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Postfix mit DANE und DNSSEC absichern

Postfix-Mailserver mit DANE und DNSSEC, TLSA-Record-Prüfung, DNS als Vertrauensanker und verifizierter SMTP-TLS-Verbindung zwischen Mailservern.

Meine Domains sind schon lange per DNSSEC gesichert. Für den Webserver hatte ich auch schnell TLSA-Records veröffentlicht, damit die TLS-Verbindung per DANE abgesichert ist. Seit Postfix 2.11 beherrscht auch der MTA die Prüfung von TLSA-Records, damit lässt sich ausgehende E-Mail-Verschlüsselung kryptographisch verifizieren, ohne sich auf das CA-System verlassen zu müssen.

Postfix konfigurieren

Zwei Zeilen in der main.cf reichen, damit Postfix beim Versand TLSA-Records prüft:

postconf -e "smtp_dns_support_level = dnssec"
postconf -e "smtp_tls_security_level = dane"

smtp_dns_support_level = dnssec weist den SMTP-Client an, DNSSEC-validierte DNS-Antworten zu verlangen. smtp_tls_security_level = dane aktiviert die TLSA-Prüfung, Postfix sucht automatisch nach TLSA-Records für den Zielserver. Gibt es keinen TLSA-Record oder kein DNSSEC, fällt Postfix auf opportunistisches TLS zurück. Die Kommunikation mit Servern ohne DANE leidet also nicht. Details stehen in der Postfix DANE-Dokumentation.

TLSA-Record erstellen

Der TLSA-Record enthält einen Hash des TLS-Zertifikats (oder des Public Keys), den der Empfänger-Mailserver im DNS veröffentlicht. So erzeugt man den SHA-256-Hash des Public Keys aus dem Zertifikat:

openssl x509 -in postfix.pem -noout -pubkey \
  | openssl pkey -pubin -outform DER \
  | openssl dgst -sha256

Den Hash trägt man als TLSA-Record in die DNS-Zone ein, für Port 25 (SMTP) und optional Port 465 (Implicit TLS):

_25._tcp.smtp.kernel-error.de.  3600 IN TLSA 3 1 1 8cb0fc6c527506a053f4f14c8464bebbd6dede2738d11468dd953d7d6a3021f1
_465._tcp.smtp.kernel-error.de. 3600 IN TLSA 3 1 1 8cb0fc6c527506a053f4f14c8464bebbd6dede2738d11468dd953d7d6a3021f1

Die Felder 3 1 1 bedeuten: DANE-EE (End Entity, kein CA-Vertrauen nötig), SPKI (nur Public Key, nicht das ganze Zertifikat), SHA-256. Der TTL von 3600 Sekunden ist bewusst kurz, bei einem Zertifikatswechsel soll der alte Record schnell ablaufen. Mehr zum Aufbau von TLSA-Records steht in RFC 7672.

Testen

Mit posttls-finger (Teil von Postfix) lässt sich prüfen, ob die DANE-Verifikation funktioniert:

posttls-finger -t30 -T180 -c -L verbose,summary kernel-error.de

Die entscheidende Zeile in der Ausgabe:

Verified TLS connection established to smtp.kernel-error.de[...]:25:
  TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (256/256 bits)

Verified statt Untrusted, der TLSA-Record stimmt mit dem Zertifikat überein, die Verbindung ist DANE-verifiziert. Im Postfix-Log sieht man denselben Unterschied:

smtp[3779]: Verified TLS connection established to mx02.example.de[...]:25
smtp[3779]: Untrusted TLS connection established to smtp2.example.de[...]:25

Verified = DANE-geprüft und in Ordnung. Untrusted = TLS aktiv, aber kein gültiger TLSA-Record vorhanden, die Verschlüsselung funktioniert trotzdem, nur ohne kryptographische Verifikation des Zertifikats.

Warum DANE besser ist als das CA-System

DANE verankert das Vertrauen im DNS statt bei Certificate Authorities. Der Domaininhaber veröffentlicht den Hash seines Zertifikats selbst, DNSSEC schützt den Record vor Manipulation. Keine CA kann ein falsches Zertifikat für die Domain ausstellen und damit die Verbindung aufbrechen. Das Ganze kostet nichts außer einem DNS-Record und funktioniert für jeden, der DNSSEC betreibt.

Zum Vergleich: Das damalige „E-Mail made in Germany“ (EmiG) setzte auf eine TÜV-Zertifizierung, die sich nur große Provider leisten konnten. Sicherheit nur für Unternehmen mit Budget, das ist das Gegenteil von dem, was ich unterstütze.


Update August 2014: Ich habe Mailgraph um DANE-Graphen erweitert, um den Anteil verifizierter Verbindungen zu visualisieren.

