IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

Kategorie: Self-Hosting & Infrastruktur (Seite 7 von 10)

Server selbst betreiben — Erfahrungen mit FreeBSD-Jails, Nginx, Postfix, Dovecot, Matrix und der eigenen Infrastruktur.

IP Reverse Map Delegation: Einrichtung und Fehlerbehebung

IP-Reverse-Map-Delegation nach RFC 2317 mit Provider-Zone, Kunden-Subzone, CNAME-Verweisen, PTR-Antwort und Troubleshooting-Hinweisen.

Reverse Map Delegation nach RFC 2317 klingt komplizierter als es ist. Es löst ein konkretes Problem: Wer ein kleines IP-Netz hat (kleiner als /24), kann normalerweise keine eigene PTR-Zone betreiben. Mit Reverse Map Delegation geht es doch.

Warum man es braucht

In der guten alten Zeit bekam man ein /24 (256 Adressen). Da legt man einfach eine Zone 3.2.1.in-addr.arpa. an und fertig. Heute bekommt man, wenn überhaupt, ein /29 (8 Adressen). Und da liegt das Problem: DNS-Zonen werden am Punkt getrennt. Bei einem /24 passt das, bei einem /29 gibt es keinen Punkt an dem man die Zone aufteilen kann.

Der Provider behält also die /24-Zone und richtet für das kleine Subnetz CNAMEs ein, die auf eine „Sub-Zone“ des Kunden zeigen. Der Kunde kann dann seine PTR-Records selbst verwalten.

Die Provider-Seite

In der /24-Zone des Providers wird für das Subnetz 1.2.3.0/29 eine Delegation eingerichtet. Jede IP-Adresse bekommt einen CNAME in die Sub-Zone des Kunden:

$ORIGIN 3.2.1.in-addr.arpa.
$TTL 1D
@   1D IN SOA ns1.kernel-error.de. hostmaster.kernel-error.de. (
              2014101701 ; serial
              6H         ; refresh
              30M        ; retry
              2W         ; expiry
              1D )       ; minimum

         IN NS  ns1.kernel-error.de.
         IN NS  ns2.kernel-error.org.

; Delegation für 1.2.3.0/29 an den Kunden
0/29     IN NS    ns1.vandemeer.de.
0/29     IN NS    ns2.vandemeer.de.
0        IN CNAME 0.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
1        IN CNAME 1.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
2        IN CNAME 2.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
3        IN CNAME 3.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
4        IN CNAME 4.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
5        IN CNAME 5.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
6        IN CNAME 6.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
7        IN CNAME 7.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.

Die Kunden-Seite

Der Kunde richtet auf seinem DNS-Server die Sub-Zone ein und kann dort seine PTR-Records setzen wie gewohnt:

$ORIGIN 0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
$TTL 1D
@   1D IN SOA ns1.vandemeer.de. hostmaster.vandemeer.de. (
              2014101701 ; serial
              6H         ; refresh
              30M        ; retry
              2W         ; expiry
              1D )       ; minimum

         IN NS  ns1.vandemeer.de.
         IN NS  ns2.vandemeer.de.

0        IN PTR netzadresse.vandemeer.de.
1        IN PTR router.vandemeer.de.
2        IN PTR mailin.vandemeer.de.
3        IN PTR imap.vandemeer.de.
4        IN PTR webserver.vandemeer.de.
5        IN PTR frei.vandemeer.de.
6        IN PTR frei.vandemeer.de.
7        IN PTR broadcastadresse.vandemeer.de.

Ergebnis

Eine Reverse-Lookup-Abfrage für 1.2.3.4 läuft jetzt über den CNAME zum DNS des Kunden und liefert den gewünschten PTR-Record:

dig -x 1.2.3.4 +short
4.0/29.3.2.1.in-addr.arpa.
webserver.vandemeer.de.

Probleme

Wäre ja zu schön, wenn es keine gäbe.

