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DNSSEC, DANE und TLSA mit Postfix: Hintergründe und aktuelle Probleme

Seit ein paar Tagen scheint das Thema DNSSEC, DANE und TLSA im Zusammenhang mit Postfix im Internet besonders aktiv zu sein. Ich bekomme täglich Anfragen dazu und einige scheinen zu testen — E-Mails mit Random-Empfängern an meine Domains. Gegen Tests habe ich nichts, aber grob abgesprochen wäre schön, mein Monitoring wird sonst immer so wuschig.

Kurz zusammengefasst:

  1. Basis von allem ist DNSSEC.
  2. TLSA-Records sind DANE.
  3. Postfix kann TLSA-Records auswerten, ohne selbst welche für sein System zu haben.

Weiterführend:

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DNSSEC: KSK auf 4096 Bit aktualisieren und SHA-512 vorbereiten

Ich habe nach längerem dann mal meinen KSK (Key Signing Key) für DNSSEC getauscht. Der alte war ein 1024-Bit NSEC3RSASHA1. Damit ist auch klar, warum er weg musste: 1024 Bit RSA gilt seit Jahren als zu schwach für langfristige Sicherheit, und SHA-1 steht ebenfalls auf der Abschussliste.

Die neuen Schlüssel

Zwei neue KSKs, beide mit 4096 Bit:

1. NSEC3RSASHA1, 4096 Bit  (primär, abwärtskompatibel)
2. RSASHA512, 4096 Bit     (Reserve, ohne SHA-1)

Die Idee: Der NSEC3RSASHA1 als primärer Schlüssel, weil ihn jede halbwegs aktuelle Software versteht. Der RSASHA512 liegt als Backup bereit, falls SHA-1 irgendwann komplett fällt. Inzwischen sollte jede aktuelle Software mit beiden Algorithmen umgehen können. Wenn nicht, wird es wirklich Zeit für ein Update.

KSK-Rollover

Ein KSK-Tausch ist kein Schalter den man umlegt. Man muss den neuen Schlüssel veröffentlichen, warten bis sich der DS-Record bei der übergeordneten Zone (also bei DENIC, Verisign etc.) verbreitet hat, und erst dann den alten entfernen. Dazwischen signiert man mit beiden gleichzeitig. Das dauert je nach TTL einige Tage.

Das Ergebnis auf DNSViz sieht sauber aus. Alle drei Zonen validieren korrekt:

Wer DNSSEC von Grund auf einrichten will, findet die Anleitung unter DNSSEC einrichten mit BIND. Fragen? Einfach melden.

IP Reverse Map Delegation: Einrichtung und Fehlerbehebung

IP-Reverse-Map-Delegation nach RFC 2317 mit Provider-Zone, Kunden-Subzone, CNAME-Verweisen, PTR-Antwort und Troubleshooting-Hinweisen.

Reverse Map Delegation nach RFC 2317 klingt komplizierter als es ist. Es löst ein konkretes Problem: Wer ein kleines IP-Netz hat (kleiner als /24), kann normalerweise keine eigene PTR-Zone betreiben. Mit Reverse Map Delegation geht es doch.

Warum man es braucht

In der guten alten Zeit bekam man ein /24 (256 Adressen). Da legt man einfach eine Zone 3.2.1.in-addr.arpa. an und fertig. Heute bekommt man, wenn überhaupt, ein /29 (8 Adressen). Und da liegt das Problem: DNS-Zonen werden am Punkt getrennt. Bei einem /24 passt das, bei einem /29 gibt es keinen Punkt an dem man die Zone aufteilen kann.

Der Provider behält also die /24-Zone und richtet für das kleine Subnetz CNAMEs ein, die auf eine „Sub-Zone“ des Kunden zeigen. Der Kunde kann dann seine PTR-Records selbst verwalten.

Die Provider-Seite

In der /24-Zone des Providers wird für das Subnetz 1.2.3.0/29 eine Delegation eingerichtet. Jede IP-Adresse bekommt einen CNAME in die Sub-Zone des Kunden:

$ORIGIN 3.2.1.in-addr.arpa.
$TTL 1D
@   1D IN SOA ns1.kernel-error.de. hostmaster.kernel-error.de. (
              2014101701 ; serial
              6H         ; refresh
              30M        ; retry
              2W         ; expiry
              1D )       ; minimum

         IN NS  ns1.kernel-error.de.
         IN NS  ns2.kernel-error.org.

