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Schlagwort: Apple

MacBook Pro GPU-Panic Reparatur: Backofen-Methode im Test

Mir ist vor kurzem ein Apple MacBook Pro (Mitte 2010) in die Hände gefallen. Hardware noch ganz interessant — 8 GB RAM, Core i7, SSD. Aber das Ding hatte den bekannten Bug mit der NVIDIA GeForce GT 330M. Abstürze und Reboots mitten in der Arbeit, und die wurden eher mehr als weniger.

Die Optionen

  1. Apple mit Garantie — anrufen und reparieren lassen.
  2. Apple ohne Garantie — knapp 500 € Reparaturkosten. Lohnt sich bei einem sechs Jahre alten Gerät nicht.
  3. Apple Kulanz — gab es tatsächlich, sogar bis zwei Jahre nach Garantieablauf. Für mein Gerät aber zu spät.
  4. GPU per Software deaktivieren — die NVIDIA Karte abschalten und nur mit der Intel HD Graphics in der CPU leben. Funktioniert, schiebt den endgültigen Tod aber nur auf. Irgendwann startet die Kiste gar nicht mehr.
  5. Backofen.

Backofen?

Klingt bekloppt. Ist es auch — etwas. Die NVIDIA GPU ist als BGA (Ball Grid Array) auf das Logicboard gelötet. Unter Hitze und Vibration brechen mit der Zeit einzelne Lötstellen. Die GPU verliert die Verbindung zum Board — Kernel Panic.

Wenn ich mir mein Gerät genauer anschaue, findet sich vorne links eine beachtliche Delle. Da ist das Teil draufgefallen und das war vermutlich der Anfang vom Ende.

Die Idee: Das Logicboard im Backofen auf eine Temperatur bringen, bei der das Lötzinn weich wird und die Verbindungen sich neu setzen — ein primitiver Reflow. Apple hat sich die Mühe gemacht, alle wichtigen Chips seitlich mit dem Board zu verkleben. Das hält die Chips an Ort und Stelle, während das Lot flüssig wird.

Schritt für Schritt

  1. Logicboard komplett ausbauen — iFixit hat gute Anleitungen dafür.
  2. Backofen auf 200 °C vorheizen. Ober-/Unterhitze, keine Umluft — die Vibrationen des Gebläses können das Board zerstören.
  3. Aus Alufolie kleine Füße formen und in die Bohrungen des Boards stecken. So liegt es nicht direkt auf dem Blech.
  4. Board rein, schwere Chips nach oben. Danach nicht mehr bewegen.
  5. 7 bis 8 Minuten backen.
  6. Ofen abschalten, Tür leicht öffnen, 15–20 Minuten langsam abkühlen lassen. Wenn man das Board mit der Hand greifen kann, ist es kühl genug.
  7. Zusammenbauen, Daumen drücken.

Die Kunststoffbuchsen auf dem Board halten 7 Minuten bei 200 °C aus — die müssen nicht abgedeckt werden.

Hat es funktioniert?

Ja. Überraschenderweise.

Aber — und das muss klar sein — diese Methode ist ein letzter Versuch. Die Erfolgsquote ist gering. Das Flussmittel in den Lötstellen verbrennt beim Erhitzen teilweise, daher funktioniert ein zweiter Durchgang fast nie. Wenn euer MacBook sowieso auf dem Weg in die Tonne ist: probiert es. Wenn ihr noch ernsthaft auf das Gerät angewiesen seid: lasst es.


Der Panic-Log

Für die Suchmaschinen und alle, die den gleichen Fehler haben — hier die relevanten Zeilen aus dem Kernel-Panic-Report:

*** Panic Report ***
panic(cpu 0 caller 0xffffff7f9320abad):
  "GPU Panic: [<None>] 3 3 7f 0 0 0 0 3 :
   NVRM[0/1:0:0]: Read Error 0x00610b94:
   CFG 0xffffffff 0xffffffff 0xffffffff,
   BAR0 0xd2000000 0xffffff912c33d000 0x0a5480a2, D0, P3/4"

System model name: MacBookPro6,2 (Mac-F22586C8)
Mac OS version:    15B42 (El Capitan 10.11.1)

Graphics: NVIDIA GeForce GT 330M, PCIe, 512 MB
Graphics: Intel HD Graphics, Built-In

Kernel Extensions in backtrace:
  com.apple.nvidia.classic.NVDAResmanTesla  10.0
  com.apple.nvidia.classic.NVDANV50HalTesla 10.0
  com.apple.driver.AppleMuxControl          3.11.33b1
  com.apple.iokit.IOGraphicsFamily          2.4.1

Der entscheidende Hinweis: NVRM[0/1:0:0]: Read Error mit CFG 0xffffffff — die CPU kann den Konfigurationsraum der GPU nicht mehr lesen. Die Verbindung ist weg.


