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Commodore Floppy Disk Preservation: Firmware-Bug im xum1541 gefunden und gefixt

Commodore 1571 Laufwerk mit xum1541 (Teensy2) beim Auslesen einer 5,25-Zoll-Diskette unter Linux

In meinem Keller stehen Kisten voller alter 5,25-Zoll-Disketten. Commodore-Software aus den späten 80ern, Spiele, Tools, selbstgeschriebener Kram. Das Problem mit Floppy-Disks: die Magnetisierung lässt mit der Zeit nach. Alle paar Jahre sollte man die Daten einmal komplett lesen und zurückschreiben, sonst wird das Medium irgendwann unlesbar. Mein letztes Auffrischen ist eine Weile her, also war es mal wieder Zeit. Zugegeben, ich arbeite nur noch extrem selten mit meinem Commodore; aber wenn ich es mache, ist es immer eine kleine Zeitreise voller Nostalgie für mich. Die Geräusche, der Geruch, die Wartezeit. Hin und wieder tut es mir einfach gut, noch mal die alten Spiele zu spielen, mit den Tools zu arbeiten oder auch meine ersten eigenen Programme noch mal zu starten, in den Code zu schauen *kopfschütteln*…. Ich habe sogar noch alte Hausaufgaben auf Disketten 😀

Stapel aus Commodore 1571 Diskettenlaufwerken mit 5,25-Zoll-Disketten und dem 1570/1571 Handbuch

Was als routinemäßige Sicherungsaktion geplant war, wurde dann allerdings eine mehrtägige Debugging-Session. Inklusive eines Firmware-Bugs, der seit sechs Jahren im Code schlummerte.

Die Ausgangslage

Mein Setup: Zwei Commodore 1571 Laufwerke, angeschlossen über einen xum1541 USB-Adapter an einem Linux-Rechner. Der xum1541 sitzt auf einem TEENSY2-Board (ATmega32U4) und spricht über USB mit OpenCBM, einer Open-Source-Treibersammlung für Commodore-Laufwerke. Die Software-Seite hatte ich in einer vorherigen Session bereits verifiziert. Beide Laufwerke laufen bei fast perfekten 300,5 RPM, lesen und schreiben fehlerfrei auf beiden Seiten und liefern sogar bit-identische Images im Crosscheck.

Der Plan war simpel: Alle Disketten systematisch als 1:1-Image sichern, die physischen Medien durch Zurückschreiben auffrischen und nebenbei prüfen, ob die Inhalte bereits in Online-Archiven wie CSDB, Gamebase64 oder dem Internet Archive vorhanden sind.

Der xum1541 im gelben Gehäuse. Links das USB-Kabel zum Linux-Rechner, rechts das IEC-Kabel zur 1571:

xum1541 USB-Adapter im gelben 3D-gedruckten Gehäuse mit USB- und IEC-Kabel angeschlossen

Und ein Blick auf die Platine mit dem Teensy2-Board (ATmega32U4), in dem der Firmware-Bug steckte:

Geöffneter xum1541-Adapter mit Teensy2-Board (ATmega32U4) auf der Platine, USB-Anschluss und IEC-DIN-Buchse

Disk 001: Pirates! und das Kopierschutz-Problem

Die erste Disk war eine Pirates!-Kopie (Microprose, 1987), „imported by The Critters Inc 1221“. Mit d64copy ausgelesen, 683 Blocks, keine Fehler. Dann zurückgeschrieben und zur Verifikation nochmal gelesen. Checksummen stimmten nicht überein.

Die Analyse ergab: Das Original-D64 enthält drei Sektoren mit Error Code 5 (Data Block Checksum Error) auf Track 23 und 24. Das ist klassischer C64-Kopierschutz. Microprose nutzte absichtliche Lesefehler, um Raubkopien zu erkennen. Das Spiel prüft beim Start ob diese Fehler vorhanden sind, fehlen sie, verweigert es den Dienst.

d64copy arbeitet auf Sektor-Ebene und kann solche GCR-Level-Fehler nicht reproduzieren. Die Error-Info wird zwar im D64 gespeichert (Emulatoren wie VICE werten sie aus), aber auf der physischen Disk gehen die absichtlichen Fehler beim Zurückschreiben verloren. Für eine echte 1:1-Kopie inklusive Kopierschutz braucht man nibtools. Das arbeitet direkt auf GCR/Nibble-Ebene und liest die Rohdaten vom Laufwerk, inklusive aller Timing-Patterns und absichtlichen Fehler.

nibtools bauen und der erste Crash

nibtools liegt als Quellcode im OpenCBM-Quellbaum, muss aber separat gebaut werden. Ich habe den markusC64-v637 Branch von GitHub genommen. Build mit dem cc65 Cross-Compiler für den 6502-Floppy-Code und gcc für die Host-Tools ging glatt. Erster Versuch:

nibread -D8 image.nib

Ergebnis: LIBUSB_ERROR_PIPE. Der USB-Transfer bricht sofort ab, nachdem der Drive-Code hochgeladen ist. nibtools erkennt die 1571 korrekt und versucht SRQ-Burst-Transfers zu nutzen, ein schnelles serielles Protokoll das die CIA-UART der 1571 verwendet. Aber der Transfer scheitert schon beim Communication-Test.

Drei Schichten tief: der Firmware-Bug

Schicht 1: Bekannter SRQ-Bug in Firmware v7. Die xum1541-Firmware v7 hatte einen dokumentierten Bug: IEC_SRQ war als 0x80 definiert (Bit 7), aber die Lookup-Tabelle iec2hw_table hatte nur 16 Einträge (4 Bits). SRQ-Operationen griffen ins Leere. In v8 gefixt: IEC_SRQ auf 0x10 geändert, Tabelle auf 32 Einträge erweitert. Commit 3ef4fc0d von Spiro Trikaliotis, 2021.

