyve als Verwaltungstool, damit lässt sich eine Windows-VM in wenigen Minuten einrichten, ohne sich mit den bhyve-Basistools herumschlagen zu müssen.

vm-bhyve installieren und einrichten

# Installation
pkg install vm-bhyve grub2-bhyve uefi-edk2-bhyve

# ZFS-Dataset für VMs anlegen
zfs create pool/vm

# Autostart aktivieren
sysrc vm_enable="YES"
sysrc vm_dir="zfs:pool/vm"

# Initialisieren und Templates kopieren
vm init
cp /usr/local/share/examples/vm-bhyve/* /pool/vm/.templates/

# Netzwerk-Switch erstellen und physisches Interface anhängen
vm switch create public
vm switch add public em0

Windows-VM erstellen

ISO-Dateien importieren, die Windows-ISO und die virtio-Treiber für die Netzwerkkarte:

# Windows-ISO importieren
vm iso /home/kernel/Download/win10.iso

# virtio-net Treiber (für die Netzwerkkarte in der VM)
fetch https://fedorapeople.org/groups/virt/virtio-win/direct-downloads/stable-virtio/virtio-win.iso
vm iso /home/kernel/Download/virtio-win.iso

VM aus dem mitgelieferten Windows-Template erstellen:

vm create -t windows -s 200G win10

VM-Konfiguration anpassen

Das Windows-Template kommt mit 2 CPUs und 2 GB RAM. Für eine brauchbare Windows-VM besser anpassen:

vm configure win10
uefi="yes"
cpu=4
memory=8G
graphics="yes"
graphics_port="5999"
graphics_listen="127.0.0.1"
graphics_res="1280x1024"
graphics_wait="auto"
xhci_mouse="yes"
network0_type="virtio-net"
network0_switch="public"
disk0_type="ahci-hd"
disk0_name="disk0.img"

Die wichtigsten Optionen: graphics="yes" aktiviert einen VNC-Server für die Grafikausgabe, xhci_mouse="yes" sorgt für eine brauchbare Maus in der VM, network0_type="virtio-net" nutzt den schnelleren paravirtualisierten Netzwerktreiber statt einer emulierten Karte.

Installation und Zugriff

# VM starten und ISO einlegen
vm install win10 win10.iso

Dann mit einem VNC-Viewer auf 127.0.0.1:5999 verbinden und Windows installieren. Nach der Installation die virtio-Treiber-ISO einlegen (vm install win10 virtio-win.iso) und Windows die Netzwerktreiber dort suchen lassen.

Für den täglichen Zugriff RDP in der VM aktivieren, dann braucht man den VNC-Viewer nur noch für die Ersteinrichtung.

VM verwalten

# Laufende VMs anzeigen
vm list
NAME   DATASTORE  LOADER  CPU  MEMORY  VNC  AUTOSTART  STATE
win10  default    uefi    4    8G     ,    No         Running (10638)

# VM stoppen / starten
vm stop win10
vm start win10

# Snapshot erstellen (ZFS-Snapshot der VM-Disk)
vm snapshot win10

Details und weitere Optionen im vm-bhyve Wiki. Fragen? Einfach melden.

SSD Secure Erase mit FreeBSD: So löschst du deine SSD sicher

Um alle Daten einer SSD möglichst sicher zu löschen gibt es im ATA die Funktion: „ATA Secure Erase“. Möchte man nun seine SSD schnell und einfach von allen Daten befreien (dd mit Nullen ist ja eher eine schlechte und nicht funktionsfähige Möglichkeit bei SSDs), nutzt man einfach diese Funktion.

Bei einem FreeBSD sieht dieses unter optimalen Bedingungen wie folgt aus:

root@sun-wks:/usr/home/kernel # camcontrol security ada4 -s Erase -e Erase
pass7: <OCZ-AGILITY3 2.15> ATA8-ACS SATA 3.x device
pass7: 600.000MB/s transfers (SATA 3.x, UDMA6, PIO 8192bytes)

You are about to ERASE ALL DATA from the following device:
pass7,ada4: <OCZ-AGILITY3 2.15> ATA8-ACS SATA 3.x device

Are you SURE you want to ERASE ALL DATA? (yes/no) yes
Issuing SECURITY_SET_PASSWORD password='Erase', user='master', mode='high'
Issuing SECURITY_ERASE_PREPARE
Issuing SECURITY_ERASE_UNIT password='Erase', user='master'

Erase Complete

Optimale Bedingungen?

