IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

Kategorie: Solaris & Opensolaris (Seite 1 von 4)

Erfahrungen mit Oracle Solaris, OpenSolaris und OpenIndiana — ZFS, Zonen, SMF und Netzwerkkonfiguration.

FreeBSD: Native ZFS Encryption einrichten und nutzen

Seit FreeBSD 13 steht native ZFS Encryption zur Verfügung. Datasets lassen sich mit AES-256-GCM verschlüsseln, ohne dass der gesamte Pool verschlüsselt sein muss. Die Verschlüsselung greift pro Dataset und vererbt sich auf Kind-Datasets.

Verschlüsseltes Dataset anlegen

Ein neues Dataset mit Passphrase-Abfrage:

zfs create -o encryption=aes-256-gcm -o keyformat=passphrase usbpool/test01
Enter passphrase:
Re-enter passphrase:

Das Dataset wird sofort gemountet und ist einsatzbereit. Alles was hineingeschrieben wird, liegt verschlüsselt auf der Platte:

zfs list usbpool/test01
NAME             USED  AVAIL     REFER  MOUNTPOINT
usbpool/test01    99K   899G       99K  /usbpool/test01

zfs get encryption usbpool/test01
NAME            PROPERTY    VALUE        SOURCE
usbpool/test01  encryption  aes-256-gcm  -

Nach einem Reboot

Bei einem Passphrase-geschützten Dataset hat ZFS nach einem Reboot den Schlüssel nicht mehr. Das Dataset existiert, ist aber nicht gemountet:

zfs get mounted usbpool/test01
NAME            PROPERTY  VALUE    SOURCE
usbpool/test01  mounted   no       -

Mit zfs mount -l wird der Schlüssel geladen und das Dataset eingehängt:

zfs mount -l usbpool/test01
Enter passphrase for 'usbpool/test01':

zfs get mounted usbpool/test01
NAME            PROPERTY  VALUE    SOURCE
usbpool/test01  mounted   yes      -

Keyfile statt Passphrase

Statt einer Passphrase-Abfrage kann der Schlüssel auch in einer Datei liegen. Praktisch für Server die ohne Interaktion booten sollen:

zfs create -o encryption=aes-256-gcm \
  -o keyformat=passphrase \
  -o keylocation=file:///root/keys/pool.key \
  zroot/encrypted-data

Die Key-Datei enthält das Passphrase als Text. Wichtig: Die Datei muss beim Boot erreichbar sein, also auf einem unverschlüsselten Dataset liegen. Berechtigungen auf 0400 setzen.

Bestehende Datasets verschlüsseln

Verschlüsselung lässt sich nicht nachträglich auf ein bestehendes Dataset aktivieren. Man muss die Daten per zfs send | zfs receive in ein neues, verschlüsseltes Dataset migrieren. Die komplette Anleitung dafür steht im Beitrag ZFS-Dataset nachträglich verschlüsseln.

Eine Übersicht über alle ZFS-Funktionen gibt es im ZFS-Überblick. Wer sich für ZFS Encryption unter Solaris/OpenIndiana interessiert, findet die Anleitung unter ZFS Encryption unter Solaris. Fragen? Einfach melden.

FreeBSD Jail Upgrade: Wenn freebsd-update die Version nicht erkennt

FreeBSD-Jails lassen sich mit freebsd-update genauso upgraden wie das Host-System. Der Parameter -b gibt den Pfad zur Jail an:

# Normales Jail-Upgrade
freebsd-update -r 14.2-RELEASE upgrade -b /zroot/jails/myjail
freebsd-update install -b /zroot/jails/myjail
service jail restart myjail
freebsd-update install -b /zroot/jails/myjail
# Pakete aktualisieren
jexec myjail pkg upgrade
freebsd-update install -b /zroot/jails/myjail

Das Problem: Falsche Versionserkennung

Manchmal ist freebsd-update davon überzeugt, dass die Jail bereits auf der Zielversion läuft, obwohl sie es nicht ist. Prüft man manuell, steht da noch die alte Version:

jexec myjail freebsd-version
13.2-RELEASE-p9

Das passiert typischerweise wenn die Jail schon Patches bekommen hat oder wenn der Host auf einer anderen Version läuft als die Jail. freebsd-update liest die Version aus Dateien im Jail-Dateisystem und kommt durcheinander.

