IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

Schlagwort: Encryption (Seite 8 von 9)

Sicheres SSL / TLS Zertifikat

Es ist Zeit für ein neues Serverzertifikat. Im Standard sind dieses RSA Schlüssel mit einer Länge von 2048 Bit und SHA1 als Hash Algorithmus für Signaturen. Bei SHA1 bekommt man leider etwas Bauchschmerzen… 2048 Bit Keys sind nun ebenfalls nicht SO lang. Theoretisch noch „sicher“ aber wer will es schon darauf anlegen?

Nun wurde über Jahre an SSL / TLS Zertifikaten dieser Art festgehalten. Meist um kompatibel mit älteren Systemen zu sein. So können zum Beispiel die Betriebssysteme Windows XP sowie das darauf basierende Server Betriebssysteme von der Firma Microsoft, Windows Server 2003, nicht mit SHA2 umgehen.

Ich werde für die nächste Zertifikatsrunde auf 4096 Bit lange Schlüssel und SHA2 (SHA256) setzten. Selbst wenn ich damit einige Windows XP Benutzer abhängen werde!

Natürlich braucht man zusätzlich eine CA, welche mit X.509 Zertifikaten dieser Art umgehen kann. StartCOM / StartSSL kann dieses glücklicherweise. Ich erstelle die Zertifikate jeweils mit openSSL (Patch nicht vergessen!).

Key erstellen:

openssl req -new -outform PEM -out http.cert -sha256 -newkey rsa:4096 -nodes -keyout http.key -keyform PEM -days 730 -x509

Zertifizierungsanforderung (CSR) erstellen:

openssl req -new -key http.key -out http.csr -sha256

Die von er CA Unterzeichnete CSR einpflegen:

cat http.key http.crt > http.pem

Diffie Hellman Parameter erstellen und einfach mit ins pem werfen:

openssl gendh 4096 >> http.pem

Ja, es sind 4096bit für DH. dieses kann etwas dauern. Ist aber am Ende nötig damit zum Beispiel der Apache >=2.4 diese Bits auch nutzen kann!

Noch Fragen?

Siehe auch: Von RSA zu ECDSA

Fragen? Einfach melden.

Der sichere GPG-Schlüssel

Absolut sicher ist nichts. Man kann nur versuchen, es Angreifern so aufwendig wie möglich zu machen. Bei GPG-Schlüsseln fängt das bei der Schlüssellänge und den Algorithmen an.

Schlüssellänge und Algorithmus

DSA-Schlüssel sind auf 512-1024 Bit begrenzt und anfällig bei schlechten Zufallsgeneratoren. ElGamal-Schlüssel können beliebig groß werden, teilen aber das Zufallsproblem. RSA mit 4096 Bit ist heute ein guter Kompromiss: rechenbar für aktuelle Hardware, nicht rechenbar für bekannte Angriffe. Quantencomputer könnten RSA in Zukunft gefährden, sind davon aber noch weit entfernt.

Unterstützte Verfahren anzeigen

gpg --version

Unterstützte Verfahren:
Öff. Schlüssel: RSA, ELG, DSA
Verschlü.: IDEA, 3DES, CAST5, BLOWFISH, AES, AES192, AES256, TWOFISH,
            CAMELLIA128, CAMELLIA192, CAMELLIA256
Hash: MD5, SHA1, RIPEMD160, SHA256, SHA384, SHA512, SHA224
Komprimierung: nicht komprimiert, ZIP, ZLIB, BZIP2

MD5 ist gebrochen, SHA1 gilt als unsicher. SHA-256 und SHA-512 sind die sinnvolle Wahl. Bei den symmetrischen Verfahren sind AES-256 und Twofish solide. 3DES bleibt als Fallback, weil GPG es als Pflichtverfahren mitführt.

