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StartSSL Identiy Validation Class 2

Veraltet: StartSSL wurde 2017 von allen Browsern als nicht vertrauenswürdig eingestuft und eingestellt. Kostenlose Zertifikate gibt es bei Let’s Encrypt.

Na wunderbar, mein Class 2 x.509 S/MIME Zertifikat läuft in kürze aus. Die Class 2 Validation ist auch ausgelaufen, also muss ich wohl was tun, hm?


Schnell alles bei StartSSL angeschoben und auf den bekannten Anruf irgendwo aus Israel warten… Es klingelte auch aber aus 001 213-341. Die Landesvorwahl ist USA und mein Android meint der Rest wäre etwas aus Los Angeles, CA! Das hat mich etwas überrascht; whatever. Wie gewohnt war das Gespräch schnell erledigt. Wobei die Dame am anderen Ende der Leitung extrem schlecht zu verstehen war. Nun warte ich also auf die Bestätigung meiner Class 2 Zertifizierung.

 


 

*UPDATE*

Na wunderbar:

### Schnipp ###
To Sebastian Van De Meer,

This electronic mail message was created by StartCom’s Administration Personnel:

Congratulations! Your Class 2 Identity Validation has been confirmed and approved. You are eligible for certificates at Class 2 level until 2014-05-01.
Additionally you have been awarded with StartSSL™ Web-of-Trust Notary status due to your fulfilling of all requirements. Well done!

Best Regards
### Schnapp ###

Dann kann ich ja gleich mal von diesem Zertifikat:

Seriennummer: 13:27
SHA1-Fingerprint: 28:AE:4C:96:51:75:EB:18:03:F9:9E:E3:7A:ED:C7:EA:13:8B:44:99

Zu diesem Zertifikat wechseln:

Seriennummer: 33:97
SHA1-Fingerprint: 7F:8B:92:19:FF:07:BF:EB:8E:E0:18:D4:98:B8:48:DF:E3:0E:4A:85

 

 

Outlook Autodiscover für IMAP/SMTP: Wie die automatische Kontoeinrichtung funktioniert

Benutzer wollen ihr E-Mail-Postfach einrichten. Sie geben E-Mail-Adresse und Passwort ein — den Rest soll der Client erledigen. Bei Exchange mit Active Directory funktioniert das seit Jahren automatisch. Aber was, wenn der Mailserver Postfix und Dovecot heißt und kein Exchange in Sicht ist?

Microsoft Outlook unterstützt auch für IMAP und SMTP die automatische Konfiguration per Autodiscover. Man muss nur wissen, wo Outlook nachschaut — und dort die richtigen Antworten bereithalten.

Outlook Autodiscover für IMAP und SMTP – automatische Mailkonto-Konfiguration über DNS, HTTPS und XML

Wo Outlook nach der Konfiguration sucht

Outlook arbeitet eine feste Reihenfolge ab. Sobald ein Schritt eine gültige Konfiguration liefert, ist die Einrichtung fertig. Schlägt ein Schritt fehl, geht es zum nächsten:

1. Active Directory (SCP) — Ist der Rechner Domänenmitglied, fragt Outlook per LDAP nach einem Service Connection Point. Dort steht normalerweise die URL des Exchange-Servers. Für reine IMAP-Setups irrelevant.

2. HTTPS auf der E-Mail-Domain — Outlook versucht https://example.org/autodiscover/autodiscover.xml. Funktioniert nur, wenn der Webserver der Domain den Pfad bedient.

3. HTTPS auf autodiscover.<domain> — Outlook versucht https://autodiscover.example.org/autodiscover/autodiscover.xml. Das ist der Weg, den wir nutzen. Ein Webserver unter diesem Hostnamen mit gültigem TLS-Zertifikat — mehr braucht es nicht.

4. HTTP-Redirect — Outlook versucht http://autodiscover.example.org/autodiscover/autodiscover.xml und folgt einem 301/302-Redirect. Weniger sicher, aber ein Fallback.

5. DNS SRV-Record — Outlook fragt _autodiscover._tcp.example.org und folgt dem SRV-Eintrag. Bei einem SRV-Verweis auf eine andere Domain zeigt Outlook eine Sicherheitsabfrage: „Konfiguration von dieser Webseite zulassen?“ Einmalig bestätigen, danach läuft es.

6. Lokale XML-Datei — Outlook sucht auf dem Rechner nach einer vorinstallierten Konfigurationsdatei. Für Firmenumgebungen mit Software-Verteilung relevant.

