IT-Blog von Sebastian van de Meer

Kategorie: Kernel-Error-Blog (Seite 8 von 45)

Persönlicher Tech-Blog von Sebastian van de Meer — Beiträge zu IT-Security, Netzwerken, FreeBSD, Linux, Elektronik und Maker-Projekten.

DIY Feinstaubsensor bauen: Luftqualität selbst messen mit ESP8266​

Bild vom DIY Feinstaubsen und Luftqualitätsensor beim Aufbau.

Es gibt ein ganz spannendes Projekt, welches sich mit dem Messen und Sammeln von Umweltdaten beschäftigt. So gibt es vom Projekt einige Bauanleitungen inkl. Software zum Messen der Luftqualität, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lärm usw… Die Webseite findet ihr hier: https://luftdaten.info/

Im einfachsten Fall basiert so ein Sensor am Ende auf folgenden Komponenten:
NodeMCU ESP8266, CPU/WLAN
SDS011 Feinstaubsensor (früher PPD42NS)
DHT22, Temperatur & Luftfeuchtigkeit (optional)

Die Daten werden offen gesammelt und können auf verschiedene Weise eingesehen werden. So gibt es zum Beispiel:
– eine Karte:  https://maps.sensor.community
– Grafana: Temperatur / Feinstaub

Die Bauanleitung ist extrem einfach, die Teile bekommt jeder und kosten kaum Geld. Selbst der Softwareteil ist ohne jeden Aufwand. Man muss nicht mal löten! Fast jeder sollte in der Lage sein so einen Sensor zu bauen und ihn mit seinem WLAN zu verbinden. Vielleicht ein schönes Projekt mit seinen Kindern oder um sich im Unterricht mit so etwas zu beschäftigen?!?

Fragen? Dann fragen!

Siehe auch: DHT22 am Raspberry Pi

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Bash-Skript: Automatisiertes Erstellen von Abuse-E-Mails

Das Problem

Wer ein System mit öffentlicher IP betreibt, kennt das: Kaum ist der Server online, hämmern Bots und Script Kiddies auf SSH, Postfix und alles, was nach Dienst aussieht. Fail2Ban sperrt die Adressen, meldet sie an AbuseIPDB und verteilt die Sperren auf die anderen Kisten. So weit, so automatisch.

Screenshot der Konsolenausgabe vom Abuse Script.

Aber was ist mit dem Hoster oder ISP hinter der IP? Meistens steckt ein kompromittierter Root-Server oder VPS dahinter. Vielleicht weiß der Admin noch gar nichts davon. Im whois zur IP findet sich eine abuse-mailbox, an die man sich wenden kann.

➜  ~ whois 8.8.8.8|grep -i abuse
OrgAbuseEmail:  ipaddressing@level3.com
OrgAbuseEmail:  network-abuse@google.com

Ehrlich gesagt: Der Großteil dieser Abuse-Mails landet beim Empfänger in /dev/null. Rückmeldungen bekommt man fast nie, und oft hat es schlicht keinen Effekt. Hin und wieder hilft es aber jemandem. Deshalb schiebe ich ab und zu einen Abuse an, will dabei aber so wenig Arbeit wie moeglich reinstecken.

Abuse melden: Was gehört rein?

Damit der Empfänger etwas mit der Meldung anfangen kann, sollte sie folgende Informationen enthalten:

  • Die IP-Adresse des eigenen Systems.
  • Die IP-Adresse, von der die Angriffe kommen.
  • Ein paar Zeilen aus dem Logfile, die das Problem zeigen.
  • Die Zeitzone des eigenen Systems, damit die Zeitangaben im Log nutzbar sind.
  • Eine kurze Beschreibung des Problems.
  • Die Erlaubnis, die Kontaktdaten an den Kunden weiterzugeben.

Das Script

Da mich Fail2Ban direkt mit dem whois zur IP informiert, brauche ich nur noch etwas, das die restlichen Informationen einsammelt und die Mail generiert. Dafür habe ich folgendes Bash-Script geschrieben. Man übergibt die IP und die Abuse-Adresse, das Script validiert beides, sammelt die passenden Zeilen aus dem auth.log, baut die Mail zusammen und schickt sie nach einer Sichtkontrolle ab.

#!/usr/local/bin/bash

if [ "$1" == "-h" ] ; then
    printf "You can add abuse ip and mail on start or interactive by request."
    printf "Usage 1: abusemail.sh 1.2.3.4 example@example.org"
    printf "Usage 2: abusemail.sh"
    exit 0
fi

myip="1.2.3.4"
bcc="my@mail.com"


function validateMail()
 {
         local mail=$1
         local stat=1
         if [[ "$mail" =~ ^[a-zA-Z0-9._%+-]+@[a-zA-Z0-9.-]+\.[a-zA-Z]{2,4}$ ]]; then
                stat=0
        fi
        return $stat
}

