IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

Kategorie: IT-Security (Seite 14 von 16)

Notizen & Praxis zur IT-Sicherheit – von Responsible Disclosure bis Härtung.

Postfix mit DANE und DNSSEC absichern

Postfix-Mailserver mit DANE und DNSSEC, TLSA-Record-Prüfung, DNS als Vertrauensanker und verifizierter SMTP-TLS-Verbindung zwischen Mailservern.

Meine Domains sind schon lange per DNSSEC gesichert. Für den Webserver hatte ich auch schnell TLSA-Records veröffentlicht, damit die TLS-Verbindung per DANE abgesichert ist. Seit Postfix 2.11 beherrscht auch der MTA die Prüfung von TLSA-Records, damit lässt sich ausgehende E-Mail-Verschlüsselung kryptographisch verifizieren, ohne sich auf das CA-System verlassen zu müssen.

Postfix konfigurieren

Zwei Zeilen in der main.cf reichen, damit Postfix beim Versand TLSA-Records prüft:

postconf -e "smtp_dns_support_level = dnssec"
postconf -e "smtp_tls_security_level = dane"

smtp_dns_support_level = dnssec weist den SMTP-Client an, DNSSEC-validierte DNS-Antworten zu verlangen. smtp_tls_security_level = dane aktiviert die TLSA-Prüfung, Postfix sucht automatisch nach TLSA-Records für den Zielserver. Gibt es keinen TLSA-Record oder kein DNSSEC, fällt Postfix auf opportunistisches TLS zurück. Die Kommunikation mit Servern ohne DANE leidet also nicht. Details stehen in der Postfix DANE-Dokumentation.

TLSA-Record erstellen

Der TLSA-Record enthält einen Hash des TLS-Zertifikats (oder des Public Keys), den der Empfänger-Mailserver im DNS veröffentlicht. So erzeugt man den SHA-256-Hash des Public Keys aus dem Zertifikat:

openssl x509 -in postfix.pem -noout -pubkey \
  | openssl pkey -pubin -outform DER \
  | openssl dgst -sha256

Den Hash trägt man als TLSA-Record in die DNS-Zone ein, für Port 25 (SMTP) und optional Port 465 (Implicit TLS):

_25._tcp.smtp.kernel-error.de.  3600 IN TLSA 3 1 1 8cb0fc6c527506a053f4f14c8464bebbd6dede2738d11468dd953d7d6a3021f1
_465._tcp.smtp.kernel-error.de. 3600 IN TLSA 3 1 1 8cb0fc6c527506a053f4f14c8464bebbd6dede2738d11468dd953d7d6a3021f1

Die Felder 3 1 1 bedeuten: DANE-EE (End Entity, kein CA-Vertrauen nötig), SPKI (nur Public Key, nicht das ganze Zertifikat), SHA-256. Der TTL von 3600 Sekunden ist bewusst kurz, bei einem Zertifikatswechsel soll der alte Record schnell ablaufen. Mehr zum Aufbau von TLSA-Records steht in RFC 7672.

Testen

Mit posttls-finger (Teil von Postfix) lässt sich prüfen, ob die DANE-Verifikation funktioniert:

posttls-finger -t30 -T180 -c -L verbose,summary kernel-error.de

Die entscheidende Zeile in der Ausgabe:

Verified TLS connection established to smtp.kernel-error.de[...]:25:
  TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)

Verified statt Untrusted, der TLSA-Record stimmt mit dem Zertifikat überein, die Verbindung ist DANE-verifiziert. Im Postfix-Log sieht man denselben Unterschied:

smtp[3779]: Verified TLS connection established to mx02.example.de[...]:25
smtp[3779]: Untrusted TLS connection established to smtp2.example.de[...]:25

Verified = DANE-geprüft und in Ordnung. Untrusted = TLS aktiv, aber kein gültiger TLSA-Record vorhanden, die Verschlüsselung funktioniert trotzdem, nur ohne kryptographische Verifikation des Zertifikats.