Algorithmus-Präferenzen setzen

Man kann im eigenen Schlüssel festlegen, welche Algorithmen in welcher Reihenfolge bevorzugt werden. Die kurze Key-ID (0x0F9874D8) reicht dafür, auch wenn man für andere Zwecke besser die volle Fingerprint-ID nutzt.

gpg --edit-key 0x0F9874D8

Aktuelle Einstellungen anzeigen:

gpg> showpref
[ uneing.] (1). Sebastian van de Meer (E-Mail Address) kernel-error @ kernel-error.com;
Verschlü.: TWOFISH, AES256, AES192, 3DES
Digest: RIPEMD160, SHA512, SHA256, SHA1
Komprimierung: BZIP2, ZLIB, nicht komprimiert
Eigenschaften: MDC, Keyserver no-modify

Gewünschte Algorithmen setzen:

gpg> setpref TWOFISH AES256 AES192 RIPEMD160 SHA512 SHA256 BZIP2 ZLIB
gpg> q
Änderungen speichern? (j/N) j

Der Schlüssel arbeitet ab sofort nur noch mit den festgelegten Verfahren. Kommunikationspartner, deren GPG-Installation keines dieser Verfahren unterstützt, fallen automatisch auf 3DES zurück.

Welchen Verfahren man letztlich vertraut, muss jeder für sich entscheiden.


Update 2025: Gehärtete gpg.conf für GnuPG 2.4

Die Schlüssel-Präferenzen oben sind der erste Schritt. Der zweite ist die lokale gpg.conf. Sie bestimmt, welche Algorithmen GnuPG überhaupt anbietet, wie die Passphrase gehärtet wird und wo nach Schlüsseln gesucht wird. Meine aktuelle Konfiguration für GnuPG 2.4 unter Linux:

# ~/.gnupg/gpg.conf — Hardened Config für GnuPG 2.4

# Ausgabe: lange Key-IDs und Fingerprints anzeigen
keyid-format 0xlong
with-fingerprint
utf8-strings

# Schlüssel automatisch suchen: erst WKD, dann DANE, dann Keyserver
auto-key-retrieve
auto-key-locate wkd,dane,local,keyserver
keyserver hkps://keys.openpgp.org

# Starke Defaults
cipher-algo AES256
digest-algo SHA512
cert-digest-algo SHA512

# KDF-Härtung: S2K mit 65 Mio. Iterationen
s2k-mode 3
s2k-digest-algo SHA512
s2k-cipher-algo AES256
s2k-count 65011712

# Legacy-Algorithmen komplett deaktivieren
disable-cipher-algo 3DES
disable-cipher-algo IDEA
disable-cipher-algo CAST5
disable-cipher-algo BLOWFISH
disable-cipher-algo TWOFISH

# Metadata minimieren
no-comments
no-emit-version
export-options export-minimal

# Trust-Modell: TOFU kombiniert mit Web of Trust
trust-model tofu+pgp

# Bevorzugte Algorithmen (lokal)
personal-cipher-preferences AES256 AES192 AES
personal-digest-preferences SHA512 SHA384 SHA256
weak-digest SHA1
force-ocb

# Default-Key (Ed25519)
default-key 0x5F279C362EEAB216

Was sich geändert hat

Ed25519 statt RSA. Mein aktueller Schlüssel ist ein Ed25519. Kürzere Schlüssel, schnellere Operationen, gleiche Sicherheit. RSA 4096 funktioniert weiterhin, aber für neue Schlüssel gibt es keinen Grund mehr dafür.

Legacy-Algorithmen deaktiviert. 3DES, IDEA, CAST5, Blowfish und Twofish sind per disable-cipher-algo komplett gesperrt. GnuPG bietet sie nicht mehr an und akzeptiert sie nicht. Das ist aggressiver als setpref, weil es auch eingehende Nachrichten betrifft. Wer damit Probleme bekommt, hat ein Gegenüber mit sehr veraltetem Setup.

S2K-Hardening. Die s2k-count Direktive bestimmt, wie oft die Passphrase bei symmetrischer Verschlüsselung gehasht wird. 65 Millionen Iterationen machen Brute-Force auf die Passphrase deutlich teurer. Der Wert ist der Maximalwert, den GnuPG akzeptiert.

OCB statt MDC. force-ocb erzwingt Authenticated Encryption (OCB) statt des älteren MDC (Modification Detection Code). OCB erkennt Manipulationen kryptographisch, nicht nur per Hash.

TOFU+PGP. trust-model tofu+pgp kombiniert das klassische Web of Trust mit Trust on First Use. Beim ersten Kontakt wird der Schlüssel akzeptiert, danach warnt GnuPG bei Änderungen. Pragmatischer als reines WoT, das in der Praxis kaum jemand pflegt.