Die Lösung: –currently-running

Mit --currently-running gibt man freebsd-update die aktuelle Version explizit vor:

freebsd-update -b /zroot/jails/myjail --currently-running 13.2-RELEASE-p9 -r 14.2-RELEASE upgrade

Danach läuft das Upgrade normal durch. Die Version, die man bei --currently-running angibt, muss exakt der Ausgabe von freebsd-version in der Jail entsprechen, inklusive Patchlevel.

Tipp: Vor dem Upgrade einen ZFS-Snapshot der Jail anlegen. Falls etwas schiefgeht, ist ein Rollback in Sekunden erledigt.

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FreeBSD: Automatische ZFS-Snapshots mit zfs-auto-snapshot

Automatische Snapshots einrichten

Auf FreeBSD gibt es mehrere Wege, ZFS-Snapshots zu automatisieren. Ein bewährtes Tool ist zfs-auto-snapshot aus den Ports (sysutils/zfstools). Es orientiert sich an der Snapshot-Automatisierung von Solaris/OpenSolaris und kann auch konsistente Snapshots einer MySQL- oder PostgreSQL-Datenbank erstellen.

Hinweis: Seit FreeBSD 13 gibt es mit periodic(8) und dem ZFS-Periodic-Script eine eingebaute Alternative, die ohne zusätzliche Pakete auskommt. Für ältere Systeme oder mehr Kontrolle über die Retention bleibt zfstools eine gute Wahl.

Installation:

pkg install zfstools

Danach die Cronjobs in /etc/crontab eintragen:

# ZFS snapshots
15,30,45 * * * * root /usr/local/sbin/zfs-auto-snapshot frequent  4
0        * * * * root /usr/local/sbin/zfs-auto-snapshot hourly   24
7        0 * * * root /usr/local/sbin/zfs-auto-snapshot daily     7
14       0 * * 7 root /usr/local/sbin/zfs-auto-snapshot weekly    4
28       0 1 * * root /usr/local/sbin/zfs-auto-snapshot monthly  12

Falls zfs im Cronjob nicht gefunden wird, die PATH-Variable in der Crontab erweitern:

PATH=/etc:/bin:/sbin:/usr/bin:/usr/sbin:/usr/local/bin

Jetzt noch die Snapshots für das gewünschte Dataset aktivieren:

zfs set com.sun:auto-snapshot=true zroot/usr/home

Retention-Schema

Mit der Crontab oben werden folgende Snapshots vorgehalten:

  • Alle 15 Minuten — 4 Snapshots vorgehalten
  • Stündlich — 24 Snapshots vorgehalten
  • Täglich — 7 Snapshots vorgehalten
  • Wöchentlich — 4 Snapshots vorgehalten
  • Monatlich — 12 Snapshots vorgehalten

Snapshots prüfen

zfs list -r -H -t snapshot zroot/usr/home
zroot/usr/home@zfs-auto-snap_hourly-2016-05-19-11h00     21,5M  -  82,5G  -
zroot/usr/home@zfs-auto-snap_frequent-2016-05-19-11h30   14,6M  -  82,6G  -
zroot/usr/home@zfs-auto-snap_frequent-2016-05-19-11h45   13,3M  -  82,6G  -
zroot/usr/home@zfs-auto-snap_hourly-2016-05-19-12h00     14,0M  -  82,7G  -

Datenbank-Snapshots

Für konsistente Datenbank-Snapshots muss das Property auf dem Datenbank-Dataset speziell gesetzt werden — zfs-auto-snapshot friert die Datenbank dann vor dem Snapshot kurz ein:

# PostgreSQL
zfs set com.sun:auto-snapshot=postgresql zroot/data/postgres

# MySQL/MariaDB
zfs set com.sun:auto-snapshot=mysql zroot/data/mysql

Wichtig: Snapshots auf demselben System sind kein Backup-Ersatz. Geht die Platte kaputt, sind die Snapshots mit weg. Für eine echte Sicherung die Snapshots per zfs send/recv auf ein zweites System replizieren.

Mehr zu ZFS: ZFS Compression und Deduplication. Details zu allen Snapshot-Optionen in der OpenZFS-Dokumentation. Fragen? Einfach melden.

FreeBSD auf dem Desktop: Grundinstallation mit MATE

Nach der Grundinstallation von FreeBSD hängt man auf der Konsole. Kein Fenstermanager, kein Browser, keine grafische Oberfläche. Für Serverleute normal, für Desktopnutzer erstmal irritierend. Hier die Schritte von der nackten FreeBSD-Installation zu einem funktionierenden MATE-Desktop mit deutschem Layout.