Warum DANE besser ist als das CA-System

DANE verankert das Vertrauen im DNS statt bei Certificate Authorities. Der Domaininhaber veröffentlicht den Hash seines Zertifikats selbst, DNSSEC schützt den Record vor Manipulation. Keine CA kann ein falsches Zertifikat für die Domain ausstellen und damit die Verbindung aufbrechen. Das Ganze kostet nichts außer einem DNS-Record und funktioniert für jeden, der DNSSEC betreibt.

Zum Vergleich: Das damalige „E-Mail made in Germany“ (EmiG) setzte auf eine TÜV-Zertifizierung, die sich nur große Provider leisten konnten. Sicherheit nur für Unternehmen mit Budget, das ist das Gegenteil von dem, was ich unterstütze.


Update August 2014: Ich habe Mailgraph um DANE-Graphen erweitert, um den Anteil verifizierter Verbindungen zu visualisieren.

Siehe auch: TLSA/DANE-Records prüfen, TLSA- und DANE-Records manuell prüfen: Schritt für Schritt mit OpenSSL, Postfix und DANE: „Server certificate not verified“ debuggen, Postfix: Eingehende E-Mails ohne TLS ablehnen

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SSH Brute Force

Es ist ja nicht zu glauben… Da scheint eine ganze Chinabude nichts weiter zutun zu haben als SSH Burte Force Attacken durchlaufen zu lassen. Dieser Netzowner geht mir gerade tierisch auf die Nerven. Ich bekommen durchgehen Angriffe aus Netzen bei dem er der Eigentümer ist. Das ist im Moment auch echt massiv 🙁

netname: CHINANET-JS
descr: CHINANET jiangsu province network
descr: China Telecom
descr: A12,Xin-Jie-Kou-Wai Street
descr: Beijing 100088
country: CN
admin-c: CH93-AP
tech-c: CJ186-AP
mnt-by: MAINT-CHINANET
mnt-lower: MAINT-CHINANET-JS
mnt-routes: maint-chinanet-js
changed: hostmaster@ns.chinanet.cn.net 20020209
changed: hostmaster@ns.chinanet.cn.net 20030306
status: ALLOCATED non-PORTABLE
source: APNIC

role: CHINANET JIANGSU
address: 260 Zhongyang Road,Nanjing 210037
country: CN
phone: +86-25-86588231
phone: +86-25-86588745
fax-no: +86-25-86588104
e-mail: ip@jsinfo.net
remarks: send anti-spam reports to spam@jsinfo.net
remarks: send abuse reports to abuse@jsinfo.net
remarks: times in GMT+8
admin-c: CH360-AP
tech-c: CS306-AP
tech-c: CN142-AP
nic-hdl: CJ186-AP
remarks: www.jsinfo.net
notify: ip@jsinfo.net
mnt-by: MAINT-CHINANET-JS
changed: dns@jsinfo.net 20090831
changed: ip@jsinfo.net 20090831
changed: hm-changed@apnic.net 20090901
source: APNIC
changed: hm-changed@apnic.net 20111114

person: Chinanet Hostmaster
nic-hdl: CH93-AP
e-mail: anti-spam@ns.chinanet.cn.net
address: No.31 ,jingrong street,beijing
address: 100032
phone: +86-10-58501724
fax-no: +86-10-58501724
country: CN
changed: dingsy@cndata.com 20070416
mnt-by: MAINT-CHINANET
source: APNIC

 

 



Siehe auch: SSH-Server absichern mit MFA, Mal wieder auffällig viele Brute-Force SSH Angriffe…., Raspberry Pi als Angriffsziel: SSH-Brute-Force auf den User pi

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Was ist denn hier wieder los?

Warum zum Eimer werde ich neuerdings auf Port 445/tcp angepümmelt?

Ist wieder irgendein Rotz unterwegs der da etwas Neues ausnutzt? Ich meine, wer macht schon smb/samba ins Internet? Etwas Traffic ist ja immer klopfend auf dem Port… Kaum ist es 2014 schon brennt hier der Baum?!? Ich habe alleine heute 9k Versuche geloggt. Können wir nicht langsam mal dieses hässliche IPv4 Protokoll abschalten, damit diese Bots aufhören Ranges abzuklopfen?

