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Kategorie: Kernel-Error-Blog (Seite 10 von 47)

Persönlicher Tech-Blog von Sebastian van de Meer — Beiträge zu IT-Security, Netzwerken, FreeBSD, Linux, Elektronik und Maker-Projekten.

TLS-ECDHE mit AES-256-GCM-SHA384 einfach erklärt

Verschlüsselung-cipher

Wer sich mit TLS beschäftigt, stolpert früher oder später über Zeichenketten wie TLS_ECDHE_ECDSA_WITH_AES_256_GCM_SHA384 oder TLS_AES_256_GCM_SHA384. Was da genau drinsteht, ist auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Dabei folgt die Benennung einem klaren Schema.

Die Bestandteile einer Cipher Suite

Jede Cipher Suite beschreibt vier Dinge:

  • Key Exchange — wie sich Client und Server auf einen gemeinsamen Sitzungsschlüssel einigen.
  • Certificate Verification — wie das Serverzertifikat geprüft wird (Signaturverfahren).
  • Bulk Encryption — die symmetrische Verschlüsselung der eigentlichen Daten.
  • Hashing — die Prüfsummen, die Integrität und Authentizität sicherstellen.

TLS 1.2 vs. TLS 1.3

In TLS 1.2 stehen alle vier Bestandteile im Namen der Cipher Suite. Nehmen wir TLS_ECDHE_ECDSA_WITH_AES_256_GCM_SHA384 auseinander:

  • TLS — das Protokoll (Transport Layer Security)
  • ECDHE — Key Exchange (Elliptic Curve Diffie-Hellman Ephemeral)
  • ECDSA — Certificate Verification (Elliptic Curve Digital Signature Algorithm)
  • AES_256_GCM — Bulk Encryption (AES mit 256 Bit im Galois/Counter Mode)
  • SHA384 — Hashing (SHA-2 mit 384 Bit)

TLS 1.3 hat das Namensschema verkürzt. Key Exchange und Certificate Verification sind nicht mehr Teil des Cipher-Suite-Namens, weil sie separat verhandelt werden. Darum sieht TLS_AES_256_GCM_SHA384 so kompakt aus: nur Protokoll, Verschlüsselung und Hash.

Key Exchange

Der Schlüsselaustausch legt fest, wie Client und Server einen temporären Sitzungsschlüssel aushandeln. Man will hier Ephemeral-Verfahren, also temporäre Schlüssel. Warum? Selbst wenn jemand den Traffic mitschneidet und später an den privaten Schlüssel des Servers kommt, kann er die aufgezeichneten Verbindungen nicht entschlüsseln. Der Sitzungsschlüssel existiert nur für die Dauer der Verbindung. Das nennt sich Perfect Forward Secrecy.

DHE (Diffie-Hellman Ephemeral) funktioniert, sollte aber mindestens 2048 Bit nutzen. Besser ist ECDHE (Elliptic Curve DHE), weil es bei gleicher Sicherheit deutlich kleiner und schneller ist. Idealerweise bietet der Server nur ECDHE an. Alles ohne das E am Ende (also statisches DH) hat kein Forward Secrecy und gehört abgeschaltet.

In Zukunft kommt hier noch Post-Quantum dazu. Mit X25519MLKEM768 lassen sich hybride Verfahren nutzen, die auch gegen Quantencomputer absichern. Wer das auf Nginx einrichten will, findet bei mir eine Anleitung: Post-Quantum TLS.

Certificate Verification

Verschlüsselung allein hilft nicht, wenn man mit dem falschen Server spricht. Das Serverzertifikat beweist die Identität. Es wird von einer CA signiert, kann per DANE/TLSA im DNSSEC-geschützten DNS verankert sein und sollte nicht trivial fälschbar sein.

RSA-Zertifikate sollten mindestens 2048 Bit haben, besser 4096 Bit. Allerdings werden RSA-Schlüssel mit steigender Sicherheit immer größer und langsamer. ECDSA-Zertifikate lösen das elegant: Ein ECDSA-Schlüssel mit 256 Bit bietet vergleichbare Sicherheit wie RSA mit 3072 Bit, ist aber deutlich kleiner und schneller zu verifizieren. Als Kurve sollte es mindestens secp256r1 (P-256) sein. secp384r1 geht auch, bringt aber aktuell keinen praktischen Vorteil.