Siehe auch: TLSA/DANE-Records prüfen, TLSA- und DANE-Records manuell prüfen: Schritt für Schritt mit OpenSSL, Postfix und DANE: „Server certificate not verified“ debuggen, Postfix: Eingehende E-Mails ohne TLS ablehnen

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Zum Dumm, zum Zum: Eine humorvolle Reflexion

Na, mal wieder Lust auf etwas aus der: „Mein Gott, van de Meer!“ Ecke? OK…
Ich werfe also gerade einige Domains auf einen neuen DNS Server. Alles prima, nur saugt sich der Slave die Zonen nach einer Änderung nicht vom Master. Ich teste alles durch renne wild umher und gehe schon anderen Leuten auf den Sack. Bis mir jemand sagt… Kommen die Notifys vielleicht noch vom alten Server? Der PTR von der IPv4 Adresse ist….. Gott bin ich doof. Mein Gott bin ich blöde…

Der neue DNS Server hat mehrere IPv4 Adressen. Der Bind hört natürlich auf eine, nur ist es nicht die primäre IPv4 Adresse des Servers. Der Bind schickt folglich die Notifys über eine andere IPv4 Adresse zum Slave. Der denkt sich… Ok tolle Info aber ich soll auf ne andere Adresse hören. Also interessiert er sich nicht und zieht sich die Zone nicht. Ist ja ich richtig so!

Ich Wurst habe nämlich vergessen dem Bind zu sagen dass er bitte einfach alles über eine bestimmte IPv4 Adresse versenden soll. Ich muss den Bind im Grunde an eine ausgehende IP Adresse binden.
Kann Bind natürlich, schon alleine wegen IPv6. Denn da hat man ja schnell mehrere Adressen.
Nun kann man dem Bind viele verschiedene Vorgaben machen, wie er denn bitte den Weg nach draußen zu nehmen hat. Man kann sagen über welche IP Adresse er selbst anfragen rausschicken soll, über welche Adresse er bitte die Zonen durchreichen soll und auch über welche Adresse er das Notify an den Slave schicken soll.

options {
......
transfer-source 1.2.3.4;
notify-source 1.2.3.4;
query-source 1.2.3.4;
......
};

Alles einfach in den Optionsblock und fertig ist:

So einfach kann es sein, WENN MAN DARAN DENKT! Damit bewegt sich Bind fast nur noch über die angegebene Adresse nach draußen. Man bin ich blöde und wieviel Zeit ich damit wieder verbrannt habe *heul*!

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ownCloud und Mozilla-Sync

Veraltet: ownCloud wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt. Der Nachfolger ist Nextcloud. Mozilla Sync wurde ebenfalls eingestellt — Firefox synchronisiert über Firefox Accounts.

Wem kann man schon trauen? Richtig, niemandem! Man kann also nur das geringste Übel wählen… Im Moment vertraue ich dem Mozilla Browser mehr als dem Google-Browser. Die Browser über verschiedene Geräte und Platformen zu synchronisieren ist eine wunderbare Erleichterung. Nur damit diese Daten immer auf allen Geräte gleichermaßen zur Verfügung stehen müssen sie an einem zentralen Ort vorgehalten werden. Nun habe ich verständlicherweise ein Problem damit diese Daten einfach auf irgendeinen Server, irgendwo in der Welt zu packen. Ich meine… Das sind meine Browserdaten und damit ebenfalls die gespeicherten Kennwörter, meine Leserzeichen, wo ich herumsurfe usw. usw…. OK, die Daten werden dort verschlüsselt abgelegt. Es hinterlässt denn noch ein unangenehmes Gefühl.

Zum Glück gibt es eine Möglichkeit die Daten einfach mit in die ownCloud zu werfen. Einfach als Admin die App „Mozilla Sync“ aktivieren. Schon lässt sich im Firefox die Verbindung zu einem eigenen Server einstellen. Weitere Geräte werden dann so verbunden als wenn man den Mozilla Server nutzen würde.

Siehe auch: ownCloud

SPF-Record einrichten: Wie du festlegst, wer für deine Domain Mails versenden darf

SPF-Record-Einrichtung für eine Domain mit TXT-Beispiel, erlaubten Mailservern, SPF-Mechanismen, Qualifiern, 10-DNS-Lookup-Limit und Hinweis auf DKIM und DMARC.

SPF (Sender Policy Framework, RFC 7208) legt per DNS fest, welche Server für eine Domain E-Mails versenden dürfen. Empfangende Mailserver prüfen bei jeder eingehenden Mail, ob die IP-Adresse des sendenden Servers im SPF-Record der Absenderdomain steht. Steht sie nicht drin, wird die Mail je nach Policy abgewiesen oder markiert.

