IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

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Postfix SSL / TLS Cipher Suite Auswertung

Nachdem ich nun am Postfix hinsichtlich der SSL / TLS Sicherheit einige Einstellungen vorgenommen habe und sogar die nutzbare Cipher Suite eingeschränkt habe, da interessiert mich natürlich welche von den Clients genutzt werden. Daher fische ich für meinen Testzeitraum einfach mal per Regex (Regular expression) und egrep ein paar Infos aus dem Logfile und lege es hier zur Begutachtung hin.

So lässt sich nun gut verfolgen, welche Cipher, wie oft genutzt wird.

 

 

Siehe auch: TLS-Infos im E-Mail-Header

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Perfect Forward Secrecy für Postfix und Dovecot konfigurieren

Perfect Forward Secrecy (PFS) sorgt dafür, dass jede TLS-Verbindung einen eigenen temporären Schlüssel verwendet. Selbst wenn jemand den privaten Schlüssel des Servers in die Hände bekommt, kann er damit früher aufgezeichnete Verbindungen nicht entschlüsseln. Für E-Mail ist das besonders relevant, weil Mailverkehr gern auf Vorrat mitgeschnitten wird.

PFS bekommt man durch ECDHE- oder DHE-Schlüsselaustausch. Moderne OpenSSL-Versionen und aktuelle Postfix/Dovecot-Releases machen das Richtige von Haus aus. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Konfiguration, um sicherzustellen, dass keine veralteten Protokolle oder Cipher-Suiten aktiv sind.

Postfix

Die relevanten Einstellungen in der main.cf:

# Eingehend (smtpd)
smtpd_tls_security_level = may
smtpd_tls_protocols = >=TLSv1.2
smtpd_tls_mandatory_protocols = >=TLSv1.2
smtpd_tls_mandatory_ciphers = medium

# Ausgehend (smtp)
smtp_tls_security_level = dane
smtp_tls_protocols = >=TLSv1.2
smtp_tls_mandatory_protocols = >=TLSv1.2
smtp_tls_mandatory_ciphers = medium

# Cipher-Präferenz beim Server
tls_preempt_cipherlist = yes

>=TLSv1.2 schaltet TLS 1.0 und 1.1 ab. tls_preempt_cipherlist = yes lässt den Server die Cipher-Reihenfolge bestimmen, nicht den Client. Postfix sortiert AEAD-Ciphers (GCM, CHACHA20) automatisch nach vorn, PFS-Ciphers haben Vorrang. Die medium-Stufe schließt alles unterhalb von 128-Bit-Verschlüsselung aus.

Für den ausgehenden Versand ist smtp_tls_security_level = dane die beste Wahl. Damit prüft Postfix TLSA-Records per DANE. Gibt es keinen TLSA-Record, fällt Postfix auf opportunistisches TLS zurück. Wer zusätzlich MTA-STS auswertet, deckt auch Server ohne DNSSEC ab.

Dovecot

In /usr/local/etc/dovecot/conf.d/10-ssl.conf (FreeBSD) bzw. /etc/dovecot/conf.d/10-ssl.conf (Linux):

ssl = required
ssl_min_protocol = TLSv1.2
ssl_prefer_server_ciphers = yes
ssl_options = no_ticket

ssl = required erzwingt TLS für alle Verbindungen. ssl_min_protocol = TLSv1.2 schließt alte Protokolle aus. ssl_prefer_server_ciphers = yes gibt dem Server die Kontrolle über die Cipher-Wahl. no_ticket deaktiviert TLS Session Tickets, die PFS untergraben können wenn der Ticket-Key kompromittiert wird.

Eine explizite Cipher-Liste ist bei aktuellem OpenSSL nicht nötig. Die Defaults bevorzugen ECDHE mit AEAD. Wer es trotzdem einschränken will:

ssl_cipher_list = ECDHE+AESGCM:ECDHE+CHACHA20:DHE+AESGCM:DHE+CHACHA20:!aNULL:!eNULL
ssl_cipher_suites = TLS_AES_256_GCM_SHA384:TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256:TLS_AES_128_GCM_SHA256

ssl_cipher_list gilt für TLS 1.2, ssl_cipher_suites für TLS 1.3. Bei TLS 1.3 ist PFS immer aktiv, da gibt es keine Cipher-Suiten ohne Schlüsselaustausch mehr.

Testen

# Postfix (STARTTLS auf Port 25)
openssl s_client -starttls smtp -connect smtp.kernel-error.de:25 2>/dev/null | grep -E "Protocol|Cipher|Server Temp Key"

# Postfix (Implicit TLS auf Port 465)
openssl s_client -connect smtp.kernel-error.de:465 2>/dev/null | grep -E "Protocol|Cipher|Server Temp Key"

# Dovecot (STARTTLS auf Port 143)
openssl s_client -starttls imap -connect imap.kernel-error.de:143 2>/dev/null | grep -E "Protocol|Cipher|Server Temp Key"

# Dovecot (Implicit TLS auf Port 993)
openssl s_client -connect imap.kernel-error.de:993 2>/dev/null | grep -E "Protocol|Cipher|Server Temp Key"

Entscheidend ist die Zeile Server Temp Key. Steht dort X25519, ECDH P-256 oder DH 2048, ist PFS aktiv. Mit OpenSSL 3.5+ und entsprechender Konfiguration sieht man dort auch X25519MLKEM768 für Post-Quantum-Schlüsselaustausch.

