IT security, FreeBSD, Linux, mail server hardening, post-quantum crypto, DNS, retro computing & hands-on hardware hacks. Privater Tech-Blog seit 2003.

Schlagwort: cacert.org

Bald ist wieder FrOSCon: warum ich seit zwanzig Jahren hinfahre und wen ich dort treffen möchte

Moin.

Konferenz-Namensschild an einem grünen Schlüsselband, Aufschrift FrOSCon 2026, Sankt Augustin, darunter der Name Kernel-Error und ein Stempel mit dabei seit 2007

Am kommenden Wochenende ist wieder FrOSCon. Samstag der 15. und Sonntag der 16. August, wie immer an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin, Grantham-Allee 20. Der Eintritt ist frei, es laufen sieben Vortragsschienen und zwei Workshop-Räume parallel, samstagabend gibt es das Social Event. Das Programm steht online.

Es ist die 21. Ausgabe. Die erste war 2006, die Konferenz wird also gerade zwanzig. Ich bin an beiden Tagen dort und würde mich sehr freuen, wenn wir uns treffen und ein bisschen quatschen. Also: ist noch jemand von euch da? Sag mir gerne vorher Bescheid, dann verabreden wir uns, oder sprich mich einfach an, wenn du mich irgendwo im Foyer siehst.

Und falls du noch nie dort warst: fahr hin. Der Eintritt kostet nichts, das Programm ist gut, und diese Mischung aus Vorträgen, Ständen und Leuten, die dir ungefragt ihr Projekt erklären wollen, gibt es in der Form nicht oft.

Warum es nicht jedes Jahr klappt

Ich versuche eigentlich jedes Jahr, auf die FrOSCon zu kommen. Das scheitert regelmäßig daran, dass meine Kinder rund um dieses Wochenende Geburtstag haben, und das geht dann selbstverständlich vor. Dieses Jahr passt es, deshalb schreibe ich das hier überhaupt.

Beim Zusammensuchen der alten Beiträge habe ich dann etwas gefunden, das mich kurz sehr still gemacht hat. In meinen Entwürfen liegt ein Beitrag vom 9. August 2013, der nie veröffentlicht wurde. Darin steht:

Ich habe gerade die Bestätigung meines FrOSCon Tickets bekommen 🙂 Die FrOSCon ist dieses Jahr vom 24.08-25.08.2013 in Sankt Augustin. Ich schaffe es nicht immer zur FrOSCon denn meine Kinder haben immer um diesen Dreh Geburtstag. Das geht dann vor! In diesem Jahr klappt es genau und dieses freut mich natürlich umso mehr! Wir sehen uns also auf der FrOSCon….

Ich, in einem Entwurf vom 9. August 2013, den ich nie veröffentlicht habe

Dreizehn Jahre später sitze ich hier und schreibe im Grunde denselben Absatz noch einmal. Gleiche Konferenz, gleicher Ort, gleiche Terminkollision, gleiche Freude, dass es diesmal passt. Nur die Kinder sind inzwischen deutlich größer. Den Beitrag von 2013 lasse ich übrigens in der Schublade, der hat sich seinen Platz dort verdient.

Und die Kinder?

Möglicherweise dreht sich die Sache dieses Jahr sogar. Teckids e.V. macht an beiden Tagen die Mini-FrogLabs, das Jugendprogramm der Konferenz. Samstag geht es um Luanti, also eigene Mods und Kreaturen in 3D, Sonntag um Spieleprogrammierung mit Python. Gedacht ist das etwa ab der vierten Klasse bis sechzehn, Vorkenntnisse braucht niemand, bezahlt wird so viel man mag, und man meldet sich für jeden Tag einzeln an. Das schaue ich mir für meine Kinder auf jeden Fall an. Nach all den Jahren, in denen die Kinder der Grund waren, nicht hinzufahren, wäre das eine schöne Wendung.