function validateIP()
 {
         local ip=$1
         local stat=1
         if [[ $ip =~ ^[0-9]{1,3}\.[0-9]{1,3}\.[0-9]{1,3}\.[0-9]{1,3}$ ]]; then
                OIFS=$IFS
                IFS='.'
                ip=($ip)
                IFS=$OIFS
                [[ ${ip[0]} -le 255 && ${ip[1]} -le 255 \
                && ${ip[2]} -le 255 && ${ip[3]} -le 255 ]]
                stat=$?
        fi
        return $stat
}
clear
printf "\x1b[31;1;4mCreate und send abuse e-mail!\x1b[0m\n\n"
printf "Enter IP Address"

if [ "$1" == "" ] ; then
    read ip
else
    ip=$1
fi

validateIP $ip

if [[ $? -ne 0 ]];then
  printf "Invalid IP Address ($ip)"
  exit 1
else
  printf "$ip ==> \x1b[32;1;4mOK\x1b[0m\n\n"
fi
printf "\n"
printf "Enter Abuse E-Mail Address"

if [ "$1" == "" ] ; then
    read mail
else
    mail=$2
fi

validateMail $mail

if [[ $? -ne 0 ]];then
  printf "Invalid Abuse E-Mail Address ($mail)"
  exit 1
else
  printf "$mail  ==> \x1b[32;1;4mOK\x1b[0m"
fi

printf "Dear abuse team,\n\nI got some SSH connections from one of your IPv4 addresses. It seems to\nbe a bot or something....\n\nYes, you can forward this E-Mail with contact informations to your \ncustomer to solve this case, if necessary.\n\nMy timezone: Europe/Berlin\nMy IPv4: $myip\nYour IPv4: $ip\n\nSome log snippets:\n" > /tmp/abusemail
grep $ip /var/log/auth.log >> /tmp/abusemail
printf "\nBest regards\nSebastian van de Meer\n" >> /tmp/abusemail


printf "\n\n\n\x1b[31;1;4mCheck e-mail before sending!\x1b[0m\n\n"
printf "\x1b[32;1;4mRecipient:\x1b[0m $mail\n\n"
printf "\x1b[32;1;4mSubject:\x1b[0m Abuse against: $ip - Brute Force\n\n"
cat /tmp/abusemail
printf "\n\n"

while true
do
 printf "\x1b[33;1;4mSend Abuse Mail? [Y/n]\x1b[0m\n"
 read -r input

 case $input in
     [yY][eE][sS]|[yY])
 cat /tmp/abusemail | /usr/local/bin/mailx -s "Abuse against: $ip - Brute Force" -r "My Name " -b $bcc $mail
 printf "Abuse Mail is on it's way..."
 break
 ;;
     [nN][oO]|[nN])
 printf "Abuse Mail aborted"
 break
        ;;
     *)
 printf "Invalid input..."
 ;;
 esac
done

Das Script ist alt, stumpf und einfach. Es tut genau das, was es soll: Arbeit abnehmen bei einer Aufgabe, die sich meistens sowieso nicht lohnt. Wer das Thema automatisierter weitertreiben will, kann sich mal SSH-Bruteforce und AbuseIPDB anschauen. Dort geht es darum, wie Fail2Ban und AbuseIPDB zusammenspielen.

Fazit

Abuse-Mails sind undankbar. Die meisten verpuffen, manche helfen. Wer trotzdem ab und zu eine rausschicken will, ohne jedes Mal alles von Hand zusammenzusuchen, hat mit so einem Script zumindest den Aufwand minimiert.

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Rspamd: Automatisches Spam/Ham-Lernen mit Dovecot und IMAPSieve

Rspamd hat ein Webinterface. Da kann man E-Mails reinkopieren und als Spam oder Ham markieren. Klingt erstmal praktisch. Ist es aber nicht. Niemand kopiert ernsthaft den Quellcode jeder fehlklassifizierten Mail in ein Webformular. Das macht man einmal zum Testen und dann nie wieder.

Automatisches Spam-Training mit Rspamd über Dovecot IMAPSieve – Mail wird zwischen Inbox und Junk verschoben

Was man eigentlich will: Wenn ein Benutzer eine Mail in den Junk-Ordner verschiebt, soll rspamd das automatisch als Spam lernen. Und wenn eine Mail aus dem Junk-Ordner rausgeholt wird, soll rspamd sie als Ham lernen. Kein Webinterface, kein manueller Eingriff. Der Benutzer sortiert einfach seine Mails — und rspamd lernt mit.

Genau das geht mit Dovecot und IMAPSieve. Hier beschreibe ich, wie ich das bei mir eingerichtet habe. Die Konfiguration läuft seit Mai 2020 unverändert — über sechs Jahre, ohne eine einzige Anpassung. Das darf man ruhig als stabil bezeichnen.

Was passiert da eigentlich

Der Datenfluss ist simpel:

  • Benutzer verschiebt eine Mail in den Ordner „Junk“
  • Dovecot erkennt die Verschiebung per IMAPSieve
  • IMAPSieve startet ein Sieve-Script
  • Das Sieve-Script ruft ein Shell-Script auf
  • Das Shell-Script übergibt die Mail per rspamc an rspamd
  • Rspamd lernt die Mail als Spam (Bayes-Klassifikator)

In die andere Richtung genauso: Mail raus aus Junk, Dovecot erkennt es, rspamd lernt Ham. Egal ob der Benutzer über Thunderbird, Roundcube, ein Smartphone oder was auch immer sortiert — solange es IMAP ist, greift das.