Screenshot vom FreeBSD Desktop

Pakete installieren

Ein Einzeiler holt alles was man für den Anfang braucht. MATE als Desktop, Xorg als Display-Server, LightDM als Login-Manager und die üblichen Anwendungen:

pkg install xorg mate mate-desktop lightdm lightdm-gtk-greeter \
  firefox thunderbird pidgin vlc libreoffice gimp \
  de-aspell de-hunspell cups cups-pdf sudo

rc.conf anpassen

In der /etc/rc.conf die nötigen Dienste aktivieren:

# Deutsche Konsolenschriftarten
font8x8="iso15-8x8"
font8x14="iso15-8x14"
font8x16="iso15-8x16"

# D-Bus für den Desktop
dbus_enable="YES"

# Grafischer Login
lightdm_enable="YES"

# Drucken über CUPS
cupsd_enable="YES"
lpd_enable="NO"

# Temp-Verzeichnisse aufräumen
clear_tmp_enable="YES"
clean_tmp_X="YES"

# Erweiterte Device-Regeln aktivieren
devfs_system_ruleset="devfsrules_common"

Deutsche Locale

FreeBSD setzt Sprache und Zeichensatz über Login-Klassen. In der /etc/login.conf eine neue Klasse anlegen:

german|German Users Accounts:\
      :charset=UTF-8:\
      :lang=de_DE.UTF-8:\
      :tc=default:

Danach die Login-Datenbank neu bauen und dem Benutzer die Klasse zuweisen:

cap_mkdb /etc/login.conf

In vipw die Klasse german im fünften Feld eintragen:

kernel:*:1001:1001:german:0:0:Sebastian:/home/kernel:/usr/local/bin/fish

Xorg: Deutsches Tastaturlayout

Datei /usr/local/etc/X11/xorg.conf.d/keyboard-de-nodeadkeys.conf anlegen:

Section "InputClass"
    Identifier  "KeyboardDefaults"
    Driver      "keyboard"
    MatchIsKeyboard "on"
    Option      "XkbLayout" "de"
    Option      "XkbVariant" "nodeadkeys"
EndSection

Hardware-Berechtigungen

Normale Benutzer brauchen Zugriff auf Laufwerke, USB-Geräte und Soundkarten. Die /etc/devfs.rules regelt das. Wer das Thema im Detail verstehen will: Im Beitrag zu CD/DVD-Brenner-Berechtigungen unter FreeBSD ist das ausführlicher erklärt.

[devfsrules_common=7]
add path 'ada[0-9]\*'   mode 666
add path 'da[0-9]\*'    mode 666
add path 'cd[0-9]\*'    mode 666
add path 'pass[0-9]\*'  mode 666
add path 'xpt[0-9]\*'   mode 666
add path 'ugen[0-9]\*'  mode 666
add path 'usb/\*'       mode 666
add path 'video[0-9]\*' mode 666
add path 'mmcsd[0-9]\*' mode 666
add path 'lpt[0-9]\*'   mode 666
add path 'ulpt[0-9]\*'  mode 666

sudo und wheel-Gruppe

Den Benutzer in die Gruppe wheel aufnehmen und per visudo die sudo-Berechtigung setzen:

pw groupmod wheel -m kernel
# visudo
root   ALL=(ALL) ALL
kernel ALL=(ALL) ALL

loader.conf: Kernel-Module

In der /boot/loader.conf ein paar Module die auf einem Desktop sinnvoll sind:

# Neuer Grafik-Konsolentreiber
kern.vty=vt

# Kernel-Tuning
kern.ipc.shmseg=1024
kern.ipc.shmmni=1024
kern.maxproc=10000

# SD-Kartenleser
mmc_load="YES"
mmcsd_load="YES"
sdhci_load="YES"

# FUSE (Dateisysteme im Userspace, z.B. NTFS)
fuse_load="YES"

# CPU-Temperatursensoren (Intel)
coretemp_load="YES"

# tmpfs und asynchrone I/O
tmpfs_load="YES"
aio_load="YES"

# Unicode auf Wechselmedien
libiconv_load="YES"
libmchain_load="YES"
cd9660_iconv_load="YES"
msdosfs_iconv_load="YES"

# Sound
snd_driver_load="YES"

# Linux-Kompatibilität
linux_load="YES"

# ZFS ARC begrenzen (hier 2 GB, an RAM anpassen)
vfs.zfs.arc_max="2048M"

Die vfs.zfs.arc_max Einstellung ist wichtig. ZFS nutzt standardmäßig so viel RAM wie verfügbar für den Dateisystem-Cache. Auf einem Desktop mit 8 GB will man das begrenzen, damit für Anwendungen genug übrig bleibt.

