IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

Schlagwort: Auto

Solaris ipadm

Veraltet: OpenIndiana und Solaris werden kaum noch eingesetzt. Wer heute einen Unix-ähnlichen Server betreiben will, ist mit FreeBSD oder Linux besser bedient.

Der OpenSolaris fork Openindiana und die feste IP-Adresse (static IP-Adress)

Solaris war auf den ersten Blick noch nie so richtig einfach in Sachen IP-Adressen. Auf den zweiten Blick finde ich es aber logischer als bei allen anderen! Wie auch immer, die Meinungen gehen hier wohl auseinander.

Ab OpenSolaris dem SolarisExpress 11 also grob dem aktellen Solaris 11 hat sich etwas hinsichtlich des Netzwerkes geändert. Openindiana ist nun daraus hervorgegangen also muss man dieses hier auch beachten 🙂

So wie der Befehl ifconfig unter Linux von ip abgelöst wird, sieht es wohl unter Solaris mit ipadm aus!

Ich mache es einfach mal ganz kurz und schmerzlos:

Als erstes muss nwam (Network Auto-Magic) deaktiviert werden:

$ svcadm disable svc:/network/physical:nwam
$ svcadm enable svc:/network/physical:default

Dann listen wir uns mal kurz alle Netzwerkinterfaces auf:

$ ipadm show-if -o all
IFNAME     CLASS    STATE    ACTIVE CURRENT       PERSISTENT OVER
lo0        loopback ok       yes    -m46-v------  46--       --
net0       ip       ok       yes    bm46--------  ----       --

Schon können wir die feste IP 192.168.1.10 mit der Netmask 255.255.255.0 dem Interface net0 zuteilen:

$ ipadm create-addr -T static -a 192.168.1.10/24 net0/v4

Damit unsere IP-Pakete später den Weg ins „Internet“ finden benötigen wir noch die Defaultroute zum Router:

$ route -p add default 192.168.1.254

Jetzt noch schnell den System mitteilen wie es mit DNS Auflösungen umzugehen hat:

$ cp /etc/nsswitch.dns /etc/nsswitch.conf

Fehlen nur noch die zu fragenden Nameserver:

$ echo "nameserver 192.168.1.254" > /etc/resolve.conf
$ echo "nameserver 8.8.8.8" >> /etc/resolve.conf

Achtung, 8.8.8.8 ist google. Aber wem schreibe ich dieses und wer macht schon ungeprüftes Copy & Past?

Damit hat unsere Kiste also nun die IP Adresse: 192.168.1.10/24 fragt erst den DNS Server 192.168.1.254 und dann den DNS Server 8.8.8.8. Den Weg aus seinem eigenen Subnetz findet die Kiste über den Router 192.168.1.254

Noch Fragen?

Skoda Octavia LPG

Der alte Firmenwagen (Fabia II TDI Sport, 2,5 Jahre, 120.000 km, zweiter Motor) stand mehr in der Werkstatt als er mir zur Verfügung stand. Diesel wurde teurer, die Kfz-Steuer tat ihr Übriges und der Nachwuchs brauchte mehr Platz. Also musste ein neuer Firmenwagen her.

Die Entscheidung

Alle Firmenwagen waren und sind Skoda. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt, Diskussionen über die Marke gab es nicht. Also ein Octavia. Aber welcher genau?

In der Nähe unseres Firmenparkplatzes hatte eine Autogastankstelle (LPG) eröffnet. Kundenkarte, Monatsabrechnung, 2 Cent Rabatt pro Liter. Klingt gut, aber Autogas? Mehr Verbrauch, weniger Leistung, Tankstellensuche?

Glücklicherweise hatte das Autohaus einen Octavia LPG als Probefahrt da. Der hat überzeugt.

Im Alltag

Über 100 PS, auf Gas verliert man 3-4 PS. Spürt man nicht wirklich. Auf der Autobahn sind es bei der Endgeschwindigkeit vielleicht 5-10 km/h weniger, vergleichbar mit dem Einschalten der Klimaanlage.

Der Gastank sitzt dort, wo normalerweise der Ersatzreifen wäre (Bilder weiter unten). Der Tankstutzen ist formschön neben dem Benzintankstutzen verbaut. Kein Kriechen unters Auto, kein verdrehtes Nummernschild. Zwei Adapter für verschiedene Tankrüssel liegen bei.

Die Tankanzeige sitzt vor dem Schaltknüppel in der Mittelkonsole. Blaue LEDs zeigen den Füllstand, eine gelb blinkende LED signalisiert die Umschaltung auf Gas, dauerhaft gelb heißt Gasbetrieb. Rote LED kurz vor leer, dann piepst es und der Wagen schaltet automatisch auf Benzin um.

Benzin wird zum Starten und bis zur Betriebstemperatur gebraucht, danach schaltet er automatisch auf Gas. Man hört nur kurz ein Magnetventil im Kofferraum knacken. Per Knopfdruck lässt sich auch bewusst auf Benzin umschalten.

Verbrauch und Reichweite

Der Boardcomputer funktioniert einwandfrei mit beiden Kraftstoffen. Im Gasbetrieb ist der Verbrauch naturgemäß etwas höher. Bei rund 0,60 Euro pro Liter mehr als okay. Der 40-Liter-Gastank reicht für knapp 300 km. Zusätzlich bleibt der 50-Liter-Benzintank voll nutzbar.