WKD und DANE. auto-key-locate wkd,dane,local,keyserver sucht Schlüssel zuerst per Web Key Directory und DANE, bevor der Keyserver gefragt wird. WKD liefert den Schlüssel direkt von der Domain des Empfängers. keys.openpgp.org als Keyserver statt der alten SKS-Pools, weil dort E-Mail-Adressen nur nach Bestätigung veröffentlicht werden.

Metadata minimieren. no-comments, no-emit-version und export-minimal sorgen dafür, dass verschlüsselte Nachrichten und exportierte Schlüssel keine unnötigen Informationen enthalten. Kein Kommentarfeld, keine GnuPG-Versionsnummer, keine überflüssigen Signaturen beim Export.

Siehe auch: GPG: E-Mails signieren und verschlüsseln mit GnuPG, GPG-Schlüssel per PKA im DNS veröffentlichen, OPENPGPKEY: GPG-Schlüssel direkt im DNS veröffentlichen

Fragen? Einfach melden.

DNSSEC und DANE: TLS-Zertifikate mit TLSA-Records absichern

Meine Domain ist per DNSSEC gesichert, der Webserver bietet TLS an. Mit DANE (DNS-based Authentication of Named Entities) lässt sich beides verbinden: Die Checksumme des TLS-Zertifikats wird als TLSA-Record im DNS veröffentlicht — DNSSEC schützt diesen Record vor Manipulation.

Warum DANE?

Das klassische CA-System hat ein grundsätzliches Problem: Jede der hunderten Certificate Authorities kann ein Zertifikat für jede Domain ausstellen. Wird eine CA kompromittiert oder handelt fahrlässig, können gefälschte Zertifikate im Umlauf sein — der Browser merkt nichts. DANE löst das, indem der Domaininhaber selbst festlegt, welches Zertifikat gültig ist. Der Hash steht im DNS, DNSSEC garantiert die Integrität. Keine CA kann das unterlaufen.

Unterstützt ein Client DANE, prüft er beim TLS-Handshake, ob der TLSA-Record zum angebotenen Zertifikat passt. Das funktioniert auch mit selbstsignierten Zertifikaten — solange der Hash stimmt und DNSSEC aktiv ist, wird dem Zertifikat vertraut. Die Spezifikation steht in RFC 6698.

TLSA-Record erstellen

Der TLSA-Record enthält einen Hash des Public Keys (SPKI) aus dem Zertifikat. Mit OpenSSL erzeugt:

openssl x509 -in server.pem -noout -pubkey \
  | openssl pkey -pubin -outform DER \
  | openssl dgst -sha256

Den Hash trägt man als TLSA-Record in die DNS-Zone ein. Für den Webserver (Port 443):

_443._tcp.www.kernel-error.de. 3600 IN TLSA 3 1 1 a321...f7

Die drei Zahlen 3 1 1 bedeuten:

  • 3 — DANE-EE (End Entity): Das Zertifikat wird direkt geprüft, kein CA-Vertrauen nötig
  • 1 — SPKI (Subject Public Key Info): Nur der Public Key wird gehasht, nicht das ganze Zertifikat. Vorteil: Bei Erneuerung mit demselben Key bleibt der TLSA-Record gültig
  • 1 — SHA-256 als Hash-Algorithmus

Der TTL von 3600 Sekunden ist bewusst kurz gewählt — bei einem Zertifikatswechsel mit neuem Key soll der alte Record schnell ablaufen.

Prüfen

Mit dig lässt sich der TLSA-Record abfragen:

dig TLSA _443._tcp.www.kernel-error.de +short
3 1 1 a321...f7

Ob der Record auch zum tatsächlich ausgelieferten Zertifikat passt, prüft man mit OpenSSL — Hash vom Server-Zertifikat erzeugen und mit dem DNS-Record vergleichen:

echo | openssl s_client -connect www.kernel-error.de:443 2>/dev/null \
  | openssl x509 -noout -pubkey \
  | openssl pkey -pubin -outform DER \
  | openssl dgst -sha256

Stimmen die Hashes überein, ist alles korrekt. Komfortabler geht es mit posttls-finger (Teil von Postfix) — das Tool prüft TLSA-Record und Zertifikat in einem Schritt.

