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Schlagwort: InfoSec (Seite 14 von 16)

Schönes Tool zum Testen / Prüfen seines SPF oder DMARC RECORDS

Die Webseite https://dmarcian.com stellt zwei sehr schöne Möglichkeiten zur Verfügung um seinen >> DMARC-RECORD << und oder seinen >> SPF-RECORD << zu testen.

Am besten gefällt mir dabei der SPF Test, denn dieser sammelt auch gleich alle nötigen DNS Lookups zusammen und visualisiert sie einem recht ansprechend.

Bunte Bilder *wwwööööööööööhhhhhhhhhyyyyyyyyy*

Ja, wenn es hilft schick mir eine E-Mail und ich sage dir ob deine Konfiguration sauber ist.

Viel Spaß!

Siehe auch: SPF-Record einrichten

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SPF-Record einrichten: Wie du festlegst, wer für deine Domain Mails versenden darf

SPF-Record-Einrichtung für eine Domain mit TXT-Beispiel, erlaubten Mailservern, SPF-Mechanismen, Qualifiern, 10-DNS-Lookup-Limit und Hinweis auf DKIM und DMARC.

SPF (Sender Policy Framework, RFC 7208) legt per DNS fest, welche Server für eine Domain E-Mails versenden dürfen. Empfangende Mailserver prüfen bei jeder eingehenden Mail, ob die IP-Adresse des sendenden Servers im SPF-Record der Absenderdomain steht. Steht sie nicht drin, wird die Mail je nach Policy abgewiesen oder markiert.

Aufbau eines SPF-Records

Ein SPF-Record ist ein TXT-Record im DNS der Domain. Ein typisches Beispiel:

kernel-error.de.  IN  TXT  "v=spf1 ip4:148.251.30.205 ip6:2a01:4f8:262:4716::25 mx -all"

Wichtig: Der alte DNS-Record-Typ IN SPF ist seit RFC 7208 (2014) abgeschafft. Nur IN TXT verwenden.

Mechanismen

Jeder Mechanismus definiert eine Regel, gegen die die IP des sendenden Servers geprüft wird:

ip4:148.251.30.205Diese IPv4-Adresse darf senden. Auch Netze möglich: ip4:148.251.30.0/24
ip6:2a01:4f8:...Diese IPv6-Adresse darf senden
mxAlle IP-Adressen der MX-Records der Domain dürfen senden
aDie IP-Adresse des A/AAAA-Records der Domain darf senden
a:smtp.example.deDie IP-Adresse eines bestimmten Hosts darf senden
include:example.deDie SPF-Policy einer anderen Domain mit einbeziehen (z.B. für externe Dienstleister)
redirect=example.deGesamte SPF-Policy von einer anderen Domain übernehmen

Nicht mehr verwenden: Der ptr-Mechanismus ist seit RFC 7208 explizit nicht empfohlen. Er erzeugt unnötige Reverse-DNS-Abfragen und ist fehleranfällig.

Qualifier: Was passiert bei einem Treffer?

Vor jedem Mechanismus kann ein Qualifier stehen, der bestimmt, was mit der Mail passiert:

+ (Pass)Erlaubt (Standard, wenn kein Qualifier angegeben)
- (Fail)Nicht erlaubt, Mail soll abgewiesen werden
~ (SoftFail)Nicht erlaubt, aber nicht hart ablehnen, Mail markieren
? (Neutral)Keine Aussage, wie kein SPF

Hardfail oder Softfail?

Am Ende des SPF-Records steht der Catch-All-Mechanismus all mit einem Qualifier:

  • -all (Hardfail), alle Server die nicht explizit gelistet sind, dürfen nicht senden. Empfänger soll ablehnen.
  • ~all (Softfail), alle nicht gelisteten Server sind verdächtig, aber nicht definitiv verboten. Mail wird zugestellt, aber markiert.

In der Praxis: -all ist die klare Empfehlung, wenn man weiß, welche Server für die Domain senden. ~all war lange der konservative Ansatz, weil manche Empfänger SPF-Fails zu aggressiv behandelten. Seit DMARC den Umgang mit SPF-Ergebnissen standardisiert hat, ist das kein Argument mehr. Wer DMARC einsetzt, sollte -all verwenden.

