Datenhaufen zu IT und Elektronik.

Kategorie: E-Mail & Mailserver (Seite 7 von 8)

Postfix

Zu beginn habe ich diese Seite nur mit dem Text: „Zeugs zu Postfix“ gefüllt!

Dieses erfüllt auch jetzt noch fast alles was es als Beschreibung zu sagen gibt. Aber auch nur fast! Postfix ist einer der besten und flexiebelsten MTAs die ich kenne. Hier werfe ich nun immer mal wieder Zeugs hin, welches vielleicht hilfreich sein könnte 🙂

 

 

AMaViS Performance-Tuning

Ich beobachte in der letzten Zeit immer mal wieder dass E-Mails im AMaViS lange hängen bleiben…. Viel Zeit scheint dabei für die Festplatte bzw. die Schreib-/Lesezugriffe drauf zu gehen. Die E-Mail wird von AMaViS angenommen, in dessen tmp Verzeichnis geschrieben. Dann noch ein paar mal gelesen um alle Tests zu machen, ausgepackt usw. usw… Um dieses etwas einzugrenzen habe ich mich gedacht, warum nicht eine RAM Disk für AMaViS oder besser für dessen Temp?

Auf einer gängigen Debian Kiste findet sich dieses Verzeichnis hier:

/var/lib/amavis/tmp

 Damit dieses Verzeichnis nicht mehr auf der Festplatte herum-gewürfelt wird, sondern sich nur noch im Arbeitsspeicher des Servers befinden (der ist ja viel schneller als so ne olle HDD) trägt man folgendes in seine /etc/fstab ein:

/dev/shm    /var/lib/amavis/tmp    tmpfs    defaults,size=256m,mode=750,uid=109,gid=113    0 0

 Man sollte nur darauf achten, dass uid und gid die des lokalen amavis sind. Sonst darf am Ende AMaViS nicht mehr in ein eigenes Temp schreiben 😛 Es soll bessere Wege die ID zu finden, ich mache es schnell und einfach mit:

$ cat /etc/passwd|grep amavis
amavis:x:109:113:AMaViS system user,,,:/var/lib/amavis:/bin/sh

109 ist dabei die User-ID
113 ist die Group-ID

 Das neue AMaViS-tmp ist damit 256MB gross. Für die Grösse gibt es eine „Faustformel“… Diese macht nicht für jeden Sinn! Man würde mit dieser Formel zwar _fast_ nie in die Gefahr eines zu kleinen AMaViS-temps laufen, nur verbrennt man so seinen RAM. Try and Error ist hier eher mein Vorschlag. Denn sollte AMaViS wirklich mal keinen Platz mehr haben, wird die E-Mail mit einem temporären Fehler abgewiesen. Der einliefernde Mailserver wird daher versuchen die E-Mail ein paar Minuten später noch einmal zuzustellen. Damit sollte keine E-Mail verloren gehen. Als Admin behält man nach so einer Änderung einfach seinen Server im Auge und erhöht bzw. reduziert den Wert/die Grösse… Fertig 🙂

Die RAM-Disk gibt AMaViS einen extremen Boost und steigert so dessen Performance enorm. Ich finde es kommt selten vor dass man so einfach ein so krasses Performance-Tuning hin bekommt. Nun laufen die E-Mails also schneller durch AMaViS und mein Postfix muss nicht mehr so lange auf die Filterung warten. WOOOOHOOOOO

Telekommailserver verschärfte Bedingungen der Mailannahme

Na also, nun hat die Telekom die Sicherheitsrichtlinien ihrer E-Mail Server so angepasst dass helo, hostname und R-DNS zusammenpassen müssen. Sonst gibt es diese Meldung:

A problem occurred. (Ask your postmaster for help or to contact tosa@rx.t-online.de to clarify.)

So gefällt mir das! Meine Kiste macht dieses ja schon länger so und ich bekomme immer mal wieder die Info, man könne mir keine E-Mail schicken. Mein Mailserver sei wohl kaputt, er sage immer:

550 5.7.1 Client host rejected: cannot find your hostname….

Wenn ich dann erkläre um was es geht bekomme ich immer mal wieder den Vorwurf da zu –genau- zu sein. Da jetzt noch ein weiteres großes Unternehmen genau so verfährt werden sich wohl noch mehr Mailserver „Administratoren“ um dieses Problem kümmern müssen. Lustig finde ich ja dass die Telekom direkt eine E-Mail Adresse angegeben hat tosa@rx.t-online.de, was da wohl abgehen muss 🙂

 

http://www.kernel-error.de/postfix-spam-und-virenabwehr-durch-helo

 

 

 

Evolution merkt sich die Einstellungen der Zertifizierungsstellen nicht

Ich nutze Evolution als E-Mail Client. In den Zertifikatseinstellungen habe ich unter Zertifizierungsstellen auch eine ganze Latte von CAs. Ich kann auch welche hinzufügen und entfernen alles kein Problem.

Will ich aber deren Einstellung bearbeiten, sprich für welche Dinge ich dieser CA vertrauen möchte bleiben diese Einstellungen nur immer für die aktuelle Sitzung gespeichert. Schließe und Starte ich Evolution wieder sind die Einstellungen alles wieder weg 🙁 Das ist doof!

Wer sucht, der findet einen Workaround……..

Das Problem ist wohl dass Evolution aus irgendwelchen Gründen die cert9.db / key4.db unter ~/.pki/nssdb nicht updatet.

So kann ich mir anschauen was bei mir eingetragen ist:

$ certutil -L -d sql:/home/kernel/.pki/nssdb/

Certificate Nickname                                         Trust Attributes
                                                             SSL,S/MIME,JAR/XPI

StartCom Ltd. ID von Sebastian Van De Meer                   u,u,u
StartCom Class 2 Primary Intermediate Client CA - StartCom Ltd. ,,   
CA Cert Signing Authority - Root CA                          ,,   
CAcert Class 3 Root - Root CA                                ,,   
StartCom Class 1 Primary Intermediate Client CA - StartCom Ltd. ,,   
StartCom Certification Authority - StartCom Ltd.             ,,   
StartCom Ltd.                                                ,,   
StartCom Certification Authority                             ,,   
......

Und so verpasse ich den einzelnen Zertifikaten die passenden „Verwendungsmöglichkeiten“:

$ certutil -M  -n "CA Cert Signing Authority - Root CA"  -t "TCu,Cu,TCuw" -d sql:/home/kernel/.pki/nssdb/

Am Ende schaut es nun so aus (ich mache mir dann noch mal nen Kopf ob es so auch sinnig ist):

$ certutil -L -d sql:/home/kernel/.pki/nssdb/

Certificate Nickname                                         Trust Attributes
                                                             SSL,S/MIME,JAR/XPI

StartCom Ltd. ID von Sebastian Van De Meer                   u,u,u
StartCom Class 2 Primary Intermediate Client CA - StartCom Ltd. CT,C,C
CA Cert Signing Authority - Root CA                          CT,C,C
CAcert Class 3 Root - Root CA                                CT,C,C
StartCom Class 1 Primary Intermediate Client CA - StartCom Ltd. CT,C,C
StartCom Certification Authority - StartCom Ltd.             C,C,C
StartCom Ltd.                                                C,C, 
StartCom Certification Authority                             C,C,C
......

Auf meine Openindiana Kiste musste ich dafür noch folgendes Paket installieren:

system/mozilla-nss

Und wegen des Bugs #1739 certutil with incomplete runpath musste ich noch folgenden Workaround dafür einwerfen:

$ elfedit -e 'dyn:runpath $ORIGIN/../lib:/usr/lib/mps' /usr/sfw/bin/certutil

Jetzt macht zwar Evolution nicht die Arbeit aber mein Wunsch ist erfüllt. Ob ich da mal nen Bug bei den Jungs aufmache?

So long…

Quota Dovecot

Debian Lenny, dovecot 1.2, quota 1.1, MySQL und Quota Warnings.

Ich habe vor kurzem vor dem Problem gestanden meinen dovecot mailboxen quotas aufzuerlegen. Die Anleitung von: http://wiki.dovecot.org/Quota/1.1 war sehr hilfreich, funktioniert aber leider mit meiner Konfiguration nicht sofort.