Bulk Encryption

Das ist die eigentliche Datenverschlüsselung. Brauchbare Kombinationen sind:

  • AES-128-GCM oder AES-256-GCM — Standard, schnell, hardware-beschleunigt auf den meisten CPUs
  • ChaCha20-Poly1305 — gute Alternative, besonders auf Geräten ohne AES-NI

AES mit CBC ist noch akzeptabel, aber GCM ist vorzuziehen. Von 3DES sollte man die Finger lassen. Wenn irgendwo RC4 oder DES auftaucht: abschalten.

Hashing

Der Hash sichert die Integrität der übertragenen Daten. Minimum ist SHA-256, ein guter Mittelweg ist SHA-384. SHA-1 sollte man nicht mehr einsetzen. Taucht MD5 auf, stimmt etwas grundlegend nicht.

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SSH-Brute-Force mit veralteter Implementierung: Angriffsmuster erkennen​

Wenn man mit einem System im Internet steht fummelt immer irgendein script kiddie oder bot an den Diensten herum. Oft ist hier eine IP Adresse aus China dabei. Dann probieren sie ein paar default logins und wandern weiter zur nächsten IP Adresse. Die Bots geben dem Ganzen in der Regel schon nicht mehr als drei Versuche, weil sie dann eh von irgendeinem Sicherheitssystem geblockt werden. Da es noch viele andere bots hinter anderen IP Adressen gibt, übermittelt der bot nur seinen Stand der Versuche an das Hirn des Botnetzes und der nächste, nicht geblockte bot, kommt und probiert es weiter…

Alles „kalter Kaffee“… In den letzten Wochen fallen mir zwei kleine Veränderungen auf.

old SSH Bot

Einmal kommen diese IP Adressen noch immer stark aus China… ABER sehr oft ebenfalls von DigitalOcean (USA). Zudem fallen mir die anderen Cloudprovider auf (Google, Microsoft, AWS…). Das verschiebt sich aktuell wohl etwas. Normalerweise kommt ganz viel aus China, dann ganz viel von verschiedenen dynamischen Endkundenanschlüssen auf der Erde. Jetzt kommt ganz viel aus China, dann unglaublich nahe daran Digitalocean, direkt gefolgt von der google-cloud und microsoft-cloud. Erst jetzt kommen die Endkundenanschlüsse und mischen sich mit Adressen aus der AWS-Cloud. Scheinbar haben die Amazonjungs irgendetwas „besser“ gemacht, um ihre Kunden davor zu schützen sich etwas „einzufangen“?!?

Zweitens scheint da ein Botnetz mit recht alter ssh Implementierung unterwegs zu sein. Oder es sucht halt speziell alte SSH-Server? Auf IoT Geräte mit alter Firmware tippe ich weniger, denn von diesen kommt ebenfalls etwas von Cloudanbietern. Bei denen unterstelle ich einfach mal, keine alten IoT Geräte im Einsatz zu haben, die infiziert sind. Naja… Oder es wird halt nach genau solchen Geräten gesucht. Warum alt? Weil ich so etwas in den Logs finde:

Apr  8 10:35:58 YOURMOM sshd[43201]: reverse mapping checking getaddrinfo for 4.3.2.1.serverdedicati.mum.your [1.2.3.4] failed.
Apr  8 10:35:58 YOURMOM sshd[43201]: Did not receive identification string from 1.2.3.4 port 34244
Apr  8 10:36:22 YOURMOM sshd[43202]: reverse mapping checking getaddrinfo for 4.3.2.1.serverdedicati.mum.your [1.2.3.4] failed.
Apr  8 10:36:22 YOURMOM sshd[43202]: Unable to negotiate with 1.2.3.4 port 36160: no matching key exchange method found. Their offer: diffie-hellman-group14-sha1,diffie-hellman-group-exchange-sha1,diffie-hellman-group1-sha1 [preauth]
Apr  8 10:36:42 YOURMOM sshd[43204]: reverse mapping checking getaddrinfo for 4.3.2.1.serverdedicati.mum.your [1.2.3.4] failed.
Apr  8 10:36:42 YOURMOM sshd[43204]: Unable to negotiate with 1.2.3.4 port 39556: no matching key exchange method found. Their offer: diffie-hellman-group14-sha1,diffie-hellman-group-exchange-sha1,diffie-hellman-group1-sha1 [preauth]

Wie ist das bei euch?