Problem: Es gab kein fertiges v8-Hex für das TEENSY2-Board. Nur für ZOOMFLOPPY und PROMICRO. Die Boards haben unterschiedliche Mikrocontroller-Pin-Belegungen, also kann man die Firmware nicht einfach zwischen Boards tauschen. Lösung: AVR-Toolchain installiert (gcc-avr, avr-libc), v8 für TEENSY2 selbst gebaut und über den HalfKay-Bootloader geflasht.

teensy_loader_cli --mcu=atmega32u4 -w -v firmware.hex

Risikofrei, da der Bootloader in einem geschützten Flash-Bereich sitzt. Knopf am Teensy drücken, flashen, fertig.

Schicht 2: v8 geflasht, gleiches Problem. Auch mit v8 kommt LIBUSB_ERROR_PIPE. Die OpenCBM-Library musste ebenfalls neu gebaut werden, sie prüft die Firmware-Version und war noch auf v7 kompiliert. Neu gebaut, installiert. Immer noch Crash.

Schicht 3: Der eigentliche Bug. Also tiefer in den Quellcode. In board-teensy2.h, Funktion iec_srq_write():

// BUGGY — seit Commit 57bb6726 (April 2020)
PORTD = (((data >> 4) & IO_DATA) ^ IO_DATA) | IO_SRQ;

Das wurde 1:1 von der ZoomFloppy-Implementierung kopiert. Aber die Pin-Belegung ist bei den Boards unterschiedlich:

  • ZoomFloppy hat IO_DATA auf Port D, Bit 4 (PD4)
  • TEENSY2 hat IO_DATA auf Port F, Bit 0 (PF0)

Der Code schrieb auf den komplett falschen Port mit dem falschen Bit-Shift. Das erklärt warum der Communication-Test sofort fehlschlug. Die SRQ-Daten kamen nie auf den richtigen Pins an.

Der Fix, analog zur korrekten PROMICRO-Implementierung:

// FIXED
uint8_t port_base_data = (DDRF & IO_ATN) | IO_SRQ;
// ...
DDRF = (((data >> 7) & IO_DATA) ^ IO_DATA) | port_base_data;

Die Änderungen im Detail: PORTD wird zu DDRF (richtiger Port für die IEC-Leitungen beim TEENSY2), der Shift von data >> 4 auf data >> 7 (Bit 7 des Datenbytes auf Bit 0 des Ports, wo IO_DATA liegt), und der ATN-Zustand wird über port_base_data erhalten, was vorher nicht berücksichtigt war. Timing von 0,935 µs auf 0,80 µs angepasst, passend zur PROMICRO-Implementierung.

Firmware neu gebaut (8260 Bytes, 32 mehr als vorher), geflasht. nibread läuft sofort fehlerfrei durch alle 41 Tracks. Der Bug steckte seit April 2020 im Code. Jeder mit einem TEENSY2-basierten xum1541 hatte dieses Problem bei SRQ-Transfers.

Den Fix habe ich als Pull Request eingereicht, der am 26. März vom OpenCBM-Maintainer Spiro Trikaliotis gemerged wurde. Damit ist auch ein seit 2021 offenes Issue im nibtools-Repository endlich geschlossen. Dort hatten andere User auf macOS und Fedora mit Teensy-basierten Adaptern exakt die gleichen LIBUSB-Fehler gemeldet, ohne dass die Ursache gefunden wurde.

Die bittere Lektion mit Disk 001

Die erste Pirates!-Disk, der Import von The Critters Inc, war zu diesem Zeitpunkt bereits zerstört. Ich hatte sie vor dem Fix mit d64copy zurückgeschrieben. Das hat die GCR-Level-Kopierschutzmuster überschrieben. Das anschließend mit nibread erstellte NIB-Image zeigt nur noch die „reparierten“ Sektoren, nicht den originalen Kopierschutz. Disk und Images entsorgt.

Die Lektion ist simpel und ärgerlich zugleich: Nie zurückschreiben, bevor das NIB-Image existiert.

Der Workflow ab Disk 002

Ab der zweiten Disk lief der Prozess dann sauber:

  1. nibread -D8 — GCR-Rohdaten lesen, inklusive Kopierschutz
  2. d64copy — Sektor-Level-Image für Emulatoren
  3. nibwrite — 1:1 zurückschreiben aus dem NIB (erhält Kopierschutz)
  4. d64copy nochmal lesen + MD5-Vergleich zur Verifikation

Ergebnisse

DiskInhaltStatus
001Pirates! (The Critters Inc)Verloren — Kopierschutz vor dem Fix zerstört
002Ace of Aces, Light Force, Hacker + TrainersGesichert + aufgefrischt, Killer Track auf Track 1 erhalten
003Commando, The Last V8, Robin of the WoodVerloren — Medium physisch zu schwer beschädigt
004Warplay, Worldcup 86, Hyper OlympicsGesichert, Original-Disk defekt (T18/S15)
005Pirates! (The Red Lions Import, 2-Disk)Gesichert + aufgefrischt + verifiziert

Technische Eckdaten

Für die Leute die es genau wissen wollen:

  • Hardware: 2× Commodore 1571, xum1541 (TEENSY2, ATmega32U4), Linux-Host
  • Software: OpenCBM (from source), nibtools (markusC64-v637), VICE 3.7.1
  • RPM: Konstant 300,5 RPM (Nominal: 300). Die 1571 ist elektronisch geregelt, kein Trimmpoti
  • Kopierschutz-Typen: Error Code 5 (Checksum Errors) auf Pirates!, Killer Track (Track komplett mit Sync-Bytes) auf der Crocodile Soft Compilation
  • NIB-Format: ~336 KB pro Disk (41 Tracks × 8192 Bytes GCR-Rohdaten)
  • D64-Format: ~175 KB pro Disk (683 Sektoren × 256 Bytes + optional 683 Bytes Error-Info)

Fazit

Was als „schnell mal Disketten auffrischen“ geplant war, endete in einer Reise durch sechs Jahre alten Firmware-Code. Der Bug in iec_srq_write() war ein klassischer Copy-Paste-Fehler, der nie aufgefallen ist, weil kaum jemand nibtools mit einem TEENSY2-Board benutzt. SRQ-Burst-Transfers braucht man nur für nibtools, und die meisten Leute nutzen ohnehin einen ZoomFloppy-Adapter, wo der Code korrekt ist.

