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IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

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Windows Server RRAS: L2TP/IPsec-VPN mit sicheren Cipher Suites

RRAS Routing und RAS Icon.

Wenn ich schon bei Microsoft-Themen bin: Warum nicht gleich noch RRAS (Routing und RAS) mit einem L2TP/IPsec-VPN absichern? Im Standard verbinden sich die Clients nämlich mit SHA-1, 3DES und DH Group 2 (modp1024, also 1024 Bit). SHA-1 ist grenzwertig, 3DES muss nicht sein und modp1024 will man definitiv nicht mehr.

Hinweis: Ursprünglich für Windows Server 2012 R2 geschrieben (inzwischen End of Life). Die Konfiguration über die Windows-Firewall funktioniert auf neueren Versionen identisch.

Wo man die Einstellung findet (Spoiler: nicht bei RRAS)

Ich habe einige Zeit gesucht. Man würde erwarten, dass die IPsec-Cipher irgendwo in der Nähe von Routing und RAS konfiguriert werden. Falsch gedacht. Die Einstellung steckt in der Windows-Firewall mit erweiterter Sicherheit. Irgendeinen Grund wird es haben, das dort zu verstecken. Ich hätte dort nie gesucht.

Der Klickpfad: Windows Firewall → Rechtsklick auf „Windows-Firewall mit erweiterter Sicherheit“ → Eigenschaften → IPsec-Einstellungen → IPsec-Standardeinstellungen → „Anpassen“ → Schlüsselaustausch.

Screenshot der Windows-Firewall mit erweiterter Sicherheit und angezeichnetem Klickpfad um die Sicherheitsmethoden zu konfigurieren.

Hier kann man die Sicherheitsmethoden und Datenschutzeinstellungen anpassen. Windows Firewall als Ort für VPN-Cipher-Konfiguration. Kopfschütteln.

Screenshot der Windows-Firewall mit erweiterter Sicherheit und angezeichnetem Klickpfad um die Datenschutzeinstellungen zu konfigurieren.

UDP Encapsulation hinter NAT

Steht der RRAS hinter einem NAT, muss man noch UDP Encapsulation per Registry aktivieren. Dafür habe ich ein Registry-File:

Registry-File für IPsec UDP Encapsulation

Nach allen Änderungen den Server neu starten. Microsoft halt.

Prüfen ob es geklappt hat

Auf einem Windows-Client per PowerShell (mit erweiterten Rechten) prüfen, welche Cipher die VPN-Verbindung tatsächlich nutzt:

Get-NetIPsecMainModeSA | Select-Object -First 1
Screenshot des Kommandos Get-NetIPsecMainModeSA inkl Konsolenausgabe.

Relevant sind CipherAlgorithm, HashAlgorithm und GroupId. Im Standard steht da 3DES, SHA-1 und DH Group 2 (1024 Bit). Nach den Änderungen:

Encryption:                AES256
Authentication/Integrity:  SHA-1
Key Size:                  DH Group 20 (384-bit ECC)

Immer noch SHA-1 für die Integrity, aber AES-256 und ECC sind ein großer Sprung. Über Gruppenrichtlinien ließe sich das Ganze auch zentral ausrollen, aber das ist nochmal ein eigenes Thema. Vor allem die Reihenfolge korrekt vorzugeben ist dort unerwartet fummelig.

Wer auch die TLS-Cipher für Exchange/OWA härten will: SSL Labs A+ mit Exchange. Fragen? Einfach melden.

WSUS-Bereinigung: Timeouts beheben und Speicherplatz freigeben

Pfffff… Einen dauerhaft richtig gut laufenden WSUS Server habe ich tatsächlich noch nie gesehen. Irgendwann werden die Dinger langsam, dann gibt es Timeouts, die Serverbereinigung läuft nicht mehr durch und die Platten laufen voll. WSUS ist kein Dienst, den man einmal konfiguriert und dann läuft er. WSUS möchte dauerhaft Aufmerksamkeit. Was mir dabei so aufgefallen ist, möchte ich hier teilen.

Keine Treiberupdates über WSUS

Screenshot der WSUS-Oberfläche: Produkte und Klassifizierungen konfigurieren.

Nie Treiberupdates über WSUS verteilen. Hier explodiert der Platzverbrauch. Falls aktiviert: Über Optionen → Produkte und Klassifizierungen → Klassifizierungen den Haken bei „Treiber“ entfernen. Dann unter Updates → Alle Updates die Dropdown-Menüs auf „Genehmigung: Genehmigt“ und „Status: Alle“ setzen, nach Klassifizierung sortieren und alle Treiberupdates ablehnen.

Abgelehnte Updates löschen

Abgelehnte Updates belegen weiterhin Plattenplatz, bis sie aktiv gelöscht werden. Dieses PowerShell-Script räumt sie weg — es läuft eine Weile, schafft aber viel Platz:

Screenshot der PowerShell ISE mit WSUS-Bereinigungsscript.
[reflection.assembly]::LoadWithPartialName("Microsoft.UpdateServices.Administration")
$wsus = [Microsoft.UpdateServices.Administration.AdminProxy]::GetUpdateServer();
$wsus.GetUpdates() | Where {$_.IsDeclined -eq $true} | ForEach-Object {
    $wsus.DeleteUpdate($_.Id.UpdateId.ToString())
    Write-Host $_.Title removed
}

Serverbereinigung automatisieren

Der „Assistent für die Serverbereinigung“ löscht überflüssige Updates — abgelehnte, ersetzte und nicht mehr benötigte. Man sollte ihn regelmäßig laufen lassen, aber er lässt sich nicht direkt automatisieren. Dafür braucht man ein PowerShell-Script, das man per Aufgabenplanung täglich ausführt:

# Variablen
$DateFormat = Get-Date -format yyyyMMdd-HH-mm
$Logfile = "H:\Logs\wsus-bereinigung-$DateFormat.log"

# WSUS Bereinigung durchführen
Invoke-WsusServerCleanup -CleanupObsoleteUpdates `
    -CleanupUnneededContentFiles -CompressUpdates `
    -DeclineExpiredUpdates -DeclineSupersededUpdates `
    | Out-File $Logfile

# Status-Mail versenden
$MailBody = Get-Content $Logfile | Out-String
Send-MailMessage -SmtpServer "smtp.example.de" `
    -From "wsus@example.de" -To "admin@example.de" `
    -Subject "${env:COMPUTERNAME} Bereinigung $DateFormat" `
    -Body $MailBody -Encoding Unicode

IIS-Einstellungen bei Timeouts

Wenn die WSUS-Konsole oder Bereinigung mit Timeouts abbricht, hilft es oft, dem WsusPool im IIS mehr Ressourcen zu geben:

IIS-Manager → Anwendungspools → WsusPool → Erweiterte Einstellungen

  • Limit für den privaten Speicher (KB): 6000000
  • Maximale Anzahl von Arbeitsprozessen: 0
  • Startmodus: AlwaysRunning

Danach den IIS neu starten — oder besser gleich den ganzen Server, es ist ja ein Windows.

SUSDB-Datenbank warten

Screenshot der Database Properties SUSDB: Compatibility Level auf SQL Server 2012 setzen.

Mit dem SQL Server Management Studio zur Windows Internal Database verbinden: \\.\pipe\MICROSOFT##WID\tsql\query

Compatibility Level anheben: Databases → SUSDB → Properties → Options → Compatibility level: SQL Server 2012 (110)

Screenshot SUSDB Shrink Database Dialog.

Datenbank verkleinern: Databases → SUSDB → Tasks → Shrink → Database

Synchronisierungshistorie aufräumen:

Screenshot SQL Server Management Studio mit Bereinigungsquery für WSUS-Synchronisierungen.
USE SUSDB
GO
DELETE FROM tbEventInstance
WHERE EventNamespaceID = '2'
  AND EVENTID IN ('381', '382', '384', '386', '387', '389')

Wenn die Bereinigung hängen bleibt

Manchmal bleibt die Serverbereinigung an einem bestimmten Update hängen. Dann hilft es, das erste Update in der „zu löschen“-Liste von Hand zu entfernen:

USE SUSDB
GO
-- Erste Update-ID ermitteln
exec spGetObsoleteUpdatesToCleanup
-- ID notieren und löschen
exec spDeleteUpdate @localUpdateID=HIER_UPDATE_ID

Wenn auch das nicht reicht, kann man alle obsoleten Updates in einer Schleife löschen — das läuft lange, räumt aber zuverlässig auf:

USE SUSDB
DECLARE @var1 INT, @curitem INT, @totaltodelete INT
CREATE TABLE #results (Col1 INT)
INSERT INTO #results(Col1) EXEC spGetObsoleteUpdatesToCleanup
SET @totaltodelete = (SELECT COUNT(*) FROM #results)
SELECT @curitem = 1

DECLARE WC Cursor FOR SELECT Col1 FROM #results
OPEN WC
FETCH NEXT FROM WC INTO @var1
WHILE (@@FETCH_STATUS > -1)
BEGIN
    RAISERROR('%d/%d: Deleting %d', 0, 1, @curitem, @totaltodelete, @var1) WITH NOWAIT
    EXEC spDeleteUpdate @localUpdateID=@var1
    SET @curitem = @curitem + 1
    FETCH NEXT FROM WC INTO @var1
END
CLOSE WC
DEALLOCATE WC
DROP TABLE #results

Abschließend die Indexe der SUSDB neu aufbauen — das beschleunigt danach alles spürbar. Microsoft hatte dafür ein Script in der TechNet Gallery veröffentlicht. Die Gallery ist inzwischen offline, aber das Script findet sich als WsusDBMaintenance.sql in diversen Microsoft-Docs-Artikeln. Im Kern macht es nichts anderes als fragmentierte Indexe zu erkennen und per ALTER INDEX REBUILD oder REORGANIZE zu reparieren, gefolgt von sp_updatestats.

Meist hilft eine Kombination aus mehreren dieser Maßnahmen. Bisher hat mir immer irgendetwas davon geholfen — auch wenn ich dafür einige Zeit in Suchmaschinen verschwenden musste. Fragen? Einfach melden.

Siehe auch: Windows Server Backup mit Nagios

Windows Server mit Exchange: SSL Labs A+ erreichen

Qualis A+ Icon.

Ich hatte hier einen Windows Server 2012 R2 mit Exchange 2016 stehen. Out of the Box sprach das Ding TLS 1.0, SSLv3 und RC4. Da gehen einem die Haare hoch. Kann man so ein System auf ein A+ bei Qualys SSL Labs bekommen und es funktioniert danach noch? Kleiner Spoiler: Ja, geht.

Ich muss zugeben, Microsoft-Produkte strengen mich in dieser Hinsicht immer an. Die haben ihre Daseinsberechtigung, keine Frage. Aber TLS-Hardening unter Windows fühlt sich an wie Zahnmedizin mit Handschuhen aus Pappe.

Hinweis: Windows Server 2012 R2 und Exchange 2016 sind inzwischen End of Life. Der Ansatz (Registry-Änderungen für TLS, HSTS im IIS) funktioniert auf Windows Server 2016/2019/2022 aber genauso.