Siehe auch: SSH-Server absichern mit MFA, SSH-Bruteforce, DigitalOcean und AbuseIPDB – warum Blocken das Problem nicht löst, Raspberry Pi als Angriffsziel: SSH-Brute-Force auf den User pi

Fragen? Einfach melden.

Von RSA zu ECDSA: Zertifikate für Nginx und Postfix umstellen

ECDSA-Zertifikate (Elliptic Curve Digital Signature Algorithm) bieten bei 256 Bit das gleiche Sicherheitsniveau wie RSA mit 3072 Bit. Die Schlüssel sind deutlich kleiner, der TLS-Handshake ist schneller und die Signaturen kürzer. Für Webserver ist die Umstellung trivial. Bei Mailservern gibt es eine Besonderheit: Nicht alle sendenden Server können ECDSA. Postfix löst das elegant mit Dual-Zertifikaten.

ECDSA-Schlüssel erstellen

# EC-Schlüssel mit P-256 erzeugen
openssl ecparam -genkey -name prime256v1 | openssl ec -out ec-server.key

# CSR erstellen (für CA-signierte Zertifikate)
openssl req -new -key ec-server.key -out ec-server.csr

# Oder gleich ein selbstsigniertes Zertifikat (z.B. für Tests)
openssl req -new -x509 -key ec-server.key -out ec-server.pem -days 365

P-256 (prime256v1) ist die gängige Kurve. Let’s Encrypt, DigiCert und andere CAs signieren ECDSA-CSRs problemlos. Bei Let’s Encrypt/certbot: certbot certonly --key-type ecdsa.

Nginx

Beim Webserver einfach den neuen Schlüssel und das Zertifikat hinterlegen. An der Cipher-Konfiguration muss nichts geändert werden, solange ECDSA-Ciphers enthalten sind:

ssl_certificate     /path/to/ec-server.pem;
ssl_certificate_key /path/to/ec-server.key;
ssl_ciphers         TLS_AES_256_GCM_SHA384:TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256:TLS_AES_128_GCM_SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256;

Alle modernen Browser unterstützen ECDSA seit Jahren. Probleme gibt es nur noch mit sehr alten Clients (Android 2.x, IE 6). Wer die nicht bedienen muss, kann RSA komplett aus der Cipher-Liste streichen.

Postfix: Dual-Zertifikate

Bei E-Mail sieht es anders aus. Manche Mailserver (ältere Exchange-Installationen, schlecht gewartete Systeme) können kein ECDSA. Postfix bietet dafür eine saubere Lösung: Man hinterlegt sowohl ein EC-Zertifikat als auch ein RSA-Zertifikat. Der Server bietet dem Client beide an, der Client wählt das passende.

# ECDSA (bevorzugt)
smtpd_tls_eckey_file = /usr/local/etc/postfix/ec-postfix.key
smtpd_tls_eccert_file = /usr/local/etc/postfix/ec-postfix.pem

# RSA (Fallback)
smtpd_tls_key_file = /usr/local/etc/postfix/postfix.key
smtpd_tls_cert_file = /usr/local/etc/postfix/postfix.pem

Die Cipher-Reihenfolge entscheidet, was bevorzugt wird. ECDSA-Ciphers sollten vor den RSA-Ciphers stehen. Mit tls_preempt_cipherlist = yes bestimmt der Server die Reihenfolge:

tls_preempt_cipherlist = yes
tls_high_cipherlist = TLS_AES_256_GCM_SHA384:TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256:TLS_AES_128_GCM_SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256

Die TLS-1.3-Ciphers (TLS_AES_*) stehen ganz vorn. Danach kommen ECDHE-ECDSA für TLS 1.2 mit EC-Zertifikat, dann ECDHE-RSA als Fallback für Clients die kein ECDSA können. Alle Ciphers haben Perfect Forward Secrecy durch ECDHE.