7. Manueller Assistent — Wenn nichts funktioniert hat, öffnet Outlook den Konfigurationsassistenten. Genau das wollen wir vermeiden.

Was Outlook per POST schickt und erwartet

Outlook macht einen HTTP-POST auf /autodiscover/autodiscover.xml und schickt im Body ein XML mit der E-Mail-Adresse des Benutzers:

<Autodiscover xmlns="http://schemas.microsoft.com/exchange/autodiscover/outlook/requestschema/2006">
  <Request>
    <EMailAddress>benutzer@example.org</EMailAddress>
    <AcceptableResponseSchema>
      http://schemas.microsoft.com/exchange/autodiscover/outlook/responseschema/2006a
    </AcceptableResponseSchema>
  </Request>
</Autodiscover>

Die Antwort enthält IMAP- und SMTP-Einstellungen. Der Clou: Weil Outlook die E-Mail-Adresse im POST mitschickt, kann ein PHP-Script sie auslesen und als <LoginName> in die Antwort einsetzen. Ohne diesen Trick würde Outlook nur den Teil vor dem @ als Benutzernamen verwenden — bei Mailservern, die die volle E-Mail-Adresse als Login erwarten, ein Problem.

Multi-Domain per DNS SRV-Record

Ein Autodiscover-Webserver reicht für beliebig viele Maildomains. Jede zusätzliche Domain braucht nur einen SRV-Record im DNS:

_autodiscover._tcp.example.org.  IN SRV 0 0 443 autodiscover.kernel-error.de.

Outlook folgt dem SRV-Record, zeigt einmalig die Sicherheitsabfrage, und hat danach die komplette Konfiguration. Das PHP-Script auf dem Zielserver beantwortet Anfragen für alle Domains — die E-Mail-Adresse kommt ja im POST mit.

Umsetzung und aktuelle Konfiguration

Die konkrete Einrichtung — nginx-Konfiguration, PHP-Script und DNS — beschreibe ich im Nachfolgebeitrag: Outlook Autodiscover für IMAP und SMTP konfigurieren. Dort steht auch das Update von 2026 mit den Korrekturen am PHP-Script (GET-Absicherung, XSS-Schutz) und der Zusammenlegung mit Thunderbird Autoconfig.

Wer seine Konfiguration testen will: Microsoft bietet unter testconnectivity.microsoft.com den „Microsoft Remote Connectivity Analyzer“ an. Dort den Autodiscover-Test auswählen und die eigene E-Mail-Adresse eingeben.

Fragen? Gerne per Kontaktformular.

Thunderbird Autoconfig: Automatische E-Mail-Konfiguration für den eigenen Mailserver

Thunderbird kann sich selbst konfigurieren. Der Benutzer gibt E-Mail-Adresse und Passwort ein, Thunderbird sucht die Servereinstellungen automatisch — kein Eintippen von Hostnamen, Ports oder Verschlüsselungsoptionen. Das funktioniert nicht nur bei Gmail oder GMX, sondern auch mit dem eigenen Mailserver. Man muss nur eine XML-Datei an der richtigen Stelle bereitstellen.

Wo Thunderbird nach der Konfiguration sucht

Thunderbird arbeitet eine feste Reihenfolge ab. Sobald ein Schritt eine gültige Konfiguration liefert, ist die Einrichtung fertig:

1. Thunderbird ISPDB — Mozilla pflegt eine zentrale Datenbank mit Konfigurationen für große Provider. Steht die Domain dort, ist sofort alles konfiguriert. Für eigene Mailserver irrelevant.

2. autoconfig.<domain> — Thunderbird fragt https://autoconfig.example.org/mail/config-v1.1.xml. Das ist der Weg, den wir nutzen. Ein CNAME im DNS, ein Webserver mit gültigem TLS-Zertifikat, eine statische XML-Datei — fertig.

3. .well-known auf der Domain — Thunderbird versucht https://example.org/.well-known/autoconfig/mail/config-v1.1.xml. Funktioniert, wenn die Domain selbst einen Webserver hat. Braucht keinen eigenen Hostnamen.

4. MX-Heuristik — Als Fallback versucht Thunderbird gängige Hostnamen wie imap.example.org und smtp.example.org mit üblichen Ports und Verschlüsselung. Klappt oft, ist aber Glückssache.

