IT-Blog von Sebastian van de Meer

Schlagwort: Bind

BIND auf FreeBSD: DoT & DoH einrichten mit Views, IP‑Trennung und Testplan für IPv4/IPv6.

Wofür braucht man noch gleich DoT oder DoH?

Nun, wenn du eine Internetadresse eingibst, muss dein Gerät zuerst herausfinden, zu welchem Server diese Adresse gehört. Diese Nachfragen heißen DNS. Lange Zeit liefen sie unverschlüsselt durchs Netz, vergleichbar mit einer Postkarte. Jeder, der den Datenverkehr sehen konnte, wusste dadurch sehr genau, welche Webseiten aufgerufen werden, und konnte die Antworten sogar manipulieren.

Beitragsgrafik zu BIND 9.20 auf FreeBSD 15: schematische Trennung von autoritativem DNS und rekursivem Resolver. Links ein Authoritative-DNS-Server mit deaktivierter Rekursion und blockiertem UDP/53, rechts ein Resolver, der ausschließlich DNS over TLS (Port 853) und DNS over HTTPS (Port 443) anbietet. In der Mitte ein Schild mit DoT/DoH-Symbolen, Pfeile zeigen verschlüsselten DNS-Verkehr. Fokus auf Sicherheits- und Rollen-Trennung.

DoT und DoH lösen genau dieses Problem. Beide sorgen dafür, dass diese DNS-Nachfragen verschlüsselt übertragen werden. Bei DNS over TLS, kurz DoT, wird die Anfrage in eine eigene sichere Verbindung gepackt. Außenstehende sehen noch, dass eine DNS-Anfrage stattfindet, aber nicht mehr, welche Webseite gemeint ist. Bei DNS over HTTPS, kurz DoH, wird dieselbe Anfrage zusätzlich im normalen Webseitenverkehr versteckt. Von außen sieht sie aus wie ein ganz gewöhnlicher Zugriff auf eine Website.

Der Zweck von beiden ist also derselbe: Schutz der Privatsphäre und Schutz vor Manipulation. Der Unterschied liegt darin, wie sichtbar diese Nachfragen noch sind. DoT ist transparent und gut kontrollierbar, DoH ist unauffälliger, kann dafür aber lokale Regeln und Schutzmechanismen umgehen.

Mal angenommen, du möchtest eine gewisse Webseite aufrufen. Dann geht der Client los und holt über einen DNS-Server die IP-Adressen vom Server. Dies kann man mitlesen und ggf. verändern. Mitlesen sagt dem Mitlesenden, wo du dich so im Internet herumtreibst. Verändern könnte man als Angriff nutzen, indem man dir einfach eine andere Webseite vorsetzt, während du versuchst, dich in deinen Mailaccount einzuloggen. Beides wird durch DoH und DoT deutlich erschwert.

Dann soll es ja Netzwerke geben, in welchen dir ein bestimmter DNS-Server aufgezwungen wird, weil dieser DNS-Server nach Werbung oder ungewollten Inhalten filtert. Damit dies nun ebenfalls nicht einfach umgangen werden kann, blockt man den Zugriff aus dem Netzwerk einfach auf die Ports, welche sonst für eine DNS-Abfrage benutzt werden (TCP/53, UDP/53, TCP/853). Da kommt nun DoH ins Spiel, denn das läuft auf dem ganz normalen HTTPS-Port TCP/443. Blockt man den, kann keiner mehr auf Webseiten zugreifen (ok, unverschlüsselt, aber hey, das macht doch keiner mehr, oder?).

Die Zeit ging weiter – BIND auch.
Meine älteren Artikel zu DoT/DoH waren für ihren Zeitpunkt korrekt, aber inzwischen hat sich an zwei Stellen richtig was getan:

  1. BIND spricht DoT/DoH nativ (kein Stunnel-/Proxy-Zirkus mehr nötig – außer du willst bewusst terminieren/filtern).
  2. „Authoritative + Public Resolver auf derselben Kiste“ ist ohne klare Trennung schnell ein Sicherheitsproblem (Open-Resolver/Reflection-Missbrauch lässt grüßen).

Darum gibt’s hier das Update:

  • ns1.kernel-error.de: nur autoritativ auf UDP/TCP 53 (Zonen, DNSSEC wie gehabt)
  • dns.kernel-error.de: Public Resolver nur auf DoT 853/TCP und DoH 443/TCP (rekursiv, DNSSEC-validierend)
  • Trennung über zusätzliche IPs + Views. Ergebnis: Authoritative bleibt „stumm rekursiv“, Resolver ist nur über TLS/HTTPS erreichbar.

Zielbild

Uff, ich muss zugeben, diesen Beitrag schon VIEL zu lange als Draft zu haben. Es ist einfach viel zu schreiben, bschreiben und mir fehlte die Zeit. Aber das kennt ihr ja. OK… das Zielbild, was soll es werden?

Was soll am Ende gelten:

  • Port 53 auf Authoritative-IP(s):
    • beantwortet nur meine autoritativen Zonen
    • keine Rekursion → REFUSED bei google.com
  • DoT/DoH auf separaten Resolver-IP(s):
    • rekursiv für „das ganze Internet“
    • DNSSEC-Validation aktiv
    • kein offenes UDP/53 → weniger Angriffsfläche für Reflection/Amplification

Warum das wichtig ist:
Ein „Public Resolver“ ist per Definition attraktiv für Missbrauch. Der Klassiker ist DNS-Amplification über UDP/53. Wenn man Rekursion auf 53 offen hat, ist man sehr schnell Teil fremder Probleme. DoT/DoH sind TCP-basiert – das ist schon mal deutlich unattraktiver für Reflection. (Nicht „unmöglich“, aber praktisch viel weniger lohnend.)

Warum „Views“ – und warum zusätzliche IPs?

1) Views – weil Policy pro Anfrage gelten muss

Wir wollen auf derselben named-Instanz zwei sehr unterschiedliche Rollen:

  • Authoritative: recursion no;
  • Resolver: recursion yes; + Root-Hints/Cache

Das muss pro eingehender Anfrage entschieden werden. Dafür sind Views da.

2) Also: Trennung über Ziel-IP (match-destinations)

Wenn wir DoH/DoT auf andere IPs legen, kann die View anhand der Zieladresse entscheiden:

  • Anfrage geht an 93.177.67.26 / 2a03:4000:38:20e::53auth-View
  • Anfrage geht an 37.120.183.220 / 2a03:4000:38:20e::853resolver-View

Und genau deshalb brauchen wir:

  • zusätzliche IPs (damit die Rollen sauber getrennt sind)
  • separaten FQDN dns.kernel-error.de (damit Clients überhaupt sinnvoll DoT/DoH nutzen können – und für TLS/SNI/Cert-Match)

Wenn du also grade ein ripe from ausfüllst und angeben musst, warum da eine weitere IPv4 Adresse „verbrannt“ werden soll, hast du nun eine gute Antwort 😀

BIND-Config

Ich beschreibe hier nur die Teile, die für das Rollen-Split relevant sind. Die Zonendateien/Slaves bleiben wie sie sind.

1) /usr/local/etc/namedb/named.conf – Views

Wichtig: Sobald wir view {} nutzen, müssen alle Zonen in Views liegen, sonst bricht named-checkconf ab. Das ist kein „Feature“, das ist BIND. Leicht nervig, vor allem wenn man nun viel in seinem Setup umschreiben muss. Aber ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich auf der Arbeit mal einen, nennen wir es mal View Ersatz, für powerdns gesehen habe? Da hat tatsächlich jemand mit einer Cisco ASA in die DNS Pakete geschaut und je nachdem welche quelle angefragt hat, wurde dann durch die ASA eine neue Adresse in die DNS Pakete geschrieben. Furchtbar! Richtig schlimm. Bis man so etwas findet, wenn man es nicht weiß. DNSsec geht kaputt und aaahhhhhhaaaaaahhhhh. Egal, mein PTBS kickt da grade. Öhm wo waren wir? Genau…

Beispiel:

include "/usr/local/etc/namedb/named.conf.options";

view "auth" {
    match-clients { any; };
    match-destinations { 93.177.67.26; 2a03:4000:38:20e::53; };

    recursion no;
    allow-recursion { none; };
    allow-query-cache { none; };
    allow-query { any; };

    include "/usr/local/etc/namedb/named.conf.default-zones";
    include "/usr/local/etc/namedb/named.conf.master";
    include "/usr/local/etc/namedb/named.conf.slave";
};

view "resolver" {
    match-clients { any; };
    match-destinations { 37.120.183.220; 2a03:4000:38:20e::853; 127.0.0.1; ::1; };

    recursion yes;
    allow-recursion { any; };
    allow-query-cache { any; };
    allow-query { any; };

    zone "." { type hint; file "/usr/local/etc/namedb/named.root"; };
};

Warum Root-Hints nur im Resolver-View?
Weil nur dieser View rekursiv arbeiten soll. Ohne Root-Hints ist Rekursion tot; dat wolln wa so!

2) /usr/local/etc/namedb/named.conf.options – Listener-Trennung + DoH/DoT

Der „Aha-Moment“ hier: Wir trennen nicht nur per View, sondern auch per listen-on.
Damit bindet named die Ports wirklich nur auf den gewünschten IPs.

