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HTTPS RR und SVCB: Moderne DNS-Records für schnellere und sicherere Verbindungen

HTTPS RR und SVCB DNS-Records – schnellere Verbindungen mit HTTP/3, QUIC und DNSSEC

Wenn ein Browser eine HTTPS-Verbindung aufbaut, braucht er normalerweise mehrere DNS-Lookups und Round-Trips, bevor er überhaupt weiß, welche Protokolle der Server unterstützt. Erst A/AAAA-Record abfragen, dann TCP-Verbindung, dann TLS-Handshake, dann Alt-Svc-Header parsen für HTTP/3. Das ist ineffizient und seit November 2023 gibt es mit RFC 9460 eine saubere Lösung dafür: den HTTPS Resource Record.

Die großen Browser Hersteller unterstützen das ebenfalls schon, eigentlich mehr aus Eigeninteresse, denn viele Vorschläge kommen sogar direkt von ihnen. Oh, natürlich sollte die jeweilige Zone auch per DNSSec geschützt sein, denn wir wollen uns hier ja auf´s DNS verlassen können. Richtig?! Wenn ihr also noch kein DNSsec für eure Domain aktiviert habt (warum nicht?) dann bitte jetzt, wir haben bald 2026!

Ich habe das jetzt auf meiner DNS-Infrastruktur (BIND 9.20, FreeBSD, Master-Slave-Setup) für alle relevanten Dienste ausgerollt und dabei auch gleich SVCB-Records für die DNS-Server selbst gesetzt. Hier die Details.

Was ist der HTTPS RR?

Der HTTPS Resource Record (Typ 65) ist in RFC 9460 definiert („Service Binding and Parameter Specification via the DNS“, November 2023). Die Idee ist simpel: ein einziger DNS-Lookup liefert dem Client alles, was er für den Verbindungsaufbau braucht. IP-Adressen, unterstützte Protokolle wie HTTP/2 oder HTTP/3, Ports, und perspektivisch auch die ECH-Konfiguration für verschlüsselten SNI.

Ohne HTTPS RR sieht der Ablauf so aus: Der Client fragt A und AAAA ab, baut eine TCP-Verbindung auf, macht den TLS-Handshake, und erfährt erst aus dem Alt-Svc-Header oder durch ALPN im TLS, dass der Server auch HTTP/3 kann. Beim nächsten Request kann er dann QUIC probieren. Das sind mindestens zwei Verbindungsversuche, bis er auf dem optimalen Protokoll landet.

Mit HTTPS RR weiß der Client schon nach dem DNS-Lookup: „Dieser Server spricht h3 und h2, ist unter diesen IPs erreichbar, und hier ist die ECH-Config.“ Er kann direkt mit QUIC/HTTP/3 starten, ohne vorher TCP probiert zu haben.

Die SvcParams im Detail

Ein HTTPS RR besteht aus einer Priorität (SvcPriority), einem Zielnamen (TargetName) und einer Reihe von Service Parameters (SvcParams). Hier ein Überblick über alle definierten Parameter:

alpn (Application-Layer Protocol Negotiation): Signalisiert welche Protokolle der Server unterstützt. Typische Werte sind h2 (HTTP/2 über TLS), h3 (HTTP/3 über QUIC) oder dot (DNS over TLS). Der Client weiß damit vor dem Verbindungsaufbau, welche Protokolle zur Verfügung stehen.

ipv4hint / ipv6hint: IP-Adressen als Hint. Der Client kann diese nutzen, statt einen separaten A/AAAA-Lookup zu machen. Das spart einen Round-Trip. Wichtig: das sind Hints, keine autoritativen Antworten. Der Client darf und sollte trotzdem den normalen A/AAAA-Record prüfen.

ech (Encrypted Client Hello): Enthält den öffentlichen Schlüssel und die Parameter für ECH. Damit verschlüsselt der Client den SNI (Server Name Indication) im TLS-Handshake, sodass ein Beobachter auf dem Netzwerkpfad nicht sehen kann, welche Domain angefragt wird. Das ist der größte Privacy-Gewinn, den HTTPS RR bieten kann. Dazu später mehr.

port: Falls der Service auf einem nicht-Standard-Port läuft. Bei normalen Webservern auf 443 nicht nötig.

no-default-alpn: Signalisiert, dass die Standard-ALPNs (die sich aus dem Schema ergeben) nicht gelten. Wird benötigt wenn ein Server z.B. nur h3, aber nicht h2 unterstützt.

mandatory: Listet Parameter auf, die ein Client zwingend verstehen muss, um den Record nutzen zu können. Ein Client, der einen mandatory-Parameter nicht kennt, muss den ganzen Record ignorieren.

SvcPriority: Die Priorität des Records. 0 bedeutet AliasMode (Weiterleitung auf einen anderen Namen, ähnlich CNAME), Werte größer 0 sind ServiceMode. Mehrere Records mit unterschiedlichen Prioritäten ermöglichen Fallback-Ketten.

TargetName: Der Zielserver. Wenn er sich vom abgefragten Namen unterscheidet, leitet der Client die Anfrage an diesen Host weiter. Das ermöglicht Indirektion, ähnlich wie bei SRV-Records.

