RIPE ist in Sachen IPv4 Adressen nun soweit leer dass sie nun auf ein „erweitertes“ Vergabeverfahren wechseln. Soll bedeuten dass nun ganz super streng (bla bla bla) kontrolliert wird warum und wo die Adresse hingeht und ob die auch wirklich gebraucht wird…..
Dass ich ein großer Freund davon bin, mal endlich mit IPv6 aus dem Arsch zu kommen, muss ich ja keinem mehr erzählen. Wenn ich mir andere Hochrechnungen anschaue (http://www.potaroo.net/tools/ipv4/index.html) dann haben wir aktuelle noch bis zum 24.09.2012 (das ändert sich noch mal) IPv4 Adressen.
Ja ja… IPv4 ist ab dem Tag nicht tot (Dualstack für die nächsten Jahre..) und unsere Provider und Hoster haben auch noch Reserven. Zusätzlich kann man ab dem Moment beginnen seine IPv4 Adressen zu verkaufen *lach*….. AAAABBBER, warum der ganze Stress? Warum nicht einfach mal mit IPv6 beschäftigen? Nein nein, ich meine wirklich beschäftigen, nicht nur so tun als ob.
Warum vergessen nur immer alle die DNS Informationen zu ihrem neuen Jabber-Server zu setzten? Ich bin heute sicher zum 12 mal nach einem Problem gefragt worden welches damit zusammen hing. Die Info fehlt aber auch in _fast_ jedem Howto. Kopieren denn wirklich alle nur noch Zeile für Zeile? Als Wikipedia mal einen Tag ausgesetzt hat, konnten tausende keine Hausaufgaben abgeben. Irgendwie habe ich dass Gefühl, wenn Google mal einen Tag aussetzten würde könnten tausende „Admins“ nichts installieren oder Probleme lösen ;-P
Also um es noch mal in Google zu werfen:
Damit die Kommunikation zwischen den Jabber-Server sauber läuft müssen die nötigen DNS Records vorhanden sein. Für meinen Bind schaut es so aus wie im folgenden Beispiel:
_jabber._tcp.jabber.kernel-error.de. IN SRV 0 0 5269 jabber.kernel-error.de.
_xmpp-server._tcp.jabber.kernel-error.de. IN SRV 0 0 5269 jabber.kernel-error.de.
_xmpp-client._tcp.jabber.kernel-error.de. IN SRV 0 0 5222 jabber.kernel-error.de.
Testen lässt sich dieses am Ende natürlich mit dig:
Wie so oft führen viele Wege nach Rom. Damit Ejabberd auf der IPv4 und den IPv6 Adressen gleichzeitig lauscht hat sich für mich folgender als gut erwiesen:
In der Konfigurationsdatei: /etc/ejabberd/ejabberd.cfg
Im Abschnitt Listening Ports einfach in die Portkonfiguration inet4 sowie inet6 aufnehmen:
Meine IPv6-Reise begann 2003. Damals kam IPv6 vom eigenen ISP nicht in Frage, also ging es über einen Tunnelbroker. SixXS stellte kostenlos IPv6-Tunnel bereit und vergab auf Antrag sogar ein komplettes /48 Netz. SixXS wurde 2017 eingestellt, aber die Grundlagen von IPv6 haben sich nicht geändert. Heute liefern die meisten ISPs IPv6 nativ aus.
Adressformat
IPv6-Adressen sind 128 Bit lang. Das sind 2128 mögliche Adressen, ausgeschrieben: 340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456. Geschrieben werden sie hexadezimal, jeweils zwei Bytes durch Doppelpunkt getrennt:
2a01:0198:0200:0945:0000:0000:0000:0002
Führende Nullen darf man weglassen. Ein zusammenhängender Block aus Nullen kann einmal durch :: ersetzt werden:
# Führende Nullen weg
2a01:198:200:945:0:0:0:2
# Ein Nullblock durch :: ersetzt
2a01:198:200:945::2
# Als Netz
2a01:198:200:945::/64
Wichtige Adressen
::1 ist der Localhost. fe80::/10 sind Link-Local-Adressen, die jedes Interface automatisch bekommt. ff02::1 erreicht alle Hosts im lokalen Netz, ff02::2 alle Router. 2001:db8::/32 ist für Dokumentation reserviert.
# Alle Hosts im lokalen Netz anpingen
ping6 -I eth0 ff02::1
# Alle Router im lokalen Netz anpingen
ping6 -I eth0 ff02::2
Adressbildung und EUI-64
Link-Local-Adressen bildet der Host selbst aus dem Prefix fe80 und der MAC-Adresse im EUI-64 Format. Die MAC-Adresse hat 48 Bit, EUI-64 erweitert sie auf 64 Bit. Zusammen mit dem 64-Bit-Prefix ergibt das die vollen 128 Bit. IPv6 ist damit bereits auf 64-Bit-MAC-Adressen vorbereitet, falls die 48-Bit-Adressen irgendwann knapp werden. Duplicate Address Detection (DAD) stellt sicher, dass keine Adresse doppelt vergeben wird.
Autokonfiguration mit radvd
ARP wurde durch Neighbor Discovery (ND) ersetzt. IPv6 ist auf Autokonfiguration ausgelegt. Ein Router Advertisement Daemon (radvd) teilt allen Hosts im Netz das IPv6-Prefix mit. Die Hosts bilden sich ihre Adresse selbst. Kein DHCP nötig für die Grundkonfiguration.
Nach dem Start von radvd holen sich alle Hosts im Netz automatisch eine Adresse aus dem Prefix. Prüfen mit:
ip addr show eth0
Kein NAT mehr
Mit IPv6 ist NAT nicht mehr nötig. Jedes Gerät bekommt eine eigene öffentliche Adresse. Das bedeutet aber auch: Jedes Gerät ist direkt aus dem Internet erreichbar. Eine Firewall ist Pflicht. IPv6 hat einen eigenen Paketfilter, ip6tables statt iptables. Wer iptables kennt, kann auch ip6tables.
Hurricane Electric bietet eine kostenlose IPv6-Zertifizierung an. Man arbeitet sich durch verschiedene Levels, vom ersten Tunnel bis zum voll IPv6-fähigen Mailserver. Am Ende gibt es ein T-Shirt.