Das 10-Lookup-Limit

RFC 7208 erlaubt maximal 10 DNS-Abfragen pro SPF-Prüfung. Jeder include, mx, a und redirect zählt als Lookup. ip4 und ip6 verursachen keine Abfrage, die stehen direkt im Record.

Das wird schnell zum Problem, wenn man externe Dienstleister einbindet. Ein include:_spf.google.com zieht allein schon 3-4 weitere Lookups nach sich. Wer Office 365, Google Workspace und einen Newsletter-Dienst kombiniert, sprengt das Limit leicht. Die Fehlermeldung:

PermError SPF Permanent Error: Too many DNS lookups

Lösung: Den SPF-Record so schlank wie möglich halten. Wo möglich ip4/ip6 statt include verwenden, das verbraucht keine Lookups. Externe Dienstleister nach IP-Ranges fragen statt blind deren Include-Ketten zu übernehmen.

SPF-Record testen

# SPF-Record abfragen
dig TXT kernel-error.de +short

# Ergebnis prüfen, sollte den v=spf1 Record zeigen
# Mehrere TXT-Records sind normal (SPF, DMARC, DKIM Policy etc.)

Für einen vollständigen Check mit Lookup-Zählung eignen sich Online-Tools wie kitterman.com/spf oder mxtoolbox.com. Die zeigen auch verschachtelte Includes auf und warnen bei Überschreitung des 10-Lookup-Limits.

SPF allein reicht nicht

SPF prüft die IP-Adresse gegen den Envelope-From (die Adresse aus dem SMTP-MAIL FROM-Kommando), nicht gegen den From:-Header, den der Empfänger sieht. Ein Angreifer kann also eine Mail mit gefälschtem From:-Header senden, solange der Envelope-From eine Domain ist, die er kontrolliert. Der Empfänger sieht den gefälschten Absender, SPF sagt trotzdem „Pass“.

Siehe auch: SPF Records

Genau dieses Problem löst DMARC: Es prüft, ob die Domain im From:-Header mit der SPF-Domain (Alignment) oder der DKIM-Signatur übereinstimmt. Erst SPF + DKIM + DMARC zusammen ergeben eine vollständige E-Mail-Authentifizierung. Fragen? Einfach melden.

DMARC einrichten: Policy, Alignment und Reporting für deine Domain

Hinweis vom 17. September 2026: Dieser Beitrag bezieht sich auf RFC 7489, das seit Mai 2026 durch RFC 9989 (DMARCbis) abgelöst ist. Was sich dadurch ändert, steht im neuen Beitrag RFC 9989 löst RFC 7489 ab: was sich für DMARC wirklich ändert. Der Rest dieses Beitrags bleibt unverändert, er ist als historisches Dokument zu RFC 7489 weiterhin korrekt.

DMARC-Einrichtung für eine Domain mit SPF, DKIM, Alignment, Policy-Stufen, Reporting und Beispiel-DNS-Record.

DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance, RFC 7489) baut auf SPF und DKIM auf. Es löst zwei Probleme, die SPF und DKIM allein offen lassen: Erstens kann der Absender festlegen, was mit Mails passieren soll, die weder SPF noch DKIM bestehen. Zweitens bekommt der Absender Berichte darüber, wie seine Mails bei den Empfängern ankommen.

DMARC-Record aufbauen

DMARC wird als TXT-Record unter _dmarc.domain.de im DNS veröffentlicht. Ein Beispiel:

_dmarc.kernel-error.de.  IN TXT  "v=DMARC1; p=quarantine; adkim=s; aspf=s; pct=100; rua=mailto:postmaster@kernel-error.de; ruf=mailto:postmaster@kernel-error.de"

Die einzelnen Parameter:

v=DMARC1Protokollversion (immer DMARC1)
p=quarantinePolicy für die Hauptdomain (siehe unten)
sp=quarantinePolicy für Subdomains (optional, erbt sonst von p)
adkim=sDKIM-Alignment: s = strict, r = relaxed
aspf=sSPF-Alignment: s = strict, r = relaxed
pct=100Prozent der Mails, auf die die Policy angewendet wird
rua=mailto:...Adresse für aggregierte Berichte (täglich, XML)
ruf=mailto:...Adresse für forensische Berichte (pro Vorfall)

Alignment: Wofür DMARC wirklich da ist

SPF prüft den Envelope-From, DKIM prüft die signierende Domain. Beides sagt nichts über den From:-Header aus, den der Empfänger tatsächlich sieht. DMARC schließt diese Lücke mit dem sogenannten Alignment: Es verlangt, dass mindestens eine der beiden Prüfungen (SPF oder DKIM) zur Domain im From:-Header passt.