SVCB: Das generische Pendant

Der SVCB Resource Record (Typ 64) kommt aus demselben RFC 9460, ist aber nicht auf HTTPS beschränkt. HTTPS RR ist technisch gesehen nur eine spezialisierte Variante von SVCB für das HTTPS-Schema. SVCB kann für beliebige Protokolle genutzt werden.

Besonders interessant wird SVCB für die DNS Service Discovery nach RFC 9461 („Service Binding Mapping for DNS Servers“, ebenfalls 2023). Damit kann ein DNS-Server per DNS-Record signalisieren, dass er DoT (DNS over TLS) und DoH (DNS over HTTPS, RFC 8484) unterstützt. Der Record liegt unter dem Prefix _dns. vor dem Servernamen.

Der dohpath-Parameter aus RFC 9461 teilt dem Client direkt den URI-Pfad zum DoH-Endpoint mit, z.B. /dns-query{?dns}. Damit braucht der Client keine separate Konfiguration mehr, wo der DoH-Endpoint liegt. Zusammen mit RFC 9462 („Discovery of Designated Resolvers“, DDR) kann ein Client damit automatisch erkennen, dass sein Resolver verschlüsselte Protokolle unterstützt, und automatisch upgraden.

Was ich konkret deployt habe

Insgesamt 5 neue Records in zwei Zonen. Für www.kernel-error.de und cloud.kernel-error.com existierten bereits HTTPS RRs.

Zone kernel-error.de:

Apex HTTPS RR für kernel-error.de selbst:

dig HTTPS kernel-error.de +short
1 kernel-error.de. alpn="h3,h2" ipv4hint=148.251.30.200 ipv6hint=2a01:4f8:262:4716::443

HTTPS RR für den DoH-Endpoint dns.kernel-error.de:

dig HTTPS dns.kernel-error.de +short
1 dns.kernel-error.de. alpn="h3,h2" ipv4hint=37.120.183.220 ipv6hint=2a03:4000:38:20e::853

SVCB Records für DNS Service Discovery nach RFC 9461. Zwei Records mit unterschiedlichen Prioritäten, DoH bevorzugt vor DoT:

dig SVCB _dns.dns.kernel-error.de +short
1 dns.kernel-error.de. alpn="h2,dot" dohpath=/dns-query{?dns} port=443
2 dns.kernel-error.de. alpn="dot" port=853

Priorität 1 bietet DoH über HTTP/2 (Port 443), Priorität 2 reines DoT (Port 853). Ein DDR-fähiger Client (RFC 9462) kann damit automatisch erkennen, welche verschlüsselten DNS-Protokolle mein Resolver unterstützt.

Zone kernel-error.com:

Apex HTTPS RR für kernel-error.com (Matrix Federation und Web):

dig HTTPS kernel-error.com +short
1 kernel-error.com. alpn="h3,h2" ipv4hint=148.251.30.204 ipv6hint=2a01:4f8:262:4716::52

HTTPS RR für matrix.kernel-error.com (Synapse Reverse Proxy). Über CNAME-Auflösung deckt dieser Record auch chat.kernel-error.com und admin.kernel-error.com ab:

dig HTTPS matrix.kernel-error.com +short
1 matrix.kernel-error.com. alpn="h3,h2" ipv4hint=148.251.30.204 ipv6hint=2a01:4f8:262:4716::52

CNAME-Interaktion: Ein wichtiges Detail

Laut RFC 9460 können HTTPS RR und CNAME nicht am selben DNS-Namen koexistieren. Das hat direkte Auswirkungen auf mein Setup: chat.kernel-error.com und admin.kernel-error.com sind CNAMEs auf matrix.kernel-error.com. Ein separater HTTPS RR für diese Namen ist also nicht möglich und auch nicht nötig. Der Client folgt dem CNAME und nutzt dann den HTTPS RR des Ziels.

Gleiches gilt für signaling.kernel-error.com, das ein CNAME auf rtc.kernel-error.com ist.

Was bewusst nicht umgesetzt wurde

ECH (Encrypted Client Hello): Wäre der größte Privacy-Gewinn. ECH verschlüsselt den SNI im TLS-Handshake, sodass ein Beobachter nicht sehen kann, welche Domain der Client anfragt. OpenSSL 3.5 hat die API dafür, aber nginx nutzt sie nicht. Selbst in Version 1.29.7 gibt es keine native ECH-Unterstützung. Dafür bräuchte es entweder Patches für nginx oder einen anderen Reverse Proxy. Sobald sich das ändert, kommt der ech-Parameter in die HTTPS RRs.

DoQ (DNS over QUIC, RFC 9250): DoQ ist ein eigenes Protokoll, das DNS direkt über QUIC transportiert, ohne HTTP-Overhead. Das ist nicht dasselbe wie DoH über HTTP/3! BIND 9.20 unterstützt kein DoQ. Dafür müsste man ein separates Frontend wie dnsproxy oder AdGuard DNS davor setzen.

SVCB für SMTP/IMAP: Es gibt IETF-Drafts, die SVCB auf Mail-Protokolle ausweiten wollen (SMTP Submission, IMAPS). Da diese aber noch kein finaler RFC sind und aktuell kein MTA oder Client sie auswertet, habe ich darauf verzichtet. Die bestehenden SRV-Records (_imaps._tcp, _submission._tcp, _submissions._tcp) sind heute das Richtige.