TCP SYN/Normal scan from host: 1.2.3.4/1.2.3.4 to TCP port: 445

$ grep -w 445/tcp /etc/services
microsoft-ds 445/tcp # Microsoft Naked CIFS

Irgendwas kommt da doch wieder, wenn mir mein snort so auf die Nerven geht, oder?

 



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Schönes Tool zum Testen / Prüfen seines SPF oder DMARC RECORDS

Die Webseite https://dmarcian.com stellt zwei sehr schöne Möglichkeiten zur Verfügung um seinen >> DMARC-RECORD << und oder seinen >> SPF-RECORD << zu testen.

Am besten gefällt mir dabei der SPF Test, denn dieser sammelt auch gleich alle nötigen DNS Lookups zusammen und visualisiert sie einem recht ansprechend.

Bunte Bilder *wwwööööööööööhhhhhhhhhyyyyyyyyy*

Ja, wenn es hilft schick mir eine E-Mail und ich sage dir ob deine Konfiguration sauber ist.

Viel Spaß!

Siehe auch: SPF-Record einrichten

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Version bei BIND nicht anzeigen lassen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Es gibt viele gute Gründe warum man die Version seines DNS Servers unkenntlich machen sollte. Viele Roboter und noch mehr Scriptkiddies suchen nach Versionen mit Sicherheitslöchern. Natürlich sollte man seine Version immer auf dem aktuellen Stand der Sicherheitsupdates halten… Denn noch kommt es vor dass man auch mal ein paar Tage auf einer „kaputten“ Version läuft. Dieses muss man ja nicht jedem unter die Nase reiben, hm?

Beim Bind ist es extrem einfach. Man reißt einfach mit dem Editor seiner Wahl die named.conf auf und wandert zum Options-Bereich. Dort ergänst man einfach die Option version:

options
{

[Zeugs und andere Optionen]
version "unknown";
[noch mehr Zeugs und andere Optionen]

};

Nun einfach Bind seine Konfiguration neu laden lassen:

$ rndc reconfig

Schon wird keine Version mehr angezeigt. Testen kann man alles wie immer mit dig:

$ dig -c CH -t txt version.bind +short @dns1.telekom.de
"SORRY"

Sorry finde ich gut liebe Telekom.

Bock auf ein kleines Spiel? Wer mir zuerst sagt auf welchem Schiff mein primärer DNS Server stehen müsste, der bekommt eine Dose Dr Pepper Cola geschenkt.


Update 26.11.2013 19:53

Glückwunsch Dome, du bekommst die Dose. Bekomme ich ein Foto wie alles ausschaut nachdem DHL das Paket (oder besser Maxibrief *grübel*) bei dir abgegeben hat? Ich löse aber mal nicht, dann können die anderen noch mitspielen!

Siehe auch: DNSSEC einrichten

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Ping ok aber bitte nur als root….

Ich hocke hier an meinem Sabayon Linux Hobel und bin etwas genervt da ich einen einfachen ping oder ping6 nur mit den erweiterten Rechten vom root ausführen kann.

$ ping www.kernel-error.de
ping: icmp open socket: Operation not permitted

Um es mir einfach zu machen hilft es die Rechte an den beiden Programmen zu ändern:

$ chmod u+s /bin/ping
$ chmod u+s /bin/ping6

Schon kann fast jeder User wieder pingen!

 

 

 

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ClamAV unter Sabayon Linux mit systemd installieren und einrichten​

Veraltet: Sabayon Linux wurde 2020 eingestellt. ClamAV lässt sich unter jedem aktuellen Linux problemlos installieren.

Ich sitze hier gerade vor einem Sabayon mit XFCE und wundere mich darüber dass der ClamAV nicht nach der Installation „out of the Box“ funktioniert.

Folgende kurze Schritte sind nötig damit er bei mir die Basisarbeit in aktueller Form aufnimmt.