Siehe auch: Post-Quantum TLS für E-Mail

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DMARC und Mailinglisten: Warum Signaturen brechen und wie ARC das löst

Wer eine strenge DMARC-Policy veröffentlicht und gleichzeitig Mailinglisten nutzt, wird früher oder später feststellen: Die eigenen Mails werden auf der Liste zugestellt, aber beim Empfänger abgelehnt. Das liegt nicht an einem Konfigurationsfehler, sondern an der Art wie Mailinglisten funktionieren.

Das Problem

DKIM signiert nicht nur den Body einer E-Mail, sondern auch bestimmte Header wie den Betreff. Mailinglisten-Manager wie Mailman verändern die Mail aber auf dem Weg zum Empfänger. Sie hängen einen Identifier an den Betreff ([liste-name]), fügen einen Footer mit Abmelde-Link an den Body an und setzen eigene Header. Jede dieser Änderungen bricht die DKIM-Signatur.

SPF schlägt ebenfalls fehl, weil die Mail jetzt vom Listserver kommt und nicht mehr vom Mailserver des ursprünglichen Absenders. Die IP des Listservers steht nicht im SPF-Record der Absender-Domain.

DMARC prüft ob mindestens DKIM oder SPF bestehen und das Alignment stimmt. Beides schlägt fehl. Bei einer Policy von p=reject wird die Mail vom empfangenden Server abgelehnt. Der Absender bekommt einen Bounce, der Empfänger sieht die Mail nie.

Workarounds der Listenbetreiber

Mailinglisten-Manager haben verschiedene Strategien entwickelt um das Problem zu umgehen:

From-RewritingDer Absender wird auf die Listenadresse umgeschrieben. DMARC-Alignment passt dann zur Listendomain. Nachteil: Man sieht nicht mehr wer die Mail geschrieben hat.
Subject-Tag weglassenKein [liste] im Betreff. Schont die DKIM-Signatur, aber der Betreff allein reicht nicht, die Signatur kann trotzdem brechen wenn der Body verändert wird.
Footer weglassenKein Abmelde-Link im Body. Schont DKIM, aber Listenbetreiber brauchen den Footer oft aus rechtlichen Gründen.
DKIM re-signingDie Liste signiert die Mail neu mit ihrer eigenen Domain. Funktioniert, aber die originale Signatur des Absenders geht verloren.

Keiner dieser Workarounds ist sauber. Entweder geht Information verloren oder die Authentizität leidet.

ARC: Die eigentliche Lösung

Authenticated Received Chain (RFC 8617) wurde genau für dieses Problem entwickelt. Die Idee: Jeder Zwischenserver (wie ein Listserver) speichert die Authentifizierungsergebnisse der eingehenden Mail in einem ARC-Header und signiert diesen. Der empfangende Server kann dann die Kette zurückverfolgen und sehen, dass die Mail beim Eintritt in die Liste noch gültig war.

Drei Header bilden die Kette:

ARC-Authentication-Results: i=1; lists.example.org;
  dkim=pass header.d=kernel-error.de;
  spf=pass smtp.mailfrom=kernel-error@kernel-error.com;
  dmarc=pass header.from=kernel-error.de

ARC-Message-Signature: i=1; a=rsa-sha256; d=lists.example.org; ...
ARC-Seal: i=1; a=rsa-sha256; d=lists.example.org; cv=none; ...

ARC-Authentication-Results enthält die Ergebnisse zum Zeitpunkt der Annahme. ARC-Message-Signature signiert die Nachricht in ihrem aktuellen Zustand. ARC-Seal signiert die gesamte ARC-Kette und verhindert Manipulation.

Der empfangende Mailserver prüft die ARC-Kette. Wenn er dem Listserver vertraut und die Kette gültig ist, kann er die Mail trotz gebrochener DKIM-Signatur zustellen. Gmail, Microsoft und Yahoo werten ARC bereits aus. rspamd unterstützt ARC-Validierung und ARC-Signing von Haus aus.

In der Praxis

Mailman 3 unterstützt ARC-Signing. Bei Mailman 2 lässt sich ARC über einen vorgeschalteten Milter nachrüsten. Wer rspamd als Milter einsetzt, kann ARC dort aktivieren und braucht keinen separaten Dienst.

Die Empfehlung für Listenbetreiber: ARC-Signing aktivieren und den Betreff nicht verändern (statt [liste] den List-Id-Header nutzen, den alle modernen Mailclients auswerten können). Für Absender mit p=reject: ARC reduziert das Problem erheblich, löst es aber nur wenn die Gegenseite ARC auch prüft. In der Übergangsphase hilft es, bekannte Listserver per DMARC-Whitelist von der Policy auszunehmen.