DANE für E-Mail

DANE funktioniert nicht nur für Webserver. Für E-Mail ist es sogar wichtiger — SMTP hat kein Vertrauensmodell wie Browser, opportunistisches TLS kann trivial per Downgrade-Angriff ausgehebelt werden. Mit DANE und TLSA-Records auf Port 25 wird die Verschlüsselung kryptographisch verifizierbar. Wie man das mit Postfix einrichtet, steht im Beitrag Postfix mit DANE und DNSSEC absichern. Zur Visualisierung des DANE-Anteils im Mailverkehr habe ich damals Mailgraph um DANE-Graphen erweitert.

Siehe auch: DNSSEC einrichten

Fragen? Einfach melden.

StartSSL Identiy Validation Class 2

Veraltet: StartSSL wurde 2017 von allen Browsern als nicht vertrauenswürdig eingestuft und eingestellt. Kostenlose Zertifikate gibt es bei Let’s Encrypt.

Na wunderbar, mein Class 2 x.509 S/MIME Zertifikat läuft in kürze aus. Die Class 2 Validation ist auch ausgelaufen, also muss ich wohl was tun, hm?


Schnell alles bei StartSSL angeschoben und auf den bekannten Anruf irgendwo aus Israel warten… Es klingelte auch aber aus 001 213-341. Die Landesvorwahl ist USA und mein Android meint der Rest wäre etwas aus Los Angeles, CA! Das hat mich etwas überrascht; whatever. Wie gewohnt war das Gespräch schnell erledigt. Wobei die Dame am anderen Ende der Leitung extrem schlecht zu verstehen war. Nun warte ich also auf die Bestätigung meiner Class 2 Zertifizierung.

 


 

*UPDATE*

Na wunderbar:

### Schnipp ###
To Sebastian Van De Meer,

This electronic mail message was created by StartCom’s Administration Personnel:

Congratulations! Your Class 2 Identity Validation has been confirmed and approved. You are eligible for certificates at Class 2 level until 2014-05-01.
Additionally you have been awarded with StartSSL™ Web-of-Trust Notary status due to your fulfilling of all requirements. Well done!

Best Regards
### Schnapp ###

Dann kann ich ja gleich mal von diesem Zertifikat:

Seriennummer: 13:27
SHA1-Fingerprint: 28:AE:4C:96:51:75:EB:18:03:F9:9E:E3:7A:ED:C7:EA:13:8B:44:99

Zu diesem Zertifikat wechseln:

Seriennummer: 33:97
SHA1-Fingerprint: 7F:8B:92:19:FF:07:BF:EB:8E:E0:18:D4:98:B8:48:DF:E3:0E:4A:85

 

 

Unix / Linux Openssl Zertifikat pem konvertieren zu Microsoft Windows pfx

Man man man… Da bittet ein Kollege um ein Zertifikat, ich schraube das schnell zusammen und schiebe es im als .PEM – Base64-kodiertes Zertifikat, umschlossen von „—–BEGIN CERTIFICATE—–“ und „—–END CERTIFICATE—–“ zu.

Nun versucht dieser das Zertifikat auf seinem Windows Server zu importieren. Klappt aber so einfach nicht. Microsoft hätte nämlich gerne das Zertifikat als .PFX (.P12 – PKCS#12, kann öffentliche Zertifikate und private Schlüssel (Kennwort-geschützt) enthalten.) Macht ja auch Sinn wenn es eh in einer Zertifikatsverwaltung liegt und dass ganze Kennwortgeschützt ist. So ist es etwas sicherer, wenn die Datei mal jemanden in die Hände fällt, der es nicht haben soll!

Wie also nun aus PEM ein PFX machen? Openssl hilft:

# openssl pkcs12 -export -out telefon.de.pfx -inkey telefon.de.key -in telefon.de.crt -certfile CACert.crt

telefon.de.key sowie telefon.de.crt sollten wir beim einfachen erstellen des Zertifikates per Openssl ja bereits haben. CACert.crt ist einfach der Zertifikat der CA, mit welchem unsere CSR unterschrieben wurde. Noch Fragen?