; Delegation für 1.2.3.0/29 an den Kunden
0/29     IN NS    ns1.vandemeer.de.
0/29     IN NS    ns2.vandemeer.de.
0        IN CNAME 0.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
1        IN CNAME 1.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
2        IN CNAME 2.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
3        IN CNAME 3.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
4        IN CNAME 4.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
5        IN CNAME 5.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
6        IN CNAME 6.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
7        IN CNAME 7.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.

Die Kunden-Seite

Der Kunde richtet auf seinem DNS-Server die Sub-Zone ein und kann dort seine PTR-Records setzen wie gewohnt:

$ORIGIN 0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
$TTL 1D
@   1D IN SOA ns1.vandemeer.de. hostmaster.vandemeer.de. (
              2014101701 ; serial
              6H         ; refresh
              30M        ; retry
              2W         ; expiry
              1D )       ; minimum

         IN NS  ns1.vandemeer.de.
         IN NS  ns2.vandemeer.de.

0        IN PTR netzadresse.vandemeer.de.
1        IN PTR router.vandemeer.de.
2        IN PTR mailin.vandemeer.de.
3        IN PTR imap.vandemeer.de.
4        IN PTR webserver.vandemeer.de.
5        IN PTR frei.vandemeer.de.
6        IN PTR frei.vandemeer.de.
7        IN PTR broadcastadresse.vandemeer.de.

Ergebnis

Eine Reverse-Lookup-Abfrage für 1.2.3.4 läuft jetzt über den CNAME zum DNS des Kunden und liefert den gewünschten PTR-Record:

dig -x 1.2.3.4 +short
4.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
webserver.vandemeer.de.

Probleme

Wäre ja zu schön, wenn es keine gäbe.

Laut RFC darf ein PTR-Record eigentlich kein CNAME sein, außer in genau diesem Fall. Das RFC ist von 1998, aber es hat sich nicht überall herumgesprochen. Man muss seinem Gegenüber gelegentlich RFC 2317 erklären, bevor die Diskussion weitergeht.

Außerdem macht Postfix Ärger, wenn man reject_unknown_client in den smtpd_restrictions hat. Diese Prüfung erwartet, dass PTR und A/AAAA-Record zueinander passen. Bei Reverse Map Delegation tun sie das nicht, weil der CNAME dazwischen steht:

450 4.7.1 Client host rejected: cannot find your hostname, [4.5.6.7]

Wer einen größeren Mailserver betreibt, sollte auf der Mail-IP kein Reverse Map Delegation einsetzen, sondern den PTR direkt beim Provider setzen lassen. Spart Arbeit und Ärger.

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mailgraph Graphen um DANE erweitern

Wie sich die grafische Logfile Auswertung für, unter anderem, Postfix um Dinge wie SPF, DKIM und DMARC erweitern lässt, habe ich ja bereits vor kurzem hier gezeigt: mailgraph Graphen um SPF, DMARC und DKIM erweitern

Seit ein paar Monaten ist an meinem Mailserver DANE aktiviert, sprich es lassen sich die TLSA RECORDS für die Zertifikate am Postfix gegen einen DNSSEC gesicherten DNS Server abgleichen.

In diesem Zuge habe ich selbstverständlich die ausgehende Prüfung am Postfix aktiviert. Mein Postfix nutzt nun also auch DANE um die Verbindung zu anderen Mailserver zu prüfen. Dabei gibt es im Grunde nur vier mögliche Ergebnisse einer Prüfung der TLS Verbindung:

Verified

Der bisher seltenste aber beste Fall. Denn die ausgehende Verbindung zum anderen Server ist per DANE gesichert. Das Zertifikat ist also nicht nur gültig sondern konnte auch mit den TLSA-RECORDS abgeglichen werden.

Trusted

Der OK Fall… Das Zertifikat ist gültig.

Anonymous

Na ja… Es gibt ein Zertifikat und dieses ist passend zum Hostname, es konnte aber keine Vertrauenskette gebildet werden.

Untrusted

Schlecht! Es gibt zwar ein Zertifikat und somit auch eine verschlüsselte Verbindung, denn noch stimmt etwas mit dem Zertifikat nicht. Es ist abgelaufen, passt nicht zum Hostname oder ähnliches.

