IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

Schlagwort: Linux (Seite 3 von 9)

E-Mail Adressen

Das ist eine Kontaktliste mit E-Mail Adressen, an welche man unbedingt Angebote schicken muss. Wer fragen zur Kontaktliste hat, bitte einfach melden!

wurstmann@kernel-error.org

kleinmann@kernel-error.org

hundebauch.balem@kernel-error.org

info@kernel-error.org

buchhaltung@kernel-error.org

management@kernel-error.org

ceo@kernel-error.org

wurstmann@tagesmutter-rheinbach.de

kleinmann@tagesmutter-rheinbach.de

hundebauch.balem@tagesmutter-rheinbach.de

info@tagesmutter-rheinbach.de

buchhaltung@tagesmutter-rheinbach.de

management@tagesmutter-rheinbach.de

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OpenPOWER-Testsystem mit POWER8-CPU von Thomas-Krenn im Detail

Die netten Leute von Thomas Krenn haben uns ihr OpenPOWER-Testsystem zur Verfügung gestellt. Wir wollten dieses System schon länger in die Finger bekommen. Jetzt hat es endlich geklappt.

Die Hardware

Der Server zieht mit seinen zwei 1200-Watt-Netzteilen in der Spitze etwa 370 Watt (im Normalbetrieb um die 230 Watt) und soll laut Thomas Krenn 1.325 BTU/h produzieren. Verbaut sind 128 GB RAM und eine POWER8-CPU:

root@ubuntu:~# lscpu
Architecture:          ppc64le
Byte Order:            Little Endian
CPU(s):                64
Thread(s) per core:    8
Core(s) per socket:    8
Socket(s):             1
Model name:            POWER8 (raw), altivec supported
CPU max MHz:           3857.0000
L1d cache:             64K
L1i cache:             32K
L2 cache:              512K
L3 cache:              8192K

64 Threads auf 8 Cores, SMT8. Das Betriebssystem war ein Ubuntu 16.04 LTS (ppc64le).

Storage-Anpassung

Die mitgelieferten Festplatten (3,5″ Nearline SAS mit 7,2k) waren für unseren Datenbanktest zu langsam. Also haben wir ein paar ältere 15k-SAS-Platten aus dem Lager verbaut und in ein RAID 10 geworfen. Damit war das lokale Storage laut pg_test_fsync vergleichbar mit unseren anderen Testsystemen. Wir wollten ja CPU-Leistung vergleichen, nicht Festplatten.

Alltagsvergleich

Als Erstes ein paar alltägliche Operationen im Vergleich mit Intel-Systemen:

CPUSHA256 500 MBbzip2 500 MBAES 500 MB
2× Xeon E5-2665 @ 2.40 GHz3,859 s5,445 s1,337 s
1× POWER8 @ 3.86 GHz3,803 s7,868 s0,866 s
1× Core i7-6700 @ 3.40 GHz2,370 s4,207 s0,831 s
2× Xeon E5-2650 v4 @ 2.20 GHz2,652 s5,413 s1,585 s
2× Xeon E5-2650 v3 @ 2.30 GHz2,484 s5,217 s1,500 s

AES-Verschlüsselung: POWER8 vorn. SHA256: gleichauf. bzip2: Intel deutlich schneller. Ein gemischtes Bild.

UnixBench

Das OpenPOWER-System gegen ein Dell-System mit zwei Intel Xeon E5-2665 (nur CPU/RAM relevant):

Benchmark2× Xeon E5-26651× POWER8
Dhrystone 234.551.077 lps27.167.564 lps
Double-Precision Whetstone4.082 MWIPS4.092 MWIPS
Execl Throughput2.124 lps2.776 lps
Pipe Throughput2.067.851 lps465.884 lps
Process Creation4.278 lps7.391 lps
Shell Scripts (1 concurrent)5.543 lpm7.085 lpm
Shell Scripts (8 concurrent)6.090 lpm4.357 lpm
System Call Overhead4.186.840 lps344.157 lps
Index Score1.629,6851,8

Process Creation und Shell Scripts (single): POWER8 vorn. System Calls und Pipe Throughput: Intel massiv besser. Der Index-Score geht klar an Intel, wobei der Vergleich nicht ganz fair ist (Dual-CPU gegen Single-CPU).