Das eine oder andere BIOS „schützt“ die Festplatten vor dieser Funktion und sorgt dafür das sie nicht genutzt werden kann. Hier hilft es die Platte erst nach dem Boot anzuschließen. Um die Funktion nutzen zu können muss der SSD ebenfalls erst ein Kennwort gegeben werden. Ohne gesetztes Kennwort kann die Funktion ebenfalls nicht genutzt werden. Ich habe dieses in einem Abwasch erledigt indem ich erst das Kennwort und dann direkt die Funktion mit dem gesetzten Kennwort aufrufe (-s Erase -e Erase) Erase ist also in meinem Beispiel das gesetzte Kennwort.

Da wir gerade dabei sind… Viele SSDs habe eine Art „Selbstheilungsmodus“… Ist diese aktiviert prüft sich die SSD selbst und repariert sich, soweit möglich. Dieser Modus wird aktiviert wenn die SSD am Strom aber nicht am Datenbus angeschlossen ist. Bedeutet. SATA/SAS Kabel abziehen. Strom anschließen/einschalten und warten. In der Regel sollten SSDs nach knapp 4 Stunden mit ihrer „Selbstheilung“ fertig sein. Dieses lässt sich natürlich im Anschluss noch einmal wiederholen. Funktioniert die SSD nach zwei Durchläufen noch nicht wie gewünscht, wird sie wohl wirklich kaputt sein.

Fragen? Dann Fragen.

Siehe auch: ZFS Encryption

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ioping: Read- und Write-Latency schnell messen

Für ausführliche Storage-Benchmarks gibt es Tools wie bonnie++ oder fio. Wenn man nur schnell die Read- oder Write-Latency eines Dateisystems prüfen will, reicht ioping — ein einzelner Befehl, Ergebnis in Sekunden.

Installation

# FreeBSD
pkg install ioping

# Debian/Ubuntu
apt install ioping

Read-Latency messen

ioping -s 256k -T 120 -D -c 20 ./
256 KiB <<< ./ (zfs tanksmeer/usr/home): request=1 time=16.0 us (warmup)
256 KiB <<< ./ (zfs tanksmeer/usr/home): request=2 time=35.7 us
256 KiB <<< ./ (zfs tanksmeer/usr/home): request=3 time=45.8 us
...

--- ./ (zfs tanksmeer/usr/home) ioping statistics ---
19 requests completed in 853.7 us, 4.75 MiB read, 22.3 k iops, 5.43 GiB/s
generated 20 requests in 19.0 s, 5 MiB, 1 iops, 269.2 KiB/s
min/avg/max/mdev = 35.7 us / 44.9 us / 52.8 us / 3.85 us

Die Parameter im Detail:

  • -s 256k — Blockgröße pro Request (hier 256 KiB)
  • -T 120 — Timeout in Sekunden, Requests die länger brauchen werden ignoriert
  • -D — Direct I/O, umgeht den Kernel-Cache (misst die echte Disk-Latency)
  • -c 20 — Anzahl der Requests
  • ./ — Pfad zum Dateisystem das gemessen werden soll

Die Summary am Ende zeigt min/avg/max/mdev — genau wie bei ping. Hier: durchschnittlich 44,9 µs Read-Latency auf einem ZFS-Dataset.

Write-Latency messen

Für die Write-Latency kommt ein einziger Parameter dazu — -W:

ioping -s 256k -T 120 -D -W -c 20 ./
256 KiB >>> ./ (zfs tanksmeer/usr/home): request=1 time=27.0 us (warmup)
256 KiB >>> ./ (zfs tanksmeer/usr/home): request=2 time=54.4 us
256 KiB >>> ./ (zfs tanksmeer/usr/home): request=3 time=60.6 us
...