HSTS im IIS setzen

Für ein A+ braucht man neben sauberen Ciphern und Protokollen auch HTTP Strict Transport Security (HSTS). Das ist im Grunde nur ein HTTP-Response-Header. Im IIS-Manager konfiguriert man ihn ganz oben auf Server-Ebene, damit er überall vererbt wird:

IIS-Manager → HTTP-Antwortheader → Hinzufügen:

Screenshot der Internetinformationsdienste (IIS)-Manager.
Name:  strict-transport-security
Wert:  max-age=31536000; includeSubdomains

TLS-Protokolle und Cipher härten

Jetzt der eigentlich spannende Teil. Man muss eine ganze Reihe von Registry-Änderungen vornehmen: MD5 und RC4 deaktivieren, SSLv3, TLS 1.0 und TLS 1.1 abschalten, TLS 1.2 aktivieren, schwache Cipher raus und eine sinnvolle Cipher-Reihenfolge vorgeben. Ich habe dafür ein Registry-File vorbereitet. Herunterladen, ausführen, Server neu starten (Microsoft halt).

Download: Registry-File Download

Ergebnis

Qualis A+ Wertung.
Qualis Wertung mit Blick auf Cipher Suites und Protocols.

A+ steht. Ich hätte gerne noch schönere Cipher gehabt, aber mehr war mit diesem Setup nicht drin. Immerhin: Kein RC4, kein 3DES, kein TLS unter 1.2. Und Exchange funktioniert danach noch, was bei Microsoft-Produkten ja nie selbstverständlich ist.

Wer auch die VPN-Cipher auf dem Windows Server härten will, findet die Anleitung im Beitrag RRAS mit sicheren Cipher Suites. Fragen? Einfach melden.

DIY Feinstaubsensor bauen: Luftqualität selbst messen mit ESP8266​

Bild vom DIY Feinstaubsen und Luftqualitätsensor beim Aufbau.

Es gibt ein ganz spannendes Projekt, welches sich mit dem Messen und Sammeln von Umweltdaten beschäftigt. So gibt es vom Projekt einige Bauanleitungen inkl. Software zum Messen der Luftqualität, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lärm usw… Die Webseite findet ihr hier: https://luftdaten.info/

Im einfachsten Fall basiert so ein Sensor am Ende auf folgenden Komponenten:
NodeMCU ESP8266, CPU/WLAN
SDS011 Feinstaubsensor (früher PPD42NS)
DHT22, Temperatur & Luftfeuchtigkeit (optional)

Die Daten werden offen gesammelt und können auf verschiedene Weise eingesehen werden. So gibt es zum Beispiel:
– eine Karte:  https://maps.sensor.community
– Grafana: Temperatur / Feinstaub

Die Bauanleitung ist extrem einfach, die Teile bekommt jeder und kosten kaum Geld. Selbst der Softwareteil ist ohne jeden Aufwand. Man muss nicht mal löten! Fast jeder sollte in der Lage sein so einen Sensor zu bauen und ihn mit seinem WLAN zu verbinden. Vielleicht ein schönes Projekt mit seinen Kindern oder um sich im Unterricht mit so etwas zu beschäftigen?!?

Fragen? Dann fragen!

Siehe auch: DHT22 am Raspberry Pi

Fragen? Einfach melden.

Bash-Skript: Automatisiertes Erstellen von Abuse-E-Mails

Das Problem

Wer ein System mit öffentlicher IP betreibt, kennt das: Kaum ist der Server online, hämmern Bots und Script Kiddies auf SSH, Postfix und alles, was nach Dienst aussieht. Fail2Ban sperrt die Adressen, meldet sie an AbuseIPDB und verteilt die Sperren auf die anderen Kisten. So weit, so automatisch.

Screenshot der Konsolenausgabe vom Abuse Script.

Aber was ist mit dem Hoster oder ISP hinter der IP? Meistens steckt ein kompromittierter Root-Server oder VPS dahinter. Vielleicht weiß der Admin noch gar nichts davon. Im whois zur IP findet sich eine abuse-mailbox, an die man sich wenden kann.

➜  ~ whois 8.8.8.8|grep -i abuse
OrgAbuseEmail:  ipaddressing@level3.com
OrgAbuseEmail:  network-abuse@google.com

Ehrlich gesagt: Der Großteil dieser Abuse-Mails landet beim Empfänger in /dev/null. Rückmeldungen bekommt man fast nie, und oft hat es schlicht keinen Effekt. Hin und wieder hilft es aber jemandem. Deshalb schiebe ich ab und zu einen Abuse an, will dabei aber so wenig Arbeit wie moeglich reinstecken.

Abuse melden: Was gehört rein?

Damit der Empfänger etwas mit der Meldung anfangen kann, sollte sie folgende Informationen enthalten:

  • Die IP-Adresse des eigenen Systems.
  • Die IP-Adresse, von der die Angriffe kommen.
  • Ein paar Zeilen aus dem Logfile, die das Problem zeigen.
  • Die Zeitzone des eigenen Systems, damit die Zeitangaben im Log nutzbar sind.
  • Eine kurze Beschreibung des Problems.
  • Die Erlaubnis, die Kontaktdaten an den Kunden weiterzugeben.

Das Script

Da mich Fail2Ban direkt mit dem whois zur IP informiert, brauche ich nur noch etwas, das die restlichen Informationen einsammelt und die Mail generiert. Dafür habe ich folgendes Bash-Script geschrieben. Man übergibt die IP und die Abuse-Adresse, das Script validiert beides, sammelt die passenden Zeilen aus dem auth.log, baut die Mail zusammen und schickt sie nach einer Sichtkontrolle ab.

