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Schlagwort: MailServer (Seite 3 von 7)

DNSSEC, DANE und TLSA mit Postfix: Hintergründe und aktuelle Probleme

Seit ein paar Tagen scheint das Thema DNSSEC, DANE und TLSA im Zusammenhang mit Postfix im Internet besonders aktiv zu sein. Ich bekomme täglich Anfragen dazu und einige scheinen zu testen — E-Mails mit Random-Empfängern an meine Domains. Gegen Tests habe ich nichts, aber grob abgesprochen wäre schön, mein Monitoring wird sonst immer so wuschig.

Kurz zusammengefasst:

  1. Basis von allem ist DNSSEC.
  2. TLSA-Records sind DANE.
  3. Postfix kann TLSA-Records auswerten, ohne selbst welche für sein System zu haben.

Weiterführend:

Fragen? Einfach melden.

Postfix: TLS-Protokoll und Cipher-Infos im E-Mail-Header anzeigen​

Als kleiner Postfix Tipp am Rande…. Wenn man gerade mit seinen TLS Einstellungen „herumspielt“, kann es helfen die groben Informationen für jede E-Mail nicht immer aus dem Logfile sammeln zu müssen.

Postfix bietet die schnelle Möglichkeit, genau diese Informationen einfach mit in den Mail Header zu packen.

Folgende Konfigurationserweiterung ist dafür nötig:

/etc/postfix/main.cf:
smtpd_tls_received_header = yes

Ab diesem Moment finden sich Informationen wie die unten stehende in eingehenden E-Mails.

So long….

Received: from mx01.domain.de (mx01.domain.de [1.2.3.4])
    (using TLSv1.2 with cipher DHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits))
    (No client certificate requested)
    by smtp.kernel-error.de (Postfix) with ESMTPS id 245478112D9
    for <kernel-error@kernel-error.com>; Wed, 17 Dec 2014 05:15:10 +0100 (CET)

Siehe auch: Client-Initiated Renegotiation deaktivieren

Fragen? Einfach melden.

Postfix: EECDH mit 2048-Bit DH und spezifischen Kurven konfigurieren​

Kex exchange basierend auf EECDH (diese elliptischen Kurven nach DH Diffie-Hellmann), sollte ja inzwischen ein alter Hut sein. Ich gehe also mal von einer aktivieten und funktionsfähigen Konfiguration aus (irgendwo habe ich das wohl auch schon mal beschrieben).

Im Standard läuft dieses nun bei 1024bit also EECDH mit ca. 128bit (smtpd_tls_eecdh_grade=strong). Möchte man alles auf 2048bit EECDH mit ca. 192bit aufbohren… Was ca. die doppelte „Sicherheit“ zu EECDH mit 128bit bedeutet, dann ist folgendes zu erledigen.

Zuerst benötigen für eine große prime group:

$ cd /etc/postfix
$ openssl dhparam -out dh_2048.tmp 2048 && mv dh_2048.tmp dh_2048.pem
$ chmod 644 dh_2048.pem

Dann Postifix mitteilen, dass er sie bitte nutzten soll (ist kein Typo, gehört zur Option „smtpd_tls_dh1024_param_file„). 

/etc/postfix/main.cf:
    smtpd_tls_dh1024_param_file = /etc/postfix/dh2048.pem
    smtpd_tls_dh512_param_file = /etc/postfix/dh512.pem

Nun wechselt smtpd_tls_eecdh_grade von strong zu ultra und ich setzte noch die zu verwendende „Kurve“ fest.

/etc/postfix/main.cf:
    smtpd_tls_eecdh_grade = ultra
    tls_eecdh_strong_curve = prime256v1
    tls_eecdh_ultra_curve = secp384r1

Diese Aktion könne nicht ganz Schmerzfrei sein. Für privat und mein Testsystem sicher zu verantworten. Manche MSA (Mail SUbmission Agent) könnten damit Probleme bekommen. Hat also jemand ein Problem mit E-Mail zu senden, bitte melden.

So long….

Siehe auch: Perfect Forward Secrecy

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TLS_FALLBACK_SCSV Debian 7 Wheezy OpenSSL 1.0.1e to 1.0.1j Upgrade

Veraltet: Debian 7 (Wheezy) hat seit 2018 keinerlei Support mehr. TLS_FALLBACK_SCSV ist seit Jahren in allen aktuellen OpenSSL-Versionen enthalten und muss nicht mehr manuell kompiliert werden.