Fertig

Nach einem Neustart sollte LightDM den grafischen Login zeigen. MATE als Session auswählen, anmelden, fertig. Firefox, Thunderbird, LibreOffice und der Rest sind installiert und startbereit.

FreeBSD auf dem Desktop ist nicht so komfortabel wie ein Ubuntu. Dafür hat man ein sauberes ZFS, ein durchdachtes System und eine Dokumentation die ihresgleichen sucht. Wer sich darauf einlässt, wird es mögen.

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Sun Ultra 45: XVR-2500 Grafikkarte defekt und die Frage ob sich eine Reparatur lohnt

In meiner Sun Ultra 45 ist die Grafikkarte abgeraucht. Eine Sun XVR-2500, gebaut von 3Dlabs als Wildcat Realizm 800. PCI Express x16, Dual-DVI, damals eine professionelle OpenGL-Karte für CAD und Visualisierung. Die Workstation ist von 2006, also neun Jahre alt zum Zeitpunkt des Defekts. Ein Neun-Jahre-altes System darf mal einen Defekt haben.

Die Maschine

Zwei UltraSPARC IIIi mit 1,6 GHz, 8 GB RAM, SAS-Platten. Mit Solaris drauf ist das noch immer ein brauchbares Arbeitsgerät. Natürlich kann man das alles auch auf jeder anderen Kiste machen. Aber die Maschine läuft seit Jahren perfekt und ich hänge an dem Ding.

Reparieren oder nicht?

Die Entscheidung stand zwischen endgültig in Rente schicken oder eine Ersatzkarte besorgen. Refurbished XVR-2500 gab es für rund 70 Euro. 70 Euro in ein neun Jahre altes System stecken klingt nicht rational. Andererseits: Das Gehäuse, die Tastatur, die Maus, das ganze Ding hat Charakter. Sun hat Hardware gebaut die man anfassen wollte.

Die Bilder zeigen die Workstation, die defekte Karte und ein paar Details. Wer sowas kennt, versteht warum man 70 Euro für eine Ersatzkarte ausgibt.

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FreeBSD: ZFS-Datensicherung mit Snapshots und zfs send/recv

ZFS bringt alles mit, was man für eine solide Datensicherung braucht: Snapshots sind atomar und sofort erstellt, und mit zfs send lassen sie sich über SSH auf ein anderes System replizieren. Nach einem initialen Vollabgleich werden nur noch die Differenzen übertragen.

Der Ablauf:

  • Snapshot auf dem Quellsystem anlegen
  • Ziel-Dataset auf dem Backup-Server erstellen
  • Snapshot per SSH ins Ziel schieben (Vollabgleich)
  • Weitere Snapshots anlegen und nur die Differenz übertragen

Snapshot erstellen

Auf dem Quellsystem — hier ein FreeBSD-Notebook — einen rekursiven Snapshot anlegen:

zfs snapshot -r tank/usr/home/kernel@2014-10-12

Prüfen:

zfs list -t snapshot tank/usr/home/kernel
NAME                                    USED  AVAIL  REFER  MOUNTPOINT
tank/usr/home/kernel@2014-10-12        20,0M      -  96,9G  -

Initialer Vollabgleich

Auf dem Backup-Server ein Ziel-Dataset anlegen:

zfs create DatenPool01/Datensicherung/errorlap

Den Snapshot per SSH ins Ziel schieben — -R sendet rekursiv alle Datasets und Properties mit:

zfs send -R tank/usr/home/kernel@2014-10-12 \
  | ssh root@backup-server zfs recv -Fduv DatenPool01/Datensicherung/errorlap

receiving full stream of tank/usr/home/kernel@2014-10-12 into
DatenPool01/Datensicherung/errorlap/usr/home/kernel@2014-10-12
received 98.4GB stream in 5298 seconds (19.0MB/sec)