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Postfix mit DANE und DNSSEC absichern

Postfix-Mailserver mit DANE und DNSSEC, TLSA-Record-Prüfung, DNS als Vertrauensanker und verifizierter SMTP-TLS-Verbindung zwischen Mailservern.

Meine Domains sind schon lange per DNSSEC gesichert. Für den Webserver hatte ich auch schnell TLSA-Records veröffentlicht, damit die TLS-Verbindung per DANE abgesichert ist. Seit Postfix 2.11 beherrscht auch der MTA die Prüfung von TLSA-Records, damit lässt sich ausgehende E-Mail-Verschlüsselung kryptographisch verifizieren, ohne sich auf das CA-System verlassen zu müssen.

Postfix konfigurieren

Zwei Zeilen in der main.cf reichen, damit Postfix beim Versand TLSA-Records prüft:

postconf -e "smtp_dns_support_level = dnssec"
postconf -e "smtp_tls_security_level = dane"

smtp_dns_support_level = dnssec weist den SMTP-Client an, DNSSEC-validierte DNS-Antworten zu verlangen. smtp_tls_security_level = dane aktiviert die TLSA-Prüfung, Postfix sucht automatisch nach TLSA-Records für den Zielserver. Gibt es keinen TLSA-Record oder kein DNSSEC, fällt Postfix auf opportunistisches TLS zurück. Die Kommunikation mit Servern ohne DANE leidet also nicht. Details stehen in der Postfix DANE-Dokumentation.

TLSA-Record erstellen

Der TLSA-Record enthält einen Hash des TLS-Zertifikats (oder des Public Keys), den der Empfänger-Mailserver im DNS veröffentlicht. So erzeugt man den SHA-256-Hash des Public Keys aus dem Zertifikat:

openssl x509 -in postfix.pem -noout -pubkey \
  | openssl pkey -pubin -outform DER \
  | openssl dgst -sha256

Den Hash trägt man als TLSA-Record in die DNS-Zone ein, für Port 25 (SMTP) und optional Port 465 (Implicit TLS):

_25._tcp.smtp.kernel-error.de.  3600 IN TLSA 3 1 1 8cb0fc6c527506a053f4f14c8464bebbd6dede2738d11468dd953d7d6a3021f1
_465._tcp.smtp.kernel-error.de. 3600 IN TLSA 3 1 1 8cb0fc6c527506a053f4f14c8464bebbd6dede2738d11468dd953d7d6a3021f1

Die Felder 3 1 1 bedeuten: DANE-EE (End Entity, kein CA-Vertrauen nötig), SPKI (nur Public Key, nicht das ganze Zertifikat), SHA-256. Der TTL von 3600 Sekunden ist bewusst kurz, bei einem Zertifikatswechsel soll der alte Record schnell ablaufen. Mehr zum Aufbau von TLSA-Records steht in RFC 7672.

Testen

Mit posttls-finger (Teil von Postfix) lässt sich prüfen, ob die DANE-Verifikation funktioniert:

posttls-finger -t30 -T180 -c -L verbose,summary kernel-error.de

Die entscheidende Zeile in der Ausgabe:

Verified TLS connection established to smtp.kernel-error.de[...]:25:
  TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)

Verified statt Untrusted, der TLSA-Record stimmt mit dem Zertifikat überein, die Verbindung ist DANE-verifiziert. Im Postfix-Log sieht man denselben Unterschied:

smtp[3779]: Verified TLS connection established to mx02.example.de[...]:25
smtp[3779]: Untrusted TLS connection established to smtp2.example.de[...]:25

Verified = DANE-geprüft und in Ordnung. Untrusted = TLS aktiv, aber kein gültiger TLSA-Record vorhanden, die Verschlüsselung funktioniert trotzdem, nur ohne kryptographische Verifikation des Zertifikats.

Warum DANE besser ist als das CA-System

DANE verankert das Vertrauen im DNS statt bei Certificate Authorities. Der Domaininhaber veröffentlicht den Hash seines Zertifikats selbst, DNSSEC schützt den Record vor Manipulation. Keine CA kann ein falsches Zertifikat für die Domain ausstellen und damit die Verbindung aufbrechen. Das Ganze kostet nichts außer einem DNS-Record und funktioniert für jeden, der DNSSEC betreibt.

Zum Vergleich: Das damalige „E-Mail made in Germany“ (EmiG) setzte auf eine TÜV-Zertifizierung, die sich nur große Provider leisten konnten. Sicherheit nur für Unternehmen mit Budget, das ist das Gegenteil von dem, was ich unterstütze.


Update August 2014: Ich habe Mailgraph um DANE-Graphen erweitert, um den Anteil verifizierter Verbindungen zu visualisieren.