HTTPS RR für turn.kernel-error.com: Der primäre Zweck ist TURN/STUN, nicht Web. Clients bekommen den Server aus der Synapse-Konfiguration, ein HTTPS RR bringt hier keinen Vorteil.

HTTPS RR für rtc.kernel-error.com: Kein HTTP/3 auf diesem Server, da der nginx dort ohne h3-Modul läuft. Ein HTTPS RR mit nur alpn="h2" würde kaum Mehrwert bringen.

Deployment in DNSSEC-signierten Zonen

Beide Zonen sind mit DNSSEC signiert (ECDSAP256SHA256, inline-signing). Der Workflow für Änderungen an signierten Zonen ist immer derselbe:

rndc freeze kernel-error.de
# Zonendatei editieren, Serial hochzählen
named-checkzone kernel-error.de /path/to/zone/file
rndc thaw kernel-error.de

Nach dem thaw signiert BIND die neuen Records automatisch und der Slave (ns1) übernimmt die Änderungen sofort per NOTIFY und AXFR. BIND 9.20 unterstützt HTTPS und SVCB Records nativ, es ist also kein TYPE65-Workaround mit generischer Record-Syntax nötig.

Records prüfen

Wer sich die Records anschauen will:

dig HTTPS kernel-error.de +short
dig HTTPS dns.kernel-error.de +short
dig SVCB _dns.dns.kernel-error.de +short
dig HTTPS kernel-error.com +short
dig HTTPS matrix.kernel-error.com +short

Ausblick

Die offensichtlichste Lücke ist ECH. Sobald nginx native Unterstützung bekommt, wird der ech-Parameter in alle HTTPS RRs eingetragen. Das wäre dann echte SNI-Verschlüsselung für alle Dienste.

SVCB für SMTP und IMAP wäre der nächste logische Schritt, sobald die aktuellen IETF-Drafts zu finalen RFCs werden und MTAs/Clients anfangen, sie auszuwerten. Immer mal wieder setzte ich auch IETF-Drafts in meinem Setup oder Labor Setup um. In diesem speziellen Fall sehe ich darin aber keinen Nutzen. Aus irgendeinem Grund schaffen es solche IT Security Themen bei E-Mails nur sehr selten in eine „schnelle“ Umsetzung. Die Browserhersteller machen da bei HTTPS wohl genug selbst. Viele Ideen kommen ja sogar von diesen.

Und DoQ (RFC 9250) steht auf der Liste, sobald BIND oder ein brauchbarer Proxy es unterstützt. Dann würden die SVCB-Records um alpn="doq" ergänzt. Ich möchte nicht wieder etwas vor meinen DNS stellen. Das wird aber bereits von den großen Browsern unterstützt!

Siehe auch:

Bei Fragen oder Anmerkungen, einfach fragen.

FreeBSD SSH-Server absichern: MFA mit Google Authenticator einrichten​

SSH-Keys sind der Standard. Aber manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass ein Login nur mit Benutzername und Kennwort abgesichert ist. Um das aufzuwerten, lässt sich der SSH-Server mit einem zweiten Faktor ausstatten — hier mit dem Google Authenticator (TOTP) auf FreeBSD.

Installation

pkg install pam_google_authenticator

PAM-Konfiguration

In /etc/pam.d/sshd das Google Authenticator PAM-Modul als zweiten required-Eintrag nach pam_unix einfügen:

#
# PAM configuration for the "sshd" service
#

# auth
auth		required	pam_unix.so		no_warn try_first_pass
auth		required	/usr/local/lib/pam_google_authenticator.so

# account
account		required	pam_nologin.so
account		required	pam_login_access.so
account		required	pam_unix.so

# session
session		required	pam_permit.so

# password
password	required	pam_unix.so		no_warn try_first_pass

Die Reihenfolge ist wichtig: Erst das Kennwort (pam_unix), dann der TOTP-Code. Auf dem gleichen Weg lässt sich MFA auch für su, den Konsolen-Login oder SSH-Keys einrichten — einfach das entsprechende PAM-File anpassen.

sshd_config anpassen

In /etc/ssh/sshd_config muss Challenge-Response aktiviert sein:

# Seit OpenSSH 8.7 heißt die Option KbdInteractiveAuthentication
# ChallengeResponseAuthentication ist ein Alias und funktioniert weiterhin
KbdInteractiveAuthentication yes

Danach service sshd restart — aber vorher sicherstellen, dass man noch eine offene Session hat, falls etwas nicht stimmt.

Authenticator einrichten

Auf dem Smartphone den Google Authenticator installieren (oder eine andere TOTP-App wie Aegis, 2FAS oder den Microsoft Authenticator). Dann auf dem Server mit dem gewünschten Benutzer google-authenticator aufrufen:

cd ~
google-authenticator

Das Tool zeigt einen QR-Code im Terminal, den man mit der Authenticator-App scannt:

Danach den angezeigten Code einmal eingeben — fertig. Bei jedem Kennwort-Login wird jetzt zusätzlich der aktuelle TOTP-Code abgefragt.

Wichtig: Das Tool zeigt auch Backup-Codes an. Diese unbedingt sicher aufbewahren — wenn das Smartphone verloren geht, kommt man sonst nicht mehr rein. Die Konfiguration liegt in ~/.google_authenticator und kann dort auch nachträglich eingesehen werden.