Strict (s) bedeutet: Die Domains müssen exakt übereinstimmen. Relaxed (r) erlaubt auch Subdomains (z.B. mail.kernel-error.de passt zu kernel-error.de). Für die meisten Setups ist strict die richtige Wahl, solange alle ausgehenden Mails über die Hauptdomain signiert werden.

Policy-Stufen

Der p-Parameter legt fest, was der Empfänger mit Mails machen soll, die weder SPF noch DKIM bestehen:

p=noneNur beobachten, nichts tun. Gut zum Einstieg, um über die Reports erstmal zu sehen was passiert.
p=quarantineAls Spam markieren. Die Mail wird zugestellt, landet aber im Spam-Ordner.
p=rejectAblehnen. Die Mail wird gar nicht erst angenommen.

Der empfohlene Weg: Mit p=none anfangen und die Reports auswerten. Wenn alles sauber aussieht, auf quarantine hochdrehen. Wenn auch das stabil läuft, auf reject gehen. Mit pct kann man die Policy schrittweise ausrollen, z.B. erst auf 10% der Mails anwenden und dann langsam erhöhen.

Reporting

Die aggregierten Reports (rua) kommen einmal am Tag als komprimierte XML-Dateien per Mail. Darin steht, welche IPs Mails mit deiner Domain versendet haben und ob SPF/DKIM bestanden oder durchgefallen sind. Das ist Gold wert: Man sieht sofort, ob jemand die Domain missbraucht oder ob ein legitimer Dienst falsch konfiguriert ist.

Die XML-Dateien sind nicht besonders lesefreundlich. Zum Auswerten eignet sich dmarcian.com (XML hochladen, menschenlesbare Übersicht bekommen) oder man baut sich eine eigene Auswertung. Für größere Setups gibt es Open-Source-Tools wie parsedmarc, die Reports automatisch verarbeiten und in Elasticsearch oder eine Datenbank schieben.

Die forensischen Reports (ruf) liefern Details zu einzelnen fehlgeschlagenen Mails. In der Praxis schicken die meisten großen Provider (Google, Microsoft) allerdings keine forensischen Reports mehr, aus Datenschutzgründen. Die aggregierten Reports reichen für die meisten Fälle aus.

Cross-Domain-Reporting

Wer mehrere Domains betreibt und die Reports zentral an eine Adresse schicken will, muss aufpassen. Soll der Report für kernel-error.com an postmaster@kernel-error.de gehen, muss die Empfänger-Domain das erlauben. Dafür braucht es einen zusätzlichen TXT-Record in der Zone von kernel-error.de:

kernel-error.com._report._dmarc.kernel-error.de.  IN TXT  "v=DMARC1"

Dieser Record sagt: „kernel-error.de akzeptiert DMARC-Reports für kernel-error.com.“ Ohne diesen Eintrag ignorieren Empfänger die Report-Adresse, weil sie in einer fremden Domain liegt.

DMARC testen

# DMARC-Record abfragen
dig TXT _dmarc.kernel-error.de +short

Einen vollständigen Check inklusive SPF und DKIM bekommt man über mxtoolbox.com oder ähnliche Online-Tools. Einfach eine Testmail an die Prüfadresse schicken und den Report abwarten.

Das Zusammenspiel

DMARC funktioniert nur zusammen mit SPF und DKIM. Alle drei zusammen ergeben eine vollständige E-Mail-Authentifizierung: SPF legt fest welche Server senden dürfen, DKIM signiert die Mail kryptografisch und DMARC verknüpft beides mit einer Policy und liefert Feedback. Wer das Ganze mit rspamd betreibt, hat Auswertung und Enforcement gleich mit dabei. Fragen? Einfach melden.