Ich wollte folgendes erreichen:
–    Alle Mailboxen haben im Standard eine quota von maximal 512MB.
–    Jeder Mailbox kann ich dynamisch mehr oder weniger Platz zur Verfügung stellen.
–    Die Benutzer sowie der Admin sollen frühzeitig Warnmeldungen bekommen, wenn der Platz eng wird.

Als erstes musste eine etwas aktuellere Version vom dovecot (Taubenschlag) auf den Lenny Server. Glücklicherweise findet sich die Version 1.2 schon in den Backports. Diese waren schnell eingebunden!

echo "deb http://www.backports.org/debian lenny-backports main contrib non-free" >> /etc/apt/sources.list
apt-get update && apt-get install debian-backports-keyring && apt-get update
apt-get –t lenny-backports install dovecot-common

Nach der Installation erweiterte ich meine /etc/dovecot/dovecot.conf um die folgenden Einträge in den jeweiligen Sektionen.

protocol imap {
mail_plugins = quota imap_quota
}

 

protocol lda {
mail_plugins = sieve quota
quota_full_tempfail = yes
}

Hier ist zu beachten das in der neueren dovecot Version das sieve Plugin nicht mehr cumsieve heist! Damit E-Mais bei vollem Postfach nicht sofort zurückgewiesen werden, sondern mit einem temporären Fehler (so hat der Postfachbesitzer etwas mehr Zeit sein Postfach aufzuräumen), gibt es den 2. Eintrag.

plugin {
quota = dirsize:User quota
quota_rule = *:storage=512M
quota_warning = storage=80%% /usr/local/bin/quota-warning.sh 80 %u
quota_warning2 = storage=95%% /usr/local/bin/quota-warning.sh 95 %u
quota_warning3 = storage=99%% /usr/local/bin/quota-warning.sh 99 %u
}

Hier gebe ich nun an das ich als Backend, also über welche der möglichen Lösungen ich den Speicherplatz „berechnen“ möchte. Zudem gebe ich an, das jede Mailbox default 512MB Platz hat.
Quota_warning… Ruft jeweils bei 80%, 95% und 99% Mailboxauslastung das Script /usr/local/bin/quota-warning.sh auf.

Das Script muss man selbst anlegen. Das script im dovecot-wiki hat bei mir nicht so ganz funktioniert, es wurden keine quota_warnings generiert, versendet oder wie auch immer. Daher habe ich es etwas umgeschrieben und als weitere Übergabewert mir noch die betreffende E-Mailadresse des Postfaches mit übergeben lassen „%u“. Zusätzlich wollte bei mir (warum auch immer /usr/sbin/sendmail) nicht funktionier. Daber habe ich auf Heirloom Mailx zurückgegriffen (apt-get install heirloom-mailx). Mein script ist ausführbar (chmod +x /usr/local/bin/quota-warning.sh) und gehört dem Benutzer sowie der Gruppe vmail (chown vmail:vmail /usr/local/bin/quota-warning.sh). Es schaut nun so aus:

#!/bin/bash
PERCENT=$1
USER=$2
FROM=" <a href="mailto:%3Ca%20href=" mailto:sebastian="" vandemeer="" de="">sebastian@vandemeer.de"><a href="mailto:sebastian@vandemeer.de">sebastian@vandemeer.de<span style="display: none;">This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. "
qwf="/tmp/quota.warning.$"
echo "
(for English version please see below
Liebe(r) Mailsystem Benutzer(in
ihr E-Mail Postfach $USER ist jetzt zu  $PERCENT% voll.
Fuer Informationen senden Sie eine E-Mail an: sebastian@vandemeer.de">sebastian@vandemeer.de

Ab jetzt läuft das Thema Quota schon. Es lässt sich auch testen. Für alle jeweils 512MB.

Jetzt möchte ich natürlich in meiner mysql Datenbank den einzelnen Mailboxen mehr oder weniger Platz zuweisen können! Diesen Teil kann man für seine eigene Konfiguration aber nur dann so wie jetzt beschrieben übernehmen, wenn die Benutzerauthentifizierung wie bei mir funktioniert. Hier habe ich etwas länger gehangen bis ich eine funktionable Lösung hatte. Wer hier auch hängt: http://www.gidf.de/ vielleicht kann ich auch helfen (e-mail)!
Ich musste bei mir meine dovecot-sql.conf um die folgende Zeile erweitern:

>>Klick mich<<

Dann habe ich in der dovecot.conf den Teil auskommentiert:

#  userdb static {
#    # Template for the fields. Can return anything a userdb could normally
#    # return. For example:
#    #
#    args = uid=5000 gid=5000 home=/home/vmail/%d/%n allow_all_users=yes
#    #
#    #args =
# }

Und durch diesen hier „ersetzte“:

userdb prefetch {
}
userdb sql {
args = /etc/dovecot/dovecot-sql.conf
}

In meiner Datenbank habe ich dann ein neues view angelegt, und vorher meiner Tabelle virtual_users ein neues Feld quota_kb spendiert:

CREATE VIEW view_users_quota AS select concat(`virtual_users`.`user`,_latin1'@',`virtual_domains`.`name`) AS `email`,`virtual_users`.`quota_kb` AS `quota_kb`,`virtual_users`.`password` AS `password` from (`virtual_users` left join `virtual_domains` on((`virtual_users`.`domain_id` = `virtual_domains`.`id`)));

Dieses view sammelt sich aus meinen anderen Tabellen die passenden Informationen zusammen und erbricht bei einer Abfrage gleich auch die Quota infos:

>>klick mich<<

Jetzt klappt es auch mit den dynamisch zugeteilten quotas. Dafür habe ich aber etwas gebraucht *lach*!

Als Webmailser setzte ich roundcube ein. Dieser zeigt einem sogar in einer lustigen Statusleiste wieviel Platz gerade „verschwendet“ wird. Dieser Statusbalken hat mir (quick and dirty) beim Testen sehr geholfen :-P! Zudem kann roundcube mit sieves-filtern bessern umgehen als alle mir (derzeit) bekannten Mailclients!


*Update*

Da gibt es etwas neues. Man muss natürlich nicht unbedingt über den view gehen. Ich habe ein weiteres System neu aufgesetzt. Alles läuft nun über /var/vmail und die sql user query schaut nun so aus: >>klick mich<<

Ne ne ne… im Grunde müsste ich das alles noch einmal neu schreiben 😛 Wenn ich dafür nur die Zeit hätte!

Spam- und Virenabwehr durch HELO: So funktioniert’s

Zu überprüfen ob die Angaben des Absenders, des Empfängers oder der Clients stimmen, ist für Postfix recht einfach. Es ermöglicht das schnelle „Ausfiltern“ von Spam- und Virenversendern.

Als Beispiel:

Wenn jemand versucht eine E-Mails an mich zu verschicken, und als Absender eine Domain angibt, die im DNS keinen A-Record oder keinen MX eingetragen hat, werde ich auf diesen Absender niemals antworten können. Eine solche E-Mail kommt fast ausschließlich von Viren- und Spamversendern, welche sich Absenderdomains ausdenken müssen. Ähnlich verhält es sich mit der Angabe des Clienthostnames. Ordentlich konfigurierte Mailserver melden sich mit ihrem FQDN und der Revers-DNS Eintrag passt zu diesem. Gekaperte Rechner eines Botnetzes melden sich maximal mit dem Namen, welcher vom Besitzer eingegeben wurde (Peters Wohnzimmerhobel)… Selbst wenn der FQDN passt, wird der Botnetzbetreiber kaum beim ISP des gekaperten Rechners einen passenden Reverse-DNS setzten lassen. Bei Verbindungen aus dynamischen IP-Netzten, sprich A-DSL T-COM 0815 Internetverbindungen, ist der Hostname meist nicht mal in einem gültigen Format. Warum auch? Dieses können wir uns zunutze machen, indem wir hier schon aussortieren. Fällt doch mal ein gewünschter Absender unter diese Restriktionen, hat dessen Admin meist nicht sauber gearbeitet. Der Admin und der Absender der E-Mail werden über passende Rückmeldungen und Logeinträge auf diesen Punkt aufmerksam gemacht!