5. Manuell — Wenn nichts funktioniert, muss der Benutzer alles von Hand eingeben. Genau das wollen wir vermeiden.

Die config-v1.1.xml

Die XML-Datei beschreibt alle Servereinstellungen. Thunderbird liest sie und konfiguriert das Konto automatisch. Hier die Version, die ich für alle meine Maildomains einsetze:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<clientConfig version="1.1">
  <emailProvider id="kernel-error.de">
    <domain>kernel-error.de</domain>
    <domain>kernel-error.com</domain>
    <domain>vandemeer.de</domain>
    <domain>fuchs-meckenheim.de</domain>
    <domain>heidbreders.de</domain>
    <domain>linux-rheinbach.de</domain>
    <domain>rfc-ignorant.de</domain>

    <displayName>kernel-error.de Mail</displayName>
    <displayShortName>kernel-error</displayShortName>

    <incomingServer type="imap">
      <hostname>imap.kernel-error.de</hostname>
      <port>993</port>
      <socketType>SSL</socketType>
      <authentication>password-cleartext</authentication>
      <username>%EMAILADDRESS%</username>
    </incomingServer>

    <outgoingServer type="smtp">
      <hostname>smtp.kernel-error.de</hostname>
      <port>465</port>
      <socketType>SSL</socketType>
      <authentication>password-cleartext</authentication>
      <username>%EMAILADDRESS%</username>
    </outgoingServer>
  </emailProvider>
</clientConfig>

Wichtige Details:

%EMAILADDRESS% — Thunderbird ersetzt das automatisch durch die eingegebene E-Mail-Adresse. Kein PHP nötig, kein dynamisches Script — eine statische Datei reicht. Das ist der große Unterschied zu Outlook Autodiscover, wo ein PHP-Script die E-Mail-Adresse aus dem POST extrahieren muss.

password-cleartext — Klingt gefährlich, ist es nicht. Es bedeutet, dass das Passwort über die TLS-verschlüsselte Verbindung gesendet wird. Der Name ist irreführend — Mozilla meint damit „Klartext innerhalb des verschlüsselten Kanals“ im Gegensatz zu Challenge-Response-Verfahren wie CRAM-MD5.

Port 465 (implizites TLS) — Die Verbindung ist sofort verschlüsselt, kein STARTTLS-Handshake nötig. Ein Eintrag reicht — Thunderbird braucht keinen Fallback.

Mehrere <domain>-Einträge — Eine XML-Datei für alle Maildomains. Thunderbird prüft, ob die Domain der eingegebenen E-Mail-Adresse in der Liste steht.

DNS und Webserver

Für jede Maildomain wird ein DNS-CNAME angelegt:

autoconfig.vandemeer.de.  IN CNAME www.kernel-error.de.

Alle CNAMEs zeigen auf denselben Webserver. Dort braucht jeder Hostname einen eigenen HTTPS-Server-Block mit passendem TLS-Zertifikat — Thunderbird akzeptiert keine Zertifikatsfehler. Die Nginx-Konfiguration ist simpel:

server {
    listen      [::]:443 ssl;
    listen      443 ssl;
    server_name autoconfig.vandemeer.de;

    ssl_certificate     /usr/local/etc/letsencrypt/live/vandemeer.de/fullchain.pem;
    ssl_certificate_key /usr/local/etc/letsencrypt/live/vandemeer.de/privkey.pem;

    location /mail/ {
        alias /usr/local/www/autoconfig-mail/mail/;
    }
}

Das TLS-Zertifikat muss autoconfig.vandemeer.de als SAN enthalten. Bei Let’s Encrypt reicht ein certbot --cert-name vandemeer.de -d vandemeer.de -d www.vandemeer.de -d autoconfig.vandemeer.de beim nächsten Renewal.

Für Domains mit Wildcard-Zertifikat (*.kernel-error.de) entfällt das — der Hostname ist direkt abgedeckt.

Unterschied zu Outlook Autodiscover

Thunderbird und Outlook lösen dasselbe Problem auf unterschiedlichen Wegen:

Thunderbird Autoconfig — Statische XML-Datei, %EMAILADDRESS% als Platzhalter, GET-Request, kein serverseitiges Scripting nötig.

Outlook Autodiscover — POST-Request mit E-Mail-Adresse im Body, PHP-Script extrahiert den Benutzernamen dynamisch, DNS SRV-Records statt CNAME. Details dazu: Outlook Autodiscover für IMAP/SMTP

Beide können auf demselben Webserver laufen. Bei mir bedient autodiscover.kernel-error.de Outlook per POST und liefert gleichzeitig /mail/config-v1.1.xml für Thunderbird aus.