Version bei BIND nicht anzeigen lassen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Es gibt viele gute Gründe warum man die Version seines DNS Servers unkenntlich machen sollte. Viele Roboter und noch mehr Scriptkiddies suchen nach Versionen mit Sicherheitslöchern. Natürlich sollte man seine Version immer auf dem aktuellen Stand der Sicherheitsupdates halten… Denn noch kommt es vor dass man auch mal ein paar Tage auf einer „kaputten“ Version läuft. Dieses muss man ja nicht jedem unter die Nase reiben, hm?

Beim Bind ist es extrem einfach. Man reißt einfach mit dem Editor seiner Wahl die named.conf auf und wandert zum Options-Bereich. Dort ergänst man einfach die Option version:

options
{

[Zeugs und andere Optionen]
version "unknown";
[noch mehr Zeugs und andere Optionen]

};

Nun einfach Bind seine Konfiguration neu laden lassen:

$ rndc reconfig

Schon wird keine Version mehr angezeigt. Testen kann man alles wie immer mit dig:

$ dig -c CH -t txt version.bind +short @dns1.telekom.de
"SORRY"

Sorry finde ich gut liebe Telekom.

Bock auf ein kleines Spiel? Wer mir zuerst sagt auf welchem Schiff mein primärer DNS Server stehen müsste, der bekommt eine Dose Dr Pepper Cola geschenkt.


Update 26.11.2013 19:53

Glückwunsch Dome, du bekommst die Dose. Bekomme ich ein Foto wie alles ausschaut nachdem DHL das Paket (oder besser Maxibrief *grübel*) bei dir abgegeben hat? Ich löse aber mal nicht, dann können die anderen noch mitspielen!

Siehe auch: DNSSEC einrichten

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Ping ok aber bitte nur als root….

Ich hocke hier an meinem Sabayon Linux Hobel und bin etwas genervt da ich einen einfachen ping oder ping6 nur mit den erweiterten Rechten vom root ausführen kann.

$ ping www.kernel-error.de
ping: icmp open socket: Operation not permitted

Um es mir einfach zu machen hilft es die Rechte an den beiden Programmen zu ändern:

$ chmod u+s /bin/ping
$ chmod u+s /bin/ping6

Schon kann fast jeder User wieder pingen!

 

 

 

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ClamAV unter Sabayon Linux mit systemd installieren und einrichten​

Veraltet: Sabayon Linux wurde 2020 eingestellt. ClamAV lässt sich unter jedem aktuellen Linux problemlos installieren.

Ich sitze hier gerade vor einem Sabayon mit XFCE und wundere mich darüber dass der ClamAV nicht nach der Installation „out of the Box“ funktioniert.

Folgende kurze Schritte sind nötig damit er bei mir die Basisarbeit in aktueller Form aufnimmt.

$ equo install app-antivirus/clamav
$ cp /etc/freshclam.conf.sample /etc/freshclam.conf
$ systemctl enable freshclamd.service
$ systemctl enable clamd.service
$ systemctl start freshclamd.service
$ systemctl start clamd.service

So long…

Unsichere Protokolle und Prüfsummen am Apache2 deaktivieren

Im Grunde könnte es mir ja fast egal sein, welche Protokollversion und/oder Prüfsumme der Client verwendet um mit dem Server zu sprechen. Ist es denn noch nicht. Der Client verbindet sich mit dem Server. Dabei teilt der Client dem Server mit was er kann, der Server tut dieses ebenfalls. Dann einigen sich beide auf ein Protokoll und eine Prüfsumme. Dabei kann der Server wie auch der Client sagen welches ihm denn am liebsten wäre. Wenn sich nun beide für etwas unsicheres entscheiden, gehen die Daten unsicher über die Leitung 🙁

Warum also nicht dem Server sagen er soll nur die „sicheren“ Protokolle anbieten? Dieses lässt sich recht schnell erledigen, indem man in seine Apache 2 Serverkonfiguration folgendes aufnimmt:

SSLProtocol -ALL +SSLv3 +TLSv1  
SSLCipherSuite ALL:!ADH:RC4+RSA:+HIGH:+MEDIUM:!LOW:!SSLv2:!EXPORT

Die einzelnen Optionen sind so schön benannt, dass man sich nicht mal mehr erklären muss, oder? Denn noch verlinke ich natürlich gerne hier hin: http://httpd.apache.org/docs/2.2/mod/mod_ssl.html