Siehe auch: FreeBSD OpenSSH: OS-Banner sicher entfernen, SSH-Bruteforce, DigitalOcean und AbuseIPDB – warum Blocken das Problem nicht löst

Unter Linux ist die Einrichtung sehr ähnlich — das PAM-Modul heißt dort libpam-google-authenticator. Fragen? Einfach melden.

Jetzt mit HTTP/3 und QUIC: Schnelleres Surfen leicht gemacht

Von QUIC habt ihr sicher alle schon gehört, seit knapp Mitte 2021 ist dieser neue Standard fertig und in einem recht einfach zu merkendem RFC 9000 beschrieben.

Im Grunde geht es darum, HTTP-Verbindungen schneller zu machen und dabei sogar UDP zum Einsatz zu bringen. Nicht ganz korrekt ist es einfach eine Weiterentwicklung von SPDY.

Um zu testen, ob eine Webseite bereits HTTP/3 also QUIC unterstützt, kann ich euch http3check.net ans Herz legen. Diese gibt, wenn gewünscht, sogar noch ein paar Detailinformationen aus.

Wer sehen möchte, ob sein Browser QUIC „macht“, kann auch nginx.org nutzen. Steht oben „Congratulations! You’re connected over QUIC.“ Dann ist man ein Gewinner.

Die Konfiguration am Nginx ist wie immer sehr einfach und ein sehr gutes Beispiel findet sich direkt von nginx.

Mein Nginx spricht dieses nun ebenfalls, mal sehen ob es Probleme gibt.


Update März 2026: Drei Jahre HTTP/3 im Betrieb

Es sind jetzt gut drei Jahre vergangen und ich kann sagen: Es gab keine Probleme. Kein einziges. HTTP/3 läuft hier seit 2022 auf allen vHosts und ich habe nie einen Fehler gesehen, der auf QUIC zurückzuführen war. Auch in den Logfiles nichts Auffälliges.

Illustration zu HTTP/3 und QUIC: schneller Web-Transport über UDP mit moderner Verschlüsselung und Browser-Support

Was sich geändert hat: Damals war HTTP/3 in Nginx noch experimentell und brauchte einen separaten Build mit dem quiche-Patch oder BoringSSL. Seit Nginx 1.25.0 (Mai 2023) ist HTTP/3 offiziell im Mainline-Branch enthalten und wird mit dem normalen --with-http_v3_module Build-Flag aktiviert. Kein Patch mehr, kein BoringSSL mehr, einfach OpenSSL 3.x und fertig. Mein aktueller Stack: Nginx 1.29.4 mit OpenSSL 3.5.4 auf FreeBSD 15.

Was bringt HTTP/3 in der Praxis?

Der größte Vorteil von QUIC gegenüber TCP ist die Verbindungsaufbauzeit. Bei TCP+TLS braucht ihr mindestens zwei Roundtrips, bevor Daten fließen (TCP Handshake + TLS Handshake). QUIC macht das in einem einzigen Roundtrip. Bei einem Wiederverbindungsversuch sogar in null Roundtrips (0-RTT).

Auf einer Glasfaserleitung mit 5 ms Latenz merkt ihr das kaum. Aber auf einem Smartphone im Zug mit 80 ms Latenz und gelegentlichem Paketverlust macht das einen spürbaren Unterschied. Dazu kommt, dass QUIC auf UDP basiert und damit das Head-of-Line-Blocking Problem von TCP löst: Ein verlorenes Paket blockiert nicht mehr alle Streams, sondern nur den einen betroffenen.

Konfiguration 2026

Die Konfiguration hat sich seit 2022 etwas verändert. Hier mein aktuelles Setup für den Blog-vHost:

server {
    listen [::]:443 ssl;
    listen [::]:443 quic;

    http2 on;

    server_name  www.kernel-error.de;

    # TLS (wird per include eingebunden)
    include tls-default.conf;
    ssl_certificate      /path/to/fullchain.pem;
    ssl_certificate_key  /path/to/privkey.pem;

    # ...
}

Wichtig sind zwei Dinge. Erstens: Der quic Listener läuft auf demselben Port 443 wie der SSL-Listener, nur eben über UDP statt TCP. Zweitens: Die Clients müssen wissen, dass HTTP/3 verfügbar ist. Das passiert über den Alt-Svc Header:

add_header Alt-Svc 'h3=":443"; ma=86400' always;

Dieser Header sagt dem Browser: „Ich spreche auch h3 auf Port 443, merk dir das für 24 Stunden.“ Beim nächsten Besuch nutzt der Browser dann direkt QUIC. Ohne diesen Header bleibt alles bei HTTP/2 über TCP.

Optional könnt ihr auch einen HTTPS-DNS-Record (SVCB) setzen, damit der Browser schon beim DNS-Lookup weiß, dass HTTP/3 verfügbar ist:

$ dig +short HTTPS www.kernel-error.de
1 . alpn="h3,h2" ipv4hint=148.251.30.200 ipv6hint=2a01:4f8:262:4716::443

Mit alpn="h3,h2" im HTTPS-Record kann der Browser die QUIC-Verbindung schon beim allerersten Besuch aufbauen, ohne erst auf den Alt-Svc Header warten zu müssen.