Diese Filtermethode ist recht effektiv (30 – 55 Prozent Spam und Viren fliegen hier schon weg), einfach und sicher.

Eine erste grobe und einfache Konfiguration läuft so….

In der Datei /etc/postfix/main.cf müssen folgende beiden Zeilen ergänzt werden:

smtpd_helo_required = yes
smtpd_delay_reject = yes

smtpd_helo_required gibt vor, das unser Server immer und von jedem ein helo erwartet. Ist smtpd_delay_reject auf yes gesetzt führt Postfix die UCE-Filterung erst nach dem „RCPT TO:“ aus. Würde dieses nicht so sein, hätten einige SMTP Clients von z.B.: Microsoft damit arge Probleme.

Die einzelnen Beschränkungen legen wir passend unter den einzelnen Optionen an, was welche bewirkt erkläre ich unten….

Unter smtpd_recipient_restrictions:

        reject_unlisted_recipient,
        reject_non_fqdn_recipient,
        reject_non_fqdn_helo_hostname,
        reject_non_fqdn_hostname,
        reject_non_fqdn_sender,
        reject_unknown_recipient_domain,
        reject_unknown_client_hostname,
        reject_unknown_helo_hostname,
        reject_unknown_client,
        reject_unknown_recipient_domain,
        reject_unknown_sender_domain,
        reject_unauth_destination,
        reject_invalid_helo_hostname,
        reject_invalid_hostname,

Wichtig ist hier die Einrückung sowie Beachtung des Komma!

reject_non_fqdn_sender
Weist den Absender der E-Mail zurück, wenn dieser nicht in FQDN Form angegeben wurde.

reject_non_fqdn_recipient
Weist den Empfänger der E-Mail zurück, wenn dieser nicht in FQDN Form angegeben wurde.

reject_non_fqdn_hostname
Weist E-Mails zurück, wenn der Clientname nicht in FQDN Form angegeben wurde.

reject_invalid_hostname
Weist E-Mails zurück, wenn der Clientname nicht in einem gültigen Format angegeben wurde.

reject_unknown_recipient_domain
Weist die Anfrage zurück, wenn die angegebene Domain (RCPT TO) des Empfängers im DNS keinen Eintrag vom Typ A oder MX hat.

reject_unknown_sender_domain
Weist die Anfrage zurück, wenn die angegebene Domain (MAIL FROM) des Absenders im DNS keinen Eintrag vom Typ A oder MX hat.

reject_unlisted_recipient
Weist die E-Mail zurück, wenn der Empfänger nicht in der Liste der gültigen Empfängerdomains aufgeführt ist.

reject_unauth_destination
Weisst die E-Mail zurück:
  – wenn Postfix als relay Host arbeitet und die angegebene Empfängerdomain nicht in der Liste gültiger Weiterleitungsdomains steht.
  – wenn Postfix der Zielserver ist und die angegebene Empfängerdomain nicht in der Liste gültiger Empfänger steht.

reject_unknown_client_hostname
Weisst die E-Mail zurück, wenn Hostname und IP Adresse des einliefernden Mailservers nicht zueinander passen, oder nicht aufgelöst werden können.

reject_invalid_helo_hostname
Weisst die E-Mail zurück, wenn der im HELO oder EHLO angegebene Hostname fehlerhaft ist. Damit Clients diesen Test nicht einfach umgehen können, indem sie kein HELO/EHLO senden sollte die Option smtpd_helo_required = yes gesetzt werden.

reject_non_fqdn_helo_hostname
Weisst die E-Mail zurück, wenn der im HELO oder EHLO angegebene Hostname kein fqdn nach RFC ist.  Damit Clients diesen Test nicht einfach umgehen können, indem sie kein HELO/EHLO senden sollte die Option smtpd_helo_required = yes gesetzt werden.

reject_unknown_helo_hostname
Weisst die E-Mail zurück, wenn der im HELO oder EHLO angegebene Hostname keinen A oder MX Record hat. Damit Clients diesen Test nicht einfach umgehen können, indem sie kein HELO/EHLO senden sollte die Option smtpd_helo_required = yes gesetzt werden.

reject_unknown_client
Weisst die E-Mail zurück, wenn Host-IP Adresse und der Hostname des einliefernden Mailservers nicht zueinander passen, oder nicht aufgelöst werden können.

Nach einem Restart von Postfix kann man nun im Logfile schon die Wirkung der Beschränkungen bewundern:

tail -f -n 200 /var/log/mail.log

Hier versucht der Client „userpc“ mit der IP: 94.52.112.110 (GeoIP City Edition, Rev 1: RO, 10, Bucharest, (null), 44.433300, 26.100000, 0, 0) eine E-Mail einzuliefern. Da aber userpc kein FQDN ist, wird die Verbindung vom Server mit einem 504 zurückgewiesen. Der Vorteil von Errorcodes aus dem Bereich 5XX ist das wir (also der angesprochene Server) die Verbindung sofort beenden können, ohne auf den Client zu warten. Damit werden Verbindungen sofort wieder freigegeben und stehen anderen Verbindungen zur Verfügung.

Jun 7 17:50:35 smtp postfix/smtpd[22037]: NOQUEUE: reject: RCPT from unknown[94.52.112.110]: 504 5.5.2 <userpc>: Helo command rejected: need fully-qualified hostname; from=<MackenzieSaranzak@redvanilla.com> to=<spamemfaenger@spammdomain.de> proto=ESMTP helo=<userpc>
Jun 7 17:50:36 smtp postfix/smtpd[22037]: lost connection after DATA (0 bytes) from unknown[94.52.112.110]

Ich hoffe dieser Beitrag hilft dem einen oder anderen, sich etwas mehr Müll vom Hals zu halten!

Fragen oder Anregungen sehe ich wie immer gerne!


*Update* 22.03.2012

Ich habe inzwischen ein paar Auswertungen gefahren. Dabei zeigte sich, das ich mit folgenden Optionen bereits knapp 96% aller Spam und Virenmails erschlagen kann:

smtpd_recipient_restrictions =
        permit_mynetworks,
        permit_sasl_authenticated,
        check_recipient_access hash:/etc/postfix/recipient-access,
        reject_rhsbl_sender rhsbl.ahbl.org,
        reject_rhsbl_sender cart00ney.surriel.com,
        reject_rhsbl_sender in.dnsbl.org,
        reject_rhsbl_sender rhsbl.sorbs.net,
        reject_rbl_client bl.spamcop.net,
        reject_rbl_client zen.spamhaus.org
        reject_rbl_client ix.dnsbl.manitu.net,
        reject_rbl_client dnsbl.njabl.org,
        reject_rhsbl_client abuse.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rhsbl_client postmaster.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rhsbl_client spam.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rhsbl_sender abuse.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rhsbl_sender postmaster.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rhsbl_sender spam.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rbl_client spam.rbl.kernel-error.de,
        reject_rbl_client socks.dnsbl.sorbs.net,
        reject_rbl_client http.dnsbl.sorbs.net,
        reject_rbl_client misc.dnsbl.sorbs.net,
        reject_rbl_client web.dnsbl.sorbs.net,
        reject_rbl_client new.spam.dnsbl.sorbs.net,
        reject_unlisted_recipient,
        reject_non_fqdn_recipient,
        reject_unknown_recipient_domain,
        reject_unauth_destination,
        reject_unknown_client_hostname,
        reject_invalid_helo_hostname,
        reject_non_fqdn_helo_hostname,
        reject_unknown_helo_hostname,
        reject_invalid_hostname,
        reject_non_fqdn_hostname,
        reject_unknown_client,
        check_policy_service unix:private/tumgreyspf
smtpd_data_restrictions =
        reject_unauth_pipelining,
        permit
unverified_recipient_reject_code = 550
unverified_sender_reject_code = 550
unknown_address_reject_code = 550
unknown_hostname_reject_code = 550
unknown_client_reject_code = 550

Wichtig:

Die Liste *.kernel-error.de ist meine ganz eigene private. Die nur für mich und meine eigenen Zwecke angedacht ist. Als einfachen Test könnt ihr sie natürlich gerne abfragen aber sie sollte niemals produktiv eingesetzt werden. Das wird bestimmt mal Probleme geben. Am besten einfach weg lassen!