Nachteile hat das ganze natürlich auch… Ältere Clients oder Systeme welche dummerweise kein passendes Protokoll / Chipher unterstützen, können keine verschlüsselte Verbindung mehr aufbauen. Meine Erfahrung zeigt aber, wenn man den Menschen die Möglichkeit gibt einfach durch die Sache zu kommen, machen sie es auch! Ich meine damit: „Solange es irgendwie funktioniert.“ Kümmert sich kaum jemand um ein Upgrade auch die Entwickler komme nicht aus dem Quark. Natürlich darf man nicht nach der Verabschiedung des neusten Standards die vorherigen fallen lassen…. Nur klar unsichere und seit Jahren überholte, die darf man dann schon mal los lassen (Windows XP *hust*).

Ach ja, möchte man einen Server testen gibt es mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten ist sicher: https://www.ssllabs.com/ssldb/index.html Wer es lieber selbst auf der Konsole machen möchter, der freut sich sicher über sslscan http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=204329

 

 

 

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Sicheres SSL / TLS Zertifikat

Es ist Zeit für ein neues Serverzertifikat. Im Standard sind dieses RSA Schlüssel mit einer Länge von 2048 Bit und SHA1 als Hash Algorithmus für Signaturen. Bei SHA1 bekommt man leider etwas Bauchschmerzen… 2048 Bit Keys sind nun ebenfalls nicht SO lang. Theoretisch noch „sicher“ aber wer will es schon darauf anlegen?

Nun wurde über Jahre an SSL / TLS Zertifikaten dieser Art festgehalten. Meist um kompatibel mit älteren Systemen zu sein. So können zum Beispiel die Betriebssysteme Windows XP sowie das darauf basierende Server Betriebssysteme von der Firma Microsoft, Windows Server 2003, nicht mit SHA2 umgehen.

Ich werde für die nächste Zertifikatsrunde auf 4096 Bit lange Schlüssel und SHA2 (SHA256) setzten. Selbst wenn ich damit einige Windows XP Benutzer abhängen werde!

Natürlich braucht man zusätzlich eine CA, welche mit X.509 Zertifikaten dieser Art umgehen kann. StartCOM / StartSSL kann dieses glücklicherweise. Ich erstelle die Zertifikate jeweils mit openSSL (Patch nicht vergessen!).

Key erstellen:

openssl req -new -outform PEM -out http.cert -sha256 -newkey rsa:4096 -nodes -keyout http.key -keyform PEM -days 730 -x509

Zertifizierungsanforderung (CSR) erstellen:

openssl req -new -key http.key -out http.csr -sha256

Die von er CA Unterzeichnete CSR einpflegen:

cat http.key http.crt > http.pem

Diffie Hellman Parameter erstellen und einfach mit ins pem werfen:

openssl gendh 4096 >> http.pem

Ja, es sind 4096bit für DH. dieses kann etwas dauern. Ist aber am Ende nötig damit zum Beispiel der Apache >=2.4 diese Bits auch nutzen kann!

Noch Fragen?

Siehe auch: Von RSA zu ECDSA

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Der sichere GPG-Schlüssel

Absolut sicher ist nichts. Man kann nur versuchen, es Angreifern so aufwendig wie möglich zu machen. Bei GPG-Schlüsseln fängt das bei der Schlüssellänge und den Algorithmen an.

Schlüssellänge und Algorithmus

DSA-Schlüssel sind auf 512-1024 Bit begrenzt und anfällig bei schlechten Zufallsgeneratoren. ElGamal-Schlüssel können beliebig groß werden, teilen aber das Zufallsproblem. RSA mit 4096 Bit ist heute ein guter Kompromiss: rechenbar für aktuelle Hardware, nicht rechenbar für bekannte Angriffe. Quantencomputer könnten RSA in Zukunft gefährden, sind davon aber noch weit entfernt.

Unterstützte Verfahren anzeigen

gpg --version

Unterstützte Verfahren:
Öff. Schlüssel: RSA, ELG, DSA
Verschlü.: IDEA, 3DES, CAST5, BLOWFISH, AES, AES192, AES256, TWOFISH,
            CAMELLIA128, CAMELLIA192, CAMELLIA256
Hash: MD5, SHA1, RIPEMD160, SHA256, SHA384, SHA512, SHA224
Komprimierung: nicht komprimiert, ZIP, ZLIB, BZIP2

MD5 ist gebrochen, SHA1 gilt als unsicher. SHA-256 und SHA-512 sind die sinnvolle Wahl. Bei den symmetrischen Verfahren sind AES-256 und Twofish solide. 3DES bleibt als Fallback, weil GPG es als Pflichtverfahren mitführt.