Voraussetzungen

  • Dovecot mit Sieve-Support (dovecot-pigeonhole unter FreeBSD, dovecot-sieve unter Debian/Ubuntu)
  • Rspamd mit laufendem Controller-Worker
  • rspamc CLI-Tool (kommt mit rspamd mit)

Mein Setup läuft auf FreeBSD. Die Pfade beginnen daher mit /usr/local/. Unter Linux ist es /etc/dovecot/ statt /usr/local/etc/dovecot/ und /usr/lib/dovecot/ statt /usr/local/libexec/dovecot/. Ansonsten ist alles identisch.

Mein rspamd läuft in einer eigenen Jail und lauscht auf 127.0.0.3:11334. Wer rspamd lokal auf dem gleichen System hat, nimmt stattdessen 127.0.0.1:11334 oder den Unix-Socket.

Dovecot konfigurieren

Zuerst muss das Sieve-Plugin für IMAP aktiviert werden.

20-imap.conf:

protocol imap {
  mail_plugins = $mail_plugins sieve
}

Dann die IMAPSieve-Konfiguration. Hier wird festgelegt, welche Ordner-Aktionen welches Sieve-Script auslösen.

90-plugin.conf:

plugin {
  sieve_plugins = sieve_imapsieve sieve_extprograms

  # Wenn eine Mail in den Junk-Ordner kopiert oder dort ein Flag geaendert wird
  imapsieve_mailbox1_name = Junk
  imapsieve_mailbox1_causes = COPY FLAG
  imapsieve_mailbox1_before = file:/usr/local/etc/dovecot/sieve/report-spam.sieve

  # Wenn eine Mail AUS dem Junk-Ordner woanders hin verschoben wird
  imapsieve_mailbox2_name = *
  imapsieve_mailbox2_from = Junk
  imapsieve_mailbox2_causes = COPY
  imapsieve_mailbox2_before = file:/usr/local/etc/dovecot/sieve/report-ham.sieve

  sieve_pipe_bin_dir = /usr/local/libexec/dovecot

  sieve_global_extensions = +vnd.dovecot.pipe
}

Zwei Trigger: Einer für „Mail landet im Junk“ (→ Spam lernen), einer für „Mail verlässt Junk“ (→ Ham lernen). COPY deckt Verschieben ab, FLAG fängt den Fall ab, dass ein Mail-Client den Junk-Status per Flag statt per Verschieben setzt.

Sieve-Scripts

Jetzt die beiden Sieve-Scripts, die von IMAPSieve aufgerufen werden.

report-spam.sieve — wird ausgelöst, wenn eine Mail im Junk-Ordner landet:

require ["vnd.dovecot.pipe", "copy", "imapsieve", "environment", "imap4flags"];

if environment :is "imap.cause" "COPY" {
    pipe :copy "sa-learn-spam.sh";
}

# Beantworteten oder weitergeleiteten Spam ebenfalls lernen
elsif anyof (allof (hasflag "\\Answered",
                    environment :contains "imap.changedflags" "\\Answered"),
             allof (hasflag "$Forwarded",
                    environment :contains "imap.changedflags" "$Forwarded")) {
    pipe :copy "sa-learn-spam.sh";
}

Der erste Block fängt das normale Verschieben ab. Der zweite Block ist für einen Sonderfall: Wenn jemand auf eine Mail im Junk-Ordner antwortet oder sie weiterleitet, ändert sich das Flag — und auch das sollte als Spam gelernt werden.

report-ham.sieve — wird ausgelöst, wenn eine Mail den Junk-Ordner verlässt:

require ["vnd.dovecot.pipe", "copy", "imapsieve", "environment", "variables"];

if environment :matches "imap.mailbox" "*" {
  set "mailbox" "${1}";
}

if string "${mailbox}" [ "Trash", "train_ham", "train_prob", "train_spam" ] {
  stop;
}

pipe :copy "sa-learn-ham.sh";

Hier passiert etwas Wichtiges: Bevor die Mail als Ham gelernt wird, prüfen wir wohin sie verschoben wurde. Wenn sie im Papierkorb landet, war das vermutlich kein „Das ist kein Spam“ sondern ein „Ich lösche den Spam“. Deshalb: stop; für Trash und die Trainingsordner. Nur wenn die Mail in einen echten Ordner verschoben wird, ist es ein Ham-Signal.

Beide Scripts müssen kompiliert werden:

sievec /usr/local/etc/dovecot/sieve/report-spam.sieve
sievec /usr/local/etc/dovecot/sieve/report-ham.sieve

Shell-Scripts für rspamc

Die Sieve-Scripts rufen Shell-Scripts auf, die die Mail per rspamc an rspamd übergeben. Simpel — jeweils ein Einzeiler.

