In der letzten Zeit häufen sich bei mir die Anfragen, mit welchem Registrar ich zusammenarbeite. Vor allem im Hinblick auf DNSSEC und die DS-Records, die man beim Registrar hinterlegen muss.
Hier kann und möchte ich gerne die SpeedPartner GmbH aus Neuss empfehlen. Damals habe ich dort gerne mit Herrn Metz zusammengearbeitet. Es war immer jemand erreichbar, und auch etwas ungewöhnliche Dinge ließen sich schnell umsetzen. Das Webinterface konnte 2014 noch keine DS-Records entgegennehmen, der Weg per E-Mail funktionierte aber binnen Minuten.
Es kommt selten vor, dass ich hier Werbung für ein Unternehmen mache — dieses hatte es damals verdient.
Habe ich ganz aktuell gesehen dass sich über die Webseite ssl-tools.net nun ebenfalls die DANE RECORDS testen lassen. Also einmal ob sie vorhanden sind und natürlich auch die Gültigkeit des RECORDS. Zu dem Thema bin ich ja bereits ein paar mal gefragt worden, da „einfache“ Test Tools noch rar waren. Was sich ja inzwischen endlich zu ändern scheint.
Nach dem IPv6-Kongress 2014 war die Verbreitung mal wieder kurz im Rampenlicht. Nach über 15 Jahren IPv6 war die Umstellung noch immer nicht weit genug. Alle Empfehlungen von Experten wurden ignoriert. Es gab ja keine Nachfrage. Bis den ISPs die IPv4-Adressen ausgingen.
Carrier Grade NAT
Wer in Deutschland einen neuen Internetanschluss bei einem Kabelnetzbetreiber bekommt, bekommt oft einen Carrier Grade NAT (CGN) Anschluss. Das bedeutet: Keine eigene öffentliche IPv4-Adresse mehr. Stattdessen eine private Adresse hinter einem zentralen NAT-Router des ISPs. Versteckt wird das hinter Bezeichnungen wie DS-Lite oder DS64-Lite.
Das Port-Problem
Jede TCP-Verbindung verbraucht auf der abgehenden IP-Adresse einen Port. Ports sind 16-Bit-Zahlen, maximal 65.535. Abzüglich der reservierten Ports bleiben rund 64.500 gleichzeitige Verbindungen pro IP. Ein einzelner Benutzer baut schnell 50 und mehr Verbindungen gleichzeitig auf: E-Mail, Messenger, Browser mit parallelen Requests. Dazu kommen Verbindungen die nicht sauber geschlossen werden und bis zum Timeout offen bleiben.
Offene Verbindungen anzeigen:
netstat -tapen
Wenn sich hunderte Kunden eine öffentliche IP teilen, sind die Ports schnell aufgebraucht. Der ISP könnte bestehende Verbindungen nach einer Zeit hart zurücksetzen. Oder die maximale Anzahl gleichzeitiger Verbindungen pro Kunde begrenzen. Beides führt zu Problemen.
Dazu kommt: Viele Webserver und Mailserver begrenzen die Anzahl gleichzeitiger Verbindungen pro IP-Adresse, als Schutz gegen DDoS. Wenn hundert Kunden hinter einer IP sitzen, trifft dieses Limit schnell.
Wer ist schuld?
Ein gutes Beispiel war Sipgate. Der VoIP-Anbieter beschwerte sich öffentlich darüber, dass seine Kunden hinter CGN-Anschlüssen Probleme mit ihren Sipgate-Leitungen hatten. Sipgate schob den schwarzen Peter an Unitymedia und hoffte, dass sich jemand meldet um das Problem gemeinsam zu lösen.
Was dabei unterging: Unitymedia hatte auf eigene Kosten einen Workaround eingerichtet, damit Dienste die es nach Jahren noch nicht geschafft hatten IPv6 zu unterstützen überhaupt noch erreichbar waren. Und dann kommt ein Diensteanbieter und sagt: Dein Workaround funktioniert nicht perfekt mit unserem System, bitte nachbessern.
Der Schuldige ist nicht der ISP. Der Schuldige ist der Diensteanbieter, der es nach über 15 Jahren Vorlaufzeit nicht geschafft hat seinen Dienst IPv6-fähig zu machen. Wer Probleme mit seinem Internetanschluss hat die auf CGN zurückzuführen sind: Nicht den ISP anrufen, sondern den Diensteanbieter fragen wann IPv6 kommt.
CERT-Bund hat von einer vertrauenswürdigen externen Quelle eine Liste gestohlener FTP-Zugangsdaten für in Deutschland gehostete Server erhalten. Die Zugangsdaten wurden im Rahmen der Analyse eines Botnetzes gefunden und werden offenbar dazu verwendet, um in mit dem FTP-Account verbundene Webseiten schädlichen Code einzuschleusen, welcher auf Drive-by-Exploits verweist. Es liegen leider keine Informationen vor, wann und wie die Zugangsdaten ausgespäht wurden.
