Datenhaufen zu IT und Elektronik.

Schlagwort: WLAN

FRITZ!Box 7590: Fiepen, Spannungsregler-Probleme und WLAN-Ausfälle​

Eigentlich sollte die Überschrift heißen: Ärgere ich mich gerade über mich selbst oder über AVM?

PCB der FritzBox 7590 mit Zoom auf den MP1477 Spannungsregler

Zuhause arbeitete eine FRITZ!Box 7590 KA, die zu Beginn mit einem Frixtender erweitert wurde. Nach knapp zwei Jahren habe ich bemerkt, dass die FRITZ!Box angefangen hat zu fiepen. Eine Funktionseinschränkung konnte ich jedoch nicht feststellen. Da es aber knapp vor dem Ablauf der Garantie war, habe ich Kontakt mit dem AVM-Support aufgenommen.

Dem AVM-Support habe ich in einer kurzen E-Mail geschildert, dass meine Box plötzlich fiept und ob ihnen in diesem Zusammenhang vielleicht Probleme, beispielsweise mit Spulen oder Spannungsreglern, bekannt sind. Die Antwort vom AVM-Support ließ nicht lange auf sich warten und lautete zusammengefasst: „Nein, uns sind keine Probleme bekannt, aber du kannst deine Box gerne zur Überprüfung/Austausch einschicken.“

Jetzt kommen wir zum Punkt, warum ich mich ärgere und unschlüssig bin, ob ich mich über mich selbst oder über AVM ärgere. Für meine Arbeit benötige ich eine funktionsfähige Internetverbindung. Wenn ich die Box einschicke, muss ich für eine Alternative sorgen. Wenn AVM die Box vorsorglich gegen eine neue tauscht, wäre das zwar schön, aber es gibt schon zu viel Elektroschrott. Elektronik darf Geräusche machen. Spulen könnt ihr euch oft wie eine Art Schwungrad vorstellen. Es braucht etwas, um anzulaufen, läuft dann aber auch noch einige Zeit weiter, selbst wenn es niemand mehr antreibt. Das hängt mit den aufkommenden Magnetfeldern zusammen und ist so gewollt. Magneten kennt ihr, und dass dort Kräfte an den Bauteilen ziehen, könnt ihr euch jetzt ebenfalls vorstellen. Eine Spule kann also mit der Zeit anfangen, leichte Geräusche zu machen, und das ist auch okay. Für Spannungsregler gilt das ebenfalls. Stellt euch einfach euren Wasserhahn vor: Wenn ihr ihn voll aufdreht, kommen da vielleicht 5 Liter in der Minute heraus. Wenn ihr weniger Wasser wollt, macht ihr den Hahn ganz schnell an und wieder aus. Wie schnell ihr das Wasser ein- bzw. ausschalten müsst, um beispielsweise nur 1 Liter pro Minute fließen zu lassen, messt ihr mit euren Augen. Ganz grob funktionieren Schaltnetzteile so. Je nach Last kann man da also schon mal etwas hören, und das ist okay.

So ist ein weiteres Jahr ins Land gegangen, bis mir in einem meiner Newsticker die Meldung über sterbende FRITZ!Boxen vom Typ 7590 aufgefallen ist. Hier wird von anfänglichem Fiepen, schlechter werdendem 2,4-GHz-WLAN bis hin zum Totalausfall des WLANs und der Box berichtet. Bääähhhhh. Das klang verdächtig nach dem von mir beobachteten Fehlerbild. Nun ist meine Box aus jeglicher Garantie und Gewährleistung heraus. Den AVM-Support brauche ich also nicht mehr zu bemühen, sondern kann mich vielmehr mit dem Gedanken anfreunden, eine neue Box zu kaufen, um auf einen Ausfall vorbereitet zu sein. Zeitgleich haben bei uns im Ort die Arbeiten am Glasfaserausbau begonnen. Diese gehen so schnell und gut voran, dass ich damit rechnen kann, bis zum Ende dieses Jahres von DSL auf Glasfaser wechseln zu können. Mit diesem Wechsel kommt vom Anbieter auch eine neue FRITZ!Box. Tjo… Also Risiko eingehen oder eine Box kaufen, die in 5 oder 6 Monaten dann wohl irgendwo im Regal Staub fängt?

Bevor es eine Antwort auf diese Frage gibt, noch schnell zum Punkt mit dem Ärgern: Ich habe AVM bewusst gefragt, ob es bekannte Probleme mit der Box gibt und speziell auf die aus meiner Sicht verdächtigen Bauteile hingewiesen. Die Antwort war ein klares Nein. Das muss ich jetzt einfach so glauben, aber ich werde den Beigeschmack nicht los, dass es zum Zeitpunkt meiner Supportanfrage schon einige Reklamationen wegen dieses Problems gegeben haben müsste. Daher wohl mein möglicher Ärger über AVM – und dass ich auf die Möglichkeit eines Austauschs verzichtet habe – und der Ärger über mich selbst.