Aufbau eines SPF-Records

Ein SPF-Record ist ein TXT-Record im DNS der Domain. Ein typisches Beispiel:

kernel-error.de.  IN  TXT  "v=spf1 ip4:148.251.30.205 ip6:2a01:4f8:262:4716::25 mx -all"

Wichtig: Der alte DNS-Record-Typ IN SPF ist seit RFC 7208 (2014) abgeschafft. Nur IN TXT verwenden.

Mechanismen

Jeder Mechanismus definiert eine Regel, gegen die die IP des sendenden Servers geprüft wird:

ip4:148.251.30.205Diese IPv4-Adresse darf senden. Auch Netze möglich: ip4:148.251.30.0/24
ip6:2a01:4f8:...Diese IPv6-Adresse darf senden
mxAlle IP-Adressen der MX-Records der Domain dürfen senden
aDie IP-Adresse des A/AAAA-Records der Domain darf senden
a:smtp.example.deDie IP-Adresse eines bestimmten Hosts darf senden
include:example.deDie SPF-Policy einer anderen Domain mit einbeziehen (z.B. für externe Dienstleister)
redirect=example.deGesamte SPF-Policy von einer anderen Domain übernehmen

Nicht mehr verwenden: Der ptr-Mechanismus ist seit RFC 7208 explizit nicht empfohlen. Er erzeugt unnötige Reverse-DNS-Abfragen und ist fehleranfällig.

Qualifier: Was passiert bei einem Treffer?

Vor jedem Mechanismus kann ein Qualifier stehen, der bestimmt, was mit der Mail passiert:

+ (Pass)Erlaubt (Standard, wenn kein Qualifier angegeben)
- (Fail)Nicht erlaubt, Mail soll abgewiesen werden
~ (SoftFail)Nicht erlaubt, aber nicht hart ablehnen, Mail markieren
? (Neutral)Keine Aussage, wie kein SPF

Hardfail oder Softfail?

Am Ende des SPF-Records steht der Catch-All-Mechanismus all mit einem Qualifier:

  • -all (Hardfail), alle Server die nicht explizit gelistet sind, dürfen nicht senden. Empfänger soll ablehnen.
  • ~all (Softfail), alle nicht gelisteten Server sind verdächtig, aber nicht definitiv verboten. Mail wird zugestellt, aber markiert.

In der Praxis: -all ist die klare Empfehlung, wenn man weiß, welche Server für die Domain senden. ~all war lange der konservative Ansatz, weil manche Empfänger SPF-Fails zu aggressiv behandelten. Seit DMARC den Umgang mit SPF-Ergebnissen standardisiert hat, ist das kein Argument mehr. Wer DMARC einsetzt, sollte -all verwenden.

Das 10-Lookup-Limit

RFC 7208 erlaubt maximal 10 DNS-Abfragen pro SPF-Prüfung. Jeder include, mx, a und redirect zählt als Lookup. ip4 und ip6 verursachen keine Abfrage, die stehen direkt im Record.

Das wird schnell zum Problem, wenn man externe Dienstleister einbindet. Ein include:_spf.google.com zieht allein schon 3-4 weitere Lookups nach sich. Wer Office 365, Google Workspace und einen Newsletter-Dienst kombiniert, sprengt das Limit leicht. Die Fehlermeldung:

PermError SPF Permanent Error: Too many DNS lookups

Lösung: Den SPF-Record so schlank wie möglich halten. Wo möglich ip4/ip6 statt include verwenden, das verbraucht keine Lookups. Externe Dienstleister nach IP-Ranges fragen statt blind deren Include-Ketten zu übernehmen.

SPF-Record testen

# SPF-Record abfragen
dig TXT kernel-error.de +short

# Ergebnis prüfen, sollte den v=spf1 Record zeigen
# Mehrere TXT-Records sind normal (SPF, DMARC, DKIM Policy etc.)

Für einen vollständigen Check mit Lookup-Zählung eignen sich Online-Tools wie kitterman.com/spf oder mxtoolbox.com. Die zeigen auch verschachtelte Includes auf und warnen bei Überschreitung des 10-Lookup-Limits.

SPF allein reicht nicht

SPF prüft die IP-Adresse gegen den Envelope-From (die Adresse aus dem SMTP-MAIL FROM-Kommando), nicht gegen den From:-Header, den der Empfänger sieht. Ein Angreifer kann also eine Mail mit gefälschtem From:-Header senden, solange der Envelope-From eine Domain ist, die er kontrolliert. Der Empfänger sieht den gefälschten Absender, SPF sagt trotzdem „Pass“.

