Mein Notebook bietet glücklicherweise die Möglichkeit zwei Festplatten zu betreiben. Eine Platte ist eine SSD mit knapp 120GB für das System. Die andere habe ich heute gegen eine Western Digital Scorpio Black mit 750GB ausgetauscht. Hier liegt nun mein „home“.
Ich habe mich beim anlegen der Partitionen dagegen entschieden noch Platz für die Windows Spielepartition zu lassen. Ich habe einfach in den vergangenen Monate kaum noch Zeit zum Zocken gefunden. Irgendwas hatte einfach immer eine höhere Priorität. Nun ist also meine Homedir um 200GB größer und natürlich ganz brav mit luks verschlüsselt. Festplattenverschlüssellung mit Linux wwwwwööööööööööhhhhhhhhyyyyyyy.
Wenn eine Datei gelöscht wird, entfernt das Dateisystem nur den Eintrag aus seinem Inhaltsverzeichnis. Die Speicherblöcke werden als überschreibbar markiert — aber der Datenträger selbst erfährt davon nichts. Bei klassischen Festplatten ist das egal. Bei Flash-Speicher (SSDs, USB-Sticks, Speicherkarten) wird es zum Problem.
Flash-Speicher verteilt Schreibvorgänge gleichmäßig über alle Zellen — das nennt sich Wear Leveling und verlängert die Lebensdauer. Dafür muss der Controller aber wissen, welche Blöcke frei sind. Ohne diese Information kann er irgendwann nur noch den kleinen Reservebereich nutzen und wird spürbar langsam. Genau hier kommt TRIM ins Spiel: Es teilt dem Datenträger mit, welche Blöcke nicht mehr gebraucht werden.
Methode 1: fstrim (manuell oder per Cronjob)
Informiert den Datenträger nur zum Zeitpunkt der Ausführung
Funktioniert ab Kernel 2.6.33
Lässt sich einfach per Cronjob automatisieren
Einmalig ausführen:
fstrim -v /
Täglich per Cronjob — ein Script unter /etc/cron.daily/hdd-trim anlegen:
Die meisten Linux-Distributionen bringen mittlerweile einen systemd-Timer fstrim.timer mit, der wöchentlich TRIM ausführt. Ob er aktiv ist: systemctl status fstrim.timer
Methode 2: discard (Echtzeit-TRIM per fstab)
Informiert den Datenträger in Echtzeit bei jedem Löschvorgang
Erzeugt minimal mehr I/O als periodisches fstrim
Bei modernen SSDs und Kerneln problemlos nutzbar
In der /etc/fstab die Option discard zu den Mount-Optionen hinzufügen:
Device, Mountpunkt und Dateisystem natürlich an das eigene Setup anpassen.
Welche Methode?
Für die meisten Setups reicht der wöchentliche fstrim.timer — das ist heute die empfohlene Methode. discard in der fstab ist sinnvoll, wenn der Datenträger permanent voll ist und sofort von freigegebenen Blöcken profitieren soll. Für ZFS gibt es eine eigene TRIM-Konfiguration — siehe TRIM im ZFS-Pool aktivieren.
Achtung: TRIM sagt dem Datenträger, dass er Blöcke überschreiben darf. Wenn hier etwas schiefgeht, sind Daten weg. Vorher prüfen, ob Kernel, Dateisystem und SSD-Firmware TRIM korrekt unterstützen — und ein Backup haben.
Prefix Delegation per DHCPv6 ist nichts Neues. Dass eine FritzBox das bietet, war mir aber neu. Vielleicht unterschätze ich das Teil?
Ich bekomme ein /48 zugeteilt, die FritzBox bietet die — nicht weiter konfigurierbare — Möglichkeit, ein /62 per Prefix Delegation an einen weiteren Router im Netzwerk weiterzugeben.
Ich habe also meinen MikroTik über den DHCPv6-Client mit einem Prefix füttern lassen. Der MikroTik arbeitet als Hotspot und Trenner fürs WLAN. Nun schiebt dieser das per Prefix Delegation zugewiesene /64 auch ins WLAN durch.
Damit ist im WLAN über die FritzBox und den MikroTik auch IPv6 angekommen. An der FritzBox lässt sich kaum etwas hinsichtlich Netzwerk konfigurieren — ist halt alles zielgruppengerecht. Aber hier hat mich die Kiste von AVM überrascht.