Firewall nicht vergessen

Ein Klassiker, der mich 2022 kurz stolpern ließ: QUIC braucht UDP Port 443. Wenn eure Firewall nur TCP 443 durchlässt, sehen die Clients den Alt-Svc Header, versuchen QUIC und laufen ins Timeout. Auf FreeBSD mit pf:

pass in quick on $ext_if proto udp to $jail_nginx port 443

Post-Quantum-Kryptografie inklusive

QUIC verwendet intern TLS 1.3 für die Verschlüsselung. Das heißt: Wenn ihr in eurer Nginx-TLS-Konfiguration X25519MLKEM768 als Key-Exchange-Gruppe konfiguriert habt, gilt das automatisch auch für QUIC-Verbindungen. Kein extra Aufwand. Euer HTTP/3 Traffic ist dann ebenfalls mit hybridem Post-Quantum-Schlüsselaustausch abgesichert.

Browser-Support

2022 war HTTP/3 noch ein Feature für Early Adopter. 2026 ist es Standard. Chrome, Firefox, Safari und Edge unterstützen QUIC seit Jahren. Laut den Logfiles dieses Blogs nutzen inzwischen gut 40% der Besucher HTTP/3. Tendenz steigend, weil immer mehr Mobilgeräte von dem schnelleren Verbindungsaufbau profitieren.

Wer es noch nicht aktiviert hat: Der Aufwand ist minimal, die Vorteile real und das Risiko gleich null. Drei Jahre Betrieb ohne ein einziges Problem sprechen für sich.

Siehe auch: HTTPS RR und SVCB Records — per DNS-Record signalisieren, dass HTTP/3 verfügbar ist. Damit können Clients direkt mit QUIC starten, ohne vorher TCP zu probieren.

FreeBSD: Unverschlüsseltes ZFS-Dataset nachträglich verschlüsseln

Bild der Bücher FreeBSD Mastery ZFS und FreeBSD Mastery Advanced ZFS

ZFS Encryption lässt sich nicht nachträglich auf ein bestehendes Dataset aktivieren. Die Daten müssen per zfs send | zfs receive in ein neues, verschlüsseltes Dataset geschrieben werden. Typischer Anwendungsfall: Jails, die in eigenen Datasets liegen und nach einem FreeBSD-Upgrade auf 13+ verschlüsselt werden sollen.

Wer die Grundlagen zu ZFS Encryption noch braucht (Dataset anlegen, Passphrase, Mount nach Reboot), findet sie im Beitrag Native ZFS Encryption einrichten.

Ausgangslage

Ein Pool zroot mit dem unverschlüsselten Dataset varta:

zfs list zroot/varta
NAME          USED  AVAIL     REFER  MOUNTPOINT
zroot/varta   100M  12.0G      100M  /zroot/varta

zfs get encryption zroot/varta
NAME         PROPERTY    VALUE   SOURCE
zroot/varta  encryption  off     default

Migration

Bei zfs send | zfs receive kann man kein Passphrase interaktiv eingeben, weil stdin durch die Pipe belegt ist. Deshalb legt man den Schlüssel temporär in einer Datei ab:

echo 'MeinGeheimesPassphrase' > /tmp/keyfile.txt
chmod 600 /tmp/keyfile.txt

Snapshot erstellen und in ein neues verschlüsseltes Dataset senden:

zfs snapshot zroot/varta@migration

zfs send zroot/varta@migration | \
  zfs receive -F \
  -o encryption=on \
  -o keyformat=passphrase \
  -o keylocation=file:///tmp/keyfile.txt \
  zroot/en-varta

Das neue Dataset zroot/en-varta enthält jetzt dieselben Daten, verschlüsselt mit AES-256-GCM:

zfs list zroot/varta zroot/en-varta
NAME             USED  AVAIL     REFER  MOUNTPOINT
zroot/en-varta   100M  11.8G      100M  /zroot/en-varta
zroot/varta      100M  11.8G      100M  /zroot/varta

Aufräumen

Die Keyfile-Referenz auf Passphrase-Abfrage umstellen und die temporäre Datei löschen:

zfs set keylocation=prompt zroot/en-varta

zfs get keylocation zroot/en-varta
NAME            PROPERTY     VALUE   SOURCE
zroot/en-varta  keylocation  prompt  local

rm /tmp/keyfile.txt

Dann das alte Dataset entfernen und das neue umbenennen:

zfs destroy -r zroot/varta
zfs rename zroot/en-varta zroot/varta

Fertig. Das Dataset liegt jetzt verschlüsselt am selben Mountpoint wie vorher:

zfs get encryption,keylocation,keyformat zroot/varta
NAME         PROPERTY     VALUE        SOURCE
zroot/varta  encryption   aes-256-gcm  -
zroot/varta  keylocation  prompt       local
zroot/varta  keyformat    passphrase   -

Stolperfallen

Keyfile in /tmp ist ein Kompromiss. Auf FreeBSD-Default ist /tmp zwar ein tmpfs im RAM, aber bei Speicherdruck kann das System swappen. chmod 600 schützt gegen andere Benutzer, nicht gegen root, Backup-Prozesse oder einen Crash-Dump. Sauberer ist eine keylocation auf einem schon verschlüsselten Dataset oder ein FIFO statt einer regulären Datei. In beiden Fällen existiert die Passphrase nie persistent auf der Platte.