/usr/local/libexec/dovecot/sa-learn-spam.sh:

#!/bin/sh
exec /usr/local/bin/rspamc -h 127.0.0.3:11334 learn_spam

/usr/local/libexec/dovecot/sa-learn-ham.sh:

#!/bin/sh
exec /usr/local/bin/rspamc -h 127.0.0.3:11334 learn_ham

Die Dateinamen sa-learn-* kommen historisch von SpamAssassin. Verwirrend, wenn man rspamd nutzt. Man könnte sie auch rspamd-learn-spam.sh nennen — funktional ist es egal. Ich habe sie so gelassen, weil man funktionierende Dinge nicht anfasst.

Beide ausführbar machen:

chmod +x /usr/local/libexec/dovecot/sa-learn-spam.sh /usr/local/libexec/dovecot/sa-learn-ham.sh

Wer rspamd lokal laufen hat, ersetzt 127.0.0.3 durch 127.0.0.1 oder nutzt den Unix-Socket (-h /var/run/rspamd/rspamd.sock). Unter Linux liegen die Scripts in /usr/lib/dovecot/ statt /usr/local/libexec/dovecot/. Der Pfad in sieve_pipe_bin_dir muss natürlich dazu passen.

Wichtig: Damit rspamc ohne Passwort trainieren darf, muss die IP im rspamd Controller-Worker als vertrauenswürdig eingetragen sein. In /usr/local/etc/rspamd/local.d/worker-controller.inc (FreeBSD) bzw. /etc/rspamd/local.d/worker-controller.inc (Linux):

secure_ip = "127.0.0.0/8";
secure_ip = "::1";

Ohne das schlägt rspamc learn_spam mit einem Authentifizierungsfehler fehl. Bei Jail-Setups wie meinem muss die Jail-IP (127.0.0.3) in der Liste stehen.

Testen

Dovecot neu laden:

service dovecot reload

Dann eine beliebige Mail in den Junk-Ordner verschieben und im rspamd-Log nachschauen:

rspamd_controller_learn_fin_task: <127.0.0.3> learned message as spam: MESSAGE-ID

Mail wieder raus aus Junk in den Posteingang:

rspamd_controller_learn_fin_task: <127.0.0.3> learned message as ham: MESSAGE-ID

Wenn das im Log steht, funktioniert alles. Kein Neustart nötig, kein Cache-Flush, kein Warten.

Wie viel Training braucht rspamd

Rspamd nutzt einen Bayes-Klassifikator. Der braucht eine Mindestmenge an gelernten Nachrichten, bevor er aktiv wird. Die Standardeinstellung ist 200 — also mindestens 200 Spam-Mails und 200 Ham-Mails. Vorher ignoriert rspamd die Bayes-Ergebnisse komplett.

Das klingt nach viel, geht aber schneller als man denkt. Wer ein paar Dutzend Benutzer auf dem Server hat, kommt da in wenigen Wochen hin. Und danach wird rspamd mit jeder sortierten Mail ein bisschen besser.

Den aktuellen Stand kann man jederzeit prüfen:

rspamc stat

Unter Statfile sieht man wie viele Nachrichten rspamd bereits gelernt hat.

Rspamd trainiert standardmäßig einen globalen Bayes-Klassifikator — alle Benutzer lernen in denselben Pool. Wer das pro Benutzer trennen will, setzt in der classifier-bayes.conf:

per_user = true;

Für die meisten Setups mit einer Handvoll Domains ist der globale Pool sinnvoller — mehr Trainingsdaten, schneller gute Ergebnisse.

Hinweise

Die Konfiguration ist stabil — Dovecot-Updates, rspamd-Updates, FreeBSD-Upgrades, alles durchgelaufen ohne Anpassung.

Wer rspamd danach noch eine Stufe weiter bringen will: Ich habe einen eigenen Beitrag geschrieben, wie man GPT-basierte Spam-Erkennung in rspamd integriert. Das läuft zusätzlich zum Bayes-Klassifikator und fängt die Mails ab, die durch das statistische Netz rutschen.

Fragen? Schreib mir über die Kontaktseite.

Riden RD6006 Labornetzteil: Zusammenbau und erster Eindruck

RIDEN RD6006 DC POWER SUPPLY Labornetzteil

Vor gut 20 Jahren habe ich mir ein Labornetzteil gebaut. Elektronik lernen und verstehen war das Ziel. Das Gerät liefert 30 V bei 3 A, ist kurzschlussfest und hält Strom und Spannung auch unter Last sauber. Komplett analog, mit zwei dreistelligen Segmentanzeigen. Ein treuer Begleiter, aber mit klaren Grenzen: Mehr als 30 V oder 3 A geht nicht. Feine Einstellungen brauchen ein zusätzliches Messgerät. Verlaufskurven speichern, vorgespeicherte Werte abrufen oder schnell zwischen Werten wechseln? Keine Chance. Dazu die hohe Verlustleistung des alten Trafos.

Warum das RD6006

Ein Highend-Gerät brauche ich nicht. Meine Anwendungen sind zu simpel dafür. Preis und Leistung müssen stimmen. So bin ich auf das Riden RD6006 gestoßen. Ein Modul von AliExpress aus China. Ja, von dort kommt auch viel Schrott. Aber die Eckdaten klangen gut genug, um es zu probieren: 60 V, 6 A, USB-Anbindung, Firmware-Updates, Akku-Ladefunktion, vorprogrammierbare Werte.

