Veraltet: SHA-1 in TLS-Zertifikaten ist seit Januar 2017 von allen großen Browsern abgelehnt. Dieser Beitrag ist ein Zeitdokument aus 2014, als Google den Ausstieg ankündigte.
Dass SHA-1 nicht der Brüller ist, wissen wir inzwischen alle. Dass man nicht so lange warten sollte wie bei MD5, bis es nicht nur ein theoretisches, sondern ein echtes Problem gibt, können sich viele denken. Leider bekommt man viele Entscheider nicht so einfach davon überzeugt, denn es hängt meist viel Geld an so einer Entscheidung. Softwaremodule müssen getauscht werden, Hardware könnte ersetzt werden müssen. Windows XP wird so zum Beispiel abgehängt.
Googles Ankündigung
Google hat angekündigt, SHA-1 aus Chrome zu entfernen. Nutzt man Zertifikate mit SHA-1-Checksumme, gibt es eine Meldung im Browser: „Diese Seite ist nicht ganz sicher.“ Danach folgt eine deutliche rote Warnung, bis hin zum Punkt, dass solche Zertifikate nicht mehr unterstützt werden. Zeitplan damals: ab ca. 2017. Bei einer durchschnittlichen Gültigkeitsdauer von zwei Jahren für Kaufzertifikate konnte man zum letzten Mal mit gutem Gewissen am 31.12.2014 ein SHA-1-Zertifikat kaufen.
Was mir an Google damals gefiel: Sie haben sanften Druck auf die Entscheider ausgeübt, um mehr Sicherheit ins Internet zu bringen. SHA-1 ist Käse, als Checksumme im Zertifikat oder in den Ciphern. Genau wie RC4 oder MD5. Kein Anwender prüft das von sich aus. Aber wenn die Software anfängt zu meckern, gibt es schnell Bewegung bei den Entscheidern und den „Weiter, weiter, fertigstellen“-Admins. Microsoft und Mozilla hatten sehr ähnliche Pläne.
Die CAs reagieren
Kurz nach der Ankündigung kamen die ersten E-Mails von den großen CAs. Hier die von Symantec:
Wichtiger Servicehinweis Sie haben vielleicht bereits gehört, dass Google beabsichtigt, die Unterstützung für SSL-Zertifikate mit dem Hash-Algorithmus SHA-1 einzustellen. Das wird voraussichtlich ab Chrome 39 im November 2014 geschehen. Symantec empfiehlt: 1. Nutzen Sie die SSL Toolbox, um herauszufinden, welche Ihrer Zertifikate SHA-1 nutzen. 2. Ersetzen Sie Zertifikate mit SHA-1, die nach dem 31. Dezember 2015 ablaufen, kostenlos durch Zertifikate mit SHA-2. Hinweis: Root-Zertifikate mit SHA-1 sind nicht betroffen. Ihr Support-Team von Symantec Website Security Solutions
Wie es ausgegangen ist
Im Januar 2017 hat Chrome 56 SHA-1-Zertifikate endgültig abgelehnt. Firefox und Edge zogen nach. Heute signiert jede CA mit SHA-256 oder besser. Wer sich für den aktuellen Stand von TLS und Zertifikaten interessiert: Da hat sich seit 2014 einiges getan.
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