Hier hätte ich dann noch die groben Auswertungen der Kiste, die sich um meine privaten Mails kümmert. Ist natürlich mit keinem großem Mailsystem zu vergleichen. Aber die Leute stehen ja so auf bunte Bilder 😛

Greylisting mit Postfix

Greylisting ist ein sehr einfacher und ebenso wirkungsvoller Kniff um sich gegen Spam und Viren zu schützen. 80 bis 90 Prozent der Spammails und fast schon alle Viren werden inzwischen von großen Botnetzen verschickt. Vor allem Betreiber größerer Mailserver bekommen schnell Probleme durch solche Botnetze. Die von großen Botnetzten ausgelösten Spam- und Virenfluten, verstopfen die Mailserver. Dadurch verzögern sich die Zustellungen einzelner E-Mails auf fast schon unbestimmte Zeit. Der bearbeitende Mailserver ist oft damit ausgelastet sich um Spam- und Virenmails zu kümmern.

Wie kann Greylisting hier nun helfen? Im Grunde ganz einfach….

Wenn ein Mailserver das erste Mal versucht einem Mailserver mit Greylisting eine E-Mail zuzustellen, wird diese mit der Bitte abgewiesen, es in ein paar Minuten noch einmal zu probieren. Im gleichen Moment speichert der Mailserver ein so genanntes Tripple. Dieses Tripple besteht aus der E-Mail Adresse des Empfängers, der E-Mail Adresse des Absenders und der IP-Adresse des Clients. Versucht nun der Mailserver nach ein paar Minuten eine erneute Zustellung, wird dieses von unserem greylistingfähigen Mailserver erkannt und die E-Mail wird ohne weitere Verzögerung zugestellt. Was das nun bringen soll? Nun ja, fast alle Botnetze arbeiten nach dem „fire and forget“ Prinzip. E-Mails werden also einfach abgeschickt und dann nicht weiter beachtet. Das liegt daran, dass die Botnetze sehr effektiv arbeiten sollen. In der Zeit, in welcher sich das Botnetz damit befasst eine E-Mail zu puffern und später noch einmal zuzustellen, sich darum kümmert das ein angesprochener Mailserver gerade nicht antwortet oder eine E-Mail Adresse nicht mehr existiert, in dieser Zeit hätte das Botnetz schon mehrere andere Empfänger anschreiben können. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Server mit Greylisting auch sonst gut vor Spam geschützt ist und die E-Mail in einem nachgeschalteten Filter sowieso ausgefiltert wird, größer als bei einem anderen Server. Denn hier hat der Admin anscheinend seine Hausaufgaben gemacht. Aus diesen Gründen ist es für einen Botnetzbetreiber einfacher und besser von seinem vermeintlichen Opfer abzulassen und sich mit einem anderen zu beschäftigen!

Mit aktiviertem Greylisting wird nun jede erste Zustellung eines Mailservers verzögert zugestellt. Fast alle Greylistingsysteme sind selbstlernend, d.h.: nach kurzer Zeit landen bereits bekannte Mailserver auf einer whitelist und müssen ab diesem Moment keine Verzögerung mehr erdulden. Greylisting ist zwar in einigen Fällen nutzlos und sicher ist es kein Allheilmittel gegen Spam und Viren, es hält dem Mailserver denn noch sehr viel „Müll“ vom Hals, damit dieser sich um andere Dinge kümmern kann!

Zusammen mit Postfix benutze ich seit längerem schön das Tool postgrey von David Schweikert.

Eine Erste funktionsfähige Implementierung ist unter Debian schon in 5 – 7 Minuten zu realisieren.

Postgrey ist direkt aus dem Paketmanager heraus zu installieren:

apt-get install postgrey

Im Normalfall wird postgrey nach der Installation sofort ausgeführt. Dieses lässt sich recht schnell überprüfen, da es auf dem Port 60000 auf 127.0.0.1 lauscht.

netstat -anp | grep 60000

Sollte hier nun etwas wie:

tcp 0 0 127.0.0.1:60000 0.0.0.0:* LISTEN 2540/postgrey.pid -

zurückgeben….

Um Postfix nun die Nutzung von postgrey näher zu bringen, müssen in der Datei /etc/postfix/main.cf die „smtpd_recipient_restrictions“ um den Eintrag:

check_policy_service inet:127.0.0.1:60000

erweitert werden. Nach einem Postfixrestart sollte das Greylisting schon laufen. Genauer kann man es sich direkt im Logfile anschauen:

tail -f -n 200 /var/log/mail.log

Es wird das erste Mal versucht eine E-Mails einzuliefern. Porstgrey vergibt die action greylist. Postfix antwortet dem einlieferndem Server also mit:: „450 4.2.0 <Testadresse@testdomain.de>: Recipient address rejected: Greylisted, see http://postgrey.schweikert.ch/help/testdomain.de.html“ Alle 4XX Fehler sind als temporäre Fehler deklariert, daher wird es der einliefernde Mailserver in kürze noch einmal probieren!

Jun 7 10:26:29 smtp postfix/smtpd[9268]: connect from static-xxxxxxxxxxxx.de[xxxxxxxxxxxxx]
Jun 7 10:26:40 smtp postgrey[1202]: action=greylist, reason=new, client_name=static-xxxxxxxxxxxx.de, client_address=xxxxxxxxxxxxx, sender=kernel-error@kernel-error.de, recipient=Testadresse@testdomain.de
Jun 7 10:26:40 smtp postfix/smtpd[9268]: NOQUEUE: reject: RCPT from static-xxxxxxxxxxxx.de[xxxxxxxxxxxxx]: 450 4.2.0 <Testadresse@testdomain.de>: Recipient address rejected: Greylisted, see http://postgrey.schweikert.ch/help/testdomain.de.html; from=<kernel-error@kernel-error.de> to=<Testadresse@testdomain.de> proto=ESMTP helo=<smtp.kernel-error.de>
Jun 7 10:26:40 smtp postfix/smtpd[9268]: disconnect from static-xxxxxxxxxxxx.de[xxxxxxxxxxxxx]

Hier ist nun der zweite Einlieferungsversuch des Mailservers! Postgrey erkennt hier schon, den Server. Die Zeit, welche zwischen den Zustellversuchen vergehen muss (default 5 Minuten), ist noch nicht abgelaufen: „reason=early-retry (84s missing)“. Aus diesem Grund wird dem einliefernden Mailserver wieder ein: „450 4.2.0 <Testadresse@testdomain.de>: Recipient address rejected: Greylisted, see http://postgrey.schweikert.ch/help/testdomain.de.html“ zurückgegeben.

Jun 7 10:30:11 smtp postfix/smtpd[9268]: connect from static-xxxxxxxxxxxx.de[xxxxxxxxxxxxx]
Jun 7 10:30:16 smtp postgrey[1202]: action=greylist, reason=early-retry (84s missing), client_name=static-xxxxxxxxxxxx.de, client_address=xxxxxxxxxxxxx, sender=kernel-error@kernel-error.de, recipient=Testadresse@testdomain.de
Jun 7 10:30:16 smtp postfix/smtpd[9268]: NOQUEUE: reject: RCPT static-xxxxxxxxxxxx.de[xxxxxxxxxxxxx]: 450 4.2.0 <Testadresse@testdomain.de>: Recipient address rejected: Greylisted, see http://postgrey.schweikert.ch/help/testdomain.de.html; from=<kernel-error@kernel-error.de> to=<Testadresse@testdomain.de> proto=ESMTP helo=<smtp.kernel-error.de>
Jun 7 10:30:16 smtp postfix/smtpd[9268]: disconnect from static-xxxxxxxxxxxx.de[xxxxxxxxxxxxx]

Jetzt kommen wir zum dritten Einlieferungsversuch. Postgrey findet das Tripple und die minimale Zeit zwischen den Zustellversuchen ist inzwischen vergangen. Daher bekommen wir die action pass, welche Postfix zur Annahme der E-Mail bringt! Die E-Mail wurde zugestellt! Postgrey wird sich diesen Vorgang nun für (default) 35 Tage speichern. Aus dieser Merkliste wird postgrey nun lernen und das Greylisting wird Stück für Stück, bei bekannten Kombinationen, verschwinden!