Siehe auch: TLSA/DANE-Records prüfen, TLSA- und DANE-Records manuell prüfen: Schritt für Schritt mit OpenSSL, Postfix und DANE: „Server certificate not verified“ debuggen, Postfix: Eingehende E-Mails ohne TLS ablehnen

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Contabo VPS

Lange habe ich nach einem ordentlichen Anbieter für einen neuen vServer gesucht. Dabei galt es folgende Kriterien zu erfüllen:

– Min. 2 IPv4 Adressen
– Ein kleines IPv6 Netz
– Unbegrenzter Traffic
– Min. 100Mbit/s Anbindung
– Min. 2 CPUs
– Min. 4 GB RAM
– Min. 200 GB HDD
– Linux als OS

Natürlich habe ich zuerst die Großen abgeklappert.

– 1und1 kein IPv6 (warum nicht? Ich meine 2014 HALLO!?!?)
– Strato nur EINE IPv6 Adresse (Ö_ö eine IPv6 Adresse…. eine?)
– Host Europe kein IPv6 bei den vServer nur bei den Root Server EINE (tz..)
– 1blue kein IPv6
– Server4you kein IPv6 beim vServer, sonst soll es wohl gehen…
– Serverloft… Joar, die Kosten sind mir zu hoch. Sind aber auch keine vServer.
– usw. usw. usw…

IPv6 scheint noch immer ein größeres Problem zu sein, ist nicht voll integriert oder ist (wie auch meherer IPv4 Adressen) hochpreisigen Produkten vorbehalten.

Dann bin ich auf Contabo gestoßen. Ich war Opfer der Werbung im Linux Magazin 🙁 Preis/Leistung sah dabei einfach zu gut aus. Daher habe ich angerufen. Ohne lange Hoteline sprach ich mit einem Menschen. Diesem stellte ich direkt meine Fragen und er konnte sie überraschenderweise direkt und sicher beantworten. Mit sicher meine ich, dass man nicht das Gefühl hatte er würde es irgendwo nachlesen oder wäre nach einer kurzen Schulung auf die Hotline losgelassen worden. Nein, es war wirklich gut!

Natürlich habe ich abschließend die Frage gestellt wie es klappt dass die angegebene Leistung so gut ist, der Support so schön zu funktionieren scheint und die Ausstattung und Randbedingungen ebenfalls so gut erscheinen. Nach hörbarem Schmunzeln bekam ich die Antwort: Das würde oft gefragt…. Ich müsse es so sehen. Contabo selbst stellt wirklich nur die Hardware und die Infrastruktur. Für das System selbst ist man selbst verantwortlich. Wenn es da mal Probleme gibt, könnte der Support zwar helfen diese wäre dann aber Kostenpflichtig (er meinte damit wenn man seine Kiste mal zerfriemelt hat). Man müsse schon wissen was man tut, dieses würden Contabo bei seinen Produkten einfach voraussetzten.

Schien also genau das zu sein was ich gesucht habe! Daher habe ich bestellt… Wobei ich genau eine solche Antwort von jedem Root-Server erwarten würde.

Alles ging schnell und für mich verständlich online. Ich bekam eine E-Mail mit der Bitte Geld zu überweisen (wer konnte damit nur rechnen. ). Kurz nach meiner Überweisung flatterten bereits die Zugangsdaten in mein Postfach.

Wie bei der Bestellung angeklickt hatte ich schon eine zweite IPv4 Adresse und konnte die PTR-Records flott im Webmenü eintragen. Um die PTR-Records der IPv6 Adressen zu ändern musste ich kurz den Support per E-Mail bemühen. Freitags um 23:36 Uhr habe ich ihn angemailt als ich morgens aufgewacht bin hatte ich schon die Bestätigung in meinem Postfach. Das System selbst ist genau wie bestellt und hat mehr Leistungsreserven als erwartet. Ich habe 8GB Arbeitsspeicher, 400Gb Festplattenplatz und zwei CPUs mit 3,4GHz. Auf der Webseite war nur etwas von 3,2GHz zu lesen. Ok ok… die paar MHz machen den Braten jetzt nicht fett, das es Core I7 CPUs sind hat mich denn noch überrascht!

Ich habe natürlich Speicher und CPU mal mit Arbeit beworfen um zu testen ob es nicht nur Schein ist. Alles prima…. Die Storage Anbindung ist ja gerne mal etwas zu genau auf den Punkt dimensioniert. Bei meinem System kann ich nicht klagen. Performance und I/Os sind wunderbar und mehr als ausreichend.

100Mbit/s sind auch 100Mbit/s… Wobei man hier auf das „Kleingedruckte“ achten muss: Keine zusätzlichen Kosten durch Traffic (bei einem Durchschnittsverbrauch über 40 Mbit/s in einem zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 5 Tagen erfolgt eine Umstellung der Anbindung auf 10 Mbit/s).

Zu dem Thema muss ich dann wohl mal eine kleine Auswertung vom Support anfordern. Sollte doch machbar sein, oder?

Ob mich dieses noch ärgert, werde ich herausfinden. Ob mich noch mehr ärgert wird sich zeigen!

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Grobe Schnitzer im der DNS Konfiguration testen.