Nachfolgend senden wir Ihnen eine Liste der Zugangsdaten für Server in Ihrem Netzbereich. Die Passwörter wurden sanitarisiert.
Format: ASN | IP-Adresse | FTP-Login
Wir möchten Sie bitten, den Sachverhalt zu prüfen und Ihre Kunden entsprechend zu informieren.
Bitte bestätigen Sie den Eingang dieser Benachrichtigung und informieren Sie uns über die von Ihnen getroffenen Maßnahmen.
Liste der Zugangsdaten für Server in Ihrem Netzbereich:
Ich habe vor einiger Zeit ein „Will haben Gerät!“ gesehen… Bzw. den Prototyp eines solchen Gerätes. Zu dem Zeitpunkt wurde noch Geld für das Projekt gesammelt. Inzwischen ist die nötige Summe mehr als vorhanden und es geht seinen Weg…
Das Teil nennt sich Pockethernet, ein Video gibt es unten und einen Link zum Projekt gibt es hier: http://pockethernet.com/
Klar wird es kaum mit einem guten Fluke Gerät mithalten können… Für viele kleine Tests scheint es aber mehr als ausreichend zu sein. Schaut einfach mal ins Video! Wer will es noch?
Es gibt inzwischen viele Webtools die TLSA-Records prüfen. Aber wer es einmal von Hand gemacht hat, versteht was dabei passiert. Der Ablauf ist immer gleich: Zertifikat vom Server holen, Hash berechnen, mit dem DNS-Record vergleichen.
Zertifikat holen
Verbindung zum Mailserver aufbauen und das Zertifikat per STARTTLS abholen:
Welchen Hash man berechnen muss, hängt vom TLSA-Record ab. Die drei Felder im Record bestimmen das:
Usage
0 = CA, 1 = End-Entity (Kette muss gültig sein), 2 = Trust Anchor, 3 = End-Entity (keine Kettenprüfung)
Selector
0 = ganzes Zertifikat, 1 = nur Public Key (SPKI)
Matching Type
0 = exakter Vergleich, 1 = SHA-256, 2 = SHA-512
Am häufigsten sieht man 3 1 1 (End-Entity, nur Public Key, SHA-256) oder 3 0 1 (End-Entity, ganzes Zertifikat, SHA-256). Zuerst den TLSA-Record aus dem DNS holen um zu sehen was erwartet wird:
dig _25._tcp.smtp.kernel-error.de TLSA +short
Dann den passenden Hash berechnen. Bei Selector 0 (ganzes Zertifikat) und Matching Type 1 (SHA-256):
In der Ausgabe steht am Ende entweder Verified TLS connection established (DANE-Prüfung bestanden) oder eine Fehlermeldung mit dem konkreten Problem. Das Tool löst die MX-Records auf, holt den TLSA-Record, baut die TLS-Verbindung auf und vergleicht alles automatisch.
Veraltet: Das DNSSEC Validator Browser-Plugin wird nicht mehr gepflegt und ist in aktuellen Firefox-/Chrome-Versionen nicht mehr verfügbar. DNSSEC-Validierung sollte auf dem DNS-Resolver stattfinden, nicht im Browser.
Na schau mal einer an… Das Browser Plugin für den DNSSEC Validator kann nun auch DANE / TLSA und er zeigt es angenehm übersichtlich an.
Bei mir ist die Frage aufgeschlagen, was man in seine BIND-Zone schreiben muss, wenn man Exchange Online, Lync/Skype for Business oder Office 365 nutzen will. Microsoft zeigt einem während der Einrichtung eine Tabelle mit DNS-Einträgen an. Für Webinterface-Hoster kein Problem, für BIND-Admins aber erstmal Übersetzungsarbeit.
Ich liebe es, wenn Microsoft solche Dinge ins Deutsche übersetzt. „Verweist auf die Adresse“ statt „Points to“. „Gültigkeitsdauer“ statt „TTL“. Aber gut.
Hinweis: Lync heißt inzwischen Teams, die SRV-Records für Lync Federation sind aber weiterhin nötig, solange Skype for Business im Tenant aktiv ist.
Was Microsoft verlangt
Für eine Domain (hier kernel-error.com als Beispiel) werden folgende Records benötigt:
Google schaut in die E-Mails seiner gmail Nutzer, wertet den Inhalt aus und zeigt dem Nutzer dann maßgeschneiderte Werbung…. OK, ist jetzt nichts Neues! Nun hat Google aber bekanntgegeben dass sie zumindest keine Schüler mehr in dieser Form abschnorcheln will.
Toll, oder? Super… Alle freuen sich…. ALLE FREUEN SICH! Leute, schlaft ihr alle? Google durchsucht, nach eigenen Angaben, keine E-Mail Accounts von Schülern mehr und SCHÜTZT sie somit vor Werbung welche zu E-Mail Inhalten passt!!!!!
Das ist so als wenn der Postbote die Briefe liest und immer direkt das passende Werbeprospekt beilegt. Warum freuen sich alle? Ich verstehe es nicht, tut mir leid!