#!/usr/local/bin/bash

if [ "$1" == "-h" ] ; then
    printf "You can add abuse ip and mail on start or interactive by request."
    printf "Usage 1: abusemail.sh 1.2.3.4 example@example.org"
    printf "Usage 2: abusemail.sh"
    exit 0
fi

myip="1.2.3.4"
bcc="my@mail.com"


function validateMail()
 {
         local mail=$1
         local stat=1
         if [[ "$mail" =~ ^[a-zA-Z0-9._%+-]+@[a-zA-Z0-9.-]+\.[a-zA-Z]{2,4}$ ]]; then
                stat=0
        fi
        return $stat
}

function validateIP()
 {
         local ip=$1
         local stat=1
         if [[ $ip =~ ^[0-9]{1,3}\.[0-9]{1,3}\.[0-9]{1,3}\.[0-9]{1,3}$ ]]; then
                OIFS=$IFS
                IFS='.'
                ip=($ip)
                IFS=$OIFS
                [[ ${ip[0]} -le 255 && ${ip[1]} -le 255 \
                && ${ip[2]} -le 255 && ${ip[3]} -le 255 ]]
                stat=$?
        fi
        return $stat
}
clear
printf "\x1b[31;1;4mCreate und send abuse e-mail!\x1b[0m\n\n"
printf "Enter IP Address"

if [ "$1" == "" ] ; then
    read ip
else
    ip=$1
fi

validateIP $ip

if [[ $? -ne 0 ]];then
  printf "Invalid IP Address ($ip)"
  exit 1
else
  printf "$ip ==> \x1b[32;1;4mOK\x1b[0m\n\n"
fi
printf "\n"
printf "Enter Abuse E-Mail Address"

if [ "$1" == "" ] ; then
    read mail
else
    mail=$2
fi

validateMail $mail

if [[ $? -ne 0 ]];then
  printf "Invalid Abuse E-Mail Address ($mail)"
  exit 1
else
  printf "$mail  ==> \x1b[32;1;4mOK\x1b[0m"
fi

printf "Dear abuse team,\n\nI got some SSH connections from one of your IPv4 addresses. It seems to\nbe a bot or something....\n\nYes, you can forward this E-Mail with contact informations to your \ncustomer to solve this case, if necessary.\n\nMy timezone: Europe/Berlin\nMy IPv4: $myip\nYour IPv4: $ip\n\nSome log snippets:\n" > /tmp/abusemail
grep $ip /var/log/auth.log >> /tmp/abusemail
printf "\nBest regards\nSebastian van de Meer\n" >> /tmp/abusemail


printf "\n\n\n\x1b[31;1;4mCheck e-mail before sending!\x1b[0m\n\n"
printf "\x1b[32;1;4mRecipient:\x1b[0m $mail\n\n"
printf "\x1b[32;1;4mSubject:\x1b[0m Abuse against: $ip - Brute Force\n\n"
cat /tmp/abusemail
printf "\n\n"

while true
do
 printf "\x1b[33;1;4mSend Abuse Mail? [Y/n]\x1b[0m\n"
 read -r input

 case $input in
     [yY][eE][sS]|[yY])
 cat /tmp/abusemail | /usr/local/bin/mailx -s "Abuse against: $ip - Brute Force" -r "My Name " -b $bcc $mail
 printf "Abuse Mail is on it's way..."
 break
 ;;
     [nN][oO]|[nN])
 printf "Abuse Mail aborted"
 break
        ;;
     *)
 printf "Invalid input..."
 ;;
 esac
done

Das Script ist alt, stumpf und einfach. Es tut genau das, was es soll: Arbeit abnehmen bei einer Aufgabe, die sich meistens sowieso nicht lohnt. Wer das Thema automatisierter weitertreiben will, kann sich mal SSH-Bruteforce und AbuseIPDB anschauen. Dort geht es darum, wie Fail2Ban und AbuseIPDB zusammenspielen.

Fazit

Abuse-Mails sind undankbar. Die meisten verpuffen, manche helfen. Wer trotzdem ab und zu eine rausschicken will, ohne jedes Mal alles von Hand zusammenzusuchen, hat mit so einem Script zumindest den Aufwand minimiert.

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Rspamd: Automatisches Spam/Ham-Lernen mit Dovecot und IMAPSieve

Rspamd hat ein Webinterface. Da kann man E-Mails reinkopieren und als Spam oder Ham markieren. Klingt erstmal praktisch. Ist es aber nicht. Niemand kopiert ernsthaft den Quellcode jeder fehlklassifizierten Mail in ein Webformular. Das macht man einmal zum Testen und dann nie wieder.

Automatisches Spam-Training mit Rspamd über Dovecot IMAPSieve – Mail wird zwischen Inbox und Junk verschoben

Was man eigentlich will: Wenn ein Benutzer eine Mail in den Junk-Ordner verschiebt, soll rspamd das automatisch als Spam lernen. Und wenn eine Mail aus dem Junk-Ordner rausgeholt wird, soll rspamd sie als Ham lernen. Kein Webinterface, kein manueller Eingriff. Der Benutzer sortiert einfach seine Mails — und rspamd lernt mit.

Genau das geht mit Dovecot und IMAPSieve. Hier beschreibe ich, wie ich das bei mir eingerichtet habe. Die Konfiguration läuft seit Mai 2020 unverändert — über sechs Jahre, ohne eine einzige Anpassung. Das darf man ruhig als stabil bezeichnen.

Was passiert da eigentlich

Der Datenfluss ist simpel:

  • Benutzer verschiebt eine Mail in den Ordner „Junk“
  • Dovecot erkennt die Verschiebung per IMAPSieve
  • IMAPSieve startet ein Sieve-Script
  • Das Sieve-Script ruft ein Shell-Script auf
  • Das Shell-Script übergibt die Mail per rspamc an rspamd
  • Rspamd lernt die Mail als Spam (Bayes-Klassifikator)

In die andere Richtung genauso: Mail raus aus Junk, Dovecot erkennt es, rspamd lernt Ham. Egal ob der Benutzer über Thunderbird, Roundcube, ein Smartphone oder was auch immer sortiert — solange es IMAP ist, greift das.

Voraussetzungen

  • Dovecot mit Sieve-Support (dovecot-pigeonhole unter FreeBSD, dovecot-sieve unter Debian/Ubuntu)
  • Rspamd mit laufendem Controller-Worker
  • rspamc CLI-Tool (kommt mit rspamd mit)

Mein Setup läuft auf FreeBSD. Die Pfade beginnen daher mit /usr/local/. Unter Linux ist es /etc/dovecot/ statt /usr/local/etc/dovecot/ und /usr/lib/dovecot/ statt /usr/local/libexec/dovecot/. Ansonsten ist alles identisch.