Bei 0,2 km auf dem Tacho habe ich den Benzintank vollgetankt. Bei ca. 8.000 km musste zum ersten Mal Benzin nachgetankt werden. Autogastankstellen gibt es in Europa mehr als man denkt. Liegenbleiben mit leerem Gastank ist unrealistisch.

Motor und Fahrverhalten

Im Motorraum sieht alles sauber verbaut aus. Die normalerweise vorhandene Motorabdeckung passt durch die Gasanlage nicht mehr. Vermisse ich nicht.

Geräusche? Ich bin vorher Diesel gefahren. Die ersten Kilometer dachte ich an jeder Ampel, die Kiste sei aus. Kein Wackeln, kein Brummen, nichts. Die Motorleistung ist ausreichend, auf der Bahn sind 200 und etwas mehr drin. Das Auto fährt sich gut und ich bin zufrieden damit.

Hier die Bilder zum Octavia LPG.


Update Oktober 2012 (55.000 km)

Bei 55.000 km gab es ein Problem mit der Gasanlage. Der Wagen meldete sporadisch „zu fett“ oder „zu mager“. Mein Autohaus tippte auf die Lambdasonde, die mehrfach getauscht wurde, ohne Besserung. Ein Softwareupdate von einem befreundeten Autohaus half ebenfalls nicht. Erst ein längerer Aufenthalt im Skoda-Werk brachte die Lösung: der komplette Gasstrang vom Tank bis zum Motor wurde getauscht. Alles innerhalb der Garantie. Fazit: Sicherstellen, dass das Autohaus wirklich mit LPG-Autos umgehen kann.

Update März 2013

Der Octavia geht zurück, dafür kommt ein Skoda Yeti TDI 2.0. Gas war gut, jetzt doch wieder Diesel.

Fragen? Einfach melden.

Greylisting mit Postfix und Postgrey einrichten

Greylisting ist ein einfacher Trick gegen Spam: Beim ersten Zustellversuch lehnt der Mailserver die Mail mit einem temporären Fehler ab (4xx). Ein regulärer Mailserver versucht es nach ein paar Minuten erneut und die Mail wird zugestellt. Spam-Botnets dagegen arbeiten nach dem „fire and forget“ Prinzip. Die probieren es kein zweites Mal, weil sie in der Zeit lieber den nächsten Empfänger anschreiben. Damit lassen sich 80 bis 90 Prozent der Botnet-Zustellungen abfangen, ohne eine einzige Mail filtern zu müssen.

Wie es funktioniert

Postgrey speichert bei jedem Zustellversuch ein Triplet aus Absender-Adresse, Empfänger-Adresse und Client-IP. Beim ersten Versuch wird die Mail abgelehnt. Kommt derselbe Server nach Ablauf der Wartezeit (Standard: 5 Minuten) nochmal, wird die Mail durchgelassen. Bekannte Triplets werden 35 Tage gespeichert, danach lernt Postgrey den sendenden Server automatisch und lässt ihn ohne Verzögerung durch (Auto-Whitelist).

Installation

# Debian/Ubuntu
apt-get install postgrey

# FreeBSD
pkg install postgrey

Nach der Installation lauscht Postgrey auf 127.0.0.1:10023 (Debian) bzw. 127.0.0.1:10030 (FreeBSD, je nach Config). Prüfen mit ss -tlnp | grep postgrey oder sockstat -4l | grep postgrey.

Postfix-Integration

In der main.cf den Postgrey-Check in die smtpd_recipient_restrictions einfügen, nach den Authentifizierungs-Checks und vor den RBL-Checks:

smtpd_recipient_restrictions =
    permit_mynetworks,
    permit_sasl_authenticated,
    reject_unauth_destination,
    check_policy_service inet:127.0.0.1:10023,
    reject_rbl_client zen.spamhaus.org,
    reject_rbl_client bl.spamcop.net

Nach einem postfix reload ist Greylisting aktiv.

Im Log

Beim ersten Versuch wird die Mail abgelehnt:

postgrey: action=greylist, reason=new, client_name=mail.example.de, sender=user@example.de
postfix/smtpd: NOQUEUE: reject: 450 4.2.0 Recipient address rejected: Greylisted

Beim zweiten Versuch (nach Ablauf der Wartezeit) wird durchgelassen:

postgrey: action=pass, reason=triplet found, delay=355, client_name=mail.example.de

Bekannte Server werden automatisch durchgelassen:

postgrey: action=pass, reason=client AWL, client_name=mail.example.de

Limitationen

Greylisting verzögert die erste Mail von jedem neuen Absender um einige Minuten. Für zeitkritische Mails (Passwort-Resets, Zwei-Faktor-Codes) kann das ein Problem sein. Postgrey führt deshalb eine Whitelist mit bekannten großen Providern (/etc/postgrey/whitelist_clients), die nie verzögert werden.

Inzwischen setzt auch rspamd Greylisting um, als Teil seines Score-basierten Ansatzes. Dort wird nur gegrey­listet wenn der Spam-Score in einem Graubereich liegt. Mails die eindeutig Spam oder eindeutig sauber sind, werden sofort abgelehnt oder zugestellt. Fragen? Einfach melden.

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