Da habe ich doch gerade noch einen Tipp bekommen (danke Felix). Möchte man „mal eben“ seine DNS Konfiguration inkl. Mailserver testen wird einem ein solcher Test über die Webseite www.dnsinspect.com angeboten.

Der Test geht natürlich jetzt nichts ins absolute Detail aber die ganz groben Fehler findet er dann schon. Auch so Dinge wie PRT – HELO/EHLO – Hostname oder postmaster und abuse Adresse. Zu gesprächige Nameserver usw. usw. usw…

Einfach zum Spaß mal eure Domain reinwerfen und schauen was passiert .-)

http://www.dnsinspect.com/kernel-error.de

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Schönes Tool zum Testen / Prüfen seines SPF oder DMARC RECORDS

Die Webseite https://dmarcian.com stellt zwei sehr schöne Möglichkeiten zur Verfügung um seinen >> DMARC-RECORD << und oder seinen >> SPF-RECORD << zu testen.

Am besten gefällt mir dabei der SPF Test, denn dieser sammelt auch gleich alle nötigen DNS Lookups zusammen und visualisiert sie einem recht ansprechend.

Bunte Bilder *wwwööööööööööhhhhhhhhhyyyyyyyyy*

Ja, wenn es hilft schick mir eine E-Mail und ich sage dir ob deine Konfiguration sauber ist.

Viel Spaß!

Siehe auch: SPF-Record einrichten

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SPF-Record einrichten: Wie du festlegst, wer für deine Domain Mails versenden darf

SPF-Record-Einrichtung für eine Domain mit TXT-Beispiel, erlaubten Mailservern, SPF-Mechanismen, Qualifiern, 10-DNS-Lookup-Limit und Hinweis auf DKIM und DMARC.

SPF (Sender Policy Framework, RFC 7208) legt per DNS fest, welche Server für eine Domain E-Mails versenden dürfen. Empfangende Mailserver prüfen bei jeder eingehenden Mail, ob die IP-Adresse des sendenden Servers im SPF-Record der Absenderdomain steht. Steht sie nicht drin, wird die Mail je nach Policy abgewiesen oder markiert.

Aufbau eines SPF-Records

Ein SPF-Record ist ein TXT-Record im DNS der Domain. Ein typisches Beispiel:

kernel-error.de.  IN  TXT  "v=spf1 ip4:148.251.30.205 ip6:2a01:4f8:262:4716::25 mx -all"

Wichtig: Der alte DNS-Record-Typ IN SPF ist seit RFC 7208 (2014) abgeschafft. Nur IN TXT verwenden.

Mechanismen

Jeder Mechanismus definiert eine Regel, gegen die die IP des sendenden Servers geprüft wird:

ip4:148.251.30.205Diese IPv4-Adresse darf senden. Auch Netze möglich: ip4:148.251.30.0/24
ip6:2a01:4f8:...Diese IPv6-Adresse darf senden
mxAlle IP-Adressen der MX-Records der Domain dürfen senden
aDie IP-Adresse des A/AAAA-Records der Domain darf senden
a:smtp.example.deDie IP-Adresse eines bestimmten Hosts darf senden
include:example.deDie SPF-Policy einer anderen Domain mit einbeziehen (z.B. für externe Dienstleister)
redirect=example.deGesamte SPF-Policy von einer anderen Domain übernehmen

Nicht mehr verwenden: Der ptr-Mechanismus ist seit RFC 7208 explizit nicht empfohlen. Er erzeugt unnötige Reverse-DNS-Abfragen und ist fehleranfällig.

Qualifier: Was passiert bei einem Treffer?

Vor jedem Mechanismus kann ein Qualifier stehen, der bestimmt, was mit der Mail passiert:

+ (Pass)Erlaubt (Standard, wenn kein Qualifier angegeben)
- (Fail)Nicht erlaubt, Mail soll abgewiesen werden
~ (SoftFail)Nicht erlaubt, aber nicht hart ablehnen, Mail markieren
? (Neutral)Keine Aussage, wie kein SPF

Hardfail oder Softfail?

Am Ende des SPF-Records steht der Catch-All-Mechanismus all mit einem Qualifier:

  • -all (Hardfail), alle Server die nicht explizit gelistet sind, dürfen nicht senden. Empfänger soll ablehnen.
  • ~all (Softfail), alle nicht gelisteten Server sind verdächtig, aber nicht definitiv verboten. Mail wird zugestellt, aber markiert.

In der Praxis: -all ist die klare Empfehlung, wenn man weiß, welche Server für die Domain senden. ~all war lange der konservative Ansatz, weil manche Empfänger SPF-Fails zu aggressiv behandelten. Seit DMARC den Umgang mit SPF-Ergebnissen standardisiert hat, ist das kein Argument mehr. Wer DMARC einsetzt, sollte -all verwenden.

Das 10-Lookup-Limit

RFC 7208 erlaubt maximal 10 DNS-Abfragen pro SPF-Prüfung. Jeder include, mx, a und redirect zählt als Lookup. ip4 und ip6 verursachen keine Abfrage, die stehen direkt im Record.