Algorithmus-Präferenzen setzen

Man kann im eigenen Schlüssel festlegen, welche Algorithmen in welcher Reihenfolge bevorzugt werden. Die kurze Key-ID (0x0F9874D8) reicht dafür, auch wenn man für andere Zwecke besser die volle Fingerprint-ID nutzt.

gpg --edit-key 0x0F9874D8

Aktuelle Einstellungen anzeigen:

gpg> showpref
[ uneing.] (1). Sebastian van de Meer (E-Mail Address) kernel-error @ kernel-error.com;
Verschlü.: TWOFISH, AES256, AES192, 3DES
Digest: RIPEMD160, SHA512, SHA256, SHA1
Komprimierung: BZIP2, ZLIB, nicht komprimiert
Eigenschaften: MDC, Keyserver no-modify

Gewünschte Algorithmen setzen:

gpg> setpref TWOFISH AES256 AES192 RIPEMD160 SHA512 SHA256 BZIP2 ZLIB
gpg> q
Änderungen speichern? (j/N) j

Der Schlüssel arbeitet ab sofort nur noch mit den festgelegten Verfahren. Kommunikationspartner, deren GPG-Installation keines dieser Verfahren unterstützt, fallen automatisch auf 3DES zurück.

Welchen Verfahren man letztlich vertraut, muss jeder für sich entscheiden.


Update 2025: Gehärtete gpg.conf für GnuPG 2.4

Die Schlüssel-Präferenzen oben sind der erste Schritt. Der zweite ist die lokale gpg.conf. Sie bestimmt, welche Algorithmen GnuPG überhaupt anbietet, wie die Passphrase gehärtet wird und wo nach Schlüsseln gesucht wird. Meine aktuelle Konfiguration für GnuPG 2.4 unter Linux:

# ~/.gnupg/gpg.conf — Hardened Config für GnuPG 2.4

# Ausgabe: lange Key-IDs und Fingerprints anzeigen
keyid-format 0xlong
with-fingerprint
utf8-strings

# Schlüssel automatisch suchen: erst WKD, dann DANE, dann Keyserver
auto-key-retrieve
auto-key-locate wkd,dane,local,keyserver
keyserver hkps://keys.openpgp.org

# Starke Defaults
cipher-algo AES256
digest-algo SHA512
cert-digest-algo SHA512

# KDF-Härtung: S2K mit 65 Mio. Iterationen
s2k-mode 3
s2k-digest-algo SHA512
s2k-cipher-algo AES256
s2k-count 65011712

# Legacy-Algorithmen komplett deaktivieren
disable-cipher-algo 3DES
disable-cipher-algo IDEA
disable-cipher-algo CAST5
disable-cipher-algo BLOWFISH
disable-cipher-algo TWOFISH

# Metadata minimieren
no-comments
no-emit-version
export-options export-minimal

# Trust-Modell: TOFU kombiniert mit Web of Trust
trust-model tofu+pgp

# Bevorzugte Algorithmen (lokal)
personal-cipher-preferences AES256 AES192 AES
personal-digest-preferences SHA512 SHA384 SHA256
weak-digest SHA1
force-ocb

# Default-Key (Ed25519)
default-key 0x5F279C362EEAB216

Was sich geändert hat

Ed25519 statt RSA. Mein aktueller Schlüssel ist ein Ed25519. Kürzere Schlüssel, schnellere Operationen, gleiche Sicherheit. RSA 4096 funktioniert weiterhin, aber für neue Schlüssel gibt es keinen Grund mehr dafür.

Legacy-Algorithmen deaktiviert. 3DES, IDEA, CAST5, Blowfish und Twofish sind per disable-cipher-algo komplett gesperrt. GnuPG bietet sie nicht mehr an und akzeptiert sie nicht. Das ist aggressiver als setpref, weil es auch eingehende Nachrichten betrifft. Wer damit Probleme bekommt, hat ein Gegenüber mit sehr veraltetem Setup.