Siehe auch: Elliptic Curve Zertifikate mit OpenSSL

Fragen? Einfach melden.

Thunderbird Autoconfig: Automatische E-Mail-Konfiguration für den eigenen Mailserver

Thunderbird kann sich selbst konfigurieren. Der Benutzer gibt E-Mail-Adresse und Passwort ein, Thunderbird sucht die Servereinstellungen automatisch — kein Eintippen von Hostnamen, Ports oder Verschlüsselungsoptionen. Das funktioniert nicht nur bei Gmail oder GMX, sondern auch mit dem eigenen Mailserver. Man muss nur eine XML-Datei an der richtigen Stelle bereitstellen.

Wo Thunderbird nach der Konfiguration sucht

Thunderbird arbeitet eine feste Reihenfolge ab. Sobald ein Schritt eine gültige Konfiguration liefert, ist die Einrichtung fertig:

1. Thunderbird ISPDB — Mozilla pflegt eine zentrale Datenbank mit Konfigurationen für große Provider. Steht die Domain dort, ist sofort alles konfiguriert. Für eigene Mailserver irrelevant.

2. autoconfig.<domain> — Thunderbird fragt https://autoconfig.example.org/mail/config-v1.1.xml. Das ist der Weg, den wir nutzen. Ein CNAME im DNS, ein Webserver mit gültigem TLS-Zertifikat, eine statische XML-Datei — fertig.

3. .well-known auf der Domain — Thunderbird versucht https://example.org/.well-known/autoconfig/mail/config-v1.1.xml. Funktioniert, wenn die Domain selbst einen Webserver hat. Braucht keinen eigenen Hostnamen.

4. MX-Heuristik — Als Fallback versucht Thunderbird gängige Hostnamen wie imap.example.org und smtp.example.org mit üblichen Ports und Verschlüsselung. Klappt oft, ist aber Glückssache.

5. Manuell — Wenn nichts funktioniert, muss der Benutzer alles von Hand eingeben. Genau das wollen wir vermeiden.

Die config-v1.1.xml

Die XML-Datei beschreibt alle Servereinstellungen. Thunderbird liest sie und konfiguriert das Konto automatisch. Hier die Version, die ich für alle meine Maildomains einsetze:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<clientConfig version="1.1">
  <emailProvider id="kernel-error.de">
    <domain>kernel-error.de</domain>
    <domain>kernel-error.com</domain>
    <domain>vandemeer.de</domain>
    <domain>fuchs-meckenheim.de</domain>
    <domain>heidbreders.de</domain>
    <domain>linux-rheinbach.de</domain>
    <domain>rfc-ignorant.de</domain>

    <displayName>kernel-error.de Mail</displayName>
    <displayShortName>kernel-error</displayShortName>

    <incomingServer type="imap">
      <hostname>imap.kernel-error.de</hostname>
      <port>993</port>
      <socketType>SSL</socketType>
      <authentication>password-cleartext</authentication>
      <username>%EMAILADDRESS%</username>
    </incomingServer>

    <outgoingServer type="smtp">
      <hostname>smtp.kernel-error.de</hostname>
      <port>465</port>
      <socketType>SSL</socketType>
      <authentication>password-cleartext</authentication>
      <username>%EMAILADDRESS%</username>
    </outgoingServer>
  </emailProvider>
</clientConfig>

Wichtige Details:

%EMAILADDRESS% — Thunderbird ersetzt das automatisch durch die eingegebene E-Mail-Adresse. Kein PHP nötig, kein dynamisches Script — eine statische Datei reicht. Das ist der große Unterschied zu Outlook Autodiscover, wo ein PHP-Script die E-Mail-Adresse aus dem POST extrahieren muss.

password-cleartext — Klingt gefährlich, ist es nicht. Es bedeutet, dass das Passwort über die TLS-verschlüsselte Verbindung gesendet wird. Der Name ist irreführend — Mozilla meint damit „Klartext innerhalb des verschlüsselten Kanals“ im Gegensatz zu Challenge-Response-Verfahren wie CRAM-MD5.

Port 465 (implizites TLS) — Die Verbindung ist sofort verschlüsselt, kein STARTTLS-Handshake nötig. Ein Eintrag reicht — Thunderbird braucht keinen Fallback.