Der Verlust von Disk 001 ärgert mich immer noch. Aber die Lektion sitzt: Erst NIB, dann zurückschreiben. Und wenn ein Tool beim ersten Mal nicht funktioniert, lohnt es sich manchmal die Firmware aufzuschrauben, statt das Tool wegzulegen.

Der Blick ins Regal, wo das alles steht. Ja, es ist voll da unten:

Retro-Computing-Regal mit Commodore-Monitor, 1571 Laufwerk, C128 Tastatur, Diskettenstapeln und dem gelben xum1541-Adapter
Zweite Perspektive des Retro-Regals mit Commodore 1541-II, Disketten- und Kassettensammlung

Siehe auch: Commodore – PC Projekt (mein erster Versuch mit cbm4linux und einem XM1541-Kabel, anno 2009) und VC-64 Turbo Tape (1986).

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Preciva 992D+ im Test: Löt- und Heißluftstation für Hobby & Repaircafé

Picture of Soldering Station Preciva 992D+

Weiter geht es mit einer Lötstation. Wie immer: Das ist ein Werkzeug, das ich selbst einsetze. Es bedeutet nicht, dass es das Beste der Welt ist oder dass man damit sofort eine professionelle SMD-Reparaturwerkstatt eröffnen sollte.

Ende des letzten Jahres war ich auf der Suche nach einer kompakten Lötstation, die eine ordentliche Wattleistung hat und eine Kombination aus Lötstation und Heißluftstation bietet. Sie sollte aber nicht zu teuer sein. Einzelne Geräte hatte ich zwar schon verschiedene, aber gedacht war es eher für den mobilen Einsatz im Repaircafé. Die dortigen Reparaturen sind meist überschaubar.

Dennoch muss ich zugeben, dass mich diese Station tatsächlich überrascht hat. Preis/Leistung sind wirklich gut. Fun Fact: Die FritzBox-Reparatur habe ich mit genau dieser Station gemacht – einfach um zu testen, was geht – und ja, es ging, und das sogar wirklich okay.

Natürlich ist sie nicht mit einer großen professionellen Station von beispielsweise Weller zu vergleichen. Aber das ist auch gar nicht der Anspruch. Das Ding kostet aktuell auf Amazon knapp 130 €. Dafür bekommt man 6 verschiedene Lötspitzen, Lötzinn, Heißluft mit verschiedenen Aufsätzen, ein digitales Display und ach … schaut mal selbst: https://amzn.to/47zAAmr

Ich würde behaupten: Die meisten Hobbyreparaturen – selbst im Bereich SMD – lassen sich damit problemlos durchführen. Aber hey, das ist nur meine Meinung.

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Milchkühlschrank: Mein DIY-Projekt mit Reparatur-Tipp

Heute eine kleine Geschichte zu meinem Milchkühlschrank. Ob das spannend wird? Da bin ich mir noch nicht so sicher.

Warum ein Milchkühlschrank?

In meiner Küche steht ein Kaffeevollautomat. Bei angeschlossener Milch kann er die gängigen Milchkaffeegetränke auf Knopfdruck zubereiten. Vor allem im Homeoffice trinke ich schon mal einen Kaffee mehr. Da räume ich die Milch nicht für jeden Kaffee raus und wieder rein. Damit sie mehr als einen halben Tag überlebt, braucht sie etwas Kühlung. Genau hier kommt der Milchkühlschrank ins Spiel.

Wie ein Peltierelement funktioniert

Solche kleinen Kühlschränke basieren auf einem thermoelektrischen Kühler, dem Peltierelement. Ein flaches Quadrat mit zwei Leitungen. Schließt man Strom an, wird eine Seite warm und die andere kalt. Das Modul erzeugt eine Temperaturdifferenz zwischen beiden Seiten.

Sagen wir, das Modul erzeugt immer 30°C Differenz. Bei 20°C Raumtemperatur wäre die kalte Seite bei -10°C. Aber die heiße Seite wird im Betrieb wärmer, weil dort zwei Wärmequellen zusammenkommen:

Wärmeübertragung von der kalten Seite (Peltier-Effekt): Der Peltier-Effekt transportiert Wärme von der kalten zur heißen Seite. Diese transportierte Wärme wird an der heißen Seite freigesetzt.

Joulesche Verlustwärme (Widerstandserwärmung): Beim Fließen des Stroms durch die Halbleiterelemente entsteht zusätzliche Wärme. Diese erhöht ebenfalls die Temperatur der heißen Seite.

Kurz gesagt: Man muss die heiße Seite kühlen, damit die kalte Seite auch wirklich kalt wird. Die wird allerdings nicht unendlich kalt, da wir nur einen Temperaturunterschied erzeugen können. Dieses Wissen wird später noch hilfreich sein.

Aufbau des Milchkühlschranks

Um das besser erklären zu können, habe ich eine kleine Zeichnung angefertigt:

Schematische Darstellung, der Funktion eins Peltier Milchkühlers.