Dovecot

Dovecot unterstützt seit Version 2.3.15 ebenfalls mehrere Zertifikate. In 10-ssl.conf:

ssl_cert = </path/to/ec-dovecot.pem
ssl_key = </path/to/ec-dovecot.key
ssl_alt_cert = </path/to/rsa-dovecot.pem
ssl_alt_key = </path/to/rsa-dovecot.key

Verifizieren

Im Postfix-Log erkennt man am Cipher, welches Zertifikat verwendet wurde:

# ECDSA-Verbindung
TLS connection established: TLSv1.3 with cipher TLS_AES_256_GCM_SHA384

# RSA-Fallback (TLS 1.2)
TLS connection established: TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384

Mit openssl s_client lässt sich gezielt prüfen:

# ECDSA-Zertifikat anfordern
openssl s_client -starttls smtp -connect smtp.kernel-error.de:25 2>/dev/null | grep "Server public key\|Cipher"

# Ergebnis: Server public key is 256 bit (EC)

Wer den nächsten Schritt gehen will: Mit Post-Quantum-Schlüsselaustausch (X25519MLKEM768) lässt sich zusätzlich der Key Exchange gegen Quantencomputer absichern. Das Zertifikat bleibt dabei ECDSA, nur der Schlüsselaustausch wird hybrid. Und natürlich gehört zu jedem Zertifikat ein DANE/TLSA-Record im DNS. Fragen? Einfach melden.

Cliqz: Der Datenschutzbrowser – Was du wissen solltest

Veraltet: Cliqz wurde im April 2020 eingestellt. Wer einen datenschutzfreundlichen Browser sucht, kann Firefox mit entsprechenden Einstellungen oder Brave nutzen.

Cliqz Logo

Ich bin auf Cliqz aufmerksam gemacht worden und teste den Browser seit einigen Tagen.  Der Browser ist aus einer Suchmaschinenerweiterung für den Firefox entstanden. Auf Firefoxbasis ist es dann selbst zu einen Browser geworden. Die Entwickelnde Firma sitzt in Deutschland und hält selbst Anteile an Ghostery. Ghostery ist also im Browser integriert, wie auch die Suchmaschinenerweiterung, ein Videodownloader….

Firefox ist seit vielen Jahren der Browser meiner Wahl. Gestartet habe ich mit Netscape und ich habe ihn schon eingesetzt als er noch den Namen Phoenix hatte. Damit möchte ich sagen, dass ich schon sehr „eingesessen“ bin und mir ein Wechsel schwer fallen würde. Da Cliqz aber die Firefox Basis hat, bekannt funktioniert und sogar die Firefox Plugins funktionieren (ja ja)… Ersetzt er mehr und mehr meinen Firefox!

Wer ihn sich also noch nicht angeschaut hat und selbst Firefox Benutzer ist, könnte einen Blick riskieren. Ohne große Schmerzen erwarten zu müssen!

https://cliqz.com/

Oh ja… Bei FreeBSD ist er bereits in den Ports.

Fragen? Dann fragen.

internet.nl verschärft die TLS-Anforderungen für Mailserver

E-Mail Test der Niederlande für die E-Mail Domain kernel-error.de
Die Domain kernel-error.de ist in der Hall of Fame der niederländischen IT Security Tests.

Der niederländische internet.nl Mailserver-Test hat die Anforderungen verschärft. Die neuen Guidelines orientieren sich an den aktuellen niederländischen IT-Sicherheitsrichtlinien und ziehen die Messlatte deutlich an.

Was sich geändert hat

TLS 1.0 und 1.1 geben jetzt Abzug. Vorher wurden sie toleriert, jetzt gibt es eine explizite Warnung. Schwache Diffie-Hellman-Parameter und weitere veraltete Cipher sind herausgefallen. Alles um TLS 1.3 den Weg zu ebnen.

Die Hall of Fame hat eine neue Sektion für Champions bekommen: Domains die sowohl beim Webserver als auch beim Mailserver 100 Prozent erreichen.

Warum das relevant ist

internet.nl ist kein akademisches Testtool. Die Ergebnisse fließen in die Bewertung niederländischer Behörden und Dienstleister ein. Wenn dort die Standards steigen, zieht das langfristig auch die Anforderungen an internationale Kommunikationspartner nach oben. Wer mit niederländischen Behörden oder Unternehmen per E-Mail kommuniziert, sollte seinen Score im Auge behalten.

Siehe auch: MTA-STS einrichten

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Shodan wertet security.txt aus.

Screenshot der shodan Webseite für die Auswertung der security.txt

Zufällig habe ich gesehen, dass die Suchmaschine Shodan bereits die security.txt auswertet und als Security Contact auflistet. Genau so habe ich mir das vorgestellt. https://www.shodan.io/host/148.251.40.23

Zur security.txt habe hier hier schon was geschrieben: Draft zu Security Policies

Dann steht ab jetzt der Security Contact zumindest schon mal direkt über den offenen CVEs, hm?