Mein rspamd läuft in einer eigenen Jail und lauscht auf 127.0.0.3:11334. Wer rspamd lokal auf dem gleichen System hat, nimmt stattdessen 127.0.0.1:11334 oder den Unix-Socket.

Dovecot konfigurieren

Zuerst muss das Sieve-Plugin für IMAP aktiviert werden.

20-imap.conf:

protocol imap {
  mail_plugins = $mail_plugins sieve
}

Dann die IMAPSieve-Konfiguration. Hier wird festgelegt, welche Ordner-Aktionen welches Sieve-Script auslösen.

90-plugin.conf:

plugin {
  sieve_plugins = sieve_imapsieve sieve_extprograms

  # Wenn eine Mail in den Junk-Ordner kopiert oder dort ein Flag geaendert wird
  imapsieve_mailbox1_name = Junk
  imapsieve_mailbox1_causes = COPY FLAG
  imapsieve_mailbox1_before = file:/usr/local/etc/dovecot/sieve/report-spam.sieve

  # Wenn eine Mail AUS dem Junk-Ordner woanders hin verschoben wird
  imapsieve_mailbox2_name = *
  imapsieve_mailbox2_from = Junk
  imapsieve_mailbox2_causes = COPY
  imapsieve_mailbox2_before = file:/usr/local/etc/dovecot/sieve/report-ham.sieve

  sieve_pipe_bin_dir = /usr/local/libexec/dovecot

  sieve_global_extensions = +vnd.dovecot.pipe
}

Zwei Trigger: Einer für „Mail landet im Junk“ (→ Spam lernen), einer für „Mail verlässt Junk“ (→ Ham lernen). COPY deckt Verschieben ab, FLAG fängt den Fall ab, dass ein Mail-Client den Junk-Status per Flag statt per Verschieben setzt.

Sieve-Scripts

Jetzt die beiden Sieve-Scripts, die von IMAPSieve aufgerufen werden.

report-spam.sieve — wird ausgelöst, wenn eine Mail im Junk-Ordner landet:

require ["vnd.dovecot.pipe", "copy", "imapsieve", "environment", "imap4flags"];

if environment :is "imap.cause" "COPY" {
    pipe :copy "sa-learn-spam.sh";
}

# Beantworteten oder weitergeleiteten Spam ebenfalls lernen
elsif anyof (allof (hasflag "\\Answered",
                    environment :contains "imap.changedflags" "\\Answered"),
             allof (hasflag "$Forwarded",
                    environment :contains "imap.changedflags" "$Forwarded")) {
    pipe :copy "sa-learn-spam.sh";
}

Der erste Block fängt das normale Verschieben ab. Der zweite Block ist für einen Sonderfall: Wenn jemand auf eine Mail im Junk-Ordner antwortet oder sie weiterleitet, ändert sich das Flag — und auch das sollte als Spam gelernt werden.

report-ham.sieve — wird ausgelöst, wenn eine Mail den Junk-Ordner verlässt:

require ["vnd.dovecot.pipe", "copy", "imapsieve", "environment", "variables"];

if environment :matches "imap.mailbox" "*" {
  set "mailbox" "${1}";
}

if string "${mailbox}" [ "Trash", "train_ham", "train_prob", "train_spam" ] {
  stop;
}

pipe :copy "sa-learn-ham.sh";

Hier passiert etwas Wichtiges: Bevor die Mail als Ham gelernt wird, prüfen wir wohin sie verschoben wurde. Wenn sie im Papierkorb landet, war das vermutlich kein „Das ist kein Spam“ sondern ein „Ich lösche den Spam“. Deshalb: stop; für Trash und die Trainingsordner. Nur wenn die Mail in einen echten Ordner verschoben wird, ist es ein Ham-Signal.

Beide Scripts müssen kompiliert werden:

sievec /usr/local/etc/dovecot/sieve/report-spam.sieve
sievec /usr/local/etc/dovecot/sieve/report-ham.sieve

Shell-Scripts für rspamc

Die Sieve-Scripts rufen Shell-Scripts auf, die die Mail per rspamc an rspamd übergeben. Simpel — jeweils ein Einzeiler.

/usr/local/libexec/dovecot/sa-learn-spam.sh:

#!/bin/sh
exec /usr/local/bin/rspamc -h 127.0.0.3:11334 learn_spam

/usr/local/libexec/dovecot/sa-learn-ham.sh:

#!/bin/sh
exec /usr/local/bin/rspamc -h 127.0.0.3:11334 learn_ham

Die Dateinamen sa-learn-* kommen historisch von SpamAssassin. Verwirrend, wenn man rspamd nutzt. Man könnte sie auch rspamd-learn-spam.sh nennen — funktional ist es egal. Ich habe sie so gelassen, weil man funktionierende Dinge nicht anfasst.

Beide ausführbar machen:

chmod +x /usr/local/libexec/dovecot/sa-learn-spam.sh /usr/local/libexec/dovecot/sa-learn-ham.sh

Wer rspamd lokal laufen hat, ersetzt 127.0.0.3 durch 127.0.0.1 oder nutzt den Unix-Socket (-h /var/run/rspamd/rspamd.sock). Unter Linux liegen die Scripts in /usr/lib/dovecot/ statt /usr/local/libexec/dovecot/. Der Pfad in sieve_pipe_bin_dir muss natürlich dazu passen.

Wichtig: Damit rspamc ohne Passwort trainieren darf, muss die IP im rspamd Controller-Worker als vertrauenswürdig eingetragen sein. In /usr/local/etc/rspamd/local.d/worker-controller.inc (FreeBSD) bzw. /etc/rspamd/local.d/worker-controller.inc (Linux):

secure_ip = "127.0.0.0/8";
secure_ip = "::1";

Ohne das schlägt rspamc learn_spam mit einem Authentifizierungsfehler fehl. Bei Jail-Setups wie meinem muss die Jail-IP (127.0.0.3) in der Liste stehen.