Laut RFC darf ein PTR-Record eigentlich kein CNAME sein, außer in genau diesem Fall. Das RFC ist von 1998, aber es hat sich nicht überall herumgesprochen. Man muss seinem Gegenüber gelegentlich RFC 2317 erklären, bevor die Diskussion weitergeht.

Außerdem macht Postfix Ärger, wenn man reject_unknown_client in den smtpd_restrictions hat. Diese Prüfung erwartet, dass PTR und A/AAAA-Record zueinander passen. Bei Reverse Map Delegation tun sie das nicht, weil der CNAME dazwischen steht:

450 4.7.1 Client host rejected: cannot find your hostname, [4.5.6.7]

Wer einen größeren Mailserver betreibt, sollte auf der Mail-IP kein Reverse Map Delegation einsetzen, sondern den PTR direkt beim Provider setzen lassen. Spart Arbeit und Ärger.

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Citrix XenServer: Festplattenpriorität im Storage-Pool konfigurieren​

Veraltet: Citrix XenServer wird seit 2024 nicht mehr in dieser Form angeboten. Die Storage-Pool-Konfiguration hat sich grundlegend geändert. Alternativen: Proxmox VE oder XCP-ng.

Hat man in seinem Citrix XenServer mehrere virtuelle Festplatte in einem Storage liegen, kann es vorkommen dass man einzelnen davon eine höhere Priorität zuweisen möchte als anderen.

Leider gibt es diese Option nicht klickbar im Citrix XenCenter, sondern man muss die Konsole (CLI) bemühen.

Das Einstellen dieser Prioritäten ist etwas komplexer, ich beschränke mich in meinem Beispiel auf die „schnell und einfach“ Version. Damit möchte ich sagen, bitte selbst damit beschäftigen.

Zum Thema… Es gibt verschiedene Algorithmen, welche man für sein QOS der virtuellen Festplatten wählen kann. Ich nehme gerne ionice, da es bei mehreren Systemen eher um IO-Probleme als reine Durchsatzprobleme geht. Diesem Algorithmus gebe ich die Information mit das es hier um realtime geht und die Klasse in welche die virtuelle Festplatte gesteckt werden soll. Bei der Klassifizierung ist zu beachten, dass es ein ganzzahliger Wert zwischen 0 und 7 sein muss. Die Klasse 0 hat dabei die höchste Priorität und die Klasse 7 die geringste.

Kleines Beispiel gefällig?

Wir sind auf der root Konsole des XenServers. Ich lasse mir die VMs mit ihren Platten anzeigen, in diesem Fall gibt es keine Snapshots. Würde es welche geben, gleiches Vorgehen, es sieht nur etwas „unübersichtlicher“ aus.

[root@fra.srv.ha.xen.05 ~]# xe vbd-list
uuid ( RO)             : 66a3903c-8eba-4d8a-92d9-c435d399d3ac
          vm-uuid ( RO): 577e39d4-e771-477b-8829-8648b05b682b
    vm-name-label ( RO): VM-Kennzeichnung
         vdi-uuid ( RO): <not in database>
            empty ( RO): true
           device ( RO):

uuid ( RO)             : 4e004302-c32e-4c90-b986-9efc0b1995a1
          vm-uuid ( RO): 577e39d4-e771-477b-8829-8648b05b682b
    vm-name-label ( RO): Laufwerkskennzeichnung
         vdi-uuid ( RO): 47e5ab14-9cf8-4e7f-88b8-fe20247efa85
            empty ( RO): false
           device ( RO): xvdb

uuid ( RO)             : 5b4f70ec-07cb-47a5-aa05-91647cf38b78
          vm-uuid ( RO): 577e39d4-e771-477b-8829-8648b05b682b
    vm-name-label ( RO): Laufwerkskennzeichnung
         vdi-uuid ( RO): e6796376-995f-4a99-8ba6-893c30aa6a14
            empty ( RO): false
           device ( RO): xvda

Zu erkennen ist ein System (577e39d4-e771-477b-8829-8648b05b682b) mit zwei virtuellen Festplatten (4e004302-c32e-4c90-b986-9efc0b1995a1 / 5b4f70ec-07cb-47a5-aa05-91647cf38b78).