PostgreSQL-Restore

Die hohe Thread-Anzahl und die breite Speicheranbindung machen die POWER8 theoretisch zum guten Datenbankprozessor. Wir arbeiten viel mit PostgreSQL, also haben wir unsere Testdatenbank restored:

CPURestore-Zeit
2× Xeon E5-2650 v3 @ 2.30 GHz129 min 34 s
1× POWER8 @ 3.86 GHz120 min 43 s

Knapp 9 Minuten schneller als das Dual-Xeon-System. Bei Datenbank-Workloads macht sich die Speicheranbindung bemerkbar.

Fazit

Die POWER8 ist ohne Zweifel leistungsstark. Die Speicheranbindung und die 64 Threads merkt man bei Datenbank-Workloads. Im Single-CPU-Vergleich macht das System bei Datenbanken den Stich. Aber: Das OpenPOWER-System von Thomas Krenn gibt es nur mit einem CPU-Socket, preislich liegt es aber auf dem Niveau eines Dual-Xeon-Systems. In diesem Vergleich hat Intel die Nase vorn.

IBM hat die POWER8 2013 vorgestellt, unser Test war 2018. Die Vergleichssysteme waren ebenfalls nicht brandneu. Unterm Strich: Tolle CPU, aber im Preis-Leistungs-Verhältnis für einen Datenbankserver gegenüber Intel der Verlierer. Im HPC-Bereich oder bei der Anbindung von Nvidia-Beschleunigern sieht das sicher anders aus. Dual-CPU-Systeme oder direkt POWER9 (mit einem Hardware-GZIP-Accelerator und erweiterten Crypto-Instructions, AES gab es in POWER8 allerdings schon in Hardware) wären spannend gewesen. Da IBM von diesen CPUs im Vergleich zu Intel nur geringe Stückzahlen verkauft, bleibt der Preis hoch.

Update 2026: was sich seitdem getan hat

Der Test ist von 2018, die Server-Landschaft hat sich seitdem gedreht. IBM hat 2021 die POWER10 vorgestellt (Power E1080, S1014, S1022), inklusive Matrix Math Assist Instructions für AI-Inferenz. Die OpenPOWER-Foundation ist seit 2019 unter dem Dach der Linux Foundation, und für Workstations jenseits der reinen IBM-Welt ist RaptorCS mit den Talos-II-Boards (POWER9) die Community-Anlaufstelle geblieben. ppc64le-Linux lebt ebenfalls, Debian, Fedora, NixOS und diverse andere Distributionen pflegen die Architektur weiter.

Die größere Veränderung kommt allerdings aus der Konkurrenz. AMD EPYC (Genoa, Turin) dominiert heute im x86-Server-Bereich, Intel hat mit Sapphire Rapids und Granite Rapids nachgezogen, und vor allem ARM ist im Rechenzentrum angekommen: Ampere Altra und AmpereOne, AWS Graviton in der dritten und vierten Generation, NVIDIA Grace für HPC und AI. Die Nische für POWER liegt damit 2026 eher bei AIX-Legacy, HPC mit NVLink-Integration und bei Projekten, denen Architektur-Unabhängigkeit wichtig ist. Für den klassischen Datenbank- oder Webserver-Einsatz ist ppc64le ein Exot geworden.

Wer FreeBSD auf anderer Hardware ausprobieren will: FreeBSD auf dem Desktop beschreibt die Grundinstallation mit MATE. Und mit bhyve und vm-bhyve lassen sich Windows-VMs auf FreeBSD betreiben.

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FreeBSD slim lightDM MATE und Shutdown/Reboot durch den Benutzer

Auf fast jedem Unix ähnlichen System haben Benutzer nicht das Recht das komplette System herunterfahren oder neustarten zu können. Macht ja nur Sinn… Nutzt man dieses System aber als Desktop könnte es in gewissen Fällen ebenfalls nicht dumm sein, wenn Benutzer nicht in der Lage sind das System zu rebooten und einen shutdown abzusetzten. In den Meisten Fällen ist man dann wohl doch alleine auf seinem System und es ist eher eine Einschränkung wenn man sich erst als privilegierter Benutzer anmelden muss um seinen Comupter/Laptop abschalten zu können.