Fragen? Gerne per Kontaktseite.

Nachfolger für RFC-Ignorant.Org

Na also…

Es ist ein ordentlicher Nachfolger für rfc-ignorant.org gefunden! Der Hosting-Provider manitu hat auch bereits eine Domain gestellt: rfc-ignorant.de

Noch ist die Liste „leer“. Keine Anfrage wird daher negativ bewertet. Denn noch kann man sie bereits in seine Konfiguration aufnehmen. Die neuen Zonen sind:

Old zone New zone
dsn.rfc-ignorant.org > dsn.bl.rfc-ignorant.de
postmaster.rfc-ignorant.org > postmaster.bl.rfc-ignorant.de
abuse.rfc-ignorant.org > abuse.bl.rfc-ignorant.de
whois.rfc-ignorant.org > whois.bl.rfc-ignorant.de
bogusmx.rfc-ignorant.org > bogusmx.bl.rfc-ignorant.de
fulldom.rfc-ignorant.org > fulldom.bl.rfc-ignorant.de

 

So gefällt es mir.

 

 

Siehe auch: Die Akte IGNORANT

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Postfix nach hause telefonieren

Ich war mal wieder auf so einem lustigen Postfixvortrag… Die verschiedenen Möglichkeiten der Spamabwehr waren natürlich wieder Thema. Der Vortragende ist dabei tierisch auf sender adress verification abgegangen. Er hat es quasie als Lösung aller Probleme verkauft. Puhh, ich habe mich bald an der Mate verschluckt. Ich mein… OK in ganz besonderen Fällen kann es möglicherweise helfen (mir fallen zwar gerade keine ein aber…) und früher ging da vielleicht mal was. Im Grunde macht diese Art der „Spamabwehr“ nur Stress.

Sender adress verification / callback verification / callout verification???

Versucht jemand eine E-Mail einzuliefern, versucht Postfix vor der Annahme der E-Mails zuerst selbst eine E-Mail an den Absender zuzustellen. Klappt dieses nimmt er die E-Mail an und wenn es nicht geht, dann nicht. Kommt also eine E-Mail vom Absender: spam@spamgott.net versucht Postfix diesem Absender eine E-Mail zuzustellen. Es wird also geprüft ob es die Domain überhaupt gibt, dann wird geschaut ob es einen MX-RECORD gibt, dann wird versucht eine Verbindung zu diesem Server aufzubauen. Ist es nicht möglich würde Postfix die jeweilige Meldung an den einliefernden „durchreichen“. Damit würden E-Mails nicht abgewiesen nur weil der Maileingangsserver des vermeintlichen Absenders gerade Stress hat oder dort Greylisting aktiviert ist. Wäre es möglich eine E-Mail einzuliefern wird die E-Mail erst überhaupt angekommen und die Absenderadresse in folgender Datei abgelegt:

/var/lib/postfix/verify_cache.db

Aktiviert wird der ganze Foo in der Postfix Konfigurationsdatei /etc/postfix/main.cf:

smtpd_recipient_restrictions =
….........,
reject_unverified_sender,
….........,

Klingt alles erst einmal ganz gut, oder? Ne überhaupt nicht…. Die Idee ist nett aber wenn man sich nun mal vorstellt eine Domain wird zum versenden von Spam missbraucht, dann schlagen bei diesem Server nicht nur die ganzen Bounce E-Mails auf, sondern zusätzlich noch der ganze Verification Krims. Es soll auch Absender geben die man wirklich nicht erreichen kann (sinnfrei, ist mir auch klar). Diese E-Mails kommen natürlich nicht an…. Versucht immer mal wieder jemand E-Mails an Empfänger zuzustellen, welche es nicht gibt, machen Mailserver gerne mal für eine gewisse Zeit dicht. Was ebenfalls nicht gut ist.

Und mal im Ernst, niemand will wirklich Strom, Traffic und Hardwareleistung bezahlen für den Mist. Wenn man sich einfach nur unnötige Last auf sein System ziehen will, wäre SETI@home mein Tipp! Mit etwas Hirnschmalz in seine Konfiguration gibt es deutlich bessere und effektivere Möglichkeiten. Dieser Weg ist einfach mal wieder der Versuch die Arbeit anderen aufzuhalsen.

Siehe auch: SPF-Record einrichten

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Zu pingelig?

Klar, nach RFC müssen bestimmte Dinge bei einem Mailserver zusammenpassen.