--- ./ (zfs tanksmeer/usr/home) ioping statistics ---
19 requests completed in 3.86 ms, 4.75 MiB written, 4.93 k iops, 1.20 GiB/s
generated 20 requests in 19.0 s, 5 MiB, 1 iops, 269.5 KiB/s
min/avg/max/mdev = 51.6 us / 202.9 us / 2.65 ms / 577.9 us

Write ist hier erwartungsgemäß langsamer — 202,9 µs im Schnitt gegenüber 44,9 µs beim Lesen. Die höhere Standardabweichung (577,9 µs vs. 3,85 µs) zeigt, dass einzelne Writes deutlich länger dauern können (hier ein Ausreißer mit 2,65 ms — vermutlich ein ZFS Transaction Group Commit).

Weitere nützliche Optionen

# Fortlaufend messen (wie ping ohne -c)
ioping -D ./

# Nur die Summary nach 10 Requests
ioping -D -c 10 -q ./

# Bestimmte Blockgröße (4k für Random I/O)
ioping -s 4k -D -c 20 ./

# Netzlaufwerk / NFS-Mount testen
ioping -D -c 20 /mnt/nfs-share/

Praktisch für einen schnellen Vergleich: Lokale SSD, NFS-Share und USB-Platte mit dem gleichen Befehl messen — die Unterschiede werden sofort sichtbar. Fragen? Einfach melden.

FreeBSD CPU Microcode Updates

Das es auch mal in einer CPU Fehler geben kann ist nicht jedem bewusst. Da es aktuell sehr durch die Presse geht, inzwischen vielleicht schon einigen Menschen mehr als vorher. Das diese Fehler in CPUs sogar recht oft vorkommen, daran denken die wenigsten. Ich kann mich noch an einen Intel Prozessor erinnern bei dem man einfach mit dem Windows Taschenrechner testen konnte ob ein bestimmte Bug vorliegt. Diese CPU durfte man sogar zurückgeben weil es sich nicht durch ein simples Update fixen lässt.

Update? Ja man kann den sogenannten Microcode der CPU updaten. Ja der Microcode ist fest in der CPU „eingebrannt“ ein solches Update muss also jedes mal gemacht werden, wenn die CPU erneut eingeschaltet wird. Daher lösen es die meisten Mainbordhersteller über ein Bios Update. Wenn ihr also mal die Changelogs eurer Bios Updates durchgeht werdet ihr immer mal wieder etwas von CPU und oder Microcode lesen. Das ist dann genau so etwas. Setzt man ein älteres Mainboard ein gibt es auch kein Update. Setzt man Linux ein installiert man sich die Microcode Updates und bei jedem Start bekommt die CPU so ihr Update. Bei FreeBSD geht dieses natürlich ebenfalls. Da diese Frage bei mir schon ein paar mal angekommen ist, dieser Beitrag.

Das Paket nennt sich devcpu-data und findet sich in der Ports und ebenfalls auch als Binary:

$ pkg install devcpu-data

Damit es aktiviert ist und beim Booten geladen wird, ja ihr erratet es… Folgendes muss in die /etc/rc.conf :

microcode_update_enable="YES"

Dann lässt sich alles einmal anstarten und direkt sehen ob es erfolgreich ist:

$ /usr/local/etc/rc.d/microcode_update start
Updating cpucodes...
/usr/local/share/cpucontrol/m12206a7_00000029.fw: updating cpu /dev/cpuctl0 from rev 0x28 to rev 0x29... done.
/usr/local/share/cpucontrol/m12206a7_00000029.fw: updating cpu /dev/cpuctl2 from rev 0x28 to rev 0x29... done.
/usr/local/share/cpucontrol/m12206a7_00000029.fw: updating cpu /dev/cpuctl4 from rev 0x28 to rev 0x29... done.
/usr/local/share/cpucontrol/m12206a7_00000029.fw: updating cpu /dev/cpuctl6 from rev 0x28 to rev 0x29... done.
Done.