Wer bei seinem Debian TLS_FALLBACK_SCSV im Apache nutzen möchte, muss im Grunde nur auf eine OpenSSL Version >=1.0.1j wechseln.

Einen direkten Backport gibt es dafür leider nicht, also selbst übersetzten. Dazu nutzt man einfachsten direkt den „Debian-Weg“.

Vorbereiten fürs Kompilieren:

$ cd /usr/src
$ apt-get install build-essential fakeroot
$ apt-get build-dep openssl

Herunterladen der aktuellen Version:

$ wget http://ftp.de.debian.org/debian/pool/main/o/openssl/openssl_1.0.1j-1.dsc
$ wget http://ftp.de.debian.org/debian/pool/main/o/openssl/openssl_1.0.1j.orig.tar.gz
$ wget http://ftp.de.debian.org/debian/pool/main/o/openssl/openssl_1.0.1j-1.debian.tar.xz

Auspacken des Archives und mit den Patchen „verknüpfen“:

$ dpkg-source -x openssl_1.0.1j-1.dsc

Ins neue Verzeichnis wechseln:

$ cd openssl-1.0.1j

Kompilieren und deb Pakete erstellen:

$ dpkg-buildpackage -us -uc -rfakeroot

Die neuen Pakete installieren:

$ cd ..
$ dpkg -i libssl1.0.0_1.0.1j-1_amd64.deb libssl1.0.0-dbg_1.0.1j-1_amd64.deb libssl-dev_1.0.1j-1_amd64.deb libssl-doc_1.0.1j-1_all.deb openssl_1.0.1j-1_amd64.deb

Kontrolle der Version:

$ openssl version
OpenSSL 1.0.1j 15 Oct 2014

ACHTUNG… Ab diesem Moment ist man natürlich selbst dafür verantwortlich Pachte zu installieren.

So long…..


Selbstverständlich profitieren damit alle Anwendungen, die auf OpenSSL aufbauen, so auch Postfix, Dovecot usw:

$ openssl s_client -connect smtp.kernel-error.de:465 -fallback_scsv -no_tls1_2
CONNECTED(00000003)
140410198378152:error:1407743E:SSL routines:SSL23_GET_SERVER_HELLO:tlsv1 alert inappropriate fallback:s23_clnt.c:770:
---
no peer certificate available
---
No client certificate CA names sent
---
SSL handshake has read 7 bytes and written 215 bytes
---
New, (NONE), Cipher is (NONE)
Secure Renegotiation IS NOT supported
Compression: NONE
Expansion: NONE
---

U-P-D-A-T-E

Denkt an die Updates.

$ openssl version
OpenSSL 1.0.1k 8 Jan 2015

Alternative SPF-RECORDS im DNS

Veraltet: Der dedizierte SPF-DNS-Record-Typ (Typ 99) wurde mit RFC 7208 als deprecated eingestuft. SPF wird ausschließlich über TXT-Records veröffentlicht. Siehe den aktuellen SPF-Beitrag.

Da ich es gerade mal wieder auf dem Tisch habe…. Ja, „früher“ konnte man verschiedene RECORDS im DNS setzten um SPF-RECORDS zu veröffentlichen. So auch einen Record Type mit dem direkten Namen SPF. Seit 2014 ist dem aber nicht mehr so! Denn ab jetzt soll man seine SPF-Records nur noch als TXT-Record (RFC1035 Typ 16) veröffentlichen. Dieses steht im fertigen RFC7208 Abschnitt 3.1.

Damit also bitte die ganzen anderen RECORDS zu SPF aus dem DNS entfernen und nur noch TXT-RECORDS einsetzten. Ich freue mich darüber, denn bisher musste man sonst eine Vielzahl verschiedener Records pflegen, da man sich nicht sicher sein konnte, welchen jetzt bitte die Implementierung des Empfängers nutzt. Zugegeben, die Basis TXT war die am meisten verbreitete Version. Denn noch gab es da hin und wieder ein Problem. Nun steht das RFC bereits einige Zeit fest, und ich habe alle anderen „SPF-RECORDS“ aus dem DNS entfernt. Nun also nur noch TXT bei mir.