Das wird schnell zum Problem, wenn man externe Dienstleister einbindet. Ein include:_spf.google.com zieht allein schon 3-4 weitere Lookups nach sich. Wer Office 365, Google Workspace und einen Newsletter-Dienst kombiniert, sprengt das Limit leicht. Die Fehlermeldung:

PermError SPF Permanent Error: Too many DNS lookups

Lösung: Den SPF-Record so schlank wie möglich halten. Wo möglich ip4/ip6 statt include verwenden, das verbraucht keine Lookups. Externe Dienstleister nach IP-Ranges fragen statt blind deren Include-Ketten zu übernehmen.

SPF-Record testen

# SPF-Record abfragen
dig TXT kernel-error.de +short

# Ergebnis prüfen, sollte den v=spf1 Record zeigen
# Mehrere TXT-Records sind normal (SPF, DMARC, DKIM Policy etc.)

Für einen vollständigen Check mit Lookup-Zählung eignen sich Online-Tools wie kitterman.com/spf oder mxtoolbox.com. Die zeigen auch verschachtelte Includes auf und warnen bei Überschreitung des 10-Lookup-Limits.

SPF allein reicht nicht

SPF prüft die IP-Adresse gegen den Envelope-From (die Adresse aus dem SMTP-MAIL FROM-Kommando), nicht gegen den From:-Header, den der Empfänger sieht. Ein Angreifer kann also eine Mail mit gefälschtem From:-Header senden, solange der Envelope-From eine Domain ist, die er kontrolliert. Der Empfänger sieht den gefälschten Absender, SPF sagt trotzdem „Pass“.

Siehe auch: SPF Records

Genau dieses Problem löst DMARC: Es prüft, ob die Domain im From:-Header mit der SPF-Domain (Alignment) oder der DKIM-Signatur übereinstimmt. Erst SPF + DKIM + DMARC zusammen ergeben eine vollständige E-Mail-Authentifizierung. Fragen? Einfach melden.

DMARC einrichten: Policy, Alignment und Reporting für deine Domain

DMARC-Einrichtung für eine Domain mit SPF, DKIM, Alignment, Policy-Stufen, Reporting und Beispiel-DNS-Record.

DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance, RFC 7489) baut auf SPF und DKIM auf. Es löst zwei Probleme, die SPF und DKIM allein offen lassen: Erstens kann der Absender festlegen, was mit Mails passieren soll, die weder SPF noch DKIM bestehen. Zweitens bekommt der Absender Berichte darüber, wie seine Mails bei den Empfängern ankommen.

DMARC-Record aufbauen

DMARC wird als TXT-Record unter _dmarc.domain.de im DNS veröffentlicht. Ein Beispiel:

_dmarc.kernel-error.de.  IN TXT  "v=DMARC1; p=quarantine; adkim=s; aspf=s; pct=100; rua=mailto:postmaster@kernel-error.de; ruf=mailto:postmaster@kernel-error.de"

Die einzelnen Parameter:

v=DMARC1Protokollversion (immer DMARC1)
p=quarantinePolicy für die Hauptdomain (siehe unten)
sp=quarantinePolicy für Subdomains (optional, erbt sonst von p)
adkim=sDKIM-Alignment: s = strict, r = relaxed
aspf=sSPF-Alignment: s = strict, r = relaxed
pct=100Prozent der Mails, auf die die Policy angewendet wird
rua=mailto:...Adresse für aggregierte Berichte (täglich, XML)
ruf=mailto:...Adresse für forensische Berichte (pro Vorfall)

Alignment: Wofür DMARC wirklich da ist

SPF prüft den Envelope-From, DKIM prüft die signierende Domain. Beides sagt nichts über den From:-Header aus, den der Empfänger tatsächlich sieht. DMARC schließt diese Lücke mit dem sogenannten Alignment: Es verlangt, dass mindestens eine der beiden Prüfungen (SPF oder DKIM) zur Domain im From:-Header passt.

Strict (s) bedeutet: Die Domains müssen exakt übereinstimmen. Relaxed (r) erlaubt auch Subdomains (z.B. mail.kernel-error.de passt zu kernel-error.de). Für die meisten Setups ist strict die richtige Wahl, solange alle ausgehenden Mails über die Hauptdomain signiert werden.

Policy-Stufen

Der p-Parameter legt fest, was der Empfänger mit Mails machen soll, die weder SPF noch DKIM bestehen:

p=noneNur beobachten, nichts tun. Gut zum Einstieg, um über die Reports erstmal zu sehen was passiert.
p=quarantineAls Spam markieren. Die Mail wird zugestellt, landet aber im Spam-Ordner.
p=rejectAblehnen. Die Mail wird gar nicht erst angenommen.

Der empfohlene Weg: Mit p=none anfangen und die Reports auswerten. Wenn alles sauber aussieht, auf quarantine hochdrehen. Wenn auch das stabil läuft, auf reject gehen. Mit pct kann man die Policy schrittweise ausrollen, z.B. erst auf 10% der Mails anwenden und dann langsam erhöhen.