Im Logfile findet es sich wie folgt:

Aug  3 18:34:08 servername postfix/smtp[1234]: Verified TLS connection established to mx01.domain.tld[1.2.3.4]:25: TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)

Aug  9 12:07:28 servername postfix/smtp[1234]: Trusted TLS connection established to mx01.domain.tld[1.2.3.4]:25: TLSv1.2 with cipher DHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)

Aug  8 22:15:34 servername postfix/smtp[1234]: Anonymous TLS connection established to mx01.domain.tld[1.2.3.4]:25: TLSv1 with cipher ADH-AES256-SHA (256/256 bits)

Aug  7 21:48:48 servername postfix/smtp[1234]: Untrusted TLS connection established to mx01.domain.tld[1.2.3.4]:25: TLSv1.2 with cipher DHE-RSA-AES256-SHA256 (256/256 bits)

Was mich nun interessiert, ist die Tendenz der einzelnen Prüfungen. Wie sicher ist die Kommunikation zu anderen Mailservern wirklich, rein bezogen auf die Vertrauenswürdigkeit der eingesetzten Zertifikate. Eine schnelle Übersicht soll mir hier wieder der mailgraph liefern.

Den Mailgraph habe ich also, wie mit SPF, DKIM und DMARC ebenfalls, erweitert. Das nötige Patchset gibt es natürlich wieder unten. Dieses Mal habe ich darauf geachtet für die TLS Auswertung ein eigenes File für die RRD-Daten anzulegen. So kann ein bestehender Mailgraph einfach erweitert werden, ohne die vorhandenen Daten zu verlieren.

Heraus kommt am Ende dieser Graph.

Für interessiere finden sich die beiden nötigen Patchfiles hier:

/usr/sbin/mailgrapht

/usr/lib/cgi-bin/mailgraph.cgi

Viel Spaß! Bei Fragen, fragen.

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DNSSEC-fähiger Registrar

In der letzten Zeit häufen sich bei mir die Anfragen, mit welchem Registrar ich zusammenarbeite. Vor allem im Hinblick auf DNSSEC und die DS-Records, die man beim Registrar hinterlegen muss.

Hier kann und möchte ich gerne die SpeedPartner GmbH aus Neuss empfehlen. Damals habe ich dort gerne mit Herrn Metz zusammengearbeitet. Es war immer jemand erreichbar, und auch etwas ungewöhnliche Dinge ließen sich schnell umsetzen. Das Webinterface konnte 2014 noch keine DS-Records entgegennehmen, der Weg per E-Mail funktionierte aber binnen Minuten.

Es kommt selten vor, dass ich hier Werbung für ein Unternehmen mache — dieses hatte es damals verdient.

Mehr zu DNSSEC und BIND gibt es im DNSSEC-HowTo. Fragen? Einfach melden.

TLSA- und DANE-Records manuell prüfen: Schritt für Schritt mit OpenSSL

Es gibt inzwischen viele Webtools die TLSA-Records prüfen. Aber wer es einmal von Hand gemacht hat, versteht was dabei passiert. Der Ablauf ist immer gleich: Zertifikat vom Server holen, Hash berechnen, mit dem DNS-Record vergleichen.

Zertifikat holen

Verbindung zum Mailserver aufbauen und das Zertifikat per STARTTLS abholen:

openssl s_client -starttls smtp -connect smtp.kernel-error.de:25 \
  -servername smtp.kernel-error.de 2>/dev/null | \
  openssl x509 -outform PEM > /tmp/server.crt

Das Zertifikat liegt jetzt in /tmp/server.crt.

Hash berechnen

Welchen Hash man berechnen muss, hängt vom TLSA-Record ab. Die drei Felder im Record bestimmen das:

Usage0 = CA, 1 = End-Entity (Kette muss gültig sein), 2 = Trust Anchor, 3 = End-Entity (keine Kettenprüfung)
Selector0 = ganzes Zertifikat, 1 = nur Public Key (SPKI)
Matching Type0 = exakter Vergleich, 1 = SHA-256, 2 = SHA-512

Am häufigsten sieht man 3 1 1 (End-Entity, nur Public Key, SHA-256) oder 3 0 1 (End-Entity, ganzes Zertifikat, SHA-256). Zuerst den TLSA-Record aus dem DNS holen um zu sehen was erwartet wird:

dig _25._tcp.smtp.kernel-error.de TLSA +short

Dann den passenden Hash berechnen. Bei Selector 0 (ganzes Zertifikat) und Matching Type 1 (SHA-256):

# Selector 0 (Full Certificate), SHA-256
openssl x509 -in /tmp/server.crt -outform DER | openssl sha256
# Ausgabe: SHA2-256(stdin)= 94c8e1bd...