Authoritative (nur 53):

listen-on { 93.177.67.26; 127.0.0.1; };
listen-on-v6 { 2a03:4000:38:20e::53; ::1; };

DoT auf Resolver-IPs (+ Loopback für lokale Tests):

listen-on port 853 tls local-tls { 37.120.183.220; 127.0.0.1; };
listen-on-v6 port 853 tls local-tls { 2a03:4000:38:20e::853; ::1; };

DoH auf Resolver-IPs (+ Loopback):
BIND 9.18+ kann DoH nativ, Endpoint typischerweise /dns-query

http doh-local {
    endpoints { "/dns-query"; };
    listener-clients 1000;
    streams-per-connection 256;
};

listen-on port 443 tls local-tls http doh-local { 37.120.183.220; 127.0.0.1; };
listen-on-v6 port 443 tls local-tls http doh-local { 2a03:4000:38:20e::853; ::1; };

TLS-Block (DoT/DoH):

tls local-tls {
    cert-file "/usr/local/etc/nginx/ssl/wild.kernel-error.de/2025/ecp/chain.crt";
    key-file "/usr/local/etc/nginx/ssl/wild.kernel-error.de/2025/ecp/http.key";
    protocols { TLSv1.2; TLSv1.3; };
    ciphers "ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256";
    cipher-suites "TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256:TLS_AES_256_GCM_SHA384:TLS_AES_128_GCM_SHA256";
    prefer-server-ciphers yes;
    session-tickets no;
};

„Ich schalte nginx davor – muss BIND TLS können?“
Wenn nginx wirklich TLS terminiert, kann BIND auch ohne TLS dahinter laufen – dann sprichst du intern HTTP/2 cleartext oder HTTP/1.1, je nach Setup. Das habe ich ebenfalls so umgesetzt, es hängt immer etwas davon ab, was man so will und wie groß das Setup wird. Ich lasse es in diesem Beitrag aber mal weg, so läuft alles nur mit bind. Ob BIND dafür „tls none“/HTTP-Listener sauber unterstützt, hängt an der BIND-DoH-Implementierung – hier ist die BIND/ARM-Doku die Wahrheit. bind9.readthedocs.io+1

Testplan – Linux-CLI – bewusst IPv4 und IPv6

Wir wollen natürlich einmal reproduzierbar testen. Also: jede Stufe zweimal. Einmal -4, einmal -6. Also ob es bei IPv4 und bei IPv6 jeweils korrekt ist. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie oft ich fest davon überzeugt bin, es für beide Adressfamilien korrekt konfiguriert zu haben, dann aber noch ein unterschied zwischen v4 und v6 ist. Daher testen wir das.

Voraussetzungen auf Linux

which dig kdig curl openssl

Schritt 1 – DoT-TLS-Handshake prüfen (IPv4/IPv6)

IPv4

openssl s_client \
  -connect 37.120.183.220:853 \
  -servername dns.kernel-error.de \
  -alpn dot

Erwartung:

  • Zertifikat passt auf dns.kernel-error.de (SAN / Wildcard ok)
  • ALPN protocol: dot
  • Verify return code: 0 (ok)

IPv6

openssl s_client \
  -connect '[2a03:4000:38:20e::853]:853' \
  -servername dns.kernel-error.de \
  -alpn dot

Wenn das passt, ist TLS-Transport ok. Also nur die TLS Terminierung für IPv4 und IPv6, da war noch keine DNS Abfrage enthalten.

Schritt 2 – DoT-Query (kdig) – IPv4/IPv6

IPv4

kdig +tls @37.120.183.220 google.com A

Erwartung:

  • status: NOERROR
  • Flags: rd ra (Recursion Desired/Available)
  • eine A-Antwort

IPv6

kdig +tls @[2a03:4000:38:20e::853] google.com A

Gleiche Erwartungshaltung wie bei IPv4.

Schritt 3 – Sicherstellen: kein Resolver auf UDP/TCP 53

Resolver-IPs dürfen auf 53 nicht antworten

dig -4 @37.120.183.220 google.com A
dig -6 @2a03:4000:38:20e::853 google.com A

Erwartung:

  • Timeout / no servers reached
    Genau das wollen wir ja: kein UDP/53 auf den Resolver-IPs.

Authoritative-IPs dürfen nicht rekursiv sein

dig -4 @93.177.67.26 google.com A
dig -6 @2a03:4000:38:20e::53 google.com A

Erwartung:

  • status: REFUSED
  • idealerweise EDE: (recursion disabled)
    Das ist genau die „nicht missbrauchbar als Open-Resolver“-Bremse.

Und unser positiver Check:

dig -4 @93.177.67.26 kernel-error.de A
dig -6 @2a03:4000:38:20e::53 kernel-error.de A

Erwartung:

  • aa gesetzt (authoritative answer)
  • Antwort aus meiner Zone

Schritt 4 – DoH GET (Base64url) – IPv4/IPv6

4.1 Query bauen (DNS-Wireformat → base64url)

Beispiel google.com A:

echo -n -e '\x12\x34\x01\x00\x00\x01\x00\x00\x00\x00\x00\x00\x06google\x03com\x00\x00\x01\x00\x01' \
| base64 -w0 | tr '+/' '-_' | tr -d '='

Das Ergebnis ist mein dns= Parameter (base64url ohne = padding). Das ist DoH-Standard nach RFC 8484.

4.2 DoH GET erzwingen – IPv4

curl -4 --http2 -s \
'https://dns.kernel-error.de/dns-query?dns=<DEIN_DNS_PARAM>' \
| hexdump -C

IPv6

curl -6 --http2 -s \
'https://dns.kernel-error.de/dns-query?dns=<DEIN_DNS_PARAM>' \
| hexdump -C

Erwartung:

  • HTTP/2 200
  • content-type: application/dns-message
  • Im Hexdump siehst du eine valide DNS-Response.

Schritt 5 – DoH POST (application/dns-message) – IPv4/IPv6

Das ist der „richtige“ DoH-Weg für Tools/Clients.

IPv4

printf '\x12\x34\x01\x00\x00\x01\x00\x00\x00\x00\x00\x00\x06google\x03com\x00\x00\x01\x00\x01' \
| curl -4 --http2 -s \
  -H 'content-type: application/dns-message' \
  --data-binary @- \
  https://dns.kernel-error.de/dns-query \
| hexdump -C

IPv6

printf '\x12\x34\x01\x00\x00\x01\x00\x00\x00\x00\x00\x00\x06google\x03com\x00\x00\x01\x00\x01' \
| curl -6 --http2 -s \
  -H 'content-type: application/dns-message' \
  --data-binary @- \
  https://dns.kernel-error.de/dns-query \
| hexdump -C

Erwartung:

  • DNS-Response im Wireformat
  • keine HTML-Antwort, kein Redirect-Quatsch

Was wir damit jetzt sicher(er) gelöst haben:

  • Kein Open-Resolver auf UDP/53 → massiver Gewinn gegen DNS-Amplification.
  • Authoritative bleibt Authoritative → Zonen-Betrieb unverändert stabil.
  • Resolver nur über DoT/DoH → TCP/TLS-Transport, weniger Missbrauchsfläche.
  • Saubere technische Trennung → Views per Ziel-IP sind simpel, robust, nachvollziehbar.

Und ja: „Public Resolver“ heißt trotzdem Monitoring/Rate-Limiting/Abuse-Handling.
Das Feintuning (RRL, QPS-Limits, minimal-responses, Response-Policy, ggf. ECS-Handling, Logging, Fail2ban-Signale) ist das nächste Kapitel. Wobei, wenn ich grade auf die TLS Parameter schaue, sollte ich da vielleicht noch mal nacharbeiten, hm?

Wenn ihr noch eine kleine liste von erreichbaren Servern sucht: GitHub-curl-wiki

Alles hilft natürlich nicht, wenn man am Ende doch komplett IP- oder Hostnamebasiert geblockt wird. In China ist da nicht viel zu holen und auch hier gibt es immer mal wieder etwas.


Japp… TLS geht besser. Im Beitrag habe ich es oben schon angepasst, es war:

tls local-tls {
    cert-file "/pfad/chain.crt";
    key-file  "/pfad/http.key";
    dhparam-file "/pfad/dhparam.pem";
    protocols { TLSv1.2; TLSv1.3; };
    ciphers "TLS_AES_256_GCM_SHA384:TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256:TLS_AES_128_GCM_SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256";
    prefer-server-ciphers yes;
    session-tickets no;
};
  • dhparam-file ist komplett raus weil, ja weil es nicht benutzt wird ich mach ja kein DHE sondern ECDHE
  • cipher-suites für TLS1.3 waren nicht gesetzt.
  • Dann konnten auch gleich die Cipher aufgeräumt werden.

Hey, da hat es sich doch gelohnt, das mal runter zu schreiben. So habe ich es direkt gefunden und nicht erst, weil mich jemand von euch darauf hinweist (macht das aber bitte immer wenn ich hier Mist schreibe) oder es beim nächsten eigenen Audit auffällt.

S/MIME-Zertifikat per DNS veröffentlichen – SMIMEA

smimea S/MIME Blog Image

Mal wieder soweit: Mein aktuelles S/MIME-Zertifikat zum Signieren von E-Mails läuft aus. Also habe ich mir ein neues besorgt. Da GlobalSign keine Class-2-Zertifikate mehr für Privatpersonen anbietet, musste ich die CA wechseln. Durch Zufall bin ich auf SSLplus gestoßen – die haben echt gute Angebote für alle möglichen Zertifikate. Aber darum soll es in diesem Beitrag nicht gehen.

Wie immer will ich mein Zertifikat öffentlich zugänglich machen, sonst müsste jeder erst eine von mir signierte E-Mail erhalten, bevor er mein Zertifikat hat. Erst dann könnten Absender mir verschlüsselte E-Mails schicken.

Dafür gibt es ein experimentelles RFC 8162, das beschreibt, wie sich ein solches Zertifikat in einer DNSSEC-geschützten Zone veröffentlichen lässt. Natürlich gibt es im Internet wieder zig verschiedene Anleitungen und Wege, um das zu realisieren. Aber nichts wirklich Zuverlässiges, was ich finden konnte. Den DNS-Record für meine Bind9-Zone wieder manuell zu erstellen, hatte ich jedenfalls keine Lust.

Also habe ich zwei kleine Python3-Skripte geschrieben:

smimea_generate_record.py – Erstellt einen kopierbaren RR für die DNS-Zone. Kann interaktiv genutzt werden: Fragt nach E-Mail-Adresse und PEM-Zertifikat. Oder direkt mit Parametern aufgerufen werden. Prüft, ob E-Mail-Adresse und Zertifikat zusammenpassen, und gibt den fertigen Record aus.