Versorgt mit diesen Informationen kann ich nun direkt die beiden Platten mit neuer Priorität versehen.

$ xe vbd-param-set uuid=4e004302-c32e-4c90-b986-9efc0b1995a1 qos_algorithm_type=ionice
$ xe vbd-param-set uuid=4e004302-c32e-4c90-b986-9efc0b1995a1 qos_algorithm_paramsched=rt
$ xe vbd-param-set uuid=4e004302-c32e-4c90-b986-9efc0b1995a1 qos_algorithm_params:class=5

$ xe vbd-param-set uuid=5b4f70ec-07cb-47a5-aa05-91647cf38b78 qos_algorithm_type=ionice
$ xe vbd-param-set uuid=5b4f70ec-07cb-47a5-aa05-91647cf38b78 qos_algorithm_paramsched=rt
$ xe vbd-param-set uuid=5b4f70ec-07cb-47a5-aa05-91647cf38b78 qos_algorithm_params:class=5

Als Test lasse ich mir nun noch einmal die gesetzten Einstellungen auf der Konsole ausgeben. Einmal den gewählten QOS-Algorithmus und dann dessen gesetzte Optionen.

$ xe vbd-param-get uuid=5b4f70ec-07cb-47a5-aa05-91647cf38b78 param-name=qos_algorithm_type
ionice
$ xe vbd-param-get uuid=5b4f70ec-07cb-47a5-aa05-91647cf38b78 param-name=qos_algorithm_params
class: 5; sched: rt

Noch Fragen? Dann fragen…

 

Der eingeschlafene Hintern im DataCenter

Da hocke ich heute mal wieder im DataCenter und arbeite an den Systemen. Wie immer, im Schneidersitz auf dem Boden und mit den Notebook auf den Beinen. Nach einiger Zeit merke ich, dass mein Hintern aufgehört hat sich über die Temperatur zu beschweren. Dieses ist in der Regel ein untrügerisches Zeichen dafür, dass er eingeschlafen ist. Was nun Vor- und Nachteile hat. Vorteil, ich kann noch länger so sitzen ohne das es fühlbar unbequem wird; Nachteil, wenn ich später versuche aufzustehen, wird es lustig!

Das muss doch irgendwie besser gehen, oder? OK, ok… Es gibt in der Regel einen hässlichen Hocker, der ist aber so hässlich das man doch besser auf dem Boden sitzt, weil es dann doch bequemer ist. Dann könnte ich mir noch ein Kissen mitbringen und es unterlegen.. ne, doch nicht! Wenn ich so überlege dann finden sich in meiner Erinnerung nur Bilder, von auf dem Boden hockenden Technikern vor einem Schrank. Alle mit kaltem Hintern und jedem schläft dieser früher oder später ein. Da sollte mal jemand was erfinden *AUFRUF*.

Wie auch immer, wenn ich mir schon über solche Dinge Gedanken mache… Dann kann es mir nicht so schlecht gehen, oder vielleicht genau aus diesem Grund doch? Na dann werde ich wohl nun mal jemanden aufwecken, wünscht mir Glück.

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ownCloud Sync Client Sabayon

Veraltet: ownCloud wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt und Sabayon Linux wurde 2020 eingestellt. Der ownCloud-Nachfolger ist Nextcloud.

Auf meinem Sabayon System findet mein Rigo leider keinen owncloud-client. Glücklicherweise baut sich dieser fast von alleine.