Bei Selector 1 (nur SPKI, Public Key) und SHA-256:

# Selector 1 (SPKI), SHA-256
openssl x509 -in /tmp/server.crt -noout -pubkey | \
  openssl pkey -pubin -outform DER | openssl sha256

Den berechneten Hash mit dem Wert aus dem TLSA-Record vergleichen. Stimmen sie überein, ist der Record korrekt.

Schnelltest mit posttls-finger

Wer nicht alles von Hand machen will: posttls-finger (Teil von Postfix) prüft den kompletten DANE-Ablauf in einem Schritt:

posttls-finger -t30 -T180 -c -L verbose,summary kernel-error.de

In der Ausgabe steht am Ende entweder Verified TLS connection established (DANE-Prüfung bestanden) oder eine Fehlermeldung mit dem konkreten Problem. Das Tool löst die MX-Records auf, holt den TLSA-Record, baut die TLS-Verbindung auf und vergleicht alles automatisch.

Wer DANE für den eigenen Mailserver einrichten will, findet die Anleitung unter Postfix mit DANE und DNSSEC absichern. Die Grundlagen zu DANE und TLSA-Records erklärt der Beitrag DNSSEC und DANE: TLS-Zertifikate mit TLSA-Records absichern. Fragen? Einfach melden.

dnssec validator Browser Plugin

Veraltet: Das DNSSEC Validator Browser-Plugin wird nicht mehr gepflegt und ist in aktuellen Firefox-/Chrome-Versionen nicht mehr verfügbar. DNSSEC-Validierung sollte auf dem DNS-Resolver stattfinden, nicht im Browser.

Na schau mal einer an… Das Browser Plugin für den DNSSEC Validator kann nun auch DANE / TLSA und er zeigt es angenehm übersichtlich an.

https://www.dnssec-validator.cz/pages/download.html
Ist in jedem Fall noch mal einen Klick wert.

Perfect Forward Secrecy für Postfix und Dovecot konfigurieren

Perfect Forward Secrecy (PFS) sorgt dafür, dass jede TLS-Verbindung einen eigenen temporären Schlüssel verwendet. Selbst wenn jemand den privaten Schlüssel des Servers in die Hände bekommt, kann er damit früher aufgezeichnete Verbindungen nicht entschlüsseln. Für E-Mail ist das besonders relevant, weil Mailverkehr gern auf Vorrat mitgeschnitten wird.

PFS bekommt man durch ECDHE- oder DHE-Schlüsselaustausch. Moderne OpenSSL-Versionen und aktuelle Postfix/Dovecot-Releases machen das Richtige von Haus aus. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Konfiguration, um sicherzustellen, dass keine veralteten Protokolle oder Cipher-Suiten aktiv sind.

Postfix

Die relevanten Einstellungen in der main.cf:

# Eingehend (smtpd)
smtpd_tls_security_level = may
smtpd_tls_protocols = >=TLSv1.2
smtpd_tls_mandatory_protocols = >=TLSv1.2
smtpd_tls_mandatory_ciphers = medium

# Ausgehend (smtp)
smtp_tls_security_level = dane
smtp_tls_protocols = >=TLSv1.2
smtp_tls_mandatory_protocols = >=TLSv1.2
smtp_tls_mandatory_ciphers = medium

# Cipher-Präferenz beim Server
tls_preempt_cipherlist = yes

>=TLSv1.2 schaltet TLS 1.0 und 1.1 ab. tls_preempt_cipherlist = yes lässt den Server die Cipher-Reihenfolge bestimmen, nicht den Client. Postfix sortiert AEAD-Ciphers (GCM, CHACHA20) automatisch nach vorn, PFS-Ciphers haben Vorrang. Die medium-Stufe schließt alles unterhalb von 128-Bit-Verschlüsselung aus.

Für den ausgehenden Versand ist smtp_tls_security_level = dane die beste Wahl. Damit prüft Postfix TLSA-Records per DANE. Gibt es keinen TLSA-Record, fällt Postfix auf opportunistisches TLS zurück. Wer zusätzlich MTA-STS auswertet, deckt auch Server ohne DNSSEC ab.

Dovecot

In /usr/local/etc/dovecot/conf.d/10-ssl.conf (FreeBSD) bzw. /etc/dovecot/conf.d/10-ssl.conf (Linux):

ssl = required
ssl_min_protocol = TLSv1.2
ssl_prefer_server_ciphers = yes
ssl_options = no_ticket

ssl = required erzwingt TLS für alle Verbindungen. ssl_min_protocol = TLSv1.2 schließt alte Protokolle aus. ssl_prefer_server_ciphers = yes gibt dem Server die Kontrolle über die Cipher-Wahl. no_ticket deaktiviert TLS Session Tickets, die PFS untergraben können wenn der Ticket-Key kompromittiert wird.