Wie das bei mir angefangen hat

Wann ich zum ersten Mal dort war, kriege ich nicht mehr sicher zusammen. Mein Gefühl sagt 2006, belegen kann ich 2007. Es gibt Bilder aus dem Jahr in meiner Galerie, in einem Beitrag von 2013 hängt ein Schlüsselband von der FrOSCon 2007 an meinem Schlüsselbund, und der Ausweis hängt bis heute bei mir im Arbeitszimmer an der Wand.

Drei Konferenzausweise an bunten Schlüsselbändern an einer Wand. Vorne der Ausweis der FrOSCon 2007 mit handgeschriebenem Namen und dem senkrechten Aufdruck Aussteller, darunter ein hellblaues Schild der FrOSCon 2013 mit Frosch-Logo, rechts ein Besucherausweis der OpenRheinRuhr 2010.
Der Ausweis von 2007 hängt noch im Arbeitszimmer, rechts senkrecht steht Aussteller. Darunter das hellblaue Schild von 2013, das belegt, dass ich in dem Jahr tatsächlich dort war, auch wenn der Beitrag dazu nie erschienen ist. Rechts daneben der Besucherausweis der OpenRheinRuhr 2010.

Damals habe ich am Stand von CAcert mitgeholfen, einer von der Gemeinschaft betriebenen Zertifizierungsstelle, die kostenlos Zertifikate ausgestellt hat, lange bevor das normal war. Das Vertrauen kam dort nicht von einem Audit, sondern von Menschen: Punkte gab es, wenn man einem Assurer seinen Ausweis zeigte. Genau das haben wir den ganzen Tag gemacht, und ich fand das damals ganz große Klasse.

Geworden ist daraus nichts. Der Antrag auf Aufnahme in den Truststore von Mozilla wurde noch im selben Jahr zurückgezogen, und bis heute vertraut kein Browser dieser Wurzel. Ein curl auf die Seite bricht immer noch mit self-signed certificate in certificate chain ab, gerade nachgesehen. Gelöst hat das Problem später Let’s Encrypt, mit einem Protokoll statt mit Menschen und Ausweisen. Technisch die bessere Antwort, ein bisschen wehmütig macht es mich trotzdem.

Hängengeblieben ist trotzdem etwas. Mein Interesse an Zertifikaten, Schlüsseln und dem ganzen Vertrauenskram hat genau dort angefangen, und das hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

Die Keysigning-Party

Zum selben Themenkreis gehört das andere, wozu ich früher immer gegangen bin, wenn es sich einrichten ließ: die GPG-Keysigning-Party. Das Prinzip war schön unaufgeregt. Vorher schickt jeder seinen Schlüssel-Fingerprint ein, vor Ort steht man in einer Reihe, vergleicht die Zeile auf dem ausgedruckten Zettel mit dem, was die andere Person vorliest, sieht sich einen Ausweis an, hakt ab. Zu Hause signiert man dann die Schlüssel, deren Zeile gestimmt hat. Eine Stunde Anstehen, ein Blatt Papier, und danach hängt das eigene Schlüsselbund ein Stück fester im Netz.

Im offiziellen Zeitplan für dieses Jahr finde ich keine Keysigning-Party. Das muss nichts heißen, solche Runden organisieren sich oft nebenbei und stehen dann in keinem Programmheft. Falls sich jemand findet, bin ich sofort dabei. Und ganz unabhängig davon, weil es der einfachere Weg ist: wenn wir uns auf der FrOSCon über den Weg laufen, würde ich mich sehr über ein Cross-Signing meines neuen Schlüssels freuen. Der ist frisch, trägt die Kennung 0x893DE0CDDE986DEB, den Fingerprint bringe ich ausgedruckt mit und den Personalausweis sowieso. Wie ich ihn gebaut und woran ich ihn beim Härten kaputt gemacht habe, steht hier im Blog. Die Rolle, die früher der Ausweis am Klapptisch hatte, übernehmen bei mir mittlerweile nachprüfbare Identity-Claims. Funktioniert gut, ersetzt aber das Anstehen nicht.