Ich lade mir also einfach die beiden Quellpakete qtkeychain-master.zip und mirall-1.6.1rc1.tar.bz2 herunter. Entpacke sie qtkeychain-master in qtkeychain-master und mirall-1.6.1rc1 in mirall. Dann beginne ich mit dem bauen, dabei lege ich den späteren Installationsprefix auf /usr fest damit es am Ende nicht alles unter /usr/local… liegt. Dieses aber, wie so oft, selbst denkend nachmachen, es wird schnell unordentlich.

$ mkdir qtkeychain-build
$ cd qtkeychain-build
$ cmake -DCMAKE_BUILD_TYPE="Debug" cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX:PATH=/usr ../qtkeychain-master
$ make
$ sudo make install

Jetzt noch der eigentliche owncloud-client.

$ mkdir mirall-build
$ cd mirall-build
$ cmake -DCMAKE_BUILD_TYPE="Debug" cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX:PATH=/usr ../mirall
$ make
$ sudo make install

Schon lässt sich alles aufrufen und wie gewünscht nutzen. Ach ja, sollten noch Abhängigkeiten fehlen, finden sich diese aktuell alle mit Rigo! Sauberer wäre es ebenfalls direkt Pakete zu erstellen, dann könnte man sie sauberer ersetzten, löschen usw.. Ist mir gerade für diese Nummer zu aufwendig.

Viel Spaß!

Openfire und IPv6: NumberFormatException bei S2S-Authentifizierung

Openfire hat ein Problem wenn in der /etc/resolv.conf der Nameserver als IPv6-Localhost eingetragen ist (::1). Der Java-DNS-Client kann die IPv6-Adresse nicht parsen und wirft eine NumberFormatException. Das Ergebnis: Keine S2S-Verbindungen, keine Authentifizierung mit Remote-Servern.

Fehlerbild

Im /var/log/openfire/error.log findet sich:

org.jivesoftware.openfire.session.LocalOutgoingServerSession
  - Error authenticating domain with remote server: jabber.ccc.de
java.lang.NumberFormatException: For input string: ":1"
    at java.lang.Integer.parseInt(Integer.java:492)
    at com.sun.jndi.dns.DnsClient.(DnsClient.java:125)
    at org.jivesoftware.openfire.net.DNSUtil.srvLookup(DNSUtil.java:192)
    at org.jivesoftware.openfire.session.LocalOutgoingServerSession
        .createOutgoingSession(LocalOutgoingServerSession.java:270)

Java versucht ::1 als Portnummer zu parsen und scheitert an dem Doppelpunkt. Der Bug steckt in Javas DnsClient-Klasse die IPv6-Adressen in der resolv.conf nicht korrekt behandelt.

Lösung

In der /etc/resolv.conf den Nameserver von ::1 auf 127.0.0.1 umstellen:

# vorher
nameserver ::1

# nachher
nameserver 127.0.0.1

Openfire neu starten. Der lokale DNS-Resolver lauscht in der Regel auf beiden Adressen, die Namensauflösung funktioniert über IPv4 genauso. Neuere Java-Versionen haben den Bug behoben, aber wer eine ältere Version nutzt oder nicht updaten kann, ist mit dem IPv4-Workaround auf der sicheren Seite.

Weitere Openfire-Probleme mit S2S-Verbindungen: 404 Remote Server Not Found behandelt fehlende Intermediate-Zertifikate.

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Exchange Online und Office 365: DNS-Einträge für eine BIND-Zone

Bei mir ist die Frage aufgeschlagen, was man in seine BIND-Zone schreiben muss, wenn man Exchange Online, Lync/Skype for Business oder Office 365 nutzen will. Microsoft zeigt einem während der Einrichtung eine Tabelle mit DNS-Einträgen an. Für Webinterface-Hoster kein Problem, für BIND-Admins aber erstmal Übersetzungsarbeit.

Ich liebe es, wenn Microsoft solche Dinge ins Deutsche übersetzt. „Verweist auf die Adresse“ statt „Points to“. „Gültigkeitsdauer“ statt „TTL“. Aber gut.