So long

SSLv3 ist tot…

Veraltet: Dieser Beitrag ist eine Momentaufnahme von 2014. SSLv3 ist seit dem POODLE-Angriff in allen Browsern und Servern deaktiviert. TLS 1.0 und 1.1 wurden ebenfalls inzwischen aus allen Browsern entfernt.

Nein, ich habe es nicht überlesen. SSLv3 ist damit wohl hoffentlich tot!

Es ist ja nicht so als wenn man nicht schon davor gewarnt hätte. Oh was hat diese Meldung bei mir für gute Laune geführt! Wieder mal ein richtiger „Told you so“ Moment für mich.

Oh ja, was zum Lesen gefällig?

http://googleonlinesecurity.blogspot.com/2014/10/this-poodle-bites-exploiting-ssl-30.html

Bäääähhhhmmmm! Das schreit nach einem GIF!

Told you so reaction GIF about SSLv3 deprecation

Auf die schnell böse Dinge deaktivieren…

Postfix:

smtpd_tls_protocols = !SSLv2, !SSLv3
smtpd_tls_ciphers=high
tls_high_cipherlist=EDH+CAMELLIA:EDH+aRSA:EECDH+aRSA+AESGCM:EECDH+aRSA+SHA384:EECDH+aRSA+SHA256:EECDH:+CAMELLIA256:+AES256:+CAMELLIA128:+AES128:+SSLv3:!aNULL:!eNULL:!LOW:!3DES:!MD5:!EXP:!PSK:!DSS:!RC4:!SEED:!ECDSA:CAMELLIA256-SHA:AES256-SHA:CAMELLIA128-SHA:AES128-SHA

Dovecot:

ssl_cipher_list = ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:DHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:DHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES256-SHA:ECDHE-RSA-AES128-SHA:DHE-RSA-AES256-SHA256:DHE-RSA-AES128-SHA256:DHE-RSA-AES256-SHA:DHE-RSA-AES128-SHA:ECDHE-RSA-DES-CBC3-SHA:EDH-RSA-DES-CBC3-SHA:AES256-GCM-SHA384:AES128-GCM-SHA256:AES256-SHA256:AES128-SHA256:AES256-SHA:AES128-SHA:DES-CBC3-SHA:HIGH:!aNULL:!eNULL:!EXPORT:!CAMELLIA:!DES:!MD5:!PSK:!RC4
ssl_protocols = !SSLv2 !SSLv3

Apache2:

SSLEngine on
SSLProtocol +ALL -SSLv3 -SSLv2
SSLHonorCipherOrder On
SSLCipherSuite ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:DHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:DHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES256-SHA:ECDHE-RSA-AES128-SHA:DHE-RSA-AES256-SHA256:DHE-RSA-AES128-SHA256:DHE-RSA-AES256-SHA:DHE-RSA-AES128-SHA:ECDHE-RSA-DES-CBC3-SHA:EDH-RSA-DES-CBC3-SHA:AES256-GCM-SHA384:AES128-GCM-SHA256:AES256-SHA256:AES128-SHA256:AES256-SHA:AES128-SHA:DES-CBC3-SHA:HIGH:!aNULL:!eNULL:!EXPORT:!CAMELLIA:!DES:!MD5:!PSK:!RC4
SSLCompression off
Header always set Strict-Transport-Security "max-age=15552000"

mailgraph Graphen um DANE erweitern

Wie sich die grafische Logfile Auswertung für, unter anderem, Postfix um Dinge wie SPF, DKIM und DMARC erweitern lässt, habe ich ja bereits vor kurzem hier gezeigt: mailgraph Graphen um SPF, DMARC und DKIM erweitern

Seit ein paar Monaten ist an meinem Mailserver DANE aktiviert, sprich es lassen sich die TLSA RECORDS für die Zertifikate am Postfix gegen einen DNSSEC gesicherten DNS Server abgleichen.