Habe ich jetzt eine neue Box gekauft oder nicht? Nein, habe ich natürlich nicht. Ich habe meine Box von der Wand genommen, aufgeschraubt und durchgemessen. Ja, Geräusche und etwas zu hohe Spannung für das 2,4-GHz-WLAN habe ich gemessen bzw. zuordnen können. Alles aber noch im Rahmen, sodass ich gehofft habe, dass es noch ein paar Monate gutgeht. War leider nicht so. Vor ein paar Wochen ist die Box an der Wand „geplatzt“ und ich musste in den sauren Apfel beißen und eine neue für den Übergang kaufen. Jetzt habe ich wohl ein Backup für die Zukunft. Woohoo 🙁 Manchmal lerne ich nicht so schnell dazu, oder? Naja, manchmal kommt halt eins zum anderen.

Ob meine alte Box wirklich mit genau dem beschriebenen Problem ausgefallen ist, wollte ich dennoch herausfinden. Die Sichtprüfung war noch immer gut, aber es war keine Spannung mehr zu messen. Daher habe ich mir von Aliexpress ein paar MP1477 (die genaue Bezeichnung ist MP1477GTF-Z) zuschicken lassen. Ich habe direkt alle drei verbauten Chips ausgetauscht und siehe da, die Box lebt wieder. Oft sollen dabei wohl noch die RF FRONT ENDs 055F als Folge der zu hohen Spannung sterben, aber diese haben es bei mir zum Glück überlebt.

PCB der FritzBox 7590 mit Zoom auf den MP1477 Spannungsregler

Nun habe ich also auch noch ein Backup für das zukünftige Backup. Super…

Da ich bei Aliexpress insgesamt 10 Stück bestellt habe, liegen hier jetzt noch ein paar herum. Ich wäre bereit, sie gegen ein Snickers zu tauschen, falls jemand von euch vor einem ähnlichen Problem steht. Uhh, und bedenkt bitte, dass die Dinger ECHT klein sind. Ich habe euch mal einen auf ein 1-Cent-Stück gelegt. Ohne Heißluftstation und etwas SMD-Löterfahrung solltet ihr das vielleicht lieber nicht angehen.

Größenvergleich zwischen dem MP1477 Spannungsregler und einem Euro-Cent-Stück

Die Messpunkte und die erwarteten Spannungen findet ihr im folgenden Bildchen.

PCB der FritzBox 7590 mit eingezeichneten Messpunkten und Messwerten des MP1477 Spannungsreglers

Wenn ihr dann noch Fragen habt, fragt einfach 🙂

Dell Latitude E6540 mit Intel Wireless-AC 9260

Mein privates Notebook ist noch immer ein Dell Latitude E6540. Die ab Werk verbaute Intel Centrino Ultimate-N 6300 macht zwar noch immer ihren Job, inzwischen stört mich immer öfter ihr Durchsatz. Maximal soll sie 450 Mbps bringen, dieses schafft sie natürlich nur unter guten Bedingungen. Früher ist mir dieses nicht besonders aufgefallen, durch bessere WLAN APs und schnelleres Internet bremst mich inzwischen meine verbaute WLAN Karte beim Download :-/ das ist doof!

Also einfach neue Karte kaufen, ins Notebook stecken und los gehts.. Naja, fast! Im Latitude können drei PCIe Half MiniCard verbaut werden. Aktuelle WLAN Karten für Notebooks nutzen inzwischen aber M.2 als Schnittstelle zum Notebook. Ebenfalls sind die Anschlüsse der Antennen „kleiner“ geworden. Intel bietet für ihre Produkte auf ihrer Webseite die Option an ihre Produkte miteinander zu vergleichen. >klick<

Um M.2 komme ich nicht herum, wenn ich es mit einem möglichst einfachen Adapter anschließen möchte muss ich darauf achten, dass die neue Karte PCIe spricht. Die Intel Wireless-AC 9260 kann dieses und bietet dazu noch 1,73Gbps. Dazu noch ein Adapter und zwei Antennenadapter. Alles bekommt man schnell für einen kleinen Euro auf Amazon.

Intel Wireless-AC 9260
Adapter
Antennenadapter

Alles zusammen sitzt nun in meinem Notebook und das Internet „fliegt“ wieder 🙂

FreeBSD: WLAN und der Ländercode korrekt einstellen

Grafik zum Thema FreeBSD WLAN und Ländercode: Ein WLAN-Router mit Antennen, daneben Terminal-Kommandos zur ifconfig-Konfiguration von Regdomain und Country. Im Hintergrund eine Weltkarte mit Markierungen für FCC/US-Default und ETSI/DE sowie der FreeBSD-Daemon als zentrales Element.