Inkrementelle Sicherung

Neuen Snapshot anlegen und nur die Differenz zum vorherigen übertragen:

zfs snapshot -r tank/usr/home/kernel@2014-10-12-02

zfs send -R -i tank/usr/home/kernel@2014-10-12 tank/usr/home/kernel@2014-10-12-02 \
  | ssh root@backup-server zfs recv -Fduv DatenPool01/Datensicherung/errorlap

receiving incremental stream of tank/usr/home/kernel@2014-10-12-02 into
DatenPool01/Datensicherung/errorlap/usr/home/kernel@2014-10-12-02
received 991MB stream in 59 seconds (16.8MB/sec)

991 MB statt 98 GB — das ist der Vorteil inkrementeller Snapshots.

Automatisierung

Dieser Ablauf lässt sich per Skript und Cronjob vollständig automatisieren. Mit automatischen ZFS-Snapshots und SSH-Key-Authentifizierung kann man alle 15 Minuten inkrementell sichern — bei passender Internetanbindung auch standortübergreifend. Falls beim inkrementellen Transfer ein cannot receive incremental stream auftaucht, hilft der Beitrag zur Fehlerbehebung mit zfs recv -F.

Wer das Backup auf eine verschlüsselte USB-Platte statt auf einen Server schieben will, findet dort die geli-Anleitung dazu.

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Solaris 11 Shut Down / Herunterfahren Terminal

Veraltet: Solaris 11 und OpenIndiana werden kaum noch eingesetzt. Unter FreeBSD lautet der Befehl shutdown -p now, unter Linux systemctl poweroff.

Ich habe heute einen Anruf eines befreundeten Sysadmins bekommen. Der arme muss darf heute bei einem seiner Kunden den Serveraum umziehen… Dafür möchte er nun die Systeme abschalten. Jetzt steht dort ein Solaris 11 System und der zum System gehörende Admin ist krank (zufällig am Feiertag des Serverraumumzuges…)! Jetzt steht mein Bekannter also vor der Konsole und will die Kiste im Grunde nur abschalten. Folgendes Gespräch ergab sich:

Bekannter: init 0 geht nicht, beim shutdown -h now soll -h eine unknown option sein. Ich bin genervt… Wie geht das aus?
Ich: Solaris 11 im poduktiveinsatz? Dann habt ihr auch Support von Oracle; anrufen / chatte die helfen immer sofort.
Bekannter: Laber nicht rum, ich bin hier für die Microsoft Maschinen. Keine Ahnung wo ich weh anrufen kann. Du kannst das doch, oder?
Ich: Joar… Folgendes sollte dir helfen:

$ shutdown -y -i5 -g0

Bekanter: *Klacker Tipper*
Ich: Root Konsole hattest du schon oder?
Bekannter: *Klacker* japp *Klacker*
Ich: shutdown ist shutdown, -y ist damit du nicht gefragt wirst -i5 ist um die Kiste nach dem Shutdown auch aus zu machen und -g0 ist das es unverzüglich gemacht wird.
Bekannter: Warum ist das so kompliziert? Geht das nicht einfacher? Bei Linux ist das doch einfach shutdown -h now… Man… Ich will eine Maus! Ahh ich glaube er fährt runter!
Ich: Du hättest mit man shutdown den korrekten Befehl erlesen können.
Bekannter: Ach, das muss einfacher gehen!
Ich: Ok dann nimmer das nächste mal den Befehl poweroff
Bekannter: Du Sack! Danke..

Ich finde es schon sinnvoll unterschiedliche Arten eines shutdown zu haben. Vor allem mit verschiedenen Arten der Signalisierung.

VirtualBox CompareExchange128

Veraltet: Windows 8 und 8.1 sind seit Januar 2023 komplett ohne Support. Das hier beschriebene VirtualBox-Problem ist nur bei diesem spezifischen Upgrade-Pfad relevant.

Da versuche ich gerade mein Windows 8 auf Windows 8.1 in der VirtualBox zu heben, da springt mich unverhofft eine Meldung an. Ich könne Windows 8.1 nicht installieren da mein Prozessor CompareExchange128 nicht unterstützt.

CompareExchange 128? Das kommt mir im Zusammenhang mit C/C++ und dem Compiler irgendwie bekannt vor. Ich hatte da mal etwas mit einer Binary unter einem FreeBSD. Hing zusammen mit einer AMD64 CPU und noch irgendwas… Gott, warum kann ich mir so einen Mist nicht merken. Aber ich habe in meiner aktuellen Kiste eine Intel CPU. Wobei es wohl eher mit 64Bit als mit dem CPU Hersteller zu schaffen hat. Kann mich da bitte noch mal jemand schlau machen?