In diesem Zuge habe ich selbstverständlich die ausgehende Prüfung am Postfix aktiviert. Mein Postfix nutzt nun also auch DANE um die Verbindung zu anderen Mailserver zu prüfen. Dabei gibt es im Grunde nur vier mögliche Ergebnisse einer Prüfung der TLS Verbindung:

Verified

Der bisher seltenste aber beste Fall. Denn die ausgehende Verbindung zum anderen Server ist per DANE gesichert. Das Zertifikat ist also nicht nur gültig sondern konnte auch mit den TLSA-RECORDS abgeglichen werden.

Trusted

Der OK Fall… Das Zertifikat ist gültig.

Anonymous

Na ja… Es gibt ein Zertifikat und dieses ist passend zum Hostname, es konnte aber keine Vertrauenskette gebildet werden.

Untrusted

Schlecht! Es gibt zwar ein Zertifikat und somit auch eine verschlüsselte Verbindung, denn noch stimmt etwas mit dem Zertifikat nicht. Es ist abgelaufen, passt nicht zum Hostname oder ähnliches.

Im Logfile findet es sich wie folgt:

Aug  3 18:34:08 servername postfix/smtp[1234]: Verified TLS connection established to mx01.domain.tld[1.2.3.4]:25: TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)

Aug  9 12:07:28 servername postfix/smtp[1234]: Trusted TLS connection established to mx01.domain.tld[1.2.3.4]:25: TLSv1.2 with cipher DHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)

Aug  8 22:15:34 servername postfix/smtp[1234]: Anonymous TLS connection established to mx01.domain.tld[1.2.3.4]:25: TLSv1 with cipher ADH-AES256-SHA (256/256 bits)

Aug  7 21:48:48 servername postfix/smtp[1234]: Untrusted TLS connection established to mx01.domain.tld[1.2.3.4]:25: TLSv1.2 with cipher DHE-RSA-AES256-SHA256 (256/256 bits)

Was mich nun interessiert, ist die Tendenz der einzelnen Prüfungen. Wie sicher ist die Kommunikation zu anderen Mailservern wirklich, rein bezogen auf die Vertrauenswürdigkeit der eingesetzten Zertifikate. Eine schnelle Übersicht soll mir hier wieder der mailgraph liefern.

Den Mailgraph habe ich also, wie mit SPF, DKIM und DMARC ebenfalls, erweitert. Das nötige Patchset gibt es natürlich wieder unten. Dieses Mal habe ich darauf geachtet für die TLS Auswertung ein eigenes File für die RRD-Daten anzulegen. So kann ein bestehender Mailgraph einfach erweitert werden, ohne die vorhandenen Daten zu verlieren.

Heraus kommt am Ende dieser Graph.

Für interessiere finden sich die beiden nötigen Patchfiles hier:

/usr/sbin/mailgrapht

/usr/lib/cgi-bin/mailgraph.cgi

Viel Spaß! Bei Fragen, fragen.

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Google, IPv6 und geblockte E-Mails…

Google lehnt hin und wieder E-Mails ab, die per IPv6 eingeliefert werden. Der Mailserver ist korrekt konfiguriert, SPF, DKIM, DMARC und DANE sind vorhanden, kein Eintrag auf irgendeiner Blacklist. Per IPv4 geht die gleiche Mail problemlos durch.

Die Fehlermeldung

550-5.7.1 Our system has detected that this message is likely
550-5.7.1 unsolicited mail. To reduce the amount of spam sent
550-5.7.1 to Gmail, this message has been blocked.

Der verlinkte Support-Artikel hilft nicht weiter. Alle Vorgaben sind erfüllt. Googles Antwort auf Nachfrage: „Warum genau eine E-Mail abgewiesen wird, können wir Ihnen leider nicht mitteilen.“ Das betrifft gmail.com, googlemail.com und jede bei Google gehostete Domain gleichermaßen.

Workaround: IPv4-only für Google

Da Google per IPv4 keine Probleme macht, lässt sich Postfix so konfigurieren, dass E-Mails an Google-Domains nur über IPv4 zugestellt werden. Das ist unnötig, ärgerlich und widerspricht dem Gedanken hinter IPv6. Aber es funktioniert.