Jun 7 10:32:34 smtp postfix/smtpd[9827]: connect from static-xxxxxxxxxxxx.de[xxxxxxxxxxxxx]
Jun 7 10:32:35 smtp postgrey[1202]: action=pass, reason=triplet found, delay=355, client_name=static-xxxxxxxxxxxx.de, client_address=xxxxxxxxxxxxx, sender=kernel-error@kernel-error.de, recipient=Testadresse@testdomain.de
Jun 7 10:32:35 smtp postfix/smtpd[9827]: 6B271904DA4C: client=static-xxxxxxxxxxxx.de[xxxxxxxxxxxxx]
Jun 7 10:32:35 smtp postfix/cleanup[10999]: 6B271904DA4C: message-id=<584E00FCBBB4684XXXXXXD0119300F37D4@smtp.kernel-error.de>
Jun 7 10:32:35 smtp postfix/qmgr[1637]: 6B271904DA4C: from=<kernel-error@kernel-error.de>, size=5104, nrcpt=1 (queue active)
Jun 7 10:32:36 smtp postfix/smtpd[9827]: disconnect from static-xxxxxxxxxxxx.de[xxxxxxxxxxxxx]

Hier ist nun ein Beispiel für einen Vorgang, bei welchem der Client schon eingelernt wurde.

Jun 18 11:43:40 smtp postfix/smtpd[17392]: connect from www.XXX.nrw.de[193.xxx.xxx.xxx]
Jun 18 11:43:55 smtp postgrey[1203]: action=pass, reason=client AWL, client_name=www.XXX.nrw.de, client_address=193.xxx.xxx.xxx, sender=xxxxxxxxxxxxx@uni-wuppertal.de, recipient=kernel-error@kernle-error.de
Jun 18 11:43:55 smtp postfix/smtpd[16425]: B1613904DA46: client=www.XXX.nrw.de[193.xxx.xxx.xxx]
Jun 18 11:43:55 smtp postfix/cleanup[18052]: B1613904DA46: message-id=<2A15E2XXXXXXXXXX9A17CF771D007BDC@men>
Jun 18 11:43:55 smtp postfix/qmgr[1643]: B1613904DA46: from=<xxxxxxxxxx@uni-wuppertal.de>, size=79646, nrcpt=1 (queue active)
Jun 18 11:43:55 smtp postfix/smtpd[16425]: disconnect from www.XXX.nrw.de[193.xxx.xxx.xxx]

Ich hoffe dieser Beitrag hilft dem einen oder anderen, sich etwas mehr Müll vom Hals zu halten!

Fragen oder Anregungen sehe ich wie immer gerne!

RBL und Postfix…

Realtime Blackhole List (RBL) oder DNS-based Blackhole List (DNSBL) als Spam- und Virenabwehr für Postfix? Diese Frage habe ich mir des öfteren gestellt. Ich sehe hier sehr klare Vorteile genauso wie Nachteile.

Der wirklich große Vorteil ist, dass wenn ein Client auf einer Blacklist steht, dieser sofort abgewiesen wird. Der Mailserver muss also erst überhaupt keine E-Mail annehmen, sich lange mit dem Client unterhalten, irgendwas filtern, auf das Beenden der Verbindung vom Client aus warten usw. usw…
Als Admin großer Mailserver wünscht man sich so etwas.

  • Denn hält ein Client die Verbindung bis zum Timeout offen, ist dieser Prozess für andere eingehende Verbindungen nicht zu gebrauchen. Einem läuft also die Tabelle voll.
  • Jede Spam- oder Virenemail die eingeliefert wird, verschwendet Traffic und Serverzeit.
  • Jede Spam- oder Virenemail im System beschäftigt dieses auch. Die E-Mail wird zwischengelagert, verschoben, gefiltert, überprüft, verglichen usw.. Sie nimmt echten E-Mails den Platz weg, diese müssen auf die Verarbeitung von Müll warten, alles verschleppt sich. Es entstehen Mailstaus, die Zustellung gewünschter E-Mails wird bis auf ungewisse Zeit verzögert!

Der für mich große Nachteil ist, dass man sich auf andere ~blind~ verlässt.

  • Ich kann die Blacklisten nicht wirklich überprüfen, es ist für mich zudem nicht wirklich transparent.
  • Hin und wieder landet auch mal ein System „versehentlich“ auf einer solchen Liste.
  • Ob und wie dieses System wieder von einer solchen Blackliste herunter kommt, kann ich nicht wirklich beeinflussen.

Es gibt zwar Wege, sich selbst eine solche Liste anzufertigen!
Einer ist, eine E-Mail Adresse überall dort zu veröffentlichen, wo sie vermeintliche Spammer einsammeln können. Jeder der dann an diese Adresse eine E-Mail sendet landet auf der Blackliste. So würde sich diese Liste selbst pflegen lassen. Es wird aber lange dauern bis sie wirklich effektiv arbeitet und der Spammer muss natürlich zuerst die „Sammeladresse“ anschreiben. Hier sind die großen Listen von spamhaus.org oder die Listen mit den dynamischen IP-Netzten schon viel viel viel weiter, wenn man sich auf diese verlassen möchte!

Ich habe es erst an einem Testsystem probiert und später Stück für Stück auf die echten Systeme ausgebreitet. Dieses mit überwältigendem Erfolg! ca. 80 – 90 Prozent aller Viren- und Spammails werden schon beim Einlieferungsversuch abgewiesen. Die Belastung der Server ist stark zurück gegangen. Bisher hat sich noch kein Kunde beschwert und mir ist kein Problem aufgefallen, wie Mailverlust, Falschabweisung oder ähnliches…. Diese Lösung ersetzt ganz klar keine nachgeschalteten Filter und man sollte alles im Auge behalten, hält einem denn noch extrem viel Müll vom Hals!

Die erste grobe Konfiguration ist schnell und einfach gemacht….

Die zu befragenden Server trägt man in die passenden Sektionen der Konfigurationsdatei /etc/postfix/main.cf ein.

Unter smtpd_recipient_restrictions

        reject_rhsbl_sender rhsbl.ahbl.org,
        reject_rhsbl_sender cart00ney.surriel.com,
        reject_rhsbl_sender in.dnsbl.org,
        reject_rhsbl_sender rhsbl.sorbs.net,
        reject_rbl_client bl.spamcop.net,
        reject_rbl_client zen.spamhaus.org
        reject_rbl_client ix.dnsbl.manitu.net,
        reject_rbl_client dnsbl.njabl.org,
        reject_rhsbl_client abuse.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rhsbl_client postmaster.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rhsbl_client spam.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rhsbl_sender abuse.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rhsbl_sender postmaster.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rhsbl_sender spam.rhsbl.kernel-error.de,
        reject_rbl_client spam.rbl.kernel-error.de,
        reject_rbl_client socks.dnsbl.sorbs.net,
        reject_rbl_client http.dnsbl.sorbs.net,
        reject_rbl_client misc.dnsbl.sorbs.net,
        reject_rbl_client web.dnsbl.sorbs.net,
        reject_rbl_client new.spam.dnsbl.sorbs.net,

Wichtig:

Die Liste *.kernel-error.de ist meine ganz eigene private. Die nur für mich und meine eigenen Zwecke angedacht ist. Als einfachen Test könnt ihr sie natürlich gerne abfragen aber sie sollte niemals produktiv eingesetzt werden. Das wird bestimmt mal Probleme geben. Am besten einfach weg lassen!


Beim Eintragen muss auf das Komma geachtet werden und darauf dass die Einträge eingerückt werden. Sonst wertet Postfix diese als eigenständigen Eintrag, welcher zu Fehlern führen wird!

Ist ein Mailserver „versehentlich“ auf einer Blacklist gelandet wird sich der Administrator des Mailserver natürlich irgendwann wundern, warum sein Mailserver kaum noch E-Mails ausliefern kann. Diesem Administrator wollen wir natürlich die Arbeit etwas erleichtern und sorgen für klare Logeinträge in seinem System. Zudem sollten die Absender auch etwas sinniges bekommen. Daher setzten wir eine Standardrückmeldung für alle Systeme, welche aufgrund der Blackliste abgelehnt werden! Es muss in der Konfigurationsdatei /etc/postfix/main.cf etwas in dieser Art ergänzt werden:

default_rbl_reply = $rbl_code Service unavailable; $rbl_class [$rbl_what] blocked using $rbl_domain${rbl_reason?; $rbl_reason}; !!!! Forward this EMail to -YOUR- System Administrator !!!!; You can reach -OUR- System Administrator by postmaster@$recipient_domain; So long.....