$ equo install app-antivirus/clamav
$ cp /etc/freshclam.conf.sample /etc/freshclam.conf
$ systemctl enable freshclamd.service
$ systemctl enable clamd.service
$ systemctl start freshclamd.service
$ systemctl start clamd.service

So long…

Unsichere Protokolle und Prüfsummen am Apache2 deaktivieren

Im Grunde könnte es mir ja fast egal sein, welche Protokollversion und/oder Prüfsumme der Client verwendet um mit dem Server zu sprechen. Ist es denn noch nicht. Der Client verbindet sich mit dem Server. Dabei teilt der Client dem Server mit was er kann, der Server tut dieses ebenfalls. Dann einigen sich beide auf ein Protokoll und eine Prüfsumme. Dabei kann der Server wie auch der Client sagen welches ihm denn am liebsten wäre. Wenn sich nun beide für etwas unsicheres entscheiden, gehen die Daten unsicher über die Leitung 🙁

Warum also nicht dem Server sagen er soll nur die „sicheren“ Protokolle anbieten? Dieses lässt sich recht schnell erledigen, indem man in seine Apache 2 Serverkonfiguration folgendes aufnimmt:

SSLProtocol -ALL +SSLv3 +TLSv1  
SSLCipherSuite ALL:!ADH:RC4+RSA:+HIGH:+MEDIUM:!LOW:!SSLv2:!EXPORT

Die einzelnen Optionen sind so schön benannt, dass man sich nicht mal mehr erklären muss, oder? Denn noch verlinke ich natürlich gerne hier hin: http://httpd.apache.org/docs/2.2/mod/mod_ssl.html

Nachteile hat das ganze natürlich auch… Ältere Clients oder Systeme welche dummerweise kein passendes Protokoll / Chipher unterstützen, können keine verschlüsselte Verbindung mehr aufbauen. Meine Erfahrung zeigt aber, wenn man den Menschen die Möglichkeit gibt einfach durch die Sache zu kommen, machen sie es auch! Ich meine damit: „Solange es irgendwie funktioniert.“ Kümmert sich kaum jemand um ein Upgrade auch die Entwickler komme nicht aus dem Quark. Natürlich darf man nicht nach der Verabschiedung des neusten Standards die vorherigen fallen lassen…. Nur klar unsichere und seit Jahren überholte, die darf man dann schon mal los lassen (Windows XP *hust*).

Ach ja, möchte man einen Server testen gibt es mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten ist sicher: https://www.ssllabs.com/ssldb/index.html Wer es lieber selbst auf der Konsole machen möchter, der freut sich sicher über sslscan http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=204329

 

 

 

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Sicheres SSL / TLS Zertifikat

Es ist Zeit für ein neues Serverzertifikat. Im Standard sind dieses RSA Schlüssel mit einer Länge von 2048 Bit und SHA1 als Hash Algorithmus für Signaturen. Bei SHA1 bekommt man leider etwas Bauchschmerzen… 2048 Bit Keys sind nun ebenfalls nicht SO lang. Theoretisch noch „sicher“ aber wer will es schon darauf anlegen?

Nun wurde über Jahre an SSL / TLS Zertifikaten dieser Art festgehalten. Meist um kompatibel mit älteren Systemen zu sein. So können zum Beispiel die Betriebssysteme Windows XP sowie das darauf basierende Server Betriebssysteme von der Firma Microsoft, Windows Server 2003, nicht mit SHA2 umgehen.

Ich werde für die nächste Zertifikatsrunde auf 4096 Bit lange Schlüssel und SHA2 (SHA256) setzten. Selbst wenn ich damit einige Windows XP Benutzer abhängen werde!

Natürlich braucht man zusätzlich eine CA, welche mit X.509 Zertifikaten dieser Art umgehen kann. StartCOM / StartSSL kann dieses glücklicherweise. Ich erstelle die Zertifikate jeweils mit openSSL (Patch nicht vergessen!).