dd kennt ja im Grunde jeder. Das man mit folgender Zeile den Status des aktuell laufenden dd Prozesses sehen kann nun auch:
$ kill -USR1 `pidof dd`
Sichert man gerade mit dd eine Festplatte oder kommt sonst irgendwie in die Situation Daten auf der Konsole hin und her zu pipen, dann liefert pv genaue Statusinformationen dazu:
Nachdem nun dieses Thema in den Medien so hochgekocht ist und auch der letzte Facebooknutzer mitbekommen hat das seine Daten nicht „privat“ sind *lach*. Kommen in der letzten Zeit vermehrt Fragen zu Verschlüsselung bei mir an. Egal ob Kunden auf der Arbeit, Bekannte vom Stammtisch oder irgendwer aus dem Internet! Zwar hat noch immer keiner etwas zu verbergen, zumindest nicht wirklich, also nur das mit den Filmen und den mp3s und den Spielen und und und….. Darum geht es ja aber nicht, denn plötzlich scheint es doch nicht mehr jeden etwas anzugehen, welche Nachrichten, E-Mails oder Bilder sie verschicken. Bla bla bla bla… War da nicht etwas mit einem Frosch der aus kochendem Wasser springt, wenn man ihn aber im Wasser erwärmt sitzen bleibt bis er tot ist? Ich habe es noch nie probiert, will es auch nicht… Der Punkt ist denn noch klar, oder? Da rennt man Jahrelang herum und predigt was das Zeug hält und nix is. Ein paar Leute sind stinkig, einige machen sich Gedanken über Verschlüsselung aber in 1 – 2 Monaten interessiert sich kein Mensch mehr dafür und alle verschicken weiterhin ihre Postkarten. Man hat ja nichts zu verbergen und wenn, soll doch so ein Agent von der NSA oder BSI oder sonst einem Verein die Urlaubsbilder sehen, richtig? *ironie alarm* Na, was soll es? Die Aluhüte mussten ihren Vorrat an Clinex und Handcreme aufstocken *i told you so* und wir sind alle noch ein kleines Bisschen mehr abgestumpft. Dann kann die nächste Welle der Empörung ja kommen.
Mal eine Frage inkl. Antwort aus dem Alltag: „Welches RIPE Handel beinhaltet noch gleich den technischen Ansprechpartner für das IP-Netz hinter dem Domainnamen xyz?“ Ein Einzeiler in der Bash hilft:
whois besorgt die Informationen für die IPv4 Adresse, welche sich aus dem Befehl: „dig www.kernel-error.de +short“ ergibt. „grep tech-c:“ fischt die Zeilen aus dem whois, welche tech-c: enthalten und „uniq“ sorgt dafür das jede Zeile nur einmal ausgegeben wird.
Veraltet: StartSSL wurde 2017 von allen Browsern als nicht vertrauenswürdig eingestuft und eingestellt. Kostenlose Zertifikate gibt es bei Let’s Encrypt.
Na wunderbar, mein Class 2 x.509 S/MIME Zertifikat läuft in kürze aus. Die Class 2 Validation ist auch ausgelaufen, also muss ich wohl was tun, hm?
Schnell alles bei StartSSL angeschoben und auf den bekannten Anruf irgendwo aus Israel warten… Es klingelte auch aber aus 001 213-341. Die Landesvorwahl ist USA und mein Android meint der Rest wäre etwas aus Los Angeles, CA! Das hat mich etwas überrascht; whatever. Wie gewohnt war das Gespräch schnell erledigt. Wobei die Dame am anderen Ende der Leitung extrem schlecht zu verstehen war. Nun warte ich also auf die Bestätigung meiner Class 2 Zertifizierung.
*UPDATE*
Na wunderbar:
### Schnipp ### To Sebastian Van De Meer,
This electronic mail message was created by StartCom’s Administration Personnel:
Congratulations! Your Class 2 Identity Validation has been confirmed and approved. You are eligible for certificates at Class 2 level until 2014-05-01. Additionally you have been awarded with StartSSL™ Web-of-Trust Notary status due to your fulfilling of all requirements. Well done!
Best Regards ### Schnapp ###
Dann kann ich ja gleich mal von diesem Zertifikat:
Man man man… Da bittet ein Kollege um ein Zertifikat, ich schraube das schnell zusammen und schiebe es im als .PEM – Base64-kodiertes Zertifikat, umschlossen von „—–BEGIN CERTIFICATE—–“ und „—–END CERTIFICATE—–“ zu.
Nun versucht dieser das Zertifikat auf seinem Windows Server zu importieren. Klappt aber so einfach nicht. Microsoft hätte nämlich gerne das Zertifikat als .PFX (.P12 – PKCS#12, kann öffentliche Zertifikate und private Schlüssel (Kennwort-geschützt) enthalten.) Macht ja auch Sinn wenn es eh in einer Zertifikatsverwaltung liegt und dass ganze Kennwortgeschützt ist. So ist es etwas sicherer, wenn die Datei mal jemanden in die Hände fällt, der es nicht haben soll!
Wie also nun aus PEM ein PFX machen? Openssl hilft:
telefon.de.key sowie telefon.de.crt sollten wir beim einfachen erstellen des Zertifikates per Openssl ja bereits haben. CACert.crt ist einfach der Zertifikat der CA, mit welchem unsere CSR unterschrieben wurde. Noch Fragen?
Vor einiger Zeit ist mir ein Buch mit dem Titel „Kabelsalat: Wie ich einem kaputten Kabel folgte und das Innere des Internets entdeckte“ empfohlen worden. Klang spannend, also bestellt. So eine Bestellung ist ja schnell gemacht, das Lesen dauert dann doch länger.