Dafür wurden nun verschiedenste Dienste entwickelt um dieses so einfach wie möglich zu erledigen. Das wohl bekannteste und verbreitetste ist consolekit / policykit / polkit. Dieses System ermöglicht es bestimmte Rechte basierend auf Benutzer oder Gruppen zu verteilen. Die gängigen Logonmanager sowie Displaymanager haben in der Regel bereits die Möglichkeit eingebaut um sich damit auszutauschen. Der normale Linux Benutzer wird damit wohl kaum noch in Berührung kommen.

Am einfachsten schaut man sich als Benutzer einmal in einem xterminal an welche Möglichkeiten einem geboten werden:

$ pkaction

Schon gibt es eine Liste der aktuell konfigurierbaren „Berechtigungen“. Ob shutdown und reboot dabei ist sagt einem:

$ pkaction | grep -E 'stop|restart'
org.freedesktop.consolekit.system.restart
org.freedesktop.consolekit.system.restart-multiple-users
org.freedesktop.consolekit.system.stop
org.freedesktop.consolekit.system.stop-multiple-users

Ob der eigene Benutzer es bereits darf sagt einem:

$ pkaction --action-id org.freedesktop.consolekit.system.restart --verbose
org.freedesktop.consolekit.system.restart:
  description:       Restart the system
  message:           System policy prevents restarting the system
  vendor:            
  vendor_url:        
  icon:              
  implicit any:      no
  implicit inactive: no
  implicit active:   yes

Implicit active ist hier der spannende Eintrag… Dieser ergibt sich für mich aus der von mir angelegten Regel 05-shutreboot.rules unter /usr/local/etc/polkit-1/rules.d diese schaut wie folgt aus:

polkit.addRule(function (action, subject) {
  if (action.id == "org.freedesktop.consolekit.system.restart" ||
  action.id == "org.freedesktop.consolekit.system.stop"
  && subject.isInGroup("wheel")) {
  return polkit.Result.YES;
  }
});

Die Regel besagt das org.freedesktop.consolekit.system.stop sowie restart das Ergebnis YES zurückgeben soll, wenn der Benutzer in der Gruppe wheel ist. ist diese Regel eingetragen, und man ist sich sicher das alles klappen müsste, es dennoch nicht funktioniert sind ein beliebter Fehler die Rechte vom Ordner. Hier könnte folgendes helfen:

$ chown polkitd:wheel /usr/local/etc/polkit-1

In diesem Sinne…

Siehe auch: FreeBSD auf dem Desktop

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FreeBSD auf dem Desktop: Grundinstallation mit MATE

Nach der Grundinstallation von FreeBSD hängt man auf der Konsole. Kein Fenstermanager, kein Browser, keine grafische Oberfläche. Für Serverleute normal, für Desktopnutzer erstmal irritierend. Hier die Schritte von der nackten FreeBSD-Installation zu einem funktionierenden MATE-Desktop mit deutschem Layout.

Screenshot vom FreeBSD Desktop

Pakete installieren

Ein Einzeiler holt alles was man für den Anfang braucht. MATE als Desktop, Xorg als Display-Server, LightDM als Login-Manager und die üblichen Anwendungen:

pkg install xorg mate mate-desktop lightdm lightdm-gtk-greeter \
  firefox thunderbird pidgin vlc libreoffice gimp \
  de-aspell de-hunspell cups cups-pdf sudo

rc.conf anpassen

In der /etc/rc.conf die nötigen Dienste aktivieren:

# Deutsche Konsolenschriftarten
font8x8="iso15-8x8"
font8x14="iso15-8x14"
font8x16="iso15-8x16"

# D-Bus für den Desktop
dbus_enable="YES"

# Grafischer Login
lightdm_enable="YES"

# Drucken über CUPS
cupsd_enable="YES"
lpd_enable="NO"

# Temp-Verzeichnisse aufräumen
clear_tmp_enable="YES"
clean_tmp_X="YES"

# Erweiterte Device-Regeln aktivieren
devfs_system_ruleset="devfsrules_common"

Deutsche Locale

FreeBSD setzt Sprache und Zeichensatz über Login-Klassen. In der /etc/login.conf eine neue Klasse anlegen:

german|German Users Accounts:\
      :charset=UTF-8:\
      :lang=de_DE.UTF-8:\
      :tc=default:

Danach die Login-Datenbank neu bauen und dem Benutzer die Klasse zuweisen:

cap_mkdb /etc/login.conf

In vipw die Klasse german im fünften Feld eintragen:

kernel:*:1001:1001:german:0:0:Sebastian:/home/kernel:/usr/local/bin/fish

Xorg: Deutsches Tastaturlayout

Datei /usr/local/etc/X11/xorg.conf.d/keyboard-de-nodeadkeys.conf anlegen:

Section "InputClass"
    Identifier  "KeyboardDefaults"
    Driver      "keyboard"
    MatchIsKeyboard "on"
    Option      "XkbLayout" "de"
    Option      "XkbVariant" "nodeadkeys"
EndSection

Hardware-Berechtigungen

Normale Benutzer brauchen Zugriff auf Laufwerke, USB-Geräte und Soundkarten. Die /etc/devfs.rules regelt das. Wer das Thema im Detail verstehen will: Im Beitrag zu CD/DVD-Brenner-Berechtigungen unter FreeBSD ist das ausführlicher erklärt.

[devfsrules_common=7]
add path 'ada[0-9]\*'   mode 666
add path 'da[0-9]\*'    mode 666
add path 'cd[0-9]\*'    mode 666
add path 'pass[0-9]\*'  mode 666
add path 'xpt[0-9]\*'   mode 666
add path 'ugen[0-9]\*'  mode 666
add path 'usb/\*'       mode 666
add path 'video[0-9]\*' mode 666
add path 'mmcsd[0-9]\*' mode 666
add path 'lpt[0-9]\*'   mode 666
add path 'ulpt[0-9]\*'  mode 666

sudo und wheel-Gruppe

Den Benutzer in die Gruppe wheel aufnehmen und per visudo die sudo-Berechtigung setzen:

pw groupmod wheel -m kernel
# visudo
root   ALL=(ALL) ALL
kernel ALL=(ALL) ALL

loader.conf: Kernel-Module

In der /boot/loader.conf ein paar Module die auf einem Desktop sinnvoll sind:

# Neuer Grafik-Konsolentreiber
kern.vty=vt

# Kernel-Tuning
kern.ipc.shmseg=1024
kern.ipc.shmmni=1024
kern.maxproc=10000

# SD-Kartenleser
mmc_load="YES"
mmcsd_load="YES"
sdhci_load="YES"

# FUSE (Dateisysteme im Userspace, z.B. NTFS)
fuse_load="YES"

# CPU-Temperatursensoren (Intel)
coretemp_load="YES"

# tmpfs und asynchrone I/O
tmpfs_load="YES"
aio_load="YES"

# Unicode auf Wechselmedien
libiconv_load="YES"
libmchain_load="YES"
cd9660_iconv_load="YES"
msdosfs_iconv_load="YES"

# Sound
snd_driver_load="YES"

# Linux-Kompatibilität
linux_load="YES"

# ZFS ARC begrenzen (hier 2 GB, an RAM anpassen)
vfs.zfs.arc_max="2048M"

Die vfs.zfs.arc_max Einstellung ist wichtig. ZFS nutzt standardmäßig so viel RAM wie verfügbar für den Dateisystem-Cache. Auf einem Desktop mit 8 GB will man das begrenzen, damit für Anwendungen genug übrig bleibt.

Fertig

Nach einem Neustart sollte LightDM den grafischen Login zeigen. MATE als Session auswählen, anmelden, fertig. Firefox, Thunderbird, LibreOffice und der Rest sind installiert und startbereit.

FreeBSD auf dem Desktop ist nicht so komfortabel wie ein Ubuntu. Dafür hat man ein sauberes ZFS, ein durchdachtes System und eine Dokumentation die ihresgleichen sucht. Wer sich darauf einlässt, wird es mögen.