Testen

Dovecot neu laden:

service dovecot reload

Dann eine beliebige Mail in den Junk-Ordner verschieben und im rspamd-Log nachschauen:

rspamd_controller_learn_fin_task: <127.0.0.3> learned message as spam: MESSAGE-ID

Mail wieder raus aus Junk in den Posteingang:

rspamd_controller_learn_fin_task: <127.0.0.3> learned message as ham: MESSAGE-ID

Wenn das im Log steht, funktioniert alles. Kein Neustart nötig, kein Cache-Flush, kein Warten.

Wie viel Training braucht rspamd

Rspamd nutzt einen Bayes-Klassifikator. Der braucht eine Mindestmenge an gelernten Nachrichten, bevor er aktiv wird. Die Standardeinstellung ist 200 — also mindestens 200 Spam-Mails und 200 Ham-Mails. Vorher ignoriert rspamd die Bayes-Ergebnisse komplett.

Das klingt nach viel, geht aber schneller als man denkt. Wer ein paar Dutzend Benutzer auf dem Server hat, kommt da in wenigen Wochen hin. Und danach wird rspamd mit jeder sortierten Mail ein bisschen besser.

Den aktuellen Stand kann man jederzeit prüfen:

rspamc stat

Unter Statfile sieht man wie viele Nachrichten rspamd bereits gelernt hat.

Rspamd trainiert standardmäßig einen globalen Bayes-Klassifikator — alle Benutzer lernen in denselben Pool. Wer das pro Benutzer trennen will, setzt in der classifier-bayes.conf:

per_user = true;

Für die meisten Setups mit einer Handvoll Domains ist der globale Pool sinnvoller — mehr Trainingsdaten, schneller gute Ergebnisse.

Hinweise

Die Konfiguration ist stabil — Dovecot-Updates, rspamd-Updates, FreeBSD-Upgrades, alles durchgelaufen ohne Anpassung.

Wer rspamd danach noch eine Stufe weiter bringen will: Ich habe einen eigenen Beitrag geschrieben, wie man GPT-basierte Spam-Erkennung in rspamd integriert. Das läuft zusätzlich zum Bayes-Klassifikator und fängt die Mails ab, die durch das statistische Netz rutschen.

Siehe auch: Postfix und AMaViS: content_filter oder smtpd_proxy_filter?, DMARC-Prüfung in Postfix: OpenDMARC und rspamd im Vergleich

Fragen? Schreib mir über die Kontaktseite.

Riden RD6006 Labornetzteil: Zusammenbau und erster Eindruck

RIDEN RD6006 DC POWER SUPPLY Labornetzteil

Vor gut 20 Jahren habe ich mir ein Labornetzteil gebaut. Elektronik lernen und verstehen war das Ziel. Das Gerät liefert 30 V bei 3 A, ist kurzschlussfest und hält Strom und Spannung auch unter Last sauber. Komplett analog, mit zwei dreistelligen Segmentanzeigen. Ein treuer Begleiter, aber mit klaren Grenzen: Mehr als 30 V oder 3 A geht nicht. Feine Einstellungen brauchen ein zusätzliches Messgerät. Verlaufskurven speichern, vorgespeicherte Werte abrufen oder schnell zwischen Werten wechseln? Keine Chance. Dazu die hohe Verlustleistung des alten Trafos.

Warum das RD6006

Ein Highend-Gerät brauche ich nicht. Meine Anwendungen sind zu simpel dafür. Preis und Leistung müssen stimmen. So bin ich auf das Riden RD6006 gestoßen. Ein Modul von AliExpress aus China. Ja, von dort kommt auch viel Schrott. Aber die Eckdaten klangen gut genug, um es zu probieren: 60 V, 6 A, USB-Anbindung, Firmware-Updates, Akku-Ladefunktion, vorprogrammierbare Werte.

Zusammenbau

Nach knapp drei Wochen waren alle Teile da. Das Handbuch gibt es als PDF in Chinesisch und Englisch, das Nötigste ist beschrieben. Der Zusammenbau ist unkompliziert: Schaltnetzteil ins Gehäuse, RD6006-Modul einsetzen, verkabeln, fertig.

Was nicht so gut läuft

Das WLAN-Modul funktioniert nicht so, wie ich es erwarten würde. Der Temperatursensor zur Akkuüberwachung beim Laden muss irgendwie aus dem Gehäuse geführt werden. Und die Schutzerde habe ich zusätzlich ans Gehäuse geklemmt, das war mir so lieber.

Fazit

Davon abgesehen: Das Ding ist gut. Es tut was es soll und erweitert meine Möglichkeiten erheblich gegenüber dem alten Analognetzteil. Für den Preis eine klare Empfehlung, wenn man kein Keysight braucht. Wer es nachbauen will: Riden RD6006 auf AliExpress.

Siehe auch: Multifunktionstester für Bauteile

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OBI LED-Produkt im Test: Was habe ich da gekauft?

Vor knapp zwei Jahren habe ich für meine Werkstatt ein paar neue Deckenleuchten benötigt. Bisher waren zwei Neonröhren meine Lichtquelle. Lichtfarbe und Stärke passten einfach nicht mehr. Im OBI habe ich zu diesem Zeitpunkt zufällig LED Leuchten gesehen, welche in Form und Länge an klassische Neonröhren erinnern. Der Preis lag irgendwo zwischen 10 bis 20 €, also kein Preis bei dem man viel falsch machen kann, oder?

OBI LED SCHROTT Typ LY-5024-2 von Ritter Leuchten GmbH

Naja, vielleicht ja doch!??! Jetzt nach zwei Jahren beginnen ein paar der LED Leuchten zu flackern. Also schnell eine der Leuchten von der Decke geschraubt um sie zu zerlegen. Vielleicht findet sich ja das Problem?!?