Mehrere <domain>-Einträge — Eine XML-Datei für alle Maildomains. Thunderbird prüft, ob die Domain der eingegebenen E-Mail-Adresse in der Liste steht.

DNS und Webserver

Für jede Maildomain wird ein DNS-CNAME angelegt:

autoconfig.vandemeer.de.  IN CNAME www.kernel-error.de.

Alle CNAMEs zeigen auf denselben Webserver. Dort braucht jeder Hostname einen eigenen HTTPS-Server-Block mit passendem TLS-Zertifikat — Thunderbird akzeptiert keine Zertifikatsfehler. Die Nginx-Konfiguration ist simpel:

server {
    listen      [::]:443 ssl;
    listen      443 ssl;
    server_name autoconfig.vandemeer.de;

    ssl_certificate     /usr/local/etc/letsencrypt/live/vandemeer.de/fullchain.pem;
    ssl_certificate_key /usr/local/etc/letsencrypt/live/vandemeer.de/privkey.pem;

    location /mail/ {
        alias /usr/local/www/autoconfig-mail/mail/;
    }
}

Das TLS-Zertifikat muss autoconfig.vandemeer.de als SAN enthalten. Bei Let’s Encrypt reicht ein certbot --cert-name vandemeer.de -d vandemeer.de -d www.vandemeer.de -d autoconfig.vandemeer.de beim nächsten Renewal.

Für Domains mit Wildcard-Zertifikat (*.kernel-error.de) entfällt das — der Hostname ist direkt abgedeckt.

Unterschied zu Outlook Autodiscover

Thunderbird und Outlook lösen dasselbe Problem auf unterschiedlichen Wegen:

Thunderbird Autoconfig — Statische XML-Datei, %EMAILADDRESS% als Platzhalter, GET-Request, kein serverseitiges Scripting nötig.

Outlook Autodiscover — POST-Request mit E-Mail-Adresse im Body, PHP-Script extrahiert den Benutzernamen dynamisch, DNS SRV-Records statt CNAME. Details dazu: Outlook Autodiscover für IMAP/SMTP

Beide können auf demselben Webserver laufen. Bei mir bedient autodiscover.kernel-error.de Outlook per POST und liefert gleichzeitig /mail/config-v1.1.xml für Thunderbird aus.

Fragen? Gerne per Kontaktseite.

DKIM Schüssel getauscht

Nachdem nun alle etwas nervös wegen zu kurzer DKIM Keys sind (512Bit), diese lassen sich wohl bei Amazon in knapp 72 Stunden knacken. Habe ich dann meine Schlüssel auch einmal getauscht. Diese hatten bisher eine Länge von 1024 Bit, mit diesen wäre ich also noch locker auf der sicheren Seite denn noch kann es ja nicht schaden sie auf 2048Bit aufzubohren. Fast alle Systeme können mit diesen inzwischen umgehen. Die Leistung aktueller Systeme sollte heute ebenfalls nicht sonderlich unter diesen Schlüssellänge leiden.

Die Schlüssel sind schnell erstellt:

$ dkim-genkey -b 2048 -s kernel-error.de -d kernel-error.de

Wie gewohnt habe ich dann den TXT-RECORD in mein Zonenfile gekippt. Beim signieren der Zone per DNSsec sprang mich aber folgende Fehlermeldung an:

dnssec-signzone: error: dns_rdata_fromtext: kernel-error.de:25: ran out of space

Na nu? Ach so… ja klar! Der TXT-RECORD ist zu lang. Da gibt es ja eine Beschränkung…. Fast vergessen! Mehr als 255 Zeichen sind ja nicht zulässig. Ich musste den DKIM TXT-RECORD also in ein multi-line TXT-RECORD umwandeln. Nicht weiter kompliziert, einfach Klammer auf, Klammer zu und alles brav mit Anführungszeichen trennen. Damit sieht mein Zoneneintrag nun wie folgt aus:

kernel-error.de._domainkey IN TXT ( "v=DKIM1; g=*; k=rsa; "
                    "p=MIIBIjANBgkqhkiG9w0BAQEFAAOCAQ8AMIIBCgKCAQEA1V7WG+ZchvAxfJ2wi9jn7vWVs2mDkk66cqrKjTETdbuPwL"
                    "CX4N4IXTemT7SMS2Z+gTxcPNnUCorcMsXigNlGJK4Oq8GNx0fcxbXB+vq522FpM6FY8FVTfhL7bqLg5ajp9k0boJnSRv"
                    "F4wY3nci6E7CYCdP9XjHVoOciJdlrGFMo8rYGGiI9Ubgvue8etqgPCV2T8BKEZgys7kabPyaujSHmqrPbBkjb/F+QPJH"
                    "WqcyD7ywfT5vUkrj40Qiwsr7HxGk9aYCAHwyvdP4dvXd5xfMH2QlRKbrMjIQfKJfD5cfTiAl7YgFBFO1n7Wfj5syB6FE"
                    "bRZR9HO+rusv0hojiViQIDAQAB" )

Schnell noch mit einer Testmail an: check-auth@verifier.port25.com prüfen ob alles korrekt ist.

Fertig….

----------------------------------------------------------
DKIM check details:
----------------------------------------------------------
Result:         pass (matches From: kernel-error@kernel-error.com)
ID(s) verified: header.d=kernel-error.com
Canonicalized Headers:
    To:'20'<check-auth@verifier.port25.com>;'0D''0A'
    Subject:'20'check-auth@verifier.port25.com'0D''0A'
    MIME-Version:'20'1.0'0D''0A'
    Content-Type:'20'text/plain;'20'charset=UTF-8;'0D''0A'
    '20'format=flowed'0D''0A'
    Content-Transfer-Encoding:'20'7bit'0D''0A'
    Date:'20'Fri,'20'09'20'Nov'20'2012'20'11:33:48'20'+0100'0D''0A'
    From:'20'Sebastian'20'van'20'de'20'Meer'20'<kernel-error@kernel-error.com>;'0D''0A'
    Message-ID:'20'<c580aed4c89d48c1a93fea35ee80fe30@vandemeer.de>;'0D''0A'
    DKIM-Signature:'20'v=1;'20'a=rsa-sha256;'20'c=simple/simple;'20'd=kernel-error.com;'0D''0A'
    '09's=kernel-error.com;'20't=1352457228;'0D''0A'
    '09'bh=v55t4Oe0VsnE3Xa3exogjgnS10dkjG1rhPQxGz4STJo=;'0D''0A'
    '09'h=To:Subject:MIME-Version:Content-Type:Content-Transfer-Encoding:'0D''0A'
    '09''20'Date:From:Message-ID;'0D''0A'
    '09'b=

Canonicalized Body:
    check-auth@verifier.port25.com'0D''0A'
    

DNS record(s):
    kernel-error.com._domainkey.kernel-error.com. 300 IN TXT "v=DKIM1; g=*; k=rsa; p=MIIBIjANBgkqhkiG9w0BAQEFAAOCAQ8AMIIBCgKCAQEAtlhidIl+KZgelAOOVYiGHi+uGxEnpjmhXH2IVZNpH69ZsWYTYd1OgXIvWQnAiQ4rRCyvbjcrKaFnXJUpda9eGJeqlr3hE4YhOPLS34K86+8Gr17+WOofkdc3STmlqAI60r1+bQQh8rCWb1YPXIssinq3ll8GVDwAEmh3Bm8zSWz2Ntc+W/maURTlZbMGaRoi+lwhBzr+DnNYL+mPs3UVQoE9ei2Z/bjNQzdpzWeriFgfk56muVZNTvmn8LxkugMhoHMohCr/vkr99xTVmIeMFwMerB2B/JOpeADIf4Wsz6OJQR3GaBA91MX9T2nFncvW3pL03O4wYYVCGnFqz8gbcQIDAQAB"

NOTE: DKIM checking has been performed based on the latest DKIM specs
(RFC 4871 or draft-ietf-dkim-base-10) and verification may fail for
older versions.  If you are using Port25's PowerMTA, you need to use
version 3.2r11 or later to get a compatible version of DKIM.

 

Siehe auch: DKIM einrichten

Fragen? Einfach melden.