Reporting

Die aggregierten Reports (rua) kommen einmal am Tag als komprimierte XML-Dateien per Mail. Darin steht, welche IPs Mails mit deiner Domain versendet haben und ob SPF/DKIM bestanden oder durchgefallen sind. Das ist Gold wert: Man sieht sofort, ob jemand die Domain missbraucht oder ob ein legitimer Dienst falsch konfiguriert ist.

Die XML-Dateien sind nicht besonders lesefreundlich. Zum Auswerten eignet sich dmarcian.com (XML hochladen, menschenlesbare Übersicht bekommen) oder man baut sich eine eigene Auswertung. Für größere Setups gibt es Open-Source-Tools wie parsedmarc, die Reports automatisch verarbeiten und in Elasticsearch oder eine Datenbank schieben.

Die forensischen Reports (ruf) liefern Details zu einzelnen fehlgeschlagenen Mails. In der Praxis schicken die meisten großen Provider (Google, Microsoft) allerdings keine forensischen Reports mehr, aus Datenschutzgründen. Die aggregierten Reports reichen für die meisten Fälle aus.

Cross-Domain-Reporting

Wer mehrere Domains betreibt und die Reports zentral an eine Adresse schicken will, muss aufpassen. Soll der Report für kernel-error.com an postmaster@kernel-error.de gehen, muss die Empfänger-Domain das erlauben. Dafür braucht es einen zusätzlichen TXT-Record in der Zone von kernel-error.de:

kernel-error.com._report._dmarc.kernel-error.de.  IN TXT  "v=DMARC1"

Dieser Record sagt: „kernel-error.de akzeptiert DMARC-Reports für kernel-error.com.“ Ohne diesen Eintrag ignorieren Empfänger die Report-Adresse, weil sie in einer fremden Domain liegt.

DMARC testen

# DMARC-Record abfragen
dig TXT _dmarc.kernel-error.de +short

Einen vollständigen Check inklusive SPF und DKIM bekommt man über mxtoolbox.com oder ähnliche Online-Tools. Einfach eine Testmail an die Prüfadresse schicken und den Report abwarten.

Das Zusammenspiel

DMARC funktioniert nur zusammen mit SPF und DKIM. Alle drei zusammen ergeben eine vollständige E-Mail-Authentifizierung: SPF legt fest welche Server senden dürfen, DKIM signiert die Mail kryptografisch und DMARC verknüpft beides mit einer Policy und liefert Feedback. Wer das Ganze mit rspamd betreibt, hat Auswertung und Enforcement gleich mit dabei. Fragen? Einfach melden.

Der sichere GPG-Schlüssel

Absolut sicher ist nichts. Man kann nur versuchen, es Angreifern so aufwendig wie möglich zu machen. Bei GPG-Schlüsseln fängt das bei der Schlüssellänge und den Algorithmen an.

Schlüssellänge und Algorithmus

DSA-Schlüssel sind auf 512-1024 Bit begrenzt und anfällig bei schlechten Zufallsgeneratoren. ElGamal-Schlüssel können beliebig groß werden, teilen aber das Zufallsproblem. RSA mit 4096 Bit ist heute ein guter Kompromiss: rechenbar für aktuelle Hardware, nicht rechenbar für bekannte Angriffe. Quantencomputer könnten RSA in Zukunft gefährden, sind davon aber noch weit entfernt.

Unterstützte Verfahren anzeigen

gpg --version

Unterstützte Verfahren:
Öff. Schlüssel: RSA, ELG, DSA
Verschlü.: IDEA, 3DES, CAST5, BLOWFISH, AES, AES192, AES256, TWOFISH,
            CAMELLIA128, CAMELLIA192, CAMELLIA256
Hash: MD5, SHA1, RIPEMD160, SHA256, SHA384, SHA512, SHA224
Komprimierung: nicht komprimiert, ZIP, ZLIB, BZIP2

MD5 ist gebrochen, SHA1 gilt als unsicher. SHA-256 und SHA-512 sind die sinnvolle Wahl. Bei den symmetrischen Verfahren sind AES-256 und Twofish solide. 3DES bleibt als Fallback, weil GPG es als Pflichtverfahren mitführt.

Algorithmus-Präferenzen setzen

Man kann im eigenen Schlüssel festlegen, welche Algorithmen in welcher Reihenfolge bevorzugt werden. Die kurze Key-ID (0x0F9874D8) reicht dafür, auch wenn man für andere Zwecke besser die volle Fingerprint-ID nutzt.

gpg --edit-key 0x0F9874D8

Aktuelle Einstellungen anzeigen:

gpg> showpref
[ uneing.] (1). Sebastian van de Meer (E-Mail Address) kernel-error @ kernel-error.com;
Verschlü.: TWOFISH, AES256, AES192, 3DES
Digest: RIPEMD160, SHA512, SHA256, SHA1
Komprimierung: BZIP2, ZLIB, nicht komprimiert
Eigenschaften: MDC, Keyserver no-modify

Gewünschte Algorithmen setzen:

gpg> setpref TWOFISH AES256 AES192 RIPEMD160 SHA512 SHA256 BZIP2 ZLIB
gpg> q
Änderungen speichern? (j/N) j

Der Schlüssel arbeitet ab sofort nur noch mit den festgelegten Verfahren. Kommunikationspartner, deren GPG-Installation keines dieser Verfahren unterstützt, fallen automatisch auf 3DES zurück.