Key erstellen:

openssl req -new -outform PEM -out http.cert -sha256 -newkey rsa:4096 -nodes -keyout http.key -keyform PEM -days 730 -x509

Zertifizierungsanforderung (CSR) erstellen:

openssl req -new -key http.key -out http.csr -sha256

Die von er CA Unterzeichnete CSR einpflegen:

cat http.key http.crt > http.pem

Diffie Hellman Parameter erstellen und einfach mit ins pem werfen:

openssl gendh 4096 >> http.pem

Ja, es sind 4096bit für DH. dieses kann etwas dauern. Ist aber am Ende nötig damit zum Beispiel der Apache >=2.4 diese Bits auch nutzen kann!

Noch Fragen?

Siehe auch: Von RSA zu ECDSA

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Der sichere GPG-Schlüssel

Absolut sicher ist nichts. Man kann nur versuchen, es Angreifern so aufwendig wie möglich zu machen. Bei GPG-Schlüsseln fängt das bei der Schlüssellänge und den Algorithmen an.

Schlüssellänge und Algorithmus

DSA-Schlüssel sind auf 512-1024 Bit begrenzt und anfällig bei schlechten Zufallsgeneratoren. ElGamal-Schlüssel können beliebig groß werden, teilen aber das Zufallsproblem. RSA mit 4096 Bit ist heute ein guter Kompromiss: rechenbar für aktuelle Hardware, nicht rechenbar für bekannte Angriffe. Quantencomputer könnten RSA in Zukunft gefährden, sind davon aber noch weit entfernt.

Unterstützte Verfahren anzeigen

gpg --version

Unterstützte Verfahren:
Öff. Schlüssel: RSA, ELG, DSA
Verschlü.: IDEA, 3DES, CAST5, BLOWFISH, AES, AES192, AES256, TWOFISH,
            CAMELLIA128, CAMELLIA192, CAMELLIA256
Hash: MD5, SHA1, RIPEMD160, SHA256, SHA384, SHA512, SHA224
Komprimierung: nicht komprimiert, ZIP, ZLIB, BZIP2

MD5 ist gebrochen, SHA1 gilt als unsicher. SHA-256 und SHA-512 sind die sinnvolle Wahl. Bei den symmetrischen Verfahren sind AES-256 und Twofish solide. 3DES bleibt als Fallback, weil GPG es als Pflichtverfahren mitführt.

Algorithmus-Präferenzen setzen

Man kann im eigenen Schlüssel festlegen, welche Algorithmen in welcher Reihenfolge bevorzugt werden. Die kurze Key-ID (0x0F9874D8) reicht dafür, auch wenn man für andere Zwecke besser die volle Fingerprint-ID nutzt.

gpg --edit-key 0x0F9874D8

Aktuelle Einstellungen anzeigen:

gpg> showpref
[ uneing.] (1). Sebastian van de Meer (E-Mail Address) kernel-error @ kernel-error.com;
Verschlü.: TWOFISH, AES256, AES192, 3DES
Digest: RIPEMD160, SHA512, SHA256, SHA1
Komprimierung: BZIP2, ZLIB, nicht komprimiert
Eigenschaften: MDC, Keyserver no-modify

Gewünschte Algorithmen setzen:

gpg> setpref TWOFISH AES256 AES192 RIPEMD160 SHA512 SHA256 BZIP2 ZLIB
gpg> q
Änderungen speichern? (j/N) j

Der Schlüssel arbeitet ab sofort nur noch mit den festgelegten Verfahren. Kommunikationspartner, deren GPG-Installation keines dieser Verfahren unterstützt, fallen automatisch auf 3DES zurück.

Welchen Verfahren man letztlich vertraut, muss jeder für sich entscheiden.