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Debian in einer FreeBSD Jail: Linux-Userland mit iocage und debootstrap

FreeBSD kann Linux-Binaries ausführen. Das ist nichts Neues. Aber ein komplettes Debian in einer Jail laufen lassen, mit apt-get und allem was dazugehört? Das geht auch. Die Jail nutzt den FreeBSD-Kernel, das Userland kommt von Debian GNU/kFreeBSD. iocage erstellt die Jail, debootstrap installiert das Debian-Basissystem hinein.

Hinweis: Debian GNU/kFreeBSD wurde nach Debian 8 (Jessie) eingestellt. Für aktuelle Setups ist linux_enable="YES" in der /etc/rc.conf mit einer regulären Linux-Jail der bessere Weg. Die hier gezeigte Methode funktioniert aber weiterhin mit älteren Debian-Versionen und zeigt das Prinzip.

Voraussetzungen

iocage muss installiert und konfiguriert sein. Zusätzlich wird debootstrap benötigt:

pkg install debootstrap

Jail erstellen

Die Jail wird mit iocage angelegt. Die entscheidenden Parameter sind exec_start und exec_stop. Statt der üblichen FreeBSD-Init-Skripte werden die Debian-Runlevel aufgerufen:

iocage create -e tag=debian-jail01 \
  exec_start="/etc/init.d/rc 3" \
  exec_stop="/etc/init.d/rc 0"

Runlevel 3 startet die Dienste, Runlevel 0 fährt herunter. Den Mountpoint der neuen Jail auslesen:

iocage get mountpoint debian-jail01
# /iocage/jails/19e3594f-.../

Debian installieren

debootstrap holt ein minimales Debian von den Mirrors und entpackt es in das Root-Verzeichnis der Jail. In diesem Beispiel Debian Wheezy:

debootstrap wheezy /iocage/jails/19e3594f-.../root/
# I: Retrieving Release
# I: Retrieving Packages
# I: Resolving dependencies of required packages...
# I: Resolving dependencies of base packages...
# [... ~150 Pakete werden heruntergeladen und entpackt ...]
# I: Configuring adduser...
# I: Configuring apt...
# I: Base system installed successfully.

Das dauert ein paar Minuten. Am Ende steht ein komplettes Debian-Basissystem im Jail-Verzeichnis.

fstab für die Jail

Debian braucht ein paar Dateisysteme die FreeBSD nicht automatisch in Jails mountet. Die fstab der Jail (nicht die im Debian) bekommt drei Einträge:

# /iocage/jails/19e3594f-.../fstab
linsysfs  .../root/sys         linsysfs  rw          0 0
linprocfs .../root/proc        linprocfs rw          0 0
tmpfs     .../root/lib/init/rw tmpfs     rw,mode=777 0 0

linsysfs und linprocfs stellen die Linux-kompatiblen /sys und /proc bereit. Ohne die funktionieren viele Linux-Programme nicht. Das tmpfs für /lib/init/rw braucht Debians Init-System.

Netzwerk und Hostname

IP-Adresse und Hostname setzen:

iocage set vnet=off debian-jail01
iocage set ip4_addr="em0|192.168.1.46/16" debian-jail01
iocage set hostname="debian-jail01" debian-jail01
iocage set host_hostname="debian-jail01" debian-jail01

Die /etc/hosts im Debian-Dateisystem anpassen:

# /iocage/jails/19e3594f-.../root/etc/hosts
127.0.0.1       localhost debian-jail01
::1             localhost ip6-localhost ip6-loopback debian-jail01

Starten und nutzen

Beim ersten Start kommen ein paar Fehlermeldungen wegen mount_unionfs und fehlenden Verzeichnissen. Die sind harmlos und können ignoriert werden:

iocage start debian-jail01
# mount_unionfs: .../: No such file or directory
# mount: .../root/usr/home: No such file or directory
# * Starting 19e3594f-... (debian-jail01)
#   + Started (shared IP mode) OK
#   + Starting services        OK

Konsole betreten:

iocage console debian-jail01
# GNU/kFreeBSD debian-jail01 10.2-RELEASE-p4
root@debian-jail01:~# apt-get update
root@debian-jail01:~# apt-get install mc

apt-get funktioniert, Pakete lassen sich installieren, Dienste starten. Von aussen geht auch iocage exec debian-jail01 uname -a und zeigt den FreeBSD-Kernel mit GNU/kFreeBSD-Userland.