Zusammenbau

Nach knapp drei Wochen waren alle Teile da. Das Handbuch gibt es als PDF in Chinesisch und Englisch, das Nötigste ist beschrieben. Der Zusammenbau ist unkompliziert: Schaltnetzteil ins Gehäuse, RD6006-Modul einsetzen, verkabeln, fertig.

Was nicht so gut läuft

Das WLAN-Modul funktioniert nicht so, wie ich es erwarten würde. Der Temperatursensor zur Akkuüberwachung beim Laden muss irgendwie aus dem Gehäuse geführt werden. Und die Schutzerde habe ich zusätzlich ans Gehäuse geklemmt, das war mir so lieber.

Fazit

Davon abgesehen: Das Ding ist gut. Es tut was es soll und erweitert meine Möglichkeiten erheblich gegenüber dem alten Analognetzteil. Für den Preis eine klare Empfehlung, wenn man kein Keysight braucht. Wer es nachbauen will: Riden RD6006 auf AliExpress.

Siehe auch: Multifunktionstester für Bauteile

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OBI LED-Produkt im Test: Was habe ich da gekauft?

Vor knapp zwei Jahren habe ich für meine Werkstatt ein paar neue Deckenleuchten benötigt. Bisher waren zwei Neonröhren meine Lichtquelle. Lichtfarbe und Stärke passten einfach nicht mehr. Im OBI habe ich zu diesem Zeitpunkt zufällig LED Leuchten gesehen, welche in Form und Länge an klassische Neonröhren erinnern. Der Preis lag irgendwo zwischen 10 bis 20 €, also kein Preis bei dem man viel falsch machen kann, oder?

OBI LED SCHROTT Typ LY-5024-2 von Ritter Leuchten GmbH

Naja, vielleicht ja doch!??! Jetzt nach zwei Jahren beginnen ein paar der LED Leuchten zu flackern. Also schnell eine der Leuchten von der Decke geschraubt um sie zu zerlegen. Vielleicht findet sich ja das Problem?!?

Die Schaltung ist sehr überschaubar. Zuerst eine kleine Sicherung, dann ein Brückengleichrichter, ein kleiner Kondensator zur Spannungsglättung (ich habe wohl zwei Versionen der Leuchten, mit und ohne diesen Kondensator), ein kleiner hochohmiger Widerstand (zur schnellen Entladung vom Kondensator beim „Licht aus“) und noch zwei „Einchip“ LED Treiber mit seinen Steuerwiderständen. Oh und natürlich die einzelnen LEDs!

Der Brückengleichrichter ist ein MB6s, welcher laut den Specs „passen“ sollte. Der 400v 10uF Kondensator zur Spannungsglättung passt ebenfalls für mich, auch der 1M Ω Endladewiderstand passt schon. AAAABBBEERRR die beiden LED Treiber SM2082D sehen schon etwas spannend aus, so als wenn die „warm“ werden. Laut specs geben sie bei 10V bis zu 60mA raus. Der Rest wird also in „Wärme“ verwandelt. Was man an den Operating temperature von -40 ~ 125°C bewundern kann.

Bei den Leuchten mit Kondensator pendelt sich die Temperatur bei etwas zwischen 70 und 75°C ein. Bei den Leuchten ohne Kondensator werden es auch mal 90°C. Da hat der kleine LED Treiber wohl ganz schön was zu regeln, wohl der Grund warum in Version 2 ein Kondensator vorgesehen ist.

Gut der Hersteller hat versucht mit etwas Wärmeleitpaste auf der Rückseite des LED Streifens die Temperatur ans Alugehäuse abzugeben. Die Menge und Verteilung der Wärmeleitpaste ist aber sehr sehr dürftig. Nach etwas Einsatzzeit nimmt die Leistung der Paste natürlich ab und irgendwann ist es halt zu schlecht oder besser gesagt, die LED Treiber werden zu heiß und verbrennen ihre eigenen Lötkontakte bis zum Haarriss. Dann flackert es… Ich habe daher die Kontakte nachgelötet (kein Flackern mehr) und mit Wärmeleitkleber einen kleinen Kühlkörper auf die Treiber geklebt. Damit hält sich die Temperatur bei knapp 50°C. Das sollte die Lebenszeit deutlich erweitern. Passende Kondensatoren liegen hier ebenfalls noch und sind verbaut. Mal sehen wie lange sie nun nicht flackern!

Zusätzlich habe ich das Alugehäuse noch mit der Schutzerde verbunden. Die simple Lackisolierung vom LED Streifen bei den Temperaturen hat mich nicht ganz überzeugt.

Ich würde sagen, dass hat jemand auf Verschleiß gebaut. Die Leuchten sollen wohl kurz nach der Garantie ausfallen. So zumindest mein Eindruck…. Bei dem Preis, naja…

Natürlich hätte ich damit rechnen können. Ich meine Leuchten kaufen, im OBI und dann für etwas bis 20€. Was können die schon in der Herstellung gekostet haben?

