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PDS OSIcom-Office Box: Retro-PC mit JUMPtec SBC & SUSE Linux​

Vor etwas über 20 Jahren habe ich unter anderem mit OSIcom-office Boxen von PDS (Programm und Datenservice) gearbeitet. Dazu habe ich schon mal etwas geschrieben.

Picture of an PDS OSIcom-office Box

Zufällig bin ich dann in einem Onlineshop auf genau so eine OSIcom Box gestoßen, die dort zum Verkauf angeboten wurde. Der Preis lag deutlich über dem, was ich aus nostalgischen Gründen bereit wäre, dafür zu zahlen – aber ich habe einfach mal mein Glück versucht und per E-Mail ein Angebot unterbreitet. Und siehe da, der Verkäufer war einverstanden! Nun bin ich also Besitzer einer alten OSIcom-office Box. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Wie-Tec für das Entgegenkommen.

Die Box basiert auf einem SBC (Single Board Computer) von JUMPtec. Das Modell scheint folgendes zu sein: 07029-0000-26-7. Im POST wird die BIOS-Version <LEU2R118> angezeigt. Hersteller: JUMPtec® Industrielle Computertechnik AG.

Verbaut sind ein Intel Pentium MMX 266 MHz, 256 MB RAM, eine 40 GB Festplatte, ein Diskettenlaufwerk, sowie eine Netzwerk- und ISDN-Karte. Der SBC steckt in einer ISA-Backplane. Das könnte sogar ein ziemlich guter Retro-DOS-Gaming-PC werden!

Spannenderweise war die Festplatte noch mit Daten gefüllt. Ob es sich dabei nur um eine Testinstallation oder echte Produktivdaten handelt, kann ich nicht bewerten. Überrascht hat mich das dennoch positiv, denn so konnte ich den kompletten Bootvorgang noch einmal genießen. Wobei – nicht nur ich:

Kernel 2.4.27 – man, ist das lange her! Grundlage ist ein altes SUSE Linux. Natürlich habe ich auch noch ein paar Bilder für euch angelegt.

Das BIOS konnte ich sichern, und zusammen mit den Bildern wird das sicher eine brauchbare Ergänzung für „The Retro Web“. Falls jemand von euch noch Handbücher oder ähnliches zur Hardware hat – ich würde mich sehr darüber freuen!

PDS Programm + Datenservice GmbH: Rückblick auf innovative IT-Lösungen​

„Qualität in Software“ – diesen Slogan habe ich vor Kurzem wieder gelesen. Nicht im Zusammenhang mit der PDS GmbH, aber es erinnerte mich sofort daran. Na, da hat die „Werbung“ wohl ihren Zweck erfüllt. 😀

Ich habe früher beim Unternehmen Spohr EDV-Systeme mit den PDS-Systemen arbeiten dürfen. Wenn ich jetzt zurückblicke, muss ich sagen, dass die Jungs damals schon verdammt weit waren – was ich damals natürlich nicht so wahrgenommen habe!

Na gut, die Umsetzung mancher Dinge war … na, sagen wir mal, funktional. 😀

Es gab da die OSIcom Box, zunächst nur eine kleine Kiste mit irgendeinem Mini-PC, auf dem – ich glaube – Linux SuSE lief. Man konnte dort eine Ferrari Fax ISDN-Karte einbauen. Diese Kiste sorgte für den Internetzugang und dafür, die anderen Standorte per VPN (war es Openswan?) anzubinden. Sogar ISDN-Verbindungen, Punkt-zu-Netz und Netz-zu-Netz, waren möglich.

Die eigentliche Warenwirtschaft, das Zeitmanagement und das Lagerverwaltungsgedöns – die haben alles gemacht, außer abspülen – lief auf SCO UnixWare. Zuletzt sogar auf SCO UnixWare 7.1.4 und später auf einem SuSE Linux Server. Alles noch aus der Terminalzeit. Zunächst mit einem FET-32-Client für Windows-Rechner, später dann mit einem in Java geschriebenen FET/X-Client.

Oh ja, es gab auch einen FTP-Server! Ich meine: ftp://ftp.pds.de/. Dort lag zum Beispiel das UnixWare 7.1.4 Maintenance Pack – zuletzt wohl MP4 – und ein riesiger Haufen Dokumentation.

Was aber richtig cool war: Die hatten schon damals Tablets! Es war so ein Skeye.Pad für den mobilen Kundendienst, sogar mit einem Infrarotdrucker. Damit konnten die Handwerker ihre Aufträge direkt beim Kunden bearbeiten. Sie haben Material, Zeiten und die Unterschrift des Kunden „eingesammelt“, und die Rechnung konnte noch geschrieben werden, bevor der Mitarbeiter wieder in der Firma war. Ich glaube, das Ding kam in einer blau-schwarzen Neoprenhülle.

Puh, jetzt habe ich hier wohl ordentlich Werbung gemacht, oder? Mich würde echt interessieren, wie weit die Jungs inzwischen gekommen sind. Technisch waren die schon damals ziemlich weit vorne, und auch die Hotline für Techniker war okay. Einer der beiden, mit denen ich oft zu tun hatte, schrieb immer mal wieder Leserbriefe für die c’t. Leider sind die Namen inzwischen wohl nach /dev/null ausgelagert worden. Mann, ist das lange her!

Wenn du, lieber Leser oder liebe Leserin, noch aktuell mit PDS arbeitest, würde ich mich über einen kleinen Austausch sehr freuen!

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