Ein Gruß an Jens Link, und eine offene Frage

Aus den frühen Jahren ist mir ein Vortrag bis heute im Kopf geblieben, und zwar einer über IPv6 von Jens Link. Der Mann hat es geschafft, mich mit Adressarchitektur und Autokonfiguration zum Lachen zu bringen und mir im selben Vortrag klarzumachen, dass da erheblich mehr dahintersteckt als eine Pflichtaufgabe, die man irgendwann mal erledigen muss. Das können nicht viele. Ich bin danach an dem Thema hängengeblieben und habe es nie wieder losgelassen.

Fair muss ich dazusagen, dass ich nicht durch ihn angefangen habe. Mein ältester Beitrag zu IPv6 hier im Blog ist vom März 2003, vier Jahre vor diesem Wochenende, es ging um Adressarchitektur und radvd unter Linux. Dass daraus vierunddreißig Beiträge geworden sind, verteilt über die Jahre bis 2021, dafür trägt dieser Vortrag aber einen guten Teil der Schuld. Wenn man einmal gesehen hat, wie jemand über so ein Thema begeistert und komisch reden kann, schaut man danach anders hin. Einen Gruß nach Berlin also, und ein Dankeschön obendrauf.

Genau erinnern kann ich mich nach knapp zwanzig Jahren natürlich nicht mehr, weder an das Jahr noch an die Folien. Der Eindruck ist geblieben, das reicht mir.

Und eine Frage, bei der ihr mir helfen könnt. In meiner Erinnerung wollte er damals ein Buch über IPv6 schreiben. Ich habe es nie gesehen, was aber genauso gut daran liegen kann, dass es an mir vorbeigegangen ist. Auf seiner Seite finde ich keins, und sein Vortragsarchiv reicht nicht so weit zurück, dass ich damit etwas belegen könnte. Weiß es jemand? Ist das Buch erschienen, ist es liegen geblieben, oder habe ich mir das über die Jahre selbst zusammengebaut? Im Fediverse ist er als @quux unterwegs.

Worauf ich schauen will

Festlegen will ich mich nicht, das wird bei mir sowieso spontan. Auf dem Zettel stehen aber diese acht:

Wenn ich die Liste so ansehe, ist das Muster ziemlich eindeutig. Sechs von acht liegen in der Security-Schiene, die anderen zwei kommen aus dem Themenblock zum Recht auf Reparatur, und mehrfach geht es um Haftung und Regulierung statt um Technik. Das ist neu für mich. Drei davon laufen am Samstag im selben Raum, zwei sogar direkt hintereinander, das kommt mir sehr entgegen. Ob ich es aus dem CrypTool-Workshop rechtzeitig rausschaffe, steht auf einem anderen Blatt, der Zeitplan verrät keine Endzeiten.

Die Stände, an denen ich hängen bleiben werde

Auf meiner Runde stehen das CrypTool Projekt, ElectroBSD, Freie Software und Bildung, illumos, Matrix, The PHP Foundation, XMPP und der Datenburg e.V. Bei illumos werde ich vermutlich am längsten stehen, aus reiner Nostalgie, mein Solaris-Archiv hier im Blog hat immerhin achtunddreißig Beiträge. Bei The PHP Foundation habe ich sogar eine konkrete Frage im Gepäck, nachdem ich mich neulich durch einen PHP-Absturz bis in den Laufzeitlinker von FreeBSD gegraben habe.

Auf der Ausstellerliste steht übrigens ein Name, bei dem ich kurz grinsen musste: CAcert ist dieses Jahr wieder mit einem Stand da, neunzehn Jahre später, im selben Gebäude. Die Wurzel liegt weiterhin in keinem Truststore, die Leute stehen trotzdem wieder hinter dem Tisch. Da gehe ich vorbei und sage einmal Danke.