Typ LY-5024-2 von Ritter Leuchten GmbH www.ritos.de

Siehe auch: Multifunktionstester für Bauteile

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TLS-ECDHE mit AES-256-GCM-SHA384 einfach erklärt

Verschlüsselung-cipher

Wer sich mit TLS beschäftigt, stolpert früher oder später über Zeichenketten wie TLS_ECDHE_ECDSA_WITH_AES_256_GCM_SHA384 oder TLS_AES_256_GCM_SHA384. Was da genau drinsteht, ist auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Dabei folgt die Benennung einem klaren Schema.

Die Bestandteile einer Cipher Suite

Jede Cipher Suite beschreibt vier Dinge:

  • Key Exchange — wie sich Client und Server auf einen gemeinsamen Sitzungsschlüssel einigen.
  • Certificate Verification — wie das Serverzertifikat geprüft wird (Signaturverfahren).
  • Bulk Encryption — die symmetrische Verschlüsselung der eigentlichen Daten.
  • Hashing — die Prüfsummen, die Integrität und Authentizität sicherstellen.

TLS 1.2 vs. TLS 1.3

In TLS 1.2 stehen alle vier Bestandteile im Namen der Cipher Suite. Nehmen wir TLS_ECDHE_ECDSA_WITH_AES_256_GCM_SHA384 auseinander:

  • TLS — das Protokoll (Transport Layer Security)
  • ECDHE — Key Exchange (Elliptic Curve Diffie-Hellman Ephemeral)
  • ECDSA — Certificate Verification (Elliptic Curve Digital Signature Algorithm)
  • AES_256_GCM — Bulk Encryption (AES mit 256 Bit im Galois/Counter Mode)
  • SHA384 — Hashing (SHA-2 mit 384 Bit)

TLS 1.3 hat das Namensschema verkürzt. Key Exchange und Certificate Verification sind nicht mehr Teil des Cipher-Suite-Namens, weil sie separat verhandelt werden. Darum sieht TLS_AES_256_GCM_SHA384 so kompakt aus: nur Protokoll, Verschlüsselung und Hash.

Key Exchange

Der Schlüsselaustausch legt fest, wie Client und Server einen temporären Sitzungsschlüssel aushandeln. Man will hier Ephemeral-Verfahren, also temporäre Schlüssel. Warum? Selbst wenn jemand den Traffic mitschneidet und später an den privaten Schlüssel des Servers kommt, kann er die aufgezeichneten Verbindungen nicht entschlüsseln. Der Sitzungsschlüssel existiert nur für die Dauer der Verbindung. Das nennt sich Perfect Forward Secrecy.

DHE (Diffie-Hellman Ephemeral) funktioniert, sollte aber mindestens 2048 Bit nutzen. Besser ist ECDHE (Elliptic Curve DHE), weil es bei gleicher Sicherheit deutlich kleiner und schneller ist. Idealerweise bietet der Server nur ECDHE an. Alles ohne das E am Ende (also statisches DH) hat kein Forward Secrecy und gehört abgeschaltet.

In Zukunft kommt hier noch Post-Quantum dazu. Mit X25519MLKEM768 lassen sich hybride Verfahren nutzen, die auch gegen Quantencomputer absichern. Wer das auf Nginx einrichten will, findet bei mir eine Anleitung: Post-Quantum TLS.

Certificate Verification

Verschlüsselung allein hilft nicht, wenn man mit dem falschen Server spricht. Das Serverzertifikat beweist die Identität. Es wird von einer CA signiert, kann per DANE/TLSA im DNSSEC-geschützten DNS verankert sein und sollte nicht trivial fälschbar sein.

RSA-Zertifikate sollten mindestens 2048 Bit haben, besser 4096 Bit. Allerdings werden RSA-Schlüssel mit steigender Sicherheit immer größer und langsamer. ECDSA-Zertifikate lösen das elegant: Ein ECDSA-Schlüssel mit 256 Bit bietet vergleichbare Sicherheit wie RSA mit 3072 Bit, ist aber deutlich kleiner und schneller zu verifizieren. Als Kurve sollte es mindestens secp256r1 (P-256) sein. secp384r1 geht auch, bringt aber aktuell keinen praktischen Vorteil.

Bulk Encryption

Das ist die eigentliche Datenverschlüsselung. Brauchbare Kombinationen sind:

  • AES-128-GCM oder AES-256-GCM — Standard, schnell, hardware-beschleunigt auf den meisten CPUs
  • ChaCha20-Poly1305 — gute Alternative, besonders auf Geräten ohne AES-NI

AES mit CBC ist noch akzeptabel, aber GCM ist vorzuziehen. Von 3DES sollte man die Finger lassen. Wenn irgendwo RC4 oder DES auftaucht: abschalten.

Hashing

Der Hash sichert die Integrität der übertragenen Daten. Minimum ist SHA-256, ein guter Mittelweg ist SHA-384. SHA-1 sollte man nicht mehr einsetzen. Taucht MD5 auf, stimmt etwas grundlegend nicht.