Siehe auch: SPF Records

Genau dieses Problem löst DMARC: Es prüft, ob die Domain im From:-Header mit der SPF-Domain (Alignment) oder der DKIM-Signatur übereinstimmt. Erst SPF + DKIM + DMARC zusammen ergeben eine vollständige E-Mail-Authentifizierung. Fragen? Einfach melden.

DMARC einrichten: Policy, Alignment und Reporting für deine Domain

Hinweis vom 17. September 2026: Dieser Beitrag bezieht sich auf RFC 7489, das seit Mai 2026 durch RFC 9989 (DMARCbis) abgelöst ist. Was sich dadurch ändert, steht im neuen Beitrag RFC 9989 löst RFC 7489 ab: was sich für DMARC wirklich ändert. Der Rest dieses Beitrags bleibt unverändert, er ist als historisches Dokument zu RFC 7489 weiterhin korrekt.

DMARC-Einrichtung für eine Domain mit SPF, DKIM, Alignment, Policy-Stufen, Reporting und Beispiel-DNS-Record.

DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance, RFC 7489) baut auf SPF und DKIM auf. Es löst zwei Probleme, die SPF und DKIM allein offen lassen: Erstens kann der Absender festlegen, was mit Mails passieren soll, die weder SPF noch DKIM bestehen. Zweitens bekommt der Absender Berichte darüber, wie seine Mails bei den Empfängern ankommen.

DMARC-Record aufbauen

DMARC wird als TXT-Record unter _dmarc.domain.de im DNS veröffentlicht. Ein Beispiel:

_dmarc.kernel-error.de.  IN TXT  "v=DMARC1; p=quarantine; adkim=s; aspf=s; pct=100; rua=mailto:postmaster@kernel-error.de; ruf=mailto:postmaster@kernel-error.de"

Die einzelnen Parameter:

v=DMARC1Protokollversion (immer DMARC1)
p=quarantinePolicy für die Hauptdomain (siehe unten)
sp=quarantinePolicy für Subdomains (optional, erbt sonst von p)
adkim=sDKIM-Alignment: s = strict, r = relaxed
aspf=sSPF-Alignment: s = strict, r = relaxed
pct=100Prozent der Mails, auf die die Policy angewendet wird
rua=mailto:...Adresse für aggregierte Berichte (täglich, XML)
ruf=mailto:...Adresse für forensische Berichte (pro Vorfall)

Alignment: Wofür DMARC wirklich da ist

SPF prüft den Envelope-From, DKIM prüft die signierende Domain. Beides sagt nichts über den From:-Header aus, den der Empfänger tatsächlich sieht. DMARC schließt diese Lücke mit dem sogenannten Alignment: Es verlangt, dass mindestens eine der beiden Prüfungen (SPF oder DKIM) zur Domain im From:-Header passt.

Strict (s) bedeutet: Die Domains müssen exakt übereinstimmen. Relaxed (r) erlaubt auch Subdomains (z.B. mail.kernel-error.de passt zu kernel-error.de). Für die meisten Setups ist strict die richtige Wahl, solange alle ausgehenden Mails über die Hauptdomain signiert werden.

Policy-Stufen

Der p-Parameter legt fest, was der Empfänger mit Mails machen soll, die weder SPF noch DKIM bestehen:

p=noneNur beobachten, nichts tun. Gut zum Einstieg, um über die Reports erstmal zu sehen was passiert.
p=quarantineAls Spam markieren. Die Mail wird zugestellt, landet aber im Spam-Ordner.
p=rejectAblehnen. Die Mail wird gar nicht erst angenommen.

Der empfohlene Weg: Mit p=none anfangen und die Reports auswerten. Wenn alles sauber aussieht, auf quarantine hochdrehen. Wenn auch das stabil läuft, auf reject gehen. Mit pct kann man die Policy schrittweise ausrollen, z.B. erst auf 10% der Mails anwenden und dann langsam erhöhen.

Reporting

Die aggregierten Reports (rua) kommen einmal am Tag als komprimierte XML-Dateien per Mail. Darin steht, welche IPs Mails mit deiner Domain versendet haben und ob SPF/DKIM bestanden oder durchgefallen sind. Das ist Gold wert: Man sieht sofort, ob jemand die Domain missbraucht oder ob ein legitimer Dienst falsch konfiguriert ist.

Die XML-Dateien sind nicht besonders lesefreundlich. Zum Auswerten eignet sich dmarcian.com (XML hochladen, menschenlesbare Übersicht bekommen) oder man baut sich eine eigene Auswertung. Für größere Setups gibt es Open-Source-Tools wie parsedmarc, die Reports automatisch verarbeiten und in Elasticsearch oder eine Datenbank schieben.