Das Stoppen funktioniert wie bei jeder anderen Jail:

iocage stop debian-jail01

Einordnung

Das hier ist kein Ersatz für eine richtige Linux-VM. Es ist ein Trick: Der FreeBSD-Kernel stellt die Jail-Isolation, Debian liefert das Userland. Nützlich wenn man ein bestimmtes Linux-Tool braucht das es für FreeBSD nicht gibt, oder wenn man testen will wie sich Software unter Debian verhält.

Für produktive Linux-Workloads auf FreeBSD ist heute eher eine reguläre Jail mit dem Linux-Kompatibilitätslayer oder gleich bhyve die bessere Wahl.

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Sabayon Linux – equo / Entropy Geschwindigkeit erhöhen

Veraltet: Sabayon Linux wurde 2020 eingestellt. Der Nachfolger Funtoo existiert noch, Gentoo ist die aktivere Alternative.

Die im Standard voreingestellten Optionen vom Entropy sind bei Sabayon nicht ganz optimal, zumindest wenn man hinter einem normalen Internetanschluss sitzt.

Um nun die Downloadgeschwindigkeit etwas zu erhöhen gibt es ein paar Dinge, die man tun kann.

Als erstes sollte man, den für seinen Standort, besten Spiegelserver herausfinden. Dieses erledigt folgender Aufruf:

$ sudo equo repo mirrorsort sabayon-weekly

Voreingestellt für den gleichzeitigen Download sollte 3 sein. Ab einem normalen A-DSL Anschluss darf man diese Zahl gerne auf 10 ändern.

$ sudo vi /etc/entropy/client.conf
multifetch = 10

Oft ist der eigentliche Unterschied zwischen zwei Paketen, bei einem Upgrade, eher gering. Daher macht es Sinn sich auch nur diesen Unterschied herunter zu laden:

$ sudo vi /etc/entropy/client.conf
packages-delta = enable

So, viel Spaß!

Linux Backintime Datensicherung / Backup

Kaum schreibe ich etwas zur Datensicherung meines FreeBSD Notebooks, schon kommt die Frage, wie ich einen/meinen Linux Desktop sichern würde….

Um es kurz zu machen, ich nutze dazu seit langem bereits das Programm backintime. Es arbeitet mit rsync und hardlinks ebenfalls bietet es die Möglichkeit seine Sicherungen auf alle möglichen Ziele zu schieben, so auch per SSH nach irgendwo.

Wer rsnapshot für Unix Server kennt… Es ist so ähnlich nur bei Bedarf mit GUI. Zusätzlich lässt sich noch schnell und einfach etwas Krypto ins Spiel bringen. Die Datensicherungen lassen sich so sehr schnell und vor allem einfach erstellen und wiederherstellen. Probiert es einfach mal!

Fragen? Dann fragen.

Siehe auch: ZFS Encryption

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Mechanische Tastaturen: Von der IBM Model M zum Das Keyboard

Es soll Menschen geben, denen nur das Wort „bekloppt“ einfällt, wenn es im Zusammenhang mit mir um Tastaturen geht. Zugegeben, da könnte ein Funken Wahrheit dran sein.

IBM Model M

Angefangen hat es, wie bei vielen, mit der IBM Model M. Eine wunderbare Tastatur. Es schreibt sich klasse auf dem Ding, sie hat einen ganz eigenen Sound und man fühlt das Tippen einfach. Leider wurde zuletzt nur noch ein PS/2-Modell entwickelt. Es gibt zwar USB-Adapter, aber da die Tastatur mehr Strom verbraucht als normale PS/2-Tastaturen, sterben diese Adapter gerne mal. Zum Beispiel wenn man die NUM-Taste aktiviert. Lösung wäre, die LEDs aus der Tastatur zu nehmen oder einen USB-PS/2-Adapter mit externer Stromversorgung zu nutzen. Beides nicht ideal. Und die Windows/Linux-Taste fehlt ihr auch.