Zwanzig Jahre

Was mich beim Schreiben am meisten getroffen hat, ist nicht die CAcert-Geschichte, sondern die Rechnung dahinter. Von meinem belegten ersten Besuch bis heute sind es neunzehn Jahre. Rechne ich mein Gefühl mit, dass es 2006 war, sind es zwanzig. Die Konferenz gibt es genauso lange. Zwischen dem Klapptisch mit den Assurance-Formularen und dem Beitrag, den ich neulich über einen TPM-Chip geschrieben habe, liegt also ziemlich genau mein halbes Leben mit diesem Hobby. Ich habe mich beim Nachrechnen ehrlich alt gefühlt.

Andererseits: das Wochenende ist immer noch dasselbe Wochenende. Gleiche Hochschule, freier Eintritt, Leute, die einem an einem Stand irgendetwas erklären, wovon sie viel zu begeistert sind. Das ist eine ziemlich gute Konstante.

Siehe auch:

Wenn du auch auf der FrOSCon bist, sag gerne Bescheid, ich freue mich über jeden Kaffee im Stehen und über jede Signatur. Und wenn du die Sache mit dem IPv6-Buch aufklären kannst, oder sonst etwas dazu wissen möchtest, dann darfst du mich sehr gerne fragen.

Volksverschlüsselung wird eingestellt

An mir flog gerade die Information vorbei, dass die Volksverschlüsselung zum 31.01.2026 eingestellt wird. Ich habe mir dort vor ein paar Jahren mal ein S/MIME-Zertifikat für meine E-Mails geholt. Mir hat der Ansatz gefallen, dass man sich mit seinem neuen Personalausweis und dessen Online-Funktion dort legitimieren kann und im Anschluss sein Zertifikat bekommt. Für mich hat diese Abhängigkeit absolut Sinn ergeben. Wir haben ja schon alle einen Perso mit Online-Funktion und PIN und was weiß ich alles. Also warum nicht auch einfach und schnell Zertifikate darüber erstellen?

Screenshot der Meldung zur Einstellung des Dienstes Volksverschlüsselung.

Funktioniert hat das alles wirklich gut – leider mit dem gleichen Problemchen wie auch bei cacert.org: Die Root-Zertifikate sind nicht in den Trust Stores der Betriebssysteme, Browser, Mailclients usw. Signiert man also etwas damit, wird es beim Empfänger als ungültig und unsicher angezeigt, es sei denn, dieser installiert manuell die Root-Zertifikate. Das macht natürlich niemand. Damit war die Volksverschlüsselung für mich genauso raus wie leider auch cacert.org.

Nun hing hinter der Volksverschlüsselung ebenfalls das Fraunhofer-Institut. Meine Hoffnung war, dass über diesen Weg am Ende doch mal die Root-Zertifikate in die Trust Stores kommen. Aber leider nicht.

Die Diskussion, ob man Trust Stores wirklich braucht, ob man sie vor allem vorgefüllt braucht, mache ich genauso wenig auf wie DNSSEC und TLSA, ok? Denn uns allen ist ja inzwischen klar, dass wir es „sicher“ haben könnten – wenn man nur nicht so scheiß viel Geld mit den CAs verdienen könnte. Denn die ganzen CAs zahlen ja schon ein paar Euro, um in die Trust Stores zu kommen.

Soviel dann also zur Volksverschlüsselung.

Siehe auch: S/MIME per DNS mit SMIMEA

Fragen? Einfach melden.

StartSSL

Veraltet: StartSSL/StartCom wurde 2017 von allen Browsern als nicht mehr vertrauenswürdig eingestuft und hat den Betrieb eingestellt. Für kostenlose Zertifikate nimmt man heute Let’s Encrypt.