Die forensischen Reports (ruf) liefern Details zu einzelnen fehlgeschlagenen Mails. In der Praxis schicken die meisten großen Provider (Google, Microsoft) allerdings keine forensischen Reports mehr, aus Datenschutzgründen. Die aggregierten Reports reichen für die meisten Fälle aus.

Cross-Domain-Reporting

Wer mehrere Domains betreibt und die Reports zentral an eine Adresse schicken will, muss aufpassen. Soll der Report für kernel-error.com an postmaster@kernel-error.de gehen, muss die Empfänger-Domain das erlauben. Dafür braucht es einen zusätzlichen TXT-Record in der Zone von kernel-error.de:

kernel-error.com._report._dmarc.kernel-error.de.  IN TXT  "v=DMARC1"

Dieser Record sagt: „kernel-error.de akzeptiert DMARC-Reports für kernel-error.com.“ Ohne diesen Eintrag ignorieren Empfänger die Report-Adresse, weil sie in einer fremden Domain liegt.

DMARC testen

# DMARC-Record abfragen
dig TXT _dmarc.kernel-error.de +short

Einen vollständigen Check inklusive SPF und DKIM bekommt man über mxtoolbox.com oder ähnliche Online-Tools. Einfach eine Testmail an die Prüfadresse schicken und den Report abwarten.

Das Zusammenspiel

DMARC funktioniert nur zusammen mit SPF und DKIM. Alle drei zusammen ergeben eine vollständige E-Mail-Authentifizierung: SPF legt fest welche Server senden dürfen, DKIM signiert die Mail kryptografisch und DMARC verknüpft beides mit einer Policy und liefert Feedback. Wer das Ganze mit rspamd betreibt, hat Auswertung und Enforcement gleich mit dabei. Fragen? Einfach melden.

Davdroid ownCloud sync

Veraltet: ownCloud wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt, der Nachfolger ist Nextcloud. DavDroid heißt inzwischen DAVx⁵ und funktioniert mit Nextcloud identisch.

Über ownCloud selbst muss ich ja keine großen Worte mehr verlieren. Auch dass der Kontakte und Kalender Abgleich / Sync ganz prima über CalDAV sowie CardDAV funktioniert ist bekannt. Bei einem Android Handy kauft man sich einfach für einen super geringen Betrag die Apps CalDAV-Sync sowie CardDAV-Sync und gleicht so seine Kalender- und Kontakteinträge mit den Daten im ownCloud ab. Ich mache dieses seit bestimmt 1,5Jahren und bin absolut zufrieden damit, vor allem da ich über den gleichen Weg die Daten auch mit meinem Mailclient Evolution problemlos abgeglichen bekomme.

Selbst das freigeben, share, teilen (wie man will) klappt so 1A. Ich kann auf den Kalender meiner Frau schauen und sie auf meinen. So kommt man sich bei Planungen eher selten in die Quere.

Vor kurzem ist mir nun https://www.davx5.com/ davdroid als kostenlose Version unter die Füße gekommen. Getestet und funktioniert genauso wie gewünscht. Damit geht es also ebenfalls in kostenlos!!!



Siehe auch: ownCloud, ownCloud und Kalender / Kontakte synchronisieren

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Postfix nach hause telefonieren

Ich war mal wieder auf so einem lustigen Postfixvortrag… Die verschiedenen Möglichkeiten der Spamabwehr waren natürlich wieder Thema. Der Vortragende ist dabei tierisch auf sender adress verification abgegangen. Er hat es quasie als Lösung aller Probleme verkauft. Puhh, ich habe mich bald an der Mate verschluckt. Ich mein… OK in ganz besonderen Fällen kann es möglicherweise helfen (mir fallen zwar gerade keine ein aber…) und früher ging da vielleicht mal was. Im Grunde macht diese Art der „Spamabwehr“ nur Stress.

Sender adress verification / callback verification / callout verification???

Versucht jemand eine E-Mail einzuliefern, versucht Postfix vor der Annahme der E-Mails zuerst selbst eine E-Mail an den Absender zuzustellen. Klappt dieses nimmt er die E-Mail an und wenn es nicht geht, dann nicht. Kommt also eine E-Mail vom Absender: spam@spamgott.net versucht Postfix diesem Absender eine E-Mail zuzustellen. Es wird also geprüft ob es die Domain überhaupt gibt, dann wird geschaut ob es einen MX-RECORD gibt, dann wird versucht eine Verbindung zu diesem Server aufzubauen. Ist es nicht möglich würde Postfix die jeweilige Meldung an den einliefernden „durchreichen“. Damit würden E-Mails nicht abgewiesen nur weil der Maileingangsserver des vermeintlichen Absenders gerade Stress hat oder dort Greylisting aktiviert ist. Wäre es möglich eine E-Mail einzuliefern wird die E-Mail erst überhaupt angekommen und die Absenderadresse in folgender Datei abgelegt:

/var/lib/postfix/verify_cache.db

Aktiviert wird der ganze Foo in der Postfix Konfigurationsdatei /etc/postfix/main.cf:

smtpd_recipient_restrictions =
….........,
reject_unverified_sender,
….........,

Klingt alles erst einmal ganz gut, oder? Ne überhaupt nicht…. Die Idee ist nett aber wenn man sich nun mal vorstellt eine Domain wird zum versenden von Spam missbraucht, dann schlagen bei diesem Server nicht nur die ganzen Bounce E-Mails auf, sondern zusätzlich noch der ganze Verification Krims. Es soll auch Absender geben die man wirklich nicht erreichen kann (sinnfrei, ist mir auch klar). Diese E-Mails kommen natürlich nicht an…. Versucht immer mal wieder jemand E-Mails an Empfänger zuzustellen, welche es nicht gibt, machen Mailserver gerne mal für eine gewisse Zeit dicht. Was ebenfalls nicht gut ist.

Und mal im Ernst, niemand will wirklich Strom, Traffic und Hardwareleistung bezahlen für den Mist. Wenn man sich einfach nur unnötige Last auf sein System ziehen will, wäre SETI@home mein Tipp! Mit etwas Hirnschmalz in seine Konfiguration gibt es deutlich bessere und effektivere Möglichkeiten. Dieser Weg ist einfach mal wieder der Versuch die Arbeit anderen aufzuhalsen.

Siehe auch: SPF-Record einrichten

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Postfix und AMaViS: content_filter oder smtpd_proxy_filter?

AMaViS ist eine bewährte Lösung, um eingehende E-Mails nach Viren und Spam zu filtern. Was viele nicht wissen: Es gibt zwei grundverschiedene Wege, AMaViS an Postfix anzubinden. Die meisten HowTos beschreiben content_filter. Es gibt aber auch smtpd_proxy_filter, und der ist mein persönlicher Favorit.

content_filter: Erst annehmen, dann filtern

Postfix nimmt die Verbindung vom einliefernden Mailserver an und empfängt die komplette E-Mail. Der einliefernde Server bekommt ein „OK, E-Mail erhalten“ und baut die Verbindung ab. Postfix speichert die Nachricht zwischen und schiebt sie an AMaViS weiter. Hat AMaViS gerade alle Hände voll zu tun, versucht Postfix es einfach immer wieder.

Erkennt AMaViS die E-Mail als Spam oder Virus, passiert je nach Konfiguration: Info an Absender/Empfänger, Quarantäne, Tagging, oder die Nachricht verschwindet einfach. In jedem Fall hat Postfix die Nachricht zu diesem Zeitpunkt bereits angenommen und die Verantwortung übernommen.

smtpd_proxy_filter: Filtern vor der Annahme

Hier leitet Postfix die E-Mail während der SMTP-Session direkt durch AMaViS. Der einliefernde Server bekommt nicht einfach ein „OK“, sondern die durchgereichte Antwort von AMaViS: „Nein, das ist Spam“ oder „Virus im Anhang, abgelehnt“. Unser Mailsystem nimmt die E-Mail nur an, wenn AMaViS nichts dagegen hat.

Das bringt uns rechtlich auf eine andere Seite. Man kann uns nicht nachsagen, dass wir eine anvertraute Nachricht unterdrückt oder vorenthalten hätten. Wir haben die Nachricht nie angenommen.

Die Nachteile

AMaViS braucht zur Bewertung Zeit. Genau diese Zeit halten wir den einliefernden Mailserver fest und die Verbindung offen. Das kostet Ressourcen. Über diesen Weg können weniger E-Mails gleichzeitig angenommen werden als wenn Postfix sie erst zwischenspeichert. Mehr Leistung bedeutet mehr parallele AMaViS-Prozesse.

Ist gerade kein AMaViS-Prozess frei, wird die E-Mail nicht abgewiesen. Postfix liefert einen temporären Fehler (4xx), und der einliefernde Server probiert es später noch einmal. Das ist normales SMTP-Verhalten.