Öhm wie auch immer ich erinnere mich daran dass irgendeine recht kryptisch aussehender „Befehlssatz/Anweisung“ im Prozessor genutzt werden sollte. Das Programm auf dem FreeBSD war irgendwie sehr Hardwarenahe übersetzt worden……

Google brachte mich auf den richtigen Weg, nachdem ich es mit: FreeBSD Compareexchange 128 und AMD64 gefüttert hatte. Plöp: http://en.wikipedia.org/wiki/X86-64 und CMPXCHG16B instruction.

Meine CPU:

$ cat /proc/cpuinfo |grep "model name"|uniq
model name : Intel(R) Core(TM) i5-3450 CPU @ 3.10GHz

Kann diese instruction aber und ich wüsste jetzt nicht das mein Bios oder Hostkernel es abschaltet (warum auch?). AAABBBER vielleicht muss man es für VirtualBox einschalten?!? Ok also VBoxManage und öhm sicherlich VBoxInternal und ich würde es bei CPUM?/device? Vermuten… Ach noch mal Google fragen!

Google bringt mit den Worten: CMPXCHG16B und VirtualBox auch direkt ein passendes Ergebnis!

$ VBoxManage setextradata "Windows 8 " VBoxInternal/CPUM/CMPXCHG16B 1

Tja, was soll ich sagen? Geht. Gefühlt habe ich mich mit dem Thema schon wieder zu lange beschäftigt und vor allem zu oft Google fragen müssen (ich bin so schlecht). Also tippe ich mal CompareExchange128 CPU und Instruction hier hin. Dann erinnere ich mich sicher daran es mal hier hin geschrieben zu haben .o0(oder auch nicht).

Warum keine Windows Server Sicherung?

Eine gute Frage, oder? Nun ja, man bekommt diese tolle Windows Server Image oder Image Server Sicherung ja kostenlos von Microsoft dazu. Mit ihr lassen sich auch tatsächlich komplette Server sichern. Dieses sogar zuverlässig.

Ich muss aber sicher nicht erwähnen, dass ich im Grunde keine Ahnung von Microsoft Systemen und vor allem der Windows Server Sicherung habe, oder? Egal, mal weiter! Ich wollte ja die Frage beantworten….

Die Windows Server Sicherung kann nicht mit Bandlaufwerken oder ähnlichem umgehen. Natürlich kann man auf einen Netzwerk Share -eine Freigabe- sichern. Da die Sicherung in diesem Fall leider keine Volume Shadow Copy vom Ziel erstellen kann, würde die laufende Sicherung also die bestehende Überschreiben. Bricht die Sicherung als „unvollständig“ ab, hat man nichts mehr.

Volume Shadow Copy…. Weist man der Windows Server Sicherung ein spezielles Backup Volume zu, gibt es der Windows Sicherung die Möglichkeit solche Schattenkopien vom Ziel anzulegen. Man verliert also bei einer unvollständigen Sicherung nicht unbedingt die alten Sicherungen.. Damit sind wir also bei einer im Rechner verbauten Platte, einer externen USB Platte (bis hier eine schlechte Idee) oder auch bei einer ISCSI Platte. Ersteinmal ok, oder? Jain, warum erkläre ich später! Erst noch etwas zu den Schattenkopien. Windows selbst hat natürlich die Möglichkeit einzelne Schattenkopie von seinen Dateien anzulegen. Diese werden sogar noch von der Serversicherung gesichert. So könnte man also nach dem Zurückspielen einer Vollsicherung sogar noch zu einem etwas älteren Stand zurückspringen. Denn noch muss zuerst die Vollsicherung zurückgespielt werden und dann geht es auf einen älteren Stand. Das ist im Falle einer Rücksicherung sehr langwierig. Funktioniert denn noch sehr gut…

Vollsicherung… Die Windows Server Sicherung kann nur Vollsicherungen erstellen, also keine inkrementell oder differentielle Datensicherung. Das bedeutet man muss jeden Tag die kompletten Daten zum Sicherungsziel „pumpen“. Nutzt man nun als Ziel ein intelligentes Storage System wie ein NetApp oder ein ZFS basiertes System (Nexenta, OpenIndiana, Solaris, FreeNas)… Vielleicht noch zusammen mit ISCSI…. dann bringen einem sehr viele der feinen Zusatzfunktionen des Storage Servers kaum noch etwas. Mal angenommen man möchte sein Storage System mit einem anderen abgleichen, dann wird ebenfalls wieder alles kopiert, da sich ja leider immer alles ändert. Dumme Sache das 🙁