Hinweis: Lync heißt inzwischen Teams, die SRV-Records für Lync Federation sind aber weiterhin nötig, solange Skype for Business im Tenant aktiv ist.

Was Microsoft verlangt

Für eine Domain (hier kernel-error.com als Beispiel) werden folgende Records benötigt:

# Exchange Online
MX    0  kernel-error-com0i.mail.protection.outlook.com
TXT      "v=spf1 include:spf.protection.outlook.com -all"
CNAME    autodiscover → autodiscover.outlook.com

# Lync / Skype for Business / Teams
SRV      _sip._tls           443  1 100  sipdir.online.lync.com
SRV      _sipfederationtls._tcp 5061 1 100  sipfed.online.lync.com
CNAME    sip → sipdir.online.lync.com
CNAME    lyncdiscover → webdir.online.lync.com

# Office 365 allgemein
TXT      "MS=ms12345678"   (Domain-Verifikation)
CNAME    msoid → clientconfig.microsoftonline-p.net

Das BIND-Zonefile

Und so sieht das dann als BIND-Zone aus:

$ORIGIN .
$TTL 86400
kernel-error.com  IN SOA ns1.kernel-error.de. root.kernel-error.de. (
                      2014010101 ; serial
                      15000      ; refresh
                      1800       ; retry
                      604800     ; expire
                      86400      ; minimum
                  )
                  NS  ns1.kernel-error.de.
                  NS  ns2.kernel-error.org.

$TTL 1H
                  IN TXT "MS=ms12345678"
                  IN TXT "v=spf1 include:spf.protection.outlook.com -all"
                  IN MX  0 kernel-error-com0i.mail.protection.outlook.com.

_sip._tls.kernel-error.com.              IN SRV 1 100 443  sipdir.online.lync.com.
_sipfederationtls._tcp.kernel-error.com. IN SRV 1 100 5061 sipfed.online.lync.com.

$ORIGIN kernel-error.com.
$TTL 1H
autodiscover  IN CNAME autodiscover.outlook.com.
sip           IN CNAME sipdir.online.lync.com.
lyncdiscover  IN CNAME webdir.online.lync.com.
msoid         IN CNAME clientconfig.microsoftonline-p.net.

Prüfen

Die gesetzten Records lassen sich mit dig prüfen:

dig +nocmd +noall +answer kernel-error.com IN MX @ns1.kernel-error.de
dig +nocmd +noall +answer kernel-error.com IN TXT @ns1.kernel-error.de
dig +nocmd +noall +answer _sip._tls.kernel-error.com IN SRV @ns1.kernel-error.de
dig +nocmd +noall +answer autodiscover.kernel-error.com IN CNAME @ns1.kernel-error.de

Viel Spaß mit den Microsoft-Online-Produkten. Fragen? Einfach melden.

Citrix XenServer Updates manuell über Bash installieren

Veraltet: Citrix XenServer wird seit 2024 nicht mehr in dieser Form angeboten. Das hier beschriebene manuelle Update-Verfahren gilt für XenServer 6.x/7.x und funktioniert mit aktuellen Versionen nicht mehr. Alternativen: Proxmox VE oder XCP-ng.

Der Citrix XenServer 6.2 ist zwar nun frei, Updates lassen sich aber nicht so einfach über das XenCenter installieren. Sie werden einem zwar noch angezeigt (so weiß man zumindest welche man installieren sollte) aber einfach durchklicken ist nicht mehr.

Über die Konsole ist es denn noch schnell erledigt, wie ich hier kurz beschreiben möchte! Um die Installation per Kommandozeile zu zeigen nehme ich folgenden Patch als Beispiel: Hotfix XS61E013 – For XenServer 6.1.0 Nun aber los zur commandline action…

Zuerst den jeweiligen Patch von support.citrix.com herunterladen.