./smimea_generate_record.py
Enter the email address: kernel-error@kernel-error.com
Enter the path to the PEM certificate: mail.pem
✅ Email 'kernel-error@kernel-error.com' matches the certificate!

🔹 **Generated BIND9 DNS Record:**

70e1c7d87e825b3aba45e2a478025ea0d91d298038436abde5a4c2d0._smimecert.kernel-error.com. 3600 IN SMIMEA 3 0 0 (
   30820714308204FCA003020102021073C13C478DA7B114B871F00737F1B0FB30
   0D06092A864886F70D01010B0500304E310B300906035504061302504C312130
   1F060355040A0C1841737365636F20446174612053797374656D7320532E412E
   311C301A06035504030C1343657274756D20534D494D4520525341204341301E
   170D3235303331333133343135355A170D3237303331333133343135345A3078
   3114301206035504040C0B76616E206465204D65657231123010060355042A0C
   0953656261737469616E311E301C06035504030C1553656261737469616E2076
   616E206465204D656572312C302A06092A864886F70D010901161D6B65726E65
   6C2D6572726F72406B65726E656C2D6572726F722E636F6D30820222300D0609
   2A864886F70D01010105000382020F003082020A0282020100D0A90BC53ABA04
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   3C0DC03588EBF15557B3B1029B2CD196064BC0DEE1F11D12391825B86CB34A6F
   BEBBAD43B0FE0EA43301F93D0B26ACED182B1E27063AE578C003D4D4498132B8
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   7573CA35477D59B98DE4852065F58FB60E0E620D3E2F5CAD
   )

smimea_lookup.py – Fragt den SMIMEA-Record im DNS ab, lädt das Zertifikat herunter und prüft es mit OpenSSL auf Gültigkeit. Funktioniert interaktiv oder mit übergebenen Werten.

./smimea_lookup.py 
Enter the email address: kernel-error@kernel-error.com

Querying DNS for SMIMEA record:
  70e1c7d87e825b3aba45e2a478025ea0d91d298038436abde5a4c2d0._smimecert.kernel-error.com

Certificate saved as smimea_cert.der
Certificate successfully retrieved and verified:

Certificate:
    Data:
        Version: 3 (0x2)
        Serial Number:
            73:c1:3c:47:8d:a7:b1:14:b8:71:f0:07:37:f1:b0:fb
        Signature Algorithm: sha256WithRSAEncryption
        Issuer: C = PL, O = Asseco Data Systems S.A., CN = Certum SMIME RSA CA
        Validity
            Not Before: Mar 13 13:41:55 2025 GMT
            Not After : Mar 13 13:41:54 2027 GMT
        Subject: SN = van de Meer, GN = Sebastian, CN = Sebastian van de Meer, emailAddress = kernel-error@kernel-error.com
        Subject Public Key Info:
            Public Key Algorithm: rsaEncryption
                Public-Key: (4096 bit)
                Modulus:
                    00:d0:a9:0b:c5:3a:ba:04:08:54:3f:e6:00:f0:f7:
                    1c:17:be:7e:b4:a8:99:6a:8e:f5:e9:12:2a:ac:8e:
                    7f:39:d6:27:18:66:17:c4:d6:ca:73:4e:1a:9e:63:
                    02:f8:07:60:65:ea:93:d7:62:54:2d:2c:12:bf:f3:
                    2d:5d:49:42:b9:a8:aa:84:e2:e6:3c:e9:b8:43:c1:
                    66:5c:01:4a:65:72:a4:2e:37:6e:d0:62:96:94:fc:
                    c9:42:fe:53:d7:60:52:a4:0c:da:b1:25:7a:1d:50:
                    1d:9c:65:de:18:f2:7c:54:90:a2:41:81:49:8a:20:
                    2e:56:f4:dc:0f:dc:bf:e9:47:66:f9:6e:bf:47:c8:
                    72:37:44:ab:d6:9d:c6:84:41:71:06:df:3d:4f:12:
                    fd:52:a1:3b:78:64:90:36:6d:bf:6c:b5:a8:43:62:
                    1c:d6:86:b0:6d:07:2f:d7:d4:86:bd:0a:c7:06:02:
                    1d:13:7a:36:57:18:dc:d8:70:9d:55:b6:44:28:f8:
                    db:56:b2:68:bd:be:d4:63:a2:52:31:b4:05:66:c0:
                    41:a4:89:58:be:17:67:e2:7e:21:88:1d:21:09:93:
                    5c:02:f2:7e:a3:06:b6:49:97:68:3e:ef:df:86:85:
                    f4:f0:90:ab:09:69:2f:23:2c:d3:4a:c7:ff:22:96:
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                    9b:b9:f7:12:a5:03:2a:c2:f8:3d:68:da:75:6e:4f:
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                    e9:09:1c:ea:2e:27:a4:1c:ba:38:a0:8b:bb:e1:b1:
                    5b:f5:6e:b3:5b:21:d6:6f:5b:1b:1c:c6:fd:d6:36:
                    2a:a8:8a:40:10:f3:d2:73:2f:07:1a:84:1b:c7:65:
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                    28:82:d7:81:13:dd:15:63:35:99:31:9f:4b:d5:d4:
                    f1:2e:1f:01:02:ba:33:76:6a:df:09:dc:58:32:32:
                    46:d2:0b:ac:81:5b:e5:b8:82:2c:26:0e:fb:b0:7a:
                    db:ab:98:fa:42:f3:16:50:fe:fa:e5:d6:79:d4:ad:
                    29:99:2f:19:9d:59:f3:8d:54:98:8d:77:b6:1e:74:
                    0c:bf:47
                Exponent: 65537 (0x10001)
        X509v3 extensions:
            X509v3 Basic Constraints: critical
                CA:FALSE
            X509v3 CRL Distribution Points: 
                Full Name:
                  URI:http://csmimersaca.crl.certum.pl/csmimersaca.crl
            Authority Information Access: 
                OCSP - URI:http://csmimersaca.ocsp-certum.com
                CA Issuers - URI:http://csmimersaca.repository.certum.pl/csmimersaca.cer
            X509v3 Authority Key Identifier: 
                66:FB:C3:0F:BE:F4:BF:E0:9C:C9:AB:4D:DE:47:19:BD:C0:CA:A6:68
            X509v3 Subject Key Identifier: 
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            X509v3 Certificate Policies: 
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                Policy: 1.2.616.1.113527.2.100.1.1
                  CPS: https://www.certum.pl/CPS
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                E-mail Protection, TLS Web Client Authentication
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    Signature Algorithm: sha256WithRSAEncryption
    Signature Value:
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        4d:8f:97:fe:32:ea:21:cc:ba:fe:90:2b:f6:47:2d:b6:ca:60:
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        77:4f:32:63:96:7a:49:54:8a:6f:72:3a:dc:bb:71:5a:f7:97:
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        f7:f1:03:39:36:12:14:16:39:01:ac:fe:98:f3:d5:97:a6:7d:
        be:87:a8:ee:1f:ec:33:db:71:71:2f:49:07:e0:f3:b1:17:1e:
        91:76:15:81:89:ac:82:29:b2:6b:36:9c:0f:e2:bb:d5:96:4c:
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        bf:41:d5:f4:2b:3c:4f:4c:ca:9b:f9:33:4d:57:28:51:84:73:
        a0:e6:1a:3a:fc:88:f5:90:34:f2:71:54:6b:5d:80:6d:86:f1:
        e8:bc:6b:54:b4:e0:5f:80:c4:48:35:dc:c2:c5:34:e4:19:f6:
        3b:bf:db:30:5c:17:33:b4:2d:d2:cc:57:95:87:6f:00:4f:18:
        c2:e4:d6:4b:2c:9f:c6:93:95:90:be:32:50:1b:6a:6c:ed:b1:
        9b:5f:bf:47:88:7c:76:e1:4c:99:a3:6d:46:e9:9b:5c:76:78:
        2e:4e:34:5e:cb:37:e8:88:63:03:c8:48:49:ad:c8:bd:e1:af:
        4e:3a:80:96:ae:e4:07:a4:06:99:d5:c0:00:ad:cd:16:a4:80:
        5d:df:8f:b2:08:ff:b9:02:ef:14:03:1c:ff:be:3c:0d:c0:35:
        88:eb:f1:55:57:b3:b1:02:9b:2c:d1:96:06:4b:c0:de:e1:f1:
        1d:12:39:18:25:b8:6c:b3:4a:6f:be:bb:ad:43:b0:fe:0e:a4:
        33:01:f9:3d:0b:26:ac:ed:18:2b:1e:27:06:3a:e5:78:c0:03:
        d4:d4:49:81:32:b8:d9:80:53:27:54:cf:fb:d9:e6:d8:91:76:
        15:b6:2a:e0:82:95:fc:46:39:1a:a0:fd:98:15:fd:d8:22:d9:
        5e:9b:75:73:ca:35:47:7d:59:b9:8d:e4:85:20:65:f5:8f:b6:
        0e:0e:62:0d:3e:2f:5c:ad

Beide Skripte findet ihr auf GitHub, damit ihr sie nutzen oder verbessern könnt.

Warum habe ich geschrieben, dass ich nichts Zuverlässiges finden konnte? Nun, oft stoße ich auf Anleitungen, die noch auf TYPE53 basieren. Das ist nötig, wenn Bind9 den eigentlichen RR-Type noch nicht kennt – also ein klares Zeichen dafür, dass es sich um eine sehr frühe Implementierung handelt.

Ein weiteres häufiges Problem: Der Hash des Local-Parts wird einfach weggelassen. Stattdessen erfolgen die Abfragen direkt auf _smimecert., was aber falsch ist. Ohne den SHA256-Hash des Local-Parts gibt es keine eindeutige Zuordnung zur jeweiligen E-Mail-Adresse.

Warum ist der SMIMEA-DNS-Record so aufgebaut? Ganz einfach:

Der erste Teil, also , sorgt dafür, dass nicht einfach jeder direkt aus der DNS-Zone die E-Mail-Adressen auslesen kann. Statt die E-Mail-Adresse im Klartext zu speichern, wird stattdessen nur der SHA256-Hash des Local-Parts (also der Teil vor dem @) genutzt. Das bedeutet: Wer die genaue E-Mail-Adresse kennt, kann den passenden DNS-Eintrag finden – aber jemand, der einfach nur blind durch die Zone scannt, sieht nur Hashes und kann damit nichts anfangen.