Eine explizite Cipher-Liste ist bei aktuellem OpenSSL nicht nötig. Die Defaults bevorzugen ECDHE mit AEAD. Wer es trotzdem einschränken will:

ssl_cipher_list = ECDHE+AESGCM:ECDHE+CHACHA20:DHE+AESGCM:DHE+CHACHA20:!aNULL:!eNULL
ssl_cipher_suites = TLS_AES_256_GCM_SHA384:TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256:TLS_AES_128_GCM_SHA256

ssl_cipher_list gilt für TLS 1.2, ssl_cipher_suites für TLS 1.3. Bei TLS 1.3 ist PFS immer aktiv, da gibt es keine Cipher-Suiten ohne Schlüsselaustausch mehr.

Testen

# Postfix (STARTTLS auf Port 25)
openssl s_client -starttls smtp -connect smtp.kernel-error.de:25 2>/dev/null | grep -E "Protocol|Cipher|Server Temp Key"

# Postfix (Implicit TLS auf Port 465)
openssl s_client -connect smtp.kernel-error.de:465 2>/dev/null | grep -E "Protocol|Cipher|Server Temp Key"

# Dovecot (STARTTLS auf Port 143)
openssl s_client -starttls imap -connect imap.kernel-error.de:143 2>/dev/null | grep -E "Protocol|Cipher|Server Temp Key"

# Dovecot (Implicit TLS auf Port 993)
openssl s_client -connect imap.kernel-error.de:993 2>/dev/null | grep -E "Protocol|Cipher|Server Temp Key"

Entscheidend ist die Zeile Server Temp Key. Steht dort X25519, ECDH P-256 oder DH 2048, ist PFS aktiv. Mit OpenSSL 3.5+ und entsprechender Konfiguration sieht man dort auch X25519MLKEM768 für Post-Quantum-Schlüsselaustausch.

Siehe auch: Post-Quantum TLS für E-Mail

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Postfix mit DANE und DNSSEC absichern

Postfix-Mailserver mit DANE und DNSSEC, TLSA-Record-Prüfung, DNS als Vertrauensanker und verifizierter SMTP-TLS-Verbindung zwischen Mailservern.

Meine Domains sind schon lange per DNSSEC gesichert. Für den Webserver hatte ich auch schnell TLSA-Records veröffentlicht, damit die TLS-Verbindung per DANE abgesichert ist. Seit Postfix 2.11 beherrscht auch der MTA die Prüfung von TLSA-Records, damit lässt sich ausgehende E-Mail-Verschlüsselung kryptographisch verifizieren, ohne sich auf das CA-System verlassen zu müssen.

Postfix konfigurieren

Zwei Zeilen in der main.cf reichen, damit Postfix beim Versand TLSA-Records prüft:

postconf -e "smtp_dns_support_level = dnssec"
postconf -e "smtp_tls_security_level = dane"

smtp_dns_support_level = dnssec weist den SMTP-Client an, DNSSEC-validierte DNS-Antworten zu verlangen. smtp_tls_security_level = dane aktiviert die TLSA-Prüfung, Postfix sucht automatisch nach TLSA-Records für den Zielserver. Gibt es keinen TLSA-Record oder kein DNSSEC, fällt Postfix auf opportunistisches TLS zurück. Die Kommunikation mit Servern ohne DANE leidet also nicht. Details stehen in der Postfix DANE-Dokumentation.

TLSA-Record erstellen

Der TLSA-Record enthält einen Hash des TLS-Zertifikats (oder des Public Keys), den der Empfänger-Mailserver im DNS veröffentlicht. So erzeugt man den SHA-256-Hash des Public Keys aus dem Zertifikat:

openssl x509 -in postfix.pem -noout -pubkey \
  | openssl pkey -pubin -outform DER \
  | openssl dgst -sha256

Den Hash trägt man als TLSA-Record in die DNS-Zone ein, für Port 25 (SMTP) und optional Port 465 (Implicit TLS):

_25._tcp.smtp.kernel-error.de.  3600 IN TLSA 3 1 1 8cb0fc6c527506a053f4f14c8464bebbd6dede2738d11468dd953d7d6a3021f1
_465._tcp.smtp.kernel-error.de. 3600 IN TLSA 3 1 1 8cb0fc6c527506a053f4f14c8464bebbd6dede2738d11468dd953d7d6a3021f1

Die Felder 3 1 1 bedeuten: DANE-EE (End Entity, kein CA-Vertrauen nötig), SPKI (nur Public Key, nicht das ganze Zertifikat), SHA-256. Der TTL von 3600 Sekunden ist bewusst kurz, bei einem Zertifikatswechsel soll der alte Record schnell ablaufen. Mehr zum Aufbau von TLSA-Records steht in RFC 7672.