1 Schaumstoffdämmung, 2 Kühlkörper, 3 Befestigungsschrauben, 4 Peltier-Modul, 5 Aluminiumblock

Die dicke schwarze Linie an der Innenseite der Schaumstoffdämmung stellt eine Metallplatte dar, die die Innenseite des Kühlschranks bildet. Diese ist mit Wärmeleitpaste mit dem Aluminiumblock verbunden. Im Aluminiumblock befinden sich Temperaturfühler, die das Peltier-Modul bei der gewünschten Temperatur abschalten. Die kalte Seite des Moduls ist mit Wärmeleitpaste am Aluminiumblock befestigt, die heiße Seite mit einem großen Kühlkörper verbunden. Dieser vergrößert die Oberfläche, sodass die Wärme besser an die Umgebungsluft abgegeben werden kann. Meist ist zusätzlich ein kleiner Lüfter verbaut.

Selbst bauen oder kaufen?

Mit diesem Wissen können wir uns selbst einen Milchkühlschrank bauen. Ein oft verwendetes Peltier-Modul ist das TEC1-12706, das man im Doppelpack für ca. 10 Euro bekommt. Ein einfacher PC-Lüfter kostet nochmal 10 Euro. Für rund 50 Euro kann man sich so ein Ding zusammenbauen.

Warum ist das wichtig? Weil die fertigen Geräte für ca. 150 Euro verkauft werden. Wenn ich das für 50 Euro bauen kann, dann kostet es in der Massenproduktion in China noch weniger. Ja, ich kaufe nicht nur das Gerät, sondern auch die Bequemlichkeit. Aber so einfach ist das für mich nicht zu rechtfertigen. Es widerstrebt mir einfach.

Einen gebrauchten zu kaufen schien eine Option. Was soll ich sagen? Die Technik in solchen Geräten ist oft billig und nicht auf Langlebigkeit ausgelegt. Von denen, die ich bisher in der Hand hatte, hat keines länger als drei Jahre gehalten. Selbst gebraucht werden sie noch für 100 Euro angeboten. Nicht verhältnismäßig.

Vom Elektroschrott gerettet

Dann stand bei meinem Arbeitgeber plötzlich ein defekter Milchkühlschrank beim Elektroschrott. Natürlich habe ich nachgefragt, ob ich ihn „entsorgen“ darf. Kein Problem.

Und was hatte das Ding? Nichts Besonderes. Der Lüfter war gestorben, die passive Kühlung reichte nicht aus. Verbaut war ein einfacher 80×80 mm 12V PC-Lüfter. Den hatte ich noch in der Ersatzteilkiste. Lüfter getauscht, fertig. Zumindest bis zum Sommer.

Thermische Brücke beseitigt

Als die Temperaturen stiegen, wurde es im Kühlschrank nicht mehr richtig kühl, obwohl Lüfter und Peltierelement alles gaben. Ich habe das Gerät aufgeschraubt, weil ich vermutete, dass die Wärmeleitpaste nach knapp fünf Jahren trocken war.

War es die Wärmeleitpaste? Ja und nein. Die Paste war trocken, aber das allein war nicht das Problem. Wenn ihr euch die Zeichnung anschaut, sind euch vielleicht die Befestigungsschrauben (3) aufgefallen. Diese Schrauben sind aus Metall und verbinden den kalten Aluminiumblock direkt mit dem Kühlkörper. Eine klassische thermische Brücke. Ein Teil der Kälte wird direkt wieder in Wärme umgewandelt.

Ich habe die Löcher im Kühlkörper aufgebohrt und mit meinem 3D-Drucker Kunststoffbuchsen für die Schrauben hergestellt. Zusätzlich kleine Federn, die alles zusammendrücken, auch wenn sich das Aluminium durch die Temperaturdifferenz ausdehnt. Die thermische Brücke war damit unterbrochen. Danach war der Kühlschrank deutlich effizienter und verbrauchte spürbar weniger Energie. Warum der Hersteller das nicht von Anfang an so gemacht hat? Ich habe nur das Wort „Gewinnmaximierung“ im Kopf.

Elkos im Netzteil

Das verbaute Netzteil war nur gerade so passend für die benötigte Leistung. Wenn ein Netzteil immer bei 90 bis 100 Prozent Belastung arbeitet, gibt es irgendwann auf. Ich hatte noch ein HOUHUI-1206 im Regal, ein 12V 6A Gleichstromnetzteil. Billig, lag aber nur rum.

Hätte ich mal auf mein früheres Ich gehört. Sechs Monate später war der Kühlschrank wieder warm, LED am Netzteil aus. Das Chinanetzteil hatte den Geist aufgegeben.

So langsam bröckelte der WAF (Woman Acceptance Factor). Also Netzteil aufgeschraubt und reingeschaut. Die Elektrolytkondensatoren waren aufgebläht. Ein Klassiker. Elkos getauscht, fertig.

Den Strombedarf habe ich gemessen. Ich komme nicht an die 6A, aber bei 12V und 6A wären das 72 Watt. Ein Milchkühlschrank, der 24/7 mit 70 Watt läuft, ist auf Dauer auch zu teuer. Das behalte ich im Auge.

So viel zur Geschichte meines Milchkühlschranks. Ob ich am Ende doch einen neuen kaufe? Vielleicht. Aber bis dahin läuft mein reparierter wieder.

Siehe auch: Multifunktionstester für Bauteile

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FRITZ!Box 7590: Fiepen, Spannungsregler-Probleme und WLAN-Ausfälle​

Eigentlich sollte die Überschrift heißen: Ärgere ich mich gerade über mich selbst oder über AVM?

PCB der FritzBox 7590 mit Zoom auf den MP1477 Spannungsregler

Zuhause arbeitete eine FRITZ!Box 7590 KA, die zu Beginn mit einem Frixtender erweitert wurde. Nach knapp zwei Jahren habe ich bemerkt, dass die FRITZ!Box angefangen hat zu fiepen. Eine Funktionseinschränkung konnte ich jedoch nicht feststellen. Da es aber knapp vor dem Ablauf der Garantie war, habe ich Kontakt mit dem AVM-Support aufgenommen.