Wie man sieht, er konnte ich ein Update vom Microcode durchführen und es gab auch eines. Es kommt immer mal wieder vor das Fehler gefunden werden daher dieses immer aktuell halten.

Siehe auch: FreeBSD auf dem Desktop

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FreeBSD: WLAN und der Ländercode korrekt einstellen

Grafik zum Thema FreeBSD WLAN und Ländercode: Ein WLAN-Router mit Antennen, daneben Terminal-Kommandos zur ifconfig-Konfiguration von Regdomain und Country. Im Hintergrund eine Weltkarte mit Markierungen für FCC/US-Default und ETSI/DE sowie der FreeBSD-Daemon als zentrales Element.

Funkregulierung ist länderspezifisch. Jede Region definiert, welche 2,4 GHz und 5 GHz-Kanäle, Sendeleistung und Radar-/DFS-Regeln gelten. In FreeBSD steuert eine Kombination aus Regulatory Domain (z. B. ETSI für Europa, FCC für USA, APAC für Asien/Pazifik) und Country (z. B. „DE“ bzw. „Germany“, „AT“ bzw. „Austria“, „GB“ bzw. „United Kingdom“) den erlaubten Betrieb. Ohne Anpassung bleibt oft der US-Default aktiv, der in Europa eingeschränkter ist.

FreeBSD nutzt keine ISO-Kurzcodes allein (also nicht nur „DE“, „UK“). Der Country-Name muss exakt aus den Einträgen in /etc/regdomain.xml kommen (z. B. „United Kingdom“ statt „UK“). Diese Erkenntnis hat bei mir zum Beginn etwas gebraucht

Praxis: So stellst du es sauber ein.

1 Hardware/Interface prüfen

sysctl net.wlan.devices      # listet WiFi-Chips
ifconfig wlan0               # zeigt aktuelles Regdomain/Country
ifconfig wlan0 list regdomain
ifconfig wlan0 list countries

2 Interface runterfahren

ifconfig wlan0 down

3 Regdomain & Country setzen

ifconfig wlan0 regdomain etsi2 country DE
# etsi2 bezieht sich auf die regionale Definition (Europa),
# DE ist der länderspezifische Eintrag aus /etc/regdomain.xml

4 Interface wieder hochfahren

ifconfig wlan0 up

5 Persistenz in /etc/rc.conf (denn das was wir bis jetzt gemacht haben ist nach dem nächsten Reboot weg).

sysrc create_args_wlan0="country DE regdomain etsi2"
sysrc wlans_iwn0="wlan0"
sysrc ifconfig_wlan0="WPA DHCP"

Ersetze iwn0 durch dein Device und etsi2 durch den passenden Regdomain-Block, wenn du nicht DE bist, sonst ist copy&paste gut.

Warum das wichtig ist

  • Rechtliche Konformität: falsche Domain/Code kann gegen lokale Funkbestimmungen verstoßen. Was in der Regel aber eher ein theoretisches Problem sein sollte.
  • Kanalauswahl: Europa nutzt 1–13, USA nur 1–11. US-Default kann daher Kanäle ausblenden. Kanal 13 ist meist sehr „leer“ also gut, wenn viel um einen herum los ist ABER alle Geräte müssen das auch können und passend, wie hier beschrieben, für sich konfiguriert sein.
  • DFS/5 GHz: moderne Regime wie ETSI/ETSI2 definieren zusätzliche Regeln für 5 GHz/DFS; FCC-Default kann hier ebenfalls andere Limits haben.

Aktuelle Unterschiede zu älteren Releases (Update 2026).

FreeBSD 14.x/15.x haben bessere Treiber und WLAN-Stack-Support (siehe auch FreeBSD auf dem Desktop), was dazu führt, dass viele Geräte stabiler laufen. Die Regulatory Domain-Mechanik selbst hat sich nicht grundlegend verändert; sie ist weiterhin über ifconfig steuerbar. Firmware-Unterstützung für Chips kann aber Einfluss auf die tatsächliche Kanalnutzung haben, unabhängig von RegDomain-Einstellungen. Auf Probleme bin ich damit noch nicht gestoßen, was aber nur bedeutet, dass meine Hardware kein Problem macht.