Konfiguration

In /etc/postfix/master.cf die Anbindung über smtpd_proxy_filter statt content_filter einrichten:

smtp inet n - - - 100 smtpd
    -o smtpd_proxy_filter=127.0.0.1:10024

amavis unix - - n - 6 smtp
    -o smtp_data_done_timeout=1800
    -o smtp_send_xforward_command=yes
    -o disable_mime_output_conversion=yes
    -o disable_dns_lookups=yes

127.0.0.1:10025 inet n - - - - smtpd
    -o content_filter=
    -o smtpd_proxy_filter=
    -o local_recipient_maps=
    -o smtpd_authorized_xforward_hosts=127.0.0.0/8
    -o relay_recipient_maps=
    -o smtpd_restriction_classes=
    -o smtpd_client_restrictions=
    -o smtpd_helo_restrictions=
    -o smtpd_sender_restrictions=
    -o smtpd_data_restrictions=
    -o smtpd_recipient_restrictions=permit_mynetworks,reject
    -o mynetworks=127.0.0.0/8
    -o strict_rfc821_envelopes=yes
    -o receive_override_options=no_unknown_recipient_checks,no_header_body_checks

In /etc/postfix/main.cf die alte content_filter-Anbindung auskommentieren:

#content_filter = smtp-amavis:[127.0.0.1]:10024
#receive_override_options = no_address_mappings

Stolperfalle: receive_override_options

Wichtig: Auch receive_override_options = no_address_mappings muss auskommentiert werden. Sonst schaut Dovecot bei der lokalen Zustellung nicht nach virtuellen Alias-Einträgen. Die E-Mails werden dann mit „user unknown“ zurückgewiesen:

postfix/pipe[18488]: 5FC6EE20C1:
  to=<kernel-error@kernel-error.com>, relay=dovecot,
  dsn=5.1.1, status=bounced (user unknown)

Dovecot findet den User nicht in der SQL-Tabelle, weil Postfix die Alias-Auflösung übersprungen hat. Ohne no_address_mappings löst Postfix den virtuellen Alias zuerst auf, und Dovecot bekommt den richtigen Usernamen.

Wer inzwischen auf rspamd umgestiegen ist: rspamd arbeitet standardmäßig als Milter, was die Proxy-vs-Content-Filter-Frage komplett eliminiert. Als Milter prüft rspamd die E-Mail während der SMTP-Session, genau wie smtpd_proxy_filter, aber ohne den Umweg über einen zweiten SMTP-Dienst.

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Die vergessenen abuse und postmaster Adressen

Für jede Domain, die E-Mail empfängt, muss es eine postmaster@ und eine abuse@ Adresse geben. E-Mails an diese Adressen müssen angenommen werden, und jemand sollte sie auch lesen. Geregelt ist das in RFC 5321 und RFC 2142.

Wofür die Adressen da sind

postmaster@domain.tld ist für technische Fragen zum Mailsystem. Wenn jemand Probleme hat, E-Mails an eine Domain zu schicken, wendet er sich an den Postmaster. Im schlechtesten Fall sitzt dort ein Mensch, der die Nachricht an den richtigen Admin weiterleiten kann.

abuse@domain.tld ist für Missbrauchsmeldungen. Wird die Domain zum Spam-Versand missbraucht, schreibt man an abuse. Eine Abuse-Adresse findet sich auch im WHOIS der meisten IP-Netze.

Warum das in der Praxis scheitert

Immer wieder kommen Beschwerden bei mir an, weil E-Mails an gehostete Domains abgewiesen werden. Also sucht man den Grund, findet ihn im Reject (Blockliste, fehlender Reverse-DNS, dynamische IP) und schreibt dem Postmaster der Absenderdomain. Vier Sekunden später kommt die Antwort: „Postfach nicht gefunden“ oder „Mailbox voll“.

Die Adressen existieren nicht, oder niemand liest sie. Das ist nicht nur ein Verstoß gegen die RFCs. Es macht die Fehlersuche für alle Beteiligten unmöglich.

Das eigentliche Problem: Filter

Selbst wenn die Adressen existieren, reicht das nicht. Wenn jemand Probleme hat, E-Mails an unsere Domain zu schicken, versucht er es über postmaster@. Wird diese E-Mail ebenfalls gefiltert, hat der Absender verloren. Ein Hinweis auf ein echtes Problem mit dem Mailsystem erreicht uns nicht.

Die Lösung: postmaster@ und abuse@ müssen an allen Filtern vorbei. Sowohl in Postfix als auch im Content-Filter.

Postfix: Empfänger whitelisten

In /etc/postfix/recipient-access die beiden Adressen mit OK eintragen:

# /etc/postfix/recipient-access
postmaster@kernel-error.de    OK
abuse@kernel-error.de         OK

Danach die Hash-Datei erzeugen:

postmap /etc/postfix/recipient-access

In /etc/postfix/main.cf muss check_recipient_access vor den Restrictions stehen. Die Reihenfolge ist entscheidend: Postfix arbeitet die Regeln von oben nach unten ab, die erste passende greift.

smtpd_recipient_restrictions =
        permit_mynetworks,
        permit_sasl_authenticated,
        check_recipient_access hash:/etc/postfix/recipient-access,
        reject_rbl_client zen.spamhaus.org,
        ...