Möchte man also seine Sicherung nicht im Unternehmen liegen haben (Feuer / Flugzeug / Wasser / ..) würde so jeden Tag die vollständige Sicherung bewegt werden müssen. Denkt man nun an ein paar TB wird schnell klar, das man sich schon extreme Anbindungen an seinen Standort mieten muss, nur um die Sicherung überhaupt in einem gewissen Zeitfenster aus dem Haus zu bekommen.

Hier kommen dann wieder die etwas teureren Sicherungsprogramme anderer Hersteller ins Spiel .-)

Um es also auf den Punkt zu bringen… Die Windows Server Sicherung funktioniert und hält was sie verspricht, ohne die Möglichkeit einer differentielle Sicherung wird sie denn noch von mir in fast allen Fällen eine Abfuhr bekommen.

Oh ja, sobald es die Möglichkeit einer differentiellen Datensicherung gibt, bitte melden!

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TRIM für SSDs und Flash-Speicher unter Linux aktivieren

Was macht TRIM?

Wenn eine Datei gelöscht wird, entfernt das Dateisystem nur den Eintrag aus seinem Inhaltsverzeichnis. Die Speicherblöcke werden als überschreibbar markiert — aber der Datenträger selbst erfährt davon nichts. Bei klassischen Festplatten ist das egal. Bei Flash-Speicher (SSDs, USB-Sticks, Speicherkarten) wird es zum Problem.

Flash-Speicher verteilt Schreibvorgänge gleichmäßig über alle Zellen — das nennt sich Wear Leveling und verlängert die Lebensdauer. Dafür muss der Controller aber wissen, welche Blöcke frei sind. Ohne diese Information kann er irgendwann nur noch den kleinen Reservebereich nutzen und wird spürbar langsam. Genau hier kommt TRIM ins Spiel: Es teilt dem Datenträger mit, welche Blöcke nicht mehr gebraucht werden.

Methode 1: fstrim (manuell oder per Cronjob)

  • Informiert den Datenträger nur zum Zeitpunkt der Ausführung
  • Funktioniert ab Kernel 2.6.33
  • Lässt sich einfach per Cronjob automatisieren

Einmalig ausführen:

fstrim -v /

Täglich per Cronjob — ein Script unter /etc/cron.daily/hdd-trim anlegen:

#!/bin/bash
echo "Gestartet am: $(date)" >> /var/log/hdd-trim.log
fstrim -v / >> /var/log/hdd-trim.log
chmod +x /etc/cron.daily/hdd-trim

Die meisten Linux-Distributionen bringen mittlerweile einen systemd-Timer fstrim.timer mit, der wöchentlich TRIM ausführt. Ob er aktiv ist: systemctl status fstrim.timer

Methode 2: discard (Echtzeit-TRIM per fstab)

  • Informiert den Datenträger in Echtzeit bei jedem Löschvorgang
  • Erzeugt minimal mehr I/O als periodisches fstrim
  • Bei modernen SSDs und Kerneln problemlos nutzbar

In der /etc/fstab die Option discard zu den Mount-Optionen hinzufügen:

/dev/sda1  /  ext4  noatime,errors=remount-ro,discard  0  1

Device, Mountpunkt und Dateisystem natürlich an das eigene Setup anpassen.

Welche Methode?

Für die meisten Setups reicht der wöchentliche fstrim.timer — das ist heute die empfohlene Methode. discard in der fstab ist sinnvoll, wenn der Datenträger permanent voll ist und sofort von freigegebenen Blöcken profitieren soll. Für ZFS gibt es eine eigene TRIM-Konfiguration — siehe TRIM im ZFS-Pool aktivieren.

Achtung: TRIM sagt dem Datenträger, dass er Blöcke überschreiben darf. Wenn hier etwas schiefgeht, sind Daten weg. Vorher prüfen, ob Kernel, Dateisystem und SSD-Firmware TRIM korrekt unterstützen — und ein Backup haben.

Siehe auch: TRIM für SSDs im ZFS-Pool

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