Jetzt habe ich hier also so ein komisches MacBook. Der spannende Teil — auseinanderbauen und reparieren — ist erledigt. Was macht man nun damit?

Siehe auch: Parken an der Burg Blankenstein

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GeoTagging

GeoTagging mit dem i-gatU GT200e Gentoo Linux und Digikam… 

Ich habe von meiner Frau einen GPS Datenlogger zum Geburtstag geschenkt bekommen. Damit hat sie mir auch direkt meinen Wunsch nach so einem Gerät erfüllt. Danke.  Allen jenen welche durch eine Suche auf diesen Beitrag gestoßen sind muss ich wohl kaum erzählen was und zu welchem Zweck man dieses kleine Gerät einsetzten kann. Besitzer eines Smartphones werden wohl meist auch nur müde lächeln. Daher reiße ich nur kurz an, was ich mit dem Teil möchte. Angeschlossen und geladen wird der GT-200e von i-gatU per USB. Ich habe zusätzlich die Möglichkeit das Gerät per Bluetooth zu verbinden. So zum Beispiel mit meinem Nokia Mobiltelefon (ja, vielleicht kaufe ich irgendwann mal etwas neuers). Kismet auf meinem Notebook oder oder oder…. Die aktuelle GPS Position kann mit dem Gerät per Knopfdruck oder je nach Einstellung automatisch im Intervall gespeichert werden. Da ein Akku verbaut ist kann es dieses komplett als Stand-Alone Gerät. Genau dieses ist mein Hauptplan…. Ich packe es einfach in meine Tasche oder befästige es an meiner Spiegelreflexkamera und/oder Digitalkamera und lasse es einfach mitlaufen. Die Akkulaufzeit reichte bei mir schon für 3 Tage, dann habe ich aufgehört zu testen. Dieses kleine Ding hängt nun also an meiner Canon EOS 450D und schreibt alle paar Sekunden meinen genauen Standort auf. Zuhause kann ich nun diese Daten vom Gerät als GPX Datei auslesen und zusammen mit meiner Bilderverwaltungssoftware Digikam, die Bilder meiner Kamera mit den GPS Koordinaten vermischen. Somit ist in den Metadaten jedes Bildes gespeichert an welcher Position genau ich es aufgenommen habe. Natürlich lässt sich anhand der Wegpunkte die genaue Strecke, Geschwindigkeit, Höhe usw… Errechnen und in lustige Grafiken gießen. Dieses ist für mich dass Abfallprodukt. Wie so oft reicht es auch i-gatU sich hinsichtlich Treiber- und Softwareunterstützung um die Microsoft Windows und Apple MacOS Benutzer zu kümmern. Linux Benutzer müssen sich halt selbst irgendwie kümmern und das haben sie getan. Es gibt das Progrämmchen igotu2gpx der Linux Kernel kommt ab Versionen größer 2.6.3 problemlos mit dem Gerät zurecht. Um igotu2gpx kompilieren zu können sind im groben folgende Abhängigkeiten zu erfüllen: – qt4 – boost – libusb – chrpath – marble – openssl Dieses sollte sich auf jeder gängigen Distribution durch den Paketmanager erledigen lassen. Unterwegs kümmert sich nun der GT200e um die genaue Positionsbestimmung. Zuhause kann ich dann die Wegpunkte mit igotu2gpx in eine gpx Datei exportieren. Digikam verbindet dann die Bilder mit der passenden GPS Position. Dieses funktioniert über die Uhrzeit. Die Kamera hängt beim Knipsen eines Bildes automatisch die Uhrzeit an das Bild. Diese kann nun mit den Zeiten aus dem gpx Export verglichen werden. So lässt sich herausfinden an welcher Position man gerade beim Knipsen des Bildes gewesen ist. Vorausgesetzt die Kamera hat auch die richtige Uhrzeit und das richtige Datum. GPX track data imported in Digikam GPS coordinates assigned to photos in Digikam Geotagged photo positions displayed on map i-gotU GT200e GPS logger next to Nokia phone i-gotU GT200e connected via Bluetooth

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