Dem AVM-Support habe ich in einer kurzen E-Mail geschildert, dass meine Box plötzlich fiept und ob ihnen in diesem Zusammenhang vielleicht Probleme, beispielsweise mit Spulen oder Spannungsreglern, bekannt sind. Die Antwort vom AVM-Support ließ nicht lange auf sich warten und lautete zusammengefasst: „Nein, uns sind keine Probleme bekannt, aber du kannst deine Box gerne zur Überprüfung/Austausch einschicken.“

Jetzt kommen wir zum Punkt, warum ich mich ärgere und unschlüssig bin, ob ich mich über mich selbst oder über AVM ärgere. Für meine Arbeit benötige ich eine funktionsfähige Internetverbindung. Wenn ich die Box einschicke, muss ich für eine Alternative sorgen. Wenn AVM die Box vorsorglich gegen eine neue tauscht, wäre das zwar schön, aber es gibt schon zu viel Elektroschrott. Elektronik darf Geräusche machen. Spulen könnt ihr euch oft wie eine Art Schwungrad vorstellen. Es braucht etwas, um anzulaufen, läuft dann aber auch noch einige Zeit weiter, selbst wenn es niemand mehr antreibt. Das hängt mit den aufkommenden Magnetfeldern zusammen und ist so gewollt. Magneten kennt ihr, und dass dort Kräfte an den Bauteilen ziehen, könnt ihr euch jetzt ebenfalls vorstellen. Eine Spule kann also mit der Zeit anfangen, leichte Geräusche zu machen, und das ist auch okay. Für Spannungsregler gilt das ebenfalls. Stellt euch einfach euren Wasserhahn vor: Wenn ihr ihn voll aufdreht, kommen da vielleicht 5 Liter in der Minute heraus. Wenn ihr weniger Wasser wollt, macht ihr den Hahn ganz schnell an und wieder aus. Wie schnell ihr das Wasser ein- bzw. ausschalten müsst, um beispielsweise nur 1 Liter pro Minute fließen zu lassen, messt ihr mit euren Augen. Ganz grob funktionieren Schaltnetzteile so. Je nach Last kann man da also schon mal etwas hören, und das ist okay.

So ist ein weiteres Jahr ins Land gegangen, bis mir in einem meiner Newsticker die Meldung über sterbende FRITZ!Boxen vom Typ 7590 aufgefallen ist. Hier wird von anfänglichem Fiepen, schlechter werdendem 2,4-GHz-WLAN bis hin zum Totalausfall des WLANs und der Box berichtet. Bääähhhhh. Das klang verdächtig nach dem von mir beobachteten Fehlerbild. Nun ist meine Box aus jeglicher Garantie und Gewährleistung heraus. Den AVM-Support brauche ich also nicht mehr zu bemühen, sondern kann mich vielmehr mit dem Gedanken anfreunden, eine neue Box zu kaufen, um auf einen Ausfall vorbereitet zu sein. Zeitgleich haben bei uns im Ort die Arbeiten am Glasfaserausbau begonnen. Diese gehen so schnell und gut voran, dass ich damit rechnen kann, bis zum Ende dieses Jahres von DSL auf Glasfaser wechseln zu können. Mit diesem Wechsel kommt vom Anbieter auch eine neue FRITZ!Box. Tjo… Also Risiko eingehen oder eine Box kaufen, die in 5 oder 6 Monaten dann wohl irgendwo im Regal Staub fängt?

Bevor es eine Antwort auf diese Frage gibt, noch schnell zum Punkt mit dem Ärgern: Ich habe AVM bewusst gefragt, ob es bekannte Probleme mit der Box gibt und speziell auf die aus meiner Sicht verdächtigen Bauteile hingewiesen. Die Antwort war ein klares Nein. Das muss ich jetzt einfach so glauben, aber ich werde den Beigeschmack nicht los, dass es zum Zeitpunkt meiner Supportanfrage schon einige Reklamationen wegen dieses Problems gegeben haben müsste. Daher wohl mein möglicher Ärger über AVM – und dass ich auf die Möglichkeit eines Austauschs verzichtet habe – und der Ärger über mich selbst.

Habe ich jetzt eine neue Box gekauft oder nicht? Nein, habe ich natürlich nicht. Ich habe meine Box von der Wand genommen, aufgeschraubt und durchgemessen. Ja, Geräusche und etwas zu hohe Spannung für das 2,4-GHz-WLAN habe ich gemessen bzw. zuordnen können. Alles aber noch im Rahmen, sodass ich gehofft habe, dass es noch ein paar Monate gutgeht. War leider nicht so. Vor ein paar Wochen ist die Box an der Wand „geplatzt“ und ich musste in den sauren Apfel beißen und eine neue für den Übergang kaufen. Jetzt habe ich wohl ein Backup für die Zukunft. Woohoo 🙁 Manchmal lerne ich nicht so schnell dazu, oder? Naja, manchmal kommt halt eins zum anderen.

Ob meine alte Box wirklich mit genau dem beschriebenen Problem ausgefallen ist, wollte ich dennoch herausfinden. Die Sichtprüfung war noch immer gut, aber es war keine Spannung mehr zu messen. Daher habe ich mir von Aliexpress ein paar MP1477 (die genaue Bezeichnung ist MP1477GTF-Z) zuschicken lassen. Ich habe direkt alle drei verbauten Chips ausgetauscht und siehe da, die Box lebt wieder. Oft sollen dabei wohl noch die RF FRONT ENDs 055F als Folge der zu hohen Spannung sterben, aber diese haben es bei mir zum Glück überlebt.