Alle nachfolgenden HELO-Checks und RBL-Prüfungen greifen jetzt nicht mehr auf E-Mails an postmaster@ und abuse@.

Wo im SMTP-Dialog prüfen?

Postfix bietet mehrere Stellen für Restrictions:

smtpd_client_restrictions — nach connect
smtpd_helo_restrictions — nach HELO/EHLO
smtpd_sender_restrictions — nach MAIL FROM
smtpd_recipient_restrictions — nach RCPT TO
smtpd_data_restrictions — nach DATA
smtpd_end_of_data_restrictions — nach der Übertragung

Je früher man ablehnt, desto weniger Ressourcen verbraucht man. Wer im HELO prüft, nimmt erst gar keinen Empfänger entgegen. Wer erst nach DATA prüft, hat die komplette E-Mail schon angenommen. Für die meisten Setups ist smtpd_recipient_restrictions der sinnvolle Kompromiss.

Content-Filter: Spam durchlassen

Postfix lässt die E-Mails an postmaster@ und abuse@ jetzt durch. Aber der Content-Filter dahinter wird sie trotzdem filtern, wenn man ihm nicht sagt, dass er sie in Ruhe lassen soll.

In rspamd geht das über eine settings.conf Regel, die bestimmte Empfänger vom Spam-Filtering ausnimmt. In AMaViS (falls noch im Einsatz) über @spam_lovers_maps in /etc/amavis/conf.d/50-user:

# AMaViS: /etc/amavis/conf.d/50-user
@spam_lovers_maps = (
  [
    "postmaster\@kernel-error.de",
    "abuse\@kernel-error.de",
  ]
);

Das bedeutet nicht, dass die E-Mail nicht geprüft wird. AMaViS testet weiterhin, lässt die Nachricht aber durch. Viren und verdächtige Anhänge filtere ich an dieser Stelle weiterhin. Nur Spam darf passieren. Denn wenn mir jemand über eine dynamische IP per Telnet eine Nachricht an postmaster@ schickt, soll sie ankommen.

Wer sich grundsätzlich gegen Spoofing absichern will: SPF hilft dabei, festzulegen, welche Server für eine Domain senden dürfen.

Fragen? Einfach melden.

Postfix für sichere E-Mail-Auslieferung: Nur noch per TLS konfigurieren

Verschlüsselte E-Mail-Übertragungen sind meist ganz gut. Zumindest hält sie einem lästige Lauscher vom Hals. Besonders wichtig ist dabei der verschlüsselte Austausch zwischen Mail-Server und Mail-Client. Denn die User sitzen mit ihren Mail-Clients sehr schnell in einem „unsicheren“ Netzwerk. Daher wird inzwischen sehr oft und gut darauf geachtet diese Verbindungen zu sichern.

Die Verbindungen zwischen den Servern werden oft als nicht SO wichtig empfunden. Denn die Kisten stehen ja meist in gesicherten Bereichen (Serverraum, DMZ, Rechenzentrum) und dort zu lauschen ist schon aufwendiger – nicht unmöglich.
Es macht also Sinn seinem Postfix zu ermöglichen seine Server zu Server Verbindungen kryptisch zu gestalten.

Mit folgender Änderung sagt man seinem Postfix dass bei ausgehenden Verbindungen TLS benutzt werden kann, wenn möglich.

$ postconf -e smtp_tls_security_level=may

Wird Postfix nun ein Zertifikat gereicht, welches von Postfix mangels der Root-Zertifikate nicht geprüft werden kann… Ja, dann ist hier schon wieder Ende.

Sep 25 10:38:07 rootserver postfix/qmgr[2069]: D69471A2026: from=<kernel-error@kernel-error.com>;, size=38273, nrcpt=1 (queue active)
Sep 25 10:38:07 rootserver postfix/smtp[9454]: certificate verification failed for gmail-smtp-in.l.google.com[2a00:1450:400c:c05::1b]:25: untrusted issuer /C=US/O=Equifax/OU=Equifax Secure Certificate Authority

Auf Debian Systemen finden sich eine recht gepflegte Ansammlung im Paket: ca-certificates. Nachdem dieses installiert ist:

$ apt-get install ca-certificates

Sagt man Postfix noch wie er es findet:

$ postconf -e smtp_tls_CAfile = /etc/ssl/certs/ca-certificates.crt

Schon sollte Postfix in der Lage sein, ausgehende Serververbindungen zu prüfen und zu verschlüsseln.

Siehe auch: Client-Initiated Renegotiation deaktivieren

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