Kein Server lässt sich zu 100 Prozent absichern. Wenn sich jemand eine Root-Shell öffnet, will ich das zeitnah wissen. Nicht erst wenn Kunden sich melden oder Abuse-Mails eintrudeln. Eine kurze E-Mail mit IP-Adresse und Zeitstempel bei jedem Root-Login gibt zumindest einen Anhaltspunkt.
Vorweg: Das ist kein Security-Feature. Ein Angreifer mit Root-Rechten kann die Benachrichtigung deaktivieren, die Mail abfangen oder die .bashrc löschen. Es ist Schlangenöl, wenn man es als Schutzmaßnahme verkauft. Aber als ergänzender Hinweis funktioniert es gut, weil die Mail meist schon raus ist bevor der Angreifer sie verhindern kann. Vorausgesetzt, die Mail geht an einen anderen Server.
Variante 1: .bashrc
Die einfachste Methode. Eine Zeile in /root/.bashrc schickt bei jedem Öffnen einer interaktiven Shell eine Mail:
echo 'ALERT - Root Shell Access (ServerName) on:' `date` `who` | mail -s "Alert: Root Access from `who | cut -d'(' -f2 | cut -d')' -f1`" root-logins@example.com
Das Ergebnis sieht dann so aus:
Subject: Alert: Root Access from 203.0.113.42
ALERT - Root Shell Access (bsd01) on: Mi 12. Mär 14:22:03 CET 2026 root pts/0 2026-03-12 14:22 (203.0.113.42)
Damit die IP-Adresse statt eines Hostnamens in der Mail steht, sollte der SSH-Server keine DNS-Abfragen machen:
# /etc/ssh/sshd_config
UseDNS no
Variante 2: PAM
Robuster als die .bashrc-Methode, weil PAM vor der Shell greift und nicht so leicht umgangen werden kann. In /etc/pam.d/sshd am Ende:
session optional pam_exec.so /usr/local/bin/login-notify.sh
Das Script /usr/local/bin/login-notify.sh:
#!/bin/sh
[ "$PAM_TYPE" = "open_session" ] || exit 0
echo "SSH Login: $PAM_USER von $PAM_RHOST auf $(hostname) um $(date)" | \
mail -s "SSH Login: $PAM_USER@$(hostname) von $PAM_RHOST" root-logins@example.com
PAM setzt die Umgebungsvariablen PAM_USER, PAM_RHOST und PAM_TYPE automatisch. Das Script prüft auf open_session, damit es nur beim Login feuert und nicht beim Logout.
FreeBSD
Unter FreeBSD heißt die PAM-Konfiguration /etc/pam.d/sshd (gleicher Pfad). Statt mail steht dort mailx zur Verfügung, oder man nutzt direkt sendmail. Die .bashrc-Variante funktioniert genauso, die Datei liegt unter /root/.profile wenn csh/tcsh die Standard-Shell ist.
Einordnung
Login-Benachrichtigungen ersetzen kein Monitoring und kein Intrusion Detection System. Sie sind ein einfacher Stolperdraht, der in der Praxis überraschend oft hilft. Nicht weil er einen Angriff verhindert, sondern weil er die Reaktionszeit verkürzt. Wenn um drei Uhr nachts eine Login-Mail von einer unbekannten IP kommt, weiß man dass etwas nicht stimmt.
Wer den SSH-Zugang selbst härten will: Multi-Faktor-Authentifizierung mit Google Authenticator macht einen erfolgreichen Login ohne den zweiten Faktor deutlich unwahrscheinlicher. Fragen? Einfach melden.