Testen

Mit posttls-finger (Teil von Postfix) lässt sich prüfen, ob die DANE-Verifikation funktioniert:

posttls-finger -t30 -T180 -c -L verbose,summary kernel-error.de

Die entscheidende Zeile in der Ausgabe:

Verified TLS connection established to smtp.kernel-error.de[...]:25:
  TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)

Verified statt Untrusted, der TLSA-Record stimmt mit dem Zertifikat überein, die Verbindung ist DANE-verifiziert. Im Postfix-Log sieht man denselben Unterschied:

smtp[3779]: Verified TLS connection established to mx02.example.de[...]:25
smtp[3779]: Untrusted TLS connection established to smtp2.example.de[...]:25

Verified = DANE-geprüft und in Ordnung. Untrusted = TLS aktiv, aber kein gültiger TLSA-Record vorhanden, die Verschlüsselung funktioniert trotzdem, nur ohne kryptographische Verifikation des Zertifikats.

Warum DANE besser ist als das CA-System

DANE verankert das Vertrauen im DNS statt bei Certificate Authorities. Der Domaininhaber veröffentlicht den Hash seines Zertifikats selbst, DNSSEC schützt den Record vor Manipulation. Keine CA kann ein falsches Zertifikat für die Domain ausstellen und damit die Verbindung aufbrechen. Das Ganze kostet nichts außer einem DNS-Record und funktioniert für jeden, der DNSSEC betreibt.

Zum Vergleich: Das damalige „E-Mail made in Germany“ (EmiG) setzte auf eine TÜV-Zertifizierung, die sich nur große Provider leisten konnten. Sicherheit nur für Unternehmen mit Budget, das ist das Gegenteil von dem, was ich unterstütze.


Update August 2014: Ich habe Mailgraph um DANE-Graphen erweitert, um den Anteil verifizierter Verbindungen zu visualisieren.

Siehe auch: TLSA/DANE-Records prüfen, TLSA- und DANE-Records manuell prüfen: Schritt für Schritt mit OpenSSL, Postfix und DANE: „Server certificate not verified“ debuggen, Postfix: Eingehende E-Mails ohne TLS ablehnen

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Version bei BIND nicht anzeigen lassen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Es gibt viele gute Gründe warum man die Version seines DNS Servers unkenntlich machen sollte. Viele Roboter und noch mehr Scriptkiddies suchen nach Versionen mit Sicherheitslöchern. Natürlich sollte man seine Version immer auf dem aktuellen Stand der Sicherheitsupdates halten… Denn noch kommt es vor dass man auch mal ein paar Tage auf einer „kaputten“ Version läuft. Dieses muss man ja nicht jedem unter die Nase reiben, hm?

Beim Bind ist es extrem einfach. Man reißt einfach mit dem Editor seiner Wahl die named.conf auf und wandert zum Options-Bereich. Dort ergänst man einfach die Option version:

options
{

[Zeugs und andere Optionen]
version "unknown";
[noch mehr Zeugs und andere Optionen]

};

Nun einfach Bind seine Konfiguration neu laden lassen:

$ rndc reconfig

Schon wird keine Version mehr angezeigt. Testen kann man alles wie immer mit dig:

$ dig -c CH -t txt version.bind +short @dns1.telekom.de
"SORRY"

Sorry finde ich gut liebe Telekom.

Bock auf ein kleines Spiel? Wer mir zuerst sagt auf welchem Schiff mein primärer DNS Server stehen müsste, der bekommt eine Dose Dr Pepper Cola geschenkt.


Update 26.11.2013 19:53

Glückwunsch Dome, du bekommst die Dose. Bekomme ich ein Foto wie alles ausschaut nachdem DHL das Paket (oder besser Maxibrief *grübel*) bei dir abgegeben hat? Ich löse aber mal nicht, dann können die anderen noch mitspielen!

Siehe auch: DNSSEC einrichten

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