Nach RFC1912 – Section 2.1 muss der Rückwärts aufgelöster Hostname zu dessen Vorwärtsauflösung passen.

Als Beispiel:
Wenn ich nachfrage welcher DNS Name zur IPv4 Adresse 10.2.3.4 gehört und darauf die Antwort bekomme, es ist: test.example.com…. Ja dann muss auf die Frage welche IPv4 Adresse zum DNS Namen test.example.com gehört auch die Antwort kommen: 10.2.3.4

Aus Sicht des testenden ist die Wahrscheinlichkeit schon höher dass beide Systeme unter der gleichen Kontrolle stehen. Zusätzlich haben Bots in einem Botnetz extrem selten die Möglichkeit diese Einträge passend zu setzten und der Administrator des Systems hält sich nicht nur die RFCs sondern konfiguriert zudem ordentlich. Es ist daher ebenfalls wahrscheinlich dass er sich bei seinen sonstigen Konfigurationen auch Mühe gegeben hat. Dieses lässt sein System zusätzlich sicherer gegen Missbrauch erscheinen.

Weiter im Text…
Denn nach RFC 2821, Section 3.6 muss der im HELO/EHLO angegebene DNS Name nicht nur ein gültiger Fully Qualified Domain Name (FQDN) sein, sondern er muss zusätzlich zum Hostname des einliefernden Mailservers passen. So lässt sich nun ersehen dass nicht nur IP und DNS unter der gleiche Kontrolle zu sein scheinen, sondern gleichfalls das Mailsystem.

Der Admin scheint also zu wissen was er tut und hat auch die Kontrolle über das System.

Ich prüfe dieses nun bei jeder einzuliefernden E-Mail. Ist nicht alles korrekt, wird die E-Mail abgelehnt. In den letzten Wochen tauchen genau hier gehäuft Unstimmigkeiten auf und dieses nicht bei kleinen „Wurstbuden“ sondern auch bei den ganz Großen! Natürlich ist es kein zwingender Grund E-Mails auf dieser Basis abzuweisen…. Da die Sysadmins der Mailserver, vor allem der ganz GROSSEN, ja Fachleute sind… Sollte man von diesen erwarten können sich an diese einfachen Vorgaben zu halten, oder? — Oder ist es wirklich zu pingelig?

 

 

 

Siehe auch: DMARC einrichten

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DKIM Schüssel getauscht

Nachdem nun alle etwas nervös wegen zu kurzer DKIM Keys sind (512Bit), diese lassen sich wohl bei Amazon in knapp 72 Stunden knacken. Habe ich dann meine Schlüssel auch einmal getauscht. Diese hatten bisher eine Länge von 1024 Bit, mit diesen wäre ich also noch locker auf der sicheren Seite denn noch kann es ja nicht schaden sie auf 2048Bit aufzubohren. Fast alle Systeme können mit diesen inzwischen umgehen. Die Leistung aktueller Systeme sollte heute ebenfalls nicht sonderlich unter diesen Schlüssellänge leiden.

Die Schlüssel sind schnell erstellt:

$ dkim-genkey -b 2048 -s kernel-error.de -d kernel-error.de

Wie gewohnt habe ich dann den TXT-RECORD in mein Zonenfile gekippt. Beim signieren der Zone per DNSsec sprang mich aber folgende Fehlermeldung an:

dnssec-signzone: error: dns_rdata_fromtext: kernel-error.de:25: ran out of space

Na nu? Ach so… ja klar! Der TXT-RECORD ist zu lang. Da gibt es ja eine Beschränkung…. Fast vergessen! Mehr als 255 Zeichen sind ja nicht zulässig. Ich musste den DKIM TXT-RECORD also in ein multi-line TXT-RECORD umwandeln. Nicht weiter kompliziert, einfach Klammer auf, Klammer zu und alles brav mit Anführungszeichen trennen. Damit sieht mein Zoneneintrag nun wie folgt aus:

kernel-error.de._domainkey IN TXT ( "v=DKIM1; g=*; k=rsa; "
                    "p=MIIBIjANBgkqhkiG9w0BAQEFAAOCAQ8AMIIBCgKCAQEA1V7WG+ZchvAxfJ2wi9jn7vWVs2mDkk66cqrKjTETdbuPwL"
                    "CX4N4IXTemT7SMS2Z+gTxcPNnUCorcMsXigNlGJK4Oq8GNx0fcxbXB+vq522FpM6FY8FVTfhL7bqLg5ajp9k0boJnSRv"
                    "F4wY3nci6E7CYCdP9XjHVoOciJdlrGFMo8rYGGiI9Ubgvue8etqgPCV2T8BKEZgys7kabPyaujSHmqrPbBkjb/F+QPJH"
                    "WqcyD7ywfT5vUkrj40Qiwsr7HxGk9aYCAHwyvdP4dvXd5xfMH2QlRKbrMjIQfKJfD5cfTiAl7YgFBFO1n7Wfj5syB6FE"
                    "bRZR9HO+rusv0hojiViQIDAQAB" )