Welchen Verfahren man letztlich vertraut, muss jeder für sich entscheiden.


Update 2025: Gehärtete gpg.conf für GnuPG 2.4

Die Schlüssel-Präferenzen oben sind der erste Schritt. Der zweite ist die lokale gpg.conf. Sie bestimmt, welche Algorithmen GnuPG überhaupt anbietet, wie die Passphrase gehärtet wird und wo nach Schlüsseln gesucht wird. Meine aktuelle Konfiguration für GnuPG 2.4 unter Linux:

# ~/.gnupg/gpg.conf — Hardened Config für GnuPG 2.4

# Ausgabe: lange Key-IDs und Fingerprints anzeigen
keyid-format 0xlong
with-fingerprint
utf8-strings

# Schlüssel automatisch suchen: erst WKD, dann DANE, dann Keyserver
auto-key-retrieve
auto-key-locate wkd,dane,local,keyserver
keyserver hkps://keys.openpgp.org

# Starke Defaults
cipher-algo AES256
digest-algo SHA512
cert-digest-algo SHA512

# KDF-Härtung: S2K mit 65 Mio. Iterationen
s2k-mode 3
s2k-digest-algo SHA512
s2k-cipher-algo AES256
s2k-count 65011712

# Legacy-Algorithmen komplett deaktivieren
disable-cipher-algo 3DES
disable-cipher-algo IDEA
disable-cipher-algo CAST5
disable-cipher-algo BLOWFISH
disable-cipher-algo TWOFISH

# Metadata minimieren
no-comments
no-emit-version
export-options export-minimal

# Trust-Modell: TOFU kombiniert mit Web of Trust
trust-model tofu+pgp

# Bevorzugte Algorithmen (lokal)
personal-cipher-preferences AES256 AES192 AES
personal-digest-preferences SHA512 SHA384 SHA256
weak-digest SHA1
force-ocb

# Default-Key (Ed25519)
default-key 0x5F279C362EEAB216

Was sich geändert hat

Ed25519 statt RSA. Mein aktueller Schlüssel ist ein Ed25519. Kürzere Schlüssel, schnellere Operationen, gleiche Sicherheit. RSA 4096 funktioniert weiterhin, aber für neue Schlüssel gibt es keinen Grund mehr dafür.

Legacy-Algorithmen deaktiviert. 3DES, IDEA, CAST5, Blowfish und Twofish sind per disable-cipher-algo komplett gesperrt. GnuPG bietet sie nicht mehr an und akzeptiert sie nicht. Das ist aggressiver als setpref, weil es auch eingehende Nachrichten betrifft. Wer damit Probleme bekommt, hat ein Gegenüber mit sehr veraltetem Setup.

S2K-Hardening. Die s2k-count Direktive bestimmt, wie oft die Passphrase bei symmetrischer Verschlüsselung gehasht wird. 65 Millionen Iterationen machen Brute-Force auf die Passphrase deutlich teurer. Der Wert ist der Maximalwert, den GnuPG akzeptiert.

OCB statt MDC. force-ocb erzwingt Authenticated Encryption (OCB) statt des älteren MDC (Modification Detection Code). OCB erkennt Manipulationen kryptographisch, nicht nur per Hash.

TOFU+PGP. trust-model tofu+pgp kombiniert das klassische Web of Trust mit Trust on First Use. Beim ersten Kontakt wird der Schlüssel akzeptiert, danach warnt GnuPG bei Änderungen. Pragmatischer als reines WoT, das in der Praxis kaum jemand pflegt.

WKD und DANE. auto-key-locate wkd,dane,local,keyserver sucht Schlüssel zuerst per Web Key Directory und DANE, bevor der Keyserver gefragt wird. WKD liefert den Schlüssel direkt von der Domain des Empfängers. keys.openpgp.org als Keyserver statt der alten SKS-Pools, weil dort E-Mail-Adressen nur nach Bestätigung veröffentlicht werden.

Metadata minimieren. no-comments, no-emit-version und export-minimal sorgen dafür, dass verschlüsselte Nachrichten und exportierte Schlüssel keine unnötigen Informationen enthalten. Kein Kommentarfeld, keine GnuPG-Versionsnummer, keine überflüssigen Signaturen beim Export.

Siehe auch: GPG: E-Mails signieren und verschlüsseln mit GnuPG, GPG-Schlüssel per PKA im DNS veröffentlichen, OPENPGPKEY: GPG-Schlüssel direkt im DNS veröffentlichen

Fragen? Einfach melden.

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