Funkregulierung ist länderspezifisch. Jede Region definiert, welche 2,4 GHz und 5 GHz-Kanäle, Sendeleistung und Radar-/DFS-Regeln gelten. In FreeBSD steuert eine Kombination aus Regulatory Domain (z. B. ETSI für Europa, FCC für USA, APAC für Asien/Pazifik) und Country (z. B. „DE“ bzw. „Germany“, „AT“ bzw. „Austria“, „GB“ bzw. „United Kingdom“) den erlaubten Betrieb. Ohne Anpassung bleibt oft der US-Default aktiv, der in Europa eingeschränkter ist.

FreeBSD nutzt keine ISO-Kurzcodes allein (also nicht nur „DE“, „UK“). Der Country-Name muss exakt aus den Einträgen in /etc/regdomain.xml kommen (z. B. „United Kingdom“ statt „UK“). Diese Erkenntnis hat bei mir zum Beginn etwas gebraucht 😉

Praxis: So stellst du es sauber ein.

1 Hardware/Interface prüfen

sysctl net.wlan.devices      # listet WiFi-Chips
ifconfig wlan0               # zeigt aktuelles Regdomain/Country
ifconfig wlan0 list regdomain
ifconfig wlan0 list countries

2 Interface runterfahren

ifconfig wlan0 down

3 Regdomain & Country setzen

ifconfig wlan0 regdomain etsi2 country DE
# etsi2 bezieht sich auf die regionale Definition (Europa),
# DE ist der länderspezifische Eintrag aus /etc/regdomain.xml

4 Interface wieder hochfahren

ifconfig wlan0 up

5 Persistenz in /etc/rc.conf (denn das was wir bis jetzt gemacht haben ist nach dem nächsten Reboot weg).

sysrc create_args_wlan0="country DE regdomain etsi2"
sysrc wlans_iwn0="wlan0"
sysrc ifconfig_wlan0="WPA DHCP"

Ersetze iwn0 durch dein Device und etsi2 durch den passenden Regdomain-Block, wenn du nicht DE bist, sonst ist copy&paste gut.

Warum das wichtig ist

  • Rechtliche Konformität: falsche Domain/Code kann gegen lokale Funkbestimmungen verstoßen. Was in der Regel aber eher ein theoretisches Problem sein sollte.
  • Kanalauswahl: Europa nutzt 1–13, USA nur 1–11. US-Default kann daher Kanäle ausblenden. Kanal 13 ist meist sehr „leer“ also gut, wenn viel um einen herum los ist ABER alle Geräte müssen das auch können und passend, wie hier beschrieben, für sich konfiguriert sein.
  • DFS/5 GHz: moderne Regime wie ETSI/ETSI2 definieren zusätzliche Regeln für 5 GHz/DFS; FCC-Default kann hier ebenfalls andere Limits haben.

Aktuelle Unterschiede zu älteren Releases (Update 2026).

FreeBSD 14.x/15.x haben bessere Treiber und WLAN-Stack-Support, was dazu führt, dass viele Geräte stabiler laufen. Die Regulatory Domain-Mechanik selbst hat sich nicht grundlegend verändert; sie ist weiterhin über ifconfig steuerbar. Firmware-Unterstützung für Chips kann aber Einfluss auf die tatsächliche Kanalnutzung haben, unabhängig von RegDomain-Einstellungen. Auf Probleme bin ich damit noch nicht gestoßen, was aber nur bedeutet, dass meine Hardware kein Problem macht.

Risiken/Trade-offs

  • Falsche Codes: „AU“ ist nicht immer Australien, manchmal Österreich im Regdomain XML; achte auf die Einträge. Aber hey, es gibt in Wien am Flughafen ja auch einen Schalter, nur um Menschen zu erklären, warum sie jetzt in Österreich und nicht in Australien sind 😀 Hin und wieder würde ich da gerne Sitzen, nur um die Gesichter zu sehen. Ja, das ist böse, ich weiß.
  • Installer-Defaults: Der FreeBSD-Installer setzt nicht immer den passenden Regdomain/Country für WLAN – du musst das nachinstallieren/konfigurieren. Aber hey, das kennen wir doch von FreeBSD und mögen ja auch irgendwie diese Verlässlichkeit, oder?
  • Treiber/Firmware: Manche WLAN-Adapter benötigen separate Firmware-Blobs (z. B. Realtek), sonst funktioniert WiFi gar nicht – unabhängig von Regdomain.

Frag? Dann wie immer fragen 😀

© 2026 -=Kernel-Error=-RSS

Theme von Anders NorénHoch ↑