PCB der FritzBox 7590 mit Zoom auf den MP1477 Spannungsregler

Nun habe ich also auch noch ein Backup für das zukünftige Backup. Super…

Da ich bei Aliexpress insgesamt 10 Stück bestellt habe, liegen hier jetzt noch ein paar herum. Ich wäre bereit, sie gegen ein Snickers zu tauschen, falls jemand von euch vor einem ähnlichen Problem steht. Uhh, und bedenkt bitte, dass die Dinger ECHT klein sind. Ich habe euch mal einen auf ein 1-Cent-Stück gelegt. Ohne Heißluftstation und etwas SMD-Löterfahrung solltet ihr das vielleicht lieber nicht angehen.

Größenvergleich zwischen dem MP1477 Spannungsregler und einem Euro-Cent-Stück

Die Messpunkte und die erwarteten Spannungen findet ihr im folgenden Bildchen.

PCB der FritzBox 7590 mit eingezeichneten Messpunkten und Messwerten des MP1477 Spannungsreglers

Wenn ihr dann noch Fragen habt, fragt einfach 🙂

Siehe auch: Bosch Geschirrspülmaschine E-21 beheben

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RIDEN RD6006: Reparatur der defekten Schottky-Diode S10C100D

Vor einigen Monaten habe ich ein neues Labornetzteil aus China gekauft. AliExpress Labornetzteil – RIDEN RD6006 DC POWER SUPPLY

Defekte S10C100D-02 Schottky Diode

Bisher arbeitet dieses Gerät vor sich hin und hat auch bereits einige kWh abgeleistet. Als Fazit… Das Netzteil tut seinen Job, die grüne Schraubklemme verwechselt man schnell mit PE, ist aber zum Laden von Akkus und am Oszilloskop kann man sehr gut einiges „switching noise“ erkennen. Wenn man sich dessen bewusst ist, gibt es kaum etwas, was man gegen dieses Netzteil sagen kann. Preis / Leistung ist einfach unschlagbar!

Selbst die Ladefunktion für Akkus funktioniert tadellos, wenn auch manuell. Das Netzteil erkennt nicht selbstständig den Akku, sondern man muss dem Netzteil sagen, was es tun muss.

In der Zwischenzeit habe ich es ebenfalls etwas „missbraucht“, um ein paar alte Blei gel Akkus wieder zu beleben. Dabei hat sich leider ein kleines Problemchen ergeben…. Mir ist eine Schottky-Diode geplatzt, genauer die S10C110D vom RIDEN RD6006. Diese ist auf dem Board mit D12 gekennzeichnet. Wenn man in die >>Specs<< dieser Diode schaut, sieht es so aus, als wenn sie eine Art Verpolungsschutz beim Akkulader ist. Nun ist mir nicht bewusst aufgefallen, dass ich hier etwas verpolt habe. Die kaputte Diode (vor allem mit den Leistungsdaten) sagen dazu etwas anders.

Nun wollte ich schnell Ersatz bestellen, leider konnte ich nichts Passendes finden. Klar ich hätte hier und da etwas kombinieren können, nur wollte ich dieses nicht.

Hangzhou Ruideng Technology Co., Ltd. bietet zur Kontaktaufnahme WeChat (15868147353) an. Wie ich lernen durfte, ist es nicht ganz trivial, als nicht Festlandchinese WeChat zu nutzen. Ich meine inzwischen zusätzliche Kontaktmöglichkeiten gefunden zu haben. Durch die Unterstützung eines Bekannten (DANKE JOST), lief es irgendwann und ich konnte das Unternehmen RD Tech in China darüber erreichen.

Der Support dabei war extrem gut. Schnell, super freundlich, sehr hilfsbereit und kompetent.

Zusammen mit dem Support konnten wir das komplette Labornetzteil durch testen und sicherstellen, dass wirklich nur diese eine Diode def. ist. Absoluter Service von RD Tech, eigentlich wollte ich nur nach dem Ersatzteil fragen. Dieses habe ich am Ende ebenfalls bekommen, sogar direkt 5 Stück davon und noch zwei Sicherungen als Reserve (da hat wohl jemand den Verdacht, ich könnte noch mehr kaputt machen). Zahlen musste ich nur 3€ für den Versand.

Der Versand von China zu mir hat natürlich ein paar Tage gedauert, heute ich alles angekommen.

Inzwischen verbaut und das Netzteil ist wieder voll funktionsfähig!

Ich möchte hier noch einmal ganz besonders den Support von RD Tech hervorheben. Englisch war überhaupt kein Problem (was mir vorher etwas Sorgen bereitete), es hat sich wirklich jemand knapp 2 Stunden Zeit genommen um mir bei meinem Problem zu helfen und derjenige war wirklich daran interessiert, mein Problem zu lösen. Alles für 0€. Ich habe kostenlos viel mehr Ersatzteile bekommen, als ich eigentlich haben wollte. Ich musste, wie schon erwähnt, nur den Versand bezahlen. Wenn ich dann also noch mal etwas Werbung machen darf: YouTube link

Siehe auch: RD6006 Zusammenbau und erster Eindruck

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Bosch Geschirrspülmaschine: Fehler E-15 beheben

Ursache

Verschiedene Geschirrspüler haben ein ähnliches Problem mit der Dichtung am Pumpentopf. Die Hersteller entwickeln solche Teile nicht für jedes Modell neu — ähnlich wie bei Autoherstellern greifen sie auf Grundkomponenten zurück. Tritt bei einem dieser Teile ein Problem auf, betrifft es eine Vielzahl an Geräten. Nicht nur meine von Bosch, sondern auch baugleiche von Siemens, Neff und Constructa.

Nach ein paar Jahren im Einsatz verzieht sich der Pumpentopf offenbar leicht. Gerade genug, um ein wenig Wasser zu verlieren — nicht so viel, dass die Küche überschwemmt wird, aber genug, damit der Sensor anspricht und die Maschine mit dem Fehlercode E-15 stoppt. Die Maschine beginnt dann panisch Wasser abzupumpen und hört damit nicht mehr auf.