S2K-Hardening. Die s2k-count Direktive bestimmt, wie oft die Passphrase bei symmetrischer Verschlüsselung gehasht wird. 65 Millionen Iterationen machen Brute-Force auf die Passphrase deutlich teurer. Der Wert ist der Maximalwert, den GnuPG akzeptiert.

OCB statt MDC. force-ocb erzwingt Authenticated Encryption (OCB) statt des älteren MDC (Modification Detection Code). OCB erkennt Manipulationen kryptographisch, nicht nur per Hash.

TOFU+PGP. trust-model tofu+pgp kombiniert das klassische Web of Trust mit Trust on First Use. Beim ersten Kontakt wird der Schlüssel akzeptiert, danach warnt GnuPG bei Änderungen. Pragmatischer als reines WoT, das in der Praxis kaum jemand pflegt.

WKD und DANE. auto-key-locate wkd,dane,local,keyserver sucht Schlüssel zuerst per Web Key Directory und DANE, bevor der Keyserver gefragt wird. WKD liefert den Schlüssel direkt von der Domain des Empfängers. keys.openpgp.org als Keyserver statt der alten SKS-Pools, weil dort E-Mail-Adressen nur nach Bestätigung veröffentlicht werden.

Metadata minimieren. no-comments, no-emit-version und export-minimal sorgen dafür, dass verschlüsselte Nachrichten und exportierte Schlüssel keine unnötigen Informationen enthalten. Kein Kommentarfeld, keine GnuPG-Versionsnummer, keine überflüssigen Signaturen beim Export.

Siehe auch: GPG: E-Mails signieren und verschlüsseln mit GnuPG, GPG-Schlüssel per PKA im DNS veröffentlichen, OPENPGPKEY: GPG-Schlüssel direkt im DNS veröffentlichen

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Linux LUKS: Falsche Tastatur bei der Passphrase-Abfrage

Festplattenverschlüsselung mit LUKS ist eine feine Sache. Bis man beim Booten sein Passphrase eingibt, es dreimal falsch ist und sich fragt ob man den Verstand verloren hat. Man hat sein Passphrase mit deutscher Tastatur eingerichtet, aber beim Booten lädt Linux die Keymap erst nach der LUKS-Abfrage. Also tippt man auf einer englischen Tastatur und wundert sich, warum Y und Z vertauscht sind und die Umlaute fehlen.

Ich hab mich davon auch schon verarschen lassen. Nicht nur einmal. Die Lösung ist je nach Distribution unterschiedlich, aber das Grundprinzip ist immer dasselbe: Man muss dem initramfs beibringen, die richtige Keymap zu laden bevor die Passphrase-Abfrage kommt.

Lösung: vconsole.conf + initramfs

Auf systemd-basierten Distributionen (Debian, Ubuntu, Fedora, Arch) setzt man die Keymap in /etc/vconsole.conf:

# /etc/vconsole.conf
KEYMAP=de-latin1

Danach das initramfs neu bauen, damit die Keymap beim Booten verfügbar ist:

# Debian/Ubuntu
update-initramfs -u

# Fedora/RHEL
dracut --force

# Arch
mkinitcpio -P

Nach dem nächsten Reboot wird die deutsche Keymap vor der LUKS-Abfrage geladen.

Alternative: GRUB Kernel-Parameter

Auf Gentoo-basierten Distributionen (Gentoo, Funtoo, das inzwischen eingestellte Sabayon) kann man die Keymap über Kernel-Parameter in GRUB setzen:

# /etc/default/grub
GRUB_CMDLINE_LINUX="... dokeymap keymap=de"

Nach grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg greift das beim nächsten Boot. dokeymap weist das initramfs an, die Keymap sofort zu wechseln.

Wenn es zu spät ist

Wer sein Passphrase bereits mit der falschen Keymap eingegeben hat und nicht mehr reinkommt: Das Passphrase auf einer US-Tastatur tippen. Also mental die deutschen Sonderzeichen auf ihre US-Positionen mappen. Z und Y sind vertauscht, ö ist ; und ä ist ‚, Bindestrich liegt woanders. Oder man schließt eine externe USB-Tastatur an und stellt sie auf US. Sobald man drin ist, die Keymap wie oben beschrieben fixen.

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