IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

Schlagwort: Soldering (Seite 2 von 2)

D-Link DWL-900AP+ aufbohren: Sendeleistung per Lötkolben erhöhen

Vor einiger Zeit hat sich mitten im Download mein Access Point verabschiedet. Ein D-Link DWL-900AP+ Version B. Über das kabelgebundene LAN noch erreichbar, konfigurieren kein Problem. Nur WLAN: tote Hose.

Aufschrauben

Ich bin jemand, der defekte Geräte erstmal aufschraubt. Garantie war durch, also schauen wir mal. Im Access Point war nicht viel zu sehen, bis auf eine Kleinigkeit: Auf der Hauptplatine steckte eine normale PCMCIA-WLAN-Karte. Nicht schön bedruckt, jemand hatte eine externe Antenne an das Kärtchen gelötet, aber es war eindeutig eine PCMCIA-Karte.

Etwas Recherche ergab, dass die verbaute Karte fast baugleich mit der DWL-650+ ist. Und genau so eine lag bei mir im Schrank und staubte ein. Kurz entschlossen reingesteckt und schon ging das WLAN wieder.

Das Antennen-Problem

Zufrieden alles zusammengeschraubt, AP zurück an seinen Platz. Aber die Verbindung war nicht mehr wie früher. Das Signal riss nach kürzerer Entfernung ab, der Datendurchsatz war geschrumpft. Also direkt wieder aufgeschraubt.

Die externe Antenne musste an die neue Karte. Nach einigem nicht sehr professionellem Gefummel hatte ich die Platine meiner DWL-650+ freigelegt. Tatsächlich: eine Buchse für den Antennenanschluss. Die Antenne im AP hatte allerdings keinen Stecker, sondern war aufgelötet. Also Buchse ablöten, Antenne direkt anlöten.

Die Datenblätter

Da ich nun schon das SMD-Besteck auf dem Tisch liegen hatte, schaute ich mir die Bauteile genauer an. Auch vor dem HF-Gehäuse habe ich nicht Halt gemacht. Die Chipbezeichnungen bei Google eingetippt, und zwei Datenblätter fielen mir in die Hände: MAX2242 und RF2948B.

Mit diesen Dokumenten fand ich heraus, dass die Sendeleistung der DWL-650+ über die Spannung am Vorverstärker im RF2948B eingestellt wird. PIN 8 ist ein analoger Eingang: Mehr Spannung bedeutet mehr Sendeleistung. Direkt daneben liegt PIN 7, das ist VCC (etwa 2,7 V). Schließt man PIN 8 mit PIN 7 kurz, sagt man dem Vorverstärker: Arbeite mit maximaler Leistung.

Der Lötpunkt

Der DAC gibt nun einen Strom ab, den er normalerweise nie liefern würde. Der liegt aber unter 1 mA, was an einem Widerstand Richtung DAC liegt. Nicht tödlich für den Chip, er wird nur etwas wärmer. Ich habe 32 bis 38 °C unter Last gemessen, bei 25 °C Umgebungstemperatur.

Der IC gibt seine Wärme nur über die Beinchen und das Kupfer der Platine ab. Im Sommer könnte es im HF-Gehäuse zu Rechenfehlern kommen. Einen Metallkühlkörper kann man im HF-Gehäuse nicht einfach draufsetzen, der könnte die Felder stören. Lösung: Ein Klecks nicht leitende Wärmeleitpaste auf den IC, damit er etwas Kontakt zum Metalldeckel des HF-Gehäuses hat. Da er ohnehin nicht sonderlich warm wird, reicht das.

Ergebnis

Die Konstruktion lief über ein Jahr problemlos. Statt der normalen ~17 dBm kommen nun ~22,5 dBm raus. Ein ordentlicher Gewinn. Die Lötpunkte sind allerdings winzig, man sollte mit dem Lötkolben umgehen können. Und: Die maximal zulässige Sendeleistung beachten. Mit einer guten Antenne dazu bewegt man sich schnell außerhalb des Erlaubten.