Der _smimecert-Prefix zeigt an, dass es sich um einen SMIMEA-Record handelt, ähnlich wie es bei ._tcp. für SRV-Records oder _acme-challenge. für Let’s Encrypt-Zertifikate der Fall ist.

Und schließlich kommt die Domain, zu der die E-Mail-Adresse gehört.

Zusammen ergibt das einen sicheren, einfach abfragbaren und nicht direkt durchsuchbaren DNS-Eintrag für dein S/MIME-Zertifikat.

Möchte man die Abfrage manuell mit dig für die E-Mail-Adresse „kernel-error@kernel-error.com“ durchführen, muss man zuerst den Local-Part der E-Mail-Adresse (kernel-error) mit SHA256 hashen. Laut RFC 8162, Abschnitt 3.1 wird der SHA-256-Hash auf die ersten 28 Bytes (56 Hex-Zeichen) gekürzt, um die DNS-Label-Längenbeschränkung von 63 Zeichen pro Label (RFC 1035, Abschnitt 2.3.4) einzuhalten.

echo -n "kernel-error" | sha256sum | awk '{print $1}' | cut -c1-56
70e1c7d87e825b3aba45e2a478025ea0d91d298038436abde5a4c2d0

Anschließend kann man die dig-Abfrage korrekt zusammensetzen:

dig +dnssec +short 70e1c7d87e825b3aba45e2a478025ea0d91d298038436abde5a4c2d0._smimecert.kernel-error.com. SMIMEA
3 0 0 30820714308204FCA003020102021073C13C478DA7B114B871F00737 F1B0FB300D06092A864886F70D01010B0500304E310B300906035504 061302504C3121301F060355040A0C1841737365636F204461746120 53797374656D7320532E412E311C301A06035504030C134365727475 6D20534D494D4520525341204341301E170D32353033313331333431 35355A170D3237303331333133343135345A30783114301206035504 040C0B76616E206465204D65657231123010060355042A0C09536562 61737469616E311E301C06035504030C1553656261737469616E2076 616E206465204D656572312C302A06092A864886F70D010901161D6B 65726E656C2D6572726F72406B65726E656C2D6572726F722E636F6D 30820222300D06092A864886F70D01010105000382020F003082020A 0282020100D0A90BC53ABA0408543FE600F0F71C17BE7EB4A8996A8E F5E9122AAC8E7F39D627186617C4D6CA734E1A9E6302F8076065EA93 D762542D2C12BFF32D5D4942B9A8AA84E2E63CE9B843C1665C014A65 72A42E376ED0629694FCC942FE53D76052A40CDAB1257A1D501D9C65 DE18F27C5490A24181498A202E56F4DC0FDCBFE94766F96EBF47C872 3744ABD69DC684417106DF3D4F12FD52A13B786490366DBF6CB5A843 621CD686B06D072FD7D486BD0AC706021D137A365718DCD8709D55B6 4428F8DB56B268BDBED463A25231B40566C041A48958BE1767E27E21 881D2109935C02F27EA306B64997683EEFDF8685F4F090AB09692F23 2CD34AC7FF2296768CED62C68C37B4C3DD9F04EC9F5C9BB9F712A503 2AC2F83D68DA756E4F2886A6F65889CFAEA0C15E3624EA3D9E3EFF91 D68606F7B7B1B7120035AD4F71369E6D79977B4B2CC3575AC51CAF41 9E795B78822DD36B6D0B0E4622BCE55F7B27FCB52FDCD6A4FBD33EF0 9F897CADA2E793D1509DE54773B3FBE9091CEA2E27A41CBA38A08BBB E1B15BF56EB35B21D66F5B1B1CC6FDD6362AA88A4010F3D2732F071A 841BC765D6F74C3B430D036A327918D08156BA2882D78113DD156335 99319F4BD5D4F12E1F0102BA33766ADF09DC58323246D20BAC815BE5 B8822C260EFBB07ADBAB98FA42F31650FEFAE5D679D4AD29992F199D 59F38D54988D77B61E740CBF470203010001A38201C2308201BE300C 0603551D130101FF0402300030410603551D1F043A30383036A034A0 328630687474703A2F2F63736D696D6572736163612E63726C2E6365 7274756D2E706C2F63736D696D6572736163612E63726C3081830608 2B0601050507010104773075302E06082B0601050507300186226874 74703A2F2F63736D696D6572736163612E6F6373702D63657274756D 2E636F6D304306082B060105050730028637687474703A2F2F63736D 696D6572736163612E7265706F7369746F72792E63657274756D2E70 6C2F63736D696D6572736163612E636572301F0603551D2304183016 801466FBC30FBEF4BFE09CC9AB4DDE4719BDC0CAA668301D0603551D 0E041604148D8C102E11D87004F7DDB4E04FF01781888A32A0304C06 03551D20044530433009060767810C010504023036060B2A84680186 F677026401013027302506082B06010505070201161968747470733A 2F2F7777772E63657274756D2E706C2F435053301D0603551D250416 301406082B0601050507030406082B06010505070302300E0603551D 0F0101FF0404030204F030280603551D110421301F811D6B65726E65 6C2D6572726F72406B65726E656C2D6572726F722E636F6D300D0609 2A864886F70D01010B0500038202010070724799F05CF4C821854F43 BD950BB608B989046349214F9D0EEC79F73A59DBF4063608FE5A7A7F A50CD46A15486018EB9C334418084D8F97FE32EA21CCBAFE902BF647 2DB6CA60D79EBE09919AFA0652D92CB13B506400BAF4774F3263967A 49548A6F723ADCBB715AF79705099E5EC84E283DAFA3465908F4148C 2B153C41D051C94295D4F04254217D1C8E48DF59D92ECBCB4A872EC7 28A954DAF7B661DE8037F7F10339361214163901ACFE98F3D597A67D BE87A8EE1FEC33DB71712F4907E0F3B1171E9176158189AC8229B26B 369C0FE2BBD5964CA2ABFC7D955485056102844E84E8F79E0F30BF41 D5F42B3C4F4CCA9BF9334D5728518473A0E61A3AFC88F59034F27154 6B5D806D86F1E8BC6B54B4E05F80C44835DCC2C534E419F63BBFDB30 5C1733B42DD2CC5795876F004F18C2E4D64B2C9FC6939590BE32501B 6A6CEDB19B5FBF47887C76E14C99A36D46E99B5C76782E4E345ECB37 E8886303C84849ADC8BDE1AF4E3A8096AEE407A40699D5C000ADCD16 A4805DDF8FB208FFB902EF14031CFFBE3C0DC03588EBF15557B3B102 9B2CD196064BC0DEE1F11D12391825B86CB34A6FBEBBAD43B0FE0EA4 3301F93D0B26ACED182B1E27063AE578C003D4D4498132B8D9805327 54CFFBD9E6D8917615B62AE08295FC46391AA0FD9815FDD822D95E9B 7573CA35477D59B98DE4852065F58FB60E0E620D3E2F5CAD

Was bedeutet das?
3 → Gibt an, dass es sich um einen S/MIMEA-Record handelt. Die Zahl steht für den sogenannten „Usage“-Wert, also wie das Zertifikat genutzt wird. In diesem Fall bedeutet 3, dass es für eine End-Entity-Zertifizierung gedacht ist, also für die tatsächliche E-Mail-Verschlüsselung und Signatur.

0 → Der „Selector“-Wert. Hier steht 0, was bedeutet, dass der gesamte Public Key aus dem Zertifikat gespeichert wird. Alternativ könnte 1 stehen, dann wäre nur der „Subject Public Key Info“-Teil enthalten.

0 → Gibt an, welche Hash-Funktion verwendet wird. Ist es 1, steht es für SHA-256 steht. Alternativ könnte 2 für SHA-512 verwendet werden oder, wie in unserem Fall 0, was für das komplette Zertifikat steht.

Hexwerte → Das ist der eigentliche Zertifikatsinhalt, also der öffentliche Schlüssel in hexadezimaler Darstellung.

Möchte man den kompletten DNS-Record einmal manuell auf der Konsole prüfen, geht das wie folgt:

dig +short 70e1c7d87e825b3aba45e2a478025ea0d91d298038436abde5a4c2d0._smimecert.kernel-error.com SMIMEA | sed 's/^3 0 0 //' | tr -d '[:space:]' > dns_cert.hex

Damit holen wir uns den SMIMEA-Eintrag, entfernen die vorderen 3 0 0, da diese nur die Nutzungsparameter angeben, und speichern den reinen HEX-Wert in eine Datei.

xxd -r -p dns_cert.hex dns_cert.der

Hier wandeln wir den HEX-String in eine binäre DER-Datei um.

openssl x509 -inform DER -in dns_cert.der -text -noout

So kann man sich das Zertifikat im lesbaren Format anzeigen lassen.

Und nun?

SMIMEA ist leider noch immer nicht besonders weit verbreitet. Das liegt sicherlich daran, dass das RFC noch immer experimental ist, aber auch daran, dass es auf weiteren Techniken aufbaut, die ebenfalls eher selten genutzt werden. So braucht man SMIMEA nur, wenn man überhaupt selbst ein S/MIME-Zertifikat zur Signatur und Verschlüsselung von E-Mails verwendet. Zusätzlich muss die Domain per DNSSEC geschützt sein – was noch weniger verbreitet ist – und dann muss auch noch der zusätzliche Mehrwert von SMIMEA verstanden werden.

Denn SMIMEA verteilt nicht nur die Zertifikate, sondern macht einen direkt initial verschlüsselt erreichbar. Wenn man der Empfänger einer solchen signierten Nachricht ist, kann man das Zertifikat zudem gegen eine vertrauenswürdige DNS-Zone halten und sich so vergewissern, dass es wirklich die Signatur des Absenders ist – ähnlich wie bei TLSA/DANE.