$ wget http://support.citrix.com/servlet/KbServlet/download/33649-102-705213/XS61E013.zip

Dann das Zipfile auspacken:

$ unzip XS61E013.zip
Archive:  XS61E013.zip
  inflating: XS61E013.xsupdate       
  inflating: XS61E013-src-pkgs.tar.bz2
Als nächstes das xsupdate File auf den Server kopieren:
$ scp XS61E013.xsupdate root@10.8.4.66:/update/
XS61E013.xsupdate                                                                                                                      100% 1678KB   1.6MB/s   1.6MB/s   00:00
/update/ ist dabei ein Verzeichnis auf dem Citrix XenServer, welches ich zuvor angelegt habe.

Nun auf dem XenServer als root anmelden und in das passende Verzeichnis wechseln:

$ ssh root@10.8.4.66
Last login: Wed Apr  2 17:32:12 2014 from 10.33.45.21

XenServer dom0 configuration is tuned for maximum performance and reliability.

Configuration changes which are not explicitly documented or approved by Citrix
Technical Support, may not have been tested and are therefore not supported. In
addition, configuration changes may not persist after installation of a hotfix
or upgrade, and could also cause a hotfix or upgrade to fail.

Third party tools, which require modification to dom0 configuration, or
installation into dom0, may cease to function correctly after upgrade or hotfix
installation. Please consult Citrix Technical Support for advice regarding
specific tools.

Type "xsconsole" for access to the management console.
[root@dom0-sdb35 ~]# cd /update
[root@dom0-sdb35 update]# 

Ich schaue nun gerne immer zuerst welche Patches bereits installiert wurden:

[root@dom0-sdb35 update]# xe patch-list
uuid ( RO)                    : 7fd1ba20-1582-4b02-a61d-c251ad0b637c
              name-label ( RO): XS61E001
        name-description ( RO): Public Availability: fix for ISCSI multipathing
                    size ( RO): 862376
                   hosts (SRO): 427c6c42-a193-4740-8ed7-c664b5ace02c
    after-apply-guidance (SRO):

uuid ( RO)                    : c5354c77-4643-4e79-8cdf-fac914fc6c85
              name-label ( RO): XS61E003
        name-description ( RO): Public Availability: Xapi fixes
                    size ( RO): 6631433
                   hosts (SRO): 427c6c42-a193-4740-8ed7-c664b5ace02c
    after-apply-guidance (SRO): restartXAPI

uuid ( RO)

Wie man sehen kann sind auch bereits Patches eingespielt, was daran zu erkennen ist das sie dem host „zugewiesen“ sind. Um nun zuerst den gerade kopieren Patch in die Liste zu packen reicht folgender Befehl:

[root@dom0-sdb35 update]# xe patch-upload file-name=XS61E013.xsupdate
55aa7129-a5ff-4e90-899b-f89248d1182e
Und noch kontrollieren ob er in der Liste ist:
[root@dom0-sdb35 update]# xe patch-list
uuid ( RO)                    : 55aa7129-a5ff-4e90-899b-f89248d1182e
              name-label ( RO): XS61E013
        name-description ( RO): Public Availability: security fixes to Xen and xenstored
                    size ( RO): 1717976
                   hosts (SRO):
    after-apply-guidance (SRO): restartHost

Perfekt… Nun kann der Patch schon eingespielt werden. Dabei ist immer der Punkt: after-apply-guidance (SRO): zu beachten. In diesem Fall restartHost. Also am besten vorher brav alle VMs abschalten, Patch wie noch folgt einspielen und die Kiste einmal durchstarten.