Risiken/Trade-offs

  • Falsche Codes: „AU“ ist nicht immer Australien, manchmal Österreich im Regdomain XML; achte auf die Einträge. Aber hey, es gibt in Wien am Flughafen ja auch einen Schalter, nur um Menschen zu erklären, warum sie jetzt in Österreich und nicht in Australien sind Hin und wieder würde ich da gerne Sitzen, nur um die Gesichter zu sehen. Ja, das ist böse, ich weiß.
  • Installer-Defaults: Der FreeBSD-Installer setzt nicht immer den passenden Regdomain/Country für WLAN – du musst das nachinstallieren/konfigurieren. Aber hey, das kennen wir doch von FreeBSD und mögen ja auch irgendwie diese Verlässlichkeit, oder?
  • Treiber/Firmware: Manche WLAN-Adapter benötigen separate Firmware-Blobs (z. B. Realtek), sonst funktioniert WiFi gar nicht – unabhängig von Regdomain.

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ZFS send/recv: „Cannot receive incremental stream“ beheben

Inkrementelle Replikation mit ZFS

Mit zfs send und zfs recv lassen sich Datasets über SSH auf ein anderes System replizieren. Das Schöne daran: Nach einem initialen Vollabgleich muss man nur noch die Differenz zwischen zwei Snapshots übertragen. Bei großen Datasets spart das enorm Bandbreite und Zeit.

Beispiel: Eine FreeBSD Jail mit 100 GB Mediadaten. Wöchentliche Snapshots werden automatisch erstellt. Der initiale Transfer:

zfs send zroot/jails/subsonic@weekly-2017-03-12 | ssh zfsrecv@system02 zfs recv zroot/backup/subsonic

Ab jetzt nur noch das Delta zum nächsten Snapshot:

zfs send -i zroot/jails/subsonic@weekly-2017-03-12 zroot/jails/subsonic@weekly-2017-03-19 \
  | ssh zfsrecv@system02 zfs recv zroot/backup/subsonic

Der Fehler

Das funktioniert nur, solange das Ziel-Dataset seit dem letzten Snapshot nicht verändert wurde. Jede Änderung — und sei es nur ein Update der Access-Time (atime) durch einen Lesezugriff — reicht aus, damit ZFS den inkrementellen Stream ablehnt:

cannot receive incremental stream: destination zroot/backup/subsonic has been modified
since most recent snapshot
warning: cannot send 'zroot/jails/subsonic@weekly-2017-03-19': signal received

ZFS sagt damit: Zwischen dem letzten gemeinsamen Snapshot und jetzt hat sich am Ziel etwas geändert. Das Delta passt nicht mehr.

Lösung und Prävention

Man muss nicht alles neu übertragen. Mit -F weist man zfs recv an, das Ziel-Dataset auf den letzten gemeinsamen Snapshot zurückzurollen und dann das Delta anzuwenden:

zfs send -i zroot/jails/subsonic@weekly-2017-03-12 zroot/jails/subsonic@weekly-2017-03-19 \
  | ssh zfsrecv@system02 zfs recv -F zroot/backup/subsonic

Damit das Problem gar nicht erst auftritt, setzt man das Ziel-Dataset auf readonly:

zfs set readonly=on zroot/backup/subsonic

So kann nichts am Ziel verändert werden — kein atime-Update, kein versehentliches Schreiben. Das -F im Skript schadet trotzdem nicht als Sicherheitsnetz. Und nicht vergessen: Auf dem Zielsystem regelmäßig alte Snapshots aufräumen, sonst wächst der Plattenverbrauch stetig.

Mehr Details in der OpenZFS-Dokumentation zu zfs send. Mehr zu ZFS: ZFS Compression und Deduplication und TRIM im ZFS-Pool aktivieren. Fragen? Einfach melden.

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