Ihr kennt das doch mit der Sicherheit im Internet: Sie ist nur relevant, wenn man damit Geld verdienen kann oder wenn man Opfer geworden ist. Die Implementierung von SMIMEA ist also aktuell sehr überschaubar. Es gibt Milter für beispielsweise Postfix oder Plugins für Thunderbird, aber vor allem im Enterprise-Umfeld ist mir momentan keine funktionierende Lösung bekannt.

Pffff… Eigentlich wollte ich doch nur schnell schreiben, dass ich da zwei Python-Skripte zusammengebastelt habe – und am Ende ist es doch wieder so ein riesiges Ding geworden. 😅

Aber ich denke, vor allem der Teil mit dem gekürzten Hash des Local-Parts der E-Mail-Adresse ist wichtig zu erklären. Das ist echt eine verrückte Konstruktion. Klar, das hat seinen Sinn, aber zumindest ich bin damals genau an diesem Punkt hängen geblieben.

Naja, jetzt könnt ihr die Skripte nutzen und euch den ganzen Fummel selbst auf der CLI anschauen, testen und vor allem auch verstehen.

Viel Spaß! 😃


B.t.w.: Das einzig korrekt funktionierende online Tool, was ich finden konnte ist: https://www.co.tt/smimea.cgi

Alle anderen sind nicht erreichbar, halten sich nicht ans RFC oder ich war zu blöde, sie zu bedienen.

DNS over TLS mit BIND, Stunnel und Android 9: Eigener DoT-Server​

Die Zeit ging weiter, die Entwicklung bei BIND und DNS ebenfalls. Daher gibt es nun einen neuen Beitrag, der das aktuelle Setup mit BIND 9.20 auf FreeBSD 15 beschreibt – inklusive sauberer Trennung von authoritative DNS (Port 53) und öffentlichem Resolver (DoT/DoH) sowie reproduzierbaren CLI-Tests für IPv4 und IPv6. Bitte dort weiterlesen.

Über die Techniken DoT (DNS over TLS) habe ich bereits im Zusammenhang mit Bind 9.16 geschrieben. Ebenfalls DoH (DNS over HTTPS) gibt es einen kleinen Beitrag.

Bilder der Bind 9 TLS Konfiguration

Zu diesem Zeitpunkt bracht BIND 9 die Unterstützung für DoH und DoT noch nicht selbst mit. Daher waren zu diesem Zeitpunkt noch Umwege über stunnel oder nginx zusammen mit doh-proxy nötig.

Zum Glück kommt die letzte stable Version 9.18.0 (26. Januar 2022) mit dem nötigen Support.

named now supports securing DNS traffic using Transport Layer Security (TLS). TLS is used by both DNS over TLS (DoT) and DNS over HTTPS (DoH).

Warum möchte man noch gleich DoH oder DoT benutzen? Ganz einfach… Über diese Techniken werden DNS Abfragen verschlüsselt übertragen. Dieses ist ein weiterer Schutz davor manipulierte Antworten zu bekommen und selbstverständlich, damit die eigenen DNS Abfragen erst überhaupt nicht mitgelesen werden. Denn wenn von einem Gerät im Netzwerk die DNS Abfrage zu z.B.: www.tagesschau.de kommt, könnte man davon bereits Dinge ableiten.

Wie die meisten Bind Konfigurationen ist dieses ebenfalls straightforward. Ab Version 9.18 bringt Bind alles Nötige mit. Da wir nun TLS mit dem Bind sprechen möchten, benötigen wir natürlich ein gültiges Zertifikat, wie z.B. beim nginx für seine Webseite.

Ebenfalls sollte man ein paar frische Diffie-Hellmann Parameter generieren:

openssl dhparam -out dhparam.pem 4096

Die eigentliche bind Konfiguration kann in der named.conf.options geschehen:

options {
        [...]
        listen-on port 853 tls local-tls { 37.120.183.220; };
        listen-on-v6 port 853 tls local-tls { 2a03:4000:38:20e::853; };
        listen-on port 443 tls local-tls http default { 37.120.183.220;  };
        listen-on-v6 port 443 tls local-tls http default { 2a03:4000:38:20e::853; };
        [...]
        allow-recursion-on { 127.0.0.0/8; ::1/128; 2a03:4000:38:20e::853; 37.120.183.220; };
        [...]
};

Da der bind auf weiteren Ports lauschen soll erweitert man diese für IPv4 und IPv6. Der Default Port für DoH ist dabei 443 und der default Port für DoT ist 853, beides TCP.

listen-on sowie listen-on-v6 sind wohl selbsterklärend.
port ist der TCP Port und erklärt sich ebenfalls.
tls sagt dem Bind das wir tls sprechen möchten.
local-tls verweißt auf den gleichnamigen tls Block über welchen man seine TLS Konfiguration vornimmt.
http ist für DoH.
default gibt den eigentlichen endpoint für die DoH Abfragen an, im default ist es /dns-query

Da der Server unsere DNS Abfragen erledigen soll, müssen wir ihm dieses noch per allow-recursion-on auf den jeweiligen Adressen erlauben.

Als nächstes wird die eigentliche TLS Terminierung konfiguriert (das lässt sich ebenfalls auslagern, wenn gewünscht). Dafür wird der folgende Block, außerhalb der Options Blocks, ergänzt:

tls local-tls {
    cert-file "/usr/local/etc/ssl/wild.kernel-error.de/2022/ecp/chain.crt";
    key-file "/usr/local/etc/ssl/wild.kernel-error.de/2022/ecp/http.key";
    dhparam-file "/usr/local/etc/ssl/dhparam.pem";
    protocols { TLSv1.2; TLSv1.3; };
    ciphers "TLS_AES_256_GCM_SHA384:TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256:TLS_AES_128_GCM_SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256";
    prefer-server-ciphers yes;
    session-tickets no;
};

local-tls ist dabei der name des Blocks. Auf diesen verweisen wir oben.
cert-file ist der Pfad zum Zertifikat. Ich habe dort nicht nur das Zertifikat, sondern die gesamte Chain, also mit Intermediate und Root.
key-file ist der Pfad zum Key des Zertifikates.
dhparam-file ist der Pfad zu den Diffie-Hellman Parametern.
protocols definiert die zu verwendenden TLS Protokolle. In diesem Beispiel TLS1.2 sowie TLS1.3.
ciphers definiert die zu verwendenden cipher. Es soll ja „sicher“ bleiben.
prefer-server-ciphers übermittelt dem Client die Information, in welcher Reihenfolge protokoll/cipher Kombinationen probiert werden sollen um einen Match zu finden. Erst das vermeintlich sicherste und dann immer „schlechter“.
session-tickets regelt ob eine Wiederaufnahme von TLS Sessions erlaubt ist oder nicht. Da ich forward secrecy nutzen möchte, ist es deaktiviert.

Damit ist die Konfiguration schon abgeschlossen (Firewall ggf. nicht vergessen!). Also testen….

Ein einfaches Tool dafür ist dog, oder natürlich dig aus den bind-tools aber Version 9.18. Für bind gibt es dann die Optionen +https oder auch +tls

dig +https @dns.kernel-error.de www.kernel-error.de A
dig +tls @dns.kernel-error.de www.kernel-error.de A

Der gleiche Test mit dog, sieht wie folgt aus:

dog www.kernel-error.de --tls "@dns.kernel-error.de"
A www.kernel-error.de. 6h00m00s   148.251.40.23
dog www.kernel-error.de --https "@https://dns.kernel-error.de/dns-query"
A www.kernel-error.de. 6h00m00s   148.251.40.23

Das war es auch schon! Viele Spaß mit einem „besseren“ DNS und wenn es noch Fragen gibt, einfach fragen 🙂

DoH (DNS over HTTPS) mit BIND auf eigenem Server

Die Zeit ging weiter, die Entwicklung bei BIND und DNS ebenfalls. Daher gibt es nun einen neuen Beitrag, der das aktuelle Setup mit BIND 9.20 auf FreeBSD 15 beschreibt – inklusive sauberer Trennung von authoritative DNS (Port 53) und öffentlichem Resolver (DoT/DoH) sowie reproduzierbaren CLI-Tests für IPv4 und IPv6. Bitte dort weiterlesen.

Meine Tests mit DoT (DNS over TLS) habe ich bereits vor einiger Zeit gestartet.  DoT DNS over TLS mit Bind, stunnel und Android 9 Dieses arbeitet noch immer ganz fein auf meinem Smartphone. DoT gefällt mir noch immer um einiges besser als DoH aber auch hier wollte ich nun einmal einen Versuch starten. Zusammen mit nginx und einem etwas angepassten doh-proxy läuft dieses nun auf dem gleichen System.

Im Firefox ist es schnell aktiviert https://ns1.kernel-error.de/dns-query…

DoH DNS over HTTPS Firefox

Es funktioniert auch, so richtig glücklich macht es mich aber nicht! Natürlich ist die Umsetzung nur etwas für einen kleinen privaten Test. „Schnell“ genug ist es ebenfalls! Zumindest zum Surfen im Internet, dennoch wäre mir eine saubere Implementierung von DoT im resolver vom OS viel lieber. So wie bereits ab Android 9 zu sehen. Vielleicht ändert sich mein Gefühl ja etwas zusammen mit QUIC (HTTP/3)?!?

DNS over TLS (DoT) mit BIND, Stunnel und Android 9 einrichten

Die Zeit ging weiter, die Entwicklung bei BIND und DNS ebenfalls. Daher gibt es nun einen neuen Beitrag, der das aktuelle Setup mit BIND 9.20 auf FreeBSD 15 beschreibt – inklusive sauberer Trennung von authoritative DNS (Port 53) und öffentlichem Resolver (DoT/DoH) sowie reproduzierbaren CLI-Tests für IPv4 und IPv6. Bitte dort weiterlesen.