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SSH-Brute-Force mit veralteter Implementierung: Angriffsmuster erkennen​

Wenn man mit einem System im Internet steht fummelt immer irgendein script kiddie oder bot an den Diensten herum. Oft ist hier eine IP Adresse aus China dabei. Dann probieren sie ein paar default logins und wandern weiter zur nächsten IP Adresse. Die Bots geben dem Ganzen in der Regel schon nicht mehr als drei Versuche, weil sie dann eh von irgendeinem Sicherheitssystem geblockt werden. Da es noch viele andere bots hinter anderen IP Adressen gibt, übermittelt der bot nur seinen Stand der Versuche an das Hirn des Botnetzes und der nächste, nicht geblockte bot, kommt und probiert es weiter…

Alles „kalter Kaffee“… In den letzten Wochen fallen mir zwei kleine Veränderungen auf.

old SSH Bot

Einmal kommen diese IP Adressen noch immer stark aus China… ABER sehr oft ebenfalls von DigitalOcean (USA). Zudem fallen mir die anderen Cloudprovider auf (Google, Microsoft, AWS…). Das verschiebt sich aktuell wohl etwas. Normalerweise kommt ganz viel aus China, dann ganz viel von verschiedenen dynamischen Endkundenanschlüssen auf der Erde. Jetzt kommt ganz viel aus China, dann unglaublich nahe daran Digitalocean, direkt gefolgt von der google-cloud und microsoft-cloud. Erst jetzt kommen die Endkundenanschlüsse und mischen sich mit Adressen aus der AWS-Cloud. Scheinbar haben die Amazonjungs irgendetwas „besser“ gemacht, um ihre Kunden davor zu schützen sich etwas „einzufangen“?!?

Zweitens scheint da ein Botnetz mit recht alter ssh Implementierung unterwegs zu sein. Oder es sucht halt speziell alte SSH-Server? Auf IoT Geräte mit alter Firmware tippe ich weniger, denn von diesen kommt ebenfalls etwas von Cloudanbietern. Bei denen unterstelle ich einfach mal, keine alten IoT Geräte im Einsatz zu haben, die infiziert sind. Naja… Oder es wird halt nach genau solchen Geräten gesucht. Warum alt? Weil ich so etwas in den Logs finde:

Apr  8 10:35:58 YOURMOM sshd[43201]: reverse mapping checking getaddrinfo for 4.3.2.1.serverdedicati.mum.your [1.2.3.4] failed.
Apr  8 10:35:58 YOURMOM sshd[43201]: Did not receive identification string from 1.2.3.4 port 34244
Apr  8 10:36:22 YOURMOM sshd[43202]: reverse mapping checking getaddrinfo for 4.3.2.1.serverdedicati.mum.your [1.2.3.4] failed.
Apr  8 10:36:22 YOURMOM sshd[43202]: Unable to negotiate with 1.2.3.4 port 36160: no matching key exchange method found. Their offer: diffie-hellman-group14-sha1,diffie-hellman-group-exchange-sha1,diffie-hellman-group1-sha1 [preauth]
Apr  8 10:36:42 YOURMOM sshd[43204]: reverse mapping checking getaddrinfo for 4.3.2.1.serverdedicati.mum.your [1.2.3.4] failed.
Apr  8 10:36:42 YOURMOM sshd[43204]: Unable to negotiate with 1.2.3.4 port 39556: no matching key exchange method found. Their offer: diffie-hellman-group14-sha1,diffie-hellman-group-exchange-sha1,diffie-hellman-group1-sha1 [preauth]

Wie ist das bei euch?

Siehe auch: SSH-Server absichern mit MFA

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Von RSA zu ECDSA: Zertifikate für Nginx und Postfix umstellen

ECDSA-Zertifikate (Elliptic Curve Digital Signature Algorithm) bieten bei 256 Bit das gleiche Sicherheitsniveau wie RSA mit 3072 Bit. Die Schlüssel sind deutlich kleiner, der TLS-Handshake ist schneller und die Signaturen kürzer. Für Webserver ist die Umstellung trivial. Bei Mailservern gibt es eine Besonderheit: Nicht alle sendenden Server können ECDSA. Postfix löst das elegant mit Dual-Zertifikaten.

ECDSA-Schlüssel erstellen

# EC-Schlüssel mit P-256 erzeugen
openssl ecparam -genkey -name prime256v1 | openssl ec -out ec-server.key

# CSR erstellen (für CA-signierte Zertifikate)
openssl req -new -key ec-server.key -out ec-server.csr

# Oder gleich ein selbstsigniertes Zertifikat (z.B. für Tests)
openssl req -new -x509 -key ec-server.key -out ec-server.pem -days 365

P-256 (prime256v1) ist die gängige Kurve. Let’s Encrypt, DigiCert und andere CAs signieren ECDSA-CSRs problemlos. Bei Let’s Encrypt/certbot: certbot certonly --key-type ecdsa.