Properties gehen beim Send verloren. Ohne -R (Replication Stream) oder explizite -o-Optionen werden compression, recordsize, quota, reservation, atime und eigene Properties nicht mitübertragen. Wer compression=zstd oder recordsize=1M gesetzt hatte, muss die beim receive wieder setzen oder direkt einen Replication Stream nutzen.

Mountpoint nach dem Rename prüfen. Lag das alte Dataset auf /var/jails/varta, muss der Mountpoint nach dem Rename wieder explizit gesetzt werden, sonst landet das Dataset am Default-Pfad des Pools:

zfs set mountpoint=/var/jails/varta zroot/varta

Jail vorher stoppen. service jail stop <name> bzw. iocage stop oder bastille stop. Sonst sind Dateien offen, zfs destroy -r schlägt fehl und der Rename macht keinen Spaß.

Inkrementelle Migration für große Datasets

Bei Jails mit Datenbank, Mailspool oder einfach mehreren hundert GB ist Downtime gleich Send-Laufzeit nicht akzeptabel. Besser: initial senden während der Dienst läuft, dann nur kurz stoppen und den inkrementellen Rest nachziehen.

# Phase 1: initialer Send im laufenden Betrieb
zfs snapshot zroot/varta@migration-1
zfs send zroot/varta@migration-1 | \
  zfs receive -F \
  -o encryption=on \
  -o keyformat=passphrase \
  -o keylocation=file:///tmp/keyfile.txt \
  zroot/en-varta

# Phase 2: Dienst stoppen, inkrementelles Delta senden
service jail stop varta
zfs snapshot zroot/varta@migration-2
zfs send -i @migration-1 zroot/varta@migration-2 | \
  zfs receive zroot/en-varta

# Phase 3: Rename und Neustart
zfs destroy -r zroot/varta
zfs rename zroot/en-varta zroot/varta
zfs set mountpoint=/var/jails/varta zroot/varta
service jail start varta

Die Downtime reduziert sich so auf den inkrementellen Send plus Rename, bei einer typischen Mailbox sind das Sekunden statt Minuten. Bei sehr aktiven Datasets kann man mehrere inkrementelle Snapshots nacheinander schieben, bis das Delta klein genug für die gewünschte Zielzeit ist.

Update 2026: was heute dazugekommen ist

OpenZFS 2.x ist auf FreeBSD 14 und 15 stabil. Der eigentliche Migrationspfad hat sich nicht geändert, drumherum ist einiges dazugekommen:

Raw encrypted send/receive. Mit zfs send -w wird ein verschlüsseltes Dataset ohne Entschlüsselung übertragen. Der Remote-Host lagert den Stream, kennt den Schlüssel nicht und sieht keinen Klartext. Für Offsite-Backups der saubere Weg, sobald die Migration durch ist:

zfs snapshot zroot/varta@backup
zfs send -w -R zroot/varta@backup | \
  ssh backup@remote zfs receive backuppool/varta

Andere Keyformate. Statt keyformat=passphrase gehen auch keyformat=raw (32-Byte-Keyfile, z.B. aus HSM oder TPM) oder keyformat=hex (64 Zeichen Hex). keylocation=https://... holt den Schlüssel beim Pool-Import von einer URL, praktisch für headless Systeme, bei denen die Passphrase-Abfrage beim Boot stört.

Kompression vor Verschlüsselung. ZFS komprimiert zuerst, verschlüsselt danach. compression=zstd zusammen mit encryption=on wirkt also wie erwartet, und der komprimierte Zustand bleibt auch im Raw Stream erhalten.

Nur für Datenpools und Non-Root-Datasets. Diese Anleitung deckt Jails, Home-Verzeichnisse, Mailspools und ähnliches ab. Verschlüsseltes Root-on-ZFS ist ein eigenes Thema und braucht zusätzlich Boot-Environment-Handling (bectl) sowie ein geli-verschlüsseltes Swap.

Siehe auch

Native ZFS Encryption einrichten und nutzen für die Grundlagen zu Dataset, Passphrase und Mount nach Reboot. Verschlüsseltes ZFS-Backup auf USB-Platte mit geli für die Offline-Sicherung. Linux Mint mit verschlüsseltem ZFS-Root-Pool installieren für das Linux-Pendant mit Root-Pool.

Eine Übersicht über alle ZFS-Funktionen gibt es im ZFS-Überblick. Fragen? Einfach melden.

FreeBSD IPv6-Probleme bei Netcup beheben

Dinosaurier beißt ein Patchkabel durch, im Hintergrund das Buch IPv6 Workshop.

Als Kunde, der bei Netcup FreeBSD-Rootserver auf KVM/QEMU-Basis einsetzt, habe ich schnell gemerkt, dass meine IPv6-Verbindung nicht stabil ist.

Symptome

  • Direkt nach dem Boot funktioniert IPv6 wie gewünscht
  • Nach einiger Zeit brechen Verbindungen zusammen — sowohl eingehend als auch ausgehend
  • Verbindungen haben „Startprobleme“ — ein Ping läuft erst ein paar Mal ins Leere, dann funktioniert plötzlich alles wieder für einen Moment

Ein Ping auf die IPv6-Adresse des Netcup-Gateways stellt die Konnektivität kurzzeitig her. Das deutet sofort auf ein NDP-Problem (Neighbor Discovery Protocol) hin.