 

Wird die Annahme der E-Mail nun verweigert, bekommt der Absender eine sinnige E-Mail. In dieser steht nun der Grund und dass er die Nachricht bitte an seinen Administrator weiterleiten soll (dieser sollte in der Lage sein sie auch zu verstehen). Zusätzlich wird noch angegeben unter welcher E-Mail Adresse man den Postmaster des Empfängers erreichen kann.

Nach einem Restart von Postfix sollte RBL schon laufen.

tail -f -n 200 /var/log/mail.log

 

Wie gut zu erkennen ist, baut ein Clientsystem mit der IP: 66.220.155.147 (GeoIP City Edition, Rev 1: CA, ON, Petrolia, (null), 42.883301, -82.150002, 0, 0) eine Verbindung zu unserem Mailserver auf. Dieses System befindet sich nun auf eine Blacklist oder kommt aus einem dynamischen Adressbereich, welche auf einer Blacklist steht. Es wird daher sofort ein 554 gesendet. Alle Fehlercodes aus dem Bereich 5XX sind als dauerhafte/fatale Fehlercodes deklariert. Bei allen Fehlern aus dem Bereich 5XX baut unser Server direkt die Verbindung ab und wartet nicht auf ein Beenden der Verbindung vom Client. Diese Verbindung wird somit sofort freigegeben und steht anderen Prozessen zur Verfügung.

Oct 31 16:19:16 postfix/smtpd[7308]: connect from outmail013.ash2.facebook.com[66.220.155.147]
Oct 31 16:19:18 postfix/smtpd[7308]: NOQUEUE: reject: RCPT from outmail013.ash2.facebook.com[66.220.155.147]: 554 5.7.1 Service unavailable; Client host [66.220.155.147] blocked using ix.dnsbl.manitu.net; Your e-mail service was detected by mx.selfip.biz (NiX Spam) as spamming at Wed, 31 Oct 2012 04:20:15 +0100. Your admin should visit http://www.dnsbl.manitu.net/lookup.php?value=66.220.155.147; !!!! Forward this EMail to -YOUR- System Administrator !!!!; You can reach -OUR- System Administrator by postmaster@user.de; So long.....; from=<notification+kr4mss2q24wx@facebookmail.com>; to=<user@user.de>; proto=ESMTP helo=<mx-out.facebook.com>

 

Ich hoffe dieser Beitrag hilft dem einen oder anderen, sich etwas mehr Müll vom Hals zu halten!

Fragen oder Anregungen sehe ich wie immer gerne!

 


 

Ein kleines „Problem“ ist mir bei dieser Technik untergekommen. Einer der RBL Server, welchen ich abgefragt habe, hat (für mich) plötzlich seinen Dienst eingestellt. Dieses ist mir aber erst spät aufgefallen.
Im Postfixlogfile unter: /var/log/mail.log werden dazu Warnmeldungen angezeigt. Nach dem Timeout der Abfrage wurde einfach der nächste Server in der Liste abgefragt. Alles kein Problem, sollte man meinen 😀 Leider ist das Mailaufkommen auf diesem Server doch sehr hoch. Die ständigen Anfragen bis in die Timeouts führten leider in seltenen Fällen zu einer unvollständigen Rückmeldung anderer DNS-Abfragen. Einige E-Mails konnten so nicht richtig zugestellt werden. Die Rückmeldung war folgende:

<kernel-error@kernel-error.de>: Host or domain name not found. Name service error for name=mailserver.maildomain.de type=A: Host found but no data record of requested type

 

Nachdem ich den toten Server entfernt hatte und die DNS Abfragen nicht mehr in die Timeouts liefen, war dieses Problem weg! Ich habe nur leider in den ersten Minuten keinen Zusammenhang zwischen dem toten RBL-Server und einer gescheiterten „Weiterleitung“, wegen einer nicht vollständig aufgelösten DNS-Abfrage, gesehen.

 

 

 

SPF

Sender Policy Framework (früher Sender Permitted From), kurz SPF, ist eine Technik, die das Fälschen des Absenders einer E-Mail auf SMTP-Ebene erschweren soll.

Klingt komplex ist es aber nicht…

Es gibt eine simplen SPF-Generator, welcher einem einen fertigen Eintrag für seinen DNS-Server erstellt.

Einfach mal hier: http://www.spf-record.de/ schauen….

Möchte man seine SPF Konfiguration testen gibt einem folgende Webseite viele Möglichkeiten: http://www.kitterman.com/

Der SPF-Record könnte für meine Zone wie folgendes Beispiel aussehen:

kernel-error.de.    IN  TXT „v=spf1 ip4:212.23.142.146 ip6:2001:7d8:8001:100::2 ptr:smtp.kernel-error.de mx a:smtp.kernel-error.de -all“

 

Bei Fragen oder Problemen, helfe ich natürlich gerne weiter!

Funktionsweise

Dazu wird in der DNS-Zone einer Domäne ein sog. Resource Record vom Typ TXT oder SPF mit Informationen darüber hinterlegt, welche Computer E-Mails für diese Domäne versenden dürfen. Anhand dieser Informationen soll nach RFC 4408 der Empfangs-Server dann sowohl die „MAIL FROM“-Identität als auch die „HELO“-Identität des Senders nachprüfen. Absenderangaben im E-Mail-Header werden nicht überprüft.

Im DNS-Eintrag einer Domäne sind bislang schon normale MX-Einträge vorhanden, die SMTP-Servern sagen, an welchen Host sie E-Mails für diese Domäne senden sollen. Wenn also ein SMTP-Server eine E-Mail an

test@example.org

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können schicken soll, sieht er im MX-Record von example.org nach, an welchen Server er die Mail schicken soll. Mit SPF wird nun ein Record im Stil eines Reverse-MX den DNS-Einträgen einer Domäne hinzugefügt. Empfängt ein Mailserver eine E-Mail mit einem Absender von example.org, sieht er im SPF-Record von example.org nach, ob der zustellende Mailserver laut SPF-Record dazu berechtigt ist, Mails für diese Domain zu versenden. Mit dieser Technik lässt sich die Fälschung von Absenderadressen effektiv verhindern.

SPF kann so durch die leichtere Nachverfolgbarkeit von E-Mails auch zur Bekämpfung von Spam und zur Erschwerung von Phishing beitragen. SPF erhebt jedoch lediglich den Anspruch, Absenderadressfälschungen zu verhindern, nicht aber, direkt Spam zu bekämpfen.

SPF muss nur vom Empfängersystem unterstützt werden – am SMTP-Protokoll der Mailübertragung ändert sich nichts. Die Veröffentlichung von SPF-Records ist für eine Domäne freiwillig, Mails von Domains ohne SPF-Records sollen laut SPF-Spezifikation (RFC 4408) von Empfängern nicht negativ eingestuft werden; allerdings bleiben solche Domänen naturgemäß wie bisher gegen Umschlag-Adressfälschungen ungeschützt.

Mehr zum Lesen:

SPF
SPF-RECORD
SPF-RECORD erkärt

DKIM

Ich gehe davon aus, das eine funktionsfähige amavis, postfix usw… Konstellation vorhanden ist!

Ich habe einen Server im Internet stehen, welcher sich um meine E-Mails und die meiner Verwanden und Bekannten kümmert. Hier liegen mehrere Domains und die E-Mails in lokalen Postfächern. Diese sind per smtp, imap und webmail zu erreichen.

OS ist Debian Lenny, als MTA nutze ich Postfix welcher mit amavis, spamassassin, clamav, dovecot und etwas Krims mehr zusammenarbeitet.

Meine Idee war nun alle ausgehenden E-Mails jeweils mit DKIM zu signieren und alle eingehenden E-Mails zusätzlich auf eine gültige DKIM Signatur zu prüfen.