Die eigenen DNS Anfragen über eine Verschlüsselte Verbindung an einen DNS Server zu schicken welchem man vertraut, dieses liest sich schon gut oder? Keiner verfolgt mein Surfverhalten und zusammen mit DNSSEC schiebt mir so schnell keiner falsche Records unter 🙂

Am ehesten vertraue ich meinem eigenen DNS Server (ns1.kernel-error.de). Auf diesem arbeitet ein Bind und vor diesen habe ich für DoT stunnel gestellt. Die Konfiguration vom stunnel sieht dabei grob wie folgt aus:

[dns4]
accept = 853
connect = 127.0.0.1:53
cert = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.crt
key = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.key
CAfile = /usr/local/etc/stunnel/ssl/ca.crt
ciphers = ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-SHA256
options = NO_SSLv2
options = NO_SSLv3
options = NO_TLSv1
options = NO_TLSv1.1
options = CIPHER_SERVER_PREFERENCE
options = DONT_INSERT_EMPTY_FRAGMENTS
renegotiation = no
TIMEOUTclose = 0

[dns6]
accept = 2a03:4000:38:20e::53:853 connect = ::1:53 cert = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.crt key = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.key CAfile = /usr/local/etc/stunnel/ssl/ca.crt ciphers = ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-SHA256 options = NO_SSLv2 options = NO_SSLv3 options = NO_TLSv1 options = NO_TLSv1.1 options = CIPHER_SERVER_PREFERENCE options = DONT_INSERT_EMPTY_FRAGMENTS renegotiation = no 

Die TLS Konfiguration ergibt dabei nun folgendes Bild: https://tls.imirhil.fr/tls/ns1.kernel-error.de:853

Auf einem Android 9 Gerät kann ich also nun unter den Einstellungen ==> Netzwerk & Internet ==> Erweitert ==> Privates DNS meinen Nameserver eintragen.

Screenshot der Konfigurationseinstellungen für DoT auf einem Android 9.

Jetzt sieht mir keiner mehr beim meinen DNS Abfragen zu 😀

DNS über TLS mit Stunnel und BIND9 einrichten: Anleitung für mehr Sicherheit

Ihr erinnert euch an meine Ankündigung über TLS an meinem DNS vor ein paar Tagen? RFC 7858 – DNS over Transport Layer Security

Bei mir ist inzwischen recht oft die Frage nach dem „Wie“ angekommen. Nun ich habe dafür stunnel benutzt. stunnel ist nicht speziell für DNS sondern ist ein Stück Software welches sich vor Dienste schalten lässt die keine oder eine schlechte Implementierung für SSL/TLS haben. Eine komplett stumpfe Konfiguration um zu testen würde zum Beispiel auf einem FreeBSD wie folgt aussehen:

/usr/local/etc/stunnel/conf.d/dnstls.conf

[dns4]
accept = 853
connect = 5.9.24.235:53
cert = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.crt
key = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.key
CAfile = /usr/local/etc/stunnel/ssl/ca.crt


[dns6]
accept = :::853 connect = 5.9.24.235:53
cert = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.crt
key = /usr/local/etc/stunnel/ssl/dns.key
CAfile = /usr/local/etc/stunnel/ssl/ca.crt 

So gestartet lässt sich eine TLS Verbinung zu Port 853 aufbauen und stunnel schiebt dann alles einfach weiter an den Bind auf Port 53. Ob eine SSL/TLS Verbindung aufgebaut werden kann testet man am besten mit openSSL: openssl s_client -connect ns1.kernel-error.de:853 -showcerts Ich werfe weiter unten mal den kompletten Output in den Post…

Um eine komplette DNS Abfrage über TLS zu prüfen nutze ich gerne getdns_query. Dieses ist bereits in den FreeBSD Ports. Ein Test würde wie folgt aussehen: getdns_query @5.9.24.235 -s -a -A -l L www.kernel-error.de AAAA die Option „-l L“ weißt getdns_query dabei an es per TLS zu probieren. Auch hier werde ich den kompletten Output weiter untem im Post zeigen.

Der versprochene openSSL Output

kernel@s-meer-bsd ~> openssl s_client -connect ns1.kernel-error.de:853 -showcerts
CONNECTED(00000003)
depth=2 C = BE, O = GlobalSign nv-sa, OU = Root CA, CN = GlobalSign Root CA
verify return:1
depth=1 C = BE, O = GlobalSign nv-sa, CN = AlphaSSL CA - SHA256 - G2
verify return:1
depth=0 OU = Domain Control Validated, CN = *.kernel-error.de
verify return:1
---
Certificate chain
 0 s:/OU=Domain Control Validated/CN=*.kernel-error.de
   i:/C=BE/O=GlobalSign nv-sa/CN=AlphaSSL CA - SHA256 - G2
-----BEGIN CERTIFICATE-----
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Server certificate
subject=/OU=Domain Control Validated/CN=*.kernel-error.de
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No client certificate CA names sent
Peer signing digest: SHA512
Server Temp Key: ECDH, P-256, 256 bits
---
SSL handshake has read 4014 bytes and written 433 bytes
---
New, TLSv1/SSLv3, Cipher is ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384
Server public key is 4096 bit
Secure Renegotiation IS supported
Compression: NONE
Expansion: NONE
No ALPN negotiated
SSL-Session:
    Protocol  : TLSv1.2
    Cipher    : ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384
    Session-ID: B1956B432DABE228C78E756329A796FA56C9646BE64326F8F96782BD946CCA82
    Session-ID-ctx: 
    Master-Key: 10329FBAE32471FC56D45E0AA0971CF5EB7977F7569AE4079219D9438E7A0F9DA8EC4150D9A074FC0AD8E63E00849047
    Key-Arg   : None
    PSK identity: None
    PSK identity hint: None
    SRP username: None
    Start Time: 1513937385
    Timeout   : 300 (sec)
    Verify return code: 0 (ok)
---

Der versprochene getdns_query Output:

kernel@s-meer-bsd ~> getdns_query @5.9.24.235 -s -a -A -l L www.kernel-error.de AAAA
{
  "answer_type": GETDNS_NAMETYPE_DNS,
  "canonical_name": <bindata for www.kernel-error.de.>,
  "just_address_answers":
  [
    {
      "address_data": <bindata for 2a01:4f8:161:3ec::443>,
      "address_type": <bindata of "IPv6">
    },
    {
      "address_data": <bindata for 5.9.24.250>,
      "address_type": <bindata of "IPv4">
    }
  ],
  "replies_full":
  [
     <bindata of 0xd3578500000100010003000703777777...>,
     <bindata of 0xe9288500000100010003000703777777...>
  ],
  "replies_tree":
  [
    {
      "additional":
      [
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns1.kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "ipv4_address": <bindata for 5.9.24.235>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x050918eb>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_A
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns2.kernel-error.org.>,
          "rdata":
          {
            "ipv4_address": <bindata for 176.9.109.53>,
            "rdata_raw": <bindata of 0xb0096d35>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_A
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns3.kernel-error.com.>,
          "rdata":
          {
            "ipv4_address": <bindata for 203.137.119.119>,
            "rdata_raw": <bindata of 0xcb897777>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_A
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns1.kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "ipv6_address": <bindata for 2a01:4f8:161:3ec::53>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x2a0104f8016103ec0000000000000053>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_AAAA
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns2.kernel-error.org.>,
          "rdata":
          {
            "ipv6_address": <bindata for 2a01:4f8:150:1095::53>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x2a0104f8015010950000000000000053>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_AAAA
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns3.kernel-error.com.>,
          "rdata":
          {
            "ipv6_address": <bindata for 2001:310:6000:f::1fc7:1>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x200103106000000f000000001fc70001>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_AAAA
        },
        {
          "do": 0,
          "extended_rcode": 0,
          "rdata":
          {
            "rdata_raw": <bindata of 0x>
          },
          "type": GETDNS_RRTYPE_OPT,
          "udp_payload_size": 4096,
          "version": 0,
          "z": 0
        }
      ],
      "answer":
      [
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for www.kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "ipv6_address": <bindata for 2a01:4f8:161:3ec::443>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x2a0104f8016103ec0000000000000443>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_AAAA
        }
      ],
      "answer_type": GETDNS_NAMETYPE_DNS,
      "authority":
      [
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "nsdname": <bindata for ns2.kernel-error.org.>,
            "rdata_raw": <bindata for ns2.kernel-error.org.>
          },
          "ttl": 86400,
          "type": GETDNS_RRTYPE_NS
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "nsdname": <bindata for ns1.kernel-error.de.>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x036e7331c010>
          },
          "ttl": 86400,
          "type": GETDNS_RRTYPE_NS
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "nsdname": <bindata for ns3.kernel-error.com.>,
            "rdata_raw": <bindata for ns3.kernel-error.com.>
          },
          "ttl": 86400,
          "type": GETDNS_RRTYPE_NS
        }
      ],
      "canonical_name": <bindata for www.kernel-error.de.>,
      "header":
      {
        "aa": 1,
        "ad": 0,
        "ancount": 1,
        "arcount": 7,
        "cd": 0,
        "id": 54103,
        "nscount": 3,
        "opcode": GETDNS_OPCODE_QUERY,
        "qdcount": 1,
        "qr": 1,
        "ra": 0,
        "rcode": GETDNS_RCODE_NOERROR,
        "rd": 1,
        "tc": 0,
        "z": 0
      },
      "question":
      {
        "qclass": GETDNS_RRCLASS_IN,
        "qname": <bindata for www.kernel-error.de.>,
        "qtype": GETDNS_RRTYPE_AAAA
      }
    },
    {
      "additional":
      [
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns1.kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "ipv4_address": <bindata for 5.9.24.235>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x050918eb>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_A
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns2.kernel-error.org.>,
          "rdata":
          {
            "ipv4_address": <bindata for 176.9.109.53>,
            "rdata_raw": <bindata of 0xb0096d35>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_A
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns3.kernel-error.com.>,
          "rdata":
          {
            "ipv4_address": <bindata for 203.137.119.119>,
            "rdata_raw": <bindata of 0xcb897777>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_A
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns1.kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "ipv6_address": <bindata for 2a01:4f8:161:3ec::53>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x2a0104f8016103ec0000000000000053>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_AAAA
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns2.kernel-error.org.>,
          "rdata":
          {
            "ipv6_address": <bindata for 2a01:4f8:150:1095::53>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x2a0104f8015010950000000000000053>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_AAAA
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for ns3.kernel-error.com.>,
          "rdata":
          {
            "ipv6_address": <bindata for 2001:310:6000:f::1fc7:1>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x200103106000000f000000001fc70001>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_AAAA
        },
        {
          "do": 0,
          "extended_rcode": 0,
          "rdata":
          {
            "rdata_raw": <bindata of 0x>
          },
          "type": GETDNS_RRTYPE_OPT,
          "udp_payload_size": 4096,
          "version": 0,
          "z": 0
        }
      ],
      "answer":
      [
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for www.kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "ipv4_address": <bindata for 5.9.24.250>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x050918fa>
          },
          "ttl": 300,
          "type": GETDNS_RRTYPE_A
        }
      ],
      "answer_type": GETDNS_NAMETYPE_DNS,
      "authority":
      [
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "nsdname": <bindata for ns2.kernel-error.org.>,
            "rdata_raw": <bindata for ns2.kernel-error.org.>
          },
          "ttl": 86400,
          "type": GETDNS_RRTYPE_NS
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "nsdname": <bindata for ns1.kernel-error.de.>,
            "rdata_raw": <bindata of 0x036e7331c010>
          },
          "ttl": 86400,
          "type": GETDNS_RRTYPE_NS
        },
        {
          "class": GETDNS_RRCLASS_IN,
          "name": <bindata for kernel-error.de.>,
          "rdata":
          {
            "nsdname": <bindata for ns3.kernel-error.com.>,
            "rdata_raw": <bindata for ns3.kernel-error.com.>
          },
          "ttl": 86400,
          "type": GETDNS_RRTYPE_NS
        }
      ],
      "canonical_name": <bindata for www.kernel-error.de.>,
      "header":
      {
        "aa": 1,
        "ad": 0,
        "ancount": 1,
        "arcount": 7,
        "cd": 0,
        "id": 59688,
        "nscount": 3,
        "opcode": GETDNS_OPCODE_QUERY,
        "qdcount": 1,
        "qr": 1,
        "ra": 0,
        "rcode": GETDNS_RCODE_NOERROR,
        "rd": 1,
        "tc": 0,
        "z": 0
      },
      "question":
      {
        "qclass": GETDNS_RRCLASS_IN,
        "qname": <bindata for www.kernel-error.de.>,
        "qtype": GETDNS_RRTYPE_A
      }
    }
  ],
  "status": GETDNS_RESPSTATUS_GOOD
}