RF2948B Chip auf der DWL-650+ Platine
Antennenanschluss auf der DWL-650+ Platine
D-Link DWL-650+ PCMCIA WLAN-Karte
D-Link DWL-900AP+ geöffnet, Blick auf die Hauptplatine
D-Link DWL-900AP+ geöffnet, Detailansicht

Fragen? Einfach melden.

Fujitsu Siemens Lifebook E7110: Linux auf einem Pentium 4-M Notebook

Dieser Beitrag ist ein Zeitdokument von 2009. Das Lifebook E7110 war damals schon alt, die Tipps sind heute nur noch historisch interessant. Aber wer wissen will, wie Linux auf einem Pentium 4-M Notebook mit Gentoo, Kernel 2.6.12 und PCMCIA lief, ist hier richtig.

Ich habe mir das Fujitsu Siemens Lifebook E7110 angeschafft. Mitgeliefert wurde Windows XP Professional, was natürlich nicht lange auf dem Gerät überlebt hat. Ungefähr so lange, bis ich es in Händen gehalten habe. Installiert habe ich sofort Linux. Da ich mich vor dem Kauf über die Hardware informiert hatte, lief auch so ziemlich alles.

Hardware-Kompatibilität

StatusGerätDetails
JaProzessorIntel Mobile Pentium 4-M, 2,0 GHz
JaChipsatzIntel 845 MP
JaSpeicher1 GB DDR-RAM
JaGrafikATI Radeon M 7500, 32 MB DDR (dedicated)
JaDisplay15,1″ SXGA+ (1024×786)
JaSoundSigmaTel STAC9767, SB Pro kompatibel
JaEthernetRealtek 8139/8139C
JaWLANPrism2 (InterSil), MiniPCI
JaUSBIntel 845-MP 82801CA
JaIEEE 1394Texas Instruments TSB43AA21
JaIrDASMSC LPC47N267
JaCardBusO2Micro OZ 711 E1
JaDVD-ComboToshiba SD-R2212
JaTV-OutS-Video (über atitvout)
JaACPIPhoenix ACPI, Suspend funktioniert
TeilweiseModemV.90 Mini-PCI (nie getestet, nicht gebraucht)
NeinSondertasten5 Tasten, unter Linux nicht nutzbar

Festplatten-Tuning

Die originale Toshiba MK4018GAS (40 GB) habe ich gegen eine Hitachi Travelstar 7200 RPM (60 GB) getauscht. 40 MB/s statt 26 MB/s. Dazu noch etwas hdparm-Tuning:

hdparm -d1 -c1 -A1 -m16 -u1 -a64 -k1 /dev/hda

WLAN-Firmware

Die Prism2-Karte von InterSil kam mit einer alten Firmware (~1.4.1). Damit gab es defekte Pakete und kein Hidden ESSID. Erst ab Firmware 1.7.4 lief alles sauber. Das Flashen war etwas abenteuerlich, hat aber funktioniert.

Bluetooth und SmartCard

Bluetooth per USB-Stick (MSI BToes) lief sofort. Hauptnutzen: SMS verschicken und das Sony Ericsson T610 synchronisieren. Später kam eine 3COM Bluetooth PCMCIA-Karte, die direkt mit dem Kernel-Treiber funktionierte.

Der mitgelieferte O2Micro SmartCard Reader (PCMCIA) brauchte den MUSCLE-Treiber und pcsc-lite. Die Konfigurationsdatei musste manuell in die PCMCIA-Config kopiert werden, dann lief auch das.

Das System

Gentoo Linux mit Kernel 2.6.12 und KDE. Der Kernel war sorgfältig auf das Notebook zugeschnitten. Ab Kernel 2.6.13 gab es Probleme mit dem neuen PCMCIA-Subsystem (pcmciautils statt cardmanager), deshalb bin ich bei 2.6.12 geblieben.

Wer noch mehr mit WLAN-Hardware experimentieren will: Im Beitrag D-Link DWL-900AP+ aufbohren geht es darum, die Sendeleistung eines Access Points per Lötkolben zu erhöhen.

Fragen? Einfach melden.

Neuere Beiträge »

© 2026 -=Kernel-Error=-RSS

Theme von Anders NorénHoch ↑