Es gibt hier nun mehrere Möglichkeiten dieses umzusetzen. Ich habe mehrere Systeme ausprobiert und finde, für mich ist es über amavis am angenehmsten. Seit der Version 2.6 bringt amavis-new diese Funktionalität mit. Na dann wollen wir mal….

Vorbereitung der Signaturprüfung

Ich habe folgende Einträge in meiner 50-user unter /etc/amavis/conf.d/ dafür ergänzt:

$enable_dkim_verification = 1;

Damit überreden wir amavis die DKIM Signaturen zu prüfen. Dieses läuft in Zusammenarbeit mit spamassassin. Hier müssen folgende Einträge vorgenommen werden:

/etc/spamassassin/v320.pre
loadplugin Mail::SpamAssassin::Plugin::DKIM

Ohne diesen Eintrag wird spamassassin nicht das passende Modul laden und versteht überhaupt nicht was man von ihm will (häufige Fehlerquelle).

/etc/spamassassin/local.cf
#DKIM
score DKIM_VERIFIED -3.0
score DKIM_POLICY_TESTING 0
score USER_IN_DKIM_WHITELIST -8.0
whitelist_from_dkim @kernel-error.de

Hier lege ich nun die Punkte fest, welche von spamassassin vergeben werden. Da natürlich auch Spammer eine DKIM Signatur erstellen könnten (was eher selten ist) gebe ich maximal -3 Punkte für eine erfolgreich geprüfte DKIM Signatur.

Es fehlt nur noch ein Paket: libmail-dkim-perl
Dieses installieren wir einfach schnell mit

apt-get install libmail-dkim-perl

nach!

Ab jetzt werden E-Mails schon auf eine gültige DKIM Signatur überprüft.

Ich werfe, nach einiger Zeit, mal ein: cat /var/log/mail.log|grep dkim_id raus um zu sehen ob schon etwas passiert ist:

Mar 11 10:59:56 kernel-error amavis[10736]: (10736-05) Passed CLEAN, [91.194.xxx.xxx] [91.194.xxx.xxx] <e3@xxxxx.net> -> <xxx@xxx-meckenheim.de>, Message-ID: <0.0.10@e3xxys.net>, mail_id: Cf, Hits: -9.187, size: 33396, queued_as: 6883, dkim_id=eBay@reply.ebay.de,eBay@reply.ebay.de, 6951 ms

Schaut gut aus und im MailHeader dieser E-Mail steht:

Authentication-Results: kernel-error.de (amavisd-new); dkim=pass
header.i=eBay@reply.ebay.de
Authentication-Results: kernel-error.de (amavisd-new); domainkeys=pass

Das geht also schon mal 😀

Vorbereitung der Signierung

In /etc/amavis/conf.d/50-user müssen folgende Konfigurationszeilen eingefügt werden:

$enable_dkim_signing = 1;
dkim_key('kernel-error.de', 'kernel-error', '/pfad/kernel-error.key.pem');
@dkim_signature_options_bysender_maps = (
{ '.' => { ttl => 21*24*3600, c => 'relaxed/simple' } } );
@mynetworks = qw(127.0.0.0/8);  # list your internal networks

Zeile 1 bringt amavis dazu E-Mails per DKIM zu signieren.
Zeile 2 sagt amavis wo für die jeweilige Domain (hier kernel-error.de) die Schlüsseldatei liegt.
Zeile 3 gibt vor wie und was signiert werden soll.
Zeile 4 gibt an, welche IP-Netze als lokal behandelt werden sollen. Da dieser Server bei uns im Rechenzentrum steht gibt es kein lokales Netzwerk, bis auf 127…

Jetzt müssen wir noch den Schlüssel erstellen. amavis hilft dabei mit folgendem Befehl:

amavisd-new genrsa /pfad/kernel-error.key.pem

Wir können uns den Schlüssel anschauen und direkt Testen ob amavis alles richtig verstanden hat, mit Hilfe dieses Befehls:

amavisd-new showkeys

Die Ausgabe sollte ähnlich dieser sein:

kernel-error._domainkey.kernel-error.de.        3600 TXT (
"v=DKIM1; p="
"MIGfMCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCC/KYIHw8NZNIB"
"SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS6orDC2DzZ7"
"XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX"
"qZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZB")

Genau diesen Schlüssel müssen wir nun in den DNS-Eintrag des DNS-Servers eintragen, welcher für die Domain zuständig ist. Der DNS-Server meiner Domain ist ein Bind9. Um diesem meinen Schlüssel schmackhaft zu machen, muss ich ihn noch etwas umformen. Er wird am Ende so ausschauen:

kernel-error._domainkey.kernel-error.de.        3600 TXT  "v=DKIM1; p="MIGfMCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCC/KYIHw8NZNIBSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS6orDC2DzZ7XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXqZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZB"

Ich habe alle Zeilenumbrüche und ~überfüssige~ ( „ ) sowie die beiden Klammern entfernt. Der Eintrag im Bind schaut nun also so aus:

$ORIGIN .
$TTL 86400      ; 1 day
kernel-error.de         IN SOA  kernel-error.de. root.kernel-error.de. (
xxxxxxxxx ; serial
10000      ; refresh (2 hours 46 minutes 40 seconds)
1800       ; retry (30 minutes)
2419200    ; expire (4 weeks)
86400      ; minimum (1 day)
)
NS      ns1.kernel-error.de.
NS      ns2.kernel-error.org.
A       213.xx.xx.xx
MX      10 smtp.kernel-error.de.

kernel-error._domainkey.kernel-error.de.        3600 TXT  "v=DKIM1; p="MIGfMCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCC/KYIHw8NZNIBSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS6orDC2DzZ7XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXqZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZB"


$ORIGIN kernel-error.de.
$TTL 300        ; 5 minutes
imap                    A       213.xx.xx.xx
smtp                    A       213.xx.xx.xx

Ein amavisd-new testkeys sollte nun folgendes ergeben:


TESTING: kernel-error._domainkey.kernel-error.de => pass

Ab jetzt werden alle lokalen E-Mails signiert! Hier ist darauf zu achten, dass nur E-Mails signiert werden, welche als lokal eingestuft werden. Wir erinnern uns daran, dass wir 127.0.0.0/8 als lokales Netzwerk eingestuft haben. Wenn also nun E-Mails von Benutzern signiert werden sollen, welche sich mit ihrem E-Mail Client per smtp am Server anmelden und E-Mails verschicken, dann ist noch etwas mehr Arbeit nötig!

Am einfachsten ist es mit zwei verschiedenen IP-Adressen zu arbeiten und für diese Spezielle Regeln anzulegen. Dazu müssen ein paar Einträge in der /etc/postfix/master.cf vorgenommen werden:

213.xx.xx.xx:smtp      inet  n       -       -       -       -       smtpd 
127.0.0.1:10025 inet n  -       -     -       -  smtpd
-o content_filter=
-o local_recipient_maps=
-o relay_recipient_maps=
-o smtpd_restriction_classes=
-o smtpd_delay_reject=no
-o smtpd_client_restrictions=permit_mynetworks,reject
-o smtpd_helo_restrictions=
-o smtpd_sender_restrictions=
-o smtpd_recipient_restrictions=permit_mynetworks,reject
-o smtpd_data_restrictions=reject_unauth_pipelining
-o smtpd_end_of_data_restrictions=
-o mynetworks=127.0.0.0/8
-o smtpd_error_sleep_time=0
-o smtpd_soft_error_limit=1001
-o smtpd_hard_error_limit=1000
-o smtpd_client_connection_count_limit=0
-o smtpd_client_connection_rate_limit=0
-o receive_override_options=no_header_body_checks,no_unknown_recipient_checks
-o local_header_rewrite_clients=

Ist hier mein Eintrag für E-Mails, welche über den MX Eintrag an meinen Mailserver gesendet werden, also für die Domains und User bestimmt sein sollten, welche ich über meinen Mailserver verarbeite. Die User sollten über diese Adresse keine E-Mails einliefen!!