Reparatur

Die Reparatur ist einfach. Es gibt einen speziellen Reparatursatz für den Pumpentopf, der eine zusätzliche Dichtung enthält. Diese sorgt dafür, dass der Pumpentopf auch dann dicht bleibt, wenn er sich durch die Hitze leicht verzieht. Wenn man nicht gerade zwei linke Hände hat, ist die Reparatur in etwa 15 Minuten erledigt.

Ob die eigene Maschine bereits über diese Dichtung verfügt, erkennt man an einem kleinen Aufkleber links in der Tür, auf dem ein großes „R“ zu sehen ist:

Aufkleber mit großem R in der Tür der Bosch Geschirrspülmaschine — zeigt, dass die Austauschdichtung montiert wurde.

Reparatur einer Spülmaschine — mal was anderes, oder? Fragen? Einfach melden.

Siehe auch: Bosch Geschirrspüler E-21

Bose QuietComfort 35: Akku tauschen leicht gemacht

Der Akku in meinem Bose QC35 hat inzwischen ausgedient und muss ausgetauscht werden. Der verbaute Akku ist ein AHB110520CPS von Synergy. Leider konnte ich diesen nicht als Ersatzakku finden. Man kann ihn zwar aus China bestellen (ca. 35 €), aber er ist dann gebraucht, da er aus einem alten Kopfhörer ausgebaut wurde – natürlich „getestet“.

Alternativ gibt es die Möglichkeit, den Kopfhörer einzuschicken und den Akku dort tauschen zu lassen (ca. 70 €). Beides sind jedoch Lösungen, die mir nicht zusagen, denn im Grunde handelt es sich nur um einen einfachen 3,7V-Akku mit knapp 500 mAh.

Nach einiger Suche habe ich jedoch einen passenden Ersatz gefunden. Der Akku GSP072035 hat zwar etwas weniger mAh, was bedeutet, dass die Kopfhörer etwas früher leer sind – aber damit kann ich leben. Zumal die Standzeit des alten Akkus ohnehin schon stark eingeschränkt war. Bestellt habe den folgenden Ersatzakku bei Amazon: https://amzn.to/2JXwhJc

Der neue Akku passt zwar nicht exakt ins Akkufach des alten, ist jedoch klein genug, um problemlos im Kopfhörer Platz zu finden, ohne das Gewicht oder die Klangqualität zu beeinflussen. Man merkt den Unterschied also nicht!

Ein kleiner Tipp: Wenn man schon dabei ist, kann man auch gleich die Ohrpolster austauschen. Ich habe die folgenden Polster bereits zweimal erneuert und kann sie wärmstens empfehlen: https://amzn.to/2L4xcbo

Wie man den Akku selbst austauscht, zeigt eine erstklassige Anleitung von IFIXIT: https://de.ifixit.com/Anleitung/Bose+QuietComfort+35+Akku+tauschen/134337

Bild vom geöffnetem Bose QuietComfort 35 mit eingebautem Ersatzakku.

Sobald der alte Akku entfernt ist, klebt man den neuen mit einem kleinen Tropfen Heißkleber in die Ecke und lötet ihn wie den alten Akku an. Nach dem Zusammenbau sollte der Kopfhörer wieder wie gewohnt funktionieren – abgesehen von etwa 20–25 Minuten weniger Hörzeit.

Kleines Update! 😊

Inzwischen gibt es auf Amazon einen perfekt passenden Ersatzakku. Es war mal wieder Zeit für einen Austausch, und dieses Mal habe ich sogar ein Modell mit 600 mAh gefunden. Jetzt habe ich so viel Hörzeit wie noch nie zuvor mit meinen Kopfhörern! 🎧 https://amzn.to/3CsPQnv

Fragen? Dann fragt einfach!.

Siehe auch: Bosch Geschirrspüler E-21

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OBI LED-Produkt im Test: Was habe ich da gekauft?

Vor knapp zwei Jahren habe ich für meine Werkstatt ein paar neue Deckenleuchten benötigt. Bisher waren zwei Neonröhren meine Lichtquelle. Lichtfarbe und Stärke passten einfach nicht mehr. Im OBI habe ich zu diesem Zeitpunkt zufällig LED Leuchten gesehen, welche in Form und Länge an klassische Neonröhren erinnern. Der Preis lag irgendwo zwischen 10 bis 20 €, also kein Preis bei dem man viel falsch machen kann, oder?

OBI LED SCHROTT Typ LY-5024-2 von Ritter Leuchten GmbH

Naja, vielleicht ja doch!??! Jetzt nach zwei Jahren beginnen ein paar der LED Leuchten zu flackern. Also schnell eine der Leuchten von der Decke geschraubt um sie zu zerlegen. Vielleicht findet sich ja das Problem?!?

Die Schaltung ist sehr überschaubar. Zuerst eine kleine Sicherung, dann ein Brückengleichrichter, ein kleiner Kondensator zur Spannungsglättung (ich habe wohl zwei Versionen der Leuchten, mit und ohne diesen Kondensator), ein kleiner hochohmiger Widerstand (zur schnellen Entladung vom Kondensator beim „Licht aus“) und noch zwei „Einchip“ LED Treiber mit seinen Steuerwiderständen. Oh und natürlich die einzelnen LEDs!

Der Brückengleichrichter ist ein MB6s, welcher laut den Specs „passen“ sollte. Der 400v 10uF Kondensator zur Spannungsglättung passt ebenfalls für mich, auch der 1M Ω Endladewiderstand passt schon. AAAABBBEERRR die beiden LED Treiber SM2082D sehen schon etwas spannend aus, so als wenn die „warm“ werden. Laut specs geben sie bei 10V bis zu 60mA raus. Der Rest wird also in „Wärme“ verwandelt. Was man an den Operating temperature von -40 ~ 125°C bewundern kann.