Oh und weil ich gerade dabei war… Ich habe direkt ns2.kernel-error.org mit einem gültigen Zertifikat ausgestattet.

Fragen? Dann fragen 🙂

BIND: EDNS-PMTU-Fehler bei DNSSEC beheben

Mir ist an ein paar Systemen ein Problem im Zusammenhang mit DNSSEC, IPv6 und UDP-Paketgrößen aufgefallen — genauer gesagt hat mich DNSviz darauf gestoßen:

domain.tld/A: No response was received until the UDP payload size
was decreased, indicating that the server might be attempting to
send a payload that exceeds the path maximum transmission unit
(PMTU) size. (2001:db8::1, UDP_0_EDNS0_32768_4096)

Was passiert da?

Der DNS-Server (hier BIND 9.11) versucht, auf eine Anfrage mit einem UDP-Paket von 4096 Byte zu antworten. Irgendwo auf dem Weg — Firewall, Netzwerkfilter, MTU-Einschränkung — wird das Paket verworfen. Da UDP kein Feedback gibt, merkt BIND davon nichts und glaubt, die Antwort sei zugestellt.

Beim Client fällt das kaum auf: dig und andere Resolver verringern automatisch die EDNS-Puffergröße und wiederholen die Anfrage — es dauert nur etwas länger. DNSviz testet aber systematisch und meldet das Problem.

Maximale UDP-Größe ermitteln

Mit dem Reply Size Test von DNS-OARC lässt sich herausfinden, welche Paketgröße vom eigenen System aus durchkommt:

$ dig +short rs.dns-oarc.net txt
rst.x490.rs.dns-oarc.net.
rst.x499.x490.rs.dns-oarc.net.
rst.x457.x499.x490.rs.dns-oarc.net.
"2001:db8::1 sent EDNS buffer size 512"
"2001:db8::1 DNS reply size limit is at least 499"

In diesem Fall enden die Antworten bei 512 Byte — alles darüber wird unterwegs gefressen.

BIND konfigurieren

BIND anweisen, die UDP-Paketgröße zu begrenzen:

options {
    edns-udp-size 1232;
    max-udp-size 1232;
};

edns-udp-size begrenzt die empfangene Paketgröße, max-udp-size die gesendete. Clients bekommen damit auf ihre erste Anfrage direkt eine Antwort, ohne schrittweise herunterhandeln zu müssen.

Warum 1232 und nicht 512?

512 Byte ist das klassische DNS-Limit ohne EDNS — funktioniert überall, ist aber unnötig klein. Seit dem DNS Flag Day 2020 empfehlen die großen DNS-Betreiber 1232 Byte als EDNS-Puffergröße. Der Wert ergibt sich aus der minimalen IPv6-MTU (1280 Byte) minus IPv6-Header (40 Byte) minus UDP-Header (8 Byte) = 1232 Byte. Das passt durch jedes korrekt konfigurierte Netzwerk.

Wenn selbst 1232 nicht durchkommt, liegt das Problem im Netzwerk — Firewalls die UDP-Pakete über einer bestimmten Größe filtern oder ICMP Packet Too Big unterdrücken. In dem Fall den dns-oarc-Test wiederholen und den Wert entsprechend anpassen.

Mehr zu DNSSEC und BIND gibt es im DNSSEC-HowTo. Fragen? Einfach melden.

DNSSEC IPv6 DENIC und ein DNS in Japan

Ich brauche mal eure Hilfe…

Zum Spaß habe ich mir einen VPS Server in Japan geklickt. Was nun damit tun? Einfach mal ein weiteren DNS Server nutzen \o/ Gute Idee? Nein… Warum nicht? Weil der Server in Japan steht, höhere Antwortzeiten hat und der meist zufällig entscheidet, welcher DNS Server nun gefragt wird. Ich habe somit also sporadisch DEUTLICH langsamere DNS Antworten. Für meinen Spieltrieb aber gerade OK .-P

Ist also nun ein FreeBSD 10 mit einem Bind9.11 als slave für drei Spielzonen (kernel-error.org, kernel-error.com, kernel-error.de). FreeBSD ans Ende gepatcht, aktuellen Bind drauf, getestet ob die Kiste sauber signierte Zonen abfragen und prüfen kann (TCP/UDP und größer 512) alles gut. Dann als slave eingebunden wieder getestet und dann in die Zone darüber eintragen lassen. Die Zonen org. sowie com. haben den DNS-Server einfach gefressen. die Zone de. meckert aber! DNS timeout bei IPv6 O_o Öhm, ok… dig und drill sagen das geht aber. Bind ist auch fest ein und ausgehend an die IPv6 Adresse gebunden. Als „Firewall“ rennt PF, das mal deaktiviert ändert aber nichts. Vielleicht filter der Provider? Nope nur switch, iptables und ebtables öhm, das klingt sehr spartanisch.

Hat das Problem nur denic? Nö, DNSViz scheint es auch nicht zu können: http://dnsviz.net/d/kernel-error.com/dnssec/

Wie gesagt NUR bei IPv6! Jetzt habe ich mir alle Mühe gegeben diesen Timeout selbst mal zu produzieren, klappt aber nicht. Bei mir geht es einfach IMMER egal was für Optionen ich dig mitgebe.

# dig @2001:310:6000:f::1fc7:1 +edns +multi +norec +bufsize=4096 kernel-error.com IN MX +short
10 smtp.kernel-error.de.
# dig @2001:310:6000:f::1fc7:1 +tcp +edns +multi +norec +bufsize=4096 kernel-error.com IN MX +short
10 smtp.kernel-error.de.

Ich verstehe das nicht! Ich mache am bind keine Unterscheidung zwischen IPv4 und IPv6, für mich geht alles. Alle Antworten und Fragen in alle Richtungen laufen ohne jedes Problem. Nur DNSViz und denic scheinen ein „Problem“ zu haben. Mal sehen ob jemand von der denic mit einen sinnvollen Tipp geben kann. Mir würde ja schon der dig Aufruf reichen der zu einem timeout führt :-/ Dann hätte ich etwas zum Testen.

Oh ja, ich habe natürlich auch ganz brav mal tcpdump laufen lassen. Leider sieht es hier ebenfalls einfach funktionstüchtig aus 🙁

https://www.kernel-error.de/download/dns.tar.gz

Hat von euch irgendjemand eine Idee?