### Einlieferung eigene Nutzer
213.xx.xx.xxx:smtp      inet  n       -       y       -       100     smtpd
-o smtpd_proxy_filter=localhost:10028
-o smtpd_etrn_restrictions=reject
-o smtpd_client_restrictions=permit_sasl_authenticated,reject
-o smtpd_sasl_auth_enable=yes
-o content_filter=
213.xx.xx.xxx:smtps    inet  n       -       y       -       100       smtpd
-o smtpd_etrn_restrictions=reject
-o smtpd_client_restrictions=permit_sasl_authenticated,reject
-o smtpd_tls_wrappermode=yes
-o smtpd_proxy_filter=localhost:10028
-o smtpd_sasl_auth_enable=yes
-o content_filter=

Dieses sind nun meine Einträge für die zweite IP-Adresse. Über welche die User, welche sich per sasl anmelden, ihre E-Mails ins System werfen.

localhost:smtp      inet  n       -       -       -       -       smtpd

Damit auch mein Webmail sauber funktioniert ist dieser Eintrag zuständig. Sonst lauscht halt keiner mehr lokal 😀

Hier ist nun klar zu sehen, das die per smtp angenommenen E-Mails je nach IP anderen Regeln unterliegen und auch lokal an amavis auf anderen Ports weitergeleitet werden. Dieses müssen wir natürlich amavis auch mitteilen. Wenn amavis nicht weiss das es auf weiteren Ports lausch soll, wird es dieses kaum von sich aus tun. Dafür müssen wir einen Eintrag unter /etc/amavis/conf.d/20-debian_defaults ändern.

$inet_socket_port = [10024,10028,10032];  # listen on multiple TCP ports geaendert

Jetzt geben wir in der /etc/amavis/conf.d/50-user noch unsere spezielle Regel für die sasl Benutzer an:

# DKIM
$policy_bank{'SASLNUTZER'} = {   # Einlieferung eigener Nutzer
originating => 1,
os_fingerprint_method => undef,  # eigentlich ueberfluessig
};
$interface_policy{'10028'} = 'SASLNUTZER';

Interessant ist hier im Grunde nur:

originating => 1,

Man könnte originating => 1 auch einfach mit in die 20-debian_defaults werfen und sich das mit der zweiten IP und den amavis Regeln sparen. Damit wird aber jede E-Mail als lokal behandelt. Ob das so gut ist bleibt jedem selbst überlassen 😛

Tja, was soll ich sagen, hier ist nun Ende. Sollte es Fragen oder Probleme geben, könnt ihr euch gerne bei mir melden!

Hier nun noch ein Paar Informationen zu DKIM:

DomainKeys ist ein Identifikationsprotokoll zur Sicherstellung der Authentizität von E-Mail-Absendern, das von Yahoo entwickelt wurde und seit Ende 2004 in Erprobung ist. Es wurde konzipiert, um bei der Eindämmung von unerwünschter E-Mail wie Spam oder Phishing zu helfen.

DomainKeys wurde ursprünglich unter dem Titel Domain-Based Email Authentication Using Public Keys Advertised in the DNS (DomainKeys) im RFC 4870 veröffentlicht und unter dem Titel DomainKeys Identified Mail (DKIM) Signatures durch RFC 4871 abgelöst.

Arbeitsweise

DomainKeys basiert auf asymmetrischer Verschlüsselung. Die E-Mail wird mit einer Digitalen Signatur versehen, die der empfangende Server anhand des öffentlichen Schlüssels, der im Domain Name System (DNS) der Domäne verfügbar ist, verifizieren kann. Schlägt dies fehl, hat der empfangende Mail Transfer Agent (MTA) oder das empfangende Anwendungsprogramm die Möglichkeit, die E-Mail zu verweigern oder auszusortieren.

Kern des Verfahrens ist, dass der sendende MTA jede versendete E-Mail im sogenannten „DomainKey-Signature-Header“ mit einer digitalen Signatur des Inhaltes der E-Mail versieht.

Für die Erzeugung des für die Signatur nötigen Hashwertes unterstützt DKIM die Hashfunktionen SHA-1 und SHA-256, wobei die Verwendung von letzterer empfohlen wird. Die anschließende Verschlüsselung des Hashwertes, die letztlich die digitale Signatur zum Ergebnis hat, wird in beiden Fällen mit dem Verschlüsselungsverfahren RSA realisiert. Damit die Signatur mit dem beim E-Mail-Versand verwendeten ASCII-Zeichensatz dargestellt werden kann, wird sie mit Base64 kodiert.

Die so erzeugte digitale Signatur wird vom empfangenden MTA zunächst base64-dekodiert und dann mit dem öffentlichen Schlüssel der angeblichen Absender-Domäne (z.B. yahoo.com) entschlüsselt, der Hashcode der E-Mail wird neu berechnet. Stimmen der gelieferte entschlüsselte und der selbst berechnete Hashcode überein, stammt die E-Mail wirklich von der angegebenen Domäne. Der oder die verwendeten öffentliche(n) Schlüssel werden hierzu im DNS-Eintrag der sendenden Domäne publiziert. Das heißt, dass der DNS als Zertifizierungsstelle fungiert. Eine mit Hilfe von DomainKeys signierte E-Mail bietet also die Möglichkeit, sicher nachzuprüfen, ob die in der E-Mail-Absenderadresse enthaltene Domäne korrekt ist und dass die E-Mail auf dem Weg der Zustellung nicht verändert wurde.
Spamfilterung

Da es sich bei DomainKeys um einen Authentifizierungsmechanismus handelt, dient DomainKeys nicht dazu, Spam zu filtern. Stattdessen begrenzt DomainKeys die Möglichkeit, E-Mail-Absenderadressen zu verschleiern, da man mit DomainKeys feststellen kann, ob eine E-Mail tatsächlich über die angegebene Domäne versendet wurde.

Diese Nachvollziehbarkeit kann dazu verwendet werden, Bewertungssysteme und Filtertechniken von Spamfiltern wirkungsvoller zu gestalten. Zudem kann DomainKeys den Datendiebstahl durch Phishing begrenzen, da teilnehmende Mailversender ihre E-Mails als Originale zertifizieren können. Fehlt eine solche Zertifizierung, obwohl der vermeintliche Absender angibt, seine E-Mails zu zertifizieren, so kann die E-Mail als mögliche Fälschung betrachtet werden.
Lizenzierung

Yahoo hat das Verfahren patentieren lassen und es bei der IETF zur Standardisierung eingereicht. Das Verfahren wurde mittlerweile als Standard RFC 4871 akzeptiert.

Das DomainKeys-Verfahren kann von Yahoo wahlweise unter den Bedingungen der GPL 2.0 oder den Bedingungen des proprietären Yahoo DomainKeys Patent License Agreement lizenziert und verwendet werden.

Dem DomainKeys-Verfahren werden nach dem Scheitern der Standardisierung von Microsofts Sender ID – bei welchem an keine GNU-Lizenzierung gedacht wurde – gute Chancen eingeräumt, sich neben dem Sender Policy Framework (SPF) im Internet zu etablieren.
Unterstützung

Das DomainKeys-Verfahren erfordert größere Modifikationen am Mailserver – entsprechende Anpassungen existieren derzeit für fast alle gängigen Mail Transfer Agenten. Derzeit wird das DomainKeys-Verfahren nur von sehr wenigen Providern unterstützt; bekannte größere Provider, die Domainkeys einsetzen, sind Yahoo, Gmail und Strato.

Das Problem bei dieser und aller anderen Methoden zur Sicherstellung der Absender-Authentizität ist, dass es einen langen Zeitraum brauchen wird, um ein solches System zu verbreiten, da zuerst die Software angepasst werden muss und diese dann auch noch auf den Mailservern zum Einsatz kommen muss.
Weiterentwicklungen

Im Juli 2005 wurde von Cisco und Yahoo ein gemeinsamer Entwurf mit dem Titel DomainKeys Identified Mail (DKIM) bei der IETF eingereicht. Unterstützt wurde dieser Vorschlag nun auch von anderen Größen der IT-Branche, darunter mit Microsoft und AOL auch von denjenigen, die als Alternativlösung SPF vorschlugen. DKIM wurde im Mai 2007 als RFC 4871 veröffentlicht und ersetzte damit den vorherigen Entwurf RFC 4870.

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