Schnell noch mit einer Testmail an: check-auth@verifier.port25.com prüfen ob alles korrekt ist.

Fertig….

----------------------------------------------------------
DKIM check details:
----------------------------------------------------------
Result:         pass (matches From: kernel-error@kernel-error.com)
ID(s) verified: header.d=kernel-error.com
Canonicalized Headers:
    To:'20'<check-auth@verifier.port25.com>;'0D''0A'
    Subject:'20'check-auth@verifier.port25.com'0D''0A'
    MIME-Version:'20'1.0'0D''0A'
    Content-Type:'20'text/plain;'20'charset=UTF-8;'0D''0A'
    '20'format=flowed'0D''0A'
    Content-Transfer-Encoding:'20'7bit'0D''0A'
    Date:'20'Fri,'20'09'20'Nov'20'2012'20'11:33:48'20'+0100'0D''0A'
    From:'20'Sebastian'20'van'20'de'20'Meer'20'<kernel-error@kernel-error.com>;'0D''0A'
    Message-ID:'20'<c580aed4c89d48c1a93fea35ee80fe30@vandemeer.de>;'0D''0A'
    DKIM-Signature:'20'v=1;'20'a=rsa-sha256;'20'c=simple/simple;'20'd=kernel-error.com;'0D''0A'
    '09's=kernel-error.com;'20't=1352457228;'0D''0A'
    '09'bh=v55t4Oe0VsnE3Xa3exogjgnS10dkjG1rhPQxGz4STJo=;'0D''0A'
    '09'h=To:Subject:MIME-Version:Content-Type:Content-Transfer-Encoding:'0D''0A'
    '09''20'Date:From:Message-ID;'0D''0A'
    '09'b=

Canonicalized Body:
    check-auth@verifier.port25.com'0D''0A'
    

DNS record(s):
    kernel-error.com._domainkey.kernel-error.com. 300 IN TXT "v=DKIM1; g=*; k=rsa; p=MIIBIjANBgkqhkiG9w0BAQEFAAOCAQ8AMIIBCgKCAQEAtlhidIl+KZgelAOOVYiGHi+uGxEnpjmhXH2IVZNpH69ZsWYTYd1OgXIvWQnAiQ4rRCyvbjcrKaFnXJUpda9eGJeqlr3hE4YhOPLS34K86+8Gr17+WOofkdc3STmlqAI60r1+bQQh8rCWb1YPXIssinq3ll8GVDwAEmh3Bm8zSWz2Ntc+W/maURTlZbMGaRoi+lwhBzr+DnNYL+mPs3UVQoE9ei2Z/bjNQzdpzWeriFgfk56muVZNTvmn8LxkugMhoHMohCr/vkr99xTVmIeMFwMerB2B/JOpeADIf4Wsz6OJQR3GaBA91MX9T2nFncvW3pL03O4wYYVCGnFqz8gbcQIDAQAB"

NOTE: DKIM checking has been performed based on the latest DKIM specs
(RFC 4871 or draft-ietf-dkim-base-10) and verification may fail for
older versions.  If you are using Port25's PowerMTA, you need to use
version 3.2r11 or later to get a compatible version of DKIM.

 

Siehe auch: DKIM einrichten

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Das kann doch nicht sein, oder?!?!?

Da schicke ich doch heute eine E-Mail ab und bekommen Sekunden später etwas wie das Folgende zurück:

Ihre E-Mail wird aus Gründen der Spam- und Virenabwehr zurückgehalten bis ihr Absender bestätigt wurde. Klicken sie zur Bestätigung auf diesen Link oder antworten sie auf diese E-Mail mit dem Betreff: „Supperspamabwehr8857“

Double facepalm reaction to encoding problems

O_o ist das ein Scherz? Wie arm ist denn dieser Versuch? Ja, ok… Vor vielen vielen Jahren war es wohl eine erste Notlösung aber so etwas setzt man doch heute nicht mehr ein. Zumindest war ich davon überzeugt!