Postfix für sichere E-Mail-Auslieferung: Nur noch per TLS konfigurieren

Verschlüsselte E-Mail-Übertragungen sind meist ganz gut. Zumindest hält sie einem lästige Lauscher vom Hals. Besonders wichtig ist dabei der verschlüsselte Austausch zwischen Mail-Server und Mail-Client. Denn die User sitzen mit ihren Mail-Clients sehr schnell in einem „unsicheren“ Netzwerk. Daher wird inzwischen sehr oft und gut darauf geachtet diese Verbindungen zu sichern.

Die Verbindungen zwischen den Servern werden oft als nicht SO wichtig empfunden. Denn die Kisten stehen ja meist in gesicherten Bereichen (Serverraum, DMZ, Rechenzentrum) und dort zu lauschen ist schon aufwendiger – nicht unmöglich.
Es macht also Sinn seinem Postfix zu ermöglichen seine Server zu Server Verbindungen kryptisch zu gestalten.

Mit folgender Änderung sagt man seinem Postfix dass bei ausgehenden Verbindungen TLS benutzt werden kann, wenn möglich.

$ postconf -e smtp_tls_security_level=may

Wird Postfix nun ein Zertifikat gereicht, welches von Postfix mangels der Root-Zertifikate nicht geprüft werden kann… Ja, dann ist hier schon wieder Ende.

Sep 25 10:38:07 rootserver postfix/qmgr[2069]: D69471A2026: from=<kernel-error@kernel-error.com>;, size=38273, nrcpt=1 (queue active)
Sep 25 10:38:07 rootserver postfix/smtp[9454]: certificate verification failed for gmail-smtp-in.l.google.com[2a00:1450:400c:c05::1b]:25: untrusted issuer /C=US/O=Equifax/OU=Equifax Secure Certificate Authority

Auf Debian Systemen finden sich eine recht gepflegte Ansammlung im Paket: ca-certificates. Nachdem dieses installiert ist:

$ apt-get install ca-certificates

Sagt man Postfix noch wie er es findet:

$ postconf -e smtp_tls_CAfile = /etc/ssl/certs/ca-certificates.crt

Schon sollte Postfix in der Lage sein, ausgehende Serververbindungen zu prüfen und zu verschlüsseln.

Siehe auch: Client-Initiated Renegotiation deaktivieren

Fragen? Einfach melden.

Mehr als nur A-Records

Dass mein DNS-Server DNSsec http://www.kernel-error.de/dnssec beherscht und so meine Zonen schützt, das wissen ja fast alle. Wie man damit nun seinen GPG Schlüssel verteilen kann und/oder die SSH-Fingerprints einzelner Hosts gegen den DNS Server validieren lassen kann…. Dieses findet sich nun hier:

GPG im DNS: http://www.kernel-error.de/dnssec/gpg-im-dns

SSH-Key im DNS: http://www.kernel-error.de/dnssec/ssh-key-im-dns

Fragen? Einfach melden.

OpenSSL ich kann es mir nicht merken

Jetzt mal unter Freunden, was ist bloß los mit meinem Kopf? Da aktiviere ich gerade für einen Kunden am Microsoft Exchangeserver Outlook Anywhere. Der Kunde hat ein selbstsigniertes Zertifikat auf seinem Server. Also quängelt Outlook natürlich bei der Verbindung über https „Das böse Zertifikat vom bösen Proxyserver… bla bla“. Nun will ich einfach mal schnell das Zertifikat haben um es auf der Windose importieren zu können und reiße schnell auf meiner Solariskiste ein Terminalfenster auf und tippe:

# openssl öhm ähhh öhm… *MIST*

Warum kann ich mir das nicht merken? Irgendwas mit sclient slclient?!?! Dann aber sicher -connect und host:port. Es kann doch nicht sein dass ich jedes mal in die Manpage schauen muss oder?

Folgendes ist natürlich der richtige Aufruf:

$ openssl s_client -connect www.kernel-error.de:443

Vielleicht schaffe ich es ja jetzt mir mal zu merken das es s_client heißt, nachdem ich es hier aufgeschrieben habe. Warum zum Teufel kann ich mir s_client einach nicht merken? Das regt mich auf!

 

 

 

 

Siehe auch: PEM zu PFX konvertieren

Fragen? Einfach melden.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 -=Kernel-Error=- — RSS

Theme von Anders Norén — Hoch ↑