Die Suche nach Ersatz

Gezwungenermaßen musste ich also eine neue Tastatur nutzen. Ich erinnere mich, dass ich schon beim Kauf dem Verkäufer ziemlich auf die Nerven gegangen bin, weil ich mich durch alle Tastaturen probieren wollte. Zu dem Zeitpunkt war eine Tastatur bereits ein Wegwerfartikel. Selbst eine „gute“ lag bei 60 Euro und war aus seiner Sicht völlig ausreichend. Aus meiner Sicht waren alle überladen mit Sondertasten: Taschenrechner öffnen, Suche öffnen, Play. Ich will tippen.

Es wurde eine Logitech. Sie war OK, wobei OK hier der Bruder von Scheiße ist. Dann eine Cherry, besser, aber nicht richtig gut.

Das Keyboard

Irgendwo hörte ich von einer Tastatur namens „Das Keyboard“. Der Preis war mit knapp 160 Euro heftig, besonders da ich keine Möglichkeit hatte, sie vorher zu testen. Glücklicherweise kann man Online-Bestellungen innerhalb von zwei Wochen zurückschicken. Es wurde also Das Keyboard in Version 1.

Perfekt. Schöne Tastatur, tippt sich wunderbar, klingt auch wieder schön. Zwei kleine Probleme: Erstens die Größe, ähnlich wie die IBM, aber nicht mehr ganz zeitgemäß. Zweitens habe ich ein Glas Dr Pepper über die Tastatur gekippt. Nach zwei Jahren war sie tot.

Dieses Mal keine Experimente beim Neukauf. Es wurde das „Das Keyboard Model S Professional Clicky“ mit Cherry MX Blue Switches. Nicht so groß, feiner Sound, tippt sich wunderbar. Mein Workspace zuhause war gerettet.

Im Büro

Blieb noch das Problem auf der Arbeit. Dort hatte ich eine Logitech, bei der die F-Tasten standardmäßig Play, Stop und ähnlich Wichtiges auslösten. Die echten F-Tasten erreichte man nur mit der Fn-Taste. Als schnellen Ersatz gab es dann eine Logitech MK120. Auf dieser konnte ich nicht schreiben. Tut mir leid, geht nicht. Vier Tage versucht. Also die alte Cherry mitgenommen. Das ging immerhin.

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ownCloud Sync Client Sabayon

Veraltet: ownCloud wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt und Sabayon Linux wurde 2020 eingestellt. Der ownCloud-Nachfolger ist Nextcloud.

Auf meinem Sabayon System findet mein Rigo leider keinen owncloud-client. Glücklicherweise baut sich dieser fast von alleine.

Ich lade mir also einfach die beiden Quellpakete qtkeychain-master.zip und mirall-1.6.1rc1.tar.bz2 herunter. Entpacke sie qtkeychain-master in qtkeychain-master und mirall-1.6.1rc1 in mirall. Dann beginne ich mit dem bauen, dabei lege ich den späteren Installationsprefix auf /usr fest damit es am Ende nicht alles unter /usr/local… liegt. Dieses aber, wie so oft, selbst denkend nachmachen, es wird schnell unordentlich.

$ mkdir qtkeychain-build
$ cd qtkeychain-build
$ cmake -DCMAKE_BUILD_TYPE="Debug" cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX:PATH=/usr ../qtkeychain-master
$ make
$ sudo make install

Jetzt noch der eigentliche owncloud-client.

$ mkdir mirall-build
$ cd mirall-build
$ cmake -DCMAKE_BUILD_TYPE="Debug" cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX:PATH=/usr ../mirall
$ make
$ sudo make install

Schon lässt sich alles aufrufen und wie gewünscht nutzen. Ach ja, sollten noch Abhängigkeiten fehlen, finden sich diese aktuell alle mit Rigo! Sauberer wäre es ebenfalls direkt Pakete zu erstellen, dann könnte man sie sauberer ersetzten, löschen usw.. Ist mir gerade für diese Nummer zu aufwendig.

Viel Spaß!

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