*U-P-D-A-T-E*

Die interne Fehlermeldung der API DENIC:

ERROR: 223 Timeout after switching from UDP to TCP – switch to TCP due to timeout (target) (ns3.kernel-error.com./2001:310:6000:f:0:0:1fc7:1:53)


*U-P-D-A-T-E*

Mal querry log eingeschaltet:

30-Jan-2017 18:30:04.669 client @0x802e62600 2a02:568:201:214::1:15#38145 (ns3.kernel-error.com): query: ns3.kernel-error.com IN A -E(0)DC (2001:310:6000:f::1fc7:1)
30-Jan-2017 18:30:04.670 client @0x802e62600 2a02:568:201:214::1:15#41589 (ns3.kernel-error.com): query: ns3.kernel-error.com IN AAAA -E(0)DC (2001:310:6000:f::1fc7:1)
30-Jan-2017 18:30:04.938 client @0x802e62600 2a02:568:201:214::1:15#20703 (kernel-error.de): query: kernel-error.de IN SOA - (2001:310:6000:f::1fc7:1)
30-Jan-2017 18:30:05.510 client @0x802e6f800 2a02:568:201:214::1:15#58465 (kernel-error.de): query: kernel-error.de IN NS -T (2001:310:6000:f::1fc7:1)
30-Jan-2017 18:30:05.889 client @0x802e62600 2a02:568:201:214::1:15#47548 (kernel-error.de): query: kernel-error.de IN SOA -E(0)D (2001:310:6000:f::1fc7:1)
30-Jan-2017 18:30:05.896 client @0x802e62600 2a02:568:201:214::1:15#55493 (kernel-error.de): query: kernel-error.de IN DNSKEY -E(0)D (2001:310:6000:f::1fc7:1)
30-Jan-2017 18:30:06.416 client @0x802e70c00 2a02:568:201:214::1:15#37170 (kernel-error.de): query: kernel-error.de IN DNSKEY -E(0)TD (2001:310:6000:f::1fc7:1)

*U-P-D-A-T-E*

Ich glaube es nicht… Ich teste hier gerade rum, will einem Kollegen zeigen das es nicht geht und das Update läuft bei DENIC einfach durch und OK Ö_ö ich verstehe das nicht, wirklich nicht. Absolut 0,0 warum geht das jetzt und warum meint DNSViz das es dennoch nicht geht? Was passiert hier?


*U-P-D-A-T-E*

Bleibt nur noch meine Vermutung, dass es wirklich um die Antwortzeit des Servers geht… Die liegt so zwischen 200 und 300ms. Das ist echt lange aber auch nicht SOOOOOOO lange :-/ Mal sehen ob von denic irgendwas kommt?!?!


*U-P-D-A-T-E*

Da fliegt mir doch gerade folgende Info rein:

die DENIC meinte dazu:

    unsere Kollegen können derzeit nicht genau sagen woran es hängt. Jedoch sind unsere Verbindungen nach Korea zeitweise leicht beeinträchtigt, evtl. wurde dir Nast Prüfung genau in dem Moment durchgeführt.


Es scheint als bekommen wir das nicht geklärt. Aber schön, wenn das
Update nun durch ist.

PS: Ein leicht ungutes Gefühl bleibt ...

DNSSEC einrichten: Zonen signieren mit BIND

DNSSEC (Domain Name System Security Extensions) schützt DNS-Antworten vor Fälschung. Ein anfragender Resolver kann damit prüfen, ob die gelieferten Zonendaten tatsächlich vom autorisierten Nameserver stammen und unterwegs nicht verändert wurden. DNSSEC wurde als Mittel gegen Cache Poisoning entwickelt — Serverauthentifizierung findet nicht statt.

Die Vertrauenskette

Was mich beim ersten Lesen zu DNSSEC durcheinandergebracht hat, war das Umherwerfen mit Begriffen: KSK, ZSK, DNSKEY, RRSIG, DS. Im Grunde ist es einfach:

Der KSK (Key Signing Key) hat eine Aufgabe: den ZSK unterschreiben. Der KSK wird als DS-Record in der übergeordneten Zone hinterlegt. Der ZSK (Zone Signing Key) hat auch nur eine Aufgabe: die eigentlichen Zonendaten unterschreiben.

Es beginnt bei der Root-Zone. Die Root-Server wissen, welche Nameserver für die TLDs zuständig sind. Die TLD-Server wissen, welche Nameserver für die einzelnen Domains zuständig sind. Jede Ebene signiert ihre Zone und veröffentlicht den DS-Record der Ebene darunter. So entsteht eine durchgehende Kette vom Root-KSK bis zu meiner Zone.

Will ein Angreifer dafür sorgen, dass www.kernel-error.org auf seinen Server zeigt, hat er zwei Möglichkeiten:

  1. Er antwortet auf die Delegation-Anfrage mit seinem eigenen Nameserver.
  2. Er antwortet mit gefälschter Absenderadresse schneller als der echte Server.

Mit DNSSEC kann der Resolver beide Angriffe erkennen — die gefälschte Antwort hat keine gültige Signatur.

Schematische Darstellung der DNSSEC-Vertrauenskette: Root-KSK signiert TLD, TLD signiert Domain.

DNSSEC in BIND aktivieren

Auf dem autoritativen Nameserver muss DNSSEC-Validierung aktiv sein. In modernen BIND-Versionen (ab 9.16) reicht im options-Block:

options {
    dnssec-validation auto;
};

auto bedeutet, dass BIND den eingebauten Root-Trust-Anchor nutzt und diesen bei KSK-Rollovers automatisch aktualisiert (RFC 5011). Der alte dnssec-enable yes wurde in BIND 9.18 entfernt — DNSSEC ist seitdem immer aktiv.

Zone signieren — der moderne Weg

Seit BIND 9.16 gibt es dnssec-policy. Damit übernimmt BIND die Schlüsselerzeugung, das Signieren und den Key-Rollover vollautomatisch:

zone "kernel-error.org" {
    type primary;
    file "kernel-error.org";
    dnssec-policy default;
    inline-signing yes;
};

Die default-Policy verwendet ECDSAP256SHA256 (Algorithmus 13) — schneller und sicherer als das früher übliche NSEC3RSASHA1 mit 4096-Bit-Schlüsseln. inline-signing yes bedeutet: BIND signiert die Zone im Speicher, die Zonendatei auf der Platte bleibt unsigniert und lässt sich wie gewohnt bearbeiten.

Zone manuell signieren

Wer mehr Kontrolle will oder eine ältere BIND-Version hat, kann die Schlüssel von Hand erzeugen. KSK erstellen:

$ dnssec-keygen -a ECDSAP256SHA256 -f KSK -n ZONE kernel-error.org
Kkernel-error.org.+013+12345

ZSK erstellen:

$ dnssec-keygen -a ECDSAP256SHA256 -n ZONE kernel-error.org
Kkernel-error.org.+013+67890

Die öffentlichen Teile (*.key) in die Zonendatei einbinden und signieren:

$ cat Kkernel-error.org.+013+*.key >> kernel-error.org

$ dnssec-signzone -S -K /pfad/zu/keys -o kernel-error.org kernel-error.org
Verifying the zone using the following algorithms: ECDSAP256SHA256.
Zone signing complete:
Algorithm: ECDSAP256SHA256: ZSKs: 1, KSKs: 1 active, 0 stand-by
kernel-error.org.signed

Dann BIND anweisen, die signierte Zonendatei zu laden. Nach jeder Änderung an der Zone muss neu signiert werden — oder man nutzt inline-signing, dann entfällt das.

DS-Record beim Registrar einreichen

Der öffentliche KSK muss als DS-Record in der übergeordneten Zone landen. Bei der DENIC (.de) und den meisten TLD-Registries gibt es dafür ein Webinterface beim Registrar. Man schickt den öffentlichen KSK hin, der Registrar erstellt daraus einen DS-Record und veröffentlicht ihn neben den NS-Records.

Ob der DS-Record gesetzt ist, lässt sich prüfen, indem man die TLD-Nameserver direkt fragt:

$ dig +short kernel-error.org DS @a0.org.afilias-nst.info
12345 13 2 A1B2C3D4...

Prüfen ob alles funktioniert

Mit dig +dnssec eine signierte Domain abfragen. Das ad-Flag (Authenticated Data) in der Antwort zeigt, dass die DNSSEC-Validierung erfolgreich war:

$ dig +dnssec kernel-error.org @8.8.8.8
;; flags: qr rd ra ad; QUERY: 1, ANSWER: 2, AUTHORITY: 0, ADDITIONAL: 1

Grafisch lässt sich die gesamte Vertrauenskette mit DNSviz darstellen — einfach die eigene Domain einsetzen:

Stolpersteine

DNSSEC-Signaturen machen DNS-Antworten deutlich größer als die 512 Bytes, die klassisches DNS über UDP erlaubt. EDNS (RFC 6891) hebt dieses Limit auf. Das ist seit 1999 spezifiziert, aber manche Firewalls und Billig-Router haben damit immer noch Probleme — sie filtern große UDP-Pakete oder EDNS-Optionen.

Wichtig: Gehen die Schlüssel verloren oder die signierte Zonendatei brennt ab, hat man ein Problem. Vor jeder großen Änderung (Key-Rollover, Algorithmus-Wechsel) immer die längste TTL der Zone abwarten. Sonst sind gecachte Antworten mit der alten Signatur noch gültig, während die neue Signatur schon aktiv ist — die Zone wird temporär nicht validierbar.

Meinen „analogen“ DNSSEC-Masterplan dazu habe ich mir damals aufgezeichnet:

Handgezeichneter DNSSEC-Masterplan: Reihenfolge fuer Key-Rollover und Zonenuebergaenge mit TTL-Wartezeiten.

Was man auf DNSSEC aufbauen kann

Wenn die Zone signiert ist, lassen sich darüber weitere Sicherheitsmechanismen verteilen:

Wer einen DNSSEC-validierenden Resolver sucht — dns.kernel-error.de bietet DNS over TLS und DNS over HTTPS mit DNSSEC-Validierung.


Chronik

Dieser Beitrag wurde 2010 veröffentlicht und dokumentiert meine DNSSEC-Einführung über mehrere Jahre:

  • November 2010 — Erste Signierung von kernel-error.org (NSEC3RSASHA1, 4096 Bit).
  • Februar 2011 — DS-Record für kernel-error.org endlich in der .org-Zone veröffentlicht. DENIC kündigt Signierung der .de-TLD an.
  • Februar 2011 — kernel-error.de signiert, über DENIC-Testbed validierbar.
  • Juni 2011 — DENIC signiert .de offiziell, DS-Records in der Root-Zone.
  • Februar 2012 — kernel-error.com ebenfalls signiert. Alle drei Domains komplett.
  • Mai 2012 — GPG-Keys und SSHFP-Records im DNS hinterlegt.
  • August 2013 — DANE/TLSA-Records für alle TLS-Dienste eingerichtet.
  • 2024 — Algorithmus-Wechsel auf ECDSAP256SHA256 (Algorithmus 13). Anleitung oben entsprechend aktualisiert.

Fragen? Einfach melden.

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