Festplattenverschlüsselung mit LUKS ist eine feine Sache. Bis man beim Booten sein Passphrase eingibt, es dreimal falsch ist und sich fragt ob man den Verstand verloren hat. Man hat sein Passphrase mit deutscher Tastatur eingerichtet, aber beim Booten lädt Linux die Keymap erst nach der LUKS-Abfrage. Also tippt man auf einer englischen Tastatur und wundert sich, warum Y und Z vertauscht sind und die Umlaute fehlen.
Ich hab mich davon auch schon verarschen lassen. Nicht nur einmal. Die Lösung ist je nach Distribution unterschiedlich, aber das Grundprinzip ist immer dasselbe: Man muss dem initramfs beibringen, die richtige Keymap zu laden bevor die Passphrase-Abfrage kommt.
Lösung: vconsole.conf + initramfs
Auf systemd-basierten Distributionen (Debian, Ubuntu, Fedora, Arch) setzt man die Keymap in /etc/vconsole.conf:
# /etc/vconsole.conf KEYMAP=de-latin1
Danach das initramfs neu bauen, damit die Keymap beim Booten verfügbar ist:
# Debian/Ubuntu update-initramfs -u # Fedora/RHEL dracut --force # Arch mkinitcpio -P
Nach dem nächsten Reboot wird die deutsche Keymap vor der LUKS-Abfrage geladen.
Alternative: GRUB Kernel-Parameter
Auf Gentoo-basierten Distributionen (Gentoo, Funtoo, das inzwischen eingestellte Sabayon) kann man die Keymap über Kernel-Parameter in GRUB setzen:
# /etc/default/grub GRUB_CMDLINE_LINUX="... dokeymap keymap=de"
Nach grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg greift das beim nächsten Boot. dokeymap weist das initramfs an, die Keymap sofort zu wechseln.
Wenn es zu spät ist
Wer sein Passphrase bereits mit der falschen Keymap eingegeben hat und nicht mehr reinkommt: Das Passphrase auf einer US-Tastatur tippen. Also mental die deutschen Sonderzeichen auf ihre US-Positionen mappen. Z und Y sind vertauscht, ö ist ; und ä ist ‚, Bindestrich liegt woanders. Oder man schließt eine externe USB-Tastatur an und stellt sie auf US. Sobald man drin ist, die Keymap wie oben beschrieben fixen.
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