Jetzt mal im Ernst, dem durchschnittlichen User kann man so etwas nicht zumuten. Er wird es einfach nicht verstehen, selbst wenn man es in deutsch schreibt. Mailinglisten, Onlineshops oder ähnliches würden zusätzlich nicht auf so etwas reagieren. Ein ordentlich konfigurierter Mailserver sollte hier wohl besser funktionieren – oh ja, dann müssten hier nicht die User sonder der „Admin“ denken….

Ich halte dieses fast so überflüssig wie das Gefummel mit den E-Mail Adressen. Auf vielen Webseiten steht unter -Kontakt- oft etwas wie: E-Mail: wurstsuppe – at – wurstdomain.de

Davon mal abgesehen dass jeder Spamroboter dieses schon beim einlesen herausfiltern kann, steht ja oft im Link hinter dieser Adressverwurstung die korrekte E-Mail Adresse im mailto:

Selbst wenn es in einem Bild hängt, ganz ohne Link… Glaubt wirklich noch jemand dass diese Spamroboter kein OCR beherrschen? Den einzigen denen man mit so etwas das Leben schwer macht, sind User welche einem wirklich eine E-Mail schicken wollen.

Bei dem ganzen Thema sind, wie so oft, einfach mal die Admins gefragt. Diese sollten ihren Job machen und nicht versuchen es über Dinge wie Challenge-Response auf die User abzuwälzen! Wie war es noch gleich: „Früher war alles besser“

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SPF Records

Veraltet: Der dedizierte SPF-DNS-Record-Typ (Typ 99) wurde mit RFC 7208 im Jahr 2014 als deprecated eingestuft. SPF wird heute ausschließlich über TXT-Records veröffentlicht. Siehe den aktuellen SPF-Beitrag.

Es gibt seit einiger Zeit einen dedizierten SPF-Record. Dieser wird auch bereits von vielen SPF-Filtern sowie Bind seit Version 9.4 unterstützt. Dieses entlastet etwas die TXT Anfragen und sorgt für mehr Ordnung. Wird dieser SPF Record vom jeweiligen SPF Filter unterstützt, fragt dieser meist zuerst nach dem SPF-Record und wenn es keine Antwort gibt als nächstes nach einem TXT-SPF Record.

Um diesen Filtern etwas Arbeit zu ersparen, das DNS etwas aufzuräumen und auf lange Sicht RFC konform zu bleiben (es würde mich nicht wundern wenn der TXT-SPF Record bald ausstirbt). Sollte man ebenfalls bei seiner SPF geschützten Domain einen solchen Record erstellen.

Für meinen Bind und die Domain kernel-error.de würde ein Beispiel wie folgt aussehen:

kernel-error.de.    IN    SPF    "v=spf1 ip4:212.23.142.146 ip6:2001:7d8:8001:100::2 ptr:smtp.kernel-error.de mx a:smtp.kernel-error.de -all"

Geprüft werden kann alles schnell und einfach mit DIG:

# dig kernel-error.de IN SPF +short
"v=spf1 ip4:212.23.142.146 ip6:2001:7d8:8001:100::2 ptr:smtp.kernel-error.de mx a:smtp.kernel-error.de -all"

Sobald alle gängigen Filter die SPF-Records implementiert haben und alle Postmaster ihre Einführungszeit hatten, kann man dann sicher seinen TXT-SPF-Record entfernen. Dieses dauert sicher wieder ein paar Jahre! Ach ja, mein TXT SPF Record schaut so aus:

kernel-error.de.    IN    TXT    "v=spf1 ip4:212.23.142.146 ip6:2001:7d8:8001:100::2 ptr:smtp.kernel-error.de mx a:smtp.kernel-error.de -all"

 

 

Mehr zum Lesen:

SPF
SPF-RECORD
SPF-RECORD erkärt

Postfix und AMaViS: content_filter oder smtpd_proxy_filter?

AMaViS ist eine bewährte Lösung, um eingehende E-Mails nach Viren und Spam zu filtern. Was viele nicht wissen: Es gibt zwei grundverschiedene Wege, AMaViS an Postfix anzubinden. Die meisten HowTos beschreiben content_filter. Es gibt aber auch smtpd_proxy_filter, und der ist mein persönlicher Favorit.

content_filter: Erst annehmen, dann filtern

Postfix nimmt die Verbindung vom einliefernden Mailserver an und empfängt die komplette E-Mail. Der einliefernde Server bekommt ein „OK, E-Mail erhalten“ und baut die Verbindung ab. Postfix speichert die Nachricht zwischen und schiebt sie an AMaViS weiter. Hat AMaViS gerade alle Hände voll zu tun, versucht Postfix es einfach immer wieder.