In /etc/postfix/master.cf einen eigenen SMTP-Service anlegen, der nur IPv4 spricht:

smtp4     unix  -       -       -       -       -       smtp -o inet_protocols=ipv4

In /etc/postfix/main.cf die Transport Map aktivieren:

transport_maps = hash:/etc/postfix/transport

Die betroffenen Domains in /etc/postfix/transport eintragen:

googlemail.com smtp4:
gmail.com smtp4:

Anwenden und Postfix neu laden:

postmap /etc/postfix/transport
service postfix reload

E-Mails an Google-Domains gehen ab sofort nur noch über IPv4 raus. Wer weitere Domains pro Ziel steuern will, findet in Postfix TLS Policy Maps einen ähnlichen Ansatz.

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TLSA DANE Record für E-Mail in Postfix prüfen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Habe ich ganz aktuell gesehen dass sich über die Webseite ssl-tools.net nun ebenfalls die DANE RECORDS testen lassen. Also einmal ob sie vorhanden sind und natürlich auch die Gültigkeit des RECORDS. Zu dem Thema bin ich ja bereits ein paar mal gefragt worden, da „einfache“ Test Tools noch rar waren. Was sich ja inzwischen endlich zu ändern scheint.

KLICK: https://de.ssl-tools.net/mailservers/kernel-error.de

Siehe auch: TLSA und DANE manuell prüfen

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TLSA- und DANE-Records manuell prüfen: Schritt für Schritt mit OpenSSL

Es gibt inzwischen viele Webtools die TLSA-Records prüfen. Aber wer es einmal von Hand gemacht hat, versteht was dabei passiert. Der Ablauf ist immer gleich: Zertifikat vom Server holen, Hash berechnen, mit dem DNS-Record vergleichen.

Zertifikat holen

Verbindung zum Mailserver aufbauen und das Zertifikat per STARTTLS abholen:

openssl s_client -starttls smtp -connect smtp.kernel-error.de:25 \
  -servername smtp.kernel-error.de 2>/dev/null | \
  openssl x509 -outform PEM > /tmp/server.crt

Das Zertifikat liegt jetzt in /tmp/server.crt.

Hash berechnen

Welchen Hash man berechnen muss, hängt vom TLSA-Record ab. Die drei Felder im Record bestimmen das:

Usage0 = CA, 1 = End-Entity (Kette muss gültig sein), 2 = Trust Anchor, 3 = End-Entity (keine Kettenprüfung)
Selector0 = ganzes Zertifikat, 1 = nur Public Key (SPKI)
Matching Type0 = exakter Vergleich, 1 = SHA-256, 2 = SHA-512

Am häufigsten sieht man 3 1 1 (End-Entity, nur Public Key, SHA-256) oder 3 0 1 (End-Entity, ganzes Zertifikat, SHA-256). Zuerst den TLSA-Record aus dem DNS holen um zu sehen was erwartet wird:

dig _25._tcp.smtp.kernel-error.de TLSA +short

Dann den passenden Hash berechnen. Bei Selector 0 (ganzes Zertifikat) und Matching Type 1 (SHA-256):

# Selector 0 (Full Certificate), SHA-256
openssl x509 -in /tmp/server.crt -outform DER | openssl sha256
# Ausgabe: SHA2-256(stdin)= 94c8e1bd...

Bei Selector 1 (nur SPKI, Public Key) und SHA-256:

# Selector 1 (SPKI), SHA-256
openssl x509 -in /tmp/server.crt -noout -pubkey | \
  openssl pkey -pubin -outform DER | openssl sha256

Den berechneten Hash mit dem Wert aus dem TLSA-Record vergleichen. Stimmen sie überein, ist der Record korrekt.

Schnelltest mit posttls-finger

Wer nicht alles von Hand machen will: posttls-finger (Teil von Postfix) prüft den kompletten DANE-Ablauf in einem Schritt:

posttls-finger -t30 -T180 -c -L verbose,summary kernel-error.de

In der Ausgabe steht am Ende entweder Verified TLS connection established (DANE-Prüfung bestanden) oder eine Fehlermeldung mit dem konkreten Problem. Das Tool löst die MX-Records auf, holt den TLSA-Record, baut die TLS-Verbindung auf und vergleicht alles automatisch.

Wer DANE für den eigenen Mailserver einrichten will, findet die Anleitung unter Postfix mit DANE und DNSSEC absichern. Die Grundlagen zu DANE und TLSA-Records erklärt der Beitrag DNSSEC und DANE: TLS-Zertifikate mit TLSA-Records absichern. Fragen? Einfach melden.

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