Die Schaltung ist sehr überschaubar. Zuerst eine kleine Sicherung, dann ein Brückengleichrichter, ein kleiner Kondensator zur Spannungsglättung (ich habe wohl zwei Versionen der Leuchten, mit und ohne diesen Kondensator), ein kleiner hochohmiger Widerstand (zur schnellen Entladung vom Kondensator beim „Licht aus“) und noch zwei „Einchip“ LED Treiber mit seinen Steuerwiderständen. Oh und natürlich die einzelnen LEDs!

Der Brückengleichrichter ist ein MB6s, welcher laut den Specs „passen“ sollte. Der 400v 10uF Kondensator zur Spannungsglättung passt ebenfalls für mich, auch der 1M Ω Endladewiderstand passt schon. AAAABBBEERRR die beiden LED Treiber SM2082D sehen schon etwas spannend aus, so als wenn die „warm“ werden. Laut specs geben sie bei 10V bis zu 60mA raus. Der Rest wird also in „Wärme“ verwandelt. Was man an den Operating temperature von -40 ~ 125°C bewundern kann.

Bei den Leuchten mit Kondensator pendelt sich die Temperatur bei etwas zwischen 70 und 75°C ein. Bei den Leuchten ohne Kondensator werden es auch mal 90°C. Da hat der kleine LED Treiber wohl ganz schön was zu regeln, wohl der Grund warum in Version 2 ein Kondensator vorgesehen ist.

Gut der Hersteller hat versucht mit etwas Wärmeleitpaste auf der Rückseite des LED Streifens die Temperatur ans Alugehäuse abzugeben. Die Menge und Verteilung der Wärmeleitpaste ist aber sehr sehr dürftig. Nach etwas Einsatzzeit nimmt die Leistung der Paste natürlich ab und irgendwann ist es halt zu schlecht oder besser gesagt, die LED Treiber werden zu heiß und verbrennen ihre eigenen Lötkontakte bis zum Haarriss. Dann flackert es… Ich habe daher die Kontakte nachgelötet (kein Flackern mehr) und mit Wärmeleitkleber einen kleinen Kühlkörper auf die Treiber geklebt. Damit hält sich die Temperatur bei knapp 50°C. Das sollte die Lebenszeit deutlich erweitern. Passende Kondensatoren liegen hier ebenfalls noch und sind verbaut. Mal sehen wie lange sie nun nicht flackern!

Zusätzlich habe ich das Alugehäuse noch mit der Schutzerde verbunden. Die simple Lackisolierung vom LED Streifen bei den Temperaturen hat mich nicht ganz überzeugt.

Ich würde sagen, dass hat jemand auf Verschleiß gebaut. Die Leuchten sollen wohl kurz nach der Garantie ausfallen. So zumindest mein Eindruck…. Bei dem Preis, naja…

Natürlich hätte ich damit rechnen können. Ich meine Leuchten kaufen, im OBI und dann für etwas bis 20€. Was können die schon in der Herstellung gekostet haben?

Typ LY-5024-2 von Ritter Leuchten GmbH www.ritos.de

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TLS-ECDHE mit AES-256-GCM-SHA384 einfach erklärt

Verschlüsselung-cipher

Wer sich mit TLS beschäftigt, stolpert früher oder später über Zeichenketten wie TLS_ECDHE_ECDSA_WITH_AES_256_GCM_SHA384 oder TLS_AES_256_GCM_SHA384. Was da genau drinsteht, ist auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Dabei folgt die Benennung einem klaren Schema.

Die Bestandteile einer Cipher Suite

Jede Cipher Suite beschreibt vier Dinge:

  • Key Exchange — wie sich Client und Server auf einen gemeinsamen Sitzungsschlüssel einigen.
  • Certificate Verification — wie das Serverzertifikat geprüft wird (Signaturverfahren).
  • Bulk Encryption — die symmetrische Verschlüsselung der eigentlichen Daten.
  • Hashing — die Prüfsummen, die Integrität und Authentizität sicherstellen.

TLS 1.2 vs. TLS 1.3

In TLS 1.2 stehen alle vier Bestandteile im Namen der Cipher Suite. Nehmen wir TLS_ECDHE_ECDSA_WITH_AES_256_GCM_SHA384 auseinander:

  • TLS — das Protokoll (Transport Layer Security)
  • ECDHE — Key Exchange (Elliptic Curve Diffie-Hellman Ephemeral)
  • ECDSA — Certificate Verification (Elliptic Curve Digital Signature Algorithm)
  • AES_256_GCM — Bulk Encryption (AES mit 256 Bit im Galois/Counter Mode)
  • SHA384 — Hashing (SHA-2 mit 384 Bit)

TLS 1.3 hat das Namensschema verkürzt. Key Exchange und Certificate Verification sind nicht mehr Teil des Cipher-Suite-Namens, weil sie separat verhandelt werden. Darum sieht TLS_AES_256_GCM_SHA384 so kompakt aus: nur Protokoll, Verschlüsselung und Hash.

Key Exchange

Der Schlüsselaustausch legt fest, wie Client und Server einen temporären Sitzungsschlüssel aushandeln. Man will hier Ephemeral-Verfahren, also temporäre Schlüssel. Warum? Selbst wenn jemand den Traffic mitschneidet und später an den privaten Schlüssel des Servers kommt, kann er die aufgezeichneten Verbindungen nicht entschlüsseln. Der Sitzungsschlüssel existiert nur für die Dauer der Verbindung. Das nennt sich Perfect Forward Secrecy.

DHE (Diffie-Hellman Ephemeral) funktioniert, sollte aber mindestens 2048 Bit nutzen. Besser ist ECDHE (Elliptic Curve DHE), weil es bei gleicher Sicherheit deutlich kleiner und schneller ist. Idealerweise bietet der Server nur ECDHE an. Alles ohne das E am Ende (also statisches DH) hat kein Forward Secrecy und gehört abgeschaltet.