Update 2025: Gehärtete gpg.conf für GnuPG 2.4

Die Schlüssel-Präferenzen oben sind der erste Schritt. Der zweite ist die lokale gpg.conf. Sie bestimmt, welche Algorithmen GnuPG überhaupt anbietet, wie die Passphrase gehärtet wird und wo nach Schlüsseln gesucht wird. Meine aktuelle Konfiguration für GnuPG 2.4 unter Linux:

# ~/.gnupg/gpg.conf — Hardened Config für GnuPG 2.4

# Ausgabe: lange Key-IDs und Fingerprints anzeigen
keyid-format 0xlong
with-fingerprint
utf8-strings

# Schlüssel automatisch suchen: erst WKD, dann DANE, dann Keyserver
auto-key-retrieve
auto-key-locate wkd,dane,local,keyserver
keyserver hkps://keys.openpgp.org

# Starke Defaults
cipher-algo AES256
digest-algo SHA512
cert-digest-algo SHA512

# KDF-Härtung: S2K mit 65 Mio. Iterationen
s2k-mode 3
s2k-digest-algo SHA512
s2k-cipher-algo AES256
s2k-count 65011712

# Legacy-Algorithmen komplett deaktivieren
disable-cipher-algo 3DES
disable-cipher-algo IDEA
disable-cipher-algo CAST5
disable-cipher-algo BLOWFISH
disable-cipher-algo TWOFISH

# Metadata minimieren
no-comments
no-emit-version
export-options export-minimal

# Trust-Modell: TOFU kombiniert mit Web of Trust
trust-model tofu+pgp

# Bevorzugte Algorithmen (lokal)
personal-cipher-preferences AES256 AES192 AES
personal-digest-preferences SHA512 SHA384 SHA256
weak-digest SHA1
force-ocb

# Default-Key (Ed25519)
default-key 0x5F279C362EEAB216

Was sich geändert hat

Ed25519 statt RSA. Mein aktueller Schlüssel ist ein Ed25519. Kürzere Schlüssel, schnellere Operationen, gleiche Sicherheit. RSA 4096 funktioniert weiterhin, aber für neue Schlüssel gibt es keinen Grund mehr dafür.

Legacy-Algorithmen deaktiviert. 3DES, IDEA, CAST5, Blowfish und Twofish sind per disable-cipher-algo komplett gesperrt. GnuPG bietet sie nicht mehr an und akzeptiert sie nicht. Das ist aggressiver als setpref, weil es auch eingehende Nachrichten betrifft. Wer damit Probleme bekommt, hat ein Gegenüber mit sehr veraltetem Setup.

S2K-Hardening. Die s2k-count Direktive bestimmt, wie oft die Passphrase bei symmetrischer Verschlüsselung gehasht wird. 65 Millionen Iterationen machen Brute-Force auf die Passphrase deutlich teurer. Der Wert ist der Maximalwert, den GnuPG akzeptiert.

OCB statt MDC. force-ocb erzwingt Authenticated Encryption (OCB) statt des älteren MDC (Modification Detection Code). OCB erkennt Manipulationen kryptographisch, nicht nur per Hash.

TOFU+PGP. trust-model tofu+pgp kombiniert das klassische Web of Trust mit Trust on First Use. Beim ersten Kontakt wird der Schlüssel akzeptiert, danach warnt GnuPG bei Änderungen. Pragmatischer als reines WoT, das in der Praxis kaum jemand pflegt.

WKD und DANE. auto-key-locate wkd,dane,local,keyserver sucht Schlüssel zuerst per Web Key Directory und DANE, bevor der Keyserver gefragt wird. WKD liefert den Schlüssel direkt von der Domain des Empfängers. keys.openpgp.org als Keyserver statt der alten SKS-Pools, weil dort E-Mail-Adressen nur nach Bestätigung veröffentlicht werden.

Metadata minimieren. no-comments, no-emit-version und export-minimal sorgen dafür, dass verschlüsselte Nachrichten und exportierte Schlüssel keine unnötigen Informationen enthalten. Kein Kommentarfeld, keine GnuPG-Versionsnummer, keine überflüssigen Signaturen beim Export.

Siehe auch: GPG: E-Mails signieren und verschlüsseln mit GnuPG, GPG-Schlüssel per PKA im DNS veröffentlichen, OPENPGPKEY: GPG-Schlüssel direkt im DNS veröffentlichen

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