Siehe auch: security.txt dieses Blogs

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Softstart-Modul: Sanftanlauf für 230-Volt-Geräte

Um da ein paar Rückfragen zu folgendem Beitrage zu beantworten: Sanftanlauf für Elektromotor / Softstart / Anlaufstrombegrenzer

Bei meinem Eigenbau ging es nur darum, herauszufinden wie ich es mit vorhandenen Teilen bauen kann. Es gibt für gut bezahlbares Geld fertige Module. Dieses hier nutze ich selbst an der Kapp- und Gehrungssäge bei 230V und bis 2500Watt.

>>Amazonlink klick<<

Funktioniert so wie man es sich vorstellt.

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Multifunktionstester für Elektronikbauteile: Schnell & günstig prüfen​

Aus alter/defekter Elektronik grabble ich mir gerne ein paar Bauteile heraus. Dieses hat bei mir in den 90er angefangen, weil eine Bestellung bei Conrad mein damaliges Taschengeld zu hart angegriffen hat. Amazon gab es so noch nicht, Lieferzeiten von einer Woche waren selbstverständlich und oft waren die Portokosten höher als der Preis für das gewünschte Bauteil selbst. Das waren die Zeiten von gut geplanten Sammelbestellungen des Freundeskreises bei Conrad.

Daher habe ich, wie viele andere ebenfalls, angefangen aus defekten Geräten einfach die brauchbaren Teile auszubauen. Hier ein Elko, da ein paar Widerstände, mal einen Transistor oder Dioden usw. usw… Irgendwie bin ich diese Angewohnheit nicht mehr los geworden. Meist interessiert mich aus welchem Grund ein Gerät aufgegeben hat, mal einfach nur wie es der Hersteller realisiert hat. Auf dem Weg baue ich dann aus was ich „möglicherweise“ mal brauchen kann. Hier liegen jetzt noch in Kisten Bauteile, welche ich vor 20 Jahren ausgebaut habe. Einige Dinge werden sicher nie mehr genutzt! Viele Projekte sind dennoch aus genau diesen Teilen entstanden.

Nicht selten fehlt mir dann bei einem angedachten Projekt doch ein Bauteil und ich muss mir überlegen wie ich es mit den vorhandenen umgesetzt bekomme. Was immer wieder spannend und herausfordernd sein kann!

Ein großes Problem mit den Bauteilen ist immer wieder, die Gewissheit ob jetzt die Schaltung einen Fehler hat oder doch nur das Bauteil def. ist. Ich habe dafür nun ein kleines Gerät, welches schnell und einfach einzelne Bauteile durchmessen kann. Der kleine Multifunktionstester erkennt dabei automatisch das Bauteil und prüft dieses. Ebenfalls gibt es auf einem kleinen Display aus welches Bauteil es erkannt hat und welche Daten er dazu hat. Dabei kostet das Ding unter 20€ und ist in verschiedenen Versionen erhältlich. Als einfache Platine, mit Gehäuse oder als Bausatz.

Natürlich ist es nicht 100% zuverlässig und die Lösung aller Probleme! Ich kann es aber mit sehr gutem Gewissen weiterempfehlen. Oh ja, der Amazon link!

Siehe auch: RD6006 Labornetzteil

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Spiegelheizung im Badezimmer

Schon einige Zeit nervt mich nach dem Duschen der beschlagene Spiegel. Bisher habe ich immer ein paar Sekunden mit dem Föhn draufgehalten und dann war alles ok.

Die Lösung

Klar, es gibt Spiegelheizungen. Es gibt sogar Spiegel mit eingebauter Heizung. Nur ist so etwas schon ein klares First World Problem. Ich habe es trotzdem gemacht: Eine Heizfolie bei Amazon gekauft und hinter meinen vorhandenen Spiegel geklebt. Strom bekommt sie von der Lampe über dem Spiegel.

Ergebnis

Sie tut was sie soll. Der Spiegel wird warm und beschlägt nicht mehr nach dem Duschen. Man kann auf den Bildern gut erkennen, welcher Teil beheizt wird und welcher weiterhin beschlägt. Die Oberflächentemperatur liegt bei etwa 35 °C.

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