Nginx

Beim Webserver einfach den neuen Schlüssel und das Zertifikat hinterlegen. An der Cipher-Konfiguration muss nichts geändert werden, solange ECDSA-Ciphers enthalten sind:

ssl_certificate     /path/to/ec-server.pem;
ssl_certificate_key /path/to/ec-server.key;
ssl_ciphers         TLS_AES_256_GCM_SHA384:TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256:TLS_AES_128_GCM_SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256;

Alle modernen Browser unterstützen ECDSA seit Jahren. Probleme gibt es nur noch mit sehr alten Clients (Android 2.x, IE 6). Wer die nicht bedienen muss, kann RSA komplett aus der Cipher-Liste streichen.

Postfix: Dual-Zertifikate

Bei E-Mail sieht es anders aus. Manche Mailserver (ältere Exchange-Installationen, schlecht gewartete Systeme) können kein ECDSA. Postfix bietet dafür eine saubere Lösung: Man hinterlegt sowohl ein EC-Zertifikat als auch ein RSA-Zertifikat. Der Server bietet dem Client beide an, der Client wählt das passende.

# ECDSA (bevorzugt)
smtpd_tls_eckey_file = /usr/local/etc/postfix/ec-postfix.key
smtpd_tls_eccert_file = /usr/local/etc/postfix/ec-postfix.pem

# RSA (Fallback)
smtpd_tls_key_file = /usr/local/etc/postfix/postfix.key
smtpd_tls_cert_file = /usr/local/etc/postfix/postfix.pem

Die Cipher-Reihenfolge entscheidet, was bevorzugt wird. ECDSA-Ciphers sollten vor den RSA-Ciphers stehen. Mit tls_preempt_cipherlist = yes bestimmt der Server die Reihenfolge:

tls_preempt_cipherlist = yes
tls_high_cipherlist = TLS_AES_256_GCM_SHA384:TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256:TLS_AES_128_GCM_SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256

Die TLS-1.3-Ciphers (TLS_AES_*) stehen ganz vorn. Danach kommen ECDHE-ECDSA für TLS 1.2 mit EC-Zertifikat, dann ECDHE-RSA als Fallback für Clients die kein ECDSA können. Alle Ciphers haben Perfect Forward Secrecy durch ECDHE.

Dovecot

Dovecot unterstützt seit Version 2.3.15 ebenfalls mehrere Zertifikate. In 10-ssl.conf:

ssl_cert = </path/to/ec-dovecot.pem
ssl_key = </path/to/ec-dovecot.key
ssl_alt_cert = </path/to/rsa-dovecot.pem
ssl_alt_key = </path/to/rsa-dovecot.key

Verifizieren

Im Postfix-Log erkennt man am Cipher, welches Zertifikat verwendet wurde:

# ECDSA-Verbindung
TLS connection established: TLSv1.3 with cipher TLS_AES_256_GCM_SHA384

# RSA-Fallback (TLS 1.2)
TLS connection established: TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384

Mit openssl s_client lässt sich gezielt prüfen:

# ECDSA-Zertifikat anfordern
openssl s_client -starttls smtp -connect smtp.kernel-error.de:25 2>/dev/null | grep "Server public key\|Cipher"

# Ergebnis: Server public key is 256 bit (EC)

Wer den nächsten Schritt gehen will: Mit Post-Quantum-Schlüsselaustausch (X25519MLKEM768) lässt sich zusätzlich der Key Exchange gegen Quantencomputer absichern. Das Zertifikat bleibt dabei ECDSA, nur der Schlüsselaustausch wird hybrid. Und natürlich gehört zu jedem Zertifikat ein DANE/TLSA-Record im DNS. Fragen? Einfach melden.

Cliqz: Der Datenschutzbrowser – Was du wissen solltest

Veraltet: Cliqz wurde im April 2020 eingestellt. Wer einen datenschutzfreundlichen Browser sucht, kann Firefox mit entsprechenden Einstellungen oder Brave nutzen.

Cliqz Logo

Ich bin auf Cliqz aufmerksam gemacht worden und teste den Browser seit einigen Tagen.  Der Browser ist aus einer Suchmaschinenerweiterung für den Firefox entstanden. Auf Firefoxbasis ist es dann selbst zu einen Browser geworden. Die Entwickelnde Firma sitzt in Deutschland und hält selbst Anteile an Ghostery. Ghostery ist also im Browser integriert, wie auch die Suchmaschinenerweiterung, ein Videodownloader….

Firefox ist seit vielen Jahren der Browser meiner Wahl. Gestartet habe ich mit Netscape und ich habe ihn schon eingesetzt als er noch den Namen Phoenix hatte. Damit möchte ich sagen, dass ich schon sehr „eingesessen“ bin und mir ein Wechsel schwer fallen würde. Da Cliqz aber die Firefox Basis hat, bekannt funktioniert und sogar die Firefox Plugins funktionieren (ja ja)… Ersetzt er mehr und mehr meinen Firefox!

Wer ihn sich also noch nicht angeschaut hat und selbst Firefox Benutzer ist, könnte einen Blick riskieren. Ohne große Schmerzen erwarten zu müssen!

https://cliqz.com/

Oh ja… Bei FreeBSD ist er bereits in den Ports.

Fragen? Dann fragen.

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