Erkennt AMaViS die E-Mail als Spam oder Virus, passiert je nach Konfiguration: Info an Absender/Empfänger, Quarantäne, Tagging, oder die Nachricht verschwindet einfach. In jedem Fall hat Postfix die Nachricht zu diesem Zeitpunkt bereits angenommen und die Verantwortung übernommen.

smtpd_proxy_filter: Filtern vor der Annahme

Hier leitet Postfix die E-Mail während der SMTP-Session direkt durch AMaViS. Der einliefernde Server bekommt nicht einfach ein „OK“, sondern die durchgereichte Antwort von AMaViS: „Nein, das ist Spam“ oder „Virus im Anhang, abgelehnt“. Unser Mailsystem nimmt die E-Mail nur an, wenn AMaViS nichts dagegen hat.

Das bringt uns rechtlich auf eine andere Seite. Man kann uns nicht nachsagen, dass wir eine anvertraute Nachricht unterdrückt oder vorenthalten hätten. Wir haben die Nachricht nie angenommen.

Die Nachteile

AMaViS braucht zur Bewertung Zeit. Genau diese Zeit halten wir den einliefernden Mailserver fest und die Verbindung offen. Das kostet Ressourcen. Über diesen Weg können weniger E-Mails gleichzeitig angenommen werden als wenn Postfix sie erst zwischenspeichert. Mehr Leistung bedeutet mehr parallele AMaViS-Prozesse.

Ist gerade kein AMaViS-Prozess frei, wird die E-Mail nicht abgewiesen. Postfix liefert einen temporären Fehler (4xx), und der einliefernde Server probiert es später noch einmal. Das ist normales SMTP-Verhalten.

Konfiguration

In /etc/postfix/master.cf die Anbindung über smtpd_proxy_filter statt content_filter einrichten:

smtp inet n - - - 100 smtpd
    -o smtpd_proxy_filter=127.0.0.1:10024

amavis unix - - n - 6 smtp
    -o smtp_data_done_timeout=1800
    -o smtp_send_xforward_command=yes
    -o disable_mime_output_conversion=yes
    -o disable_dns_lookups=yes

127.0.0.1:10025 inet n - - - - smtpd
    -o content_filter=
    -o smtpd_proxy_filter=
    -o local_recipient_maps=
    -o smtpd_authorized_xforward_hosts=127.0.0.0/8
    -o relay_recipient_maps=
    -o smtpd_restriction_classes=
    -o smtpd_client_restrictions=
    -o smtpd_helo_restrictions=
    -o smtpd_sender_restrictions=
    -o smtpd_data_restrictions=
    -o smtpd_recipient_restrictions=permit_mynetworks,reject
    -o mynetworks=127.0.0.0/8
    -o strict_rfc821_envelopes=yes
    -o receive_override_options=no_unknown_recipient_checks,no_header_body_checks

In /etc/postfix/main.cf die alte content_filter-Anbindung auskommentieren:

#content_filter = smtp-amavis:[127.0.0.1]:10024
#receive_override_options = no_address_mappings

Stolperfalle: receive_override_options

Wichtig: Auch receive_override_options = no_address_mappings muss auskommentiert werden. Sonst schaut Dovecot bei der lokalen Zustellung nicht nach virtuellen Alias-Einträgen. Die E-Mails werden dann mit „user unknown“ zurückgewiesen:

postfix/pipe[18488]: 5FC6EE20C1:
  to=<kernel-error@kernel-error.com>, relay=dovecot,
  dsn=5.1.1, status=bounced (user unknown)

Dovecot findet den User nicht in der SQL-Tabelle, weil Postfix die Alias-Auflösung übersprungen hat. Ohne no_address_mappings löst Postfix den virtuellen Alias zuerst auf, und Dovecot bekommt den richtigen Usernamen.

Wer inzwischen auf rspamd umgestiegen ist: rspamd arbeitet standardmäßig als Milter, was die Proxy-vs-Content-Filter-Frage komplett eliminiert. Als Milter prüft rspamd die E-Mail während der SMTP-Session, genau wie smtpd_proxy_filter, aber ohne den Umweg über einen zweiten SMTP-Dienst.

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