StartCom ist ein Unternehmen, das Software herstellt und als Zertifizierungsstelle digitale Zertifikate ausstellt. Seit Februar 2005 ist das Unternehmen als Zertifizierungsstelle tätig. Das bekannteste Produkt ist das kostenlose Class 1 X.509 SSL-Zertifikat „StartSSL Free“, das sowohl für Webserver (SSL/TLS) als auch für die E-Mail-Verschlüsselung (S/MIME) eingesetzt werden kann. Außerdem werden Class 2 Zertifikate und Extended-Validation-SSL-Zertifikate ausgestellt, für die eine kostenpflichtige Validierung Voraussetzung ist. StartCom-Zertifikate werden von allen modernen Browsern akzeptiert: Mozilla Firefox unterstützt sie schon ab Version 2.0, Opera seit Juli 2010, Apple Mac OS X ab Version 10.5 (Leopard) und Microsoft Windows seit September 2009; Apple Safari, Internet Explorer und Google Chrome greifen auf den Zertifikatspeicher des Betriebssystems zurück.

Das kostenlose Class1 Zertifikat stellt nur sicher das der angegebene Domainname existiert und anscheinend dem Halter des StartCom Accounts gehört. Aus diesem Grund findet sich natürlich auch nur der Domainname im Zertifikat. Wer seinen Namen auch noch im Zertifikat hinterlegen möchte kann dieses denn noch auf einem kostenlosen Weg schaffen. Ähnlich CAcert setzt StartCom auf das Prinzip des Web of Trust (wot). Es gibt bei StartCom ehrenamtliche Notare. Jeder Inhaber eines StartCom Accounts kann sich von diesen verifizieren lassen. Dazu findet sich im Webinterface des eigenen Accounts auf der Seite unter StartSSL WoT ==> WoT Netzwerk der Punkt Notarsucher. Hier findet sich über die Eingabe des eigenen Wohnortes oder halt der nächsten größeren Stadt schnell ein solcher Notar.

Wurde man von mindestens zwei dieser Notare bestätigt, kann man seinen Namen mit ins Zertifikat aufnehmen.

Eine solche Bestätigung findet immer über ein persönliches Treffen mit dem Notar statt. Bei diesem Treffen prüft der Notar anhand von zwei amtlichen Lichtbildausweisen ob der Name im Account mit dem auf den Ausweisen identisch ist.

Da die Root-Zertifikate dieser Zertifizierungsstelle bereits in den meisten großen Browsern und Betriebssystemen enthalten sind, kommt es bei diesen Zertifikaten (anders als bei z.B. CAcert.org) nicht zu „Fehlermeldunge“ bzw. Warnmeldungen im Zusammenhang mit den Zertifikaten. Vor allem dieser Umstand und natürlich da es kostenneutral ist, würde ich StartCom x.509 Zertifikate als einen optimalen Einstieg in diesen Themenbereich nennen können. Wer am Ende mehr will, wie eine Class 2 Zertifizierung oder bis hin zum Class 3 Zertifikat für Unternehmen, kann dieses schnell und günstig weiterführen. Wem das Class 1 Zertifikat ausreicht, dem stehen direkt nach der erfolgreichen Anmeldung schon fast alle Möglichkeiten der E-Mail Signatur / Verschlüsselung sowie SSL/TLS Verschlüsselte Serververbindungen offen.

Ich selbst bin bei StartSSL Notar und wie bei GPG / PGP oder CAcert.org bestätige ich auch hier gerne Identitäten auf Anfrage.

CAcert Nokia

Veraltet: Nokia S40 und S60 gibt es nicht mehr, und CAcert hat es nie in die Browser-Truststores geschafft. Dieser Beitrag ist nur noch als Zeitdokument interessant.