[root@dom0-sdb35 update]# xe patch-apply uuid=55aa7129-a5ff-4e90-899b-f89248d1182e host-uuid=427c6c42-a193-4740-8ed7-c664b5ace02c
Preparing...                ##################################################
xen-hypervisor              ##################################################
Preparing...                ##################################################
xen-tools                   ##################################################

Etwas aufwendiger als mit dem XenCenter, denn noch gut und problemlos machbar! Ist der Patch eingespielt kann die Patch-Datei natürlich wieder vom Server gelöscht werden. Wenn sein Server direkt ins Internet darf, kann man ebenfalls direkt auf der Kiste den wget ausführen. Auf was man aber immer achten sollte ist der freie Plattenplatz. Denn wenn man so viele Updates auf die Kiste legt das dem dom0 plötzlich ein Platz mehr bleibt… Tja, dann hat man andere Probleme.

Noch Fragen?

Siehe auch: Citrix XenServer local storage größer >2TB, XenServer mit Nagios überwachen, XenServer Linux Softwareraid, Local ISO Repository

ownCloud

Veraltet: ownCloud wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt. Der Nachfolger ist Nextcloud.

Zur kurzen Beschreibung von ownCloud greife ich jetzt einfach mal ganz faul auf den ersten Absatz aus dem passenden Wikipediaartikel zurück:

### schnipp ###

ownCloud ist eine Software-Suite, die einen ortsunabhängigen Speicherbereich für Daten zur Verfügung stellt. Das Projekt wurde im Januar 2010 vom KDE-Entwickler Frank Karlitschek ins Leben gerufen, um eine freie Alternative zu kommerziellen Cloud-Anbietern zu schaffen. Im Gegensatz zu kommerziellen Speicherdiensten kann ownCloud auf einem privaten Server ohne Zusatzkosten installiert werden. Somit können gerade bei sensiblen Daten die Bedenken gegenüber einer Datenweitergabe und der damit einhergehenden Abgabe der Kontrolle über die Daten zerstreut werden.

Als Grundlage setzt das Projekt auf PHP und einer angebundenen SQLite-, MySQL- oder PostgreSQL-Datenbank. Die ownCloud kann über eine Weboberfläche bedient werden und ist dadurch nicht an ein bestimmtes Betriebssystem gebunden. Aber auch andere Anwendungen, wie beispielsweise Dateimanager oder Groupwares, können die ownCloud über eine Schnittstelle ansprechen und Dateien und Daten lokal bereitstellen.

### schnapp ###

Im Grunde lässt sich ownCloud also mit recht kleinen Grundvoraussetzungen ownCloud in Betrieb nehmen. Selbst die einfache Installation ist nicht weiter aufwendig. Natürlich hängt es immer etwas davon ab, welche Systeme man noch anbinden möchte und wie groß es am Ende wirklich werden soll.

Inzwischen gibt es für alle möglichen Clients auch Software, welche sie an ownCloud anbindet. Evolution, Thunderbird, Kmail (und Anhang), Sync-Clients für Windows/Linux/… Man kann einfach auf seine Dateien per WebDAV zugreifen usw. usw…

Man hat also seine Daten wirklich unter der eigenen Kontrolle und würfelt sie nicht irgendwo hin. Dabei ist die nötige Basis so gering dass es alles sogar über einen Raspberry Pi läuft.

OK… Es hat natürlich einen Haken. Denn es ist wie immer, wenn man selbst dafür verantwortlich ist, dann ist man auch selbst dafür verantwortlich. Alles ist dann nur so sicher wie man es selbst abgesichert hat, sich um die Patchstände kümmert und die Konfiguration vorgenommen hat.

Denn noch bietet man natürlich selbst in der Regel ein nicht ganz so attraktives Ziel wie ein großer Clouddienstleister (ich mag das Wort cloud nicht…).

Siehe auch: ownCloud und Kalender / Kontakte synchronisieren, ownCloud News-App, ownCloud und Mozilla-Sync, Davdroid ownCloud sync

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ownCloud und Kalender / Kontakte synchronisieren

Veraltet: ownCloud wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt. Der Nachfolger ist Nextcloud. CalDAV und CardDAV funktionieren dort identisch.