Diagnose

FreeBSD behandelt Neighbor Solicitations anders als Linux. Netcups Netzwerk-Setup kommt damit offenbar nicht klar — unter Linux funktioniert IPv6 problemfrei, unter FreeBSD (und NetBSD) nicht. Die ICMPv6-Statistiken zeigen das Problem deutlich:

netstat -s -picmp6 | grep -i neighbor
    neighbor solicitation: 29          # Output: wenige eigene Anfragen
    neighbor advertisement: 10         # Output: wenige eigene Antworten
    neighbor solicitation: 633         # Input: Flut eingehender Anfragen
    neighbor advertisement: 25         # Input: wenige Antworten zurück
    423 bad neighbor solicitation messages  # <-- das Problem

633 eingehende Neighbor Solicitations, davon 423 als „bad" verworfen. FreeBSD verwirft die Anfragen, weil sie nicht von einer On-Link-Adresse kommen — ein Verhalten, das FreeBSD aus Sicherheitsgründen seit einem Security Advisory von 2008 erzwingt.

Lösung

FreeBSD anweisen, Neighbor Discovery nach RFC 4861 zu machen — das akzeptiert auch Solicitations von Off-Link-Adressen, wie es Netcups Router sendet. Zum Testen:

sysctl net.inet6.icmp6.nd6_onlink_ns_rfc4861=1

Funktioniert es, den Eintrag in /etc/sysctl.conf permanent machen:

net.inet6.icmp6.nd6_onlink_ns_rfc4861=1

Wichtig: FreeBSD hat dieses Verhalten aus Sicherheitsgründen deaktiviert. Die strenge Prüfung schützt gegen NDP-Spoofing-Angriffe. Auf einem VPS bei einem vertrauenswürdigen Hoster ist das Risiko überschaubar — auf einem System in einem offenen Netzwerk sollte man abwägen.

Netcup-Support

Ich habe einige Zeit mit dem Support verbracht. Das Problem wurde mir bestätigt — es liege an den Core-Routern, ein Update sei geplant, aber ohne Termin. Mein System wurde auf verschiedene Hosts verschoben, ohne Besserung. Das Problem ist im Netcup-Forum bekannt und betrifft alle BSD-Systeme. Aus meiner Sicht lässt Netcups Setup keine einfache Lösung zu, daher bleibt der sysctl-Workaround.

Siehe auch: IPv6 ULA und Priorität

Fragen? Einfach melden.

Cliqz: Der Datenschutzbrowser – Was du wissen solltest

Veraltet: Cliqz wurde im April 2020 eingestellt. Wer einen datenschutzfreundlichen Browser sucht, kann Firefox mit entsprechenden Einstellungen oder Brave nutzen.

Cliqz Logo

Ich bin auf Cliqz aufmerksam gemacht worden und teste den Browser seit einigen Tagen.  Der Browser ist aus einer Suchmaschinenerweiterung für den Firefox entstanden. Auf Firefoxbasis ist es dann selbst zu einen Browser geworden. Die Entwickelnde Firma sitzt in Deutschland und hält selbst Anteile an Ghostery. Ghostery ist also im Browser integriert, wie auch die Suchmaschinenerweiterung, ein Videodownloader….

Firefox ist seit vielen Jahren der Browser meiner Wahl. Gestartet habe ich mit Netscape und ich habe ihn schon eingesetzt als er noch den Namen Phoenix hatte. Damit möchte ich sagen, dass ich schon sehr „eingesessen“ bin und mir ein Wechsel schwer fallen würde. Da Cliqz aber die Firefox Basis hat, bekannt funktioniert und sogar die Firefox Plugins funktionieren (ja ja)… Ersetzt er mehr und mehr meinen Firefox!

Wer ihn sich also noch nicht angeschaut hat und selbst Firefox Benutzer ist, könnte einen Blick riskieren. Ohne große Schmerzen erwarten zu müssen!

https://cliqz.com/

Oh ja… Bei FreeBSD ist er bereits in den Ports.

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Bluetooth-Audio unter FreeBSD und GhostBSD: Workaround mit Creative BT-W2

Bluetooth-Audio und FreeBSD vertragen sich nicht. Der Bluetooth-Stack wird nicht mehr gepflegt, in OpenBSD wurde er komplett entfernt. Einen Bluetooth-Dongle oder eine eingebaute Bluetooth-Karte dazu zu bringen, sich mit einem Audio-Gerät zu verbinden, funktioniert unter FreeBSD praktisch nicht.

Der Workaround: Creative BT-W2

Die Lösung ist ein USB-Dongle, der sich selbst um Bluetooth kümmert: Der Creative BT-W2. Das Gerät meldet sich am Betriebssystem als normale USB-Soundkarte. Das Pairing mit dem Bluetooth-Kopfhörer oder -Lautsprecher macht der Dongle selbständig per Knopfdruck. FreeBSD sieht nur eine Soundkarte, kein Bluetooth.