In Zukunft kommt hier noch Post-Quantum dazu. Mit X25519MLKEM768 lassen sich hybride Verfahren nutzen, die auch gegen Quantencomputer absichern. Wer das auf Nginx einrichten will, findet bei mir eine Anleitung: Post-Quantum TLS.

Certificate Verification

Verschlüsselung allein hilft nicht, wenn man mit dem falschen Server spricht. Das Serverzertifikat beweist die Identität. Es wird von einer CA signiert, kann per DANE/TLSA im DNSSEC-geschützten DNS verankert sein und sollte nicht trivial fälschbar sein.

RSA-Zertifikate sollten mindestens 2048 Bit haben, besser 4096 Bit. Allerdings werden RSA-Schlüssel mit steigender Sicherheit immer größer und langsamer. ECDSA-Zertifikate lösen das elegant: Ein ECDSA-Schlüssel mit 256 Bit bietet vergleichbare Sicherheit wie RSA mit 3072 Bit, ist aber deutlich kleiner und schneller zu verifizieren. Als Kurve sollte es mindestens secp256r1 (P-256) sein. secp384r1 geht auch, bringt aber aktuell keinen praktischen Vorteil.

Bulk Encryption

Das ist die eigentliche Datenverschlüsselung. Brauchbare Kombinationen sind:

  • AES-128-GCM oder AES-256-GCM — Standard, schnell, hardware-beschleunigt auf den meisten CPUs
  • ChaCha20-Poly1305 — gute Alternative, besonders auf Geräten ohne AES-NI

AES mit CBC ist noch akzeptabel, aber GCM ist vorzuziehen. Von 3DES sollte man die Finger lassen. Wenn irgendwo RC4 oder DES auftaucht: abschalten.

Hashing

Der Hash sichert die Integrität der übertragenen Daten. Minimum ist SHA-256, ein guter Mittelweg ist SHA-384. SHA-1 sollte man nicht mehr einsetzen. Taucht MD5 auf, stimmt etwas grundlegend nicht.

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SSH-Brute-Force mit veralteter Implementierung: Angriffsmuster erkennen​

Wenn man mit einem System im Internet steht fummelt immer irgendein script kiddie oder bot an den Diensten herum. Oft ist hier eine IP Adresse aus China dabei. Dann probieren sie ein paar default logins und wandern weiter zur nächsten IP Adresse. Die Bots geben dem Ganzen in der Regel schon nicht mehr als drei Versuche, weil sie dann eh von irgendeinem Sicherheitssystem geblockt werden. Da es noch viele andere bots hinter anderen IP Adressen gibt, übermittelt der bot nur seinen Stand der Versuche an das Hirn des Botnetzes und der nächste, nicht geblockte bot, kommt und probiert es weiter…

Alles „kalter Kaffee“… In den letzten Wochen fallen mir zwei kleine Veränderungen auf.

old SSH Bot

Einmal kommen diese IP Adressen noch immer stark aus China… ABER sehr oft ebenfalls von DigitalOcean (USA). Zudem fallen mir die anderen Cloudprovider auf (Google, Microsoft, AWS…). Das verschiebt sich aktuell wohl etwas. Normalerweise kommt ganz viel aus China, dann ganz viel von verschiedenen dynamischen Endkundenanschlüssen auf der Erde. Jetzt kommt ganz viel aus China, dann unglaublich nahe daran Digitalocean, direkt gefolgt von der google-cloud und microsoft-cloud. Erst jetzt kommen die Endkundenanschlüsse und mischen sich mit Adressen aus der AWS-Cloud. Scheinbar haben die Amazonjungs irgendetwas „besser“ gemacht, um ihre Kunden davor zu schützen sich etwas „einzufangen“?!?

Zweitens scheint da ein Botnetz mit recht alter ssh Implementierung unterwegs zu sein. Oder es sucht halt speziell alte SSH-Server? Auf IoT Geräte mit alter Firmware tippe ich weniger, denn von diesen kommt ebenfalls etwas von Cloudanbietern. Bei denen unterstelle ich einfach mal, keine alten IoT Geräte im Einsatz zu haben, die infiziert sind. Naja… Oder es wird halt nach genau solchen Geräten gesucht. Warum alt? Weil ich so etwas in den Logs finde:

Apr  8 10:35:58 YOURMOM sshd[43201]: reverse mapping checking getaddrinfo for 4.3.2.1.serverdedicati.mum.your [1.2.3.4] failed.
Apr  8 10:35:58 YOURMOM sshd[43201]: Did not receive identification string from 1.2.3.4 port 34244
Apr  8 10:36:22 YOURMOM sshd[43202]: reverse mapping checking getaddrinfo for 4.3.2.1.serverdedicati.mum.your [1.2.3.4] failed.
Apr  8 10:36:22 YOURMOM sshd[43202]: Unable to negotiate with 1.2.3.4 port 36160: no matching key exchange method found. Their offer: diffie-hellman-group14-sha1,diffie-hellman-group-exchange-sha1,diffie-hellman-group1-sha1 [preauth]
Apr  8 10:36:42 YOURMOM sshd[43204]: reverse mapping checking getaddrinfo for 4.3.2.1.serverdedicati.mum.your [1.2.3.4] failed.
Apr  8 10:36:42 YOURMOM sshd[43204]: Unable to negotiate with 1.2.3.4 port 39556: no matching key exchange method found. Their offer: diffie-hellman-group14-sha1,diffie-hellman-group-exchange-sha1,diffie-hellman-group1-sha1 [preauth]

Wie ist das bei euch?

Siehe auch: SSH-Server absichern mit MFA, SSH-Bruteforce, DigitalOcean und AbuseIPDB – warum Blocken das Problem nicht löst, Raspberry Pi als Angriffsziel: SSH-Brute-Force auf den User pi

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