CAcert.org Root Zertifikate unter Nokia S40 und S60 installieren. Ich habe ein Nokia 6300i. Dieses Gerät tut alles genau so wie ich es benötige. Nur eine Kleinigkeit hat mich gestört. Immer wenn ich versuche E-Mails von meinem IMAP-Server zu saugen oder E-Mails über meinen SMTP-Server zu verschicken, wird das jeweilige Zertifikat (SSL / TLS) als ungültig gemeldet. Was daran liegt, das ich diese beiden Zertifikate von CAcert habe unterschreiben lassen. Es müssen also die Root-Zertifikate (http://www.cacert.org/index.php?id=3) ins Mobiltelefon! Natürlich habe ich sofort versucht die Zertifikate ins Gerät zu bekommen. Leider scheiterte es immer an der Meldung: „Dateiformat nicht unterstützt“. Daraufhin habe ich viele und lange sinnlose E-Mails mit dem Nokia-Support getauscht. Leider ohne erfolg. Ich habe das weiter unten mal zusammengeschrieben, hier nun erstmal der genaue Weg die Zertifikate ins Handy zu bekommen: Zuerst auf dem Rechner eine HTML-Datei mit folgendem Namen erstellen: cert.html Der Inhalt sollte ca. so ausschauen: —– HTML-schnipp —– <?xml version=“1.0″?><!DOCTYPE html PUBLIC „-//WAPFORUM//DTD XHTML Mobile 1.0//EN“ „http://www.wapforum.org/DTD/xhtml-mobile10.dtd“><html xmlns=“http://www.w3.org/1999/xhtml“><head><title>Installing CAcerg.org<br>Root Certificate</title></head><body><p><a href=“root.cer“>Installing Class1 PKI Key</a><br><br><a href=“class3.cer“>Installing Class3 PKI Key</a><br><br><a href=“https://www.kernel-error.de“>Und nun testen..</a></p></body></html> —– HTML-schnapp —– Dann die beiden Zertifikate von CAcert.org herunterladen. Einmal das class1 und einmal das class3, jeweils im PEM format. Diese müssen nun konvertiert werden, ich nutze dafür openssl: openssl x509 –in root.crt –inform PEM –out root.cer –outform DER openssl x509 –in class3.crt –inform PEM –out class3.cer –outform DER Jetzt müssen die Dateien (cert.html, root.cer und class3.cer) ins gleiche Verzeichnis ins Mobiltelefon kopiert werden. Dort nun übers das Telefonmenu hinklicken und die cert.html öffnen. Galerie auf dem Nokia 6300i Der Ordner Empfangene Dateien auf dem Nokia 6300i Ordnerinhalt Empfangene Dateien Nokia 6300i Wenn sich diese geöffnet hat einfach die Links von oben nach unten durchklicken und die jeweiligen Zertifikate speichern. cert.html Installationsdatei der CAcert Zertifikate Das ist dann schon alles…. Fertig! CAcert im Nokia Hier nun der zusammengeschriebene Teil vom Nokiasupport. —– NokiaCare schnipp —– Wir möchten Ihnen mitteilen, dass das X.509 Zertifikat umgewandelt werden muss, bevor Sie es auf Ihr Nokia 6300i übertragen können. Ihr Nokia 6300i unterstützt .p12 Zertifikate. —– NokiaCare schnapp —– P12 klang für mich nicht sinnig, probiert habe ich es denn noch… Ohne erfolg! Daher wieder eine E-Mail an den Support, vielleicht muss es ja irgendwo gesondert hin oder sonst was… —– NokiaCare schnipp —– Bitte kopieren Sie das *.12 Zertifikat mit der PC Suite auf Ihr Mobiltelefon. Die Datei muß nicht in ein spezielles Verzeichnis kopiert werden. Die Datei wird automatisch von MfE verarbeitet. —– NokiaCare schnapp —– Alles klar… geht nicht immer noch die Meldung: „Dateiformat nicht unterstützt“ Lieber noch einmal nachfragen und mein Problem deutlicher erklären! —– NokiaCare schnipp —– Übertragen Sie die Datei auf das Mobiltelefon, gehen Sie in den Dateimanager und rufen Sie die Datei auf, dies installiert sich dann