Inzwischen habe ich es durch und finde: nicht schlecht. Das Buch ist nicht so technisch, dass man es nicht versteht. Ich glaube selbst meine Mutter könnte es ohne Probleme lesen. Genau das ist aber auch der Punkt — wenn man sich für das Thema nicht interessiert, ist es trotzdem nichts. Wenn man wissen will, wie das Internet wirklich aussieht, sollte man es unbedingt lesen.
Wer ist Andrew Blum?
Andrew Blum ist Journalist und schreibt unter anderem für Wired und die New York Times. Der Anlass für das Buch war ziemlich banal: in seinem Garten in Brooklyn fing ein Eichhörnchen an, ein Kabel anzunagen. Sein Internet wurde langsam und immer wieder gestört. Beim Versuch zu verstehen, wo dieses Kabel eigentlich hinführt, stellte er fest, dass er keine Ahnung hat, wie das Internet physisch aufgebaut ist. Aus dieser Frage wurde dann eine Reise und am Ende ein Buch. Das Original heißt „Tubes: A Journey to the Center of the Internet“ und ist 2012 erschienen, die deutsche Übersetzung kam ein Jahr später im Heyne Verlag.
Was steckt drin?
Blum besucht die Orte, an denen das Internet tatsächlich existiert. Und das sind nicht „die Cloud“ oder „irgendwo im Netz“, sondern sehr konkrete Gebäude mit sehr konkreten Stromanschlüssen. Ein paar Stationen aus dem Buch:
DE-CIX in Frankfurt — einer der größten Internet-Knoten der Welt, in dem ein Großteil des europäischen Traffics zusammenläuft
MAE-East in Ashburn (Virginia) und das Equinix-Cluster drumherum, wo gefühlt das halbe US-Internet seine Pakete austauscht
Pionen, der ehemalige Atombunker in Stockholm, in dem damals unter anderem Bahnhof seine Server stehen hatte (auch Wikileaks war dort einquartiert)
Cornwall, wo Transatlantik-Glasfasern an Land kommen — inklusive der Verlegeschiffe, die das Zeug über tausende Kilometer auf den Meeresboden bringen
The Dalles in Oregon, wo Google eines seiner ersten großen Rechenzentren am billigen Strom des Columbia River gebaut hat
Blum erklärt dabei nebenbei, wie Peering überhaupt funktioniert, was ein Tier-1-Carrier ist, warum Glasfaserverbindungen genau so verlaufen, wie sie verlaufen, und wer diese ganze Infrastruktur eigentlich besitzt. Das Tempo ist dabei eher Reisereportage als Lehrbuch — wer schon BGP-Sessions konfiguriert hat, lernt fachlich nicht viel Neues, bekommt aber viele Geschichten zu Orten und Menschen, die hinter den abstrakten Begriffen stecken.
Update 2026: Was hat sich seit 2012 geändert?
Das Buch ist inzwischen über zehn Jahre alt. Die Grundstrukturen stehen noch genauso und an vielen Stellen hat sich die Logik sogar verfestigt, an ein paar Punkten ist die Realität aber weitergezogen:
Hyperscaler-Konzentration: AWS, Google, Microsoft und Meta betreiben mittlerweile eigene Backbones rund um die Welt und legen sogar eigene Seekabel. Was Blum bei Google in Oregon noch als Ausnahme beschreibt, ist heute Standard.
Submarine-Cable-Sabotage: Die Verletzlichkeit von Seekabeln war 2012 eher Theorie. Seit den Vorfällen in der Ostsee 2023/2024 reden auch Politik und Medien drüber.
RPKI und BGP-Hijacks: Routing-Sicherheit war im Buch nur am Rande Thema. Heute haben große Provider RPKI-Validierung eingeschaltet, und trotzdem gibt es regelmäßig Routenleaks. Wer mehr will, schaut bei bgp.tools oder im eigenen BGP-Beitrag vorbei.
Satelliten-Internet: Starlink, Kuiper und Co. haben einen Teil der Infrastruktur über die Wolkendecke verlagert. Das Buch endet noch mit dem Bild „alles läuft durch Glasfasern“. Stimmt nicht mehr ganz.
Datacenter-Strom: Was bei Blum als „günstiger Wasserkraftstrom in Oregon“ auftaucht, ist heute eines der Hauptthemen der Branche — Datacenter sind in vielen Regionen zur Belastung für das Stromnetz geworden.
Lohnt sich das Buch heute noch?
Ja, mit Einschränkungen. Wer das Internet nur als Cloud-Symbol auf einer Powerpoint-Folie kennt, dem öffnet das Buch die Augen. Wer schon mal in einem Rechenzentrum stand oder selbst Peering verhandelt hat, wird gelegentlich schmunzeln und sich bei den Reisebeschreibungen wiederfinden. Auf jeden Fall lesbar, nicht zu lang, gut geschrieben — und nach den 250 Seiten weiß man, warum „die Cloud“ eben doch ein paar sehr konkrete Adressen hat.