Meine Frau führt schon immer den „Familienkalender“…. Vor der Smartphonezeit war dieses ein kleines Büchlein in ihrer Tasche und ein größerer Kalender an der Wand. Es gab natürlich immer mal wieder Unterschiede zwischen dem kleinen Büchlein in der Tasche und dem Kalender an der Wand. Am meisten störte mich immer, dass ich sie anrufen musste wenn ich nach einem freien Termin gefragt wurde. Hatte immer so ein bisschen was von: „Bei Mama fragen ob ich mit meinen Freunden spielen gehen kann.“

Mit den Smartphone bot sich nun endlich die Möglichkeit Termine synchron zu halten. Natürlich war es nie eine Option die Daten bei irgendjemandem abzulegen, sondern dann schon unter eigener Kontrolle. Daher in die ownCloud.

Somit sehe ich nun den Kalender meiner Frau, welchen sie für mich freigegeben hat und sie natürlich auch meinen. Dieses nicht nur im Webfrontend der ownCloud und auf dem Android Smartphone sondern zusätzlich noch auf unseren Computer. Egal ob kmail, Evolution oder oder…. Überall ist nun alles gleich!

Dabei setzten wir auf unseren Androiden die Apps CalDAV-Sync und CardDAV-Sync ein. Bisher arbeiten diese Apps sehr gut auf unseren Geräten.

Man braucht Google wirklich nicht um seine Geräte im „Gleichgewicht“ zu halten. Ok, die Konfiguration ist etwas aufwendiger als wenn man das vorgegebene nutzt…. Der Gewinn ist aber aus unserer Sicht riesig.

Siehe auch: ownCloud, Davdroid ownCloud sync

Zum Dumm, zum Zum: Eine humorvolle Reflexion

Na, mal wieder Lust auf etwas aus der: „Mein Gott, van de Meer!“ Ecke? OK…
Ich werfe also gerade einige Domains auf einen neuen DNS Server. Alles prima, nur saugt sich der Slave die Zonen nach einer Änderung nicht vom Master. Ich teste alles durch renne wild umher und gehe schon anderen Leuten auf den Sack. Bis mir jemand sagt… Kommen die Notifys vielleicht noch vom alten Server? Der PTR von der IPv4 Adresse ist….. Gott bin ich doof. Mein Gott bin ich blöde…

Der neue DNS Server hat mehrere IPv4 Adressen. Der Bind hört natürlich auf eine, nur ist es nicht die primäre IPv4 Adresse des Servers. Der Bind schickt folglich die Notifys über eine andere IPv4 Adresse zum Slave. Der denkt sich… Ok tolle Info aber ich soll auf ne andere Adresse hören. Also interessiert er sich nicht und zieht sich die Zone nicht. Ist ja ich richtig so!

Ich Wurst habe nämlich vergessen dem Bind zu sagen dass er bitte einfach alles über eine bestimmte IPv4 Adresse versenden soll. Ich muss den Bind im Grunde an eine ausgehende IP Adresse binden.
Kann Bind natürlich, schon alleine wegen IPv6. Denn da hat man ja schnell mehrere Adressen.
Nun kann man dem Bind viele verschiedene Vorgaben machen, wie er denn bitte den Weg nach draußen zu nehmen hat. Man kann sagen über welche IP Adresse er selbst anfragen rausschicken soll, über welche Adresse er bitte die Zonen durchreichen soll und auch über welche Adresse er das Notify an den Slave schicken soll.

options {
......
transfer-source 1.2.3.4;
notify-source 1.2.3.4;
query-source 1.2.3.4;
......
};

Alles einfach in den Optionsblock und fertig ist:

So einfach kann es sein, WENN MAN DARAN DENKT! Damit bewegt sich Bind fast nur noch über die angegebene Adresse nach draußen. Man bin ich blöde und wieviel Zeit ich damit wieder verbrannt habe *heul*!

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