automatisch. —– NokiaCare schnapp —– Das funktioniert so nicht… Zu dem brauche ich kein Benutzerzertifikat sonder das einer CA…. Noch eine E-Mail an Nokia! —– NokiaCare schnipp —– Um private Schlüssel importieren zu können, erstellen Sie bitte eine *.p12-Datei. Diese enthält Ihren privaten Schlüssel und das Benutzerzertifikat. Diese Datei importieren Sie bitte in Ihr NOKIA Mobiltelefon. Dort wird das Zertifikat automatisch erkannt. Zur Speicherung folgen Sie bitte den Hinweisen des Telefons. Nun werden Sie zur Eingabe eines Sicherheitscodes aufgefordert. Beachten Sie bitte dabei, dass die geforderte Sicherheitseingabe ausschließlich aus Ziffern bestehen darf. Das geforderte Passwort wird durch die Zertifizierungsstelle erstellt. —– NokiaCare schnapp —– Ich scheine nicht im Stande zu sein mein Problem verständlich in eine E-Mail zu packen! Ich beschließe eine weitere E-Mail zusammen mit meiner Frau zu schreiben (diese entspricht dem durchschnittlichen PC-User)! Und hier ist Nokias Antwort: —– NokiaCare schnipp —– Scheinbar haben wir uns bei Ihrem angegebenen Telefonmodell verlesen.Ihr NOKIA 6300i ist ein Gerät der Serie 40. Die Angaben die wir Ihnen gemacht haben, beziehen sich auf S60 Geräte.Dafür möchten wir uns entschuldigen. Sie sollten das entsprechende Zertifikat im Format DER konvertieren und erneut wie angegeben auf Ihr NOKIA Mobiltelefon übertragen.Es sollte sich nun installieren lassen. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit den Produkten aus unserem Haus. —– NokiaCare schnapp —– Verlesen? Was habe ich denn noch gleich geschrieben *nachschau* —– Meine Mail schnipp —– [Country: Germany] [Language: German] [Permission to Email: ] [Permission to SMS: ] [Permission to Letter: ] [Permission to Phone: ] [First name: van de Meer ] [Last name: Sebastian] [Street address: Alte Bergstr. 12] [ZIP: 45549] [City: Sprockhövel] [Email address: kernel-error@kernel-error.de] [Landline: +49 02324 6858622Click2Dial icon] [Mobile: +49 0177 5995900Click2Dial icon] ] [Phone model: Nokia 6300] [IMEI: ] [Shop number: ] [CID: ] [Contact topic: Nokia Mobiltelefone und Zubehör] [Message: Sehr geehrte Damen und Herren,  wie lassen sich weitere X.509 Root Zertifikate einer CA in meinem 6300i importieren? Mit besten Grüßen  S. van de Meer] [Operator: E-plus] [Operating system: Linux] —– Meine Mail schnapp —– Öhm… egal! Ich probiere es mal (auch wenn ich das natürlich schon probiert habe)! Komisch immer noch die gleiche Meldung: „Dateiformat nicht unterstützt“ —– NokiaCare schnipp —– Bezüglich Ihrer Anfrage möchten wir Ihnen mitteilen, dass Sie das DER-typ X509v3 Zertifikat für Ihr S40 Handy benötigen. Sie müssen das CER (Base64) Zertifikat ins DER (binary Format) konvertieren. —– NokiaCare schnapp —– Da ich genau das schon probierte habe ich an diesem Punkt die Zusammenarbeit mit dem Nokia Support aufgegeben! Ich habe nun begonnen herumzubasteln und zu testen! Der installierte Opera wird auf dem Gerät zum Browsen benutzt, scheint aber nicht wirklich etwas mit der Systemeigenen CA-Liste zutun zu haben (wie sein großes Vorbild halt). Daher bringt es mir auch nichts mit dem Teil auf irgendwelchen Webseiten herumzufummeln. Irgendwann habe ich mal probiert welche Formate unterstützt werden. Interessanterweise ging bei HTML nicht der Opera auf, sondern der „systemeigene“ Browser. An dieser Stelle ist mir dann die oben stehende Idee gekommen!

