Seit gut zwei Jahren druckt bei mir ein QIDI i-Mate S. Damals gesucht: kompaktes Design, beheizbares Druckbett, geschlossener Druckraum, Druckbett nur in der Z-Achse, PLA/ABS/PETG. Gefunden, bestellt, seitdem im Einsatz.
Der Drucker tut, was er soll. Für den Preis in guter Qualität. Die Slicer-Software QIDI Print basiert auf Cura, ist aber speziell auf den Drucker angepasst. Soweit findet man das in jedem Testbericht. Was dort meistens fehlt: Infos zu Upgrades, dem Support und den kleinen Macken im Alltag.
Support
Der Support von QIDI war bisher durchgehend exzellent. Per E-Mail direkt an mateb@qd3dprinter.com kam immer innerhalb von 24 Stunden eine Antwort. Auch an Wochenenden und Feiertagen. Freundlich, hilfsbereit, mit Videos, Anleitungen und angepassten Konfigurationsdateien. Dateiaustausch lief unkompliziert über Google Drive. Wer schon einmal mit Herstellern hinter der chinesischen Firewall Daten austauschen wollte, versteht den Mehrwert.
All-Metal Hotend
Nach knapp einem Jahr kam das erste Upgrade: ein Full-Metal Extruder von AliExpress. Das passende Firmware-Update gab es direkt vom Support inklusive Anleitung. Einbau war einfach, besondere Einstellungsänderungen in QIDI Print nicht nötig.

Mit dem neuen Druckkopf war die Layerhaftung zunächst schlechter. Der Support half: Nicht jeder Schrittmotor läuft exakt gleich. Bei 2 cm Filamentvorschub kamen bei mir keine 2 cm. Drei E-Mails und 15 Minuten später hatte ich eine angepasste Konfigurationsdatei. Einfach „gedruckt“ und das Problem war Geschichte.
Schrittmotor-Kühlung
Die Schrittmotoren werden beim Druck spürbar warm. Nicht zu warm, aber warm genug, dass ich dem Drang nicht widerstehen konnte. Selbstklebende Kühlkörper von AliExpress auf alle Achsen-Motoren. Den Druckkopf-Motor ausgenommen, der wird bereits aktiv gekühlt und das zusätzliche Gewicht wäre kontraproduktiv.

Wer die passive Kühlung direkt aktiv machen will: Es gibt passende 24V-Lüfter dafür.
Filament Sensor
Filament bricht selten, aber es passiert. Oder es ist mitten im Druck leer und der Drucker läuft einfach weiter. Ein Filament Run Sensor von AliExpress erkennt das und stoppt den Druckvorgang. Filament nachladen, weitermachen.



Installation wieder einfach, wieder mit Anleitung vom Support und einer Konfigurationsdatei zum „Drucken“. Kleines Detail am Rande: In der deutschen Übersetzung der Firmware heißt der Filament Sensor „Glühfaden-Sensor“. Der Support hat sich über den Hinweis gefreut.
Bed Leveling
Automatisches Leveling gibt es nicht. Das geführte Leveling-Programm im Druckmenü funktioniert problemlos, die eigentlichen Muttern auch. Was nervt: die Sicherung mit einer zusätzlichen Flügelmutter. Man stellt alles perfekt ein, sichert die Muttern und dabei verschiebt sich der Abstand zur Nozzle wieder. Vielleicht habe ich zu dicke Finger.
Die einfachste Lösung war ein 3D-gedrucktes Ersatzteil von Thingiverse zusammen mit selbstsichernden M4 Muttern. Gedruckt aus PETG. Seitdem macht Bed Leveling fast Spaß. So viel Spaß, wie manuelles Leveling halt machen kann.

Nozzle und Filament
Zusammen mit dem All-Metal Hotend bin ich auf eine Nozzle von Brozzl gewechselt. Beschichtetes Kupfer statt Messing: besserer Wärmeleitwert und etwas härter. Bei Messing und erst recht bei Stahl muss man die Temperatur 5-10 Grad höher setzen. Kupfer macht das überflüssig.
Filament kommt ebenfalls direkt von QIDI über AliExpress. Tut und hält.
Fragen? Einfach melden.
Bedleveling lässt sich nachrüsten bei der Kiste. Muss man die Firmware halt umschreiben, zichmal schon gemacht. Gibt für alles eine Lösung.