Bei den Leuchten mit Kondensator pendelt sich die Temperatur bei etwas zwischen 70 und 75°C ein. Bei den Leuchten ohne Kondensator werden es auch mal 90°C. Da hat der kleine LED Treiber wohl ganz schön was zu regeln, wohl der Grund warum in Version 2 ein Kondensator vorgesehen ist.

Gut der Hersteller hat versucht mit etwas Wärmeleitpaste auf der Rückseite des LED Streifens die Temperatur ans Alugehäuse abzugeben. Die Menge und Verteilung der Wärmeleitpaste ist aber sehr sehr dürftig. Nach etwas Einsatzzeit nimmt die Leistung der Paste natürlich ab und irgendwann ist es halt zu schlecht oder besser gesagt, die LED Treiber werden zu heiß und verbrennen ihre eigenen Lötkontakte bis zum Haarriss. Dann flackert es… Ich habe daher die Kontakte nachgelötet (kein Flackern mehr) und mit Wärmeleitkleber einen kleinen Kühlkörper auf die Treiber geklebt. Damit hält sich die Temperatur bei knapp 50°C. Das sollte die Lebenszeit deutlich erweitern. Passende Kondensatoren liegen hier ebenfalls noch und sind verbaut. Mal sehen wie lange sie nun nicht flackern!

Zusätzlich habe ich das Alugehäuse noch mit der Schutzerde verbunden. Die simple Lackisolierung vom LED Streifen bei den Temperaturen hat mich nicht ganz überzeugt.

Ich würde sagen, dass hat jemand auf Verschleiß gebaut. Die Leuchten sollen wohl kurz nach der Garantie ausfallen. So zumindest mein Eindruck…. Bei dem Preis, naja…

Natürlich hätte ich damit rechnen können. Ich meine Leuchten kaufen, im OBI und dann für etwas bis 20€. Was können die schon in der Herstellung gekostet haben?

Typ LY-5024-2 von Ritter Leuchten GmbH www.ritos.de

Siehe auch: Multifunktionstester für Bauteile

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Bosch Geschirrspülmaschine: Fehler E-21 beheben

Ursache

Meine Geschirrspülmaschine hat mir heute einige Nerven gekostet. Mit einem fröhlichen E-21 im Display war Schluss mit Spülen. Der Fehlercode deutet darauf hin, dass etwas mit der Umwälzpumpe nicht stimmt. Die Maschine ist knapp sechs Jahre alt und läuft hier täglich für einen Vier-Personen-Haushalt — sie hat selten Langeweile. Die Maschine ist baugleich zu Siemens, Neff und Constructa.

Mein erster Schritt war ein Anruf beim nächstgelegenen Serviceanbieter. Dieser sagte mir, dass er die Maschine in einer Woche abholen und bei sich überprüfen könnte. In der Regel wird dann die Umwälzpumpe ausgetauscht, und ich bekäme die Maschine nach zwei bis drei Tagen zurück. Für 200–300 € mehr könnte er mir aber direkt eine neue Maschine liefern und die alte entsorgen. Bei einer so alten Maschine… Warum werden heutzutage nur noch Teile ausgetauscht? Warum soll immer alles neu sein? Warum repariert niemand mehr?

Reparatur

Eine kurze Suche brachte mir eine Explosionszeichnung meiner Spülmaschine. Die Konstruktion sieht sehr überschaubar aus. Letztlich fand ich in der Umwälzpumpe ein Stück Plastikverpackung. Die Pumpe ließ sich fast vollständig zerlegen und reinigen. Jetzt läuft die Maschine wieder, ganz ohne Fehler — insgesamt 40 Minuten Arbeit.

Nachtrag: Pumpe doch kaputt

Einige Monate später hat die Pumpe dann doch aufgegeben. Anscheinend hat das Plastikteil eine Unwucht verursacht, die zum endgültigen Ausfall geführt hat. Falls die Pumpe tatsächlich defekt ist, lässt sich das Ersatzteil über Amazon bestellen. Der Austausch ist einfach, und alles Notwendige ist dabei.

Die gleiche Maschine hatte später auch den Fehler E-15 — eine verzogene Dichtung am Pumpentopf. Fragen? Einfach melden.

Bosch Schlagbohrmaschine war def.

Mitten im Einsatz ist mir meine Schlagbohrmaschine von Bosch „explodiert“ 🙁 Zum Kauf habe ich direkt für die erweiterte Garantie auf drei Jahre gesorgt daher war mein Ärger überschaubar.

Mitten im Bohren eines einfachen Loches hat es erst hinten in der Maschine geknallt, dann geblitzt und im Anschluss rauchte es. Über die Hotline habe ich einen Abholauftrag erstellt um das Gerät einfach auf der Arbeit abholen zu lassen. Dieses erledigte sich am 16.01.2019 fast von alleine. Heute am 21.01.2019 habe ich das Teil schon wieder zurück. Im Reparatur-Lieferschein stehen 1,5h Arbeit. Ein neuer Anker, neuer Polschuh und ein neuer Bürstenhalter. Damit ist klar was da explodiert ist! Kostet 0€ und am 18.01.2019 war die Schlagbohrmaschine schon wieder repariert.

In der Regel wundere ich mich ja erst darüber, dass ich noch nichts gehört habe und bekomme als Antwort auf meine Nachfrage: „Bitte noch etwas Geduld“. Aber das funktioniert hier spitze. Vor ein paar Jahren war schon einmal eines meiner Bosch Werkzeuge def. da hat die Reparatur ebenfalls ohne jedes Problem funktioniert. Dieses scheint wohl noch immer so zu sein. Ich stoße in der Regel eher an meine Grenzen als an die meiner Werkzeuge, daher passt es für mich. Haltbarkeit und Service/Support sind noch immer Top. Ich bleibe also Bosch ganz sicher ebenfalls bei den nächsten Werkzeugen wieder treu!

Für genau das Gefühl bin ich immer wieder bereit mehr Geld zu bezahlen! Danke Bosch!

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