CAcert

Veraltet: CAcert hat es nie in die Browser-Truststores geschafft. Die CA existiert zwar noch, spielt aber keine praktische Rolle mehr. Dieser Beitrag ist nur noch als Zeitdokument interessant.

CAcert certificate verification page

Jeder der etwas mit EDV vertraut ist, wird mir sicher zustimmen. Daten im Rechner oder aus dem Internet sind schön und gut. Nur sind sie auch wirklich vom Autor, welcher im Dokument steht? Sind die Daten vielleicht verändert worden? Unterhalte ich mich auch gerade wirklich mit dem Server oder hat mit ein Hacker über einen fake-dns auf seinen Server geleitet?

 

Genau um solche Dinge sicher zu stellen, gibt es Zertifikate. Eine gute Möglichkeit für Privatleute oder kleine Firmen ist da CAcert.

CAcert:

CAcert ist eine gemeinschaftsbetriebene nicht kommerzielle Zertifizierungsstelle (Root CA), die kostenfrei X.509-Zertifikate für verschiedene Einsatzgebiete ausstellt. Damit soll eine Alternative zu den kommerziellen Roots CAs geboten werden, die zum Teil recht hohe Gebühren für ihre Zertifikate erheben. Die Dienstleistungen der CAcert sind allgemein. Jeder kann sich Zertifikate auf seinem Namen bzw. auf seinen Server ausstellen lassen, nachdem er seine Identität ausreichend belegt hat.

Zertifikate
Folgende Zertifikate und Signaturen werden angeboten:

Client-Zertifikate
Diese Zertifikate sind personalisiert, sie dienen zum Beispiel zum Verschlüsseln und Signieren von E-Mails und anderen Daten, aber auch Authentifikation an Servern oder zum Signieren von Softwarecode.

Server-Zertifikate
Server-Zertifikate stellen die Identität eines Servers sicher und dienen als Basis für verschlüsselte SSL/TLS-Verbindungen. Es gibt eine Bandbreite von Diensten, bei denen Server-Zertifikate zum Einsatz kommen. Dazu gehören u. a. HTTPS, FTP(S), SMTP(S), POP(S) und IMAP(S).

Signatur des PGP-Schlüssels
Man kann den eigenen PGP-Schlüssel zur Signatur einreichen. Die CAcert bestätigt dann die Identität des Schlüsselbesitzers.

Assurance / Identitätsprüfung
Um ein Zertifikat zu erhalten, muss man sich zunächst auf der Seite https://www.cacert.org/index.php?id=1 als Benutzer anmelden. Jedem Benutzerkonto sind Punkte (Assurance Points) zugeordnet, die auf verschiedenen Wegen von anfänglich 0 bis auf 150 Punkte erhöht werden können. Die Punkte geben an, wie genau die Identität eines Benutzers überprüft wurde (bis 100 Punkte) bzw. wieviele Punkte er beim Überprüfen der Identität eines anderen Benutzers vergeben darf (ab 100 Punkten).

Die Authentifikation der eigenen Identität gegenüber CAcert kann auf zwei Arten erfolgen:
Zum einen besteht ein Netzwerk aus Freiwilligen (Web of Trust), gegenüber denen sich der neue Benutzer ausweisen kann, um Punkte zu erhalten. Eine Liste der freiwilligen Assurer ist auf der Internetseite zu finden. Sie können maximal 35 Punkte vergeben. Bei besonderen Veranstaltungen wie z.B. Messen können Super-Assurer sofort die maximalen 150 Punkte vergeben.
Zum anderen sind ‚Vertrauenswürdige Dritte‘ (Trusted Third Parties) wie Notare zugelassen, die aufgrund ihrer Position (Beruf) die Identität des Benutzers bestätigen können. Hier können auch bis zu 150 Punkte erlangt werden.

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/CAcert
http://www.cacert.org/

Ich selbst bin auch ein solcher Assurer und kann die begehrten Punkte vergeben.
Interessierte schicken mir bitte eine kurze E-Mail. Dann können wir ein Treffen absprechen!


Wer sich für CAcert interessiert, sollte sich auch unbedingt den Beitrag: „StartSSL“ anschauen.

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