Das Kernelmodul snd_uaudio kümmert sich um die Erkennung. In der /etc/rc.conf:

kld_list="snd_uaudio"

Nach dem Laden des Moduls erscheint das Gerät im dmesg:

uaudio0:  on usbus0
uaudio0: Play: 48000 Hz, 2 ch, 16-bit S-LE PCM format, 2x8ms buffer.
uaudio0: Record: 48000 Hz, 1 ch, 16-bit S-LE PCM format, 2x8ms buffer.
pcm5:  on uaudio0
uaudio0: HID volume keys found.

Pairing und Nutzung

Kurz den Knopf am Dongle drücken, er blinkt und verbindet sich mit dem nächsten Bluetooth-Audio-Gerät in Reichweite. Kopfhörer, Headsets, Lautsprecher und Mikrofone funktionieren. Die Qualität reicht auch für Telefonie, Latenz und Codec sind in Ordnung.

Das Audio-Device ist je nach Systemkonfiguration /dev/dsp5 oder ein anderer Index. Mit cat /dev/sndstat lässt sich prüfen welches Device der BT-W2 bekommen hat.

Nicht die eleganteste Lösung, aber sie funktioniert zuverlässig. Solange der Bluetooth-Stack auf FreeBSD nicht wiederbelebt wird, ist ein Dongle wie der BT-W2 der pragmatischste Weg.

Siehe auch: FreeBSD auf dem Desktop, GhostBSD und FreeBSD: GNOME-Keyring automatisch entsperren, GhostBSD 19.09 Ports benutzen

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FreeBSD OpenSSH: OS-Banner sicher entfernen

Im Standard ist der OpenSSH Server auf einem FreeBSD so konfiguriert, dass er jeweils die aktuelle Betriebssystemversion mit ausliefert.

Dieses sieht dann im Beispiel so aus:

telnet bsd01.testsystem 22
Trying 1.2.3.4...
Connected to bsd01.testsystem.
Escape character is '^]'.
SSH-2.0-OpenSSH_7.8 FreeBSD-20180909

Um hier zumindest die genaue OS Version zu verstecken reicht folgendes in der /etc/sshd_config:

#VersionAddendum FreeBSD-20180909
VersionAddendum DemMeisterSeinRennAuto

Testet man nun noch mal sieht man nur noch die Version:

telnet bsd01.testsystem 22
Trying 1.2.3.4...
Connected to bsd01.testsystem.
Escape character is '^]'.
SSH-2.0-OpenSSH_7.8 DemMeisterSeinRennAuto

Auf einem Debian basierten System wäre es hingegen:

DebianBanner no

Siehe auch: SSH-Server absichern

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GhostBSD 19.09 Ports benutzen

Veraltet: GhostBSD 19.09 ist stark veraltet. Aktuelle GhostBSD-Versionen nutzen pkg statt Ports. Siehe ghostbsd.org für die aktuelle Version.

GhostBSD basierte früher direkt auf FreeBSD. Inzwischen ist es aber auf TrueOS gewechselt. So sieht es ebenfalls mit den Ports aus. Man kann also nicht wie unter FreeBSD gewohnt mit portsnap arbeiten sondern muss einen gewissen „Umweg“ nehmen.

Die zu GhostBSD gehörenden Ports bekommt man nun so ins System:

sudo git clone https://github.com/ghostbsd/ghostbsd-ports.git /usr/ports

In GhostBSD Version 19.09 ist etwas Ordnung geschaffen worden und viele vermeintlich unnötige Pakete mussten weichen. Zum arbeiten mit den Ports benötigt man daher noch folgendes:

pkg install src os-generic-userland-devtools

Ab jetzt kann man wie gewohnt mit den Ports arbeiten!

Siehe auch: GhostBSD und FreeBSD: GNOME-Keyring automatisch entsperren, Bluetooth-Audio unter FreeBSD und GhostBSD: Workaround mit Creative BT-W2

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GhostBSD und FreeBSD: GNOME-Keyring automatisch entsperren

Ich nutze auf meinen Desktops GhostBSD und FreeBSD Systeme zusammen mit Mate und LightDM. Ebenfalls verwende ich für ein paar Kleinigkeiten den gnome-keyring. Dabei „stört“ es mich diesen nach der Anmeldung am Desktop gesondert entsperren zu müssen. Es gibt aber eine Möglichkeit dieses von pam nach der Anmeldung automatisch entsperren zu lassen. Dafür müssen nur folgende Zeilen in der /usr/local/etc/pam.d/lightdm ergänzt werden:
auth        optional    pam_gnome_keyring.so
session        optional        pam_gnome_keyring.so    auto_start

Meine sieht nun also wie folgt aus:

#
# PAM configuration for the "lightdm" service
#

# auth
auth		sufficient	pam_self.so		no_warn
auth		include		system
auth		optional	pam_gnome_keyring.so

# account
account		requisite	pam_securetty.so
account		required	pam_nologin.so
account		include		system

# session
session		include		system
session		optional	pam_gnome_keyring.so	auto_start

# password
password	include		system

Nach dem nächsten Login habe ich nun die Möglichkeit, beim Entsperren des Keyrings, einen Haken zu setzten und schon wird bei jedem Login mein Keyring automatisch geöffnet.

Siehe auch: FreeBSD Desktop mit MATE, GhostBSD 19.09 Ports benutzen, Bluetooth-Audio unter FreeBSD und GhostBSD: Workaround mit Creative BT-W2

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